POTA steht für Parks on the Air. Funkamateure senden dabei aus gelisteten Parks und Schutzgebieten, andere versuchen, genau diese Stationen zu erreichen. Wer im Park sitzt, heißt Aktivierer, wer ihn von zu Hause arbeitet, Hunter.
Was ist POTA?
Kurz gesagt: POTA ist ein weltweites Amateurfunk-Programm, bei dem Aktivierer aus gelisteten Parks senden und Hunter diese Stationen arbeiten. Eine Aktivierung gilt ab zehn gültigen Verbindungen innerhalb eines UTC-Tages als erfolgreich. Gewertet wird ausschließlich anhand der Logs, die die Aktivierer hochladen.
Das Programm wuchs aus einer zeitlich begrenzten Aktion heraus: 2016 feierte der US-amerikanische National Park Service sein hundertjähriges Bestehen, die ARRL rief dazu "National Parks on the Air" aus. Als die Aktion Ende 2016 auslief, wollten die Teilnehmer nicht aufhören - ab 2017 führten Freiwillige das Programm als POTA weiter und bauten es in den folgenden Jahren organisatorisch aus.
Heute führt POTA Referenzen in zahlreichen Ländern und DXCC-Gebieten weltweit. Der Reiz liegt in der Kombination: Du bist draußen, baust in zehn Minuten eine Station auf, und am anderen Ende sitzen Leute, die genau auf dich gewartet haben. Ein Pileup, den du sonst nur als seltene DX-Station erlebst, bekommst du hier an einem Dienstagnachmittag im Stadtwald.
Schnellzugriff
Als Hunter einsteigen: der einfachste Weg
Wenn du POTA kennenlernen willst, fang als Hunter an. Du brauchst kein Auto, keinen Park und keine portable Ausrüstung - nur eine zugelassene Amateurfunkstation, mit der du auf Kurzwelle empfangen und senden kannst.
- Auf der POTA-Seite die Liste der aktuellen Spots öffnen
- Nach Band, Betriebsart oder Region filtern
- Die Frequenz am Transceiver einstellen und erst einmal zuhören
- In die Pause hinein das eigene Rufzeichen rufen
- Rapport austauschen, fertig
- Das QSO ins eigene Logbuch eintragen
Der entscheidende Punkt, den viele Einsteiger nicht glauben: Hunter laden keine Logs hoch. Die offizielle Dokumentation formuliert das unmissverständlich - die Aktivierer sind dafür verantwortlich, ihre Logs einzureichen, damit Hunter ihre Gutschriften bekommen. Dein Konto füllt sich also von allein, sobald der Aktivierer sein Log hochlädt.
Die Kehrseite: Lädt ein Aktivierer sein Log nie hoch, bekommst du für diese Verbindung auch nie eine Gutschrift. Einen automatischen Ausgleich dafür gibt es nicht. Die Dokumentation nennt nur den Weg, sich nach etwa einem Monat beim POTA-Support zu melden.
Die Regeln für eine gültige Aktivierung
POTA hat bewusst wenige Regeln. Maßgeblich ist immer die englische Originalfassung auf docs.pota.app; die deutsche Übersetzung des ehrenamtlichen POTA-Teams ist eine Lesehilfe und bezeichnet sich selbst ausdrücklich als inoffiziell.
| Regel | Was genau gilt |
|---|---|
| Mindestzahl | 10 gültige Verbindungen. Es müssen keine 10 verschiedenen Gegenstationen sein, solange die QSOs nach den Dublettenregeln unterscheidbar sind. Weniger ist kein Fehler, zählt aber nicht als Aktivierung - die Hunter bekommen ihre Gutschrift trotzdem |
| Zeitraum | Ein UTC-Tag (00:00 bis 23:59 UTC). Gewertet wird nach dem Zeitpunkt, zu dem das QSO begonnen wurde |
| Standort | Aktivierer und die gesamte Ausrüstung innerhalb der gültigen Referenzgrenze, an einem legal zugänglichen Platz |
| Relais | Verbindungen über terrestrische Relais zählen nicht |
| Satelliten | Erlaubt. Im Log steht das Sendeband des Aktivierers |
| Leistung | POTA setzt keine eigene Obergrenze. Es gelten Lizenz und Bandplan, und es soll nur die nötige Leistung verwendet werden |
| Austausch | Kein vorgeschriebener Austausch. Üblich sind Rufzeichen, Rapport und Bundesland |
Wann zählt eine Verbindung doppelt - und wann gar nicht?
