Auf Kurzwelle passiert das, was für viele den Reiz des Funkens ausmacht: Mit ein paar Watt und einem Draht zwischen zwei Bäumen erreichst du Stationen auf der anderen Seite der Erde - ohne Internet, ohne Satellit, ohne Mobilfunknetz. Das Geheimnis liegt 200 bis 400 Kilometer über deinem Kopf: Die Ionosphäre lenkt deine Signale zurück zur Erde, und sie wandern in Sprüngen um den Globus.
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Was ist Kurzwelle?
Kurz gesagt: Kurzwelle ist der Frequenzbereich von 3 bis 30 MHz, international als HF (High Frequency) bezeichnet. Die zugehörigen Wellenlängen reichen von 100 m (bei 3 MHz) bis 10 m (bei 30 MHz) - daher der Name. Alles darunter ist Mittel- und Langwelle, alles darüber beginnt bei 30 MHz mit UKW beziehungsweise VHF.
| Bereich | Kürzel | Frequenz | Wellenlänge | Typische Ausbreitung |
|---|---|---|---|---|
| Langwelle | LF | 30 - 300 kHz | 10 - 1 km | Bodenwelle, sehr weit |
| Mittelwelle | MF | 300 kHz - 3 MHz | 1000 - 100 m | Bodenwelle, nachts Raumwelle |
| Kurzwelle | HF | 3 - 30 MHz | 100 - 10 m | Raumwelle über die Ionosphäre |
| Ultrakurzwelle | VHF | 30 - 300 MHz | 10 - 1 m | quasioptisch, Sichtverbindung |
| Dezimeterwelle | UHF | 300 MHz - 3 GHz | 1 - 0,1 m | quasioptisch |
Der entscheidende Unterschied zu UKW steckt in der letzten Spalte. Auf 2 m und 70 cm reicht dein Signal ungefähr so weit, wie du sehen kannst. Auf Kurzwelle dagegen wird ein großer Teil der Energie in der Ionosphäre zurück zur Erde gebrochen. Deshalb erreichst du auf Kurzwelle mit vergleichsweise einfacher Ausrüstung direkt einen anderen Kontinent - ohne Mobilfunknetz und ohne Internet. Interkontinental geht auch anders, etwa über Satelliten oder Erde-Mond-Erde, aber der technische Aufwand dafür ist ungleich größer.
Ausbreitung, Frequenzbereiche und Bandgrenzen sind übrigens kein Nischenwissen für Fortgeschrittene, sondern fester Prüfungsstoff in allen drei Klassen. Wer die Ionosphäre einmal verstanden hat, beantwortet einen ganzen Block Prüfungsfragen fast nebenbei.
Wie kommt das Signal um die halbe Welt?
Dein Sendesignal verlässt die Antenne auf zwei Wegen gleichzeitig: als Bodenwelle entlang der Erdoberfläche und als Raumwelle schräg nach oben.
Die Bodenwelle: zuverlässig, aber kurz
Die Bodenwelle folgt der Erdkrümmung und wird dabei vom Boden gedämpft. Je höher die Frequenz, desto stärker die Dämpfung - deshalb schrumpft ihre Reichweite mit steigender Frequenz deutlich:
| Band | Reichweite der Bodenwelle (Richtwert) |
|---|---|
| 80 m | rund 100 km |
| 40 m | rund 50 km |
| 20 m | rund 25 km |
Größenordnungen aus dem DARC-Lehrgangsmaterial, wie sie auch in der Prüfung auftauchen. Die tatsächliche Reichweite hängt stark von Bodenleitfähigkeit, Polarisation, Antenne, Leistung, Gelände und Störpegel ab - über Seewasser kommt die Bodenwelle deutlich weiter als über trockenem Sandboden.
