Ein Amateurfunk-Relais ist eine automatisch arbeitende Funkstation, die ein Signal auf einer Eingabefrequenz empfängt und auf einer anderen Frequenz wieder aussendet. Durch seinen meist hoch gelegenen Standort vergrößert es die nutzbare Reichweite von Hand- und Mobilfunkgeräten erheblich. Bei den verbreiteten deutschen Relais beträgt die Ablage auf 2 m 600 kHz und auf 70 cm 7,6 MHz. Welche Frequenz, Ablage und Zugangsart im Einzelfall gelten, steht im Relaisverzeichnis.
Was ist ein Amateurfunk-Relais?
Kurz gesagt: Eine Relaisfunkstelle nimmt deine Aussendung auf der Eingabefrequenz auf und gibt sie zeitgleich auf der Ausgabefrequenz wieder ab. Der Abstand zwischen beiden heißt Relaisablage. So erreichen selbst Handfunkgeräte Gegenstationen, die direkt längst nicht mehr zu hören wären.
Rechtlich ist der Begriff genau gefasst. Die Amateurfunkverordnung definiert in § 2 Nr. 5 eine Relaisfunkstelle als eine fernbediente oder automatisch arbeitende Amateurfunkstelle, die "empfangene Amateurfunk-Aussendungen, Teile davon oder sonstige eingespeiste oder eingespeicherte Inhalte fernausgelöst wieder aussendet oder weiterleitet" - und die "von jedem Funkamateur mit entsprechenden Frequenznutzungsrechten und mit den technischen Möglichkeiten zur Nachrichtenübermittlung genutzt werden kann".
Schnellzugriff
Wie funktioniert ein Funkrelais?
Ein Relais arbeitet im Duplexbetrieb: Es empfängt und sendet zur selben Zeit. Der Signalweg sieht so aus:
| Schritt | Wer | Was passiert |
|---|---|---|
| 1 | Station A | sendet auf der Eingabefrequenz (Uplink) |
| 2 | Relais | empfängt das Signal und schaltet den Sender frei |
| 3 | Relais | gibt es gleichzeitig auf der Ausgabefrequenz aus (Downlink) |
| 4 | Station B | hört die Ausgabe - genau wie alle anderen im Einzugsbereich |
Das Kunststück dabei: Der kräftige eigene Sender darf den empfindlichen eigenen Empfänger nicht zustopfen. Dafür braucht es einen ausreichenden Frequenzabstand - die Frequenzablage - und eine saubere Trennung der Signalwege. Nutzt das Relais eine gemeinsame Antenne für Sender und Empfänger, übernimmt das eine Duplexweiche aus scharf abgestimmten Filtern. Bei getrennten Antennen sorgen Filterung, Entkopplung und räumlicher Abstand für dasselbe Ergebnis.
Eingabefrequenz, Ausgabefrequenz und Relaisablage
Die Relaisablage (auch Shift oder Offset) ist der Abstand zwischen Ausgabe und Eingabe. Bei den in Deutschland besonders verbreiteten 2-m- und 70-cm-Relais mit 600 kHz beziehungsweise 7,6 MHz Ablage liegt die Eingabefrequenz unterhalb der Ausgabefrequenz - die Ablage ist also negativ. In anderen Bändern und bei anderen Kanalschemata kann das abweichen; im 70-cm-Band existiert daneben etwa ein Schema mit 1,6 MHz Ablage.
Viele moderne Transceiver wählen in den üblichen Relaisbereichen automatisch eine voreingestellte Ablage. Verlassen solltest du dich nicht darauf: Prüfe Eingabefrequenz, Richtung und Offset vor dem Senden anhand des Relaisverzeichnisses.
