CQ ist der allgemeine Anruf im Amateurfunk. Wer CQ ruft, sucht eine Funkverbindung mit irgendeiner Gegenstation - nicht mit einer bestimmten. Es ist der Satz, mit dem praktisch jede Verbindung beginnt, die nicht vorher verabredet war.

💡 Kurzfassung: Frequenz suchen, zwei- bis dreimal fragen, ob sie belegt ist, dann "CQ CQ CQ von ..." mit dem eigenen Rufzeichen und einer ordentlichen Pause zum Zuhören. Zusätze wie CQ DX oder CQ Contest schränken ein, wer antworten soll.

Was bedeutet CQ?

Kurz gesagt: CQ ist ein allgemeiner Anruf an alle Stationen. Die rufende Station sucht eine Verbindung mit einer grundsätzlich beliebigen Gegenstation. Zusätze wie CQ DX, CQ Contest oder CQ POTA schränken den Kreis der Angesprochenen ein oder nennen den Anlass. CQ ist kein Q-Schlüssel.

Im offiziellen Fragenkatalog steht die Bedeutung schlicht als "Allgemeiner Anruf". Das ist präziser, als es klingt: CQ ist keine Frage und keine Aufforderung an eine bestimmte Station, sondern ein Angebot an alle, die zuhören.

Woher kommt die Abkürzung CQ?

Hier lohnt sich Genauigkeit, weil zu CQ mehr Legenden kursieren als Belege.

Gesichert ist: CQ stammt aus der drahtgebundenen Telegrafie, lange vor dem Funk. Ein britisches Handbuch von 1871 führt es bereits als "the call for all stations" auf, ein weiteres von 1884 ebenso. Die ersten Funker waren ausgebildete Kabeltelegrafisten - sie brachten ihre Abkürzungen einfach mit, als der Funk aufkam.

Auch Marconi hat CQ nicht erfunden. Sein Rundschreiben Nummer 57 vom 7. Januar 1904 stellt ausdrücklich fest, dass der Ruf CQ für allgemeine Zwecke zwar tauge, aber die Dringlichkeit eines Notrufs nicht ausdrücke - deshalb wurde für Schiffe in Not ein D angehängt: CQD. Auf der Berliner Funktelegrafenkonferenz 1906 setzte sich stattdessen das deutsche Notzeichen durch, das ab dem 1. Juli 1908 international als SOS galt.

❌ "CQ heißt seek you"
Das ist eine Merkhilfe, keine Herleitung. Für die Deutung als englisch klingendes "seek you" gibt es keine Primärquelle. Die ARRL räumt in einem eigenen Beitrag ein, selbst lange davon ausgegangen zu sein, liefert aber keinen Beleg. Ebenso unbelegt ist die gelegentlich genannte Herleitung aus dem französischen "sécurité". Warum ausgerechnet die Buchstaben C und Q gewählt wurden, erklärt keine der geprüften Quellen. Dasselbe gilt übrigens für CQD: "Come Quick Danger" wurde schon 1913 in der Fachliteratur als die "amüsanteste Erklärung" abgetan - ein nachträglich erfundenes Akronym.

Wann CQ von der Telegrafie in den Sprechfunk wanderte, lässt sich nicht auf ein Datum festnageln. Es war ein schleichender Übergang in den 1920er Jahren, parallel zum Wachstum des Amateurfunks. Mit dem Ende der GMDSS-Übergangsphase am 1. Februar 1999 entfiel im internationalen Seefunk die Abhörpflicht für den Morse-Notverkehr auf 500 kHz - seither wird CQ vor allem mit dem Amateurfunk in Verbindung gebracht.

Warum CQ kein Q-Schlüssel ist

Im Fragenkatalog heißen sie Q-Gruppen, umgangssprachlich Q-Schlüssel oder Q-Code - gemeint ist dasselbe.

CQ wird ständig zu den Q-Gruppen gezählt. Das ist falsch, und der Grund ist einfach zu merken:

Q-SchlüsselCQ
AufbauImmer drei Buchstaben, beginnend mit QZwei Buchstaben
BedeutungFeste Frage- und AntwortbedeutungAnruf ohne Frageform
HerkunftAb 1909 britische Post, international ab 1912Schon 1871 belegt

CQ ist also rund vier Jahrzehnte älter als das gesamte Q-Schlüssel-System und wurde nie in eine Q-Code-Liste aufgenommen.

