Ein QSO ist eine tatsächlich zustande gekommene Funkverbindung zwischen zwei Stationen - der Kontakt, nicht der Versuch. Wer einen Anruf aussendet und keine Antwort bekommt, hat kein QSO geführt. Kommt eine Antwort, tauschen beide Seiten üblicherweise ihre Rufzeichen und eine Bewertung des Signals aus. In Runden und Netzen können auch mehrere Stationen beteiligt sein.

💡 Kurzfassung: QSO ist ein Q-Schlüssel und steht für die Frage "Können Sie direkt Funkverkehr aufnehmen mit ...?" beziehungsweise die entsprechende Antwort. Im heutigen Sprachgebrauch steht das Kürzel für die Funkverbindung selbst: Man führt ein QSO, loggt es und lässt es sich per QSL bestätigen. Q, S und O stehen dabei für nichts - der Q-Code ist kein Akronym.

Was bedeutet QSO?

Kurz gesagt: QSO bezeichnet im Amateurfunk eine Funkverbindung beziehungsweise einen Funkkontakt zwischen zwei Stationen. Der Ausdruck stammt aus dem internationalen Q-Schlüssel der Telegrafie, wo er ursprünglich ein Betriebssignal war. Der DARC-Lehrgang gibt ihn als Frage mit "Können Sie mit ... unmittelbar (oder durch Vermittlung von ...) verkehren?" wieder, der Fragenkatalog der Bundesnetzagentur in der knapperen Form "Können Sie direkt Funkverkehr aufnehmen mit ...?" (Frage BB202).

Wichtig für das Verständnis sind zwei Dinge:

❌ "QSO ist die Abkürzung für Funkgespräch"
Das trifft es nicht. Der Q-Code ist kein Akronym - Q, S und O sind nicht die Anfangsbuchstaben von drei Wörtern. Es sind Dreiergruppen, denen im Codesystem jeweils eine feste Bedeutung zugewiesen wurde. Entstanden ist das, weil sich in der Handtelegrafie jedes Zeichen als Sendezeit bezahlt macht und weil Funker verschiedener Sprachen sich verstehen mussten. Merksätze wie "QRM heißt Matsch" sind Eselsbrücken für die Prüfung, keine Herleitung.

Zum anderen hat sich die Wortart verschoben. Aus dem Betriebssignal ist ein Hauptwort geworden: Man "hat ein QSO", "loggt ein QSO", spricht vom "QSO-Partner". Der aktuelle BNetzA-Fragenkatalog benutzt es selbstverständlich so ("SSB-QSO", "QSO-Partner", "QSO-Daten"). Sprachlich ist das eine Weiterentwicklung, fachlich unstrittig.

💡 Ein Kürzel mit langer Tradition. Der Q-Code entstand um 1909 in Großbritannien und wurde 1912 international übernommen. Die vollständige Tabelle für alle Funkdienste stand lange in einem Anhang der Vollzugsordnung für den Funkdienst; heute wird QSO im Amateurfunk vor allem als etablierte internationale Betriebsabkürzung verwendet und über die nationalen Prüfungskataloge und die Verbände weitergegeben.

Wie läuft ein QSO ab?

Ein klassisches direktes QSO folgt häufig diesem Grundmuster. Je nach Betriebsart und Situation weicht der Ablauf aber deutlich ab - im Contest, über einen Satelliten oder in FT8 sieht er anders aus.

