Der Hexbeam ist die Antwort für alle, die eine drehbare Richtantenne für die Kurzwelle wollen, aber keinen Platz für eine ausgewachsene Yagi mit langem Boom haben. Er packt einen Zwei-Element-Beam für gleich mehrere Bänder in einen kompakten, leichten „Schirm" aus Draht und Fiberglas - und braucht dabei grob nur etwa den halben Drehradius einer voll dimensionierten Zwei-Element-Yagi für 20 m. Das macht ihn zur beliebten Wahl überall dort, wo für eine ausgewachsene Yagi der Platz fehlt.
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Was ist ein Hexbeam?
Kurz gesagt: Ein Hexbeam ist eine kompakte drehbare Kurzwellen-Richtantenne mit einem gespeisten Drahtelement und einem parasitären Reflektor pro Band. Übliche Multibandmodelle decken 20, 17, 15, 12 und 10 m ab und werden über ein gemeinsames 50-Ω-Koaxkabel gespeist. Der Drehradius eines 20-m-Broadband-Hexbeams liegt typischerweise bei etwa 3,3 m.
Ein Hexbeam (von hexagonal beam, sechseckiger Beam) ist ein drehbarer, kompakter Zwei-Element-Richtstrahler für die oberen Kurzwellenbänder. Statt aus Aluminiumrohren wie eine Yagi besteht er aus Drähten, die über sechs nach oben gebogene GFK-Speichen aufgespannt sind. Von der Seite sieht das aus wie ein umgedrehter Regenschirm.
Der Clou steckt in der Faltung: Weil die Drahtelemente sechseckig gespannt (also gefaltet) werden, behalten sie fast ihre volle elektrische Länge von etwa einer halben Wellenlänge - brauchen aber nur einen Drehradius von rund der Hälfte einer gleichwertigen Yagi. Genau das macht den Hexbeam für beengte Standorte so attraktiv.
Wie funktioniert er? Strahler und Reflektor
Im Kern arbeitet der Hexbeam wie jeder Beam nach dem parasitären Prinzip - allerdings mit nur zwei Elementen und ohne Direktor:
- Der Strahler (Driver) wird vom Sender gespeist. Beim Hexbeam ist er als „M" gefaltet.
- Der Reflektor dahinter wird nicht direkt gespeist. Er nimmt Energie durch Verkopplung auf und strahlt sie phasenverschoben wieder ab. Beim klassischen Hexbeam ist er als „W" gefaltet.
Durch Betrag und Phase der Ströme addieren sich die Felder nach vorn und löschen sich nach hinten aus - fertig ist die Richtwirkung. Das Wirkprinzip ähnelt der Moxon-Antenne (zwei gefaltete Elemente, deren Enden sich nahekommen), nicht einer langen Yagi mit mehreren Direktoren. Beim Abgleich beeinflusst die Reflektorgeometrie vor allem die Frequenzlage der Richtwirkung, während das gespeiste Element wesentlich an der Fußpunktimpedanz beteiligt ist; Endabstände und Faltung verändern Kopplung, Gewinn und Vor-Rück-Verhältnis. Da die Parameter zusammenwirken, sollte man bewährte Maße nicht unabhängig voneinander verändern.
Antennengrundlagen wie Strahler, Reflektor, Richtdiagramm und Gewinn sind übrigens Prüfungsstoff - wer den Hexbeam versteht, hat einen Teil der Amateurfunkprüfung schon intus.
Classic oder Broadband? Die zwei Bauformen
Es gibt den Hexbeam in zwei Ausführungen, die sich vor allem in einem Detail unterscheiden: der Form des Reflektors.
| Classic Hexbeam | Broadband Hexbeam (G3TXQ) | |
|---|---|---|
| Reflektor | scharf gefaltetes „W" | umgeformter, flacherer Reflektor |
| Bandbreite / SWR | schmalbandiger | deutlich breitbandiger, besseres SWR |
| Drehradius | etwas kleiner | etwas größer (~43 cm mehr auf 20 m) |
| Verbreitung | das Original | heutiger De-facto-Standard |
Der Classic geht auf Mike Traffie (N1HXA) zurück, der den Hexbeam 1996 vorstellte. Er ist etwas kompakter, dafür schmalbandig - auf 10 m muss man je nach Aufbau zwischen CW- und SSB-Bereich manchmal umstimmen. Der Broadband Hexbeam von Steve Hunt (G3TXQ, 2007) erweitert mit seiner überarbeiteten Reflektorgeometrie vor allem die nutzbare SWR- und Richtwirkungsbandbreite; wie groß der Unterschied beim Spitzengewinn ist, hängt von Band und Abstimmung ab. Die Broadband-Bauform ist heute die verbreitetste Grundlage kommerzieller und selbst gebauter Multiband-Hexbeams. Der Classic bleibt interessant, wo der Platz extrem knapp ist.
