Ob ein Band gerade brauchbare Ausbreitungsbedingungen bietet, hört man einem leisen Empfänger nicht an. Vielleicht ist der Funkweg zu - vielleicht ruft nur niemand. Genau diese Lücke schließen Funkbaken: automatische Sender an bekannten Standorten, die rund um die Uhr dasselbe Signal aussenden. Hörst du eine, ist auf dieser Frequenz gerade ein Funkweg von ihrem Standort zu deinem Empfänger nachweisbar.
Schnellzugriff
Was ist eine Funkbake?
Kurz gesagt: Eine Funkbake ist eine unbemannte Amateurfunkstation an einem bekannten Ort, die selbsttätig immer wieder dasselbe aussendet - typischerweise ihr Rufzeichen in Telegrafie, oft gefolgt von einem unmodulierten Träger. Terrestrische Baken arbeiten dabei üblicherweise von einem festen Standort; die Verordnung kennt daneben ausdrücklich Baken in Satelliten. Sie überträgt keine Nachrichten. Ihr einziger Zweck ist, gehört zu werden.
Der Begriff steht sogar im Verordnungstext. Die Amateurfunkverordnung definiert in § 2 Nr. 6:
Zwei Wörter darin sind der ganze Sinn der Sache: Feldstärkebeobachtung und Empfangsversuche. Eine Bake dient der Beobachtung von Funkwegen und Empfangsbedingungen - sie ist kein Gesprächspartner und liefert auch keine kalibrierte Messung.
Bake, Relais oder Funkfeuer?
Vier Dinge werden gern verwechselt, weil in allen vier Fällen automatisch etwas sendet:
| Was | Sendet | Zweck | Amateurfunk? |
|---|---|---|---|
| Funkbake | eigene, immer gleiche Kennung | Ausbreitung beobachten | ja |
| Relaisfunkstelle | sendet empfangene oder eingespeiste Aussendungen wieder aus | Aussendungen weiterleiten, Reichweite vergrößern | ja |
| Ungerichtetes Funkfeuer (NDB) | Kennung im Lang- und Mittelwellenbereich | Navigation in Luft- und Seefahrt | nein |
| Zeitzeichensender (z.B. DCF77) | Zeitcode auf 77,5 kHz | Uhrzeit verbreiten | nein |
Der Unterschied zwischen Bake und Relais steht ebenfalls in der AFuV: Die Relaisfunkstelle (§ 2 Nr. 5) sendet empfangene Aussendungen wieder aus und ist für jeden Funkamateur zum Sprechen da. Die Bake erzeugt eigene Signale und ist zum Hören da. Rechtlich gehören beide zur selben Gruppe - fernbediente oder automatisch arbeitende Amateurfunkstellen, die eine eigene Rufzeichenzuteilung brauchen -, sind darin aber getrennt definiert und erfüllen unterschiedliche Zwecke (dazu weiter unten mehr).
Was in einer Bakenaussendung steckt
Das VHF-Handbuch der IARU Region 1 (unten verlinkt) empfiehlt für koordinierte Baken einen bewusst schlichten Aufbau: Pflicht ist allein das Rufzeichen, mindestens einmal pro Minute und in gut lesbarer Telegrafie, nicht schneller als 60 Zeichen pro Minute. Dazu kommt ein Trägerabschnitt in der Größenordnung von 20 bis 30 Sekunden - der ist kein Leerlauf, sondern Absicht: An ihm prüfst du die Frequenz und misst die Signalstärke. Wie eine einzelne Bake tatsächlich sendet, hängt zusätzlich von Bandplan, Koordinierung und Bakenkonzept ab.
- Rufzeichen: die einzige Pflichtangabe, meist in Telegrafie
- Locator: häufig, aber nicht vorgeschrieben - damit rechnest du Entfernung und Richtung aus
- Träger: zum Frequenzabgleich und zur Feldstärkemessung
- Leistungsstufen: bei manchen Baken abgestuft, damit du siehst, wie viel Reserve der Funkweg hat
- Digitale Kennung: auf UKW und darüber verbreitet, meist PI4 vor der CW-Kennung
Seit den 2010er-Jahren hat sich für UKW-Baken das Verfahren PI4 verbreitet: Es überträgt die Kennung in gut 24 Sekunden auch dann noch, wenn im Lautsprecher nichts mehr zu hören ist. Danach folgt im selben Minutenzyklus die klassische CW-Kennung und der Träger. So bedient dieselbe Bake das Ohr und die Software.
Wozu Funkbaken gut sind
Der Klassiker ist der Ausbreitungscheck, aber eine Bake kann mehr:
| Anwendung | Was du davon hast |
|---|---|
| Bandöffnung erkennen | Bake hörbar = der Funkweg trägt gerade, ohne dass jemand CQ rufen muss |
| Richtung beurteilen | Mehrere Baken in verschiedenen Regionen zeigen, wohin das Band offen ist |
| Antennen vergleichen | Dieselbe Bake, zwei Antennen, direkt hintereinander gehört |
| Empfänger prüfen | Bekannte Frequenz und bekanntes Signal decken Empfindlichkeits- und Abstimmfehler auf |
| Frequenz kontrollieren | Der Träger einer stabilisierten Bake ist eine brauchbare Referenz für die eigene Anzeige |
| Langzeitbeobachtung | Wer regelmäßig mitschreibt, sieht Tages-, Jahres- und Sonnenzyklus im eigenen Log |
Auf welchen Frequenzen senden Funkbaken?