Betriebstechnik ist ein eigener Prüfungsteil. Der allgemeine Anruf, die Q-Gruppen, das Buchstabieralphabet und der richtige Umgang mit einer belegten Frequenz stehen im offiziellen Fragenkatalog - in allen drei Klassen. Bei 12db übst du das mit den Originalfragen der Bundesnetzagentur, kostenlos und ohne Anmeldung für die erste Frage.
Prüfungsvorbereitung starten

Ist die Frequenz frei? Der Schritt vor dem Ruf

Bevor du rufst, musst du wissen, ob dort schon jemand arbeitet. Kurz reinhören genügt nicht: Durch die Ausbreitung kann eine Station unhörbar sein, deren Gegenstation dich aber sehr wohl hört. Genau deshalb verlangt die Betriebstechnik ein aktives Nachfragen.

✅ So gehst du vor:
  1. Frequenz im richtigen Bandsegment aussuchen und aufmerksam zuhören
  2. Bei digitalen Betriebsarten zusätzlich den Wasserfall ansehen
  3. Sender und Antennentuner mit möglichst geringer Leistung und so kurz wie möglich abstimmen
  4. Fragen: "Ist diese Frequenz belegt? Hier ist DL1ABC"
  5. Keine Antwort? Noch einmal fragen, zuhören und warten
  6. Erst dann CQ rufen

Die IARU empfiehlt ausdrücklich die Formulierung "Is this frequency in use?" und rät von "Is this frequency clear?" ab - die zweite Variante ist für Mithörer missverständlich. In Telegrafie sendest du QRL?, oft auch nur ein einzelnes ?. Ist die Frequenz belegt, lautet die Antwort in SSB schlicht "Yes", in Telegrafie QRL ohne Fragezeichen.

⚠️ Der häufigste Anfängerfehler ist, einmal kurz zu horchen und dann sofort zu rufen. Der Prüfungskatalog fragt genau das ab: Richtig ist, zwei- bis dreimal zu fragen, ob die Frequenz besetzt ist, und erst bei ausbleibender Antwort CQ zu rufen.

CQ in SSB rufen

Die in den IARU-Betriebsempfehlungen und der internationalen Amateurfunkpraxis übliche Form ist bewusst schlicht:

"CQ CQ CQ von Delta Lima Eins Alpha Bravo Charlie, DL1ABC, und hört."

International üblich:

"CQ CQ CQ this is Delta Lima One Alpha Bravo Charlie, DL1ABC, standing by."

Zur Länge gibt es keine starre Regel, aber klare Empfehlungen:

  • Rufzeichen zwei- bis dreimal nennen - das hilft weit entfernten Stationen beim Mitschreiben
  • Mehr als dreimal ist selten nötig. Kürze ist ein Wert für sich
  • Danach lange genug zuhören, um auch eine leise Antwort zu hören. Lieber kurz rufen, richtig lauschen und den ganzen Ruf wiederholen, als endlos zu senden
  • Das Rufzeichen buchstabieren, solange es noch nicht sicher angekommen ist

CQ in Telegrafie geben

In Telegrafie ist die Form seit Jahrzehnten stabil:

CQ CQ CQ DE DL1ABC DL1ABC DL1ABC K

Die Kürzel dahinter lohnen sich zu kennen, weil sie im Ruf und im ganzen QSO vorkommen:

ZeichenBedeutungWann
DEvon, hier istVor dem eigenen Rufzeichen
KAufforderung zu sendenAm Ende des Rufes - jede Station darf antworten
KNNur die angesprochene Station soll antwortenWenn du niemanden sonst dazwischen haben willst
AREnde der NachrichtOptional vor dem K, ersetzt es aber nicht
SKEnde der VerbindungAm Schluss des QSO
BKUnterbrechung, formlose ÜbergabeKurzer Wechsel innerhalb eines laufenden QSOs, ohne die Rufzeichen erneut zu nennen
💡 Nicht alles ist genormt: Mehrere dieser Zeichen stammen aus der professionellen Telegrafiepraxis; AR und SK werden dort als zusammenhängende Verkehrszeichen ohne Buchstabenabstand gegeben. KN wurde nie von einer Regulierungsbehörde standardisiert - es ist eine gewachsene Amateurfunk-Konvention, und auch BK wird im Amateurfunk freier gehandhabt als im kommerziellen Dienst. Verstanden wird beides trotzdem überall.

