Kaum ein Gerät im Shack wird so gründlich missverstanden wie der Antennentuner. Der Name ist daran nicht unschuldig: Er suggeriert, das Kästchen würde die Antenne abstimmen. Das tut es nicht. Es sorgt dafür, dass der Sender eine Last sieht, mit der er umgehen kann - alles hinter dem Tuner bleibt, wie es war.
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Was ist ein Antennentuner?
Kurz gesagt: Ein Antennentuner ist ein Netzwerk aus einstellbaren Spulen und Kondensatoren zwischen Sender und Speiseleitung. Er wandelt die komplexe Impedanz, die an seinem Eingang anliegt, in einen reellen Widerstand von 50 Ohm um. Der Sender arbeitet dadurch auf seine Nennlast und gibt volle Leistung ab. Die Antenne selbst bleibt davon unberührt.
Im Englischen heißt das Gerät ATU für Antenna Tuning Unit, im Handel steht überall "Antennentuner", und ältere Literatur sagt "Matchbox". Die Ausbildungsplattform des DARC verwendet im Prüfungszusammenhang das nüchternere Anpassgerät - und das trifft die Sache genau, weil angepasst und nicht abgestimmt wird. Weil sich "Tuner" aber durchgesetzt hat, steht er auch hier so im Text.
Was ein Antennentuner kann und was nicht
Dieser Abschnitt steht bewusst weit oben, weil sich an ihm fast alle Missverständnisse entscheiden.
- Dem Sender eine 50-Ohm-Last vorstellen, sodass er nicht zurückregelt
- Den Blindanteil der Last ausgleichen
- Betrieb auf Bändern ermöglichen, auf denen die Antenne keine Resonanz hat
- Je nach Schaltung Oberwellen dämpfen
- Aus einer schlechten Antenne eine gute machen
- Die Antenne resonant machen
- Die Verluste im Speisekabel beseitigen
- Das SWR zwischen sich und der Antenne senken
Der letzte Punkt ist der wichtigste, und die ARRL formuliert ihn ungewöhnlich deutlich: "when an antenna tuner achieves a low SWR for your transceiver, the SWR between the antenna tuner and the antenna is unchanged". Steht der Tuner im Shack, zeigt das Instrument davor 1:1 - auf den 30 Metern Koaxkabel zum Mast herrscht weiterhin dasselbe SWR wie vorher, mit denselben Zusatzverlusten. Der Tuner hat das Problem nicht gelöst, sondern nur aus dem Blickfeld des Senders geschoben.
Prüfungsfragen zum Antennentuner
Sechs Fragen aus dem Fragenkatalog
Fragetext und Antworten stammen wörtlich aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur, aus allen drei Klassen. Die Reihenfolge der Antworten wird bei jedem Aufruf neu gemischt und weicht deshalb vom Katalog ab. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.
NG303 Fehlanpassungen oder Beschädigungen von HF-Übertragungsleitungen führen ...
- zu Reflexionen des übertragenen HF-Signals und einem erhöhten SWR.
- zu einer Überbeanspruchung der angeschlossenen Antenne.
- zu einem SWR von kleiner oder gleich 1.
- zur Erzeugung unerwünschter Aussendungen, da innerhalb der erforderlichen Bandbreite keine Anpassung gegeben ist.
EI401 Ein Stehwellenmessgerät wird eingesetzt bei Sendern zur Messung ...
- der Antennenanpassung.
- der Oberwellenausgangsleistung.
- der Bandbreite.
- des Wirkungsgrades.
EG403 Sie messen ein Stehwellenverhältnis (SWR) von 3. Wieviel Prozent der vorlaufenden Leistung werden abgegeben?
- 75 %
- 50 %
- 25 %
- 29 %
AI204 Sie haben einen vektoriellen Netzwerkanalysator (VNA) an den Speisepunkt ihrer Kurzwellenantenne angeschlossen. Das Gerät zeigt R = 54 Ohm und jX = -12 Ohm an. Was bedeutet das Messergebnis?
- Der ohmsche Widerstand der Antennenimpedanz beträgt 54 Ohm, der Blindanteil beträgt 12 Ohm und ist kapazitiv.
