VHF steht für Very High Frequency und bezeichnet den Frequenzbereich von 30 bis 300 MHz. Im Deutschen heißt derselbe Bereich Ultrakurzwelle, kurz UKW. Darin liegen der UKW-Rundfunk, der Flugfunk, der Seefunk, DAB+ und zwei Amateurfunkbänder. Die Wellenlängen reichen von 10 Metern bei 30 MHz bis zu 1 Meter bei 300 MHz. Anders als die Kurzwelle läuft VHF im Normalfall nicht um die Erde, sondern fast wie Licht geradeaus: Die Antennenhöhe entscheidet über die Reichweite, nicht die Ionosphäre.
- Bedeutung: Very High Frequency
- Deutsche Bezeichnung: Ultrakurzwelle (UKW), Meterwellen
- Frequenzbereich: 30 bis 300 MHz
- Wellenlänge: 10 m bis 1 m
- Nachbarn: darunter HF (Kurzwelle, 3 bis 30 MHz), darüber UHF (Dezimeterwelle, 300 MHz bis 3 GHz)
- Typische Anwendungen: UKW-Rundfunk, DAB+, Flugfunk, Seefunk, Betriebs- und BOS-Funk, Amateurfunk auf 6 m und 2 m
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Was bedeutet VHF?
Kurz gesagt: VHF ist ein Frequenzbereich, keine Technik. Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) teilt das Funkspektrum in neun Bänder mit fortlaufenden Nummern, Band 8 heißt VHF und reicht von 30 bis 300 MHz. Die Grenzen folgen einer einfachen Regel: Band N läuft von 0,3 · 10N bis 3 · 10N Hertz, die untere Grenze gehört nicht dazu, die obere schon.
| ITU-Band | Kürzel | Frequenz | Wellenlänge | Deutsch |
|---|---|---|---|---|
| 7 | HF | 3 bis 30 MHz | 100 bis 10 m | Kurzwelle, Dekameterwellen |
| 8 | VHF | 30 bis 300 MHz | 10 bis 1 m | Ultrakurzwelle, Meterwellen |
| 9 | UHF | 300 bis 3.000 MHz | 1 m bis 10 cm | Dezimeterwellen |
Die deutsche Bezeichnung Ultrakurzwelle meint fachlich denselben Bereich. Im Alltag ist "UKW" aber meist das Radio im Auto, und das belegt nur einen kleinen Ausschnitt: Der UKW-Rundfunk sendet zwischen 87,5 und 108 MHz, das sind 20,5 MHz von 270. Wer "UKW" sagt, meint also je nach Zusammenhang das ganze Band oder nur das Rundfunkband. Funkamateure gehen noch einen Schritt weiter und zählen das 70-cm-Band bei 430 bis 440 MHz im Sprachgebrauch zum "UKW-Betrieb", obwohl es nach der ITU-Einteilung schon UHF ist. Für diesen Artikel gilt die saubere Definition: VHF ist 30 bis 300 MHz, das 2-m-Band liegt darin, das 70-cm-Band nicht.
Genauso wichtig ist die Unterscheidung zwischen Frequenzband und Funkanwendung. "VHF-Funkgerät" sagt nur, in welchem Bereich das Gerät sendet. Ob es Flugfunk in AM, Seefunk in FM oder Amateurfunk in SSB ist, entscheidet die Zuweisung der Frequenz und die Betriebsart, nicht das Band. Ein Seefunkgerät und ein 2-m-Amateurfunkgerät arbeiten beide im VHF-Bereich und dürfen trotzdem nicht miteinander sprechen.
Welche Frequenzen gehören zum VHF-Bereich?
Welcher Funkdienst welche Frequenz nutzen darf, legt in Deutschland der Frequenzplan der Bundesnetzagentur fest, aktuell in der Fassung vom August 2026. Er ordnet jeden Teilbereich einem oder mehreren Funkdiensten zu, oft mit militärischer Mitnutzung. Die Tabelle fasst die Einträge zwischen 30 und 300 MHz zusammen, die man beim Hören am häufigsten trifft.
VHF-Frequenztabelle: 30 bis 300 MHz
| Frequenzbereich | Nutzung in Deutschland | Technik | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| 30 bis 50 MHz | Militär, Betriebsfunk, BOS-Teilbereiche, Modellfernsteuerung bei 35 MHz, Funkmikrofone | FM, Daten | kleinteilig zugewiesen, je nach Land unterschiedlich |
| 50 bis 52 MHz | Amateurfunk (6-m-Band), daneben Militär und Windprofilradar | SSB, CW, FT8, FM | Amateurfunk sekundär, nur Klasse A, nur horizontal polarisiert, nur ortsfest |
| 68 bis 87,5 MHz | Betriebsfunk, Eisenbahn, BOS (4-m-Band: 74,205 bis 74,785, 75,205 bis 77,485 und 84,005 bis 87,265 MHz), Markierungsfunkfeuer bei 75 MHz | FM | analoger BOS-Funk weitgehend durch TETRA (380 bis 400 MHz) abgelöst |
| 87,5 bis 108 MHz | UKW-Rundfunk (Band II) | FM mit 75 kHz Hub, Stereo, RDS | das "UKW" des Alltags |
| 108 bis 117,975 MHz | Flugnavigation: ILS-Landekurs und VOR-Drehfunkfeuer | AM-Träger mit Navigationstönen | keine Sprache, nur die Stationskennung in Morsecode |
| 117,975 bis 137 MHz | Flugfunk, Sprechkanäle ab 118 MHz | AM, Kanalraster 8,33 kHz | 121,5 MHz Notfrequenz, 123,1 MHz Hilfsfrequenz |
| 137 bis 138 MHz | Wettersatelliten, Satellitenmobilfunk, Weltraumforschung | APT, LRPT | Meteor-M-Bilder mit dem SDR empfangbar, NOAA-APT seit 2025 abgeschaltet |
| 138 bis 144 MHz | Militär | diverse | |
| 144 bis 146 MHz | Amateurfunk (2-m-Band), auch über Satelliten | FM, SSB, CW, DMR, D-STAR, C4FM, FT8 | primär, alle Klassen N, E und A |
| 146 bis 156 MHz | Betriebsfunk, Eisenbahn, Satellitenverbindungen, Freenet bei 149 MHz | FM, DMR | Freenet ist der einzige anmeldefreie Sprechfunk im VHF-Bereich |
| 156 bis 162,05 MHz | Seefunk und Binnenschifffahrtsfunk | FM, 25-kHz-Kanäle, DSC, AIS | Kanal 16 bei 156,800 MHz, Kanal 70 bei 156,525 MHz (DSC), AIS bei 161,975 und 162,025 MHz |
| 162,05 bis 174 MHz | Betriebsfunk, Eisenbahn, BOS (2-m-Band in vier Teilbereichen), Hörhilfen bei 169 MHz | FM, DMR | |
| 174 bis 230 MHz | DAB+ (Band III) | OFDM, Blöcke 5A bis 12D zu je 1,536 MHz | früher analoges Fernsehen |
| 230 bis 300 MHz | Militär, darunter 243 MHz Such- und Rettungsfunk | AM, diverse | darunter der Flugfunk der Streitkräfte |
Quelle: Frequenzplan der Bundesnetzagentur, Stand August 2026, Einträge 185 bis 227. Die Tabelle nennt die Hauptnutzung je Bereich, innerhalb der Bereiche gibt es weitere Teilzuweisungen.