Langsam ist erlaubt

Wer noch nicht schnell aufnimmt, sendet QRS - "Verringern Sie Ihre Gebegeschwindigkeit". Mit einer Zahl dahinter wird es konkret: QRS 10 steht für 10 Wörter pro Minute. Der Bandplan der IARU Region 1 weist dafür sogar eigene Anlaufpunkte aus:

BandQRS-Aktivitätszentrum
80 m3555 kHz
20 m14055 kHz
15 m21055 kHz
10 m28055 kHz

Die wichtigste Regel dazu ist eine Höflichkeitsregel: Ein guter Operator passt sich der Geschwindigkeit seines Gegenübers an, ohne dass man ihn darum bitten muss. Und niemand sollte schneller geben, als er selbst aufnehmen kann.

Wie man auf einen CQ-Ruf antwortet

Hier machen Einsteiger den Ruf oft zu lang. Die Faustregel: Der Rufer kennt sein eigenes Rufzeichen. Du musst es nicht fünfmal wiederholen.

So ist es richtig
  • "DL1ABC, hier ist Delta Foxtrot Eins Kilo Whiskey, bitte kommen"
  • "EA6VQ, this is DF1KW calling you"
  • In Telegrafie: DL1ABC DE DF1KW KN
  • Bei gutem Signal reicht sogar nur das eigene Rufzeichen
So besser nicht
  • Das fremde Rufzeichen fünfmal nennen
  • Selbst CQ zurückrufen
  • Nur den Suffix nennen ("hier ist Kilo Whiskey")
  • Den Rufer auffordern, woanders weiterzurufen

Hat die Gegenstation dein Rufzeichen falsch aufgenommen, wiederholst du es in Telegrafie zwei- bis dreimal: DL1ABC DE DF1KW DF1KW DF1KW KN. In SSB hilft konsequentes Buchstabieren mit der internationalen Buchstabiertafel mehr als Lautstärke.

Sechs Prüfungsfragen zum CQ-Ruf

Fragetext und Antwortmöglichkeiten entsprechen dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur (3. Auflage, März 2024); die betrieblichen Kenntnisse sind für alle drei Klassen identisch. Die Reihenfolge der Antworten mischt diese Seite bei jedem Aufruf neu und weicht deshalb vom Katalog ab. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.

BB102 Was bedeutet die betriebliche Abkürzung "CQ" im Amateurfunk?

  • Allgemeiner Anruf
  • Telegrafie
  • Große Entfernung
  • Contest Query

BE105 Sie möchten einen Allgemeinen Anruf in Telefonie im 10 m-Band beginnen. Sie finden eine Frequenz, auf der Sie keine Signale hören. Wie gehen Sie vor?

  • Ich frage zwei- bis dreimal, ob die Frequenz besetzt ist. Erfolgt keine Antwort, rufe ich CQ.
  • Ich beobachte die Frequenz für einige Sekunden. Wenn ich weiterhin keine Signale höre, rufe ich CQ.
  • Da ich auf der Frequenz kein Signal höre, kann ich mit meinem CQ-Ruf beginnen.
  • Ich stimme meinen Sender auf der Frequenz ab und starte dann meinen CQ-Ruf.

BE112 Wie gestalten Sie beispielsweise als "DL2AB" einen allgemeinen Anruf in Telegrafie?

  • CQ CQ CQ DE DL2AB DL2AB DL2AB pse k
  • CQ CQ CQ FRM DL2AB DL2AB DL2AB pse k
  • QRZ QRZ QRZ DE DL2AB DL2AB DL2AB pse k
  • CQ QRZ CQ QRZ CQ QRZ DE DL2AB DL2AB DL2AB pse k

BE102 Wie sollten Sie antworten, wenn jemand in Telefonie CQ ruft?

  • Ich nenne das Rufzeichen der rufenden Station einmal, anschließend sage ich einmal: "Hier ist (eigenes Rufzeichen buchstabieren), bitte kommen".
  • Ich nenne das Rufzeichen der rufenden Station mindestens fünfmal, und anschließend sage ich mindestens einmal: "Hier ist (eigenes Rufzeichen buchstabieren)".
  • Ich rufe ebenfalls CQ und nenne das Rufzeichen der rufenden Station mindestens dreimal, anschließend sage ich mindestens fünfmal: "Hier ist (eigenes Rufzeichen buchstabieren)".
  • Ich nenne mein Rufzeichen und fordere die rufende Station auf, auf einer anderen Frequenz weiter zu rufen (mindestens zweimal).