- Die Impedanz der Antenne beträgt 66 Ohm. Es entsteht eine große induktive Fehlanpassung.
- Der ohmsche Anteil der Antennenimpedanz beträgt 54 Ohm, der Blindanteil beträgt 12 Ohm und ist induktiv.
- Die Antenne ist wegen ihres großen Blindwiderstandes nur zum Empfang, nicht jedoch zum Senden geeignet.
AF405 Welche Funktion hat das Ausgangs-Pi-Filter eines HF-Senders?
- Es dient der Impedanztransformation und verbessert die Unterdrückung von Oberwellen.
- Es dient der besseren Oberwellenanpassung an die Antenne.
- Es dient der Verbesserung des Wirkungsgrads der Endstufe durch Änderung der ALC.
- Es dient dem Schutz der Endstufe bei offener oder kurzgeschlossener Antennenbuchse.
AJ104 Um die Möglichkeit unerwünschter Abstrahlungen mit Hilfe eines angepassten Antennensystems zu verringern, empfiehlt es sich ...
- einen Antennentuner und/oder ein Filter zu verwenden.
- mit einem hohen Stehwellenverhältnis zu arbeiten.
- die Netzspannung mit einem Bandpass für die Nutzfrequenz zu filtern.
- nur vertikal polarisierte Antennen zu verwenden.
Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur (Klassen N, E und A). Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.
Wie er funktioniert: R und jX
Eine Antenne zeigt an ihrem Speisepunkt keinen einfachen Widerstand, sondern eine komplexe Impedanz aus zwei Anteilen: dem Wirkwiderstand R, der die abgestrahlte Leistung und die Verluste zusammenfasst, und dem Blindwiderstand jX, der Energie nur zwischenspeichert. Genau diese Schreibweise zeigt ein Antennenanalysator an - Prüfungsfrage AI204 gibt zum Beispiel R = 54 Ohm und jX = -12 Ohm vor, und das negative Vorzeichen bedeutet kapazitiv.
Der Tuner erledigt daraufhin zwei Aufgaben gleichzeitig:
- Blindanteil wegstimmen. Eine kapazitive Last bekommt Induktivität dazu, eine induktive Kapazität. Danach ist der Blindanteil null.
- Wirkwiderstand transformieren. Was übrig bleibt, wird auf 50 Ohm hoch- oder heruntergesetzt.
Die drei Grundschaltungen
Die klassischen Tuner arbeiten alle mit Induktivitäten und Kapazitäten; ihre Anordnung bestimmt Anpassbereich, Verluste und Filterverhalten. Daneben gibt es Anpasskonzepte, die stattdessen mit Übertragern oder Leitungsstücken arbeiten:
| Schaltung | Aufbau | Filterverhalten | Anpassbereich | Verluste |
|---|---|---|---|---|
| L-Glied | 1 Spule, 1 Kondensator | Je nach Orientierung Hoch- oder Tiefpass | Am kleinsten. Die Topologie muss zur Last passen, es gibt weniger Freiheitsgrade als bei T und Pi | Am geringsten |
| T-Glied | 2 Kondensatoren in Reihe, Spule dazwischen nach Masse | Hochpass, dämpft Oberwellen also nicht | Am größten. In kommerziellen Tunern die Regel | Stark von der Einstellung abhängig |
| Pi-Glied | 2 Kondensatoren nach Masse, Spule dazwischen | Tiefpass, dämpft Oberwellen | Groß, braucht aber große Kapazitäten | Gering bei bekannter, enger Last |
Diese Reihenfolge hält der Messung nicht stand. Innerhalb des Bereichs, den es überhaupt abdeckt, ist das L-Glied die verlustärmste Topologie - es hat die wenigsten Bauteile, in denen Verluste entstehen können. Das Pi-Glied ist verlustarm, wenn es für eine bekannte, enge Lastimpedanz gebaut wurde. Genau so wird es eingesetzt: als festes Ausgangsfilter einer Endstufe, wo es zugleich Oberwellen dämpft. Das ist der Inhalt von Prüfungsfrage AF405. Als breitbandiges Anpassgerät für wechselnde Antennenlasten ist es dagegen nicht grundsätzlich besser als ein T-Glied.