Baken stehen nicht irgendwo im Band, sondern in eigenen Segmenten. Auf Kurzwelle sind das schmale Fenster für das internationale Bakenprojekt, auf UKW und darüber jeweils ein zusammenhängender Bereich pro Band.
Kurzwelle
| Frequenzbereich | Band | Nutzung nach IARU-Region-1-Bandplan |
|---|---|---|
| 14 099 - 14 101 kHz | 20 m | International Beacon Project, ausschließlich Baken |
| 18 109 - 18 111 kHz | 17 m | International Beacon Project, ausschließlich Baken |
| 21 149 - 21 151 kHz | 15 m | International Beacon Project, ausschließlich Baken |
| 24 929 - 24 931 kHz | 12 m | International Beacon Project, ausschließlich Baken |
| 28 190 - 28 199 kHz | 10 m | regionale zeitgeteilte Baken, ausschließlich |
| 28 199 - 28 201 kHz | 10 m | weltweite zeitgeteilte Baken (IBP), ausschließlich |
| 28 201 - 28 225 kHz | 10 m | kontinuierlich arbeitende Baken, ausschließlich |
| 28 225 - 28 300 kHz | 10 m | alle Sendearten, Baken - hier nicht exklusiv |
Die fünf Frequenzen des internationalen Bakennetzes liegen jeweils mittig in diesen Fenstern: 14 100, 18 110, 21 150, 24 930 und 28 200 kHz. Unterhalb von 20 m sieht der Bandplan keine eigenen Bakensegmente vor - einzelne Baken wie die deutsche Funkwetterbake auf 30 m gibt es dort trotzdem.
UKW, Dezimeter- und Mikrowellenbänder
| Band | Bakensegment | Anmerkung |
|---|---|---|
| 6 m | 50,400 - 50,500 MHz | exklusiv; zusätzlich 50,000 - 50,030 MHz für das Synchronised Beacon Project (davon 50,000 - 50,010 MHz für Region 1) |
| 4 m | 70,000 - 70,090 MHz | koordinierte Baken; 70,090 - 70,100 MHz für vorübergehende und persönliche Baken |
| 2 m | 144,400 - 144,490 MHz | exklusiv; 144,491 - 144,493 MHz für experimentelle digitale Baken |
| 70 cm | 432,400 - 432,490 MHz | exklusiv |
| 23 cm | 1296,800 - 1296,994 MHz | exklusiv; 1296,750 - 1296,800 MHz für lokale Baken (max. 10 W ERP) |
| 13 cm | 2320,800 - 2321,000 MHz | exklusiv; darunter lokale Baken ab 2320,750 MHz |
| 9 cm | 3400,800 - 3400,995 MHz | nur Baken |
| 6 cm | 5760,800 - 5760,990 MHz | nur Baken |
| 3 cm | 10 368,800 - 10 368,990 MHz | nur Baken |
| 1,2 cm | 24 048,800 - 24 048,995 MHz | nur Baken |
Stand: IARU-Region-1-Bandpläne (HF-Plan gültig ab 16.10.2020, VHF-/UHF-/SHF-Pläne in der Fassung von Dezember 2020, VHF-Handbuch 10.02 von März 2024). Die deutschen Bandpläne des DARC übernehmen diese Bakensegmente unverändert; Unterschiede gibt es bei Sendeleistung, Polarisation und Zuweisungsstatus, nicht bei den Bakengrenzen. Maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung.
Ein Muster wiederholt sich in mehreren Mikrowellenbändern: Unterhalb des koordinierten Bakensegments liegt ein schmaler Bereich - im 23-cm- und 13-cm-Band jeweils 50 kHz breit - für lokale Baken mit höchstens 10 W ERP. Die kleine Leistung ist der Zweck - so lässt sich dieselbe Frequenz in mehreren Regionen nutzen, ohne dass sich die Baken gegenseitig stören.
Bandplan oder Gesetz?
Wichtig für das Verständnis: Der Bandplan ist eine betriebliche Empfehlung der IARU, kein Verordnungstext. Er verteilt die Sendearten innerhalb der Bänder, die die Verordnung zuweist. Rechtsverbindlich ist er nicht, aber er gilt international als anerkannte Betriebsempfehlung, und wer sich daran hält, stört nicht - im HF-Bandplan steht der Satz sehr deutlich: CW-Verbindungen sind auf allen Bändern in Ordnung, außer in den Bakensegmenten. Wer dort ein QSO fährt, macht genau die Beobachtung kaputt, für die das Segment da ist.
Prüfungsfragen zu Baken
Baken in der Prüfung
Sechs Originalfragen aus dem Fragenkatalog der Bundesnetzagentur (3. Auflage, März 2024), aus den Prüfungsteilen Betriebliche Kenntnisse und Vorschriften. Die Reihenfolge der Antworten mischt diese Seite bei jedem Aufruf neu und weicht deshalb vom Katalog ab. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.
VD119 Wie ist der Begriff "Funkbake" nach dem Wortlaut der Amateurfunkverordnung (AFuV) definiert?