  1. Frequenz prüfen - wenn man selbst rufen will. Erst hören, dann fragen: "Is this frequency in use?" beziehungsweise in Telegrafie "QRL?". Nachzufragen lohnt, weil man den Gesprächspartner der belegenden Station womöglich gar nicht hört; er kann in der toten Zone liegen. Wer dagegen auf einen fremden CQ-Ruf antwortet, fragt natürlich nicht - dort wäre es eine Störung.
  2. Anruf. Entweder ein allgemeiner Anruf (CQ) oder ein gezielter Anruf an eine bestimmte Station - immer mit dem eigenen Rufzeichen.
  3. Antwort. Die Gegenstation nennt das Rufzeichen der gerufenen Station und dann ihr eigenes.
  4. Austausch. Signalrapport, meist dazu Name und Standort, oft noch Angaben zu Gerät und Antenne.
  5. Weiteres Gespräch, wenn beide mögen - muss aber nicht sein.
  6. Verabschiedung, üblicherweise mit 73, und erneut mit Rufzeichen.
  7. Eintrag ins Logbuch - freiwillig, aber üblich.
💡 So klingt ein einfaches QSO in Sprache:
  • DL1ABC: "CQ CQ CQ von DL1ABC, Delta Lima eins Alpha Bravo Charlie ruft CQ und hört."
  • DL2XYZ: "DL1ABC von DL2XYZ, Delta Lima zwei X-Ray Yankee Zulu."
  • DL1ABC: "DL2XYZ von DL1ABC, guten Abend, danke für den Anruf, du bist 59. Mein Name ist Stefan, mein QTH ist Hamburg. Wie ist die Aufnahme? DL2XYZ von DL1ABC."
  • DL2XYZ: "DL1ABC von DL2XYZ, guten Abend Stefan, du kommst mit 57 an. Mein Name ist Peter, QTH ist Leipzig. Zurück zu dir."
  • DL1ABC: "Danke Peter, hier laufen 100 Watt an einen Dipol. 73 und hoffentlich bis bald. DL2XYZ von DL1ABC."

Bei der Anrede hat sich eine Reihenfolge eingebürgert, die Einsteiger oft umdrehen: zuerst das Rufzeichen der Gegenstation, dann das eigene - "DL2XYZ von DL1ABC". Und beim Namen bleibt es üblicherweise beim Vornamen. Beides ist Betriebskultur, keine Regel.

⚠️ Das Rufzeichen ist keine Höflichkeit, sondern Pflicht. § 11 Abs. 1 AFuV: "Die für den jeweiligen Verwendungszweck zugeteilten Rufzeichen sind bei Beginn und Beendigung jeder Funkverbindung sowie mindestens alle zehn Minuten während des Funkverkehrs zu übermitteln." Name, Standort und Stationsbeschreibung sind demgegenüber nach § 11 AFuV nicht vorgeschrieben - sie sind Betriebskonvention.

Prüfungsfragen zum QSO

Der Ablauf einer Funkverbindung wird im Fach Betriebliche Kenntnisse geprüft. Diese vier Fragen stammen wörtlich aus dem Fragenkatalog der Bundesnetzagentur und decken genau die Punkte ab, an denen Einsteiger unsicher sind.

Vier echte Fragen aus dem Fragenkatalog

Fragetext und Antworten stammen wörtlich aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur. Die Reihenfolge der Antworten wird bei jedem Aufruf neu gemischt und weicht deshalb vom Katalog ab. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.

BE101 Wie können Sie eine Amateurfunkverbindung zum Beispiel beginnen?

  • Durch Benutzen der internationalen Betriebsabkürzung CQ bzw. mit einem allgemeinen Anruf; mit einem gezielten Anruf an eine bestimmte Station oder mit einer Antwort auf einen allgemeinen Anruf, jeweils mit Nennung des eigenen Rufzeichens.
  • Durch wiederholtes Aussenden der internationalen Q-Gruppe "QRZ?" mit angehängtem eigenen Rufzeichen und dem Abhören der Frequenz in den Sendepausen.
  • Durch mehrmaliges, bei schlechten Ausbreitungsbedingungen häufiges Aussenden der Abkürzung CQ, des eigenen Rufzeichens und der Q-Gruppe "QTH" mit Zwischenhören.
  • Durch das Aussenden Ihres Rufzeichens und des in der IARU festgelegten Auftasttones von 1750 Hz, durch den die abhörenden Stationen Ihren Verbindungswunsch erkennen.

