Die Amateurfunkprüfung - auch Funkprüfung oder AFU-Prüfung genannt - ist dein Weg zur eigenen Amateurfunklizenz in Deutschland. Diese Theorieprüfung wird von der Bundesnetzagentur (BNetzA) durchgeführt und ist Voraussetzung für die Teilnahme am Amateurfunkdienst. Alle Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog, der öffentlich zugänglich ist.
Optimal vorbereitet in die Prüfung
Lerne mit dem offiziellen BNetzA-Fragenkatalog - verständlich erklärt und mit Wissenskontrolle.
Frequenzen: Alle zugewiesenen Amateurfunkbänder Leistung: bis 750 W PEP (bandabhängig) Lernzeit: 3-6 Monate Besonderheit: HAREC-konform (CEPT T/R 61-02)
Alle Klassen im Vergleich
Frequenzen, Leistung, Prüfungsumfang - welche Klasse passt zu dir?
🎓 Flexibler Aufstieg: Du kannst jederzeit eine höhere Klasse prüfen lassen - es wird nur der jeweilige Technik-Teil geprüft. Je nach bestandenen Prüfungsteilen kann eine niedrigere Zeugnisklasse erteilt werden.
Aufbau der Theorieprüfung
Die Funkprüfung besteht aus mehreren Teilen, die alle am selben Tag abgelegt werden:
Zielklasse
Prüfungsteile
Anzahl Fragen
Klasse N
V + B + Technik N
3 × 25 = 75 Fragen
Klasse E
V + B + Technik N + Technik E
4 × 25 = 100 Fragen
Klasse A
V + B + Technik N + Technik E + Technik A
5 × 25 = 125 Fragen
Prüfungsteil V: Kenntnisse von Vorschriften
Amateurfunkgesetz (AFuG) und Amateurfunkverordnung (AFuV)
Die Technik-Teile bauen aufeinander auf: N ist am einfachsten, E geht tiefer, A enthält die komplexesten Berechnungen.
💡 Wichtig: Die Prüfungsteile V (Vorschriften) und B (Betrieb) sind für alle drei Klassen identisch. Wer direkt Klasse A anstrebt, muss alle fünf Teile ablegen - aber wer bei Technik A nicht besteht, kann trotzdem die E-Lizenz bekommen, wenn dieser Teil geschafft wurde!
Fragenanzahl und Bestehensgrenze
Prüfungsteil
Fragen
Zeit
Bestanden
Mündlich bei (nur wenn allein dieser Teil verfehlt ist)
Vorschriften (V)
25
45 Min
19 richtig (76%)
17-18 richtig
Betrieb (B)
25
45 Min
19 richtig (76%)
17-18 richtig
Technik N
25
45 Min
19 richtig (76%)
17-18 richtig
Technik E
25
45 Min
19 richtig (76%)
17-18 richtig
Technik A
25
60 Min
19 richtig (76%)
17-18 richtig
Das Prüfungsformat ist Multiple-Choice mit vier Antwortmöglichkeiten, von denen genau eine richtig ist.
⚠️ Mündliche Nachprüfung: Verfehlst du genau einen Teil und hast dort 17 oder 18 richtige Antworten, kann der Prüfungsvorsitzende eine mündliche Nachprüfung in diesem Teil anbieten (Prüfungsordnung Vfg 29/2024, eine Ermessensentscheidung). Bestehst du sie, gilt der Teil als bestanden.
Der offizielle Fragenkatalog der BNetzA
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht den kompletten Fragenkatalog, aus dem die Prüfungsfragen stammen. Es gibt keine Überraschungen - alle Fragen sind bekannt!
Bereich
Anzahl Fragen
Vorschriften (V)
204
Betrieb (B)
172
Technik Klasse N
195
Technik Klasse E
463
Technik Klasse A
716
Gesamtumfang nach Klasse
Klasse
Gesamtfragen
Zusammensetzung
Klasse N
571 Fragen
V (204) + B (172) + N (195)
Klasse E
839 Fragen
V (204) + B (172) + E (463)
Klasse A
1.092 Fragen
V (204) + B (172) + A (716)
📚 Tipp: Der Fragenkatalog kann kostenlos bei der Bundesnetzagentur heruntergeladen werden. Als gedrucktes Buch ist er beim DARC-Verlag erhältlich.
