Wer zum ersten Mal auf 40 m mithört, versteht ungefähr die Hälfte: "QRZ?", "QSB hier", "PSE QRS", "QSL via Büro". Das klingt nach Geheimsprache, ist aber das genaue Gegenteil - ein über hundert Jahre altes System, das dafür sorgt, dass sich ein Funkamateur in Hamburg und einer in Japan verstehen, ohne eine gemeinsame Sprache zu sprechen.
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Was ist der Q-Schlüssel?
Kurz gesagt: Der Q-Schlüssel ist ein international festgelegter Vorrat aus Dreibuchstaben-Gruppen, die alle mit Q beginnen und jeweils eine ganze Aussage oder Frage ersetzen. Festgelegt hat sie die Internationale Fernmeldeunion über die Radio Regulations. Im Amateurfunk sind rund 30 bis 40 Gruppen gebräuchlich - die Liste weiter unten führt 32 davon; 13 kommen im Fragenkatalog der Bundesnetzagentur vor.
Drei Namen für dieselbe Sache: Q-Schlüssel ist der deutsche Oberbegriff für das System, eine einzelne Q-Gruppe ist ein konkretes Kürzel, und Q-Code ist die eingedeutschte englische Variante. Der Fragenkatalog der Bundesnetzagentur spricht von Q-Gruppen.
Der Sinn dahinter ist Wirtschaftlichkeit. In der Telegrafie kostet jedes Zeichen Zeit, und bei schwachem Signal kostet jedes Zeichen zusätzlich Konzentration. "Die Stärke deiner Zeichen schwankt" sind 38 Anschläge, "QSB" sind drei. Dazu kommt der zweite Zweck: Zwei Funkamateure ohne gemeinsame Sprache können ein vollständiges QSO führen, weil beide dieselben 32 Kürzel gelernt haben.
Das Fragezeichen macht aus der Q-Gruppe eine Frage
Das ist die eigentliche Systematik, und sie ist in zwei Sätzen erklärt. Aus der Aussage wird die passende Frage - keine Umkehrung der Bedeutung: QRO heißt "Erhöhen Sie die Sendeleistung", QRO? heißt "Soll ich die Sendeleistung erhöhen?". Die ARRL formuliert es so: "A Q signal followed by a ? asks a question. A Q signal without the ? answers the question affirmatively, unless otherwise indicated."
- QTH Hamburg - Mein Standort ist Hamburg.
- QRL - Ich bin beschäftigt, bitte nicht stören.
- QRV - Ich bin bereit.
- QSL - Ich bestätige den Empfang.
- QTH? - Wo ist dein Standort?
- QRL? - Ist diese Frequenz belegt?
- QRV? - Bist du bereit?
- QSL? - Kannst du bestätigen?
Viele Gruppen lassen sich zusätzlich mit einer Ziffer oder einer Angabe ergänzen. QRM 4 heißt "Ich werde stark gestört", QRS 12 heißt "Gib bitte mit 12 Wörtern pro Minute", QRX 1500 heißt "Ich rufe dich um 15:00 UTC wieder".