Die Raumwelle: der eigentliche Fernverkehr
Spannend wird es oben. Die Sonne ionisiert die obere Atmosphäre und erzeugt dabei mehrere Schichten mit unterschiedlichem Verhalten:
| Schicht | Höhe | Tag | Nacht | Wirkung auf Kurzwelle |
|---|---|---|---|---|
| D | ca. 50 - 90 km | vorhanden | verschwindet | absorbiert, vor allem auf niedrigen Frequenzen - der Spielverderber für 160/80/40 m am Tag |
| E | ca. 90 - 150 km | stark | schwach | trägt kürzere Sprungdistanzen; Sporadic-E kann im Sommer auch hohe Frequenzen tragen |
| F1 | ca. 150 - 220 km | tagsüber getrennt ausgeprägt | verschmilzt mit F2 | meist Durchgangsstation auf dem Weg zur F2-Region |
| F2 | ca. 200 - 400 km | stark | bleibt | die DX-Region - trägt den weltweiten Verkehr |
Die Höhenangaben sind Näherungen. Die Schichten haben keine scharfen Grenzen und wandern mit Tageszeit, Jahreszeit und Sonnenaktivität.
Umgangssprachlich spricht man von einer Reflexion an der Ionosphäre. Physikalisch ist es überwiegend eine kontinuierliche Brechung in Bereichen unterschiedlicher Elektronendichte: Die Welle wird allmählich umgelenkt, bis sie wieder zur Erde zurückläuft. Das Ergebnis sieht von unten aus wie eine Reflexion, deshalb hat sich der Begriff gehalten.
MUF, LUF und das richtige Band
Zwei Grenzen bestimmen, welches Band gerade funktioniert:
- MUF (Maximum Usable Frequency): die höchste Frequenz, die auf einem bestimmten Funkweg, zu einer bestimmten Zeit und bei einem bestimmten Abstrahlwinkel noch ausreichend zur Erde zurückgebrochen wird. Oberhalb davon läuft die Welle in den Weltraum weiter. Die MUF steigt mit der Sonnenaktivität und ist tagsüber höher als nachts.
- LUF (Lowest Usable Frequency): die niedrigste noch brauchbare Frequenz. Darunter frisst die Absorption in der D-Region das Signal auf.
- FOT (optimale Arbeitsfrequenz): als Faustregel etwa 85 % der MUF - die Frequenz, die statistisch an den meisten Tagen des Monats trägt. Ein Näherungswert, kein Rechenergebnis. DX-Betrieb spielt sich trotzdem oft dicht unterhalb der MUF ab, weil dort die Dämpfung am geringsten ist.
Daraus folgt die grobe Orientierung für den Bandwechsel: tagsüber eher nach oben, nachts eher nach unten. Tagsüber tragen häufig 20, 17, 15, 12 und 10 m, nachts eher 160, 80 und 40 m. Die Praxis weicht davon regelmäßig ab - 20 m bleibt oft bis in die Nacht offen, 40 m geht auch mittags, und 10 m kann im Sommer durch Sporadic-E unabhängig vom Sonnenstand aufmachen.
Sprungweite, tote Zone und Mehrfachsprünge
Zwischen dem Ende der Bodenwelle und dem Aufsetzpunkt der ersten Raumwelle liegt die tote Zone (Skip-Zone). Dort hörst du nichts, obwohl die Station 300 km weiter problemlos zu arbeiten ist. Ihre Breite hängt vom Band und den Bedingungen ab und reicht grob von rund 100 km bis in den Bereich um 1000 km.
Ein einzelner Sprung über die F2-Schicht überbrückt maximal etwa 3000 bis 4000 km. Für alles darüber braucht es Mehrfachsprünge: Das Signal wird am Boden reflektiert, geht erneut hoch und kommt wieder zurück. So entstehen die interkontinentalen Verbindungen, die den Reiz von DX ausmachen.
NVIS: wenn du die tote Zone nicht brauchst
Manchmal willst du gar nicht in die Ferne, sondern die eigene Region sicher abdecken - klassisch im Notfunk. Dann hilft NVIS: Man arbeitet auf einer niedrigen Kurzwellenfrequenz und hängt die Antenne bewusst tief, meist einen horizontalen Dipol. Dadurch geht ein großer Teil der Energie in sehr steilen Winkeln nach oben und kommt in der eigenen Region wieder herunter - flächendeckend, ohne ausgeprägte tote Zone. Übliche Aufbauhöhen liegen grob zwischen 0,1 und 0,25 Wellenlängen über Grund. Sinnvoll ist das im Bereich 3 bis 10 MHz, besonders rund um 5 MHz, weil dort die Absorption schon geringer ist als auf 80 m. Reichweitenangaben schwanken je nach Quelle zwischen rund 200 und 500 km, teils darüber - als Größenordnung: der eigene Landesteil, nicht der Nachbarkontinent.