BE110 Sie hören 4U1ITU in Telefonie rufen: "CQ VK/ZL this is 4U1ITU". Sollten Sie 4U1ITU anrufen, wenn Sie gerne ein QSO mit der Station führen würden?

  • Nein! 4U1ITU sucht eine Verbindung mit Australien oder Neuseeland.
  • Ja! 4U1ITU in Australien/Neuseeland sucht eine Verbindung.
  • Ja! Aber nur wenn Sie geborener Australier oder Neuseeländer sind.
  • Nein! 4U1ITU sucht nur Verbindungen mit Indien oder Südafrika.

BE108 Sie haben eine Funkverbindung mit einer vorher "CQ" rufenden Station beendet. Anschließend werden Sie von einer anderen Station gerufen. Wie verhalten Sie sich?

  • Ich verständige mich mit der neuen Gegenstation auf eine andere Frequenz und führe dort das QSO weiter.
  • Ich bleibe auf der Frequenz und tätige ein QSO mit der neu rufenden Station.
  • Ich gehe etwa 1 kHz neben die bisherige Frequenz und rufe dort die anrufende Station.
  • Ich reagiere nicht auf den Anruf, weil die Frequenz der Station gehört, die CQ gerufen hat.

BE303 Sie nehmen an einem Amateurfunkwettbewerb (Contest) teil. Welche Informationen sollten Sie in einem QSO austauschen?

  • Ich übermittle die in der Ausschreibung festgelegten Daten, damit die Verbindung gewertet wird.
  • Ich sende Rufzeichen, Signalrapport, Name, Standort und Stationsbeschreibung, damit das Logbuch der Gegenstation vollständig ist.
  • Ich entscheide für jede Verbindung einzeln, welche Daten ich sende, damit ich nicht zu viel über mich preisgebe.
  • Ich beschränke mich auf das Rufzeichen, damit ich schnell möglichst viele Verbindungen erzielen kann.

Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur. Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.

💡 Zwei Antworten, die Einsteiger reizen - und warum sie falsch sind. "QRZ?" heißt "Von wem werde ich gerufen?" - es ist eine Rückfrage, kein Anruf. Und der 1750-Hz-Ton ist keine IARU-Regel für den Verbindungsaufbau, sondern der klassische Auftastton, mit dem in Europa ein FM-Relais geöffnet wird; verbreitet ist inzwischen zusätzlich CTCSS.
Betriebstechnik ist kein Bauchgefühl. Wer die Frequenz belegt, wie man einen gerichteten Anruf erkennt, wann man ausweicht - das steht alles im Fragenkatalog und wird geprüft. Hier übst du es mit dem kompletten Katalog.
Betriebstechnik lernen

Was wird bei einem QSO ausgetauscht?

Zwei Dinge sollte man auseinanderhalten: was die Stationen einander mitteilen, und was ohnehin feststeht, weil sie sich sonst gar nicht hören würden.

AngabeBeispielStatus
RufzeichenDL1ABCVorgeschrieben (§ 11 AFuV)
Signalrapport59 · 599 · -08 dBÜblich, Form je nach Betriebsart
NamePeter (Vorname)Üblich in Sprache und Telegrafie
StandortLeipzig oder QTH-Locator JO61Üblich, bei UKW-Betrieb als Locator
Station100 W an einem DipolHäufig im längeren Gespräch
Normalerweise Rahmenbedingung statt Gesprächsinhalt:
Frequenz / Band14,250 MHz / 20 mErgibt sich aus dem Betrieb - im Split-Verfahren senden beide allerdings auf verschiedenen Frequenzen
BetriebsartSSB, CW, FT8Das Übertragungsverfahren selbst

Der Rapport sieht je nach Betriebsart anders aus: in Sprache der zweiteilige RS-Wert (Verständlichkeit und Feldstärke, etwa 59), in Telegrafie der dreiteilige RST-Wert mit Tonbewertung (etwa 599), bei FT8 dagegen das Signal-Rausch-Verhältnis in Dezibel - häufig ein negativer Wert wie -08.

Muss ein QSO gesprochen werden?