Eine Dublette entsteht, wenn Rufzeichen, Betriebsart, UTC-Datum, Band, deine Parkreferenz und die Referenz der Gegenstation identisch sind. Daraus folgt der praktische Trick, den erfahrene Aktivierer nutzen: Dieselbe Station am selben Tag zählt erneut, sobald sich die Betriebsart unterscheidet. Wer dich in SSB gearbeitet hat, darf dich anschließend in CW noch einmal rufen. Auch ein Bandwechsel erzeugt eine neue, eigenständige Verbindung.
Der Rufzeichenzusatz "/p" - und was die Prüfung dazu fragt
Wer portabel funkt, hängt gern ein "/p" an sein Rufzeichen. Verpflichtend ist das in Deutschland nicht: Der Zusatz ist eine freiwillige Zusatzinformation, keine Meldepflicht gegenüber der Bundesnetzagentur. Genau diese Unterscheidung ist Prüfungsstoff - im offiziellen Fragenkatalog stehen dazu mehrere Fragen, und sie tauchen in allen drei Klassen im Bereich Betriebstechnik auf.
Prüfungsfragen zum Portabelbetrieb
Portabelbetrieb: vier Fragen aus dem Prüfungskatalog
Fragetext und Antwortmöglichkeiten entsprechen dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur (3. Auflage, März 2024). Die Reihenfolge der Antworten mischt diese Seite bei jedem Aufruf neu; im Katalog selbst steht die richtige Antwort immer an erster Stelle. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.
BD206 Was bedeutet der Rufzeichenzusatz "/p"? Es bedeutet, dass die Amateurfunkstelle ...
- vorübergehend ortsfest betrieben wird oder tragbar ist.
- sich in einem Landfahrzeug in Bewegung befindet.
- vorübergehend exterritorial betrieben wird.
- sich an Bord eines Wasserfahrzeugs auf See befindet.
BD207 Muss beim Betrieb einer tragbaren oder vorübergehend ortsfest betriebenen Amateurfunkstelle in Deutschland dem Rufzeichen der Zusatz "/p" hinzugefügt werden?
- Nein, er kann zur weiteren Information verwendet werden.
- Ja, damit die BNetzA erkennen kann, dass die Amateurfunkstelle nicht am gemeldeten Standort betrieben wird.
- Ja, weil dies durch die internationalen Regelungen in den Radio Regulations (RR) so vorgegeben ist.
- Nein, es sei denn, es handelt sich um eine ausländische Station.
BA107 Wie wird das Rufzeichen "DN9RO/p" mit dem internationalen Buchstabieralphabet buchstabiert?
- Delta November 9 Romeo Oscar Stroke portable
- Delta November 9 Radio Oslo Stroke portable
- Delta Nordpol 9 Radio Oslo Stroke portable
- Delta Nordpol 9 Romeo Oscar Stroke portable
BD201 Was bedeutet der Rufzeichenzusatz "/am"? Die Amateurfunkstelle ...
- wird an Bord eines Luftfahrzeugs betrieben.
- verwendet Amplitudenmodulation.
- wird an Bord eines Wasserfahrzeugs betrieben.
- arbeitet mit geringer Leistung.
Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur. Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.
Die Parkgrenze: der Punkt, an dem Aktivierungen scheitern
Die Standortregel klingt harmlos und gehört in der Praxis zu den häufigsten Stolpersteinen. Du und deine komplette Station müssen innerhalb der gültigen Referenzgrenze stehen, und der Platz muss legal zugänglich sein. Für Flächen, die nicht öffentlich zugänglich sind, brauchst du die Zustimmung des Berechtigten. Ein Fahrzeug ist ausdrücklich erlaubt, solange es innerhalb der Grenze legal parkt.
Drei Sonderfälle solltest du kennen:
- Die Grenze überspannen zählt nicht. Die Regeln nennen das "straddling" und schließen es ausdrücklich aus - kein Teil des Aufbaus darf außerhalb der Referenz liegen.
- Bei Wanderwegen gilt ein Korridor. Für Trails reicht es, wenn die gesamte Station innerhalb von 100 Fuß, also rund 30,5 Metern, zum Weg steht.
- Zwei Parks gleichzeitig gehen nur bei echter Überlappung. Dazu gleich mehr.
2-fer: wann ein zweiter Park mitzählt
Liegen zwei Parkgebiete übereinander, kannst du beide in einem Rutsch aktivieren - Funkamateure nennen das "2-fer". Die Bedingung ist streng: Es muss eine echte Schnittfläche geben, in der sich die Grenzen aller aktivierten Parks überlappen, und du samt Ausrüstung musst vollständig in dieser Schnittfläche stehen.