BE114 Was bedeutet der im 20 m-Band gesendete Anruf "CQ DX CQ DX DE HB9AFN HB9AFN K"? HB9AFN sucht eine Verbindung mit ...

  • einem anderen Kontinent und sollte durch europäische Funkamateure nicht angerufen werden.
  • dem Inland und sollte durch ausländische Funkamateure nicht angerufen werden.
  • Stationen in über 500 km Entfernung und sollte durch Funkamateure aus einer geringeren Entfernung nicht angerufen werden.
  • philippinischen Funkamateuren (Präfix "DX") und sollte durch Funkamateure anderer Länder nicht angerufen werden.

BE115 Was bedeutet die Betriebsabkürzung "QRZ?" im Amateurfunk?

  • Von wem werde ich gerufen? In Pile-Ups auch: Aufruf weiterer Stationen
  • Sind Sie bereit? Im Contest auch: Alles aufgenommen?
  • Wie ist Ihr Standort? Im Contest auch: Wie ist Ihre Entfernung?
  • Können Sie den Empfang bestätigen? In Pile-Ups auch: Aufforderung zum Rapport

Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur. Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.

Gerichtete CQ-Rufe: wer gemeint ist

Sobald hinter dem CQ ein Zusatz steht, ist der Ruf eingeschränkt - oder er nennt einen Anlass. Der Unterschied entscheidet, ob du antworten darfst.

RufBedeutungWer antwortet?
CQAllgemeiner AnrufJede passende Station
CQ DXWeit entfernte Verbindungen gesuchtNur, wer für den Rufer DX ist
CQ Contest / CQ TESTWettbewerbsbetriebWer am selben Contest teilnimmt
CQ POTA / CQ SOTAAktivierung aus Park oder von einem GipfelGrundsätzlich alle
CQ JA, CQ EuropeGeografisch gerichtetNur Stationen aus dem genannten Gebiet

CQ DX: die Grenze ist keine Kilometerzahl

Das wird oft missverstanden. Im deutschen Prüfungsstoff und in der gängigen Betriebspraxis meint CQ DX auf Kurzwelle einen anderen Kontinent - keine feste Entfernung. Ruft eine Schweizer Station auf 20 m "CQ DX", sind europäische Stationen nicht gemeint, auch wenn sie 800 Kilometer entfernt sind. Je nach Band, Region und Ziel der rufenden Station kann DX daneben auch schlicht "seltene Gegenstation" heißen.

Auf UKW ist es anders: Dort heißt DX eine für das Band ungewöhnlich große Entfernung, in der Größenordnung einiger hundert Kilometer. Auch das ist eine Faustregel und keine Grenze mit Zahl.

💡 Wenn du unsicher bist: Hör zu, welche Stationen der Operator beantwortet. Das sagt dir binnen zwei Minuten, wen er sucht. Sucht eine Station ausdrücklich nur ein bestimmtes Gebiet, ruf dort nicht dazwischen.

Aktivitätsrufe unterscheiden sich von geografischen Rufen

"CQ POTA" schränkt nicht ein, wer antworten darf - der Zusatz erklärt, warum die Station gerade aktiv ist, und lockt gezielt die Leute an, die auf Parkaktivierungen warten. "CQ JA" dagegen schließt alle aus, die nicht in Japan sitzen. Diese beiden Typen zu verwechseln ist der Grund, warum in Pileups regelmäßig Stationen rufen, die gar nicht gemeint sind.

Übrigens sind CQ POTA, CQ SOTA und CQ QRP Betriebspraxis, keine normierten Rufformate. In den offiziellen Betriebsempfehlungen der IARU tauchen sie nicht als eigene Formeln auf - anders als CQ DX und CQ TEST, die dort ausdrücklich beschrieben sind.

Genau diese Feinheiten werden geprüft: Wer auf CQ DX antworten darf, was der Zusatz auf UKW bedeutet, wie ein Anruf in Telegrafie aufgebaut ist und wann QRZ statt CQ richtig ist. Bei 12db lernst du den Prüfungsstoff mit den Originalfragen und siehst nach jeder Antwort, warum sie stimmt.
Betriebstechnik für die Prüfung lernen

Wem gehört die Frequenz nach dem QSO?