Welche VHF-Frequenzen darf man nutzen?
Dass eine Frequenz im VHF-Bereich liegt, sagt nichts darüber, ob du dort senden darfst. Vier Fälle sind zu unterscheiden:
- Empfangen: Rundfunk und Amateurfunk darf jeder hören, dafür sind sie da. Flugfunk, Seefunk, Betriebs- und BOS-Funk sind nicht für die Allgemeinheit bestimmt: Nach § 5 TDDDG dürfen mit einer Funkanlage nur Nachrichten abgehört werden, die für den Betreiber, für Funkamateure, für die Allgemeinheit oder für einen unbestimmten Personenkreis bestimmt sind. Was man trotzdem zufällig mitbekommt, darf man niemandem mitteilen. Details stehen im Artikel zum Funkscanner.
- Amateurfunk: Mit einem Amateurfunkzeugnis darfst du auf 144 bis 146 MHz senden, mit Klasse A zusätzlich auf 50 bis 52 MHz. Die Leistungen regelt die Amateurfunkverordnung (siehe unten).
- Flug- und Seefunk: Senden nur mit dem jeweiligen Funkzeugnis (BZF oder AZF beziehungsweise SRC, LRC oder UBI) und von einer zugelassenen Funkstelle aus. Die Artikel zum Flugfunk und zum Seefunk erklären die Zeugnisse.
- Betriebsfunk und BOS: Frequenzzuteilung an Unternehmen und Behörden, für Privatpersonen nicht erreichbar.
- Freenet: Die einzige Ausnahme ohne Zeugnis und Anmeldung. Sechs 12,5-kHz-Kanäle zwischen 149,025 und 149,1125 MHz für analogen und digitalen Betrieb, dazu zwölf 6,25-kHz-Kanäle nur für digitalen Betrieb, 1 W ERP, nur mit Handfunkgeräten, Allgemeinzuteilung bis zum 30. September 2035. Mehr dazu im Artikel zu Freenet.
Für Funkamateure legt die Anlage 1 der Amateurfunkverordnung fest, wer im VHF-Bereich wie viel Leistung fahren darf:
| Band | Status | Klasse A | Klasse E | Klasse N | Auflagen |
|---|---|---|---|---|---|
| 50 bis 50,4 MHz | sekundär | 750 W PEP | kein Zugang | kein Zugang | nur horizontale Polarisation, nur ortsfest, 12 kHz Bandbreite, kein Schutz vor Rundfunk und Windprofilradar |
| 50,4 bis 52 MHz | sekundär | 25 W PEP | kein Zugang | kein Zugang | wie oben |
| 144 bis 146 MHz | primär | 750 W PEP | 75 W PEP | 6,1 W ERP | 40 kHz Bandbreite, auch Amateurfunk über Satelliten |
Die 6,1 W ERP der Klasse N entsprechen 10 W EIRP, dem Wert, den der Fragenkatalog abfragt. Ein 4-m-Band bei 70 MHz, das die IARU-Bandpläne für andere Länder führen, gibt es in Deutschland nicht: Der Bereich ist hier Militär, Eisenbahn und Betriebsfunk zugewiesen.
Wie funktioniert VHF-Funk?
Wie breiten sich VHF-Funkwellen aus?
Eine Funkwelle ist eine elektromagnetische Welle, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet. Was sie unterwegs mit Hindernissen, Gelände und Atmosphäre anstellt, hängt stark von ihrer Wellenlänge ab, und hier liegt der entscheidende Unterschied zur Kurzwelle. Kurzwellen mit 10 bis 100 Metern Wellenlänge werden von der Ionosphäre zur Erde zurückgebrochen und laufen so in Sprüngen um den Globus. Für Meterwellen ist die Ionosphäre im Normalfall durchsichtig: Ein 2-m-Signal verlässt die Erde und kommt nicht zurück. Das ist der Grund, warum Satellitenfunk und Verbindungen zur ISS auf 2 m funktionieren. Die Ausnahmen, bei denen die Ionosphäre doch mitspielt, Sporadic-E, Aurora und Meteorscatter, kommen weiter unten.
Übrig bleibt die quasioptische Ausbreitung: Die Welle läuft geradeaus von Antenne zu Antenne, wird an Hauswänden, Hängen und Fahrzeugen reflektiert, biegt an Bergkanten und Dachkanten ein Stück um die Ecke und wird von Vegetation gedämpft. Weil die Erde gekrümmt ist, verschwindet die Gegenstation irgendwann hinter dem Horizont. Ganz so streng wie beim Licht ist es nicht: Die Luftdichte nimmt mit der Höhe ab, dadurch werden die Wellen leicht zur Erde hin gebrochen und folgen der Krümmung ein Stück weit. Der Funkhorizont liegt deshalb rund 15 % weiter als der optische. Rechnerisch benutzt man dafür einen vergrößerten Erdradius, das 4/3-Fache des echten.