- Eine "Funkbake" ist eine automatisch arbeitende Amateurfunk-Sendeanlage (auch in Satelliten), die selbsttätig ständig wiederkehrende Aussendungen zur Feldstärkebeobachtung oder zu Empfangsversuchen erzeugt.
- Eine "Funkbake" ist eine automatisch arbeitende Amateurfunk-Sendeanlage (auch in Satelliten), die selbsttätig ständig wiederkehrende Aussendungen zur Positionsbestimmung auf hoher See erzeugt.
- Eine "Funkbake" ist eine Amateurfunk-Sendeanlage, die ständig wiederkehrende Aussendungen zur Positionsbestimmung in Not- und Katastrophenfällen erzeugt.
- Eine "Funkbake" ist eine Amateurfunk-Sendeanlage, die ständig wiederkehrende Signale zur Identifikation der Kurzwellen-Bandgrenzen aussendet.
BE409 Was ist eine häufige Anwendung von Amateurfunkbaken? Sie ...
- helfen bei der Beobachtung der Ausbreitungsbedingungen.
- reservieren Frequenzen für einen Funkamateur.
- stellen Empfangsberichte in das Internet ein.
- ionisieren die D-Region der Atmosphäre.
BE410 Weshalb sind die Frequenzen 14099 bis 14101 kHz, 18109 bis 18111 kHz, 21149 bis 21151 kHz, 24929 bis 24931 kHz und 28190 bis 28225 kHz freizuhalten?
- Diese Frequenzen sind nach der IARU-Empfehlung für das Internationale Bakenprojekt (IBP) vorgesehen und sind für die Beobachtung der Ausbreitungsbedingungen anhand von Bakensignalen freizuhalten.
- Diese Frequenzbereiche sind nach der IARU-Empfehlung für HAMNET vorgesehen und sollen für die Beobachtung dieser Sendungen freigehalten werden.
- Diese Frequenzen sind nach der IARU-Empfehlung besonders für DX-Verkehr vorgesehen und sollen möglichst für Funkverkehr bei "DX-Expeditionen" genutzt werden.
- Diese Frequenzbereiche sind nach Empfehlung der Radio Regulations (VO Funk) für besondere Amateurfunk-Zeitzeichen- und Normalfrequenzaussendungen vorgesehen und sollen möglichst freigehalten werden.
BC215 Warum sollten Sie auf 144,450 MHz keine Direktverbindung in FM-Telefonie zu einem Funkamateur aufnehmen, der sich im Nachbarort befindet? Der IARU-Bandplan sieht diesen Bereich exklusiv für die Nutzung durch ...
- Baken vor.
- Repeater vor.
- Weltraumkommunikation vor.
- Morsetelegrafie und schmalbandige digitale Übertragungsverfahren vor.
BC220 Warum sollten Sie auf 432,450 MHz keine Direktverbindung in FM-Telefonie zu einem Funkamateur aufnehmen, der sich im Nachbarort befindet? Der IARU-Bandplan empfiehlt diesen Bereich exklusiv für die Nutzung durch ...
- Baken.
- Satellitenfunk.
- Repeater.
- Morsetelegrafie und schmalbandige digitale Übertragungsverfahren.
VD501 Was ist notwendig, damit ein Funkamateur eine Amateurfunkstelle als Relaisfunkstelle oder Funkbake betreiben darf?
- Es bedarf einer Rufzeichenzuteilung für den Betrieb einer fernbedienten oder automatisch arbeitenden Amateurfunkstelle.
- Es ist eine Zulassung der höchsten Amateurfunkklasse erforderlich.
- Für den Betrieb einer Relaisfunkstelle oder Funkbake ist der mindestens 2-jährige Besitz einer gültigen Amateurfunkzulassung erforderlich.
- Es sind keine besonderen Bedingungen zu erfüllen.
Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur. Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.
Das NCDXF/IARU-Bakennetz: fünf Bänder in drei Minuten
Das bekannteste Bakensystem der Welt ist das International Beacon Project (IBP) der Northern California DX Foundation und der IARU. Achtzehn Baken rund um den Globus teilen sich fünf Frequenzen - und zwar zeitlich, nicht räumlich. Sie senden nacheinander, GPS-synchronisiert, seit den 1990er-Jahren in dieser Form.
Der Ablauf ist elegant: Jede Bake sendet zehn Sekunden, springt dann ein Band höher, und die nächste Bake übernimmt. Nach drei Minuten war jede der 18 Baken einmal auf jedem der fünf Bänder. Bleibst du also drei Minuten auf 14 100 kHz, hast du alle achtzehn Standorte einmal abgehört.
- Rufzeichen in Telegrafie mit 22 Wörtern pro Minute, gesendet mit 100 W
- ein Sekundenstrich, ebenfalls mit 100 W
- ein Sekundenstrich mit 10 W
- ein Sekundenstrich mit 1 W
- ein Sekundenstrich mit 100 mW
Diese Leistungstreppe ist der eigentliche Trick. Sie verrät nicht nur, ob der Weg offen ist, sondern grob, wie viel Reserve er hat: Zwischen dem ersten und dem letzten Strich liegen drei Zehnerpotenzen Sendeleistung, also 30 dB. Wer bis zum 100-mW-Strich alles hört, hat auf diesem Weg entsprechend Luft nach unten. Eine exakte Vorhersage für die eigene Verbindung ist das nicht: Fading, Regelverhalten des Empfängers, Störpegel und die unterschiedliche Erkennbarkeit von Rufzeichen und Träger reden mit. Kommt nur das Rufzeichen durch, ist der Weg jedenfalls knapp.