Ein klassischer Streitfall. Die IARU kennt keinen Eigentumsanspruch an einer Frequenz, beschreibt aber die übliche Praxis: Wer ein laufendes QSO mitgehört hat, darf sich am Ende anhängen - das heißt Tail-Ending. Richtet sich dieser Anruf an die antwortende Station, ist es üblich, dass diese eine andere Frequenz vorschlägt.

Der Grund ist einfach: Ein Eigentumsrecht an einer Frequenz gibt es nicht, nach üblicher Betriebspraxis wird sie aber der Station überlassen, die dort ursprünglich CQ gerufen hat und weitermachen möchte. Genau diese Situation prüft der Fragenkatalog ab - du hast ein QSO mit einer CQ rufenden Station beendet und wirst danach von einer anderen Station gerufen. Richtig ist, dich mit der neuen Gegenstation auf eine andere Frequenz zu verständigen und das QSO dort fortzusetzen.

Und wenn dich jemand stört, weil er dich nicht hört? Die Empfehlung der IARU ist bemerkenswert unaufgeregt: Unterstelle keine bösen Absichten - die Gegenseite hört wahrscheinlich schlicht die Station nicht, mit der du gerade arbeitest. Ein sachliches "Diese Frequenz ist belegt, hier ist DL1ABC, danke" reicht. Hilft es nicht, weichst du selbst aus.

CQ, QRZ? und Break auseinanderhalten

CQ

Allgemeiner Anruf. Du suchst irgendeine Gegenstation und hast noch niemanden gehört.

QRZ?

"Von wem werde ich gerufen?" Nur richtig, wenn dich jemand gerufen hat und du das Rufzeichen nicht vollständig aufnehmen konntest.

❌ "CQ DL1ABC QRZ"
Diese Kombination ist ausdrücklich falsch. Wenn du CQ rufst, hat dich noch niemand gerufen - die Frage "wer ruft mich?" ergibt an dieser Stelle keinen Sinn und verwirrt alle, die gerade zum Antworten ansetzen. Auch nach einem erfolglosen CQ-Ruf gilt: weiter CQ rufen, nicht auf QRZ wechseln.

Break ist wieder etwas anderes: der Wunsch, in ein laufendes Gespräch hineinzukommen. Für gewöhnliche Gesprächswünsche ist das die falsche Formel - besser eine Pause abwarten und das eigene Rufzeichen nennen; die örtlichen Gepflogenheiten am Relais unterscheiden sich dabei. Reserviert bleibt "break" für den Ernstfall - dann dreimal, mit dem Hinweis auf Notverkehr, der ohnehin Vorrang hat.

CQ in FT8 und anderen digitalen Betriebsarten

In FT8 ist der CQ-Ruf keine freie Formulierung, sondern eine fest kodierte Nachricht aus Rufzeichen und Locator:

CQ DL1ABC JO30
DL1ABC DF1KW JN48
DF1KW DL1ABC -13
DL1ABC DF1KW R-09
DF1KW DL1ABC RR73

Das RR73 am Ende kombiniert Empfangsbestätigung und Verabschiedung in einer einzigen Sendung und spart damit einen Durchgang. Es ist ein definierter Bestandteil der FT8-Standardnachrichten, kein Freitext. Der Haken steht in der offiziellen Dokumentation von WSJT-X: RR73 solltest du nur senden, wenn du ziemlich sicher bist, dass keine Wiederholung mehr nötig wird. Sonst verabschiedest du dich aus einem QSO, das noch gar nicht komplett war.

Gerichtete CQ-Rufe mit kurzen Zusätzen sind in den Standardnachrichten vorgesehen - CQ DX etwa. Welche Zusätze als strukturierte Nachricht kodiert werden können, hängt von Betriebsart und Softwareversion ab; wer sie nutzen will, sieht in der Dokumentation der eingesetzten WSJT-X-Version nach.

CQ auf UKW und über Relais

Auf 2 m und 70 cm gelten andere Gepflogenheiten als auf Kurzwelle. Ein dreifaches "CQ CQ CQ" mit dreimal buchstabiertem Rufzeichen ist dort deplatziert: In FM ist die Verständlichkeit in aller Regel gut, und über eine Relaisfunkstelle kann immer nur eine Station gleichzeitig sprechen.

Üblich ist deshalb die kurze Form:

"Allgemeiner Anruf von DL1ABC über DB0XYZ."