Warum das T-Glied Aufmerksamkeit verlangt
Das T-Glied hat drei einstellbare Bauteile und damit einen Freiheitsgrad zu viel. Die Folge: Für ein und dieselbe Last gibt es mehrere Einstellungen, die 1:1 anzeigen - und die sind nicht gleich gut. In einer veröffentlichten Rechnung ergab dieselbe Anpassung je nach Einstellung 1,3 % oder 2,2 % Verlust.
Bei sehr niederohmigen Lasten wird es unangenehm. Ein Modell für ein T-Glied bei 10,1 MHz zeigt: Eine Last mit kapazitivem Blindanteil kommt auf rund 96 bis 97,5 % Wirkungsgrad, dieselbe Last rein ohmisch auf 98 bis 99 %. Bei extremen Lasten, wie sie eine Zweidrahtleitung auf dem falschen Band liefert, sind Messungen an internen Tunern mit über 3 dB Verlust dokumentiert - bei 100 W wandern dann über 50 W als Wärme in das Kästchen.
Was hohes SWR wirklich kostet
Hier wird am meisten falsch gerechnet, deshalb die Zahlen im Einzelnen.
Schritt eins: Was heißt SWR überhaupt?
Aus dem SWR folgt direkt, welcher Anteil der vorlaufenden Leistung an der Stoßstelle zurückgeworfen wird:
| SWR | Reflektierter Anteil | Durchgelassener Anteil |
|---|---|---|
| 1,5:1 | 4 % | 96 % |
| 2:1 | 11 % | 89 % |
| 3:1 | 25 % | 75 % |
| 5:1 | 44 % | 56 % |
| 10:1 | 67 % | 33 % |
Die 3:1-Zeile steht so im Prüfungskatalog: Frage EG403 fragt nach dem abgegebenen Anteil (75 %), die Schwesterfrage EG401 rechnet es in Watt vor - bei 100 W vorlaufend laufen 25 W zurück.
Das ist der häufigste Fehlschluss, und man findet ihn selbst in Fachbeiträgen: "SWR 3:1, also kommen von 100 W nur 75 W an, der Rest wird verheizt." So einfach ist es nicht. Auf einer fehlangepassten Leitung laufen eine hin- und eine rücklaufende Welle, die sich überlagern; was am Ende tatsächlich verloren geht, sind die ohmschen und dielektrischen Verluste der Leitung und die Verluste im Anpassnetzwerk. Deshalb kann auch bei hohem SWR ein großer Teil der eingespeisten Leistung die Antenne erreichen, sofern die Leitung verlustarm ist. Wie viel wirklich ankommt, entscheiden Kabel, Länge und Frequenz - nicht der SWR-Wert allein.
Schritt zwei: Was die Leitung daraus macht
Die folgende Tabelle nennt für 30 m Kabel die Gesamtdämpfung und in Klammern den Anteil der Leistung, der am Ende noch ankommt. Die linke Spalte ist der Idealfall ohne Fehlanpassung:
| Kabel und Band | SWR 1:1 | SWR 3:1 | SWR 5:1 | SWR 10:1 |
|---|---|---|---|---|
| RG-58 auf 80 m | 0,9 dB (81 %) | 1,4 dB (73 %) | 1,9 dB (64 %) | 3,2 dB (48 %) |
| RG-58 auf 20 m | 1,7 dB (68 %) | 2,4 dB (57 %) | 3,3 dB (47 %) | 4,9 dB (32 %) |
| RG-58 auf 10 m | 2,5 dB (56 %) | 3,4 dB (46 %) | 4,4 dB (36 %) | 6,3 dB (24 %) |
| RG-213 auf 80 m | 0,4 dB (91 %) | 0,6 dB (86 %) | 1,0 dB (80 %) | 1,7 dB (68 %) |
| RG-213 auf 20 m | 0,7 dB (85 %) | 1,1 dB (78 %) | 1,6 dB (70 %) | 2,6 dB (55 %) |
| RG-213 auf 10 m | 1,0 dB (79 %) | 1,5 dB (71 %) | 2,1 dB (61 %) | 3,4 dB (46 %) |
Daraus lässt sich einiges ablesen. SWR allein sagt nichts. Dieselben 10:1 kosten auf RG-213 im 80-m-Band 1,3 dB extra und auf RG-58 im 10-m-Band 3,8 dB. Das gute Kabel ist wichtiger als das perfekte SWR: RG-213 bei SWR 5:1 liefert auf 20 m immer noch mehr an die Antenne als RG-58 bei perfekter Anpassung. Und die Grunddämpfung ist der Hebel - die Zusatzdämpfung wächst mit ihr, ein verlustarmes Kabel verzeiht deshalb viel.
