Die EFHW ist der Draht, der beim Portabelbetrieb an fast jedem Gipfel hängt: ein einziger Aufhängepunkt, ein kleines Kästchen am unteren Ende, vier Bänder ohne Umschalten. End Fed Half Wave heißt schlicht "am Ende gespeiste Halbwelle" - statt in der Mitte wie beim Dipol kommt die Energie dort hinein, wo der Draht aufhört. Genau das macht sie so praktisch und gleichzeitig etwas anspruchsvoller, als sie aussieht.

💡 Kurzfassung: Ein Draht von etwa einer halben Wellenlänge wird an seinem Ende gespeist. Dort ist er hochohmig - je nach Aufbau grob 2000 bis 5000 Ω. Ein Übertrager mit dem Windungsverhältnis 1:7 (Impedanzverhältnis 49:1) macht daraus wieder rund 50 Ω. Weil der Draht auch auf den Vielfachen seiner Grundfrequenz hochohmig endet, deckt ein 40-m-Draht auch 20, 15 und 10 m ab. Pflichtzubehör: ein definierter Rückweg für den Strom, also Gegengewicht oder Mantelwellensperre an der richtigen Stelle.

Was ist eine EFHW?

Kurz gesagt: Die EFHW (End Fed Half Wave, endgespeiste Halbwellenantenne) ist ein resonanter Draht von etwa einer halben Wellenlänge, der an seinem Ende über einen Breitbandübertrager gespeist wird. Weil die Impedanz dort bei einigen Tausend Ohm liegt, sitzt zwischen Kabel und Draht ein Übertrager mit dem Windungsverhältnis 1:7, was einem Impedanzverhältnis von 49:1 entspricht.

Der strahlende Draht ist derselbe wie beim Halbwellendipol, nur der Speisepunkt liegt anders. Beim Dipol wird in der Mitte eingespeist, wo der Strom sein Maximum hat und die Impedanz bei rund 50 bis 70 Ω liegt. Bei der EFHW wird am Ende eingespeist, wo der Strom fast null und die Spannung maximal ist.

Das gilt allerdings nur für den Draht selbst. Zum Antennensystem einer EFHW gehören außerdem der Übertrager, das Gegengewicht, ein Stück Koaxmantel und die kapazitive Kopplung zur Umgebung. Stromverteilung und Richtdiagramm können deshalb vom mittengespeisten Dipol abweichen - je sauberer die Mantelwellen unterdrückt sind, desto ähnlicher werden sie sich.

Daraus ergibt sich der praktische Reiz: Der Speisepunkt liegt unten am Mast oder am Zaun, nicht in der Mitte in acht Metern Höhe. Man braucht nur einen Aufhängepunkt, das Kabel muss nicht zur Drahtmitte hochgeführt werden, und der Draht kann schräg weglaufen. Für SOTA, POTA und den Urlaubsbetrieb ist das oft entscheidend.

⚠️ Nicht dasselbe wie "endgespeister Draht": Jede EFHW ist ein endgespeister Draht, aber nicht jeder endgespeiste Draht ist eine EFHW. Ein Random Wire beliebiger Länge an einem 9:1-Unun ist bewusst nicht resonant und braucht einen Antennentuner. Die EFHW setzt dagegen auf Resonanz und kommt deshalb meist ohne Tuner aus. Mehr dazu im Abschnitt verwandte Bauformen.

Warum das Drahtende hochohmig ist

Auf einem resonanten Halbwellenstrahler bilden sich stehende Wellen aus. In der Drahtmitte liegt der Strombauch, an beiden Enden der Spannungsbauch. Impedanz ist nichts anderes als Spannung geteilt durch Strom - wo viel Spannung und wenig Strom herrscht, ist der Widerstand entsprechend hoch.