- Ein Wanderweg führt durch einen Naturpark, du sitzt auf dem Weg innerhalb des Parks
- Ein Naturschutzgebiet liegt vollständig in einem größeren Biosphärenreservat, du stehst im inneren Gebiet
- Zwei Parks grenzen aneinander, du sitzt auf der gemeinsamen Grenze
- Der Nachbarpark beginnt 50 Meter weiter, ist aber vom eigenen Standort nicht überlappt
POTA-Parks in Deutschland
Deutschland ist gut versorgt. Eine Abfrage der offiziellen POTA-Datenbank über alle 16 Bundesländer ergab am 03.08.2026 1261 aktive Referenzen mit dem Präfix DE. Der Nummernkreis reicht bis DE-1271, es sind also nicht alle Nummern belegt. Weil laufend Gebiete dazukommen, ist das eine Momentaufnahme - Anfang August 2026 waren es rund 1260.
Alle 16 amtlichen deutschen Nationalparks sind dabei - von DE-0001 Berchtesgaden über DE-0012 Bayerischer Wald und DE-0069 Harz bis DE-0177 Unteres Odertal. Dazu kommen Naturparks, Naturschutzgebiete, Biosphärenreservate, Naherholungsgebiete und eine große Zahl an Wanderwegen.
Stimmt nicht. POTA verwendet US-amerikanische Kategorien, die auf deutsche Schutzgebietsklassen nicht passen. In der DE-Liste finden sich 61 Einträge als "National Historic Trail", 42 als "National Nature Reserve" und 23 als "National Park" - unter Letzteren stehen auch Gebiete, die in Deutschland gar kein Nationalpark sind. 973 der 1261 Referenzen tragen überhaupt keine Typkennung. Was rechtlich für ein Gebiet gilt, musst du bei der zuständigen Verwaltung nachsehen, nicht in der POTA-Datenbank.
Welche Gebiete überhaupt aufgenommen werden
Das sind keine weltweiten POTA-Regeln, sondern nationale Kriterien: Das deutsche POTA-Team nennt eine Mindestgröße von 150 Hektar, bei Wanderwegen eine Gesamtlänge ab 150 Kilometern, und schließt Landschaftsschutzgebiete aus. Solche nationalen Kriterien können sich ändern - wer ein Gebiet vorschlagen will, stimmt sich vorher mit dem zuständigen Koordinator ab.
Gibt es noch etwas zu entdecken?
Wenig - und das ist eine gute Nachricht für Hunter, aber eine schlechte für Rekordjäger. Von den 1261 deutschen Referenzen waren am 03.08.2026 nur fünf noch nie aktiviert. Am anderen Ende der Skala steht DE-0127 Nordfriesisches Wattenmeer mit 751 Aktivierungen und knapp 40.000 Verbindungen.
| Referenz | Gebiet | Aktivierungen | QSOs |
|---|---|---|---|
| DE-0127 | Nordfriesisches Wattenmeer | 751 | 39.948 |
| DE-0558 | Fernwanderweg E1 Deutschland | 630 | 18.381 |
| DE-0004 | Südschwarzwald | 497 | 19.062 |
| DE-0009 | Schwarzwald Mitte/Nord | 365 | 15.605 |
| DE-0078 | Weserbergland | 333 | 9.630 |
Eigene Auszählung der offiziellen POTA-Datenbank am 03.08.2026: abgefragt wurden die Parklisten aller 16 deutschen Bundesländer über die POTA-Programmschnittstelle, gezählt wurden aktive Referenzen mit dem Präfix DE. Die Zahlen wachsen täglich.
Was in Deutschland rechtlich gilt
Hier ist Sorgfalt angebracht, weil POTA ein US-amerikanisches Programm ist und seine Regeln deutsches Recht weder kennen noch ersetzen. Die POTA-Dokumentation sagt das selbst: Lizenzbedingungen sowie örtliche und bundesweite Gesetze gehen allem vor, was in den POTA-Regeln steht.
Zwei Punkte, die du kennen solltest:
- Naturschutzgebiete: Nach § 23 Absatz 2 des Bundesnaturschutzgesetzes sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Gebiets oder zu einer nachhaltigen Störung führen können. Was davon im Einzelnen erfasst ist und ob das Gebiet betreten werden darf, regelt die jeweilige Verordnung.