Typische Relaisfrequenzen in Deutschland
Die folgende Übersicht fasst gebräuchliche Kanalschemata für Sprachrelais zusammen. Sie ist keine vollständige Auflistung aller Relaisbereiche - der 70-cm-Bandplan etwa kennt mehrere Teilbereiche für analoge und digitale Betriebsarten. Die konkreten Frequenzen einer einzelnen Relaisfunkstelle ergeben sich aus ihrer Rufzeichenzuteilung.
| Band | Relaisausgabe | Relaiseingabe | Ablage |
|---|---|---|---|
| 10 m | 29,620-29,690 MHz | 29,520-29,590 MHz | -100 kHz |
| 6 m | 51,810-51,990 MHz | 51,210-51,390 MHz | -600 kHz |
| 2 m | 145,575-145,7875 MHz | 144,975-145,1875 MHz | -600 kHz |
| 70 cm | 438,550-439,4375 MHz | 430,950-431,8375 MHz | -7,6 MHz |
| 23 cm | 1298,025-1298,975 MHz | 1270,025-1270,700 MHz | -28 MHz |
Nach den Bandplänen des DARC-Referats VUS beziehungsweise dem IARU-Region-1-Bandplan für 10 m. Auf 10 m sind die acht gepaarten Kanäle RH1 (29,520/29,620 MHz) bis RH8 (29,590/29,690 MHz) angegeben; das ausgewiesene Ausgabesegment reicht bis 29,700 MHz. Bandpläne sind Betriebsempfehlungen, keine Frequenzzuteilungen.
Das steht so im Fragenkatalog
Relaisbetrieb ist Prüfungsstoff im Teil "Betriebliche Kenntnisse", dazu kommen Fragen aus dem Vorschriftenteil. Beide Teile werden klassenübergreifend verwendet.
Prüfungsfragen zu Relaisfunkstellen
Sechs Prüfungsfragen zum Relaisbetrieb
Originalfragen aus dem Fragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage vom März 2024 (gültig ab 24. Juni 2024). Fragetext und Antworten sind wörtlich übernommen. Im offiziellen Katalog ist Antwort A immer die richtige; auf dieser Seite wird die Reihenfolge bei jedem Aufruf neu gemischt.
BE401 Was ist damit gemeint, wenn man sagt, die Relaisfunkstelle hat eine Eingabe- und eine Ausgabefrequenz?
- Die Relaisfunkstelle empfängt auf der Eingabefrequenz und sendet auf der Ausgabefrequenz.
- Die Relaisfunkstelle stellt bei starker Belegung der Eingabefrequenz eine zusätzliche Ausgabefrequenz zur Verfügung.
- Die Relaisfunkstelle benutzt eine Eingabefrequenz zur Umsetzung des empfangenen Signals und die Ausgabefrequenz zur Fernsteuerung.
- Die Relaisfunkstelle muss auf der Ausgabefrequenz mit einem Tonruf geöffnet werden, bevor sie auf der Eingabefrequenz in Betrieb gehen kann.
BE402 Bei deutschen 2 m-Relaisfunkstellen liegt die Eingabefrequenz üblicherweise ...
- 600 kHz niedriger als die Ausgabefrequenz.
- 600 kHz höher als die Ausgabefrequenz.
- 7,6 MHz niedriger als die Ausgabefrequenz.
- 7,6 MHz höher die Ausgabefrequenz.
BE403 Bei deutschen 70 cm-Relaisfunkstellen liegt die Eingabefrequenz üblicherweise ...
- 7,6 MHz niedriger als die Ausgabefrequenz.
- 600 kHz höher als die Ausgabefrequenz.
- 600 kHz niedriger als die Ausgabefrequenz.
- 7,6 MHz höher als die Ausgabefrequenz.
NE310 Wie sind zwei FM-Stationen auf der Relaisausgabe zu hören, wenn sie gleich stark und gleichzeitig auf der Relaiseingabe empfangen werden?
- Sie stören sich gegenseitig bis zur Unlesbarkeit.
- Sie stören sich nicht, jede Station ist mit halber Lautstärke zu hören.
- Sie sind auf der Ausgabe abwechselnd zu empfangen.
- Es ist nur die Station zu hören, die zuerst mit der Sendung begonnen hat.
BE408 Wie wird eine Funkverbindung beurteilt, wenn über eine Relaisfunkstelle gearbeitet wird?
- Es wird nur die Lesbarkeit "R" beurteilt, weil sich die Signalstärke "S" auf die Relaisfunkstelle bezieht.