Die Sonne bestimmt mit
Die Ionisation kommt von der Sonne, also hängt alles an ihrer Aktivität. Der Sonnenzyklus dauert im Mittel 11 Jahre. Bei hoher Aktivität steigt die MUF, und die oberen Bänder öffnen weltweit - bei niedriger Aktivität bleibt 10 m oft monatelang still.
Kurzfristig zählt etwas anderes: geomagnetische Störungen. Der lokale K-Index (Skala 0 bis 9) und der daraus gemittelte A-Index beschreiben die Unruhe des Erdmagnetfelds. Für die weltweite Einordnung nutzt NOAA den planetaren Kp-Index: Ab Kp = 5 gilt die Lage als geomagnetischer Sturm der Stufe G1 - dann können Pfade über die Polarregionen einbrechen. Ein Sonnenflare kann zusätzlich für Minuten bis Stunden die Kurzwelle auf der Tagseite der Erde lahmlegen (Mögel-Dellinger-Effekt).
Die Kurzwellenbänder im Überblick
Zehn Bänder, zehn Charaktere. Die folgende Tabelle zeigt die in Deutschland zugewiesenen Frequenzbereiche und die maximale Sendeleistung je Klasse nach Anlage 1 der Amateurfunkverordnung:
| Band | Frequenzbereich | Status | Klasse A | Klasse E | Klasse N |
|---|---|---|---|---|---|
| 160 m | 1810 - 1850 kHz | primär | 750 W PEP | 100 W PEP | - |
| 160 m (oberer Teil) | 1850 - 2000 kHz | sekundär | 75 bzw. 10 W PEP * | 75 bzw. 10 W PEP * | - |
| 80 m | 3500 - 3800 kHz | primär | 750 W PEP | 100 W PEP | - |
| 60 m | 5351,5 - 5366,5 kHz | sekundär | 9,14 W ERP | - | - |
| 40 m | 7000 - 7200 kHz | primär | 750 W PEP | - | - |
| 30 m | 10 100 - 10 150 kHz | sekundär | 150 W PEP | - | - |
| 20 m | 14 000 - 14 350 kHz | primär | 750 W PEP | - | - |
| 17 m | 18 068 - 18 168 kHz | primär | 750 W PEP | - | - |
| 15 m | 21 000 - 21 450 kHz | primär | 750 W PEP | 100 W PEP | - |
| 12 m | 24 890 - 24 990 kHz | primär | 750 W PEP | - | - |
| 10 m | 28,0 - 29,7 MHz | primär | 750 W PEP | 100 W PEP | 10 W ERP |
* Im Bereich 1850 - 1890 kHz gelten 75 W PEP, von 1890 - 2000 kHz 10 W PEP. An Wochenenden sind dort abweichend 750 W PEP (Klasse A) beziehungsweise 100 W PEP (Klasse E) und Contestbetrieb zugelassen. PEP = Spitzenleistung am Senderausgang, ERP = effektive Strahlungsleistung bezogen auf den Dipol. Stand: Anlage 1 AFuV in der Fassung von 2024. Maßgeblich ist immer der aktuelle Verordnungstext - das hier ist keine Rechtsberatung.
Stimmt nicht. Die Klasse E hat auf Kurzwelle nur vier Bänder: 160, 80, 15 und 10 m. Die klassischen DX-Bänder 40 m, 20 m und 17 m sowie die WARC-Bänder 30 m und 12 m und das 60-m-Band sind der Klasse A vorbehalten. Es ist keine reine Leistungsbeschränkung, sondern eine andere Bandauswahl. Klasse N kommt auf Kurzwelle nur auf das 10-m-Band, dort mit 10 W ERP.
Primär oder sekundär - was heißt das?
