Ein Amateurfunk-Relais ist eine automatisch arbeitende Funkstation, die ein Signal auf einer Eingabefrequenz empfängt und auf einer anderen Frequenz wieder aussendet. Durch seinen meist hoch gelegenen Standort vergrößert es die nutzbare Reichweite von Hand- und Mobilfunkgeräten erheblich. Bei den verbreiteten deutschen Relais beträgt die Ablage auf 2 m 600 kHz und auf 70 cm 7,6 MHz. Welche Frequenz, Ablage und Zugangsart im Einzelfall gelten, steht im Relaisverzeichnis.

Was ist ein Amateurfunk-Relais?

Kurz gesagt: Eine Relaisfunkstelle nimmt deine Aussendung auf der Eingabefrequenz auf und gibt sie zeitgleich auf der Ausgabefrequenz wieder ab. Der Abstand zwischen beiden heißt Relaisablage. So erreichen selbst Handfunkgeräte Gegenstationen, die direkt längst nicht mehr zu hören wären.

Rechtlich ist der Begriff genau gefasst. Die Amateurfunkverordnung definiert in § 2 Nr. 5 eine Relaisfunkstelle als eine fernbediente oder automatisch arbeitende Amateurfunkstelle, die "empfangene Amateurfunk-Aussendungen, Teile davon oder sonstige eingespeiste oder eingespeicherte Inhalte fernausgelöst wieder aussendet oder weiterleitet" - und die "von jedem Funkamateur mit entsprechenden Frequenznutzungsrechten und mit den technischen Möglichkeiten zur Nachrichtenübermittlung genutzt werden kann".

💡 Nicht gemeint ist das elektromechanische Relais, also ein elektrisch gesteuerter Schalter. Im Shack begegnet dir das als Sende-Empfangs-Relais im Transceiver und in der Endstufe, als Koaxialrelais für die Antennenumschaltung oder als Reedrelais in Steuerpfaden. Wenn im Amateurfunk vom "Relais" die Rede ist, geht es aber fast immer um den Umsetzer auf dem Berg.

Wie funktioniert ein Funkrelais?

Ein Relais arbeitet im Duplexbetrieb: Es empfängt und sendet zur selben Zeit. Der Signalweg sieht so aus:

SchrittWerWas passiert
1Station Asendet auf der Eingabefrequenz (Uplink)
2Relaisempfängt das Signal und schaltet den Sender frei
3Relaisgibt es gleichzeitig auf der Ausgabefrequenz aus (Downlink)
4Station Bhört die Ausgabe - genau wie alle anderen im Einzugsbereich

Das Kunststück dabei: Der kräftige eigene Sender darf den empfindlichen eigenen Empfänger nicht zustopfen. Dafür braucht es einen ausreichenden Frequenzabstand - die Frequenzablage - und eine saubere Trennung der Signalwege. Nutzt das Relais eine gemeinsame Antenne für Sender und Empfänger, übernimmt das eine Duplexweiche aus scharf abgestimmten Filtern. Bei getrennten Antennen sorgen Filterung, Entkopplung und räumlicher Abstand für dasselbe Ergebnis.

⚠️ Nur einer nach dem anderen: Treffen zwei FM-Signale gleichzeitig am Relaiseingang ein, kann sich bei deutlichem Pegelunterschied durch den FM-Capture-Effekt das stärkere durchsetzen. Bei ähnlich starken Signalen entstehen dagegen starke Störungen bis zur Unlesbarkeit - beide Stationen sind dann unverständlich. Deshalb vor dem Drücken der Taste immer kurz hineinhören.

Eingabefrequenz, Ausgabefrequenz und Relaisablage

Die Relaisablage (auch Shift oder Offset) ist der Abstand zwischen Ausgabe und Eingabe. Bei den in Deutschland besonders verbreiteten 2-m- und 70-cm-Relais mit 600 kHz beziehungsweise 7,6 MHz Ablage liegt die Eingabefrequenz unterhalb der Ausgabefrequenz - die Ablage ist also negativ. In anderen Bändern und bei anderen Kanalschemata kann das abweichen; im 70-cm-Band existiert daneben etwa ein Schema mit 1,6 MHz Ablage.