Wohin gehört der Tuner?
Aus dem Vorigen folgt die Antwort fast von selbst. Entscheidend ist, wie viel Leitung hinter dem Tuner liegt:
| Tuner im Shack | Remote-Tuner am Speisepunkt | |
|---|---|---|
| Aufbau | Sender, Tuner, Koax, Antenne | Sender, Koax, Tuner, Antenne |
| SWR auf dem Koax | Unverändert hoch | Nahe 1:1 |
| SWR-bedingte Zusatzverluste im Koax | Über die volle Kabellänge | Praktisch keine. Die Grunddämpfung des Kabels und die Verluste im Tuner bleiben |
| Praxis | Bedienbar, trocken, billig | Braucht Wetterschutz, Stromversorgung und Steuerleitung am Mast |
Der Remote-Tuner ist physikalisch die bessere Lösung, aber nicht immer die nötige. Solange das SWR moderat bleibt und ein verlustarmes Kabel liegt, ist der Unterschied klein - die Tabelle oben zeigt für RG-213 bei SWR 3:1 gerade 0,4 dB. Richtig deutlich wird der Vorteil erst bei stark fehlangepassten Drahtantennen, wo das SWR auf der Leitung zweistellig wird.
Welche Antenne braucht einen Tuner?
| Antenne | Tuner nötig? | Warum |
|---|---|---|
| Resonante Monobandantenne | Meist nein | Speisepunkt liegt nahe 50 Ohm. Höchstens an den Bandenden hilfreich |
| Yagi | Meist nein | Auf die Auslegungsfrequenz angepasst, aber schmalbandig |
| Multiband-Dipol mit Sperrkreisen | Oft nein | Die Sperrkreise sorgen je Band selbst für brauchbare Anpassung |
| Vertikal mit Radials | Auf Resonanz nein | Rund 36 Ohm über gutem Grund. Verkürzte und Mehrbandversionen brauchen einen |
| G5RV | Ja | Das Stück offene Leitung bringt einen kräftigen Blindanteil mit |
| Doublet an Hühnerleiter | Ja, symmetrisch | Die Speiseleitung ist Teil des Anpasssystems, nicht nur Transportweg |
| EFHW | Auf Grundwelle und Oberwellen meist nein | Der Übertrager erledigt die Transformation. Auf anderen Bändern doch |
| Langdraht ohne feste Länge | Praktisch immer | Impedanz je nach Band beliebig. Am besten mit Tuner direkt am Einspeisepunkt |
| Magnetic Loop | Nein | Sie hat ihren Abstimmkondensator in der Schleife. Der ist Teil der Antenne, kein separates Gerät |
| Mobilantenne | Je nach Bauart | Fest abgestimmte Strahler nein, motorgetriebene stimmen sich selbst ab |
Manuell, automatisch oder eingebaut?
- Deutlich günstiger bei gleicher Leistungsklasse
- Braucht keine Stromversorgung und keine Mindestleistung
- Man sieht, was man tut, und lernt dabei etwas
- Jeder Bandwechsel bedeutet Handarbeit
- Erste Abstimmung je nach Gerät Sekunden, aus dem Speicher Bruchteile davon
- Speichert die Einstellungen je Frequenz
- Braucht je nach Modell eine Mindestleistung zum Suchen
- Findet ein SWR-Minimum, nicht zwingend das verlustärmste
Der eingebaute Tuner und seine Grenze
Viele aktuelle Kurzwellen-Transceiver haben einen automatischen Tuner eingebaut, und die decken meist denselben Bereich ab. Kenwood gibt für den TS-590SG als "Antenna tuner load range" 16,7 bis 150 Ohm an - das ist genau der Bereich, der bezogen auf 50 Ohm einem SWR von 3:1 entspricht. Die ARRL formuliert es allgemein: "Most of these tuners are limited, though. They can usually only handle SWRs up to about 3:1."