Gewinn, Vor-Rück-Verhältnis und Bänder
Standard ist der 5-Band-Hexbeam für 20/17/15/12/10 m, sehr häufig um 6 m erweitert. Für jedes Band gibt es ein separates gespeistes Drahtelement und einen separaten parasitären Reflektor; die aufgewölbten Speichen halten sie in verschiedenen Höhen übereinander - alle ohne Sperrkreise (Traps). Konstruktionen und Erweiterungen für 30 oder 40 m existieren ebenfalls; sie sind erheblich größer und je nach Ausführung als vollständiger Zwei-Element-Beam oder als ergänzendes Einzelelement realisiert.
Die Gewinnwerte (aus den Freiraum-Modellrechnungen von G3TXQ) geben eine gute Größenordnung:
| Band | Gewinn (dBd) | ≈ dBi | Vor-Rück (dB) |
|---|---|---|---|
| 20 m | 3,8 | ~6,0 | 22 |
| 17 m | 3,2 | ~5,3 | 19 |
| 15 m | 3,5 | ~5,6 | 16 |
| 12 m | 3,0 | ~5,2 | 13 |
| 10 m | 3,6 | ~5,7 | 16 |
Modellwerte im Freiraum, dBd = dBi − 2,15. Reale Werte hängen stark von Aufbauhöhe, Boden, Modell und Bauqualität ab - als Größenordnung lesen, nicht als feste Zahlen. Das Vor-Rück-Verhältnis fällt zu den hohen Bändern hin ab.
In Klartext: In den G3TXQ-Freiraummodellen erreicht der Broadband-Hexbeam je nach Band rund 3-4 dBd Vorwärtsgewinn und blendet Störungen von hinten spürbar aus. Gegenüber einer voll dimensionierten Zwei-Element-Yagi fällt der Gewinn je nach Band, Frequenz und Yagi-Auslegung etwas geringer aus; eine große Monoband-Yagi mit mehreren Direktoren in großer Höhe schlägt ihn deutlich. Dafür braucht der Hexbeam viel weniger Drehradius und vereint mehrere Bänder. Das Abstrahldiagramm ist unidirektional mit relativ breiter Hauptkeule: Man muss nicht millimetergenau nachdrehen, bündelt dafür weniger scharf als eine Langboom-Yagi.
Speisung und Impedanz
Ein großer Pluspunkt: Übliche Broadband-Hexbeams sind für die direkte Speisung mit 50-Ω-Koaxkabel ausgelegt und brauchen im vorgesehenen Frequenzbereich normalerweise keinen Antennentuner. Jedes Band hat ein eigenes gespeistes Element und einen eigenen Reflektor; die Band-Speisepunkte werden am Zentralmast verbunden, sodass für die gesamte Antenne nur ein einziges Koaxkabel nötig ist. Die konkrete Leitungsführung unterscheidet sich zwischen Selbstbau und kommerziellen Modellen.
Größe, Drehradius und Windlast
Hier spielt der Hexbeam seine Stärke aus. Ein 5-Band-Broadband-Hexbeam (ab 20 m) hat:
- Durchmesser: ~6,7 m (Classic ~5,8 m) - also ~3,3 m Radius von der Mitte zur Speichenspitze.
- Drehradius: nur ~3,3 m - etwa die Hälfte einer gleichwertigen Voll-Yagi, weil kein langer Boom nötig ist (die „Länge" steckt in den gefalteten Drähten).
- Gewicht: je nach Bandzahl und Ausführung grob 8-12 kg; leichte Portabel- und Selbstbauversionen können darunter liegen.
- Windfläche: bei manchen kommerziellen Modellen um 0,5 m², je nach Speichen, Nabe und Leitungsführung aber unterschiedlich.