Die Betriebsregeln für Relais lassen sich in vier Sätzen zusammenfassen:

  • Wenn eine Direktverbindung möglich ist, nimm sie - das Relais ist für alle da
  • Durchgänge kurz halten und zwischen den Durchgängen eine Umschaltpause lassen; bei Relais mit Quittungston dessen Ende abwarten
  • Für einen normalen Gesprächswunsch nicht mit "Break" dazwischengehen, sondern eine Pause abwarten und das eigene Rufzeichen nennen
  • Das Relais nicht dauerhaft belegen

Warum antwortet niemand?

Wenn zwanzig Minuten CQ nichts bringen, liegt es selten am Ruf selbst.

Am Band
  • Das Band ist für die gewünschte Entfernung nicht offen
  • Du rufst in einem Segment, in dem deine Betriebsart unüblich ist
  • Ein Contest überdeckt gerade alles
An der Station
  • Die Antenne ist nicht angepasst, die Leistung kommt nicht heraus
  • Das Mikrofon ist übersteuert und du klingst unverständlich
  • Deine Empfangspausen sind zu kurz

Bevor du an der Ausrüstung zweifelst: Prüfe deinen Sender objektiv. In Telegrafie zeigt dir das Reverse Beacon Network binnen Minuten, wo dein Signal gehört wird. In FT8 leistet PSK Reporter dasselbe. Ein WebSDR in einigen hundert Kilometern Entfernung tut es auch - dabei aber die Laufzeit im Kopf behalten und den Lautsprecher leise drehen, sonst hörst du dich selbst mit Verzögerung und pfeifst dir ins eigene Mikrofon. Erst danach lohnt es sich, an Antenne oder Leistung zu drehen - und Leistung ist ohnehin der letzte Hebel, nicht der erste.

Häufige Fehler

  • Nur kurz horchen und sofort rufen, statt zwei- bis dreimal nachzufragen
  • Auf "CQ DX" aus dem Nachbarland antworten
  • Das Rufzeichen der rufenden Station mehrfach wiederholen
  • Nur den Suffix des eigenen Rufzeichens nennen
  • Minutenlang rufen und dann drei Sekunden lauschen
  • QRZ statt CQ verwenden, obwohl niemand gerufen hat
  • Nach jedem erfolglosen Ruf die Frequenz wechseln
  • Bei ausbleibender Antwort zuerst die Leistung erhöhen
  • Über ein Relais rufen wie auf Kurzwelle

Häufige Fragen

Was bedeutet CQ im Amateurfunk?

CQ ist der allgemeine Anruf. Eine Station ruft CQ, wenn sie eine Funkverbindung mit einer grundsätzlich beliebigen Gegenstation sucht. Im offiziellen Fragenkatalog wird die Abkürzung genau so übersetzt: allgemeiner Anruf.

Bedeutet CQ wirklich "seek you"?

Nein, das ist eine Merkhilfe ohne Beleg. CQ ist bereits 1871 in einem britischen Telegrafie-Handbuch als Anruf an alle Stationen nachgewiesen, lange vor dem Funk. Warum gerade die Buchstaben C und Q gewählt wurden, erklärt keine belastbare Quelle. Auch die Herleitung aus dem französischen "sécurité" ist unbelegt.

Ist CQ ein Q-Schlüssel?

Nein. Q-Schlüssel bestehen immer aus drei Buchstaben und beginnen mit Q, etwa QRM, QSY oder QRZ. CQ hat nur zwei Buchstaben und ist rund vier Jahrzehnte älter als das Q-Schlüssel-System, das ab 1909 eingeführt und 1912 international vereinbart wurde.

Wie prüfe ich, ob eine Frequenz frei ist?

Zuerst aufmerksam zuhören, dann zwei- bis dreimal fragen, ob die Frequenz belegt ist, und dazwischen jeweils warten. Erst wenn niemand antwortet, rufst du CQ. Kurzes Reinhören genügt nicht, weil eine Station durch die Ausbreitung unhörbar sein kann, deren Gegenstation dich aber hört. In Telegrafie fragst du mit QRL?

Wie oft soll ich mein Rufzeichen im CQ-Ruf nennen?

Zwei- bis dreimal. Das hilft weit entfernten Stationen beim Mitschreiben. Mehr als dreimal ist nach den Betriebsempfehlungen der IARU selten nötig. Wichtiger als ein langer Ruf ist eine ausreichend lange Empfangspause danach, in der auch ein leises Signal auffällt.

Wie antworte ich richtig auf einen CQ-Ruf?