Externe Geräte spielen in einer anderen Liga. Ein LDG AT-1000ProII gibt 6 bis 1000 Ohm an, ein Elecraft KAT500 nennt bis 10:1 bei 500 W - und weist die Grenze ausdrücklich abhängig von Leistung und Frequenz aus. Der größere Anpassbereich ist einer der wichtigsten Gründe für ein externes Gerät, aber nicht der einzige: Dazu kommen höhere zulässige Leistung, ein symmetrischer Ausgang, mehrere Antennenanschlüsse, größer dimensionierte Bauteile und die Möglichkeit, den Tuner an den Speisepunkt zu setzen. Der eingebaute ist für Bandkanten und leicht verstimmte Resonanzantennen gedacht, nicht für einen Langdraht.
Einen manuellen Tuner richtig einstellen
- Frequenz prüfen. Hören, ob frei ist, und fragen. Abstimmen heißt senden, und ein Träger auf einer belegten Frequenz ist kein guter Einstand.
- Leistung herunterdrehen. Als Anhaltspunkt gilt rund ein Zehntel der Nennleistung, bei 100 W also etwa 10 W. Viele Geräte machen das in der Tune-Stellung von selbst.
- Betriebsart wechseln. Ein sauberer Dauerträger ist nötig: CW mit gedrückter Taste oder AM ohne Modulation. In SSB entsteht ohne Sprache gar kein Träger, mit Sprache ein springender - beides taugt nicht.
- Abstimmen. Bei zwei Reglern: Kondensator in die Mitte, mit der Spule das Minimum suchen, dann den Kondensator nachziehen. Bei drei Reglern zuerst den antennenseitigen Kondensator auf möglichst große Kapazität stellen.
- Leistung wieder hoch und zurück in die Betriebsart.
Symmetrische Antennen anschließen
Koaxkabel ist unsymmetrisch, eine Zweidrahtleitung symmetrisch, und ein normaler Tuner hat eine Koaxbuchse. Dazwischen muss etwas vermitteln. Zwei Wege sind üblich:
- Echter symmetrischer Tuner - zum Beispiel als Z-Match oder Differential-Schaltung. Er arbeitet von Haus aus gegen eine symmetrische Last.
- Normaler Tuner plus Balun am Ausgang - die verbreitete und billigere Lösung.
Ein 4:1-Balun ist übrigens nicht automatisch die richtige Wahl, nur weil die Leitung 450 Ohm hat. Er transformiert stur im Verhältnis 4:1 - liegt am Leitungsende gerade eine niederohmige Impedanz an, macht er sie noch niederohmiger und verschlechtert die Lage. Deshalb sitzt in vielen guten Aufbauten ein 1:1-Strombalun, und die eigentliche Transformation macht der Tuner.
Die hartnäckigsten Irrtümer
Nein. Er verändert weder Länge noch Resonanzfrequenz noch Wirkungsgrad der Antenne. Er verändert nur, was der Sender sieht. Der Name ist irreführend, die Sache heißt Anpassung.
Ein Körnchen Wahrheit steckt darin: Ohne Tuner regelt ein moderner Transceiver bei hohem SWR seine Ausgangsleistung selbst zurück, um die Endstufe zu schützen. Der Tuner verhindert das, der Sender gibt wieder volle Leistung ab. Was davon an der Antenne ankommt, hängt aber unverändert an den Leitungsverlusten - und die werden nicht kleiner.
Im Gegenteil: Die Zusatzverluste durch das hohe SWR bleiben vollständig bestehen, sie werden nur nicht mehr angezeigt. Genau das macht den Shack-Tuner so tückisch - das Instrument zeigt 1:1, während im Kabel Leistung verschwindet.
Ein Abschlusswiderstand hat perfektes SWR und strahlt nichts ab. Und je verlustbehafteter das Kabel, desto besser sieht das SWR am unteren Ende aus, weil die Dämpfung auch die rücklaufende Welle schwächt. Ein auffällig braves SWR auf einem langen, dünnen oder nassen Kabel ist ein Warnzeichen, kein Gütesiegel.