Wo der Funkhorizont liegt, hängt nur von den Antennenhöhen ab, nicht von der Sendeleistung. Ob die Verbindung bis dorthin auch trägt, entscheiden danach Leistung, Antennen, Kabel und Empfänger:
$$d\,[\text{km}] \approx 4{,}12 \cdot \left(\sqrt{h_1\,[\text{m}]} + \sqrt{h_2\,[\text{m}]}\right)$$
Dabei sind $h_1$ und $h_2$ die Höhen der beiden Antennen über dem umgebenden Gelände. Ohne die Brechung in der Atmosphäre stünde dort 3,57 statt 4,12. Die Formel gilt für ebenes Gelände und normale Wetterlage, ein Berg in der Sichtlinie macht sie wertlos, ein Berg unter der eigenen Antenne verlängert sie dramatisch.
Manchmal reicht VHF viel weiter, als der Horizont erlaubt. Dann ist eine von mehreren Überreichweiten im Spiel, und Funkamateure warten regelrecht darauf:
| Mechanismus | Was passiert | Typische Entfernung | Wann |
|---|---|---|---|
| Troposphärische Überreichweite (Tropo) | Eine Inversionsschicht (warme Luft über kalter) führt die Welle wie in einem Kanal entlang | 800 bis 1.000 km, in Ausnahmen über 1.500 km | stabile Hochdrucklagen, Sommer und Herbst, oft an Küsten |
| Sporadic-E (Es) | Kurzlebige, stark ionisierte Wolken in rund 100 km Höhe brechen die Welle wie die Ionosphäre die Kurzwelle | 1.000 bis 2.000 km | Mai bis August, regelmäßig auf 6 m, auf 2 m nur wenige Male im Jahr |
| Meteorscatter | Reflexion an der Ionisationsspur verglühender Meteore, Sekundenbruchteile bis Sekunden | bis über 2.000 km | ganzjährig, verstärkt in Meteorströmen |
| Aurora | Reflexion am Polarlicht, Signale klingen rau und verbrummt | mehrere hundert Kilometer, Antenne nach Norden | geomagnetische Stürme |
| EME (Erde-Mond-Erde) | Reflexion am Mond, Laufzeit rund 2,5 Sekunden | weltweit, solange beide den Mond sehen | Richtantennen, Leistung, schmalbandige Verfahren |
Die Rekorde zeigen, was Tropo kann: 2019 gelang die erste Verbindung über den Atlantik auf 144 MHz, von den Kapverden nach Guadeloupe über 3.867 km, 2020 meldete eine Station auf Curaçao fast 4.760 km. Für den Alltag auf 2 m ist das die Ausnahme, die Regel bleibt der Horizont.
Wie weit reicht VHF-Funk?
Eine einzelne Zahl gibt es nicht, weil die Frage falsch gestellt ist. Die Reichweite ergibt sich aus Antennenhöhe, Gelände, Antenne, Kabel, Leistung und Empfänger, und davon ist die Höhe der größte Hebel. Die Tabelle rechnet die Formel von oben für typische Situationen durch:
| Situation | Antennenhöhen | Funkhorizont | In der Praxis |
|---|---|---|---|
| Handfunkgerät zu Handfunkgerät | 1,5 m und 1,5 m | rund 10 km | im freien Gelände einige Kilometer, in der Stadt oft nur ein bis zwei, weil Gebäude dämpfen und die kurze Gummiantenne wenig abstrahlt |
| Auto zu Auto | 2 m und 2 m | rund 12 km | je nach Gelände, Dachantenne in der Mitte des Metalldachs ist der beste Platz |
| Dachantenne zu Dachantenne | 10 m und 10 m | rund 26 km | mit guter Antenne und freier Sicht auch deutlich weiter |
| Handfunkgerät zu Relais auf einem Berg | 1,5 m und 500 m | rund 97 km | deshalb stehen Relaisfunkstellen auf Bergen und Türmen |
| Flugzeug in Reiseflughöhe zur Bodenstation | 10.000 m und 10 m | rund 425 km | Flugfunk braucht deshalb nur wenige Watt für Hunderte Kilometer |
| Schiff zur Küstenfunkstelle | 5 m und 50 m | rund 38 km | Seefunk reicht entlang des Horizonts, nicht darüber hinaus |
Warum hilft Höhe mehr als Leistung? Die Sendeleistung verbessert das Signal nur dort, wo überhaupt ein Weg existiert. Hinter dem Horizont oder hinter einem Berg fehlt der Weg, und zehnmal so viel Leistung bringt 10 dB, die an einer Abschattung von 30 oder 40 dB nichts ändern. Ein höherer Standort schiebt dagegen den Horizont hinaus und räumt Hindernisse aus der Sichtlinie. Dazu kommt: Der Horizont jeder Antenne wächst mit der Wurzel ihrer Höhe, viermal so hoch verdoppelt ihren Anteil an der Strecke, und das ganz ohne zusätzlichen Strom.

Welche Modulationsarten gibt es bei VHF?
VHF legt nur die Frequenz fest, nicht, wie die Information auf den Träger kommt. Im Band findet sich fast alles, was die Funktechnik kennt:
- FM (Frequenzmodulation) für den UKW-Rundfunk mit 75 kHz Hub, für Seefunk, Betriebsfunk und den Sprechfunk über Amateurfunkrelais mit schmalem Hub von 2,5 kHz im 12,5-kHz-Raster.
- AM (Amplitudenmodulation) im zivilen Flugfunk. Das wirkt altmodisch, hat aber einen Grund: Senden zwei Stationen gleichzeitig, hört der Lotse bei AM eine Überlagerung mit Pfeifton. Verstehen kann er dann oft beide nicht, aber er merkt, dass zwei gesendet haben, und fragt nach. Bei FM würde das stärkere Signal das schwächere einfach verdrängen (Capture-Effekt), und der zweite Anruf bliebe unbemerkt.
- SSB und CW im Amateurfunk zwischen 144,150 und 144,400 MHz für Weitverbindungen mit schwachen Signalen, der SSB-Anruf liegt bei 144,300 MHz.
- Digitale Sprache: DMR, D-STAR und C4FM im Amateurfunk, DMR und TETRA im Betriebs- und Behördenfunk.