Wie hoch genau, ist die schwierigste Frage an der ganzen Antenne. Seriöse Quellen nennen Bereiche, keine festen Werte:

Quellegenannter BereichKontext
AA5TB (Steve Yates)1800 - 5000 Ωje nach Länge des Gegengewichts
KW4TI (Daniel Marks)~3000 Ωtypischer Wert einer aufgebauten EFHW
DC4KU (Werner Schnorrenberg)2450 bzw. 3200 ΩAuslegungswerte für 1:7 bzw. 1:8

Der oft zitierte Wert 2450 Ω ist ein Rechenwert, keine Messgröße: Er entsteht rückwärts aus dem gewählten Übertrager, weil $50\,\Omega \cdot 7^2 = 2450\,\Omega$ ergibt. Die tatsächliche Fußpunktimpedanz hängt ab von der Höhe über Grund - und zwar gemessen in Wellenlängen, nicht in Metern -, von der Bodenbeschaffenheit, von Bäumen und Gebäuden in der Nähe, vom Drahtdurchmesser und vom Gegengewicht.

Rechnerisch müsste die Impedanz am offenen Ende gegen unendlich gehen. Sie tut es nicht, weil am Drahtende immer ein kleiner Reststrom in die Streukapazität zur Umgebung fließt. Dieser Endeffekt ist auch der Grund, warum der Draht rund fünf Prozent kürzer ausfällt als die rechnerische halbe Wellenlänge im freien Raum.

Stromverteilung, Speisepunkt, Impedanz: Genau diese Zusammenhänge fragt die Amateurfunkprüfung in Klasse A ab - und mit ihnen zwei Bildfragen, in denen die EFHW gezeichnet ist.
Antennentechnik für die Prüfung lernen

Der Übertrager: aus 2500 Ohm werden 50 Ohm

Zwischen Kabel und Draht sitzt ein Ringkernübertrager. Er ist ein Unun, kein Balun: Beide Seiten sind unsymmetrisch, es gibt keinen symmetrischen Anschluss. Er transformiert also nur die Impedanz und symmetriert nichts - und er unterdrückt vor allem keine Mantelwellen. Das ist die Aufgabe eines separaten Bauteils.

Für das Übersetzungsverhältnis gilt die Transformatorregel: Das Impedanzverhältnis ist das Quadrat des Windungsverhältnisses.

$\displaystyle \frac{Z_2}{Z_1} = \left(\frac{n_2}{n_1}\right)^2$

WindungsverhältnisImpedanzverhältnisaus 50 Ω wird
1:636:11800 Ω
1:749:12450 Ω
1:864:13200 Ω
1:981:14050 Ω

In der Praxis wird der Übertrager fast immer als Spartransformator gewickelt, typisch mit 2 Windungen auf der Kabelseite und 14 Windungen insgesamt. Für die unteren Bänder werden auch 3:21 Windungen verwendet. Manche Bauformen bekommen zusätzlich einen Kompensationskondensator parallel zur Kabelseite, Größenordnung 100 bis 150 pF; er gleicht Restinduktivitäten aus und wirkt vor allem auf den oberen Bändern. Ein Allheilmittel ist er nicht - bei streuarm gewickelten Übertragern kann er auch nichts bringen.

⚠️ 49:1 ist ein Kompromiss, keine Naturkonstante. Da die reale Fußpunktimpedanz je nach Aufbau zwischen etwa 2000 und 5000 Ω liegt, trifft ein festes Verhältnis nie überall. 64:1 liefert in manchen Installationen die flachere SWR-Kurve, in anderen ist 49:1 besser. Hinzu kommt, dass ein realer Übertrager wegen Streuinduktivität und Wicklungskapazität auf 10 m anders transformiert als auf 80 m.

Der Rückweg: Gegengewicht und Mantelwellensperre

Hier scheitern die meisten EFHW-Aufbauten. Strom braucht einen geschlossenen Kreis. Ein Dipol hat zwei Hälften, eine Groundplane hat Radials - die EFHW hat auf den ersten Blick nur einen Draht. Der zweite Pol ist trotzdem da, er ist nur unsichtbar: Ohne definierten Rückweg fließt der Ausgleichsstrom über den Schirm des Koaxkabels zurück zum Gerät.