Viele moderne Transceiver wählen in den üblichen Relaisbereichen automatisch eine voreingestellte Ablage. Verlassen solltest du dich nicht darauf: Prüfe Eingabefrequenz, Richtung und Offset vor dem Senden anhand des Relaisverzeichnisses.

Typische Relaisfrequenzen in Deutschland

Die folgende Übersicht fasst gebräuchliche Kanalschemata für Sprachrelais zusammen. Sie ist keine vollständige Auflistung aller Relaisbereiche - der 70-cm-Bandplan etwa kennt mehrere Teilbereiche für analoge und digitale Betriebsarten. Die konkreten Frequenzen einer einzelnen Relaisfunkstelle ergeben sich aus ihrer Rufzeichenzuteilung.

BandRelaisausgabeRelaiseingabeAblage
10 m29,620-29,690 MHz29,520-29,590 MHz-100 kHz
6 m51,810-51,990 MHz51,210-51,390 MHz-600 kHz
2 m145,575-145,7875 MHz144,975-145,1875 MHz-600 kHz
70 cm438,550-439,4375 MHz430,950-431,8375 MHz-7,6 MHz
23 cm1298,025-1298,975 MHz1270,025-1270,700 MHz-28 MHz

Nach den Bandplänen des DARC-Referats VUS beziehungsweise dem IARU-Region-1-Bandplan für 10 m. Auf 10 m sind die acht gepaarten Kanäle RH1 (29,520/29,620 MHz) bis RH8 (29,590/29,690 MHz) angegeben; das ausgewiesene Ausgabesegment reicht bis 29,700 MHz. Bandpläne sind Betriebsempfehlungen, keine Frequenzzuteilungen.

💡 Wenn Quellen sich widersprechen: Für 23 cm nennt der DARC-Online-Lehrgang Betriebstechnik eine Ablage von 35 MHz. Der aktuelle 23-cm-Bandplan weist dagegen das Kanalschema mit 28 MHz aus. Die Lehrgangsangabe stammt aus der Zeit vor der Umstellung des Bandplans - im Zweifel gilt der Bandplan.

Das steht so im Fragenkatalog

Relaisbetrieb ist Prüfungsstoff im Teil "Betriebliche Kenntnisse", dazu kommen Fragen aus dem Vorschriftenteil. Beide Teile werden klassenübergreifend verwendet.

Prüfungsfragen zu Relaisfunkstellen

Sechs Prüfungsfragen zum Relaisbetrieb

Originalfragen aus dem Fragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage vom März 2024 (gültig ab 24. Juni 2024). Fragetext und Antworten sind wörtlich übernommen. Im offiziellen Katalog ist Antwort A immer die richtige; auf dieser Seite wird die Reihenfolge bei jedem Aufruf neu gemischt.

BE401 Was ist damit gemeint, wenn man sagt, die Relaisfunkstelle hat eine Eingabe- und eine Ausgabefrequenz?

  • Die Relaisfunkstelle empfängt auf der Eingabefrequenz und sendet auf der Ausgabefrequenz.
  • Die Relaisfunkstelle stellt bei starker Belegung der Eingabefrequenz eine zusätzliche Ausgabefrequenz zur Verfügung.
  • Die Relaisfunkstelle benutzt eine Eingabefrequenz zur Umsetzung des empfangenen Signals und die Ausgabefrequenz zur Fernsteuerung.
  • Die Relaisfunkstelle muss auf der Ausgabefrequenz mit einem Tonruf geöffnet werden, bevor sie auf der Eingabefrequenz in Betrieb gehen kann.

BE402 Bei deutschen 2 m-Relaisfunkstellen liegt die Eingabefrequenz üblicherweise ...

  • 600 kHz niedriger als die Ausgabefrequenz.
  • 600 kHz höher als die Ausgabefrequenz.
  • 7,6 MHz niedriger als die Ausgabefrequenz.
  • 7,6 MHz höher die Ausgabefrequenz.

BE403 Bei deutschen 70 cm-Relaisfunkstellen liegt die Eingabefrequenz üblicherweise ...

  • 7,6 MHz niedriger als die Ausgabefrequenz.
  • 600 kHz höher als die Ausgabefrequenz.
  • 600 kHz niedriger als die Ausgabefrequenz.
  • 7,6 MHz höher als die Ausgabefrequenz.