Bei 2:1 werden 11 % der vorlaufenden Leistung reflektiert, und davon kommt der größte Teil über den Umweg doch noch an. Auf einer kurzen, verlustarmen Leitung bleibt der reale Zusatzverlust im Bereich von Zehntel-Dezibel. Das ist weniger, als die Ausbreitungsbedingungen innerhalb einer Minute schwanken.
Anpassen lässt sich fast alles - die Frage ist, was danach noch abgestrahlt wird. Drei Meter Draht auf 80 m ergeben eine winzige Strahlungsimpedanz neben großen Verlustwiderständen. Der Tuner meldet Vollzug, der Wirkungsgrad bleibt trotzdem im Keller.
Abgrenzung zu benachbarten Geräten
| Gerät | Was es tut | Unterschied zum Tuner |
|---|---|---|
| Balun | Verbindet unsymmetrisch mit symmetrisch, oft mit fester Übersetzung | Festes Verhältnis, nicht einstellbar |
| Unun | Transformiert unsymmetrisch auf unsymmetrisch | Symmetriert nicht, festes Verhältnis |
| Mantelwellensperre | Sperrt Gleichtaktströme auf dem Kabelmantel | Transformiert überhaupt keine Impedanz |
| Ausgangsfilter der Endstufe | Passt die Röhren- oder Transistorimpedanz auf 50 Ohm an und dämpft Oberwellen | Fest eingebaut, für eine bekannte Last |
| Stehwellenmessgerät | Zeigt das Verhältnis von vor- und rücklaufender Welle | Misst nur, verändert nichts |
| Antennenumschalter | Schaltet zwischen Antennen um | Keine Anpassung, nur Verteilung |
Wer sehen möchte, was ein Tuner geometrisch tut, findet das im Smith-Diagramm: Ein Serienbauteil schiebt den Lastpunkt auf einem Kreis konstanten Wirkwiderstands, ein Parallelbauteil auf einem Kreis konstanten Wirkleitwerts. Ein L-Glied ist damit ein Weg in zwei Schritten zum Mittelpunkt.
Antennen sind das Herz der Prüfung
Anpassung, Stehwellen und Speiseleitungen ziehen sich durch alle drei Klassen. Der Lernbereich führt dich mit den Originalfragen der Bundesnetzagentur durch die Antennenkapitel, merkt sich deinen Fortschritt und zeigt, welche Themen noch wackeln.
Prüfungsvorbereitung startenHäufige Fragen zum Antennentuner
Brauche ich überhaupt einen Antennentuner?
Wenn du eine resonante Monobandantenne betreibst und das SWR auf dem Band unter etwa 2:1 bleibt, brauchst du keinen. Nötig wird er bei Mehrbandbetrieb mit einer Antenne, die nur auf einem Band resonant ist, bei Langdrähten ohne feste Länge und bei mit Hühnerleiter gespeisten Doublets. Bei stark verkürzten oder portablen Antennen ist er meist ebenfalls sinnvoll.
Macht ein Antennentuner die Antenne resonant?
Nein. Der Tuner sitzt im Shack oder am Speisepunkt und verändert nichts an der Antenne selbst - weder ihre Länge noch ihre Resonanzfrequenz noch ihren Strahlungswirkungsgrad. Er transformiert nur die Impedanz an seinem eigenen Eingang so, dass der Sender eine 50-Ohm-Last sieht. Der Name Antennentuner ist deshalb irreführend, fachlich richtiger wäre Anpassgerät.
Geht mit einem Tuner mehr Leistung in die Antenne?
Teilweise. Ohne Tuner regelt ein moderner Transceiver bei hohem SWR seine Leistung selbst zurück, um die Endstufe zu schützen. Der Tuner verhindert das, der Sender gibt also wieder volle Leistung ab. Die Verluste auf der Leitung zwischen Tuner und Antenne bleiben aber unverändert. Mehr abgestrahlte Leistung entsteht nur insoweit, wie der Sender vorher zurückgeregelt hatte.
Verbessert ein Antennentuner den Empfang?