- Nationalparks: In vielen Nationalparks bestehen Wegegebote oder zonen- und jahreszeitabhängige Betretungsbeschränkungen. Im Nationalpark Bayerischer Wald etwa dürfen die Kerngebiete ganzjährig nur auf ausgeschilderten Wegen betreten werden, mit einer befristeten Ausnahme im Spätsommer und Herbst. Verbindlich ist die jeweilige Nationalparkverordnung - das lässt sich nicht verallgemeinern.
Nicht zwangsläufig. Die Datenbank führt zu einzelnen Referenzen ausdrückliche Warnhinweise. Bei DE-0012 Bayerischer Wald steht im Datensatz der Parkkommentar: "Funkbetrieb ist im Nationalpark verboten!!! Es ist nur aus dem Auto auf ausgewiesenen Parkplätzen erlaubt." Ein Blick in den Parkeintrag vor der Fahrt kostet eine Minute und spart im Zweifel ein Gespräch mit der Nationalparkwacht.
Zu Abspannungen an Bäumen, Erdnägeln und Masten in deutschen Schutzgebieten habe ich keine belastbare Rechtsquelle gefunden. Was in Foren dazu kursiert, ist Praxiserfahrung, keine Rechtsauskunft. Ebenso wenig ließ sich eine Stellungnahme des DARC oder einer Naturparkverwaltung speziell zum Amateurfunk in Schutzgebieten finden. Das heißt nicht, dass es sie nicht gibt - es heißt, dass du im Zweifel selbst bei der Parkverwaltung fragen solltest.
Ausrüstung: vom Rucksack bis zum Clubaufbau
Die offizielle Dokumentation unterscheidet sieben Aufbaustile, und die Bandbreite zeigt, wie unterschiedlich POTA aussehen kann:
| Aufbaustil | Wofür |
|---|---|
| Backpacking | Minimal, kleines QRP-Gerät, für abgelegene Ecken |
| Picknicktisch | Der Klassiker. Kabel und Leinen markieren, hier laufen Leute |
| Fahrrad | Von der Drahtantenne in der Satteltasche bis zum Anhänger |
| Mobil | Aus dem Fahrzeug, kompakte Antenne, schnell bei Zeitdruck oder Regen |
| Campingplatz | Längerer Aufenthalt, auch abends - Ruhezeiten beachten |
| Pavillon | Gemietete Schutzhütte mit Strom, gut für Clubbetrieb |
| Fielddaystation | Mehrere Operator, oft genehmigungspflichtig |
Welche Antenne passt?
Es gibt keine "beste POTA-Antenne". Es gibt nur die Antenne, die zu deinem Standort, deiner Aufbauzeit und den Parkregeln passt.
| Antenne | Aufbau | Platz | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| EFHW (endgespeist) | Ein Abspannpunkt reicht | Ein Draht, etwa halbe Wellenlänge | Braucht Unun und Mantelwellensperre |
| Dipol | Zwei Punkte oder Inverted V | Symmetrisch, ähnlich lang | Kein Bodenbezug nötig, gutmütig |
| Vertikal | Ein Mast, aber Radials auslegen | Fläche für die Radials | Stark von der Radialanlage abhängig |
| Fahrzeugantenne | Aufschrauben, fertig | Minimal | Deutlich geringerer Wirkungsgrad, dafür in Sekunden bereit |
| Magnetic Loop | Kompakt, aber bei jedem QSY nachstimmen | Sehr klein | Für Parks mit Auflagen, schmalbandig |
Warum die EFHW einen Unun braucht
Am offenen Ende eines Halbwellenstrahlers liegt ein Spannungsbauch und ein Stromknoten. Die Impedanz ist dort sehr hoch - die Literatur nennt Größenordnungen von einigen tausend Ohm, der genaue Wert hängt von Höhe, Umgebung, Drahtführung und Speisepunkt ab und ist alles andere als konstant. Ein Impedanztransformator im Verhältnis 49:1 (im Amateurfunk meist "Unun" genannt) bringt sie in den Bereich, den 50-Ohm-Koaxialkabel verkraftet: Bei einem Windungsverhältnis von 7:1 transformiert sich die Impedanz mit dem Quadrat, also 7² = 49, und aus 50 Ohm werden rechnerisch 2450 Ohm.