Nein. Telegrafie und digitale Verfahren sind selbstverständliche Betriebsarten des Amateurfunks. § 16 Abs. 7 AFuV verlangt lediglich, dass der Amateurfunkverkehr "in offener Sprache" abgewickelt wird, und stellt ausdrücklich klar: "Der internationale Amateurschlüssel und die international gebräuchlichen Betriebsabkürzungen gelten als offene Sprache." Genau deshalb darf man mit Q-Gruppen und Kürzeln arbeiten, ohne gegen das Verschleierungsverbot zu verstoßen. Ein QSO kann also laufen:

  • in Sprache (SSB oder FM) - der klassische Fall
  • in Telegrafie - mit Morsezeichen und Abkürzungen wie DE (von), K (bitte kommen), R (verstanden), TU (danke), SK (Ende der Verbindung)
  • digital, etwa mit FT8
  • über ein Relais oder einen Amateurfunksatelliten

Am stärksten unterscheidet sich der digitale Betrieb. FT8 arbeitet in festen 15-Sekunden-Sequenzen; ein störungsfrei durchlaufendes Standard-QSO ist nach wenigen Sequenzen fertig und dauert typischerweise ein bis zwei Minuten. Ausgetauscht werden Rufzeichen, meist ein Locator, die Signalrapporte in dB und die Empfangsbestätigungen. Für ausführliche Angaben ist kein Platz - die Nachrichten sind stark begrenzt, wobei FT8 neben den Standardnachrichten auch kurze Freitexte kennt.

💾 Ein möglicher FT8-Ablauf:
CQ K1JT FN20K1JT K9AN EN50K9AN K1JT -10K1JT K9AN R-12K9AN K1JT RRRK1JT K9AN 73
Anruf mit Locator, Antwort mit Locator, Rapport, Bestätigung plus Gegenrapport, Empfangsbestätigung, Abschluss. Statt RRR ist auch RR73 gebräuchlich, was einen Durchgang spart.

Beim Betrieb über Relais gehören kurze Durchgänge zum guten Ton, damit andere Stationen dazwischenkommen können. Bei Satelliten kommt der Dopplereffekt hinzu: Weil sich der Satellit bewegt, verschiebt sich die Frequenz während des Überflugs merklich und muss nachgeführt werden - und das Zeitfenster ist kurz, weshalb dort besonders knapp gearbeitet wird.

Wie lange dauert ein QSO?

Die Spannweite ist größer, als Einsteiger vermuten:

ArtDauerInhalt
Contest-QSOwenige SekundenNur der ausgeschriebene Datenaustausch
FT8rund 90 SekundenSechs feste Durchgänge
Alltags-QSOeinige MinutenRapport, Name, Standort, Station
Ragchew (Plauderei)eine halbe Stunde und mehrFreies Gespräch

Wie kurz es im Wettbewerb wirklich wird, zeigen die Bestwerte des CQ WW: Die höchste gewertete Stundenrate liegt bei 450 Verbindungen in einer Stunde in Telegrafie und 438 in Sprache - im Schnitt also unter zehn Sekunden je QSO. Am anderen Ende steht der "Rag Chewers Club" der ARRL, dessen Bedingung ein einzelnes QSO von mindestens 30 Minuten ist.

Wann ist ein QSO gültig?

Eine allgemeinverbindliche Definition gibt es nicht. Weder das deutsche Amateurfunkrecht noch der Prüfungsstoff kennen den Begriff des "gültigen QSO" - im normalen Funkbetrieb spricht man schlicht dann von einem QSO, wenn tatsächlich eine wechselseitige Verbindung zustande gekommen ist und beide Stationen einander identifizieren konnten.

Sobald Wertungen im Spiel sind, entscheidet dagegen das jeweilige Regelwerk - und zwar unterschiedlich:

  • Diplomprogramme legen selbst fest, was zählt. Das DXCC etwa schließt Verbindungen über Relais ausdrücklich aus, lässt Satelliten aber für ein eigenes Satelliten-Diplom zu.
  • Conteste definieren den nötigen Datenaustausch in ihrer Ausschreibung; fehlt er, wird die Verbindung nicht gewertet.