Du nennst das Rufzeichen der rufenden Station einmal und anschließend einmal dein eigenes, buchstabiert, gefolgt von "bitte kommen". Das fremde Rufzeichen mehrfach zu wiederholen ist unnötig, denn der Rufer kennt es. In Telegrafie lautet die Form: Rufzeichen der Gegenstation, DE, eigenes Rufzeichen, KN.

Was bedeutet CQ DX und wer darf antworten?

Die Station sucht weit entfernte Verbindungen. Auf Kurzwelle heißt das in der gängigen Praxis und im Prüfungsstoff einen anderen Kontinent, nicht eine bestimmte Kilometerzahl. Ruft eine europäische Station auf 20 m CQ DX, sollten andere europäische Stationen nicht antworten. Auf UKW meint DX eine für das Band ungewöhnlich große Entfernung von einigen hundert Kilometern.

Was ist der Unterschied zwischen CQ und QRZ?

CQ ist ein Anruf an alle. QRZ? bedeutet "von wem werde ich gerufen?" und ist nur richtig, wenn dich jemand gerufen hat, du das Rufzeichen aber nicht vollständig aufnehmen konntest. QRZ ist ausdrücklich kein Ersatz für CQ, und die Kombination "CQ Rufzeichen QRZ" ist falsch.

Wem gehört die Frequenz nach einem QSO?

Einen förmlichen Anspruch gibt es nicht, aber eine klare Gepflogenheit: Die Frequenz bleibt bei der Station, die dort zuerst CQ gerufen hat. Wirst du nach dem Ende deines QSO von einer weiteren Station gerufen, verständigst du dich mit ihr auf eine andere Frequenz und führst das Gespräch dort fort.

Wie ruft man CQ in FT8?

Als kodierte Standardnachricht aus Rufzeichen und Locator, zum Beispiel "CQ DL1ABC JO30". Gerichtete Varianten wie CQ DX sind vorgesehen. Das abschließende RR73 kombiniert Bestätigung und Verabschiedung, sollte aber nur gesendet werden, wenn keine Wiederholung mehr nötig ist.

Darf man CQ über ein Relais rufen?

Ja, aber in kurzer Form. Üblich ist "Allgemeiner Anruf von DL1ABC über DB0XYZ" statt eines dreifachen CQ-Rufs. In FM ist die Verständlichkeit gut, und über ein Relais kann immer nur eine Station gleichzeitig senden. Ist eine Direktverbindung möglich, sollte sie dem Relaisbetrieb vorgezogen werden.

Was bedeutet QRS?

QRS ist die Bitte, langsamer zu geben. Mit einer Zahl wird es konkret: QRS 10 bedeutet zehn Wörter pro Minute. Der IARU-Bandplan weist eigene Aktivitätszentren für langsame Telegrafie aus, unter anderem 3555 kHz, 14055 kHz, 21055 kHz und 28055 kHz.

Vom ersten CQ zum ersten QSO

Zum Zuhören brauchst du nichts. Zum Rufen ein Amateurfunkzeugnis - und genau das, was auf dieser Seite steht, ist Teil der Prüfung: Betriebstechnik, Q-Gruppen, Bandpläne und der richtige Umgang mit der Frequenz. 12db bringt dich mit dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur durch alle drei Klassen.

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Quellen:IARU: Ethics and Operating Procedures for the Radio Amateur, 4. Ausgabe 2026 (PDF) · IARU Region 1: Codes of Conduct · IARU Region 1: HF-Bandplan (PDF) · DARC-Online-Lehrgang: Betriebsabwicklung auf Kurzwelle · DARC-Online-Lehrgang: Q-Gruppen · ARRL: Making Your First Contact · ARRL: Surfin' - Seeking the Origin of CQ · Wikipedia: CQ (call), mit Nachweisen von 1871 und 1884 · Turnbull (1913): Distress Signalling, zu CQD und SOS · WSJT-X User Guide 2.7.0 (Standardnachrichten, RR73). Die historischen Angaben sind nach der Beleglage gewichtet: Die Verwendung von CQ als Anruf an alle Stationen ist ab 1871 primärquellenbelegt, die Deutungen "seek you" und "sécurité" sind es nicht. Betriebsempfehlungen sind Empfehlungen, keine Rechtsvorschriften - verbindlich sind Amateurfunkgesetz, Amateurfunkverordnung und die Zuteilungsurkunde.

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