Die wichtigsten Q-Gruppen
Von den gut 100 definierten Q-Gruppen begegnen dir im Alltag vielleicht 15. Diese hier solltest du ohne Nachdenken parat haben - sie decken den überwiegenden Teil dessen ab, was in einem normalen QSO vorkommt:
| Q-Gruppe | Bedeutung | So benutzt es ein Funkamateur |
|---|---|---|
| QRL | Amtlich: Ich bin beschäftigt | "QRL?" vor dem eigenen Anruf, im Amateurfunk gelesen als "Ist die Frequenz belegt?" |
| QRM | Ich werde gestört | "Viel QRM hier" - Störung durch andere Sender oder Technik |
| QRN | Atmosphärische Störungen | "Starkes QRN" - Gewitterknacken, Naturrauschen |
| QRO | Sendeleistung erhöhen | Auch als Begriff für Betrieb mit hoher Leistung |
| QRP | Sendeleistung vermindern | "Ich mache QRP" - Betrieb mit kleiner Leistung |
| QRS | Gib langsamer | "PSE QRS" im CW-QSO - die höflichste Bitte überhaupt |
| QRT | Übermittlung einstellen | "Ich gehe QRT" - ich mache Schluss |
| QRV | Ich bin bereit | "Ich bin QRV auf 20 m" - ich bin dort aktiv |
| QRX | Ich rufe später wieder | "QRX 5" - kurze Pause, bleib dran |
| QRZ | Sie werden gerufen von ... | "QRZ?" - wer hat mich gerufen? |
| QSB | Signalstärke schwankt | "Du hast QSB" - Schwund, typisch auf Kurzwelle |
| QSL | Empfang bestätigt | "QSL via Büro" - und der Name der Bestätigungskarte |
| QSO | Direkter Funkverkehr | Das Wort für die Funkverbindung selbst |
| QSY | Auf andere Frequenz wechseln | "Wir QSYen auf 7.030" - eingedeutscht als Verb |
| QTH | Mein Standort ist ... | Das Alltagswort für den Wohnort schlechthin |
Q-Gruppen in der Amateurfunkprüfung
Der Fragenkatalog behandelt die Q-Gruppen kompakt: Sechs Fragen im Abschnitt Betriebliche Kenntnisse drehen sich direkt darum, dazu kommen Erwähnungen in weiteren Fragen. Abgefragt werden immer drei Gruppen gleichzeitig, und du musst sie in der genannten Reihenfolge zuordnen - genau daran scheitern die meisten Fehlversuche, nicht am Wissen selbst.
Diese 13 Q-Gruppen tauchen im aktuellen Katalog auf: QRM, QRN, QRO, QRP, QRT, QRV, QRX, QRZ, QSB, QSL, QSO, QSY und QTH. Dazu kommt VA407 aus dem Fach Vorschriften mit der Frage, wo die Bedeutungen international nachzuschlagen sind - Antwort: in den Radio Regulations, nicht bei IARU, ETSI oder ISO.
Prüfungsfragen zu Q-Gruppen
Alle sechs Q-Gruppen-Fragen aus dem Katalog
Fragetext und Antworten stammen wörtlich aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur. Die Reihenfolge der Antworten wird bei jedem Aufruf neu gemischt und weicht deshalb vom Katalog ab. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.
BB201 Was bedeuten die Q-Gruppen "QRM", "QRN" und "QSB?"?
- Ich werde gestört. Ich habe atmosphärische Störungen. Schwankt die Stärke meiner Zeichen?
- Ich habe Störungen. Sie haben Schwankungen Ihrer Zeichen. Werden Sie gestört?
- Ich habe atmosphärische Störungen. Ich werde gestört. Schwankt die Stärke meiner Zeichen?
- Die Stärke Ihrer Zeichen schwankt. Ich werde gestört. Haben Sie atmosphärische Störungen?
BB202 Was bedeuten die Q-Gruppen "QRO?", "QSO?" und "QRX?"?
- Soll ich die Sendeleistung erhöhen? Können Sie direkt Funkverkehr aufnehmen mit ...? Wann werden Sie mich wieder rufen?
- Soll ich meine Sendeleistung erhöhen? Haben Sie noch etwas für mich vorliegen? Werden Sie mich wieder rufen?
- Soll ich die Sendeleistung verringern? Haben Sie noch etwas für mich vorliegen? Können Sie direkt Funkverkehr aufnehmen mit ...?
- Haben Sie noch etwas für mich vorliegen? Können Sie direkt Funkverkehr aufnehmen mit ...? Wann werden Sie mich wieder rufen?
BB203 Was bedeuten die Q-Gruppen "QRT", "QRZ?" und "QSL?"?
- Stellen Sie die Übermittlung ein. Von wem werde ich gerufen? Können Sie den Empfang bestätigen??
- Stellen Sie die Übermittlung ein. Ich bin bereit. Schicken Sie eine QSL-Karte?
- Stellen Sie die Übermittlung ein. Wie ist Ihr Standort? Können Sie den Empfang bestätigen??
- Ich habe nichts für Sie. Von wem werde ich gerufen? Können Sie den Empfang bestätigen??
BB204 Was bedeuten die Q-Gruppen "QRV", "QRM?" und "QTH"?
- Ich bin bereit. Werden Sie gestört? Mein Standort ist...
- Senden Sie eine Reihe V. Soll ich mehr Sendeleistung anwenden? Ihre gesendeten Töne sind kaum hörbar.