Das Kabel wird damit selbst zum Teil der Antenne. Es strahlt beim Senden und es empfängt beim Hören - und zwar bevorzugt den Störnebel aus dem Haus. Deshalb klagen manche über eine "rauschende" EFHW: Nicht die Antenne rauscht, sondern die Zuleitung sammelt ein.

Was Messungen dazu zeigen

DC4KU hat die verschiedenen Aufbauten mit einem Zangenamperemeter durchgemessen: 10 W bei 7,1 MHz, 14 m RG58, Draht waagerecht in 4 m Höhe über einer Wiese. Der Antennenstrom lag jeweils bei rund 320 mA, gemessen wurde der unerwünschte Mantelstrom auf der Zuleitung:

AufbauMantelstrom auf dem Koax
Übertrager pur, kein Gegengewicht40 mA
Fußpunkt zusätzlich geerdet30 mA (plus 20 mA über die Erdleitung)
Drahtstummel von 0,05 λ als Gegengewicht20 mA
Gegengewicht plus Sperre direkt am Übertrager5 mA
Sperre 0,05 λ entfernt, Koaxstück als Gegengewicht0 mA

Zwei Dinge sind daran bemerkenswert. Erstens: Ein Gegengewicht allein halbiert den Mantelstrom nur, weil sich der Strom zwischen Gegengewicht und Kabelschirm aufteilt - er sucht sich immer beide Wege. Zweitens: Die Erdung des Fußpunkts hat nichts verbessert, sondern den Strom nur auf einen zweiten Weg verteilt, der ebenfalls strahlt und empfängt.

Beim Empfang war der Unterschied im 80-m-Band deutlich hörbar: Das Grundrauschen ging von -79 dBm auf -100 dBm zurück, also um 21 dB. Bei den nominell 6 dB je S-Stufe sind das gut dreieinhalb Stufen.

Zwei bewährte Lösungen

Beide stehen so auch im Fragenkatalog der Bundesnetzagentur:

  • Gegengewicht plus Sperre am Übertrager: Ein Drahtstummel von etwa 0,05 λ hängt am Fußpunkt, die Mantelwellensperre sitzt direkt vor dem Übertrager. Für das 40-m-Band sind das rund 2 m Draht, für 80 m rund 4 m. Nachteil: Die Sperre steht an der hochohmigen Stelle und muss entsprechend hohe Sperrimpedanz haben.
  • Koaxabschnitt als Gegengewicht: Die Sperre wird erst 0,05 λ vom Übertrager entfernt eingefügt. Das Stück Kabel dazwischen übernimmt die Rolle des Gegengewichts, und die Sperre steht nicht mehr im Spannungsmaximum, kann also besser wirken. Ein zusätzlicher Drahtstummel entfällt.

Die Länge von 0,05 λ geht auf empirische Versuche von AA5TB zurück und gilt zunächst für seinen abgestimmten Aufbau - eine allgemeingültige EFHW-Norm ist sie nicht. Wie viel Rückstrompfad nötig ist, hängt von Drahtlänge, Übertrager, Kabel, Umgebung, Erdung und Frequenz ab. Der Wert ist ein guter Startpunkt, kein Sollmaß.

Ein resonantes λ/4-Gegengewicht ist deswegen nicht automatisch falsch, aber es verändert das System deutlich: Es führt hohe Ströme und strahlt selbst kräftig mit, sodass Diagramm und Fußpunktimpedanz stärker von der Verlegung abhängen. AA5TB hält es für seinen Aufbau schlicht für nicht erforderlich. Der kurze Stummel bleibt dagegen hochohmig und lässt nur wenig Strom fließen - das macht ihn berechenbarer.