Die 18 Standorte
| Rufzeichen | Standort | Locator | Region |
|---|---|---|---|
| 4U1UN | New York City (UN) | FN30as | Nordamerika |
| VE8AT | Inuvik, Kanada | CP38gh | Arktis |
| W6WX | Mt. Umunhum, Kalifornien | CM97bd | Nordamerika |
| KH6RS | Maui, Hawaii | BL10ts | Pazifik |
| ZL6B | Masterton, Neuseeland | RE78tw | Ozeanien |
| VK6RBP | Rolystone, Australien | OF87av | Ozeanien |
| JA2IGY | Mt. Asama, Japan | PM84jk | Asien |
| RR9O | Nowosibirsk, Russland | NO14kx | Asien |
| VR2B | Hongkong | OL72bg | Asien |
| 4S7B | Colombo, Sri Lanka | MJ96wv | Asien |
| ZS6DN | Pretoria, Südafrika | KG33xi | Afrika |
| 5Z4B | Kikuyu, Kenia | KI88hr | Afrika |
| 4X6TU | Tel Aviv, Israel | KM72jb | Naher Osten |
| OH2B | Lohja, Finnland | KP20eh | Europa |
| CS3B | São Jorge, Madeira | IM12jt | Europa |
| LU4AA | Buenos Aires, Argentinien | GF05tj | Südamerika |
| OA4B | Lima, Peru | FH17mw | Südamerika |
| YV5B | Caracas, Venezuela | FK60nd | Südamerika |
Einzelne Baken sind zeitweise wegen Defekten, Stromausfällen oder Wartung außer Betrieb. Den aktuellen Zustand zeigt die Statusseite des Projekts, die im Sekundentakt mitläuft.
- Stelle 14 100 kHz in CW oder USB ein, Filter eng.
- Öffne die Zeitplan-Seite auf ncdxf.org/beacon - dort steht sekundengenau, welche Bake gerade dran ist.
- Höre drei Minuten am Stück und notiere, welche Rufzeichen ankommen und wie viele Striche du noch hörst.
- Wechsle auf 21 150 kHz und wiederhole das. Der Vergleich zeigt dir, welches Band das bessere ist.
Funkbaken empfangen: Schritt für Schritt
Du brauchst wenig: einen Empfänger, der die Betriebsart CW oder SSB beherrscht, eine Antenne für das Band und eine halbwegs genaue Uhr. Wer keine eigene Station hat, nimmt einen SDR-Empfänger im Netz.
- Bake aussuchen. Auf Kurzwelle das NCDXF-Netz, auf 2 m und 70 cm eine Bake aus der Liste deiner Region - je näher, desto sicherer der erste Erfolg.
- Frequenz und Betriebsart einstellen. CW oder USB, Filter auf 250 bis 500 Hz. Ein breites SSB-Filter macht die Bake im Rauschen unnötig schwer auffindbar.
- Antenne ausrichten. Auf UKW ist für Telegrafie und SSB horizontale Polarisation die Konvention, und die meisten Baken halten sich daran - Ausnahmen gibt es, die Listen vermerken sie. Passen Bake und eigene Antenne nicht zusammen, kann ein eigentlich brauchbares Signal stark einbrechen; in der Praxis mildern Reflexionen und Polarisationsdrehungen auf dem Weg den Verlust oft ab.
- Zeit im Blick behalten. Bei zeitgeteilten Systemen entscheidet die Sekunde, welche Bake du gerade hörst - Uhr auf UTC und mit dem Sendeplan vergleichen.
- Kennung lesen. Langsame Telegrafie, oft mehrfach wiederholt. Wer noch nicht sicher mitliest: aufnehmen und in Ruhe abhören.
- Signal bewerten. Wie laut, wie stabil, wie viele Leistungsstufen? Schwankt es im Sekundentakt oder steht es?
- Notieren. Datum, Zeit in UTC, Frequenz, Rufzeichen, Signalstärke. Erst die Reihe über Wochen macht daraus Wissen.
Was eine gehörte Bake wirklich aussagt
Eine Bake beweist genau eines: Zwischen ihrem Standort und deinem Standort war zu dieser Sekunde, auf dieser Frequenz, mit dieser Antennenkombination ein Signal nachweisbar. Das ist viel - aber es ist kein Versprechen für dein nächstes QSO.
So einfach ist es nicht. Die Bake sendet mit ihrer Leistung und ihrer Antenne, du mit deiner. Ihr Standort ist meist gut, deiner vielleicht nicht. Dazu kommen Schwund, unterschiedliche Abstrahlwinkel und dein lokaler Störpegel. Ein starkes Bakensignal heißt: Der Weg ist offen. Wie viel du selbst darauf transportierst, ist eine andere Frage.
Umgekehrt gilt genauso: Keine Bake gehört heißt nicht automatisch "Band tot". Vielleicht steht in der offenen Richtung schlicht keine Bake, vielleicht ist sie außer Betrieb, vielleicht liegt sie im toten Winkel deiner Antenne.