- Ich habe nichts mehr für Sie. Werden Sie gestört? Mein Standort ist...
- Ich habe nichts mehr für Sie. Mein Standort ist... Ich bin bereit.
BB205 Wie verhalten Sie sich, wenn Sie "PSE QRP" aufnehmen?
- Sie verringern die Sendeleistung.
- Sie erhöhen die Sendeleistung.
- Sie wechseln die Frequenz.
- Sie senden eine Bestätigungskarte an die Gegenstation.
BB206 Wie verhalten Sie sich, wenn Sie "PSE QSY ..." aufnehmen?
- Sie wechseln die Frequenz.
- Sie erhöhen die Sendeleistung.
- Sie verringern die Sendeleistung.
- Sie senden eine Bestätigungskarte an die Gegenstation.
Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur (Klasse N, Fach Betriebliche Kenntnisse). Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.
Komplette Liste aller Q-Gruppen im Amateurfunk
Alle 32 im Amateurfunk gebräuchlichen Q-Gruppen mit dem amtlichen Wortlaut - links die Aussage, rechts die Frage mit angehängtem Fragezeichen. Tippe ins Suchfeld, um eine Gruppe direkt zu finden, oder blende mit einem Klick nur den Prüfungsstoff ein. Die Spaltenköpfe sortieren.
| Gruppe | Als Aussage | Als Frage (mit ?) | Prüfung |
|---|---|---|---|
| QRA | Der Name meiner Funkstelle ist ... | Wie ist der Name Ihrer Funkstelle? | |
| QRB | Die Entfernung zwischen unseren Funkstellen beträgt ungefähr ... Seemeilen (oder Kilometer). | In welcher Entfernung befinden Sie sich von meiner Funkstelle? | |
| QRG | Ihre genaue Frequenz ist ... kHz (oder MHz). | Wollen Sie mir meine genaue Frequenz mitteilen? | |
| QRH | Ihre Frequenz schwankt. | Schwankt meine Frequenz? | |
| QRI | Der Ton Ihrer Aussendung ist 1 gut, 2 veränderlich, 3 schlecht. | Wie ist der Ton meiner Aussendung? | |
| QRK | Die Verständlichkeit Ihrer Zeichen ist 1 schlecht, 2 mangelhaft, 3 ausreichend, 4 gut, 5 ausgezeichnet. | Wie ist die Verständlichkeit meiner Zeichen? | |
| QRL | Ich bin beschäftigt (oder mit ... beschäftigt). Bitte nicht stören. | Sind Sie beschäftigt? | |
| QRM | Ich werde gestört (1 nicht, 2 schwach, 3 mäßig, 4 stark, 5 sehr stark). | Werden Sie gestört? | ja |
| QRN | Ich werde durch atmosphärische Störungen beeinträchtigt (1 nicht bis 5 sehr stark). | Werden Sie durch atmosphärische Störungen beeinträchtigt? | ja |
| QRO | Erhöhen Sie die Sendeleistung. | Soll ich die Sendeleistung erhöhen? | ja |
| QRP | Vermindern Sie die Sendeleistung. | Soll ich die Sendeleistung vermindern? | ja |
| QRQ | Geben Sie schneller (... Wörter in der Minute). | Soll ich schneller geben? | |
| QRS | Geben Sie langsamer (... Wörter in der Minute). | Soll ich langsamer geben? | |
| QRT | Stellen Sie die Übermittlung ein. | Soll ich die Übermittlung einstellen? | ja |
| QRU | Ich habe nichts für Sie. | Haben Sie etwas an mich? | |
| QRV | Ich bin bereit. | Sind Sie bereit? | ja |
| QRX | Ich werde Sie um ... Uhr (auf ... kHz) wieder rufen. | Wann werden Sie mich wieder rufen? | ja |
| QRZ | Sie werden von ... gerufen (auf ... kHz). | Von wem werde ich gerufen? | ja |
| QSA | Ihre Zeichen sind 1 kaum, 2 schwach, 3 ziemlich gut, 4 gut, 5 sehr gut hörbar. | Wie ist die Stärke meiner Zeichen? | |
| QSB | Die Stärke Ihrer Zeichen schwankt. | Schwankt die Stärke meiner Zeichen? | ja |