💡 Nicht alle sind sich einig. Einzelne Hersteller raten von einem zusätzlichen Gegengewicht ab und empfehlen die Sperre stattdessen erst am Hauseintritt. Die oben gezeigten Messungen sprechen für die Sperre in Speisepunktnähe - wer sich unsicher ist, misst den Mantelstrom mit einer HF-Stromzange einfach selbst.

Erkennst du die EFHW in der Prüfung wieder?

Drei Fragen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur, Klasse A. Fragetext und Abbildungen stammen aus dem Katalog. Die Reihenfolge der Antworten wird bei jedem Aufruf neu gemischt und weicht deshalb vom Katalog ab. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.

AG123 Wie wird die dargestellte Antenne bezeichnet (MWS = Mantelwellensperre)?

Schaltskizze: 50-Ohm-Anschluss, dahinter die Mantelwellensperre, dann ein Übertrager mit dem Windungsverhältnis 1 zu 7. Nach rechts geht ein waagerechter Draht von etwa einer halben Wellenlänge ab, nach unten ein Gegengewicht von mindestens 0,05 Wellenlängen.
  • endgespeiste Multibandantenne
  • Windomantenne
  • W3DZZ
  • endgespeiste, magnetische Multibandantenne

AG124 Wie wird die in der nachfolgenden Skizze dargestellte Antenne bezeichnet (MWS = Mantelwellensperre)? Es handelt sich um eine ...

Schaltskizze: 50-Ohm-Anschluss, Mantelwellensperre, danach ein mit 0,05 Wellenlängen bemaßtes Kabelstück bis zum Übertrager mit dem Windungsverhältnis 1 zu 7. Von dort geht ein waagerechter Draht von etwa einer halben Wellenlänge ab.
  • endgespeiste, resonante Multibandantenne
  • mit magnetischem Balun aufgebaute Multibandantenne
  • endgespeiste Multibandantenne mit einem Trap
  • elektrisch verkürzte Windomantenne

AC306 Für die Anpassung einer 50 Ohm Übertragungsleitung an eine endgespeiste Halbwellenantenne mit einem Fußpunktwiderstand von 2,5 kOhm wird ein Übertrager verwendet. Er sollte in etwa ein Windungverhältnis von ...

  • 1:7 aufweisen.
  • 1:3 aufweisen.
  • 1:49 aufweisen.
  • 1:14 aufweisen.

Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur (Klasse A). Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.

Ein Draht, vier Bänder

Der eigentliche Trick der EFHW ist der Mehrbandbetrieb. Ein Draht, der auf seiner Grundfrequenz eine halbe Wellenlänge lang ist, ist auf der doppelten Frequenz eine ganze, auf der dreifachen anderthalb und so weiter. In allen diesen Fällen endet er wieder in einem Spannungsbauch - also wieder hochohmig, also wieder passend zum selben Übertrager.

BandFrequenzDraht entspricht
40 m7 MHzλ/2 (Grundwelle)
20 m14 MHz1 λ
15 m21 MHz1,5 λ
10 m28 MHz2 λ

Ein rund 20 m langer Draht bedient damit vier Bänder ohne Umschalter und meist ohne Tuner. "Meist" ist wörtlich zu nehmen: Endeffekt und Umgebung verschieben die Resonanzen der Oberbänder gegeneinander, sie liegen also nicht zwangsläufig genau in den Amateurfunkbändern. Die WARC-Bänder 30, 17 und 12 m fallen ganz heraus, weil ihre Frequenzen keine ganzzahligen Vielfachen von 7 MHz sind - dort hilft nur ein Tuner.

Die Länge liefert die übliche Halbwellenformel mit Verkürzungsfaktor:

$\displaystyle l \approx \frac{142{,}5}{f}$   (Länge in Metern, Frequenz in MHz)

Für 7,1 MHz ergibt das rund 20 m. In der Praxis werden je nach Aufbau Werte zwischen etwa 19 und 21 m verwendet - die genaue Länge findet man erst durch Trimmen vor Ort, weil Höhe, Umgebung und Drahtisolation mitreden.