Zwei Dinge werden dabei gern übersehen. Erstens braucht auch eine endgespeiste Antenne einen definierten HF-Rückstrompfad; je nach Aufbau übernimmt das ein kurzes Gegengewicht, ein Stück der Speiseleitung oder eine andere kapazitiv gekoppelte Struktur. Zweitens profitiert sie fast immer von einer Mantelwellensperre, je nach Aufbau braucht sie eine. Ohne läuft ein Teil des Stroms außen auf dem Kabelmantel zurück, und das Ergebnis sind HF im Shack, kribbelnde Finger an der Taste und Störungen im eigenen Empfänger.
Warum die Vertikal Radials braucht
Eine Vertikalantenne über realem Erdboden ersetzt die fehlende zweite Dipolhälfte durch das Spiegelbild im Boden. Realer Boden ist aber verlustbehaftet: Die im Nahfeld fließenden Ströme erzeugen einen Bodenverlustwiderstand, der am Fußpunkt in Reihe zum Strahlungswiderstand liegt. Jedes Watt, das dort umgesetzt wird, heizt den Acker statt die Ionosphäre. Radials geben diesen Strömen einen gut leitenden Rückweg. Mehr Radials helfen, aber der Zugewinn wird mit jedem weiteren Draht kleiner.
Eine Alternative sind erhöhte Radials: Schon wenige abgestimmte Drähte je Band liefern gute Ergebnisse, und zwei um 180 Grad versetzte Radials machen das Strahlungsdiagramm gleichmäßiger als ein einzelnes. Länge, Höhe und Anordnung beeinflussen dabei sowohl die Fußpunktimpedanz als auch das Diagramm - der Aufbau will also abgeglichen werden, statt sich auf eine Faustzahl zu verlassen. Der vertikale Abstrahlwinkel hängt zusätzlich von der Höhe über Grund und der Bodenleitfähigkeit im nahen Fernfeld ab.
Wie lange hält der Akku?
Ein LiFePO4-Pack aus vier Zellen hat 12,8 Volt Nennspannung; die maximale Ladeschlussspannung liegt bei etwa 14,6 Volt, im Alltag empfehlen viele Hersteller etwas weniger. Die Laufzeit rechnest du aus der nutzbaren Kapazität und dem gewichteten Mittelstrom:
$\displaystyle t = \frac{C}{a_{TX} \cdot I_{TX} + a_{RX} \cdot I_{RX}}$
Ein Rechenbeispiel mit Herstellerangaben und einem angenommenen Sendeanteil von 30 Prozent:
| Station | Empfang | Senden | Mittelstrom | Laufzeit |
|---|---|---|---|---|
| QRP, 10 W (Elecraft KX2) | ~150 mA | 1 bis 2 A | ~0,56 A | ~10 h an 6 Ah |
| 100 W (Yaesu FT-891) | 2,0 A | bis 23 A | ~8,3 A | ~2,4 h an 20 Ah |
Rechenbeispiel, keine Messung. Die 23 A sind der spezifizierte Spitzenwert bei voller Leistung; bei Sprechfunk liegt der reale Mittelwert wegen der Sprechpausen darunter, bei Dauerstrich-Betriebsarten trifft er eher zu. Gerechnet ist mit der Nennkapazität - nutzbar ist weniger, weil Abschaltspannung des Geräts, Spannungsabfall in Kabeln und Steckern, Wandlerwirkungsgrad, Alter und Temperatur des Akkus mitreden.
Bänder und Betriebsarten
POTA hat keine eigenen Frequenzen. Du suchst dir eine freie Frequenz innerhalb deiner Lizenzrechte und des Bandplans - mehr Vorgaben gibt es nicht.
Für den Nahbereich in Mitteleuropa ist die steile Abstrahlung interessant, die unter dem Kürzel NVIS läuft: Mit sehr steilen Abstrahlwinkeln lässt sich der Bereich zwischen dem Ende der Bodenwelle und dem Beginn der Sprungdistanz überbrücken, also grob zwischen 30 und mehreren hundert Kilometern. In Mitteleuropa liegen die dafür brauchbaren Frequenzen meist im unteren Kurzwellenbereich; welche tatsächlich trägt, hängt von Tageszeit, Jahreszeit, Sonnenaktivität und Entfernung ab. Eine verbreitete Faustregel setzt die Arbeitsfrequenz bei etwa 85 Prozent der maximal nutzbaren Frequenz an - eine Orientierung, keine Vorhersage. Praktisch heißt das: 80 m und 40 m für die deutschen Hunter, 20 m und höher bei entsprechender Bandöffnung für alles außerhalb Europas.