- Digitale Daten: FT8 und MSK144 für schwache Signale und Meteorscatter, APRS bei 144,800 MHz, AIS auf See mit GMSK, DAB+ im Rundfunk mit OFDM, das Mehrwegeempfang gut verträgt.
Prüfungsfragen zum VHF-Bereich
Der Fragenkatalog der Bundesnetzagentur fragt genau das ab, was dieser Abschnitt erklärt: die Bezeichnung des Bereichs, den Funkhorizont, die Rolle der Antennenhöhe und die Überreichweiten. Sechs Fragen aus den Klassen N und E zum Ausprobieren.
Sechs Prüfungsfragen zu VHF, Funkhorizont und Überreichweiten
Fragetext stammt aus dem offiziellen BNetzA-Fragenkatalog. Die Reihenfolge der Antworten wird bei jedem Aufruf neu gemischt und weicht deshalb vom Katalog ab. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.
BC102 Wie wird der Frequenzbereich bezeichnet, in dem sich das 2 m-Band befindet?
- Very High Frequency (VHF) oder Ultrakurzwelle (UKW)
- Ultra High Frequency (UHF) oder Dezimeterwelle
- High Frequency (HF), Short Wave (SW) oder Kurzwelle (KW)
- Medium Frequency (MF) oder Mittelwelle (MW)
NH301 Wie weit etwa reicht der Funkhorizont im UKW-Bereich über den geografischen Horizont hinaus? Er reicht etwa ...
- 15 % weiter.
- doppelt so weit.
- halb so weit.
- bis zu viermal so weit.
NH302 Wie wirkt sich die Antennenhöhe auf die Reichweite einer UKW-Verbindung aus? Die Reichweite steigt mit zunehmender Antennenhöhe, weil ...
- die quasi-optische Sichtweite zunimmt.
- sie näher an der Ionosphäre ist.
- dadurch steiler abgestrahlt werden kann.
- in höheren Luftschichten die Temperatur sinkt.
NH304 Welcher Effekt ist normalerweise für die Ausbreitung eines VHF-Signals über 800 bis 1 000 km verantwortlich?
- Troposphärische Inversionsbildung
- Reflexion an der Mondoberfläche
- Bodenwellenausbreitung
- Atmosphärische Absorption
NH306 Ein Funkamateur sagt, dass auf dem 2 m-Band "Sporadic-E-Bedingungen" herrschen. Er meint damit, dass derzeit ...
- Stationen aus Entfernungen von 1000 bis 2000 km zu hören sind, die über Refraktion (Brechung) in der sporadischen E-Region empfangen werden.
- Stationen aus Nordamerika zu hören sind, die über Refraktion (Brechung) an energiereichen leuchtenden Nachtwolken (NLCs) empfangen werden.
- Stationen aus Nordamerika zu hören sind, die über Reflexion an Ionisationserscheinungen des Polarkreises empfangen werden.
- Stationen aus Entfernungen von 1000 bis 2000 km zu hören sind, die über Reflexion an Ionisationserscheinungen des Polarkreises empfangen werden.
BC205 Welche Frequenz empfiehlt der IARU-Bandplan für einen allgemeinen Anruf mit analoger FM-Telefonie im 2 m-Band?
- 145,500 MHz
- 144,050 MHz
- 144,800 MHz
- 145,800 MHz
Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur (Klassen N und E). Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.
VHF oder UHF: Was ist der Unterschied?
Kurz gesagt: VHF ist 30 bis 300 MHz, UHF 300 MHz bis 3 GHz. Beide breiten sich quasioptisch aus, beide hängen am Funkhorizont. UHF hat kürzere Wellen, also kleinere Antennen, und mehr Platz für breitbandige Dienste. VHF hat bei gleicher Antennenbauform die größere wirksame Antennenfläche und beugt sich etwas besser um Geländekanten. Welches "besser" ist, entscheidet der Einsatz, nicht das Band.
VHF und UHF im direkten Vergleich
| VHF | UHF | |
|---|---|---|
| Bedeutung | Very High Frequency, Meterwellen | Ultra High Frequency, Dezimeterwellen |
| Frequenz | 30 bis 300 MHz | 300 MHz bis 3 GHz |
| Wellenlänge | 10 m bis 1 m | 1 m bis 10 cm |
| Typische Anwendungen | UKW-Rundfunk, DAB+, Flugfunk, Seefunk, BOS 4 m und 2 m, Amateurfunk 6 m und 2 m | Mobilfunk, WLAN, Bluetooth, DVB-T2, TETRA, PMR446, Amateurfunk 70 cm und 23 cm, GPS |
| Antennengröße | λ/4 bei 145 MHz: 52 cm | λ/4 bei 435 MHz: 17 cm |
| Freiraumdämpfung | bei 10 km und 145 MHz: 95,7 dB | bei 10 km und 435 MHz: 105,2 dB, also 9,5 dB mehr |
| Hindernisse | beugt sich etwas besser um Kanten, Vegetation dämpft weniger | findet in der Stadt leichter einen Weg über Reflexionen, mehr Dämpfung im Wald |
| Reichweite bei gleicher Höhe | derselbe Funkhorizont | derselbe Funkhorizont |
Hat VHF oder UHF die größere Reichweite?
Die 9,5 dB mehr Freiraumdämpfung bei UHF sehen nach einer klaren Antwort aus, täuschen aber. Die Freiraumdämpfung ist so definiert, dass beide Seiten mit isotropen Antennen rechnen, und deren wirksame Fläche schrumpft mit dem Quadrat der Wellenlänge. Genau daher kommen die 9,5 dB: nicht aus dem Raum, sondern aus der kleineren Antenne. Gleicher Gewinn in dBi heißt bei UHF also eine kleinere Antenne, gleiche Baugröße heißt mehr Gewinn. Baust du bei 435 MHz eine Antenne mit derselben physischen Fläche wie bei 145 MHz, hat sie 9,5 dB mehr Gewinn, und der Unterschied ist weg, sofern Wirkungsgrad, Polarisation und Kabel mithalten. Eine 70-cm-Yagi mit zehn Elementen ist nicht größer als eine 2-m-Yagi mit vier.