❌ "Vier Bänder heißt viermal perfekt"
Nein. Abgestimmt wird auf dem tiefsten Band; auf den Oberbändern stellt sich ein, was sich einstellt. Meist landet man bei brauchbaren, aber nicht perfekten Werten. Außerdem ändert sich mit jeder Oberwelle das Strahlungsdiagramm: Aus der Acht des Dipols werden mehrere schmale Keulen mit tiefen Einzügen dazwischen. Ein Simulationsprogramm zeigt dann einen höheren "Gewinn" an - der bezieht sich aber nur auf die stärkste Keule und ist kein Wirkungsgradgewinn, sondern eine Umverteilung.

Kernmaterial, Verluste und Leistungsgrenzen

Der Übertrager ist das Bauteil, an dem sich EFHW-Diskussionen entzünden - zu Recht, denn hier wird Sendeleistung in Wärme umgesetzt.

Welches Ferritmaterial?

In der Praxis dominiert Mischung 43 auf Ringkernen der Baugrößen FT140 und FT240. Die Materialdaten der Hersteller:

MischungTypAnfangspermeabilitätCurie-Temperatur
31MnZn1500> 130 °C
43NiZn800> 130 °C
52NiZn250> 250 °C
61NiZn125> 300 °C

Die Tabelle nennt bewusst nur Materialkennwerte und keine Einsatzempfehlung. Fair-Rite führt Mischung 43 vor allem als Unterdrückungsmaterial für Gleichtaktdrosseln und Mischung 61 als hochfrequentes Material für induktive Anwendungen - beides sind keine Herstellerempfehlungen für EFHW-Anpassübertrager. Welches Material sich für einen konkreten Übertrager eignet, hängt von Frequenz, Flussdichte, Windungszahl, Kerngeometrie und Leistung ab.

In der Selbstbaupraxis dominiert Mischung 43. Einzelne Hersteller von Anpassgliedern halten sie für die meisten Kurzwellenanwendungen wegen des höheren Verlustfaktors dennoch für die schlechtere Wahl und raten zu 52 oder 61. Beide Seiten argumentieren technisch - ein Konsens besteht nicht.

Wie viel geht verloren?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, die Spanne ist groß. PA3HHO hat für verschiedene Aufbauten die Verluste rechnerisch ermittelt:

Aufbau80 m40 m20 m10 m
1 × FT240-43, 2:142,3 dB1,9 dB1,6 dB1,5 dB
2 × FT240-43 gestapelt, 2:140,8 dB0,7 dB0,6 dB0,6 dB
2 × FT240-43 gestapelt, 3:210,3 dB0,3 dB0,3 dB0,2 dB
3 × FT240-52 gestapelt, 2:140,1 dB0,2 dB0,4 dB0,4 dB

2,3 dB sind gut 40 Prozent der Leistung. Wichtig zur Einordnung: Das sind gerechnete Werte aus Kerndaten, keine direkten Messungen, und sie gelten für den jeweils betrachteten Aufbau.

💡 2:14 und 3:21 sind dasselbe Übersetzungsverhältnis. Beide ergeben 1:7 und damit ideal 49:1 - unterschiedlich ist nur die absolute Windungszahl. Mehr Windungen erhöhen die Hauptinduktivität, was auf den unteren Bändern hilft; gleichzeitig wachsen Wicklungskapazität und Streuinduktivität, was oben wieder Grenzen setzt. Die Tabelle zeigt also den Effekt von mehr Kernmaterial und mehr Windungen, nicht den eines anderen Übersetzungsverhältnisses.

Dauerstrich ist das Problem

Was im Kern an Verlustleistung anfällt, muss als Wärme weg. Bei SSB hilft die Sprachpause: Im Mittel liegt die Dauerleistung dort grob bei einem Fünftel der Spitzenleistung, je nach Stimme und Kompression aber auch deutlich darüber. FT8 und RTTY senden dagegen mit nahezu konstanter Hüllkurve.