Welche Ausbreitungsart das Signal vermuten lässt
Interessant wird es, wenn du nicht nur auf "hörbar" achtest, sondern auf den Klang. Die Ausbreitungsart hinterlässt Spuren im Signal - Indizien, keine Beweise:
| Ausbreitungsart | Typische Bänder | Woran du sie hörst |
|---|---|---|
| Raumwelle über die Ionosphäre | Kurzwelle | stabil bis langsam schwankend, oft über Stunden nutzbar |
| Sporadic E | 10 m, 6 m, 4 m, selten 2 m | kommt plötzlich, ist sehr laut und kann nach Minuten wieder weg sein; Schwerpunkt in den Sommermonaten |
| Troposphärische Überreichweite | vor allem VHF, UHF und Mikrowellen, klassisch 2 m bis 23 cm | langsam anschwellend über Stunden bis Tage, typisch bei Hochdruck und Inversionswetterlagen |
| Aurora | vor allem 6 m und 2 m, auf 70 cm deutlich seltener und anspruchsvoller | rauer, verzerrter, zischender Ton - Telegrafie klingt kratzig statt sauber; tritt bei gestörtem Erdmagnetfeld auf |
| Meteorscatter | vor allem 6 m und 2 m | sekundenkurze "Pings", dazwischen nichts; auf 6 m halten die Reflexionen länger als auf 2 m |
| Flugzeugscatter | 2 m aufwärts, besonders im Mikrowellenbereich | kurze Signale mit wanderndem Ton, weil das reflektierende Flugzeug den Weg verändert |
| Transäquatoriale Ausbreitung | etwa 30 bis 70 MHz, in starken Jahren höher | abends, zwischen Stationen beiderseits des geomagnetischen Äquators - von Mitteleuropa aus an lokalen Baken kaum zu beobachten |
Die Zuordnungen sind Erfahrungswerte und Größenordnungen. Bänder und Signalmerkmale überschneiden sich, und mehrere Ausbreitungsarten können gleichzeitig wirken.
Bekannte Baken - und was sie senden
DK0WCY: die Bake, die Funkwetter durchgibt
Die deutsche Bake DK0WCY sendet nicht nur ihr Rufzeichen, sondern gleich die Lage dazu. Sie läuft seit 1983 (das Rufzeichen erinnert an das World Communication Year) und steht seit 2022 in Twedt in Schleswig-Holstein.
- 10 144 kHz: rund um die Uhr
- 3579 kHz: von 07:20 bis 09:00 und von 16:00 bis 19:00 Uhr Ortszeit
- Sendeplan: alle zehn Minuten ein Datagramm - Telegrafie zur Minute 0, 20, 30 und 40, RTTY zur Minute 10, PSK31 zur Minute 50; auf 80 m ausschließlich Telegrafie. Das ist der auf der Bakenseite veröffentlichte Plan; er trägt dort den Gültigkeitsvermerk "ab 1. Juli 2006", im Zweifel gilt also das, was gerade zu hören ist
Die Kennung sieht zum Beispiel so aus: DK0WCY BEACON 4/19/A/N. Das heißt: K-Index 4 am Bakenstandort, MUF 19 MHz (gemessen in Juliusruh auf Rügen, bezogen auf 5 Grad Erhebungswinkel), aktuell Aurora, für die nächste Zeit kein Ereignis erwartet. Die Buchstaben stehen für A wie Aurora, F für Kurzwellen-Fadeout, I für eine solare Schockwelle, M für Magnetsturm, P für Polkappenabsorption und N für kein Ereignis.
- K-Index 0 bis 2: ruhiges Erdmagnetfeld, brauchbare Kurzwellenbedingungen
- K-Index 5 und mehr: gestört - Wege über die Polarregionen brechen ein, dafür steigt die Chance auf Aurora
- MUF: die höchste noch zurückgebeugte Frequenz für den zugrunde liegenden Referenzweg - liegt sie bei 19 MHz, spricht das gegen reguläre F2-Ausbreitung auf 10 m. Andere Wege oder eine Sporadic-E-Öffnung sind damit nicht ausgeschlossen
OZ7IGY: seit 1957 auf Sendung
Die dänische OZ7IGY wird von ihren Betreibern als älteste noch arbeitende Amateurfunkbake der Welt geführt. Sie ging nach deren Angaben am 30. März 1957 auf 144 MHz in Betrieb, damals im Rahmen des Internationalen Geophysikalischen Jahres. Heute läuft sie auf einem guten Dutzend Frequenzen von 28 MHz bis 24 GHz und war eine der ersten Baken, die im Minutenzyklus PI4, Telegrafie und Träger kombiniert haben - das Muster, das inzwischen viele UKW-Baken übernommen haben.
DL0IGI: der Klassiker auf 10 m
Vom Hohenpeißenberg in Oberbayern sendet DL0IGI auf 28,205 MHz in Telegrafie, betrieben vom VFDB. Nach Rufzeichen, Locator und dem Wort BEACON folgt ein Dauerträger von rund 20 Sekunden mit voller Leistung, danach jeweils sieben Sekunden mit 0, 6, 12 und 18 dB Absenkung - dieselbe Idee wie beim internationalen Bakennetz, nur feiner abgestuft.