- Es werden die Lesbarkeit "R" und die Signalstärke "S" beurteilt, weil das zu einem vollständigen Rapport dazugehört.
- Es wird nur die Signalstärke "S" beurteilt, weil die Lesbarkeit "R" bei einem Relais immer gleich gut ist.
- Es werden nur verbale Aussagen gemacht, da die exakte Einschätzung bei Betrieb über eine Relaisfunkstelle nicht möglich ist.
VD503 Wie hoch ist die maximal zulässige Strahlungsleistung einer Relaisfunkstelle oberhalb 30 MHz?
- 50 W ERP
- 750 W PEP für Klasse A, 75 W PEP für Klasse E und 10 W PEP für Klasse N
- 100 W PEP
- 150 W ERP
Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur. Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.
Wie öffnet man ein Relais?
Die meisten analogen Sprachrelais senden nicht dauerhaft. Sie werden durch ein empfangenes Signal aktiviert - meist zusammen mit einem zusätzlichen Zugangsmerkmal, damit nicht jede Störung das Relais auftastet. Drei Verfahren sind gebräuchlich.
1750-Hz-Tonruf
Ein kurzer Tonstoß zu Beginn der Aussendung, im Englischen "Burst" genannt. Der DARC-Lehrgang führt das weiterhin als übliches Verfahren. In der Praxis verschiebt sich das Bild allerdings: Viele einzelne Relais sind auf CTCSS umgestiegen, teils zusätzlich zum Tonruf, teils ausschließlich. Eine verbindliche bundesweite Umstellung gibt es nicht - es entscheidet der jeweilige Betreiber.
CTCSS
Ein leiser Dauerton unterhalb des Sprachbereichs, der die ganze Aussendung über mitläuft und praktisch nicht hörbar ist. Gängige CTCSS-Frequenzen liegen zwischen 67,0 und 254,1 Hz; viele Geräte unterstützen 38 oder mehr standardisierte Töne. Welcher Ton für ein bestimmtes Relais gilt, steht im Relaisverzeichnis und muss im Funkgerät eingestellt werden.
DCS
Das digitale Gegenstück: Statt eines Tons überträgt das Funkgerät während der Aussendung fortlaufend eine niederfrequente, digital codierte Bitfolge. Das Relais öffnet nur, wenn der eingestellte Code erkannt wird.
Analoge und digitale Relais
FM
Die klassische und nach wie vor verbreitetste Betriebsart. Der Fragenkatalog fragt das ausdrücklich ab: Bei analogen VHF- und UHF-Relaisfunkstellen wird für Sprache üblicherweise FM verwendet. Nutzbar ist ein FM-Relais mit jedem Amateurfunkgerät, das Band, Kanalraster, Ablage und das geforderte Zugangsverfahren beherrscht. Ein beliebiges FM-Gerät genügt also nicht - und die Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst samt zugeteiltem Rufzeichen ist ohnehin Voraussetzung.
DMR
Digital Mobile Radio, ein ETSI-Standard aus dem Betriebsfunk. Auf einem 12,5-kHz-Kanal stehen zwei Zeitschlitze zur Verfügung, gesprochen wird in Gesprächsgruppen (Talkgroups). Klassische DMR-Sprechfunkrelais im Amateurfunk arbeiten überwiegend nach DMR Tier II.
D-STAR
Entwickelt von der JARL; Icom war der erste Hersteller, der es umsetzte. D-STAR unterstützt unter anderem Rufzeichenrouting, bei dem die Zielstation über ihr Rufzeichen adressiert wird, sowie die Vernetzung über Gateways und Reflektoren.
C4FM und System Fusion
Yaesus System mit vierstufiger Frequenzumtastung. Viele System-Fusion-Geräte und -Relais unterstützen Automatic Mode Select und können je nach Konfiguration zwischen analogem FM und C4FM unterscheiden. Die Vernetzung läuft über WIRES-X.
TETRA taucht in Übersichten gelegentlich neben diesen Systemen auf. Im deutschen Amateurfunk ist es aber eine Randerscheinung mit nur einer Handvoll Relais, meist Versuchsbetrieb einzelner Gruppen.