Ein Hersteller setzt für Digimodes deshalb etwa ein Fünftel der für SSB angegebenen Leistung an. Das ist eine Hausnummer für dessen Bauteile und keine allgemeine Regel: Die zulässige Dauerleistung hängt von Kern, Material, Wicklung, Kühlung, Frequenz, SWR und Tastgrad ab. Wird der Kern zu heiß, verliert er oberhalb der Curie-Temperatur seine Permeabilität - die Anpassung bricht dann schlagartig zusammen.

Die Spannung am Speisepunkt

Am hochohmigen Ende entstehen erhebliche Spannungen. Es gilt schlicht:

$\displaystyle U = \sqrt{P \cdot R}$

SendeleistungEffektivwert an 2500 ΩScheitelwert
10 W~158 V~224 V
100 W~500 V~707 V
750 W~1370 V~1936 V

Das ist kein akademischer Wert. Einfacher Schaltlitzendraht ist dafür nicht ausgelegt, und an Kreuzungsstellen der Wicklungen kann es durch die Lackisolation durchschlagen. Draußen gilt dasselbe für das Drahtende: Dort steht der zweite Spannungsbauch.

Übersetzungsverhältnis, Kernverluste, Mantelwellen: Wer das hier verstanden hat, hat einen guten Teil des Antennenkapitels der Klasse A schon mitgenommen.
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Aufbauformen

FormBeschreibungwofür
WaagerechtDraht flach zwischen zwei Punkten, Übertrager an einem EndeReferenzfall, viel Steilstrahlung
Inverted-Lerst senkrecht am Mast hoch, dann waagerecht wegVertikalanteil, flachere Abstrahlung für DX
Sloperschräg von oben nach unten gespanntKompromiss, meist steiler abstrahlend
An der AngelruteDraht am GFK-Mast hoch, Übertrager am FußPortabel, SOTA und POTA

Der Übertrager sitzt fast immer unten am Mastfuß oder am Zaun. Das ist vor allem praktisch - kurzer Kabelweg, erreichbar, mechanisch stabil. Elektrisch ist es ein Kompromiss: Bodennähe verändert die Fußpunktimpedanz. Eine Erdung des Übertragers bringt laut den oben genannten Messungen keine Verbesserung, sondern verteilt den Ausgleichsstrom nur auf einen weiteren Weg. Sinnvoll ist sie höchstens portabel, wenn der Übertrager ohnehin direkt auf dem Boden liegt und die Verbindung zum Erdspieß kurz bleibt.

Abstimmen und messen

Abgestimmt wird immer auf dem tiefsten Band. Man kürzt oder verlängert den Draht, bis dort die Resonanz stimmt; die Oberbänder folgen dann automatisch, weil sie an derselben Drahtlänge hängen. Wer umgekehrt vorgeht, jagt sich im Kreis.

Am meisten sieht man mit einem VNA: Er zeigt neben dem SWR auch Wirk- und Blindanteil mit Vorzeichen, und daraus lässt sich die Richtung der nötigen Korrektur ablesen. Einfachere Antennenanalysatoren geben dagegen nur das SWR oder den Betrag der Impedanz aus - damit sieht man, dass etwas nicht stimmt, aber nicht, wohin man korrigieren muss. Ein Smith-Diagramm macht diesen Unterschied besonders anschaulich.

❌ "SWR 1:1, also ist alles gut"
Der gefährlichste Irrtum an dieser Antenne. Ein Abschlusswiderstand hat ein perfektes SWR und strahlt überhaupt nicht. In der oben zitierten Messreihe wurden bei 10 W und SWR 1,1 im Strommaximum nur 320 mA gemessen statt der 447 mA, die bei verlustfreier Übertragung rechnerisch zu erwarten wären. Ein sauberer Wirkungsgrad lässt sich daraus nicht ableiten - dafür müsste man wissen, wie sich der Strom über den Draht verteilt und welche Impedanz an der Messstelle wirklich vorliegt. Die Richtung ist aber eindeutig: Ein Teil der Leistung bleibt in Kabel, Übertrager, Sperre und Boden, und das SWR verrät davon nichts. Verluste machen es sogar besser, nicht schlechter.