| QSD | Ihre Tastung ist fehlerhaft. | Sind meine Zeichen verstümmelt? | |
| QSK | Ich kann Sie zwischen meinen Zeichen hören; Sie dürfen mich während meiner Übermittlung unterbrechen. | Können Sie mich zwischen Ihren Zeichen hören, und darf ich Sie unterbrechen? | |
| QSL | Ich gebe Ihnen Empfangsbestätigung. | Können Sie mir Empfangsbestätigung geben? | ja |
| QSO | Ich kann mit ... unmittelbar (oder durch Vermittlung von ...) verkehren. | Können Sie mit ... unmittelbar verkehren? | ja |
| QSP | Ich werde gebührenfrei an ... vermitteln. | Wollen Sie gebührenfrei an ... vermitteln? | |
| QSV | Senden Sie eine Reihe V auf dieser Frequenz (oder auf ... kHz). | Soll ich eine Reihe V senden? | |
| QSY | Gehen Sie zum Senden auf eine andere Frequenz über (oder auf ... kHz). | Soll ich zum Senden auf eine andere Frequenz übergehen? | ja |
| QTC | Ich habe ... Nachrichten für Sie. | Wie viele Nachrichten haben Sie zu senden? | |
| QTF | Die Position Ihrer Funkstelle wurde nach Peilung bestimmt auf ... | Wollen Sie mir die Position meiner Funkstelle nach Peilung mitteilen? | |
| QTH | Mein Standort ist ... Breite, ... Länge (oder nach anderer Angabe). | Welches ist Ihr Standort? | ja |
| QTR | Es ist genau ... Uhr. | Welches ist die genaue Uhrzeit? | |
| QTX | Ich halte meine Funkstelle bis ... Uhr für weiteren Verkehr mit Ihnen offen. | Wollen Sie Ihre Funkstelle für weiteren Verkehr mit mir offen halten? |
Amtlicher Wortlaut und gelebter Gebrauch
Der Wortlaut in den Radio Regulations stammt aus der kommerziellen Telegrafie und dem Seefunk. Im Amateurfunk hat sich bei mehreren Gruppen daneben eine eigene Lesart eingebürgert. Beides nebeneinander:
| Gruppe | Amtlicher Wortlaut | Im Amateurfunk |
|---|---|---|
| QRA | Der Name meiner Funkstelle ist ... | Nicht das Rufzeichen, sondern der Name des Betreibers oder der Station |
| QRB | Entfernung in Seemeilen (oder Kilometern) | In Kilometern, oft ersatzweise über den Locator ausgetauscht |
| QRP | Vermindern Sie die Sendeleistung | Eigene Betriebsart mit kleiner Leistung |
| QRZ | Sie werden von ... gerufen | "Wer ruft mich?", im Pile-up auch "der Nächste bitte" |
| QSL | Ich gebe Ihnen Empfangsbestätigung | Auch "verstanden" - und der Name der Bestätigungskarte |
| QSO | Ich kann mit ... unmittelbar verkehren | Das Wort für die Funkverbindung selbst |
| QSK | Ich kann Sie zwischen meinen Zeichen hören | Bezeichnung für die Geräteeigenschaft Full Break-in |
| QTF | Position nach Peilung durch Peilfunkstellen | Kaum gebräuchlich. Für eine reine Peilrichtung wäre ohnehin QTE zuständig |
| QTH | Standort nach Breite und Länge "oder nach anderer Angabe" | Ortsname oder Locator - vom Zusatz "andere Angabe" ausdrücklich gedeckt |
| QTR | Es ist genau ... Uhr | Immer in UTC - das steht aber nicht im Code selbst |
QRP und QRO: aus dem Kürzel wurde eine Betriebsart
Kein anderes Kürzel hat sich so weit von seiner Ursprungsbedeutung entfernt. Amtlich heißt QRP nur "Vermindern Sie die Sendeleistung" - ein Befehl an die Gegenstation. Heute ist QRP eine eigene Spielart des Hobbys mit eigenen Klubs, Contesten und Geräten. QRO ist das Gegenstück.