Prüfungsgebühren
Die Kosten für die Amateurfunkprüfung sind nach Klassen gestaffelt (gemäß BMDVTKBGebV):
Erstprüfung (alle 3 Teile: V + B + Technik)
Klasse
Prüfungsgebühr
Rufzeichenzuteilung
Gesamt
Klasse N
68,00 €
20,00 €
88,00 €
Klasse E
73,50 €
20,00 €
93,50 €
Klasse A
81,00 €
20,00 €
101,00 €
Aufstockung (nur Technik-Teil)
Aufstieg
Gebühr
N → E
48,00 €
E → A
50,50 €
N → A (Technik E + A)
57,00 €
Wiederholungsprüfung
Nicht bestandene Teile können wiederholt werden: 42,50 € Grundgebühr + 5,50 € pro Prüfungsteil.
Jährliche Kosten nach der Prüfung
Nach der Zulassung fallen jährliche Beiträge an die Bundesnetzagentur an:
Beitrag
Kosten/Jahr
Frequenznutzungsbeitrag
ca. 4-7 €
EMV-Beitrag
ca. 21-25 €
Gesamt
ca. 25-32 €
💡 Hinweis: Die jährlichen Beiträge werden oft mit mehrjähriger Verspätung in Rechnung gestellt. Nicht wundern, wenn erst nach 2-3 Jahren eine Sammelrechnung kommt!
Prüfungsorte der Bundesnetzagentur
Die Bundesnetzagentur führt Prüfungen an 11 Standorten in ganz Deutschland durch:
Standort
Region
Berlin
Nordost
Dortmund
West
Cottbus
Ost
Erfurt
Mitte
Eschborn (Frankfurt)
Südwest
Göttingen
Mitte
Hamburg
Nord
Hannover
Nordwest
München
Süd
Nürnberg
Süd
Reutlingen
Südwest
Prüfungstermine werden regelmäßig an den BNetzA-Standorten angeboten. Die aktuellen Termine findest du auf der Übersicht der Prüfungstermine.
⚠️ Frühzeitig anmelden: Beliebte Termine (besonders in Großstädten) sind schnell ausgebucht. Melde dich am besten 2-3 Monate im Voraus an!
📚 50ohm.de - Die offizielle DARC-Lernplattform mit strukturierten Online-Kursen für alle Klassen. Kostenlos und umfassend.
📱 Hamfisted (iOS-App) - Prüfungstrainer für unterwegs. Ideal zum Üben in der Bahn oder im Wartezimmer.
🎓 Amateurfunkvorlesung Klasse E - Kostenlose Vorlesungsreihe von Prof. Dr. Matthias Jung (DL9MJ) an der Universität Würzburg. Perfekt für alle, die den Stoff wirklich verstehen wollen!
🎬 Amateurfunk-Lernkanal auf YouTube - Über 470 Videos rund um Funktechnik, verständlich erklärt. Michael Reichardt (DL2YMR) hat gemeinsam mit dem DARC auch die Klasse-N-Videos für 50ohm.de produziert.
Weitere Lernmethoden
Methode
Beschreibung
Kosten
DARC-Lehrgang
Präsenzkurs im Ortsverband mit erfahrenen Ausbildern
meist kostenlos
Moltrecht-Bücher
Klassische Standardwerke für alle Klassen
kostenpflichtig
Ausbildungspate
Individuelle Betreuung durch erfahrenen Funkamateur
kostenlos
afup.a36.de
Prüfungstrainer für Klasse E und A
kostenlos
Empfohlene Lernzeit nach Klasse
Klasse
Lernzeit
Hinweis
N
4-8 Wochen
Ideal für den schnellen Einstieg
E
2-4 Monate
Mehr Technik, aber machbar
A
3-6 Monate
Oder E + 2-3 Monate Aufstockung
🎯 Erfolgsrezept: Viele bestehen die Klasse N bereits nach 4-8 Wochen Lernzeit. Der Schlüssel: Regelmäßig lernen und viele Prüfungssimulationen durchführen!
Die 5 besten Lerntipps
Strukturiert vorgehen: Abwechselnd Technik und Betrieb/Vorschriften lernen - das hält die Motivation hoch
Prüfungssimulationen: Je öfter du unter realen Bedingungen übst, desto sicherer wirst du
Formeln verstehen: Die Formelsammlung wird gestellt - wichtiger ist, die Formeln anwenden zu können
Schwache Fragen wiederholen: Markiere schwierige Fragen und übe diese gezielt
Austausch suchen: DARC-Ortsverband besuchen, Fragen stellen, von Erfahrungen profitieren
📻 Praxis sammeln: Nutze die Möglichkeit, mit einem Ausbildungsrufzeichen unter Aufsicht eines lizenzierten Funkamateurs erste Funkversuche zu machen. Das motiviert und hilft beim Verstehen der Betriebstechnik!