NE310 Wie sind zwei FM-Stationen auf der Relaisausgabe zu hören, wenn sie gleich stark und gleichzeitig auf der Relaiseingabe empfangen werden?

  • Sie stören sich gegenseitig bis zur Unlesbarkeit.
  • Sie stören sich nicht, jede Station ist mit halber Lautstärke zu hören.
  • Sie sind auf der Ausgabe abwechselnd zu empfangen.
  • Es ist nur die Station zu hören, die zuerst mit der Sendung begonnen hat.

BE408 Wie wird eine Funkverbindung beurteilt, wenn über eine Relaisfunkstelle gearbeitet wird?

  • Es wird nur die Lesbarkeit "R" beurteilt, weil sich die Signalstärke "S" auf die Relaisfunkstelle bezieht.
  • Es werden die Lesbarkeit "R" und die Signalstärke "S" beurteilt, weil das zu einem vollständigen Rapport dazugehört.
  • Es wird nur die Signalstärke "S" beurteilt, weil die Lesbarkeit "R" bei einem Relais immer gleich gut ist.
  • Es werden nur verbale Aussagen gemacht, da die exakte Einschätzung bei Betrieb über eine Relaisfunkstelle nicht möglich ist.

VD503 Wie hoch ist die maximal zulässige Strahlungsleistung einer Relaisfunkstelle oberhalb 30 MHz?

  • 50 W ERP
  • 750 W PEP für Klasse A, 75 W PEP für Klasse E und 10 W PEP für Klasse N
  • 100 W PEP
  • 150 W ERP

Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur. Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.

Relaisbetrieb und Betriebstechnik sind Pflichtstoff für alle Klassen. Auf 12db.de übst du die echten Katalogfragen kostenlos, mit gespeichertem Fortschritt.
Prüfungsvorbereitung starten

Wie öffnet man ein Relais?

Die meisten analogen Sprachrelais senden nicht dauerhaft. Sie werden durch ein empfangenes Signal aktiviert - meist zusammen mit einem zusätzlichen Zugangsmerkmal, damit nicht jede Störung das Relais auftastet. Drei Verfahren sind gebräuchlich.

1750-Hz-Tonruf

Ein kurzer Tonstoß zu Beginn der Aussendung, im Englischen "Burst" genannt. Der DARC-Lehrgang führt das weiterhin als übliches Verfahren. In der Praxis verschiebt sich das Bild allerdings: Viele einzelne Relais sind auf CTCSS umgestiegen, teils zusätzlich zum Tonruf, teils ausschließlich. Eine verbindliche bundesweite Umstellung gibt es nicht - es entscheidet der jeweilige Betreiber.

CTCSS

Ein leiser Dauerton unterhalb des Sprachbereichs, der die ganze Aussendung über mitläuft und praktisch nicht hörbar ist. Gängige CTCSS-Frequenzen liegen zwischen 67,0 und 254,1 Hz; viele Geräte unterstützen 38 oder mehr standardisierte Töne. Welcher Ton für ein bestimmtes Relais gilt, steht im Relaisverzeichnis und muss im Funkgerät eingestellt werden.

DCS

Das digitale Gegenstück: Statt eines Tons überträgt das Funkgerät während der Aussendung fortlaufend eine niederfrequente, digital codierte Bitfolge. Das Relais öffnet nur, wenn der eingestellte Code erkannt wird.

Analoge und digitale Relais

FM

Die klassische und nach wie vor verbreitetste Betriebsart. Der Fragenkatalog fragt das ausdrücklich ab: Bei analogen VHF- und UHF-Relaisfunkstellen wird für Sprache üblicherweise FM verwendet. Nutzbar ist ein FM-Relais mit jedem Amateurfunkgerät, das Band, Kanalraster, Ablage und das geforderte Zugangsverfahren beherrscht. Ein beliebiges FM-Gerät genügt also nicht - und die Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst samt zugeteiltem Rufzeichen ist ohnehin Voraussetzung.

DMR

Digital Mobile Radio, ein ETSI-Standard aus dem Betriebsfunk. Auf einem 12,5-kHz-Kanal stehen zwei Zeitschlitze zur Verfügung, gesprochen wird in Gesprächsgruppen (Talkgroups). Klassische DMR-Sprechfunkrelais im Amateurfunk arbeiten überwiegend nach DMR Tier II.