Die dabei üblichen Grenzen sind keine gesetzliche Vorgabe und stehen in keinem Regelwerk. Sie sind eine Vereinbarung der QRP-Gemeinschaft, und die genaue Fassung hängt vom Verband oder Contest ab. Am weitesten verbreitet ist diese:
- 5 W Ausgangsleistung in Telegrafie - gemessen am Sender, nicht an der Antenne. ARRL und G-QRP-Club nennen übereinstimmend diesen Wert. Ob schmalbandige und digitale Betriebsarten mitgezählt werden, regelt jeder Verband und jede Contest-Ausschreibung selbst; die beiden genannten Quellen sprechen nur von Telegrafie.
- 10 W PEP in SSB
- QRPp nennt die Szene alles unter 1 W - dafür gibt es keinen festen Grenzwert
So klingt das im QSO
Theorie hilft nur begrenzt. Zwei typische Verbindungen, einmal in Telegrafie und einmal in Sprechfunk:
Zuerst prüfen, ob die Frequenz frei ist:
QRL?Keine Antwort, also der Anruf:
CQ CQ CQ DE DL1XYZ DL1XYZ KDL1XYZ DE DL2ABC DL2ABC KNDL2ABC DE DL1XYZ GM OM ES TNX FER CALL = UR RST 599 599 = NAME STEFAN STEFAN = QTH HAMBURG HAMBURG = HW? KNDL1XYZ DE DL2ABC R TNX FER RPRT = UR RST 579 579 = NAME PETER = QTH MUENCHEN = RIG 100W ANT DIPOL = QSB HR = PSE QRS KNDL2ABC DE DL1XYZ QSL ES TNX FER NICE QSO = PSE QSL VIA BURO = 73 ES GL SKIn diesen wenigen Zeilen stecken sechs Q-Gruppen: die Belegtabfrage (QRL?), der Signalrapport-Ersatz (RST statt QSA und QRK), der Hinweis auf Schwund (QSB), die Bitte um langsameres Geben (QRS), die Empfangsbestätigung (QSL) und die Absprache über den Kartenversand.
"CQ CQ CQ, hier ist Delta Lima Eins X-Ray Yankee Zulu, und Ende."
"Delta Lima Eins X-Ray Yankee Zulu, hier ist Delta Lima Zwei Alpha Bravo Charlie, kommen."
"Vielen Dank für den Anruf, du bist 5 und 9. Mein QTH ist Hamburg, mein Name ist Stefan. Wie hörst du mich? Kommen."
"Danke, du bist ebenfalls 5 und 9, aber mit etwas QSB. Mein QTH ist München, Name Peter. Kommen."
Der Unterschied springt ins Auge: In Telegrafie trägt fast jedes Wort ein Kürzel, in Sprechfunk bleiben nur zwei übrig. Genau so ist es gedacht.
Werden Q-Gruppen heute noch verwendet?
Ja, aber sehr unterschiedlich je nach Betriebsart:
| Betriebsart | Rolle der Q-Gruppen |
|---|---|
| Telegrafie (CW) | Zentraler Bestandteil der Betriebspraxis. Hier wurden sie erfunden, hier bringen sie den vollen Nutzen - ein QSO ohne sie geht trotzdem. |
| SSB und FM | Ein harter Kern hat sich durchgesetzt: QTH, QSO, QSL, QSY, QRZ, QRM, QSB. Der Rest wirkt aufgesetzt. |
| FT8 und andere Digimodes | Praktisch keine. Das Protokoll kennt feste Nachrichtentypen (Rufzeichen, Locator, Rapport, RR73, 73). RR73 und 73 sind keine Q-Gruppen. |
| Relaisfunk | Seltener als auf Kurzwelle; dort wird eher in Klartext gesprochen. |
Merkhilfen für die Prüfung
Die folgenden Eselsbrücken funktionieren gut - aber sie sind genau das: Lernhilfen, nachträglich erfunden. Die Buchstaben selbst bedeuten nichts (mehr dazu im Abschnitt Irrtümer).