Bei Hindernissen wird es differenzierter. Die längere Welle beugt sich stärker um eine Kante, in Wald und Vegetation steigt die Dämpfung mit der Frequenz, dort hat VHF einen Vorteil. In Gebäuden gilt die beliebte Regel "UHF kommt besser durch Wände" nicht pauschal. Das Modell der ITU-R für die Gebäudeeindringdämpfung (P.2109) liefert für gewöhnliche Bausubstanz bei 145 und 435 MHz praktisch denselben Median:
| Gebäudetyp | 145 MHz | 435 MHz |
|---|---|---|
| traditionelle Bauweise | 14,1 dB | 13,9 dB |
| wärmegedämmt, metallbedampftes Glas | 37,6 dB | 32,7 dB |
Modellwerte nach ITU-R P.2109-2, keine standortspezifischen Messwerte: Median der Eindringdämpfung bei horizontalem Einfall, eigene Rechnung mit den Koeffizienten der Empfehlung. Das Modell dient Verträglichkeitsstudien, die Streuung von Gebäude zu Gebäude beträgt 20 dB und mehr, also weit mehr als der Unterschied zwischen den Bändern. Für ein einzelnes Gebäude sagt es nichts voraus.
Dass UHF-Handfunkgeräte in der Stadt trotzdem oft besser abschneiden, hat andere Gründe: Die kurze Welle passt durch Fenster und Türöffnungen und findet über viele Reflexionen einen Weg, und die Antenne am Gerät ist bei UHF näher an einer vollen Viertelwelle als die 15-cm-Gummiwurst eines 2-m-Geräts an ihren 52 cm. Wer beides vergleichen will, muss also gleich gute Antennen voraussetzen, und dann bleibt von der Faustregel wenig übrig.
Ist VHF oder UHF besser für Funkgeräte?
- Betriebsfunk im Gelände, Forst, Landwirtschaft, auf See: VHF. Weite Sicht, wenig Beton, die etwas bessere Beugung zahlt sich aus. Der UKW-Seefunk ist aus diesem Grund VHF.
- Betriebsfunk in Gebäuden, Hallen, Innenstädten: meist UHF. Kleine Antennen, viele Reflexionswege, und im ITU-Modell bei stark gedämmten Gebäuden ein paar Dezibel weniger Eindringdämpfung. Einen allgemeingültigen Sieger gibt es in Gebäuden nicht, Baumaterial, Fenster und Antennen entscheiden im Einzelfall. Was UHF sonst auszeichnet, von PMR446 bis WLAN, steht im Artikel zu UHF.
- Amateurfunk: beides, die meisten Handfunkgeräte sind ohnehin Dualbander für 2 m und 70 cm. Relais gibt es auf beiden Bändern, SSB-Weitverkehr und Sporadic-E spielen auf 2 m und 6 m.
- Ohne Zeugnis: UHF mit PMR446 (europaweit) oder VHF mit Freenet (nur Deutschland). Technisch nehmen sich beide wenig, PMR446 hat die größere Geräteauswahl.
Wo wird VHF eingesetzt?
VHF im Amateurfunk
Funkamateure haben im VHF-Bereich zwei Bänder. Das 2-m-Band von 144 bis 146 MHz ist das Einsteigerband schlechthin: Jede Klasse darf es nutzen, Handfunkgeräte kosten ab 30 Euro, und über das Relais auf dem nächsten Berg erreicht man mit 5 W das ganze Umland. Der Bandplan der IARU teilt es nach Betriebsarten auf. CW und EME liegen am unteren Rand, SSB zwischen 144,150 und 144,400 MHz mit dem Anruf bei 144,300 MHz. Baken senden bei 144,400 bis 144,490 MHz, APRS bei 144,800 MHz. FM-Simplex liegt rund um den Anrufkanal 145,500 MHz, die Relaisausgaben zwischen 145,600 und 145,800 MHz mit 600 kHz Ablage zur Eingabe. Ganz oben, von 145,806 bis 146,000 MHz, gehört das Band den Satelliten.
Das 6-m-Band von 50 bis 52 MHz ist ein Grenzgänger: Im Sommer öffnet Sporadic-E das Band regelmäßig für Verbindungen quer durch Europa, in Jahren hoher Sonnenaktivität sogar über die F2-Schicht nach Übersee, und den Rest des Jahres verhält es sich wie ein gewöhnliches VHF-Band. In Deutschland ist es der Klasse A vorbehalten, sekundär, nur ortsfest und nur mit horizontaler Polarisation. Auf beiden Bändern laufen Conteste, bei denen Stationen mit großen Yagis auf Bergen antreten und Entfernungen von mehreren hundert Kilometern alltäglich sind.
VHF im Flugfunk
Der zivile Flugfunk belegt 117,975 bis 137 MHz, die Sprechkanäle beginnen bei 118 MHz. Gesendet wird in AM, in Europa seit 2018 im Kanalraster von 8,33 kHz, damit die 19 MHz für 2.280 statt 760 Kanäle reichen. Die Reichweite verdankt der Flugfunk der Höhe: Ein Flugzeug in 10 km Höhe sieht über 400 km weit, und so erreicht eine Bodenstelle mit wenigen Watt Flugzeuge in halb Deutschland. Die Notfrequenz 121,5 MHz wird von Fluglotsen und vielen Besatzungen dauerhaft mitgehört. Darunter, von 108 bis 117,975 MHz, senden ILS-Landekurssender und VOR-Drehfunkfeuer keine Sprache, sondern Navigationssignale mit einer Morsekennung. Welche Frequenzen deutsche Flughäfen nutzen und was man beim Mithören beachten muss, steht im Artikel zum Flugfunk.
VHF im Seefunk
Der UKW-Seefunk nutzt 156 bis 162 MHz in 25-kHz-Kanälen mit FM. Kanal 16 bei 156,800 MHz ist der internationale Not-, Sicherheits- und Anrufkanal, den jedes Schiff auf See mithört. Kanal 70 bei 156,525 MHz trägt keine Sprache, sondern den digitalen Selektivruf DSC: Ein Knopfdruck sendet Schiffsidentität, Position und Notart als Datentelegramm. Auf 161,975 und 162,025 MHz senden Schiffe ihre AIS-Positionsmeldungen, die jeder mit einem SDR mitschreiben kann. Weil VHF am Horizont endet, hängt die Reichweite an der Antennenhöhe: Vom Masttopp einer Yacht zur Küstenfunkstelle auf einem Hügel sind einige Dutzend Kilometer drin, zwischen zwei kleinen Booten deutlich weniger. Zum Senden braucht man ein Seefunkzeugnis (SRC, LRC oder UBI für die Binnenschifffahrt), Details im Artikel zum Seefunk.