D-STAR

Entwickelt von der JARL; Icom war der erste Hersteller, der es umsetzte. D-STAR unterstützt unter anderem Rufzeichenrouting, bei dem die Zielstation über ihr Rufzeichen adressiert wird, sowie die Vernetzung über Gateways und Reflektoren.

C4FM und System Fusion

Yaesus System mit vierstufiger Frequenzumtastung. Viele System-Fusion-Geräte und -Relais unterstützen Automatic Mode Select und können je nach Konfiguration zwischen analogem FM und C4FM unterscheiden. Die Vernetzung läuft über WIRES-X.

⚠️ Häufiges Missverständnis: Die Luftschnittstellen von DMR, D-STAR und C4FM sind untereinander nicht kompatibel. Das Funkgerät muss den jeweils verwendeten Standard unterstützen - einzelne Geräte, Hotspots oder Relais beherrschen allerdings mehrere Systeme. Vor dem Kauf lohnt der Blick ins Relaisverzeichnis, welches System im eigenen Umfeld überhaupt vertreten ist.

TETRA taucht in Übersichten gelegentlich neben diesen Systemen auf. Im deutschen Amateurfunk ist es aber eine Randerscheinung mit nur einer Handvoll Relais, meist Versuchsbetrieb einzelner Gruppen.

Vernetzung über das Internet

Viele Relais stehen nicht mehr allein. Über ein vernetztes Relais erreicht ein Handfunkgerät Teilnehmer in weit entfernten Regionen - die Fernstrecke läuft dabei größtenteils über das Internet beziehungsweise ein IP-basiertes Amateurfunknetz, nicht über Funk.

  • EchoLink verbindet Relais und Einzelstationen über das Internet. Jede Station bekommt eine Node-Nummer, die per DTMF gewählt wird. Vor der ersten Nutzung ist eine Validierung nötig: Man weist die eigene Amateurfunkzulassung nach.
  • SvxLink ist eine modulare, quelloffene Steuerungssoftware für Relaisfunkstellen unter Linux. Zu den bekannten Modulen gehört die EchoLink-Anbindung; welche weiteren Dienste eine Station bietet, hängt von der jeweiligen Installation ab.
  • DMR-Netze verbinden Relais über Gesprächsgruppen. BrandMeister gehört zu den weltweit größten und am weitesten verbreiteten DMR-Netzen; daneben existiert ein zweites Netz, das aus DMRplus hervorgegangen ist und heute unter IPSC2 weitergeführt wird.
  • C4FM nutzt WIRES-X mit sogenannten Rooms, D-STAR arbeitet mit Reflektoren - beides Gegenstücke zu den DMR-Talkgroups.

So führst du ein Relais-QSO

✅ Schritt für Schritt:
  1. Ausgabefrequenz einstellen, Ablage und gegebenenfalls CTCSS-Ton dazu
  2. Hineinhören, ob das Relais frei ist
  3. Aufrufen mit dem eigenen Rufzeichen, zum Beispiel "DL1ABC über DB0XY"
  4. Antwort abwarten - erst wenn der Träger abfällt oder der Bestätigungston kommt, ist der Durchgang zu Ende
  5. Kurze Durchgänge und dazwischen eine kleine Pause
  6. Rufzeichen buchstabieren, wenn es nicht sofort ankommt - mit der internationalen Buchstabiertafel, nicht mit selbst erfundenen Wörtern

Zur Pause zwischen den Durchgängen schreibt das DARC-Papier "Ethik und Betriebshinweise für den Funkamateur" wörtlich: Stationen sollten "vor dem Senden abwarten bis der Träger abfällt oder ein Piep ertönt, damit gleichzeitiges Sprechen (Doppeln) vermieden wird. Damit geben Sie zugleich anderen eine Chance, sich zu melden. Die kleine Pause setzt auch einen eventuell vorhandenen Sprechzeitbegrenzer zurück, so dass der Umsetzer während eines Durchgangs nicht 'abfällt'."

Warum die Durchgänge kurz sein sollen, fragt auch der Katalog ab: Damit vor allem Mobil- und Portabelstationen leichter zum Zug kommen. Wer im Auto unterwegs ist, verlässt den Einzugsbereich unter Umständen in wenigen Minuten.