- QRM - M wie man-made: Störung durch Technik und andere Sender
- QRN - N wie natural oder noise: Störung durch die Natur
- QRO - O wie Output: mehr Leistung raus
- QRP - P wie piano: leise, wenig Leistung
- QRQ - Q wie quicker: schneller geben
- QRS - S wie slower: langsamer geben
- QRT - T wie terminate: Schluss machen
- QRV - V wie vorbereitet: ich bin bereit
- QSL - L wie geloggt: eingetragen und bestätigt
- QSY - Y wie frequency shift: Frequenz wechseln
- QTH - H wie home: da, wo ich wohne
Woher der Q-Schlüssel kommt
Die Q-Gruppen sind älter als der Amateurfunk als geregeltes Hobby. Sie entstanden im Schiffsfunk, wo Betreiber verschiedener Nationen und Gesellschaften miteinander auskommen mussten:
| Jahr | Was passierte |
|---|---|
| 1909 | Die britische Post gibt eine erste Liste von Q-Gruppen für Schiffe und Küstenfunkstellen heraus. |
| 1912 | Die International Radiotelegraph Convention in London übernimmt den Q-Schlüssel international. |
| 1927 | Die Konferenz von Washington erweitert den Q-Schlüssel. Der Block QRA bis QUZ, der den Amateurfunk betrifft, ist spätestens ab 1947 in dieser Form belegt. |
| 1930er | Die Bewertungsskalen entstehen: QSA wird vor 1936 in Madrid vorgeschrieben, die Verständlichkeitsskala QRK kommt 1938 in Kairo dazu. |
| 1947 | Atlantic City: Der Q-Schlüssel bekommt in Appendix 9 der Radio Regulations im Wesentlichen seine heutige Form. |
| 1990 | In dieser Ausgabe der Radio Regulations steht der Q-Schlüssel in zwei getrennten Anhängen: Appendix 13 für alle Dienste außer dem Seefunk, Appendix 14 für den Seefunk. |
| seit Ende der 1990er | Der Volltext wandert aus dem Anhangsband der Radio Regulations in die Empfehlung ITU-R M.1172, die per Verweis Bestandteil der Regulations bleibt. |
Funkamateure übernahmen die Gruppen ab etwa 1915. Wie selbstverständlich das schon damals war, zeigt der Name der ARRL-Zeitschrift QST, die seit Dezember 1915 erscheint - QST heißt "Allgemeiner Anruf an alle Stationen".
Die historische Aufteilung der Buchstabenbereiche
Der Vorrat wurde nach Funkdiensten aufgeteilt. Das erklärt, warum die im Amateurfunk gebräuchlichen Gruppen alle zwischen QRA und QUZ liegen:
| Bereich | Zuständig | Bedeutung für Funkamateure |
|---|---|---|
| QAA - QNZ | Flugfunkdienst (ICAO) | Nicht relevant, dort gelten andere Bedeutungen |
| QOA - QQZ | Seefunkdienst | Nicht relevant |
| QRA - QUZ | Allgemeiner Bereich, ursprünglich für alle Dienste außer dem Seefunk | Daraus stammen die im Amateurfunk üblichen Gruppen |
| QVA - QZZ | Von der Fernmeldeunion nicht vergeben | Einzelne nationale Netze nutzen dort eigene, nicht international genormte Gruppen |
Diese Aufteilung ist eine historische Momentaufnahme, keine bis heute durchgehaltene Trennung: Die aktuelle Empfehlung ITU-R M.1172 führt in einem einzigen Anhang die Gruppen von QOA bis QUZ - der ursprünglich seefunkfreie Block QRA bis QUZ steht dort also mit im Seefunk-Dokument.
Sechs verbreitete Irrtümer
Nein. Die Gruppen wurden innerhalb der Bereiche fortlaufend vergeben, die Buchstaben stehen für nichts. Der beste Beleg: Für dieselbe Gruppe kursieren je nach Quelle verschiedene Merkwörter - QRM wird mal mit "man-made", mal mit "Matsch" erklärt. Ein echtes Akronym hätte genau eine Herleitung. Auch "QSL = Signal Logged", "QTH = Home" und "QRT = Terminate" sind nachträglich gebaute Eselsbrücken.
Das ist im CB-Funk verbreitet und im Amateurfunk falsch. Für den allgemeinen Anruf gibt es den CQ-Ruf. QRZ? fragt: "Von wem werde ich gerufen?" Wer damit ins Band ruft, hat niemanden gerufen, sondern nur gefragt, wer ihn gerufen hat.
Umgekehrt. Sie entstanden 1909 im kommerziellen Schiffsfunk. Funkamateure haben sie übernommen, weil sie sich bewährt hatten.