VHF im Radio und Digitalradio
Der UKW-Rundfunk zwischen 87,5 und 108 MHz ist die bekannteste VHF-Anwendung überhaupt. Er sendet FM mit 75 kHz Hub, der Stereoton steckt in einem Hilfsträger bei 38 kHz, die Sendernamen und Verkehrsmeldungen im RDS-Signal bei 57 kHz. Deutschlands erster UKW-Sender ging am 28. Februar 1949 in München-Freimann in Betrieb, mit 250 W auf 90,1 MHz. Das Digitalradio DAB+ belegt Band III von 174 bis 230 MHz, das einmal dem analogen Fernsehen gehörte. Ein DAB+-Block ist 1,536 MHz breit und trägt ein ganzes Ensemble von Programmen, übertragen mit OFDM, das Reflexionen innerhalb seines Schutzintervalls nicht als Störung, sondern als zusätzliches Signal nutzt. Einen bundesweiten Termin für die UKW-Abschaltung gibt es nicht, einzelne Länder planen sie für die 2030er Jahre.
Betriebsfunk, Behörden, Satelliten
Zwischen den bekannten Blöcken ist der VHF-Bereich voll von Betriebsfunk: Taxi, Bahn, Werkschutz, Baustellen, meist FM oder DMR im 12,5-kHz-Raster. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste funkten analog im 4-m-Band um 75 bis 87 MHz und im 2-m-Band um 165 bis 174 MHz. Inzwischen läuft der Einsatzfunk fast überall digital über TETRA bei 380 bis 400 MHz, also im UHF-Bereich. Bei 137 MHz senden Wettersatelliten ihre Bilder zur Erde, die russischen Meteor-M-Satelliten in LRPT, empfangbar mit einem RTL-SDR und einer einfachen Antenne. Die amerikanischen NOAA-Satelliten mit dem klassischen APT-Signal sind seit 2025 außer Dienst, welche Satelliten gerade senden, prüft man vor dem Versuch. Und bei 149 MHz liegt Freenet, der deutsche Jedermannfunk im VHF-Bereich.
Welche Antennen eignen sich für VHF?
Wie lang muss eine VHF-Antenne sein?
Die Länge einer Antenne folgt aus der Wellenlänge. Die ergibt sich aus Lichtgeschwindigkeit und Frequenz:
$$\lambda = \frac{c}{f} = \frac{299\,792\,458\ \text{m/s}}{145 \cdot 10^6\ \text{Hz}} \approx 2{,}07\ \text{m}$$
Die meisten Antennen sind auf eine halbe oder eine viertel Wellenlänge abgestimmt. Für 145 MHz, die Mitte des 2-m-Bands:
Mit JavaScript rechnet hier ein kleiner Rechner Wellenlänge, λ/2 und λ/4 für jede Frequenz. Die Werte für die wichtigsten VHF-Frequenzen stehen in der Tabelle darunter.
| Frequenz | Wo | Wellenlänge λ | λ/2 | λ/4 |
|---|---|---|---|---|
| 50,1 MHz | 6-m-Band | 5,98 m | 2,99 m | 1,50 m |
| 100 MHz | UKW-Rundfunk | 3,00 m | 1,50 m | 0,75 m |
| 122,1 MHz | Flugfunk | 2,46 m | 1,23 m | 0,61 m |
| 145 MHz | 2-m-Band | 2,07 m | 1,03 m | 0,52 m |
| 156,8 MHz | Seefunk Kanal 16 | 1,91 m | 0,96 m | 0,48 m |
| 200 MHz | DAB+ Band III | 1,50 m | 0,75 m | 0,37 m |
Das sind Idealwerte für die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum. In einem echten Draht oder Stab läuft die Welle etwas langsamer, er wirkt dadurch länger, als er ist. Einfache resonante Draht- und Stabantennen baut man deshalb um einige Prozent kürzer, für verkürzte oder belastete Bauformen gilt kein fester Faktor. Der Fragenkatalog rechnet mit dem Verkürzungsfaktor 0,95, ein Halbwellendipol für 145 MHz ist damit 98 cm lang, je Schenkel 49 cm. Enden, Isolatoren, Umgebung und Rohrdurchmesser verschieben die Resonanz weiter, der letzte Zentimeter kommt vom SWR-Abgleich. Der Antennenlängen-Rechner nimmt den Verkürzungsfaktor und die Bauform gleich mit.
Welche VHF-Antennentypen gibt es?

| Bauform | Prinzip | Typischer Einsatz | Für 145 MHz |
|---|---|---|---|
| Halbwellendipol | zwei Schenkel von je λ/4, Speisung in der Mitte, Bezugsantenne für den Gewinn in dBd | Experimente, Messungen, horizontaler SSB-Betrieb | rund 1 m breit |
| Groundplane, Viertelwellenstrahler | senkrechter λ/4-Strahler, Radiale als Gegengewicht, Rundstrahler | Relais- und FM-Betrieb von zu Hause, einfachste Selbstbauantenne | 52 cm Strahler, Radiale ebenso lang |
| Vertikalantennen mit Gewinn | 5/8 λ oder mehrere gestockte Halbwellen in einem Rohr, flachere Abstrahlung | Feststation für FM und Relais, Dualband 2 m und 70 cm | 1,2 bis 3 m lang |
| Mobilantenne | λ/4 oder 5/8 λ auf dem Autodach, das Blech ist das Gegengewicht | Fahrzeug, bester Platz ist die Dachmitte | 50 cm bis 1,3 m |
| Yagi-Uda | Strahler plus Reflektor und Direktoren, Richtwirkung und Gewinn | Weitverkehr, Contest, EME, Satelliten | 3 Elemente auf gut einem halben Meter Tragrohr bis lange Yagis mit über 10 Elementen auf mehreren Metern |
| Gummiantenne am Handfunkgerät | gewendelter, stark verkürzter Strahler, der Körper ist das Gegengewicht | Kompromiss aus Baulänge und Wirkungsgrad | 15 bis 20 cm, mehrere dB schlechter als eine volle Viertelwelle |
Aufbau, Gewinn, Kabel und Anpassung dieser Bauformen behandelt der Artikel zur UKW-Antenne im Detail.