Aufbauhöhe und Montage
Wie bei jeder Richtantenne gilt: Höhe bringt DX. Ein sinnvoller Richtwert ist eine Aufbauhöhe von etwa einer halben Wellenlänge des längsten (niederfrequentesten) genutzten Bands - bei einem Hexbeam ab 20 m also rund 10 m. Das ist kein Mindestmaß: Die Antenne funktioniert auch niedriger, strahlt dann aber meist steiler ab und wird stärker von Boden und Umgebung beeinflusst. Praxiswerte: ~12 m gelten als guter Kompromiss, mehr ist besser (flacherer Abstrahlwinkel); deutsche Betreiber berichten von problemlosen Transatlantik-Verbindungen mit 100 W ab rund 10 m Höhe.
Abstimmung und SWR
Viele fertig abgestimmte Broadband-Hexbeams kommen ohne Nachabgleich aus und erreichen auf den vorgesehenen Bandabschnitten ein SWR unter 2:1. Ob das jeweils vollständige Amateurfunkband abgedeckt wird, hängt von Konstruktion und Abstimmung ab - besonders im breiten 10-m-Band. Zwei Dinge solltest du wissen:
- Ein SWR-Test knapp über dem Boden ist nur eingeschränkt aussagekräftig. Boden, Metallteile und provisorische Aufbauten verschieben Resonanz und Impedanz; die abschließende Beurteilung sollte in Betriebshöhe oder zumindest ausreichend freier Umgebung erfolgen.
- Die hohen Bänder (10/12 m) sind kritischer. Kleinere Absolutmaße bedeuten engere Toleranzen: Schon wenige Zentimeter verschieben Resonanz und SWR. Beim Selbstbau lohnt hier der Abgleich mit einem Antennenanalysator.
Hexbeam vs. Yagi vs. Spiderbeam
Hexbeam oder Yagi?
- kleiner Drehradius (~3,3 m)
- geringe Windlast, leichter Mast/Rotor
- mehrere Bänder, ein Speisepunkt, kein Tuner
- unauffällig, gut für kleine Grundstücke
- mehr Gewinn möglich (lange Boom, mehr Elemente)
- höheres, stabileres Vor-Rück-Verhältnis
- schärfere Bündelung
Gegenüber einer voll dimensionierten Zwei-Element-Yagi fällt der Vorwärtsgewinn je nach Band, Frequenz und Yagi-Auslegung etwas geringer aus - gegen eine große Monoband-Yagi mit vielen Direktoren dagegen deutlich. Dafür braucht der Hexbeam viel weniger Drehradius und vereint mehrere Bänder. Er ist die erste Wahl, wenn Platz, Mast-Tragfähigkeit oder Optik eine ausgewachsene Yagi verbieten.
Hexbeam oder Spiderbeam?
Beide sind kompakte Draht-Richtantennen, zielen aber auf Unterschiedliches:
| Hexbeam | Spiderbeam | |
|---|---|---|
| Prinzip | zwei Elemente je Band | Mehrband-Draht-Yagi, bandabhängig mehrere Elemente |
| Platzbedarf | ~6,7 m Durchmesser (ab 20 m) | deutlich größere Spannweite |
| Aufbau | kompakte Schirmgeometrie, oft vormontiert | GFK-Träger mit abgespannten Draht-Yagis |
| Schwerpunkt | kleiner Drehradius, einfache Festinstallation | höherer Richtgewinn, oft Portabel/Expedition |
Kurz: Ein typischer Fünfband-Spiderbeam bietet auf mehreren Bändern mehr Vorwärtsgewinn, braucht dafür aber deutlich mehr Platz und einen aufwendigeren Aufbau; leichte Ausführungen sind bei Expeditionen beliebt, lassen sich aber auch fest montieren. Der Hexbeam wird wegen seines kleinen Drehradius häufig an Heimstationen eingesetzt - beide Typen laufen sowohl stationär als auch portabel.
Selbstbau oder Fertigantenne?
Der Hexbeam ist ein beliebtes Selbstbauprojekt: Nach den Bauplänen von G3TXQ braucht es GFK-Speichen (oft gekürzte Teleskop-/Angelruten), Draht und eine stabile Mittelnabe. Ein Selbstbau kann günstiger sein, wenn geeignete GFK-Rohre und wetterfeste Materialien verfügbar sind. Fertigantennen kosten je nach Bandzahl, Mechanik, Belastbarkeit und Lieferumfang deutlich mehr.