Als gemeinsamer Nenner hat sich in der Betriebspraxis eingebürgert, dass beide Seiten einander identifiziert und den Empfang bestätigt haben. Ein Gespräch, Zusatzangaben oder eine spätere QSL-Bestätigung gehören ausdrücklich nicht dazu.

Rufzeichen, Rapport, Q-Schlüssel, Bandpläne: Das Vokabular des Funkbetriebs ist der Stoff, mit dem die Prüfung anfängt - und der Teil, den man danach jeden Tag benutzt. Hier übst du ihn mit dem offiziellen Fragenkatalog.
Funkbetrieb für die Prüfung lernen

QSO, Logbuch und QSL - der Unterschied

Drei Begriffe, die zusammengehören und trotzdem verschiedene Dinge bezeichnen:

BegriffWas es istWann es entsteht
QSODie FunkverbindungWährend des Kontakts
LogbuchDie eigene DokumentationWährend oder nach dem Kontakt
QSLDie Bestätigung durch die GegenstationSpäter, oft viel später

Ein QSO ist mit dem Funkkontakt abgeschlossen - es "zählt" nicht erst, wenn eine Bestätigung eintrifft. Und eine Logbuchpflicht für jede Verbindung gibt es in Deutschland nicht; die Bundesnetzagentur kann Aufzeichnungen nur im Einzelfall verlangen, etwa zur Störungsermittlung nach § 17 AFuV. Geführt wird das Logbuch trotzdem fast überall, weil es für QSL-Abgleich, Diplome und Contest-Wertungen praktisch unverzichtbar ist.

Was ist ein DX-QSO?

DX steht für große Entfernung. Eine feste Kilometergrenze gibt es nicht - was als DX gilt, hängt vom Band und vom Zusammenhang ab. Der Fragenkatalog der Bundesnetzagentur zieht die Linie aber erstaunlich klar, und zwar unterschiedlich je nach Frequenzbereich:

✅ Wer auf "CQ DX" antworten soll
  • Auf Kurzwelle (Beispiel 80-m-Band): Stationen von anderen Kontinenten - europäische Stationen sollen einen europäischen "CQ DX"-Ruf auf 20 m also nicht beantworten
  • Auf VHF und UHF: Stationen in mehr als einigen hundert Kilometern Entfernung

Wer "CQ DX" ruft, sucht also gezielt solche Verbindungen. Umgekehrt kann ein Anruf auch geografisch eingegrenzt sein - genau darum geht es in der Prüfungsfrage BE110 oben: "CQ VK/ZL" richtet sich an Australien (VK) und Neuseeland (ZL). Wer aus Europa antwortet, stört nur.

Wird eine seltene Station gerufen, entsteht schnell ein Pile-up: Viele Stationen rufen gleichzeitig. Der Betrieb wird dadurch zunehmend unübersichtlich, weshalb begehrte DX-Stationen dann im Split-Betrieb arbeiten - sie senden auf einer Frequenz und hören auf einer anderen, angekündigt etwa als "5 up" oder "listening 5 to 10 up". Wer dort auf der Sendefrequenz ruft, blockiert genau die Station, die er erreichen will. Wie stark sich die Bedingungen für solche Verbindungen ändern, zeigt unser Funkwetter.

Was ist ein Contest-QSO?

In einem Contest zählt jede Verbindung Punkte, und deshalb wird alles weggelassen, was nicht gewertet wird. Ausgetauscht wird nur, was die Ausschreibung verlangt - der sogenannte Exchange:

  • CQ WW DX Contest: Rapport plus CQ-Zone, also etwa "59 14" in Sprache oder "599 14" in Telegrafie
  • IARU HF World Championship: Rapport plus ITU-Zone; die Stationen der Mitgliedsverbände senden statt der Zone ihr Verbandskürzel

Das ist der Grund für die Prüfungsantwort in BE303: Wer im Contest Name, Wetter und Antennenhöhe erzählt, hält den Betrieb auf und liefert trotzdem nichts Wertbares. Umgekehrt gehört genau das in ein normales Gespräch.