Dasselbe Papier bewertet das anonyme Dazwischenfunken deutlich: Es sieht das Unterbrechen einer laufenden Verbindung ohne eigene Rufzeichennennung als unzulässige Störung an. Wer sich in ein QSO meldet, nennt also sein Rufzeichen. Und wo Direktbetrieb möglich ist, sollte er dem Relais vorgezogen werden - Kontakte zwischen zwei Feststationen über ein Relais sollten die Ausnahme bleiben.

⚠️ Der Rapport ist anders: In der Prüfung wird bei einem Relais-QSO nur die Lesbarkeit "R" beurteilt. Der Grund: Ein am eigenen Empfänger abgelesener S-Wert beschreibt, wie stark das Relais ankommt - nicht die Gegenstation. In der Praxis sind ergänzende verbale Angaben üblich, etwa "vollständig rauschfrei" oder "knapp über der Schwelle". Mehr zum RST-System im eigenen Artikel.

Wie weit reicht ein Relais?

Eine pauschale Kilometerzahl gibt es nicht - sie hängt vor allem an der Antennenhöhe. Auf UKW breiten sich die Wellen im Wesentlichen quasioptisch aus; der Funkhorizont liegt durch die Brechung in der Atmosphäre etwa 15 % weiter als der optische Horizont. Als Näherung gilt:

$d \approx 4{,}12 \cdot \sqrt{h}$

Dabei ist $d$ die Entfernung zum Funkhorizont in Kilometern und $h$ die wirksame Antennenhöhe über dem umliegenden Gelände in Metern. Für eine Verbindung zählen beide Seiten zusammen.

💡 Beispielrechnung: Relais mit 600 m wirksamer Höhe über dem Umland, Handfunkgerät in 2 m Höhe. Für das Relais ergibt die Formel rund 101 km, für das Handfunkgerät knapp 6 km - zusammen also grob 107 km. Das ist ein Modellwert unter Standardbedingungen, keine garantierte Reichweite: Die Formel setzt annähernd freie Sicht und normale atmosphärische Brechung voraus. Abschattung durch Berge und Bebauung, Antennengewinn, Empfängerempfindlichkeit, Kabelverluste und Störungen verändern das Ergebnis erheblich. Der DARC-Lehrgang nennt für UKW allgemein Entfernungen von etwa 10 bis 250 km.

Wichtig ist dabei die Höhe gegenüber dem umliegenden Gelände: Ein 600 m hoher Berg mitten im Mittelgebirge bietet eine ganz andere Horizontgeometrie als derselbe Berg über einer Ebene.

Weil die Höhe so entscheidend ist, stehen Relais auf Berggipfeln, Fernmeldetürmen, Hochhäusern und Sendemasten. Und deshalb fragt der Katalog auch nach der richtigen Antenne für den Relaisbetrieb: Wer möglichst viele Relais in der Umgebung erreichen will, nimmt einen Rundstrahler auf dem Dach - keine fest ausgerichtete Richtantenne.

Rechtliche Regeln für Relaisfunkstellen

Ein Relais ist keine gewöhnliche Amateurfunkstelle. Für den Betrieb gelten eigene Regeln:

ThemaRegelung
RufzeichenFür fernbediente oder automatisch arbeitende Stellen ist eine gesonderte Rufzeichenzuteilung nötig (§ 13 Abs. 1 AFuV). Voraus geht eine standortbezogene Verträglichkeitsuntersuchung.
RufzeichenblöckeNach dem jeweils gültigen Rufzeichenplan der Bundesnetzagentur werden Relaisfunkstellen und Funkbaken Rufzeichen aus dafür vorgesehenen Präfixbereichen zugeteilt, derzeit DB0, DM0 und DO0. Bestehende ältere Zuteilungen können davon abweichen.
LeistungAnlage 1 der AFuV begrenzt fernbediente und automatisch arbeitende terrestrische Amateurfunkstellen oberhalb von 30 MHz auf 50 Watt ERP. Für Linkstrecken oberhalb 1 GHz sind in besonders begründeten Fällen höhere Werte möglich.
NutzungDer Betrieb über fernbediente Amateurfunkstellen ist Funkamateuren mit zugeteiltem Rufzeichen zu gestatten. Der Rufzeicheninhaber darf einzelne Funkamateure ausschließen - aber nur, um den störungsfreien Betrieb sicherzustellen, und die Bundesnetzagentur ist davon zu unterrichten (§ 13 Abs. 4 AFuV).
💡 50 W ERP sind nicht 50 W Senderleistung. ERP ist die Antenneneingangsleistung multipliziert mit dem Antennengewinn gegenüber einem Halbwellendipol. Ein Relais mit einer gewinnbehafteten Rundstrahlantenne kommt deshalb schon mit deutlich weniger Senderleistung an die Grenze - Kabelverluste wirken in die Gegenrichtung. Mit EIRP, das sich auf den isotropen Strahler bezieht, darf man ERP nicht verwechseln.