Auf den primären Bändern kann der Amateurfunkdienst Schutz vor Störungen durch sekundäre Funkdienste beanspruchen. Das heißt nicht zwangsläufig, dass er dort der einzige primäre Nutzer ist - ein Frequenzbereich kann mehreren primären Diensten zugewiesen sein. Auf sekundären Bändern (60 m, 30 m, der obere Teil von 160 m) sind wir Gast: Wir dürfen primäre Funkdienste nicht stören und können selbst keinen Störschutz verlangen. Deshalb ist das 60-m-Band auf 9,14 W ERP gedeckelt - das entspricht übrigens denselben 15 W EIRP, die man in älteren Quellen findet, nur in einer anderen Bezugsgröße gerechnet.
Die Bänder im Charakterbild
| Band | Charakter | Beste Zeit | Typische Nutzung | λ/2-Dipol |
|---|---|---|---|---|
| 160 m | „Top Band", ruhig, anspruchsvoll | Winternächte | CW, SSB, DX für Geduldige | ca. 78 m |
| 80 m | Nachtband, sehr aktiv in DL | Abend und Nacht | Ortsrunden, SSB, Notfunk | ca. 39 m |
| 60 m | schmale Nische, wenig Betrieb | Übergangszeiten | NVIS, Digimodes, Notfunk | ca. 27 m |
| 40 m | der Alleskönner | rund um die Uhr | tags Europa, nachts DX | ca. 20 m |
| 30 m | ruhig, kein Sprechfunk | Tag und Nacht | CW und Digimodes, kein Contest | ca. 14 m |
| 20 m | das DX-Band schlechthin | tagsüber | weltweite QSOs, Conteste | ca. 10 m |
| 17 m | entspanntes WARC-Band | tagsüber | DX ohne Contestgedränge | ca. 7,9 m |
| 15 m | gut bei aktiver Sonne | tagsüber | DX, Conteste | ca. 6,7 m |
| 12 m | WARC-Band, sonnenabhängig | tagsüber | DX in guten Jahren | ca. 5,7 m |
| 10 m | Launenhaft, spektakulär | tagsüber, Sommer (Es) | DX mit wenig Leistung, FM-Relais | ca. 5,0 m |
Dipollängen als Faustformel: $L \approx \dfrac{142{,}65}{f}$ mit L in Metern und f in MHz (Bandmitte). Reale Längen weichen je nach Aufbauhöhe, Drahtstärke und Umgebung ab - immer etwas länger zuschneiden und einkürzen.
Wo im Band liegt was?
Die Verordnung regelt nur die Bandgrenzen. Wer wo sendet, ordnet der Bandplan der IARU Region 1: eine international abgestimmte Betriebsempfehlung, die nicht mit der gesetzlichen Frequenzzuweisung gleichzusetzen ist. Für störungsarmen Betrieb solltest du dich trotzdem daran halten - alle anderen tun es auch. Das Grundmuster ist auf allen Bändern gleich:
- unteres Bandende: CW (Telegrafie)
- Mitte: schmalbandige Digimodes wie FT8, RTTY, PSK31
- oberer Teil: Sprechfunk in SSB
- eigene Fenster: Bakensegmente, QRP-Treffpunkte und bevorzugte Notfunkbereiche, die sogenannten Centers of Activity (zum Beispiel 3760, 7110, 14 300 und 21 360 kHz). Das sind keine exklusiv freizuhaltenden Kanäle - im normalen Betrieb dürfen sie belegt sein.
Ein Sonderfall ist das 30-m-Band: Dort ist Sprechfunk nicht vorgesehen, es bleibt CW und Digimodes vorbehalten. Und für SSB gilt die Konvention: unterhalb 10 MHz das untere Seitenband (LSB), ab 10 MHz das obere (USB). Das hat keinen technischen Grund - es ist reine Verabredung, damit sich alle auf derselben Seite treffen. Einzige Ausnahme ist das 60-m-Band, dort wird trotz 5 MHz USB verwendet.