⚠️ Ein Contest-QSO ist trotzdem ein vollwertiges QSO. Beide Stationen identifizieren einander und bestätigen den Empfang - dass es zehn Sekunden dauert statt zehn Minuten, ändert daran nichts. Die Verbindungen zählen für Diplome ganz normal mit.

Warum am Ende "73" steht

Fast jedes QSO endet mit der Zahl 73. Sie bedeutet "beste Grüße" und wird in allen Betriebsarten benutzt - gesprochen, getastet und als letzte Nachricht eines FT8-Durchgangs. Eine Regel ist das nicht, aber eine so feste Gewohnheit, dass ihr Fehlen auffällt.

Zwei Dinge lohnt es sich zu merken, bevor man selbst sendet: Üblich ist schlicht 73; Formen wie "73s" gelten unter Funkamateuren als unnötige Erweiterung, eine Vorschrift ist das aber nicht. Und 73 ist nicht dasselbe wie 88, das für "Küsschen" steht und entsprechend sparsam verwendet wird.

Woher die Zahl stammt, welche weiteren Zahlencodes es gibt und welche Erzählungen sich um sie ranken, steht im eigenen Artikel: 73 - Bedeutung und Herkunft der Funkergrüße.

Vom Zuhören zum ersten QSO

Ein QSO zu führen ist keine Kunst - man muss nur wissen, wie der Ablauf geht und was gesagt werden muss. Genau das wird in der Amateurfunkprüfung abgefragt, und die Fragen sind öffentlich. Bei 12db übst du sie kostenlos mit dem kompletten Katalog der Bundesnetzagentur.

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Häufige Fragen zum QSO

Was bedeutet QSO?

QSO bezeichnet im Amateurfunk eine Funkverbindung zwischen zwei oder mehr Stationen. Es ist ein Q-Schlüssel aus der Telegrafie; der Fragenkatalog der Bundesnetzagentur gibt die Frageform mit "Können Sie direkt Funkverkehr aufnehmen mit ...?" wieder, der DARC-Lehrgang ausführlicher mit "Können Sie mit ... unmittelbar (oder durch Vermittlung von ...) verkehren?". Heute wird das Kürzel als Hauptwort für den Funkkontakt selbst benutzt: Man führt ein QSO, trägt es ins Logbuch ein und lässt es sich per QSL bestätigen.

Wofür steht die Abkürzung QSO?

Für nichts im Sinne eines Akronyms. Der Q-Code besteht aus willkürlich festgelegten Dreiergruppen, denen jeweils eine feste Bedeutung zugewiesen wurde - Q, S und O stehen nicht für einzelne Wörter. Entstanden ist das System um 1909 in Großbritannien und wurde 1912 international übernommen, damit Funker verschiedener Sprachen sich verständigen konnten und weil in der Handtelegrafie jedes eingesparte Zeichen zählt. Merksätze wie "QRM heißt Matsch" sind Eselsbrücken fürs Lernen, keine Herleitung.

Wie beginnt man ein QSO?

Zuerst hört man die Frequenz ab und fragt, ob sie belegt ist. Dann ruft man entweder allgemein mit CQ oder gezielt eine bestimmte Station an - in beiden Fällen mit Nennung des eigenen Rufzeichens. Antwortet jemand, nennt man zuerst das Rufzeichen der Gegenstation und dann das eigene. Genau so fragt es der Prüfungskatalog in Frage BE101 ab.

Wie beendet man ein QSO?

Mit einem Gruß, üblicherweise 73, und mit den Rufzeichen beider Stationen. Die Rufzeichennennung ist dabei keine Höflichkeitsformel, sondern vorgeschrieben: Nach § 11 Abs. 1 AFuV sind die Rufzeichen bei Beginn und Beendigung jeder Funkverbindung sowie mindestens alle zehn Minuten während des Funkverkehrs zu übermitteln.