Noch ein Messfallstrick: Die Kabellänge transformiert mit. Wer am Gerät misst und die Speisepunktimpedanz beurteilen will, kommt mit einer elektrischen Kabellänge von einem Vielfachen von λ/2 am ehesten hin - die transformiert 1:1.

Verwandte Bauformen

BauformPrinzipTuner nötig?
EFHWresonanter λ/2-Draht, Breitbandübertrager 49:1auf den Harmonischen meist nein
Random Wirebeliebig langer Draht, 9:1-Unun, bewusst nicht resonantja, praktisch immer
Fuchsantenneλ/2-Draht an einem abstimmbaren ParallelschwingkreisKreis pro Band nachstimmen
Zeppelinantenneλ/2-Draht, gespeist über eine λ/4-Zweidrahtleitungschmalbandig

Fuchs- und Zeppelinantenne sind die historischen Vorfahren: Josef Fuchs meldete seine Ankopplung über einen Schwingkreis 1927 zum Patent an, die Zeppelinantenne stammt von den Schleppantennen der Luftschiffe, wo es keine Erdfläche gab. Beide lösen dasselbe Problem wie der moderne 49:1-Übertrager, nur schmalbandig und mit Nachstimmen. Der Breitbandübertrager hat sie verdrängt, weil er ohne Bedienung auskommt - er bezahlt das mit Verlusten im Ferrit.

Typische Fehler

So wird es was
  • Rückweg bewusst festlegen: Gegengewicht oder Sperre im richtigen Abstand
  • Mantelstrom einmal mit einer Stromzange nachmessen
  • Auf dem tiefsten Band abstimmen, dann die Oberbänder prüfen
  • Kern großzügig dimensionieren, besonders für FT8
  • Drahtende und Speisepunkt außer Reichweite aufhängen
  • Übertragergehäuse wirklich dicht bekommen
So wird es nichts
  • Übertrager, Koax, fertig - und sich über Störungen im Haus wundern
  • Erdleitung als Ersatz für ein Gegengewicht
  • Resonantes λ/4-Gegengewicht anbauen
  • SWR 1:1 als Beweis für einen guten Wirkungsgrad nehmen
  • Mit 100 W FT8 auf einen kleinen Ringkern gehen
  • Erwarten, dass auch 30, 17 und 12 m ohne Tuner laufen

Antennen verstehen statt nachbauen

Stromverteilung, Impedanz, Übersetzungsverhältnisse und Mantelwellen sind Prüfungsstoff der Klasse A - und genau das Wissen, mit dem eine EFHW am Ende wirklich funktioniert.

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Häufige Fragen zur EFHW

Wofür steht EFHW?

Für End Fed Half Wave, also endgespeiste Halbwellenantenne. Der strahlende Draht ist etwa eine halbe Wellenlänge lang und wird an seinem Ende gespeist statt in der Mitte wie ein Dipol.

Warum braucht die EFHW einen 49:1-Übertrager?

Am Drahtende liegt ein Spannungsbauch, die Impedanz ist dort je nach Aufbau etwa 2000 bis 5000 Ohm hoch. Ein Übertrager mit dem Windungsverhältnis 1:7 transformiert im Verhältnis 49:1 und macht daraus wieder rund 50 Ohm. Das Impedanzverhältnis ist immer das Quadrat des Windungsverhältnisses.

Welche Bänder deckt eine 40-m-EFHW ab?