| Betriebsart | Stärke | Was du wissen solltest |
|---|---|---|
| SSB | Schnell, persönlich, kein Zusatzgerät | Braucht bei gleicher Leistung und Station meist ein stärkeres Signal als schmalbandiges CW oder FT8 |
| CW | Kommt durch, wo SSB aufgibt; Chance auf automatisches Spotting | Belastbare Vergleichszahlen zur QSO-Rate gibt es nicht |
| FT8 | Dekodiert Signale deutlich unter der Hörschwelle | Als Grenzwert werden häufig Werte um -20 dB genannt, bezogen auf die von WSJT-X verwendete Referenzbandbreite von 2500 Hz |
CQ POTA rufen und den Pileup bändigen
Ein Aktivierungsruf ist kurz und nennt die Referenz:
"CQ Parks on the Air, CQ POTA, hier ist DL1ABC portabel aus DE-0123, und hört."
In CW reicht: CQ POTA DE DL1ABC/P K
Wenn dann zehn Stationen gleichzeitig rufen, entscheidet die Betriebstechnik. Die ARRL gibt dafür Empfehlungen, die auf beiden Seiten gelten:
- Immer das eigene vollständige Rufzeichen senden, nie das der Gegenstation und nie nur den Suffix
- Fragst du ein Teilrufzeichen nach ("DL1? nochmal"), antwortet nur, wen es betrifft - alle anderen schweigen
- Als Aktivierer den Pileup ordnen: nach Distrikten abarbeiten oder auf Split ausweichen
- Kurz bleiben. Im Pileup braucht niemand das Wetter, sondern Rufzeichen und Rapport
Spotting, RBN und Betrieb ohne Netz
Ein Spot ist der Unterschied zwischen zwei Stunden Rufen und zehn Minuten Pileup. Du darfst dich selbst spotten, das ist bei POTA ausdrücklich erlaubt.
- Vorher ankündigen: Geplante Aktivierungen lassen sich auf der POTA-Seite eintragen, damit Hunter sie im Kalender sehen.
- Selbst spotten: Frequenz wählen, Spot setzen. Spots sind nur zeitlich begrenzt sichtbar - wer länger auf einer Frequenz bleibt, spottet zwischendurch neu.
- Bei jedem Frequenzwechsel neu spotten - sonst suchen dich alle auf der alten Frequenz.
- Kein Mobilfunk? Die offizielle Empfehlung ist entwaffnend einfach: Bitte die erste Station, die du erreichst, dich zu spotten.
Loggen und das ADIF hochladen
Im Logbuch brauchst du je Verbindung mindestens Datum und Uhrzeit in UTC, Rufzeichen, Band und Betriebsart. Dazu kommt deine eigene Parkreferenz und, bei Park-to-Park, die der Gegenstation.
| ADIF-Feld | Inhalt |
|---|---|
MY_SIG | POTA |
MY_SIG_INFO | Deine Parkreferenz, z.B. DE-0123 |
SIG | POTA (nur bei Park-to-Park) |
SIG_INFO | Parkreferenz der Gegenstation |
Enthält die Datei MY_SIG und MY_SIG_INFO, ist sie eindeutig und läuft ohne Rückfragen durch. Fehlen die Felder, kann der POTA-Uploader die Angaben beim Import abfragen - Pflicht in der Datei selbst sind sie also nicht.
Beim Hochladen gilt: Eine ADIF-Datei darf mehrere UTC-Tage enthalten, und es gibt keine Einreichungsfrist. Die Dokumentation bittet trotzdem um Zügigkeit, weil alle Hunter auf dein Log warten.
Park-to-Park
Arbeitest du als Aktivierer einen anderen Aktivierer, ist das ein Park-to-Park-Kontakt. Beide sollten die Referenz der Gegenseite eintragen - dringend empfohlen, aber formal nicht erzwungen.
Bei Mehrfachreferenzen wird es rechnerisch reizvoll: Mehrere Parks werden nicht in ein Feld gequetscht, sondern dasselbe QSO wird mehrfach geloggt, je Referenzkombination eine Zeile. Trifft ein 2-fer auf ein 3-fer, können aus einem einzigen Funkkontakt sechs Park-to-Park-Gutschriften werden - vorausgesetzt, alle Referenzen sind gültig und gleichzeitig aktivierbar, jede Kombination ist sauber protokolliert und keine davon fällt beim Import als Dublette heraus.