Vernetzung über das Internet
Viele Relais stehen nicht mehr allein. Über ein vernetztes Relais erreicht ein Handfunkgerät Teilnehmer in weit entfernten Regionen - die Fernstrecke läuft dabei größtenteils über das Internet beziehungsweise ein IP-basiertes Amateurfunknetz, nicht über Funk.
- EchoLink verbindet Relais und Einzelstationen über das Internet. Jede Station bekommt eine Node-Nummer, die per DTMF gewählt wird. Vor der ersten Nutzung ist eine Validierung nötig: Man weist die eigene Amateurfunkzulassung nach.
- SvxLink ist eine modulare, quelloffene Steuerungssoftware für Relaisfunkstellen unter Linux. Zu den bekannten Modulen gehört die EchoLink-Anbindung; welche weiteren Dienste eine Station bietet, hängt von der jeweiligen Installation ab.
- DMR-Netze verbinden Relais über Gesprächsgruppen. BrandMeister gehört zu den weltweit größten und am weitesten verbreiteten DMR-Netzen; daneben existiert ein zweites Netz, das aus DMRplus hervorgegangen ist und heute unter IPSC2 weitergeführt wird.
- C4FM nutzt WIRES-X mit sogenannten Rooms, D-STAR arbeitet mit Reflektoren - beides Gegenstücke zu den DMR-Talkgroups.
So führst du ein Relais-QSO
- Ausgabefrequenz einstellen, Ablage und gegebenenfalls CTCSS-Ton dazu
- Hineinhören, ob das Relais frei ist
- Aufrufen mit dem eigenen Rufzeichen, zum Beispiel "DL1ABC über DB0XY"
- Antwort abwarten - erst wenn der Träger abfällt oder der Bestätigungston kommt, ist der Durchgang zu Ende
- Kurze Durchgänge und dazwischen eine kleine Pause
- Rufzeichen buchstabieren, wenn es nicht sofort ankommt - mit der internationalen Buchstabiertafel, nicht mit selbst erfundenen Wörtern
Zur Pause zwischen den Durchgängen schreibt das DARC-Papier "Ethik und Betriebshinweise für den Funkamateur" wörtlich: Stationen sollten "vor dem Senden abwarten bis der Träger abfällt oder ein Piep ertönt, damit gleichzeitiges Sprechen (Doppeln) vermieden wird. Damit geben Sie zugleich anderen eine Chance, sich zu melden. Die kleine Pause setzt auch einen eventuell vorhandenen Sprechzeitbegrenzer zurück, so dass der Umsetzer während eines Durchgangs nicht 'abfällt'."
Warum die Durchgänge kurz sein sollen, fragt auch der Katalog ab: Damit vor allem Mobil- und Portabelstationen leichter zum Zug kommen. Wer im Auto unterwegs ist, verlässt den Einzugsbereich unter Umständen in wenigen Minuten.
Dasselbe Papier bewertet das anonyme Dazwischenfunken deutlich: Es sieht das Unterbrechen einer laufenden Verbindung ohne eigene Rufzeichennennung als unzulässige Störung an. Wer sich in ein QSO meldet, nennt also sein Rufzeichen. Und wo Direktbetrieb möglich ist, sollte er dem Relais vorgezogen werden - Kontakte zwischen zwei Feststationen über ein Relais sollten die Ausnahme bleiben.
Wie weit reicht ein Relais?
Eine pauschale Kilometerzahl gibt es nicht - sie hängt vor allem an der Antennenhöhe. Auf UKW breiten sich die Wellen im Wesentlichen quasioptisch aus; der Funkhorizont liegt durch die Brechung in der Atmosphäre etwa 15 % weiter als der optische Horizont. Als Näherung gilt:
$d \approx 4{,}12 \cdot \sqrt{h}$
Dabei ist $d$ die Entfernung zum Funkhorizont in Kilometern und $h$ die wirksame Antennenhöhe über dem umliegenden Gelände in Metern. Für eine Verbindung zählen beide Seiten zusammen.