Erlaubte Hilfsmittel in der Prüfung
Diese Hilfsmittel sind in der Prüfung erlaubt bzw. werden gestellt:
Was du mitbringen musst
Personalausweis oder Reisepass
Nicht programmierbarer Taschenrechner (einfacher wissenschaftlicher Taschenrechner reicht)
Kugelschreiber
Was gestellt wird
Formelsammlung aus dem Fragenkatalog (für den Technik-Teil)
⚠️ Taschenrechner-Tipp: Ein einfacher Taschenrechner mit Grundrechenarten, Wurzel und Potenzfunktion reicht völlig aus. Der Kehrwert (1/x) ist ebenfalls praktisch. Programmierbare Rechner oder solche mit Textspeicher sind nicht erlaubt!
Ablauf am Prüfungstag
Ankunft: 15-30 Minuten vor Prüfungsbeginn erscheinen
Anmeldung: Personalausweis vorzeigen, Platz zugewiesen bekommen
Einweisung: Der Prüfer erklärt den Ablauf und verteilt die Unterlagen
Prüfung: Du erhältst jeden Teil als Papierbogen und kreuzt die richtige Antwort an. Alle Teile nacheinander (Erstprüfung: 3-5 Teile je nach Klasse, Aufstockung: nur Technik, Wiederholung: nur nicht bestandene Teile), kurze Pausen zwischen den Teilen möglich
Auswertung: Das Ergebnis wird meist noch am selben Tag mitgeteilt
Bei Bestehen: Du erhältst eine Prüfungsbescheinigung
🎉 Geschafft! Nach bestandener Prüfung stellst du einen separaten Antrag auf Zulassung zum Amateurfunkdienst. Das Antragsformular findest du auf der BNetzA-Website und sendest es per E-Mail an Amateurfunkpruefung@BNetzA.de. Wenige Wochen später kommt dein persönliches Rufzeichen per Post!
Nach der Prüfung: Dein Rufzeichen
12db Rufzeichen-Tool: Plane dein Wunschrufzeichen und prüfe, welche Suffixe noch frei sind - mit Historie seit 2015.
Nach bestandener Prüfung und Zulassungsantrag erhältst du:
Dein persönliches Rufzeichen (z.B. DN9ABC für Klasse N, DO1XYZ für Klasse E)
Die Zulassungsurkunde
Damit darfst du offiziell am Amateurfunkdienst teilnehmen!
Rufzeichenpräfixe nach Klasse
Klasse
Präfixe
Beispiel
Klasse N
DN9
DN9ABC
Klasse E
DA6, DO1-DO9
DO1XYZ
Klasse A
DA1, DA2, DB-DM (diverse)
DL1ABC
Mit der Rufzeichen-Suche kannst du prüfen, ob dein Wunschrufzeichen noch frei ist.
Und dann: die erste Station
Mit Rufzeichen und Urkunde fehlt nur noch das Gerät. Für die Klasse N reicht ein Handfunkgerät für 2 m und 70 cm ab rund 75 Euro, für Kurzwelle beginnt eine Station neu bei rund 650 Euro und gebraucht bei 300 Euro (unverbindliche Marktpreise, Stand Oktober 2026). Was du wirklich brauchst, welche Geräte sich bewährt haben und worauf du beim Gebrauchtkauf achtest, steht im Ratgeber Erste Ausrüstung kaufen.
Amateurfunklizenz aufstocken
Du kannst jederzeit eine Prüfung für eine höhere Klasse ablegen:
Aufstieg
Was wird geprüft
Gebühr
N → E
Technik E
48,00 €
E → A
Technik A
50,50 €
N → A
Technik E + Technik A
57,00 €
Die Prüfungsteile V (Vorschriften) und B (Betrieb) müssen nicht wiederholt werden - sie sind für alle Klassen gleich!
Amateurfunklizenz im Ausland: CEPT
Mit einer deutschen Amateurfunklizenz kannst du in vielen Ländern ohne zusätzliche Genehmigung funken:
Klasse
Internationale Anerkennung
Klasse A
CEPT T/R 61-01 - in vielen CEPT-Ländern nach T/R 61-01 funken
Klasse E
CEPT Novice Licence - in vielen europäischen Ländern anerkannt
Klasse N
Aktuell nur in Deutschland gültig (keine internationale Anerkennung)
🌍 So funktioniert's: Im Ausland verwendest du dein Heimatrufzeichen mit dem Präfix des Gastlandes. Beispiel: DL1ABC funkt in Spanien als EA/DL1ABC. Die CEPT-Regelung gilt für Aufenthalte bis zu 3 Monaten.
Ausbildungskurse finden
Der DARC und seine rund 1.000 Ortsverbände bieten regelmäßig Ausbildungslehrgänge an - als Präsenzkurs über mehrere Wochen, als Online-Lehrgang per Videokonferenz oder als Fernlehrgang mit Betreuung per E-Mail. Für Mitglieder sind die Kurse meist kostenlos; viele Ortsverbände nehmen auch Gäste mit. Welche Lehrgänge gerade laufen und wo der nächste beginnt, steht auf der Ausbildungsseite des DARC.