Wo du aktuelle Bakenlisten findest
Es gibt keine einzelne, vollständige und immer aktuelle Bakenliste. Es gibt mehrere, die sich ergänzen - und die man mit Blick aufs Datum lesen sollte:
| Liste | Umfang | Datenstand | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| DARC Bakenliste-DL | Deutschland, 50 MHz bis über 24 GHz | 26.03.2024 | Auszug aus der IARU-Datenbank; der DARC schreibt selbst, sie erhebe "keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit" |
| DL8WX-Bakenliste | Europa, UKW und UHF, knapp 400 Baken | 30.07.2026 | je Eintrag ein eigenes Prüfdatum; außer Betrieb genommene Baken sind gekennzeichnet |
| NCDXF/IARU | die 18 Kurzwellenbaken des IBP | Live-Status | zeigt sekundengenau, welche Bake gerade sendet und welche gerade ausgefallen ist |
| BeaconSpot | Europa, UKW bis Mikrowellen | laufend, aus Empfangsmeldungen | vom DARC ausdrücklich für den praktischen Betrieb empfohlen |
| Bakenliste DL0TUD | weltweit, 28 MHz bis 76 GHz | laufend gepflegt | Meldeplattform - du kannst eigene Empfangsberichte eintragen |
Ein paar deutsche Baken zum Einstieg
| Rufzeichen | Frequenz | Locator | Standort |
|---|---|---|---|
| DB0HGW | 50,483 MHz | JO64QC | Greifswald |
| DB0THE | 144,404 MHz | JO51EL | Kaltohmfeld, Thüringen |
| DB0FGB | 144,444 MHz | JO50WB | Schneeberg, Fichtelgebirge |
| DB0HRF | 144,475 MHz | JO40FF | Großer Feldberg, Taunus |
| DB0AD | 432,488 MHz | JO40AQ | Salzburger Kopf, Westerwald |
| DB0JO | 1296,854 MHz | JO31SL | Raum Düsseldorf |
| DL0IGI | 28,205 MHz | JN57MT | Hohenpeißenberg, Oberbayern |
Angaben aus der DARC-Bakenliste (Stand 26.03.2024) und der DL8WX-Liste (Stand 30.07.2026). Vor dem Suchen bitte gegen die aktuelle Liste prüfen - Frequenzen und Betriebszustand ändern sich.
Funkbake, WSPR oder Reverse Beacon Network?
Die klassische Bake sendet und du hörst. Zwei moderne Systeme drehen das Prinzip um: Du sendest, und ein Netz aus Empfängern meldet zurück, wo du angekommen bist.
| System | Wer sendet | Wer wertet aus | Wofür es taugt |
|---|---|---|---|
| Funkbake | feste, koordinierte Station | du, mit deinen Ohren | sofort prüfen, ob ein Band in eine Richtung offen ist |
| NCDXF/IARU-Netz | 18 koordinierte Baken weltweit | du, entlang des Sendeplans | fünf Kurzwellenbänder in drei Minuten vergleichen |
| Reverse Beacon Network | ganz normale Stationen im Betrieb | automatische Skimmer-Empfänger | sehen, wer dein CQ hört und wie stark |
| WSPR | Teilnehmer mit sehr kleiner Leistung | weltweites Empfangsnetz, Meldung ins Netz | Langzeitbeobachtung und Antennenvergleich |
Praktisch heißt das: Für die schnelle Frage "geht 15 m gerade nach Südamerika?" ist die Bake unschlagbar - sie sendet ohnehin, du musst dafür selbst nicht auf Sendung gehen und brauchst als reiner Hörer auch keine Zulassung. Für "wie gut ist meine neue Antenne über drei Wochen?" ist WSPR das bessere Werkzeug. Und wer wissen will, wer den eigenen Anruf hört, schaut ins Reverse Beacon Network.
Darf ich eine eigene Funkbake betreiben?
Grundsätzlich ja - aber nicht mit dem eigenen persönlichen Rufzeichen nebenbei. Eine Bake ist eine automatisch arbeitende Amateurfunkstelle, und dafür verlangt § 13 AFuV eine gesonderte Rufzeichenzuteilung. Betrieben werden darf sie nur auf den in der Zuteilung ausgewiesenen Frequenzen und unter den dort festgelegten Bedingungen; der Standort wird im Rufzeichenverzeichnis geführt.
| Punkt | Was gilt |
|---|---|
| Rufzeichen | eigene Zuteilung für die fernbediente oder automatisch arbeitende Stelle, beantragt bei der Bundesnetzagentur |
| Standort | fest in der Zuteilung benannt; vorher prüft die Behörde die Verträglichkeit |
| Frequenz | nur die in der Zuteilung ausgewiesenen Frequenzen - in der Praxis das Bakensegment des Bandes |
| Leistung | für terrestrische fernbediente und automatisch arbeitende Stellen oberhalb 30 MHz grundsätzlich höchstens 50 W ERP; für bestimmte Linkstrecken oberhalb 1 GHz sind Ausnahmen möglich |
| Abschaltbarkeit | fernbediente Amateurfunkstellen müssen sich jederzeit abschalten lassen. Für 50-MHz-Baken verlangt die Verordnung zusätzlich ausdrücklich eine Abschaltmöglichkeit auf telefonische Anforderung; weitere Bedingungen können in der Rufzeichenzuteilung stehen |
| Dauerbetrieb | die Zuteilung kann widerrufen werden, wenn der Betrieb nicht binnen eines Jahres beginnt oder länger als ein Jahr unterbrochen ist |
Der Verordnungstext knüpft die Zuteilung an keine bestimmte Zeugnisklasse. Maßgeblich bleiben aber die Frequenz- und Leistungsrechte der eigenen Zulassung sowie die Bedingungen der Rufzeichenzuteilung - eine Bake darf also nur dort arbeiten, wo der Verantwortliche selbst senden dürfte.