Relais in der Nähe finden

QuelleWas drinsteht
relaislisten.darc.deUmfangreiche Datenbank für FM, DMR und D-STAR mit mehreren Tausend nationalen und internationalen Einträgen, darunter auch geplante und außer Betrieb genommene Stationen. Sie liegt auf einer DARC-Subdomain, wird aber privat von DL3EL gepflegt.
RepeaterbookInternationale, von der Community gepflegte Datenbank mit App-Anbindung

In beiden findest du je Relais die Ausgabefrequenz, die Ablage, den geforderten CTCSS-Ton, die Betriebsart und den Standort - also genau das, was du zum Programmieren brauchst.

Typische Fehler

Do's
  • Vor dem Senden hineinhören
  • Ablage, Richtung und CTCSS-Ton aus der Relaisliste übernehmen
  • Nach dem Träger-Abfall kurz warten, dann sprechen
  • Kurze Durchgänge, damit Mobilstationen einsteigen können
  • Rufzeichen nennen, auch beim Einstieg in ein laufendes QSO
Don'ts
  • Auf der Ausgabefrequenz senden statt auf der Eingabe
  • Sich blind auf die automatische Ablage des Geräts verlassen
  • Ohne oder mit falschem CTCSS-Ton rufen und dann rätseln
  • Minutenlange Monologe - der Sprechzeitbegrenzer schaltet ab
  • Zwei Feststationen belegen das Relais, obwohl Direktbetrieb ginge

Über ein Relais funken?

Schon die Einsteigerklasse N erlaubt Betrieb auf 2 m und 70 cm - genau den Bändern, auf denen die meisten Relais stehen. Die Prüfungsvorbereitung auf 12db.de ist kostenlos und arbeitet mit dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur.

Kostenlos mit dem Lernen beginnen

Häufige Fragen

Was ist ein Relais im Amateurfunk?

Eine automatisch arbeitende Funkstation, die empfangene Aussendungen auf einer anderen Frequenz sofort wieder ausstrahlt. Weil sie meist hoch steht, vergrößert sie die Reichweite kleiner Stationen erheblich. Die Amateurfunkverordnung nennt sie "Relaisfunkstelle" und definiert sie in § 2.

Wie funktioniert ein Funkrelais?

Im Duplexbetrieb: Es empfängt auf der Eingabefrequenz und sendet gleichzeitig auf der Ausgabefrequenz. Damit der eigene Sender den eigenen Empfänger nicht stört, braucht es Frequenzabstand und eine saubere Trennung der Signalwege - bei gemeinsamer Antenne durch eine Duplexweiche, sonst durch getrennte Antennen mit Filterung und Entkopplung.

Was ist eine Relaisablage?

Der Frequenzabstand zwischen Eingabe und Ausgabe eines Relais. Bei den üblichen deutschen 2-m-Relais beträgt sie 600 kHz, bei vielen 70-cm-Relais 7,6 MHz - die Eingabe liegt dabei jeweils unterhalb der Ausgabe. Richtung und Betrag können bei anderen Bändern oder Kanalschemata abweichen.

Wie öffnet man ein Amateurfunk-Relais?

Das hängt vom Relais ab. Häufig wird ein CTCSS-Subton verlangt; manche Relais akzeptieren zusätzlich oder ausschließlich einen 1750-Hz-Tonruf, andere nutzen DCS oder öffnen bereits auf einen Träger. Maßgeblich ist der Eintrag im Relaisverzeichnis.