Betriebsarten auf Kurzwelle
Auf Kurzwelle triffst du auf die größte Vielfalt an Sendearten im gesamten Amateurfunk - vom 100 Jahre alten Morsezeichen bis zum modernen Fehlerkorrekturverfahren.
| Betriebsart | Bandbreite | Typische Leistung | Wofür? |
|---|---|---|---|
| SSB | ca. 2,4 - 2,8 kHz | 10 - 100 W und mehr | Sprechfunk, Conteste, DX |
| CW | ca. 100 - 500 Hz | 5 - 100 W | DX mit wenig Leistung, Conteste |
| AM | ca. 5 - 8 kHz | höher als SSB | Nische, Retro-Betrieb |
| RTTY | ca. 300 Hz (170 Hz Shift) | 25 - 100 W | Fernschreib-Conteste |
| PSK31 | ca. 31 - 70 Hz | 5 - 30 W | Tastatur-Chat |
| FT8 | ca. 50 Hz | 5 - 30 W | DX bei schlechten Bedingungen |
| JS8Call | ca. 50 Hz | 5 - 30 W | Textnachrichten, Notfunk |
| WSPR | ca. 6 Hz | 0,1 - 5 W | automatisierte Ausbreitungsbeobachtung, kein klassisches QSO |
Die schmalbandigen Verfahren gewinnen, wenn es schwierig wird: Ein FT8-Signal lässt sich unter günstigen Umständen noch bei rund -20 dB Signal-Rausch-Abstand dekodieren - bezogen auf die übliche Referenzbandbreite von 2500 Hz und damit weit unterhalb dessen, was du im Lautsprecher überhaupt wahrnimmst. Der Preis ist ein sehr formalisierter Ablauf: Rufzeichen, Rapport, Bestätigung - mehr passt in die 15-Sekunden-Zyklen nicht hinein.
FT8 versammelt sich auf wenigen gebräuchlichen Dial-Frequenzen - unter anderem 1840, 3573, 7074, 10 136, 14 074, 18 100, 21 074, 24 915 und 28 074 kHz. Vorgeschrieben ist das nicht; maßgeblich sind Bandplan, Region und die aktuelle Betriebspraxis.
Was du für eine Kurzwellenstation brauchst
Die Grundausstattung ist übersichtlich: Gerät, Stromversorgung, Kabel, Antenne. Alles andere kommt später.
Der Transceiver
| Gerät | Preis (Größenordnung) | Leistung | Für wen? |
|---|---|---|---|
| Xiegu G90 | ca. 400 € | 20 W | Portabel, QRP, kleines Budget - mit eingebautem Tuner |
| Yaesu FT-891 | ca. 700 € | 100 W | Kompakt, mobil, volle Leistung ohne Schnickschnack |
| Icom IC-7300 | ca. 1500 € | 100 W | SDR mit Wasserfall - der Klassiker für die feste Station |
Preise als Größenordnung, Stand Juli 2026, Fachhandel Deutschland. Gebraucht liegen die Preise deutlich darunter; die Auswahl ist nur ein Ausschnitt aus einem großen Markt.
Alle drei arbeiten auf allen Kurzwellenbändern. Der Unterschied liegt in Bedienkomfort, Empfängerqualität und dem SDR-Wasserfall, der ein ganzes Band auf einen Blick zeigt. Wenn du unsicher bist: Ein 100-W-Gerät ist der bequemere Start, weil du bei schlechten Bedingungen Reserve hast.
Netzteil, Kabel und Zubehör
- Netzteil: Ein 100-W-Transceiver gibt 100 W Hochfrequenz ab und nimmt dafür deutlich mehr elektrische Leistung auf - die Endstufe arbeitet nicht verlustfrei. Bei 13,8 V fließen beim Senden typischerweise 18 bis 23 A. Ein Netzteil mit 25 bis 30 A ist deshalb die richtige Größe, nicht eines mit 10 A.
- Koaxkabel: Auf Kurzwelle ist die Dämpfung noch human, aber nicht egal. Gute 50-Ohm-Kabel wie RG-213 oder Aircell 7 liegen im unteren Kurzwellenbereich in der Größenordnung von etwa 3 dB pro 100 m, dünnes RG-58 ungefähr beim Doppelten. Maßgeblich ist immer das Datenblatt des konkreten Kabels - Werte hängen von Frequenz, Ausführung, Alter und Feuchtigkeit ab. Für feste Installationen lohnt sich das dickere Koaxialkabel.