Awards
Die meisten Awards erzeugt POTA automatisch, sobald die Logs verarbeitet sind - beantragen musst du in der Regel nichts, bei einzelnen Auszeichnungen kommt eine manuelle Bearbeitung dazu. Gezählt werden verschiedene Parks, für Aktivierer und Hunter getrennt. Für Aktivierer zählt eine Referenz, sobald dort insgesamt zehn Verbindungen zusammengekommen sind; die dürfen sich auch über mehrere Anläufe verteilen.
| Parks | Award | Parks | Award |
|---|---|---|---|
| 10 | Bronze | 50 | Diamond |
| 20 | Silver | 75 | Sapphire |
| 30 | Gold | 100 | Arizona Agave |
| 40 | Platinum | 200 | Enrubio |
Darüber hinaus geht die Reihe mit botanischen und zoologischen Namen weiter, bis 10.000 verschiedene Parks. Dazu kommen:
- Repeat Offender: derselbe Park mehrfach - 20-mal Oasis, 40-mal Fox Den, 60-mal Bear Cave, 80-mal Fishing Hole, 100-mal Eagle's Nest, danach beginnt die nächste Stufe
- Kilo Award: 1000 Verbindungen aus ein und demselben Park, nur für Aktivierer
- James F. LaPorta N1CC Award: zehn verschiedene Parks auf zehn verschiedenen Bändern, mit getrennten Bedingungen für Aktivierer und Hunter; die Ausstellung kann hier bis zu einem Monat dauern
- Support Your Parks: jeweils am dritten vollen Wochenende im Januar, April, Juli und Oktober
POTA, SOTA, WWFF und IOTA im Vergleich
| Programm | Standort | QSOs für die Aktivierung | Kern der Herausforderung |
|---|---|---|---|
| POTA | Gelistete Parks und Wege | 10 | Parkgrenze und Logupload |
| SOTA | Qualifizierte Gipfel | 4 | Der Aufstieg |
| WWFF | Natur- und Schutzgebiete | 44 | Die schiere Zahl an Verbindungen |
| IOTA | Qualifizierte Inseln | - | Überhaupt hinzukommen |
Die Zahlen in der Spalte sind Orientierungswerte: Bei SOTA gelten vier Verbindungen für die Aktivierungspunkte, bei WWFF sind für die volle Aktiviererwertung üblicherweise 44 nötig, und nationale Programme können davon abweichen. IOTA lässt sich über eine QSO-Mindestzahl gar nicht sinnvoll vergleichen, deshalb der Strich.
POTA und WWFF liegen inhaltlich am dichtesten beieinander, sind aber getrennte Programme mit eigenen Referenzen, eigenen Regeln und eigenen Einreichungswegen. Liegen eine POTA- und eine DLFF-Referenz am selben Ort, kann derselbe Betrieb grundsätzlich für beide Programme zählen - die Aktivierung muss dann aber die Regeln beider Programme erfüllen, und die Logs gehen getrennt an die jeweiligen Systeme. Eine offizielle Aussage speziell zur Kombination deutscher POTA- und DLFF-Referenzen habe ich nicht gefunden, deshalb im Zweifel beide Regelwerke einzeln prüfen.
Häufige Fehler
- Auf den Kartenmarker verlassen statt auf die amtliche Grenze
- Auf dem Parkplatz davor senden
- Abspannleinen unmarkiert über einen Weg spannen
- Bei aufziehendem Gewitter weitermachen
- Akkuverbrauch unterschätzen
- Ortszeit statt UTC eintragen
- Die eigene Parkreferenz falsch oder gar nicht setzen
- Park-to-Park-Referenz vergessen
- Relaisverbindungen mitzählen
- Nach dem QRT den Spot stehen lassen
Zwei Ratschläge aus der offiziellen Dokumentation, die banal klingen und trotzdem regelmäßig ignoriert werden: Markiere Abspannungen und Kabel mit Signalband oder kleinen Hütchen, und brich die Aktivierung ab, wenn das Wetter umschlägt. Dazu kommt der Hinweis, Essen wegzuräumen - Tiere interessieren sich mehr für dein Brot als für deine Antenne.
Häufige Fragen
Wie viele QSOs braucht man für eine POTA-Aktivierung?
Zehn gültige Verbindungen innerhalb eines UTC-Tages. Schaffst du weniger, zählt es nicht als Aktivierung - die Hunter bekommen ihre Gutschrift aber trotzdem, sobald du das Log hochlädst.
Müssen Hunter ihr Log bei POTA hochladen?
Nein. Hunter laden grundsätzlich keine Logs hoch. Die gesamte Wertung entsteht aus den Logs der Aktivierer. Lädt ein Aktivierer sein Log nie hoch, bekommst du für diese Verbindung allerdings auch keine Gutschrift.