Nein, QRA fragt nach dem Namen der Funkstelle. Das Rufzeichen wird ohne Q-Gruppe genannt - es steht bei jedem Anruf ohnehin dabei.
Genau das Gegenteil, und das ist sogar prüfungsrelevant: Bei BB101 ist "Verschleierung des Funkbetriebes gegenüber unbefugten Zuhörern" ausdrücklich die falsche Antwort. Verschlüsselter Funkverkehr ist im Amateurfunkdienst nicht zulässig; Q-Gruppen sind veröffentlichter, weltweit nachschlagbarer Klartext.
Sind sie nicht - sie fangen nicht mit Q an. SK ist ein Betriebszeichen der Telegrafie, 73 stammt aus einem amerikanischen Telegrafencode von 1859. Beides gehört zum Betriebsjargon, nicht zum Q-Schlüssel.
Abkürzungen, die keine Q-Gruppen sind
Im QSO mischen sich mehrere Systeme. Diese hier begegnen dir ständig, gehören aber nicht zum Q-Schlüssel:
| Kürzel | Bedeutung | Herkunft |
|---|---|---|
| CQ | Allgemeiner Anruf an alle Stationen | Britische Drahttelegrafie, belegt schon 1871 - rund vier Jahrzehnte älter als der Q-Schlüssel |
| DE | von (die folgende Station sendet) | Französisch "de" |
| K | Bitte kommen, jede Station darf antworten | Betriebszeichen |
| KN | Bitte kommen, nur die genannte Station | Betriebszeichen |
| AR | Ende der Übermittlung | Betriebszeichen |
| SK | Ende der Verbindung; auch für einen verstorbenen Funkamateur (Silent Key) | Betriebszeichen |
| 73 | Viele Grüße | Amerikanischer Telegrafencode von 1859. Nie "73s" - die Mehrzahl steckt schon drin |
| 88 | Liebe und Küsse | Aus demselben Code |
| OM | Old Man, kollegiale Anrede | Betriebsjargon |
| YL | Young Lady, Funkamateurin | Betriebsjargon |
| XYL | Die Ehefrau eines Funkamateurs | Gängige Erklärung: "Ex-Young Lady". Belegt ist das nicht, und nicht jede Funkamateurin findet den Begriff passend |
| TNX, PSE, UR, ES, FB, HW? | Thanks, please, your, and, fine business, wie hörst du mich? | Echte englische Abkürzungen - anders als die Q-Gruppen |
Ebenfalls eigene Systeme: die internationale Buchstabiertafel (sie kodiert einzelne Buchstaben, nicht Aussagen) und das RST-System für Signalrapporte. RST kam 1934 auf und hat die älteren Q-Rapporte QSA, QRK und QRI im Amateurfunk weitgehend abgelöst - deshalb hörst du heute "599" statt "QSA 5 QRK 5".
Q-Gruppen sind nur der Anfang
Betriebstechnik ist eines von drei Prüfungsfächern - und das, in dem du am schnellsten vorankommst. Der Lernbereich führt dich mit den Originalfragen der Bundesnetzagentur durch alle Kapitel, merkt sich deinen Fortschritt und zeigt dir, welche Themen noch wackeln.
Prüfungsvorbereitung startenHäufige Fragen zum Q-Schlüssel
Was bedeutet QTH?
QTH bedeutet "Mein Standort ist ...". Mit Fragezeichen wird daraus "Welches ist Ihr Standort?". Amtlich ist damit die Position nach Breite und Länge gemeint, im Amateurfunk nennt man schlicht den Wohnort oder den Locator. Als Eselsbrücke dient das H wie "Home".
Was ist der Unterschied zwischen QRM und QRN?
QRM heißt "Ich werde gestört" und meint in der Praxis Störungen durch andere Sender oder durch Technik wie Schaltnetzteile und LED-Lampen. QRN heißt "Ich werde durch atmosphärische Störungen beeinträchtigt" und meint Naturerscheinungen wie Gewitter. Die Merkregel "M wie man-made, N wie natural" trifft den Alltag gut, steht aber nicht im Regelwerk: Der amtliche Wortlaut von QRM nennt keine Störquelle.
Was bedeutet QRZ und darf ich damit rufen?