- Antennentuner: Passt die Antenne an den Sender an, damit dieser sauber Leistung abgibt. Er macht aus einer schlechten Antenne keine gute - er sorgt nur dafür, dass dein Gerät nicht abregelt.
- SWR-Messgerät: Das wichtigste Diagnosewerkzeug. Ein plötzlich steigendes SWR verrät Wassereinbruch im Kabel oder eine gerissene Antennenlitze, bevor etwas kaputtgeht.
- Mantelwellensperre: Verhindert, dass HF über den Kabelmantel zurück ins Shack läuft - typische Symptome sind kribbelnde Mikrofone, abstürzende Rechner und Störungen im Haus. Ein Ringkern aus geeignetem Ferritmaterial mit einigen Windungen Koaxkabel genügt oft.
- Erdung und Blitzschutz: Bei Außenantennen gehören Erdung, Potentialausgleich und Überspannungsschutz fachgerecht geplant. Welche Maßnahmen konkret nötig sind, hängt von Gebäude, Montage und vorhandener Blitzschutzanlage ab und richtet sich nach den geltenden Normen (für Funkanlagen DIN VDE 0855-300, zuletzt von VDE und DARC gemeinsam überarbeitet) - im Zweifel von einer Fachkraft beurteilen lassen.
Welche Antenne für Kurzwelle?
Die ehrliche Antwort: Die beste Kurzwellenantenne ist die, die bei dir überhaupt aufgebaut werden kann. Ein 78-m-Dipol für 160 m ist physikalisch großartig und im Reihenhausgarten unmöglich.
| Antenne | Platzbedarf | Mehrband | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|---|
| Dipol / Inverted-V | hoch (λ/2) | nein (ohne Tricks) | einfach, effizient, billig | braucht Länge und Höhe |
| EFHW (endgespeist) | hoch, aber einseitig | ja (Übertrager, oft 49:1) | nur ein Ende muss hoch | Mantelwellen, Übertrager nötig |
| Vertikal / Groundplane | gering in der Fläche | oft ja | flacher Winkel, gut für DX | braucht Radials, fängt QRM |
| Magnetic Loop | sehr gering | durchstimmbar, aber sehr schmalbandig | Balkon, Innenraum | ständiges Nachstimmen, geringerer Wirkungsgrad |
| Trap-/Fan-Dipol, FD4 | mittel bis hoch | ja | ein Draht für viele Bänder | Kompromisse in Anpassung |
| Yagi / Hexbeam | Mast und Rotor | meist 3 - 6 Bänder | Gewinn und Richtwirkung | teuer, aufwendig, auffällig |
Für den Einstieg führt kaum ein Weg an einer Drahtantenne vorbei: billig, leise, überraschend gut. Wer wenig Platz hat, kommt mit einem endgespeisten Draht als Schrägdraht oft weiter als mit einer teuren Kompromissantenne.
Störungen: der Feind heißt QRM
Das größte Problem auf Kurzwelle ist heute nicht die Ausbreitung, sondern der hausgemachte Störnebel. Typische Quellen:
- Schaltnetzteile und LED-Lampen: Sie arbeiten mit Schaltfrequenzen von 50 bis 200 kHz, deren Oberwellen weit in die Kurzwelle reichen. Die Zuleitung strahlt sie ab wie eine Antenne.
- PV-Anlagen und Wechselrichter: Ein bekanntes Ärgernis. Der DARC beschreibt eine Lücke von 50 bis 60 dB zwischen den geltenden EMV-Grenzwerten und dem, was auf Kurzwelle tatsächlich stört - die Normen schützen den Amateurfunkempfang also nur unzureichend.
- Powerline (PLC), Ladegeräte, Netzwerktechnik: je nach Gerät von unauffällig bis bandfüllend.
Die erste Gegenmaßnahme ist immer Abstand: Die Antenne so weit wie möglich weg vom Haus und von Stromleitungen. Danach helfen Ferritkerne auf den Zuleitungen der Störquelle - die Dämpfung steigt dabei mit dem Quadrat der Windungszahl, drei Windungen wirken also deutlich stärker als eine. Wenn nichts hilft und die Quelle außerhalb liegt, ist der Prüf- und Messdienst der Bundesnetzagentur zuständig; die Störungsannahme ist telefonisch und über ein Online-Formular erreichbar und für Funkamateure kostenlos.