Vor dem Antrag steht die Koordinierung: Das Referat VUS des DARC bereitet die frequenztechnische Abstimmung vor, zuteilen tut die Bundesnetzagentur. Baken über 10 W ERP auf UKW und darüber sollen zusätzlich beim IARU-Bakenkoordinator gemeldet werden, damit sie nicht auf einer Frequenz landen, die anderswo schon vergeben ist. Wer die Meldung unterlässt, verliert im Streitfall seine Vorrechte.
Typische Fehler beim Bakenempfang
- Enges Filter und CW-Betriebsart wählen
- Auf UKW horizontal polarisiert hören
- Uhr auf UTC, Sendeplan danebenlegen
- Mit einer nahen, starken Bake anfangen
- Beobachtungen mit Datum und Zeit notieren
- Falsche Seitenbandlage - die Kennung liegt dann neben dem Filter
- Vertikale Antenne für eine horizontal polarisierte Bake
- Veraltete Liste, Bake längst abgebaut
- Im Bakensegment CQ rufen
- Aus einer nicht gehörten Bake auf ein totes Band schließen
Der Bandplan sieht diese Bereiche ausschließlich für Baken vor - auch dann, wenn du selbst nichts hörst. Genau das ist der Punkt: Der Sinn des Segments ist, dass dort schwache Signale aus tausenden Kilometern Entfernung auffindbar bleiben. Ein starkes Ortssignal macht die Beobachtung für alle unbrauchbar. Der Bandplan ist zwar eine Empfehlung und kein Gesetz, aber eine, an die sich alle halten.
Häufige Fragen zu Funkbaken
Was ist eine Funkbake im Amateurfunk?
Eine Funkbake ist eine automatisch arbeitende Amateurfunk-Sendeanlage an einem festen, bekannten Standort. Sie sendet selbsttätig regelmäßige Aussendungen zur Feldstärkebeobachtung oder zu Empfangsversuchen - so definiert es § 2 Nr. 6 der Amateurfunkverordnung. Typischerweise überträgt sie ihr Rufzeichen in Telegrafie, oft ihren Locator und einen unmodulierten Träger. Wer sie hört, weiß, dass der Funkweg dorthin auf diesem Band gerade trägt.
Auf welchen Frequenzen findet man Funkbaken?
Auf Kurzwelle liegen die Bakenfenster des internationalen Bakenprojekts bei 14099 bis 14101 kHz, 18109 bis 18111 kHz, 21149 bis 21151 kHz, 24929 bis 24931 kHz und 28190 bis 28225 kHz; die bekanntesten Frequenzen sind 14100 und 28200 kHz. Auf UKW und darüber gibt es je Band ein eigenes Segment, unter anderem 50,400 bis 50,500 MHz, 144,400 bis 144,490 MHz, 432,400 bis 432,490 MHz und 1296,800 bis 1296,994 MHz.
Was ist das NCDXF/IARU-Bakennetz?
Ein weltweites System aus 18 Baken, die sich fünf Kurzwellenfrequenzen zeitlich teilen: 14100, 18110, 21150, 24930 und 28200 kHz. Jede Bake sendet zehn Sekunden, springt dann ein Band höher, und die nächste übernimmt. Nach drei Minuten war jede Bake einmal auf jedem Band. Wer drei Minuten auf einer Frequenz bleibt, hört alle 18 Standorte durch und erkennt, welche Kontinente gerade erreichbar sind.
Was bedeuten die vier Striche einer NCDXF-Bake?
Nach dem Rufzeichen sendet jede Bake vier Striche von je einer Sekunde mit abnehmender Leistung: 100 Watt, 10 Watt, 1 Watt und 100 Milliwatt. Daran erkennst du, wie viel Reserve der Funkweg hat. Hörst du alle vier, ist der Weg sehr gut. Kommt nur das Rufzeichen mit 100 Watt durch, ist er grenzwertig.
Kann ich Funkbaken ohne Lizenz empfangen?
Ja. Nach § 5 TDDDG dürfen Nachrichten abgehört werden, die für den Betreiber der Funkanlage, für Funkamateure, für die Allgemeinheit oder für einen unbestimmten Personenkreis bestimmt sind - Amateurfunkaussendungen und damit auch Baken gehören dazu. Du brauchst dafür weder Prüfung noch Anmeldung. Für eigenen Sendebetrieb im Amateurfunkdienst ist dagegen eine Zulassung mit zugeteiltem Rufzeichen nötig.
Was ist der Unterschied zwischen Funkbake und Relaisfunkstelle?