Vertikale oder horizontale Polarisation?

Die Polarisation einer Welle folgt der Lage der Sendeantenne: Ein senkrechter Stab strahlt vertikal, ein waagerechter Dipol horizontal. Empfangsantenne und Welle müssen zusammenpassen, sonst geht Signal verloren, bei um 90 Grad verdrehten Antennen in der Theorie alles, in der Praxis durch Reflexionen und Drehungen unterwegs meist deutlich zweistellige Dezibel. Im VHF-Bereich hat sich eine klare Aufteilung ergeben:
- Vertikal bei allem, was mobil und mit Rundstrahlern arbeitet: FM-Sprechfunk, Relais, Handfunkgeräte, Fahrzeuge, Seefunk, Flugfunk, Betriebsfunk. Der Grund ist praktisch, ein Stab am Gerät oder auf dem Dach steht nun einmal senkrecht.
- Horizontal bei SSB, CW und Weitverkehr im Amateurfunk, bei Contesten, EME und auf 6 m, wo die Verordnung in Deutschland ohnehin nur horizontale Polarisation zulässt. Richtantennen liegen dann flach auf dem Drehmast.
- Zirkular bei Satelliten, weil sich die Lage des Satelliten und die Polarisation seines Signals ständig ändern.
Wer mit einer horizontalen Yagi ein vertikales Relais ruft, kommt zwar durch, verschenkt aber einen Großteil seines Signals. Deshalb gibt es Kreuzyagis mit umschaltbarer Polarisation.
VHF empfangen: SDR, Scanner und Funkgeräte
Zum Hören braucht man kein Zeugnis, und der VHF-Bereich ist dafür ideal, weil fast alles darin laut und nah ist. Drei Gerätegattungen kommen in Frage:
- SDR-Empfänger am Computer: Ein RTL-SDR-Stick ab 30 Euro empfängt mit dem üblichen Tuner von 24 bis 1.766 MHz, also den gesamten VHF-Bereich, und zeigt 2,4 MHz Spektrum auf einmal. Nicht jeder SDR kann das: Ein KiwiSDR endet bei 30 MHz, er ist ein reiner Kurzwellenempfänger. Der Airspy HF+ Discovery deckt neben der Kurzwelle nur 64 bis 260 MHz ab. Vor dem Kauf also immer den Frequenzbereich prüfen.
- Funkscanner: Spezialisierte Empfänger, die Kanallisten in Sekundenschnelle absuchen und auf Aktivität stehen bleiben. Der Klassiker für Flugfunk und Seefunk, mehr im Artikel zum Funkscanner.
- Amateurfunk-Handfunkgeräte: Viele empfangen weit über die Amateurbänder hinaus, manche auch den Flugfunk in AM. Der Bereich ist geräteabhängig und steht im Datenblatt. Senden dürfen sie nur auf den Amateurbändern.
Die Antenne entscheidet, was ankommt. Eine Teleskopantenne auf Viertelwellenlänge ausgezogen (52 cm bei 145 MHz, 48 cm für Seefunk, 60 cm für Flugfunk) reicht für starke Signale im Umkreis. Für Wettersatelliten bei 137 MHz nimmt man einen V-Dipol mit zwei je 53 cm langen Schenkeln im Winkel von 120 Grad, für schwache Stationen eine Außenantenne mit Höhe. Die passende Software zeigt das Spektrum als Wasserfall: SDR++ und SDRangel laufen auf allen Systemen, GQRX auf Linux und Mac, SDR# auf Windows. Wer erst einmal ohne Hardware hineinhören will, findet im WebSDR-Verzeichnis Empfänger, die auch VHF-Bänder im Browser bieten, ein KiwiSDR gehört nicht dazu.
VHF mit RTL-SDR empfangen
Der einfachste Erfolg ist der nächste UKW-Sender, weil er nicht zu verfehlen ist:
- Stick anstecken, Teleskopantenne auf etwa 75 cm ausziehen (λ/4 bei 100 MHz), Software starten und den RTL-SDR als Quelle wählen.
- Frequenz des Senders eingeben, etwa 100,0 MHz, Demodulator auf WFM (Wideband FM) stellen. Mit NFM, dem Modus für Sprechfunk, klingt das Radio verzerrt und leise, weil der Hub 30-mal größer ist.
- Im Wasserfall erscheint der Sender als rund 200 kHz breites, helles Band. Links und rechts davon liegen die Nachbarsender im 100-kHz-Raster, dazwischen das Rauschen.
- Signalstärke lesen: Starke Sender bringen den Pegel an den Anschlag, dann die Verstärkung (Gain) herunterregeln, sonst tauchen Geistersignale an falschen Frequenzen auf. Ein Rauschteppich, der sich mit der Antenne nicht ändert, kommt meist aus dem eigenen Rechner oder dem USB-Kabel.
- Danach auf 118 bis 137 MHz wechseln, Modus AM, und den nächsten Flughafen suchen. Oder auf 145,500 MHz in NFM und hören, wer gerade im 2-m-Band ruft.
Die vollständige Einrichtung, Treiber und Software stehen in der RTL-SDR-Anleitung.
Fazit: Wann ist VHF die richtige Funktechnik?
VHF ist der Bereich von 30 bis 300 MHz, Rundfunk, Flugfunk, Seefunk, Behördenfunk und zwei Amateurbänder teilen ihn sich. Seine Physik ist die quasioptische Ausbreitung: Die Reichweite endet am Funkhorizont, und der wächst mit der Wurzel der Antennenhöhe, nicht mit der Sendeleistung. Wer weit kommen will, geht hoch, nicht laut. In Sommernächten und bei stabilen Hochdrucklagen schenken Sporadic-E und Tropo Entfernungen von 1.000 km und mehr. Gegenüber UHF bietet VHF die etwas bessere Beugung um Kanten und weniger Dämpfung im Grünen, UHF die kleineren Antennen und den besseren Weg durch die Stadt. Für offenes Gelände, See und Luft ist VHF die erste Wahl, für Gebäude und Innenstädte UHF, und Funkamateure nehmen am besten beides.