Kurzwelle hören - ganz ohne Lizenz
Rundfunk- und Amateurfunkaussendungen darfst du ohne Zulassung empfangen - dafür brauchst du weder Prüfung noch Anmeldung. Drei Wege:
Ein Weltempfänger mit SSB-Funktion. Braucht kein Zubehör, läuft mit Batterien, ist portabel. Der Empfang steht und fällt mit einem möglichst langen Draht als Antenne.
Ein SDR-Empfänger am Rechner. Günstige Sticks brauchen für Kurzwelle einen Upconverter oder Direct-Sampling-Betrieb; komfortabler sind Geräte mit richtigem Kurzwellen-Frontend.
Der dritte Weg kostet gar nichts: WebSDR und KiwiSDR. Weltweit stellen Betreiber ihre Empfänger im Browser bereit. Du wählst Frequenz und Betriebsart, siehst den Wasserfall und hörst live mit - ideal, um vor der Prüfung zu erleben, wie ein QSO auf 40 m tatsächlich klingt.
So startest du auf Kurzwelle
- Erst hören, tagelang. Du lernst Rufzeichenformate, Rapporte und Betriebstechnik nebenbei.
- Mit 40 m anfangen - es geht fast immer, tags wie nachts.
- Zuerst in die Antenne investieren, dann in Watt: In der reinen Sendebilanz sind 3 dB Antennengewinn und 3 dB mehr Leistung dasselbe - die bessere Antenne hilft aber zusätzlich beim Empfang, und das kostet keinen Strom.
- Bandplan und Notfunk-Aufrufkanäle respektieren.
- Log führen, digital bestätigen (LoTW, eQSL, Club Log).
- Vor dem Einschalten kurz auf Funkwetter und Bedingungen schauen.
- Nicht mit voller Leistung senden, weil es geht - QRP zeigt, wie weit 5 W tragen.
- Nicht die Antenne im Störnebel direkt am Haus aufhängen.
- Nicht ohne SWR-Kontrolle senden.
- Nicht auf ein totes Band schimpfen - meist ist es das falsche Band zur falschen Zeit.
- Kein Sprechfunk auf 30 m und keine Conteste auf den WARC-Bändern.
Und der wichtigste Punkt: Für eigenen Sendebetrieb brauchst du ein Amateurfunkzeugnis. Für Kurzwelle mit vollem Bandzugang ist das die Klasse A, für einen Teil der Bänder reicht die Klasse E, und mit der Klasse N darfst du auf Kurzwelle das 10-m-Band nutzen.
Häufige Fragen zur Kurzwelle
Welche Frequenzen hat die Kurzwelle?
Kurzwelle umfasst den Frequenzbereich von 3 bis 30 MHz, das entspricht Wellenlängen von 100 bis 10 Metern. International heißt dieser Bereich HF (High Frequency). Funkamateure nutzen darin neun Bänder von 80 m bis 10 m (29,7 MHz). Dazu kommt das 160-m-Band bei 1810 bis 2000 kHz, das physikalisch schon zur Grenz- beziehungsweise Mittelwelle gehört und nur im Betrieb zur Kurzwelle gezählt wird.
Wie weit reicht Kurzwellenfunk?
Die Bodenwelle kommt je nach Band nur einige Dutzend Kilometer weit. Die eigentliche Reichweite entsteht über die Raumwelle: Ein einzelner Sprung über die F2-Region überbrückt bis zu rund 3000 bis 4000 km, über Mehrfachsprünge sind weltweite Verbindungen möglich. Regionale Verbindungen laufen oft über steil abgestrahlte Raumwellen (NVIS). Garantiert ist nichts - Band, Tageszeit, Jahreszeit, Sonnenaktivität, Antenne, Leistung und Störpegel entscheiden mit.
Warum funktioniert Kurzwelle nachts anders als tagsüber?