Was tauscht man bei einem QSO aus?

Vorgeschrieben ist nach deutschem Recht nur die Nennung der Rufzeichen. Üblich sind zusätzlich der Signalrapport, der Vorname und der Standort, häufig auch Angaben zu Sendeleistung und Antenne. Frequenz und Betriebsart werden dagegen nicht mitgeteilt - sie sind die Rahmenbedingung, unter der sich beide Stationen überhaupt hören. Im Contest beschränkt man sich auf die in der Ausschreibung festgelegten Daten.

Kann ein QSO auch digital stattfinden?

Ja. Der Amateurfunkverkehr ist nach § 16 Abs. 7 AFuV in offener Sprache abzuwickeln, wozu Morsezeichen und Betriebsabkürzungen ausdrücklich zählen. Ein QSO kann also in Sprache, in Telegrafie, in digitalen Betriebsarten wie FT8 sowie über Relais und Satelliten geführt werden. Bei FT8 läuft der Austausch in festen Sequenzen von 15 Sekunden; ein störungsfreies Standard-QSO dauert typischerweise ein bis zwei Minuten. Übertragen werden Rufzeichen, meist ein Locator, die Rapporte in dB und die Empfangsbestätigungen. Für ausführliche Angaben ist kein Platz, auch wenn FT8 neben den Standardnachrichten kurze Freitexte kennt.

Muss jedes QSO ins Logbuch?

Nein, eine allgemeine Logbuchpflicht gibt es in Deutschland nicht. Die Bundesnetzagentur kann nach § 17 AFuV im Einzelfall verlangen, dass Angaben über den Betrieb der Station festgehalten und vorgelegt werden - etwa zur Untersuchung von Störungen. Freiwillig führt fast jeder ein Logbuch, weil sich ohne Aufzeichnung weder QSL-Karten bestätigen noch Diplome beantragen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen QSO und QSL?

Das QSO ist die Funkverbindung selbst, die QSL ihre Bestätigung. Beide Begriffe sind Q-Schlüssel: QSL bedeutet "Ich bestätige den Empfang". Ein QSO ist mit dem Funkkontakt abgeschlossen und zählt nicht erst dann, wenn eine Bestätigung vorliegt - die QSL-Karte ist der Nachweis, den man für Diplome braucht.

Wann gilt ein QSO als gültig?

Eine allgemeinverbindliche Definition gibt es nicht. Im deutschen Amateurfunkrecht und im Prüfungsstoff kommt der Begriff gar nicht vor; im normalen Funkbetrieb spricht man von einem QSO, wenn eine wechselseitige Verbindung zustande gekommen ist und beide Stationen einander identifizieren konnten. Sobald Wertungen im Spiel sind, entscheidet das jeweilige Regelwerk: Diplomprogramme wie das DXCC legen selbst fest, welche Verbindungen zählen, und Conteste schreiben den nötigen Datenaustausch in ihrer Ausschreibung vor.

Quellen

Quellen:Amateurfunkverordnung (AFuV), § 11 · Amateurfunkverordnung (AFuV), § 16 · IARU Region 1: Ethics and Operating Procedures for the Radio Amateur. Version 3, 2010, geändert 2021 · Franke, Somerville, Taylor: The FT4 and FT8 Communication Protocols. QEX 2020 · CQ WW DX Contest: Rules · CQ WW DX Contest: Rates · ARRL: DXCC Rules · ARRL: Rag Chewers Club · ON4UN, ON4WW: Ethik und Betriebshinweise für den Funkamateur. DARC, Revision 3 · DARC: Online-Lehrgang Betriebstechnik und Vorschriften, Kapitel 3. Betriebliche Gepflogenheiten sind Konventionen und keine Vorschriften; verbindlich sind allein die genannten Rechtsnormen und die jeweils gültigen Ausschreibungen der Wettbewerbe. Die Ausführungen zur Rechtslage sind eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung.

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