Was ist der Unterschied zwischen Simplex und Relaisbetrieb?

Bei Simplex senden und empfangen beide Stationen auf derselben Frequenz und erreichen sich direkt. Beim Relaisbetrieb sendest du auf der Eingabefrequenz, hörst auf der Ausgabefrequenz, und das Relais setzt dazwischen um. Wo Direktbetrieb möglich ist, sollte man ihn bevorzugen.

Welche Frequenzen nutzen Amateurfunk-Relais?

Am häufigsten 2 m und 70 cm. Die Relaisausgaben liegen dort nach den DARC-Bandplänen bei 145,575 bis 145,7875 MHz beziehungsweise 438,550 bis 439,4375 MHz. Daneben gibt es Relaisbereiche auf 10 m, 6 m und 23 cm. Bandpläne sind Betriebsempfehlungen, keine Frequenzzuteilungen.

Was ist CTCSS?

Ein leiser Dauerton unterhalb des Sprachbereichs, der während der gesamten Aussendung mitgesendet wird und das Relais öffnet. Gängige Frequenzen liegen zwischen 67,0 und 254,1 Hz; viele Geräte unterstützen 38 oder mehr standardisierte Töne. Der passende Ton steht im Relaisverzeichnis.

Was ist der Unterschied zwischen analogen und digitalen Relais?

Analoge Relais arbeiten in FM. Digitale Relais übertragen die Sprache codiert - verbreitet sind DMR mit Zeitschlitzen und Talkgroups, D-STAR mit Rufzeichenrouting und C4FM von Yaesu. Die Luftschnittstellen sind untereinander nicht kompatibel; einzelne Geräte und Relais beherrschen aber mehrere Systeme.

Kann ich mit einem Handfunkgerät über ein Relais arbeiten?

Ja, das ist der Normalfall - genau dafür sind Relais gedacht. Je nach Standort, Gelände und Relaisabdeckung sind mit wenigen Watt Entfernungen von einigen Kilometern bis deutlich über 50 Kilometer möglich. Entscheidend ist neben dem Relaisstandort vor allem, wo du selbst stehst.

Wie viel Leistung darf eine Relaisfunkstelle abstrahlen?

Nach Anlage 1 der Amateurfunkverordnung oberhalb von 30 MHz höchstens 50 Watt ERP; für Linkstrecken oberhalb 1 GHz sind in begründeten Fällen höhere Werte zulässig. ERP ist nicht die Senderleistung, sondern die Antenneneingangsleistung mal Antennengewinn gegenüber einem Halbwellendipol.

Quellen:Amateurfunkverordnung (AFuV), § 2 · Amateurfunkverordnung (AFuV), § 13 · Amateurfunkverordnung (AFuV), Anlage 1 · Bundesnetzagentur: Rufzeichenplan. Auszug aus Vfg. 15/2025 · Bundesnetzagentur: Fragenkatalog für die Amateurfunkprüfung. 3. Auflage, März 2024 · IARU Region 1: Bandplan. Juni 2016 · ON4UN, ON4WW: Ethik und Betriebshinweise für den Funkamateur. IARU Region 1, Version 3 · DARC: Bandplan 2 m. August 2017 · DARC: Bandplan 70 cm. Mai 2025 · DARC: Bandplan 23 cm. November 2011 · DARC: Online-Lehrgang Betriebstechnik und Vorschriften, Kapitel 11 · 50ohm.de: Funkhorizont · BrandMeister: DMR-Netz · EchoLink: Validation · SvxLink: Relaissteuerung. Verbindlich sind allein Amateurfunkgesetz und Amateurfunkverordnung; Bandpläne sind Betriebsempfehlungen und keine Frequenzzuteilungen. Die Frequenzbereiche geben den Stand der oben verlinkten Bandplanausgaben wieder. Angaben zu CTCSS-Tönen entsprechen dem verbreiteten Betriebsfunk-Standard. Reichweitenangaben sind Modellwerte aus der Funkhorizont-Näherung unter Standardbedingungen. Prüfungsfragen wörtlich nach dem offiziellen BNetzA-Fragenkatalog. Stand und letzte fachliche Prüfung: August 2026.

×Vollbild