Ehrlich bleiben: Was der Hexbeam kann - und was nicht
Der Hexbeam ist ein exzellenter Kompromiss, aber kein Wundergewinn. Als Zwei-Element-System bleibt der Gewinn moderat, und das Vor-Rück-Verhältnis fällt zu den hohen Bändern ab. Er ersetzt keine große Monoband-Yagi in großer Höhe - dafür bekommst du fünf oder sechs Bänder in einer leichten, kompakten, unauffälligen Antenne mit einem einzigen Koaxkabel. Für die meisten Funkamateure mit begrenztem Platz ist genau das der beste verfügbare Deal.
Wer erst einmal einfacher in die Kurzwelle einsteigen will, findet in den klassischen Drahtantennen (Dipol, EFHW, Doublet) den unkomplizierteren Anfang - der Hexbeam ist der nächste Schritt zu gerichtetem DX und Contest-Betrieb.
Häufige Fragen zum Hexbeam
Was ist ein Hexbeam?
Ein Hexbeam ist ein drehbarer, kompakter 2-Element-Richtstrahler für Kurzwelle. Seine Elemente bestehen aus Draht, der sechseckig über sechs GFK-Speichen gespannt wird - von der Seite wie ein umgedrehter Schirm. Er deckt meist 20/17/15/12/10 m ab (oft plus 6 m) über einen gemeinsamen 50-Ω-Speisepunkt, ganz ohne Tuner.
Wie viel Gewinn hat ein Hexbeam?
Grob 3-4 dBd (etwa 5-6 dBi) in Vorzugsrichtung, also rund 3-4 dB mehr als ein Dipol - vergleichbar mit einer 2-Element-Yagi. Das Vor-Rück-Verhältnis liegt je nach Band bei etwa 13-22 dB. Die Werte hängen stark von Aufbauhöhe, Modell und Geometrie ab und sind als Größenordnung zu verstehen, nicht als feste Zahlen.
Was ist der Unterschied zwischen Classic und Broadband Hexbeam?
Sie unterscheiden sich vor allem in der Reflektorform. Der Classic (Traffie, 1996) ist kompakter, aber schmalbandig. Der Broadband (G3TXQ, 2007) hat einen umgeformten Reflektor, ist deutlich breitbandiger und kommt ohne Nachstimmen über das ganze Band aus - er ist heute der Standard. Der Preis dafür ist ein etwas größerer Drehradius.
Hexbeam oder Yagi - was ist besser?
Kommt auf den Platz an. Eine große Yagi mit langem Boom bringt mehr Gewinn und ein höheres Vor-Rück-Verhältnis. Gegenüber einer voll dimensionierten Zwei-Element-Yagi fällt der Hexbeam-Gewinn je nach Band etwas geringer aus, er braucht aber nur etwa den halben Drehradius, hat wenig Windlast und deckt mehrere Bänder ab. Für kleine Grundstücke ist er meist der bessere Kompromiss.
Wie hoch sollte ein Hexbeam hängen?
Als Richtwert für DX etwa eine halbe Wellenlänge des längsten (niederfrequentesten) genutzten Bands über Grund, bei einem Hexbeam ab 20 m also rund 10 m. Das ist kein Mindestmaß - niedriger geht auch, dann strahlt die Antenne aber steiler ab. Höher ist besser; rund 12 m gelten als guter Kompromiss.
Braucht ein Hexbeam einen Antennentuner?
In der Regel nicht. Ein korrekt gebauter und frei montierter Broadband-Hexbeam kommt im vorgesehenen Bandbereich normalerweise ohne Tuner aus (rund 50 Ω, SWR meist unter 2:1). Ob das jeweils volle Band abgedeckt ist, hängt von Modell und Abstimmung ab. Wichtig ist eine Gleichtaktdrossel am Speisepunkt; und das SWR ist auf Betriebshöhe besser als knapp über dem Boden.
Bereit für die Amateurfunkprüfung?
Richtantennen wie der Hexbeam bauen auf denselben Grundlagen auf, die auch in der Prüfung drankommen: Strahler und Reflektor, Gewinn, Impedanz und Richtdiagramm. 12db führt dich strukturiert durch den gesamten Prüfungsstoff - mit dem offiziellen Fragenkatalog und deinem persönlichen Lernfortschritt.
Kostenlos mit dem Lernen beginnenQuellen: Wikipedia: Hexbeam · G3TXQ-Hexbeam (MW0JZE) · G3TXQ-Daten (cq.sk) · K4KIO: Hex-Beam Description · Hexbeam Design & Performance. Gewinn-, Maß- und Preisangaben sind aufbau-, modell- und quellenabhängige Größenordnungen, keine garantierten Werte.