Häufige Fragen zur Amateurfunkprüfung
Vorbereitung und Schwierigkeit
Wie schwer ist die Amateurfunkprüfung?
Die Schwierigkeit hängt von der Klasse ab. Klasse N ist einsteigerfreundlich (Niveau 8./9. Klasse), Klasse E anspruchsvoller, Klasse A erfordert solide Physik- und Mathematikkenntnisse.
Wie lange muss ich für die Amateurfunkprüfung lernen?
Je nach Klasse und Vorkenntnissen: Klasse N etwa 4-8 Wochen, Klasse E etwa 2-4 Monate, Klasse A etwa 3-6 Monate. Erfahrungswerte bei regelmäßigem Selbststudium von 5-7 Stunden pro Woche.
Kann ich die Prüfung ohne Kurs bestehen?
Ja, Selbststudium ist möglich. Der komplette Fragenkatalog ist öffentlich. Mit Online-Lernplattformen wie 12db.de und dem offiziellen Fragenkatalog haben viele die Prüfung im Selbststudium bestanden.
Kosten und Anmeldung
Was kostet die Amateurfunkprüfung?
Die Prüfungsgebühr beträgt 68-81 Euro je nach Klasse. Dazu kommen 20 Euro für die Rufzeichenzuteilung. Insgesamt also 88-101 Euro für Prüfung und Lizenz.
Wo melde ich mich zur Prüfung an?
Bei der Bundesnetzagentur per E-Mail (Amateurfunkpruefung@BNetzA.de) oder Post. Prüfungen finden an 11 Standorten in Deutschland statt.
Prüfungsablauf
Gibt es eine Altersgrenze?
Nein, die Amateurfunkprüfung kann in jedem Alter abgelegt werden. Für Jugendliche unter 18 Jahren ist die Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten erforderlich. Die jüngsten Prüflinge sind oft 10-12 Jahre alt!
Was passiert bei Nicht-Bestehen?
Nicht bestandene Prüfungsteile können wiederholt werden. Die Wiederholungsprüfung kostet 42,50 Euro Grundgebühr + 5,50 Euro pro Teil. Bestandene Teile bleiben 2 Jahre gültig - in dieser Zeit musst du nur die fehlenden Teile nachholen.
Kann ich die Prüfung auf Englisch ablegen?
Nein, die Prüfung wird ausschließlich auf Deutsch durchgeführt. Die Fragen und Antworten sind im Fragenkatalog veröffentlicht.
Muss ich Morsen können?
Nein, seit 2003 ist die Morseprüfung keine Pflicht mehr. Wer möchte, kann freiwillig eine Morsetelegrafieprüfung ablegen - das ist aber rein optional.
Wie lange dauert die Prüfung insgesamt?
Reine Bearbeitungszeit nach der Prüfungsordnung (Vfg 29/2024): Klasse N 3 Teile zu 45 Minuten (2 Std. 15 Min.), Klasse E 4 Teile (3 Std.), Klasse A 5 Teile, davon Technik A mit 60 Minuten (4 Std.). Einweisung und Pausen kommen dazu. Bei Aufstockung oder Wiederholung entsprechend kürzer.
Bekomme ich das Ergebnis sofort?
In den meisten Fällen erfährst du dein Ergebnis noch am selben Tag. Die offizielle Prüfungsbescheinigung wird per Post zugesendet.
Nach der Prüfung
Wie lange ist die Lizenz gültig?
Die Amateurfunklizenz ist unbefristet gültig. Du musst nur die jährlichen Beiträge (ca. 25-32 Euro) zahlen.
Kann ich mein Rufzeichen selbst wählen?
Du kannst einen Wunsch-Suffix angeben. Ob er verfügbar ist, entscheidet die BNetzA. Vorher prüfen unter 12db.de/rufzeichen.
Vergleich und Entscheidung
Welche Klasse soll ich machen - N, E oder A?
Klasse N für Schnupperer, Klasse E für ernsthafte Einsteiger mit Auslandsfunk, Klasse A für Vollzugang und maximale Leistung. Direkteinstieg in E oder A ist möglich.
Was ist der Unterschied zwischen Klasse N, E und A?
Hauptunterschiede: Frequenzen, Sendeleistung, Auslandsberechtigung. Klasse N: 10 W ERP auf 10 m und 6,1 W ERP auf UKW, nur Deutschland. Klasse E: bis 100 W PEP je nach Band, CEPT-Novice. Klasse A: bis 750 W PEP je nach Band, CEPT-Lizenz, alle Bänder.