Eine Relaisfunkstelle sendet empfangene Aussendungen wieder aus und vergrößert damit die Reichweite von Verbindungen. Eine Funkbake erzeugt eigene, immer gleiche Aussendungen und dient allein der Beobachtung der Ausbreitung. Beide gehören rechtlich zur Gruppe der fernbedienten oder automatisch arbeitenden Amateurfunkstellen und brauchen eine eigene Rufzeichenzuteilung, sind darin aber getrennt definiert.
Darf ich im Bakensegment senden?
Der IARU-Bandplan sieht die Bakensegmente ausschließlich für Baken vor, auch wenn gerade keine Bake zu hören ist. Der Bandplan ist eine betriebliche Empfehlung und kein Gesetz, seine Einhaltung gehört aber zur guten Betriebspraxis und wird allgemein erwartet. Im HF-Bandplan steht ausdrücklich, dass Telegrafie-Verbindungen auf allen Bändern akzeptiert sind, außer innerhalb der Bakensegmente.
Wie erkenne ich an einer Bake eine Bandöffnung?
Höre über mehrere Minuten und achte nicht nur darauf, ob die Bake da ist, sondern wie sie klingt. Ein stabiles Signal spricht für normale Ausbreitung über die Ionosphäre oder die Troposphäre. Ein Signal, das plötzlich sehr laut auftaucht und nach Minuten verschwindet, deutet im Sommer auf Sporadic E. Ein rauer, verzerrter Ton auf UKW ist typisch für Aurora, sekundenkurze Pings für Meteorscatter. Bei den NCDXF-Baken sagt zusätzlich die Zahl der hörbaren Leistungsstufen, wie tragfähig der Weg ist.
Wo finde ich eine aktuelle Bakenliste?
Für Deutschland führt der DARC eine Bakenliste (Stand 26.03.2024), die er selbst als Auszug der IARU-Datenbank ohne Anspruch auf Vollständigkeit bezeichnet. Für Europa ist die Liste von DL8WX mit knapp 400 UKW- und UHF-Baken deutlich aktueller, zuletzt am 30.07.2026 herausgegeben. Für die Kurzwellenbaken des internationalen Bakennetzes zeigt ncdxf.org einen Live-Status. Für den praktischen Betrieb empfiehlt der DARC zusätzlich BeaconSpot.
Was ist der Unterschied zwischen Bake, WSPR und Reverse Beacon Network?
Bei einer klassischen Bake sendet eine feste Station und du hörst zu. Beim Reverse Beacon Network ist es umgekehrt: Du sendest ganz normal, und automatische Empfangsstationen melden im Netz, wer dich mit welcher Signalstärke gehört hat. WSPR arbeitet ähnlich, aber mit sehr kleinen Leistungen und einem eigenen digitalen Verfahren, das für Langzeitbeobachtungen und Antennenvergleiche gedacht ist. Für den Bakencheck musst du selbst nicht senden und brauchst als reiner Hörer keine Zulassung; die beiden anderen Verfahren setzen eigenen Sendebetrieb voraus, liefern dafür aber systematische Daten über viele Wege.
Was sendet die Bake DK0WCY?
DK0WCY ist eine Funkwetterbake in Schleswig-Holstein. Sie sendet auf 10144 kHz rund um die Uhr und auf 3579 kHz zu festen Zeiten am Morgen und am Abend. Neben dem Rufzeichen überträgt sie den K-Index am Bakenstandort, die in Juliusruh gemessene MUF sowie Buchstabencodes für laufende und erwartete Ereignisse wie Aurora, Magnetsturm oder Kurzwellen-Fadeout. Zusätzlich laufen alle zehn Minuten Datagramme in Telegrafie, RTTY und PSK31.
Darf ich eine eigene Funkbake betreiben?
Ja, aber nur mit einer gesonderten Rufzeichenzuteilung nach § 13 AFuV. Die Bake darf nur auf den zugeteilten Frequenzen und unter den festgelegten Bedingungen arbeiten; für terrestrische fernbediente und automatisch arbeitende Stellen oberhalb 30 MHz gilt grundsätzlich eine Grenze von 50 Watt ERP. Fernbediente Stellen müssen sich jederzeit abschalten lassen, für 50-MHz-Baken verlangt die Verordnung ausdrücklich eine Abschaltung auf telefonische Anforderung. Eine bestimmte Zeugnisklasse schreibt die Verordnung nicht vor. Vor dem Antrag steht die frequenztechnische Koordinierung.
Was ist die älteste Amateurfunkbake?
Die dänische OZ7IGY wird von ihren Betreibern als älteste noch arbeitende Amateurfunkbake geführt. Sie ging nach deren Angaben am 30. März 1957 auf 144 MHz in Betrieb, damals zum Internationalen Geophysikalischen Jahr, und sendet heute auf einem guten Dutzend Frequenzen von 28 MHz bis 24 GHz.
Vom Zuhören zum Selbermachen
Baken hören darfst du ohne alles. Wer selbst senden, eine Bake beobachten und die Ergebnisse in eigene Verbindungen umsetzen will, braucht die Amateurfunkzulassung - und dafür zuerst die Prüfung. 12db bringt dich durch den gesamten Stoff - Technik, Betriebstechnik und Vorschriften - mit dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur.
Kostenlos mit dem Lernen beginnen