QRZ bedeutet "Sie werden von ... gerufen", mit Fragezeichen "Von wem werde ich gerufen?". Es ist also eine Rückfrage, wenn du ein Rufzeichen nicht verstanden hast. Als allgemeiner Anruf ist QRZ falsch, dafür gibt es CQ. Im Pile-up sendet die gesuchte Station allerdings oft "QRZ?", um zu zeigen, dass sie wieder aufnahmebereit ist.
Was bedeuten QRP und QRO?
Amtlich heißt QRP "Vermindern Sie die Sendeleistung" und QRO "Erhöhen Sie die Sendeleistung". Im Amateurfunk bezeichnet QRP zusätzlich den Betrieb mit kleiner Leistung. Üblich sind dafür höchstens 5 Watt in Telegrafie und digitalen Betriebsarten sowie 10 Watt PEP in SSB. Diese Grenzen sind eine Vereinbarung der QRP-Gemeinschaft, keine gesetzliche Vorgabe.
Welche Q-Gruppen kommen in der Amateurfunkprüfung vor?
Im aktuellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur tauchen 13 Q-Gruppen auf: QRM, QRN, QRO, QRP, QRT, QRV, QRX, QRZ, QSB, QSL, QSO, QSY und QTH. Sechs Fragen im Fach Betriebliche Kenntnisse drehen sich direkt darum. Wichtig ist die Reihenfolge: Die Fragen nennen jeweils drei Gruppen, und die Bedeutungen müssen in genau dieser Reihenfolge zugeordnet werden.
Sind Q-Gruppen international einheitlich?
Ja. Die Bedeutungen gehen auf die Internationale Fernmeldeunion zurück und gelten weltweit. Genau darauf zielt die Prüfungsfrage VA407 ab: nachzuschlagen sind sie in den Radio Regulations, nicht bei IARU, ETSI oder ISO. Der Volltext ist dort inzwischen allerdings in die Empfehlung ITU-R M.1172 ausgelagert. Unterschiedlich ist nur der gelebte Gebrauch, etwa wenn QSL im Alltag einfach "verstanden" heißt.
Werden Q-Gruppen nur beim Morsen verwendet?
Erfunden wurden sie für die Telegrafie, und dort sind sie unverzichtbar. Im Sprechfunk hat sich ein kleiner Kern durchgesetzt, vor allem QTH, QSO, QSL, QSY, QRZ und QRM. Der DARC-Lehrgang rät allerdings ausdrücklich davon ab, sie im Sprechfunk zu verwenden. In digitalen Betriebsarten wie FT8 spielen sie praktisch keine Rolle, weil das Protokoll feste Nachrichtentypen vorgibt.
Wofür stehen die Buchstaben in den Q-Gruppen?
Für nichts. Die Gruppen wurden innerhalb der zugeteilten Buchstabenbereiche fortlaufend vergeben, sie sind keine Abkürzungen englischer Wörter. Alle bekannten Herleitungen wie "QSL = Signal Logged" oder "QTH = Home" sind nachträglich gebaute Eselsbrücken. Ein Hinweis darauf: Für dieselbe Gruppe kursieren je nach Quelle verschiedene Merkwörter.
Woher kommen die Q-Gruppen?
Aus dem Schiffsfunk. 1909 gab die britische Post eine erste Liste für Schiffe und Küstenfunkstellen heraus, 1912 übernahm die International Radiotelegraph Convention in London den Q-Schlüssel international. 1927 wurde in Washington der Block QRA bis QUZ festgelegt, 1947 bekam das System in Atlantic City im Wesentlichen seine heutige Form. Funkamateure nutzen die Gruppen seit etwa 1915.
Was heißt QRL und warum fragt man das vor jedem Anruf?
QRL heißt "Ich bin beschäftigt, bitte nicht stören". Mit Fragezeichen fragt man damit, ob eine Frequenz schon belegt ist. Vor einem Anruf sollte man immer prüfen, ob die Frequenz frei ist - denn eine schwache Gegenstation hört man womöglich selbst gar nicht, während sie gerade ein QSO führt. In Telegrafie ist QRL? dafür das übliche Mittel; im Sprechfunk fragt man in Klartext. Die belegende Station antwortet meist nur kurz mit einem einzelnen Zeichen.