Wichtig ist dabei die Höhe gegenüber dem umliegenden Gelände: Ein 600 m hoher Berg mitten im Mittelgebirge bietet eine ganz andere Horizontgeometrie als derselbe Berg über einer Ebene.
Weil die Höhe so entscheidend ist, stehen Relais auf Berggipfeln, Fernmeldetürmen, Hochhäusern und Sendemasten. Und deshalb fragt der Katalog auch nach der richtigen Antenne für den Relaisbetrieb: Wer möglichst viele Relais in der Umgebung erreichen will, nimmt einen Rundstrahler auf dem Dach - keine fest ausgerichtete Richtantenne.
Rechtliche Regeln für Relaisfunkstellen
Ein Relais ist keine gewöhnliche Amateurfunkstelle. Für den Betrieb gelten eigene Regeln:
| Thema | Regelung |
|---|---|
| Rufzeichen | Für fernbediente oder automatisch arbeitende Stellen ist eine gesonderte Rufzeichenzuteilung nötig (§ 13 Abs. 1 AFuV). Voraus geht eine standortbezogene Verträglichkeitsuntersuchung. |
| Rufzeichenblöcke | Nach dem jeweils gültigen Rufzeichenplan der Bundesnetzagentur werden Relaisfunkstellen und Funkbaken Rufzeichen aus dafür vorgesehenen Präfixbereichen zugeteilt, derzeit DB0, DM0 und DO0. Bestehende ältere Zuteilungen können davon abweichen. |
| Leistung | Anlage 1 der AFuV begrenzt fernbediente und automatisch arbeitende terrestrische Amateurfunkstellen oberhalb von 30 MHz auf 50 Watt ERP. Für Linkstrecken oberhalb 1 GHz sind in besonders begründeten Fällen höhere Werte möglich. |
| Nutzung | Der Betrieb über fernbediente Amateurfunkstellen ist Funkamateuren mit zugeteiltem Rufzeichen zu gestatten. Der Rufzeicheninhaber darf einzelne Funkamateure ausschließen - aber nur, um den störungsfreien Betrieb sicherzustellen, und die Bundesnetzagentur ist davon zu unterrichten (§ 13 Abs. 4 AFuV). |
Relais in der Nähe finden
| Quelle | Was drinsteht |
|---|---|
| relaislisten.darc.de | Umfangreiche Datenbank für FM, DMR und D-STAR mit mehreren Tausend nationalen und internationalen Einträgen, darunter auch geplante und außer Betrieb genommene Stationen. Sie liegt auf einer DARC-Subdomain, wird aber privat von DL3EL gepflegt. |
| Repeaterbook | Internationale, von der Community gepflegte Datenbank mit App-Anbindung |
In beiden findest du je Relais die Ausgabefrequenz, die Ablage, den geforderten CTCSS-Ton, die Betriebsart und den Standort - also genau das, was du zum Programmieren brauchst.
Typische Fehler
- Vor dem Senden hineinhören
- Ablage, Richtung und CTCSS-Ton aus der Relaisliste übernehmen
- Nach dem Träger-Abfall kurz warten, dann sprechen
- Kurze Durchgänge, damit Mobilstationen einsteigen können
- Rufzeichen nennen, auch beim Einstieg in ein laufendes QSO
- Auf der Ausgabefrequenz senden statt auf der Eingabe
- Sich blind auf die automatische Ablage des Geräts verlassen
- Ohne oder mit falschem CTCSS-Ton rufen und dann rätseln
- Minutenlange Monologe - der Sprechzeitbegrenzer schaltet ab
- Zwei Feststationen belegen das Relais, obwohl Direktbetrieb ginge
Über ein Relais funken?
Schon die Einsteigerklasse N erlaubt Betrieb auf 2 m und 70 cm - genau den Bändern, auf denen die meisten Relais stehen. Die Prüfungsvorbereitung auf 12db.de ist kostenlos und arbeitet mit dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur.
Kostenlos mit dem Lernen beginnenHäufige Fragen
Was ist ein Relais im Amateurfunk?