Tagsüber bildet die Sonne die D-Region in etwa 50 bis 90 km Höhe. Sie bricht die Welle nicht zur Erde zurück, sondern absorbiert sie - besonders auf niedrigen Frequenzen. Deshalb kommen 160, 80 und 40 m am Tag meist nicht weit. Nachts verschwindet die D-Region, die F2-Region bleibt: Dann sind auf den unteren Bändern deutlich größere Reichweiten möglich, unter günstigen Bedingungen auch interkontinentale. Gleichzeitig sinkt die MUF, sodass die oberen Bänder wie 15 und 10 m nachts meist schließen.
Welche Kurzwellenbänder darf ich mit welcher Klasse nutzen?
Klasse A darf alle Kurzwellenbänder nutzen, in der Regel mit 750 W PEP (Ausnahmen: 150 W auf 30 m, 9,14 W ERP auf 60 m). Klasse E hat auf Kurzwelle vier Bänder: 160, 80, 15 und 10 m mit 100 W PEP. Klasse N darf auf Kurzwelle nur das 10-m-Band mit 10 W ERP. Maßgeblich ist Anlage 1 der Amateurfunkverordnung in der jeweils geltenden Fassung.
Welche Antenne eignet sich für den Einstieg auf Kurzwelle?
Ein einfacher Halbwellendipol oder ein endgespeister Draht (EFHW) für 40 m ist der klassische Einstieg: günstig, leise im Empfang und erstaunlich leistungsfähig. Wichtiger als die Bauform ist die Aufbauhöhe: Mit zunehmender Höhe werden bei horizontalen Antennen die flachen Abstrahlwinkel kräftiger, die für Weitverbindungen günstig sind. Eine halbe Wellenlänge über Grund gilt als guter Richtwert, DX gelingt aber auch darunter. Bei wenig Platz sind Vertikalantennen oder eine Magnetic Loop Alternativen, jeweils mit eigenen Kompromissen.
Kann man Kurzwelle ohne Lizenz hören?
Ja. Der Empfang von Rundfunk und Amateurfunk ist erlaubt, dafür braucht es keine Zulassung. Möglich ist das mit einem Weltempfänger mit SSB-Funktion, einem SDR-Empfänger am Rechner oder kostenlos über einen WebSDR im Browser. Nach § 5 TDDDG dürfen nur Nachrichten abgehört werden, die für den Betreiber der Funkanlage, für Funkamateure, für die Allgemeinheit oder für einen unbestimmten Personenkreis bestimmt sind. Alles andere darf weder inhaltlich noch in der Tatsache des Empfangs weitergegeben werden. Zum Senden ist dagegen immer ein Amateurfunkzeugnis nötig.
Wie viel Sendeleistung braucht man auf Kurzwelle?
Weniger als die meisten denken. 100 W an einer ordentlichen Antenne reichen für weltweite Verbindungen, in CW und in digitalen Betriebsarten wie FT8 genügen oft 5 bis 30 W. Der Sprung von 100 W auf 750 W bringt rechnerisch nur rund 8,7 dB, nach der nominellen Definition von 6 dB je S-Stufe also etwa anderthalb S-Stufen - reale Anzeigen weichen davon ab. Eine bessere oder höher aufgebaute Antenne bringt in der Praxis meist mehr als jede Leistungserhöhung.
Auf Kurzwelle willst du selbst senden?
Dann führt der Weg über das Amateurfunkzeugnis. 12db bringt dich strukturiert durch den gesamten Stoff - Technik, Betriebstechnik und Vorschriften - mit dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur und deinem persönlichen Lernfortschritt.
Kostenlos mit dem Lernen beginnenQuellen: Anlage 1 AFuV (Frequenzbereiche und Sendeleistungen) · IARU Region 1: HF-Bandplan · DARC Online-Lehrgang: Wellenausbreitung · DARC Funkwetterlexikon: Ionosphäre · NOAA/NASA: Solar Maximum Zyklus 25 · Wikipedia: Kurzwelle · DARC: Funkstörungen durch Fotovoltaikanlagen · Bundesnetzagentur: Prüf- und Messdienst · Bundesnetzagentur: Anzeige nach BEMFV. Reichweiten, Dämpfungs- und Preisangaben sind Größenordnungen und keine garantierten Werte; für rechtliche Fragen gilt der jeweils aktuelle Verordnungstext, dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.