Muss die gesamte Station innerhalb des Parks stehen?
Ja. Aktivierer und die komplette Ausrüstung müssen sich innerhalb der gültigen Referenzgrenze befinden, und der Platz muss legal zugänglich sein; auf nicht öffentlich zugänglichen Flächen braucht es die Zustimmung des Berechtigten. Die Grenze zu überspannen ist ausdrücklich keine gültige Aktivierung. Bei Wanderwegen genügt ein Abstand von höchstens rund 30,5 Metern zum Weg.
Gibt es feste POTA-Frequenzen?
Nein. POTA hat keine eigenen oder reservierten Frequenzen. Aktivierer suchen sich eine freie Frequenz innerhalb ihrer Lizenzrechte und des geltenden Bandplans.
Zählen Verbindungen über ein Relais?
Nein, Verbindungen über terrestrische Relais sind ausgeschlossen. Satellitenverbindungen sind dagegen erlaubt; im Log wird dann das Sendeband des Aktivierers eingetragen.
Darf ich mich bei POTA selbst spotten?
Ja, Self-Spotting ist erlaubt. Auch Hunter dürfen einen Aktivierer spotten oder erneut spotten, selbst wenn sie ihn nur hören und gar kein QSO mit ihm gefahren haben. Spots sind nur zeitlich begrenzt sichtbar und sollten bei jedem Frequenz- oder Betriebsartenwechsel erneuert werden.
Wie viele POTA-Parks gibt es in Deutschland?
Eine Abfrage der offiziellen POTA-Datenbank über alle 16 Bundesländer ergab am 3. August 2026 genau 1261 aktive Referenzen mit dem Präfix DE. Alle 16 amtlichen deutschen Nationalparks sind darunter. Die Zahl wächst laufend, sie ist also eine Momentaufnahme.
Was ist ein POTA-2-fer?
Ein 2-fer ist die gleichzeitige Aktivierung von zwei Parks. Das zählt nur, wenn sich die Parkgrenzen tatsächlich überlappen und die gesamte Station innerhalb dieser Schnittfläche steht. Zwei aneinandergrenzende Parks genügen nicht.
Was ist der Unterschied zwischen POTA und SOTA?
SOTA wird von qualifizierten Berggipfeln aus betrieben und verlangt vier Verbindungen, POTA aus gelisteten Parks und verlangt zehn. Bei SOTA ist der Aufstieg die Hürde, bei POTA die korrekte Parkgrenze. Ein Fahrzeug ist bei POTA ausdrücklich erlaubt.
Muss ich in Deutschland eine Genehmigung für eine Parkaktivierung einholen?
Es gibt keine bundeseinheitliche Regelung zum Amateurfunk in Schutzgebieten. Maßgeblich ist die jeweilige Schutzgebietsverordnung; in vielen Nationalparks bestehen Wegegebote oder zonen- und jahreszeitabhängige Beschränkungen. Einzelne POTA-Referenzen tragen dazu ausdrückliche Hinweise im Parkeintrag. Im Zweifel fragst du bei der zuständigen Parkverwaltung nach - die POTA-Regeln ersetzen deutsches Recht ausdrücklich nicht und schaffen keine zusätzlichen Rechte.
Muss ich meinem Rufzeichen "/p" anhängen?
Nein. In Deutschland ist der Zusatz "/p" für eine tragbare oder vorübergehend ortsfest betriebene Amateurfunkstelle freiwillig und dient nur der zusätzlichen Information. Eine Pflicht zur Kennzeichnung gegenüber der Bundesnetzagentur besteht nicht.
Funktioniert POTA mit fünf Watt?
Ja, grundsätzlich schon - POTA schreibt keine Mindest- oder Höchstleistung vor. In Telegrafie und in digitalen Betriebsarten wie FT8 sind zehn Verbindungen auch mit wenigen Watt oft erreichbar, weil beide Verfahren deutlich schwächere Signale verarbeiten als Sprechfunk. Wie gut es tatsächlich läuft, hängt von Bandbedingungen, Antenne, Standort, Betriebsart und davon ab, ob dich jemand spottet.
Vom Zuhören zum eigenen Park
Hunter sein darfst du erst mit Lizenz, und aktivieren sowieso. Die Prüfung deckt genau das ab, was du im Park brauchst: Bandpläne, Betriebstechnik, Antennen, zulässige Leistung und die Vorschriften für den portablen Betrieb. 12db bringt dich mit dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur durch alle drei Klassen.
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