40, 20, 15 und 10 Meter. Der Draht endet auf jedem ganzzahligen Vielfachen seiner halben Wellenlänge wieder hochohmig und passt deshalb zum selben Übertrager. Die WARC-Bänder 30, 17 und 12 Meter sind keine Vielfachen von 7 MHz und brauchen einen Tuner.

Wie lang muss der Draht für 40 Meter sein?

Als Startwert rund 20 Meter, gerechnet mit 142,5 geteilt durch die Frequenz in MHz. In der Praxis werden je nach Aufbau etwa 19 bis 21 Meter verwendet. Die genaue Länge findet man durch Trimmen, weil Höhe, Umgebung und Drahtisolation die Resonanz verschieben.

Braucht eine EFHW ein Gegengewicht?

Ja, sie braucht einen definierten Rückweg für den Strom. Sonst fließt der Ausgleichsstrom über den Schirm des Koaxkabels zurück, das Kabel strahlt mit und sammelt beim Empfang Störungen ein. Üblich sind ein Drahtstummel von etwa 0,05 Wellenlängen oder ein Koaxabschnitt derselben Länge zwischen Übertrager und Mantelwellensperre.

Wo gehört die Mantelwellensperre hin?

Entweder direkt vor den Übertrager, dann zusätzlich mit einem Gegengewicht von etwa 0,05 Wellenlängen, oder erst 0,05 Wellenlängen entfernt auf dem Kabel. Im zweiten Fall wirkt das Kabelstück selbst als Gegengewicht, und die Sperre steht nicht mehr im Spannungsmaximum. Beide Varianten sind im Fragenkatalog der Bundesnetzagentur abgebildet.

Bedeutet ein SWR von 1:1, dass die Antenne gut arbeitet?

Nein. Ein Abschlusswiderstand hat ein perfektes SWR und strahlt gar nicht. Verluste im Übertrager, im Kabel und im Boden verbessern das angezeigte SWR sogar. In einer Messreihe wurden bei 10 Watt und einem SWR von 1,1 im Strommaximum nur 320 Milliampere gemessen statt der rechnerisch möglichen 447 Milliampere.

Strahlt eine EFHW schlechter als ein Dipol?

Der Draht selbst strahlt bei gleicher Höhe und sauber unterdrückten Mantelwellen ähnlich wie ein Halbwellendipol. Zum Antennensystem gehören bei der EFHW aber auch Übertrager, Gegengewicht und ein Stück Koaxmantel, sodass Stromverteilung und Diagramm abweichen können. Hinzu kommen die Verluste im Übertrager. Einen Gewinnvorteil gegenüber dem Dipol hat die EFHW nicht.

Wie viel Leistung verträgt der Übertrager?

Das hängt von Kern, Material, Wicklung, Kühlung, Frequenz, SWR und Tastgrad ab, eine allgemeine Regel gibt es nicht. Entscheidend ist die Wärme: Bei SSB liegt die mittlere Leistung grob bei einem Fünftel der Spitzenleistung, bei FT8 oder RTTY herrscht dagegen nahezu Dauerstrich. Ein Hersteller setzt für Digimodes entsprechend etwa ein Fünftel der für SSB angegebenen Leistung an - das gilt aber für dessen Bauteile und lässt sich nicht verallgemeinern.

Quellen:DC4KU: Endgespeister Dipol mit Gegengewicht und Mantelwellensperre · DC4KU: KW-Drahtantennen · AA5TB: The End Fed Half Wave Antenna · PA3HHO: HWEF, is it really broadband? · Squash Practice: Engineering the EFHW 49:1 Transformer · Fair-Rite: Datenblatt Material 43 · DARC-Lehrgang Klasse A, Kapitel 9 (Antennen) · Ham Radio Outside the Box: EFHW. Angaben zu Impedanz, Drahtlänge, Verlusten und Leistungsgrenzen sind aufbauabhängige Größenordnungen, keine garantierten Werte. Die Verlusttabelle nach PA3HHO enthält gerechnete, keine gemessenen Werte.

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