Meist nicht. Ein Tuner hebt Nutzsignal und Störnebel gleichermaßen an. Solange das von außen einfallende Rauschen deutlich über dem Eigenrauschen des Empfängers liegt, bleibt das Signal-Rausch-Verhältnis nahezu gleich - und genau das ist auf den unteren Kurzwellenbändern wie 160 und 80 m der Normalfall, wo das Rauschen so hoch ist, dass man Wirkungsgrad verschenken kann, ohne es zu hören. Auf höheren Bändern oder bei sehr kurzen, stark fehlangepassten Empfangsantennen kann eine bessere Anpassung dagegen hörbar etwas bringen.
Beseitigt ein Tuner die Verluste im Koaxkabel?
Nein, und das ist der wichtigste Punkt überhaupt. Ein Tuner im Shack senkt das SWR nur zwischen sich und dem Sender. Auf der Leitung zwischen Tuner und Antenne bleibt die Fehlanpassung vollständig bestehen, samt der Zusatzdämpfung. Wer diese Verluste wirklich vermeiden will, setzt den Tuner an den Speisepunkt der Antenne oder verwendet eine verlustarme Zweidrahtleitung.
Ist ein SWR von 2:1 schlimm?
Nein. Bei 2:1 werden 11 Prozent der vorlaufenden Leistung reflektiert, und der größte Teil davon läuft nach erneuter Reflexion doch noch zur Antenne. Auf einer kurzen, verlustarmen Leitung liegt der tatsächliche Zusatzverlust im Bereich von Zehntel-Dezibel und ist am anderen Ende der Verbindung nicht wahrnehmbar. Kritisch wird hohes SWR erst bei langen Leitungen, dünnem Kabel und hohen Frequenzen.
Warum zeigt mein Tuner 1:1, obwohl die Antenne schlecht ist?
Weil der Tuner genau dafür gebaut ist. Er stellt dem Sender eine 50-Ohm-Last vor, unabhängig davon, was dahinter passiert. Ein Abschlusswiderstand ergibt ebenfalls ein perfektes SWR und strahlt nichts ab. Auch ein verlustbehaftetes oder nasses Kabel schönt die Anzeige, weil es die rücklaufende Welle mit dämpft. Eine gute Anzeige am Sender ist deshalb kein Beleg für eine gute Antenne.
Reicht der eingebaute Tuner meines Transceivers?
Für kleine Fehlanpassungen ja, für Drahtantennen meist nicht. Eingebaute Tuner decken typischerweise einen Lastbereich von etwa 16,7 bis 150 Ohm ab, was bezogen auf 50 Ohm einem SWR von 3:1 entspricht. Darüber steigen sie aus. Externe Geräte arbeiten deutlich weiter, teils von wenigen Ohm bis über 1000 Ohm.
Wie stimme ich einen manuellen Tuner richtig ab?
Erst prüfen, ob die Frequenz frei ist. Dann die Leistung auf etwa ein Zehntel der Nennleistung reduzieren und einen sauberen Dauerträger erzeugen, also CW mit gedrückter Taste oder AM ohne Modulation. In SSB entsteht ohne Sprache kein Träger. Anschließend Spule und Kondensatoren auf minimales SWR bringen, bei drei Reglern mit möglichst großer Kapazität arbeiten. Danach die Leistung wieder erhöhen. Wichtig: gerasterte Spulenschalter niemals unter Sendeleistung umschalten, das brennt die Kontakte ab.
Welche Schaltung hat die geringsten Verluste?
Innerhalb des Bereichs, den es abdeckt, das L-Glied - es hat die wenigsten Bauteile. Dafür ist sein Anpassbereich am kleinsten. Das T-Glied deckt den größten Bereich ab, hat aber mehrere Einstellungen für dieselbe Last, von denen nicht alle gleich verlustarm sind. Das Pi-Glied wirkt als Tiefpass und dämpft dadurch Oberwellen mit, weshalb es als festes Ausgangsfilter in Endstufen sitzt.
Antennentuner oder Antennenanpassgerät - was ist richtig?
Fachlich ist Anpassgerät der bessere Begriff, weil nichts abgestimmt, sondern eine Impedanz angepasst wird. Die Ausbildungsunterlagen des DARC verwenden ihn im Prüfungszusammenhang. Im Handel und im Sprachgebrauch hat sich dagegen Antennentuner beziehungsweise die englische Abkürzung ATU durchgesetzt. Matchbox ist ein älteres Synonym.