VHF ist das erste Band, auf dem Funkamateure senden
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Kostenlos mit dem Lernen beginnenHäufige Fragen zu VHF
Was bedeutet VHF?
VHF ist die Abkürzung für Very High Frequency und bezeichnet in der Einteilung der Internationalen Fernmeldeunion das Band 8 von 30 bis 300 MHz. Die deutsche Bezeichnung lautet Ultrakurzwelle oder Meterwellen, weil die Wellenlängen zwischen 10 m und 1 m liegen. VHF ist ein Frequenzbereich, keine Betriebsart und kein bestimmter Funkdienst.
Was ist der VHF-Frequenzbereich?
Der VHF-Bereich reicht von 30 bis 300 MHz. In Deutschland liegen darin unter anderem das 6-m-Amateurfunkband (50 bis 52 MHz), der UKW-Rundfunk (87,5 bis 108 MHz), der Flugfunk (117,975 bis 137 MHz), das 2-m-Amateurfunkband (144 bis 146 MHz), der Seefunk (156 bis 162 MHz) und DAB+ (174 bis 230 MHz). Die vollständige Zuweisung steht im Frequenzplan der Bundesnetzagentur.
Ist VHF dasselbe wie UKW?
Fachlich ja: Ultrakurzwelle ist der deutsche Name für den Bereich von 30 bis 300 MHz. Im Alltag meint "UKW" aber meist nur den UKW-Rundfunk zwischen 87,5 und 108 MHz, also einen kleinen Teil des Bands. Funkamateure zählen zum "UKW-Betrieb" oft auch das 70-cm-Band, das nach der ITU-Einteilung schon zu UHF gehört.
Was ist der Unterschied zwischen VHF und UHF?
VHF umfasst 30 bis 300 MHz mit Wellenlängen von 10 m bis 1 m, UHF 300 MHz bis 3 GHz mit 1 m bis 10 cm. Beide breiten sich quasioptisch aus und enden am Funkhorizont. UHF braucht kleinere Antennen und findet in der Stadt über Reflexionen leichter einen Weg, VHF beugt sich etwas besser um Geländekanten und wird von Vegetation weniger gedämpft. Bei gleich großen Antennen und sonst gleicher Station ist die Reichweite im Freien praktisch gleich.
Wie weit reicht VHF-Funk?
Bis zum Funkhorizont, und der hängt von den Antennenhöhen ab: Reichweite in km ist ungefähr 4,12 mal die Summe der Wurzeln beider Antennenhöhen in Metern. Zwei Handfunkgeräte kommen so auf rund 10 km im freien Gelände, zwei Dachantennen in 10 m Höhe auf 26 km, ein Handfunkgerät zu einem Relais auf einem 500 m hohen Berg auf fast 100 km. Bei Überreichweiten durch Tropo oder Sporadic-E sind 1.000 km und mehr möglich.
Welche Funkgeräte verwenden VHF?
Seefunkgeräte (156 bis 162 MHz), Flugfunkgeräte (118 bis 137 MHz), Betriebsfunkgeräte für 136 bis 174 MHz, analoge BOS-Geräte im 4-m- und 2-m-Band, Freenet-Handfunkgeräte bei 149 MHz und Amateurfunkgeräte für das 2-m- und 6-m-Band. Die meisten Amateurfunk-Handfunkgeräte sind Dualbander für 2 m (VHF) und 70 cm (UHF).
Welche Frequenz hat VHF-Seefunk?
Der UKW-Seefunk arbeitet zwischen 156 und 162 MHz in 25-kHz-Kanälen mit FM. Kanal 16 auf 156,800 MHz ist der internationale Not-, Sicherheits- und Anrufkanal, Kanal 70 auf 156,525 MHz der Datenkanal für den digitalen Selektivruf DSC. AIS-Positionsmeldungen senden Schiffe auf 161,975 und 162,025 MHz.
Welche Antenne benötigt man für VHF?
Für FM, Relais und Mobilbetrieb eine vertikale Antenne: Groundplane, Viertelwellenstrahler oder 5/8-λ-Vertikal, bei 145 MHz ist ein Viertelwellenstrahler rund 50 cm lang. Für SSB-Weitverkehr und Conteste eine horizontale Yagi. Für den Empfang reicht oft eine Teleskopantenne, auf Viertelwellenlänge der gewünschten Frequenz ausgezogen. Die Antennenlänge folgt aus der Wellenlänge: Lambda gleich Lichtgeschwindigkeit geteilt durch Frequenz, bei 145 MHz 2,07 m.
Kann man VHF mit einem SDR-Empfänger hören?
Ja, mit einem RTL-SDR-Stick ab etwa 30 Euro, dessen Tuner 24 bis 1.766 MHz abdeckt. Damit lassen sich UKW-Radio, Flugfunk, Seefunk, AIS, Wettersatelliten und das 2-m-Amateurfunkband empfangen. Nicht jeder SDR kann VHF: Ein KiwiSDR endet bei 30 MHz, der Airspy HF+ Discovery empfängt oberhalb der Kurzwelle nur 64 bis 260 MHz. Beim Mithören gilt § 5 TDDDG: Nur Rundfunk und Amateurfunk sind für die Allgemeinheit bestimmt.
Welche Modulation wird bei VHF verwendet?
Alle gängigen: FM im UKW-Rundfunk, Seefunk, Betriebsfunk und Amateurfunk-Sprechfunk, AM im zivilen Flugfunk, damit sich gleichzeitig sendende Stationen nicht gegenseitig verdrängen, SSB und CW im Amateurfunk für Weitverbindungen, dazu digitale Verfahren wie DMR, D-STAR, C4FM, FT8, AIS und OFDM bei DAB+. VHF legt nur den Frequenzbereich fest, nicht die Modulationsart.