Eine automatisch arbeitende Funkstation, die empfangene Aussendungen auf einer anderen Frequenz sofort wieder ausstrahlt. Weil sie meist hoch steht, vergrößert sie die Reichweite kleiner Stationen erheblich. Die Amateurfunkverordnung nennt sie "Relaisfunkstelle" und definiert sie in § 2.
Wie funktioniert ein Funkrelais?
Im Duplexbetrieb: Es empfängt auf der Eingabefrequenz und sendet gleichzeitig auf der Ausgabefrequenz. Damit der eigene Sender den eigenen Empfänger nicht stört, braucht es Frequenzabstand und eine saubere Trennung der Signalwege - bei gemeinsamer Antenne durch eine Duplexweiche, sonst durch getrennte Antennen mit Filterung und Entkopplung.
Was ist eine Relaisablage?
Der Frequenzabstand zwischen Eingabe und Ausgabe eines Relais. Bei den üblichen deutschen 2-m-Relais beträgt sie 600 kHz, bei vielen 70-cm-Relais 7,6 MHz - die Eingabe liegt dabei jeweils unterhalb der Ausgabe. Richtung und Betrag können bei anderen Bändern oder Kanalschemata abweichen.
Wie öffnet man ein Amateurfunk-Relais?
Das hängt vom Relais ab. Häufig wird ein CTCSS-Subton verlangt; manche Relais akzeptieren zusätzlich oder ausschließlich einen 1750-Hz-Tonruf, andere nutzen DCS oder öffnen bereits auf einen Träger. Maßgeblich ist der Eintrag im Relaisverzeichnis.
Was ist der Unterschied zwischen Simplex und Relaisbetrieb?
Bei Simplex senden und empfangen beide Stationen auf derselben Frequenz und erreichen sich direkt. Beim Relaisbetrieb sendest du auf der Eingabefrequenz, hörst auf der Ausgabefrequenz, und das Relais setzt dazwischen um. Wo Direktbetrieb möglich ist, sollte man ihn bevorzugen.
Welche Frequenzen nutzen Amateurfunk-Relais?
Am häufigsten 2 m und 70 cm. Die Relaisausgaben liegen dort nach den DARC-Bandplänen bei 145,575 bis 145,7875 MHz beziehungsweise 438,550 bis 439,4375 MHz. Daneben gibt es Relaisbereiche auf 10 m, 6 m und 23 cm. Bandpläne sind Betriebsempfehlungen, keine Frequenzzuteilungen.
Was ist CTCSS?
Ein leiser Dauerton unterhalb des Sprachbereichs, der während der gesamten Aussendung mitgesendet wird und das Relais öffnet. Gängige Frequenzen liegen zwischen 67,0 und 254,1 Hz; viele Geräte unterstützen 38 oder mehr standardisierte Töne. Der passende Ton steht im Relaisverzeichnis.
Was ist der Unterschied zwischen analogen und digitalen Relais?
Analoge Relais arbeiten in FM. Digitale Relais übertragen die Sprache codiert - verbreitet sind DMR mit Zeitschlitzen und Talkgroups, D-STAR mit Rufzeichenrouting und C4FM von Yaesu. Die Luftschnittstellen sind untereinander nicht kompatibel; einzelne Geräte und Relais beherrschen aber mehrere Systeme.
Kann ich mit einem Handfunkgerät über ein Relais arbeiten?
Ja, das ist der Normalfall - genau dafür sind Relais gedacht. Je nach Standort, Gelände und Relaisabdeckung sind mit wenigen Watt Entfernungen von einigen Kilometern bis deutlich über 50 Kilometer möglich. Entscheidend ist neben dem Relaisstandort vor allem, wo du selbst stehst.
Wie viel Leistung darf eine Relaisfunkstelle abstrahlen?
Nach Anlage 1 der Amateurfunkverordnung oberhalb von 30 MHz höchstens 50 Watt ERP; für Linkstrecken oberhalb 1 GHz sind in begründeten Fällen höhere Werte zulässig. ERP ist nicht die Senderleistung, sondern die Antenneneingangsleistung mal Antennengewinn gegenüber einem Halbwellendipol.