CB-Funk (Citizens Band) ist lizenzfreier Sprechfunk auf dem 11-Meter-Band um 27 MHz: 80 Kanäle, 4 Watt in FM und AM, 12 Watt in SSB, externe Antennen erlaubt. Jeder darf mitmachen - ohne Prüfung, ohne Anmeldung, ohne Gebühren. Rechtsgrundlage ist die Allgemeinzuteilung Vfg 21/2021 der Bundesnetzagentur, gültig bis Ende 2030.

💡 Kurzfassung: CB-Funk ist der reichweitenstärkste Jedermannfunk in Deutschland. Mit einem Mobilgerät im Fahrzeug sind 10 bis 30 km üblich, mit einer Feststation bis 80 km, bei Überreichweiten im Sommer über 2.000 km. Seit dem 1. Juli 2021 gilt am Steuer dieselbe Regel wie fürs Handy: Mikrofon in der Hand kostet 100 Euro und einen Punkt.

CB-Funk auf einen Blick

Aktuell auf 11 m

Zwei Werte, die sich stündlich ändern: die Prognose für 27 MHz aus den Sonnendaten und was auf dem 10-m-Band direkt nebenan gerade tatsächlich gemeldet wird. Ist 28 MHz offen, ist 27 MHz auf demselben Funkweg erst recht offen - die tiefere Frequenz öffnet zuerst.

Was ist CB-Funk?

CB steht für Citizens Band, auf Deutsch Bürger-Frequenzband. Es ist ein Jedermannfunk, der seit 1975 in Deutschland für die Allgemeinheit freigegeben ist. Anders als im Amateurfunk brauchst du für CB-Funk:

  • Keine Lizenz - keine Prüfung bei der Bundesnetzagentur
  • Keine Gebühren - weder für die Nutzung noch für ein Rufzeichen
  • Keine Anmeldung - Gerät kaufen, einschalten, loslegen

Die rechtliche Grundlage ist die Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur (Vfg 21/2021, befristet bis 31.12.2030). Sie erlaubt jedem die Nutzung der 80 Kanäle, solange die technischen Bedingungen eingehalten werden: zugelassene Geräte, die vorgeschriebene Sendeleistung und die Kanalbandbreite von 10 kHz. Der CB-Funk ist dabei kein eigener Funkdienst im Sinne der ITU, sondern eine Funkanwendung im mobilen Landfunkdienst - deshalb gibt es weder amtliche Rufzeichen noch eine Prüfung.

Alle 80 CB-Funk-Kanäle mit Frequenzen

CB-Funk nutzt das 11-Meter-Band von 26,565 bis 27,405 MHz. Die Kanäle 1 bis 40 sind europaweit harmonisiert (ECC-Entscheidung (11)03), die Kanäle 41 bis 80 sind eine deutsche Sonderregel unterhalb davon. Das Raster ist nicht durchgehend: Zwischen 3 und 4, 7 und 8, 11 und 12, 15 und 16 sowie 19 und 20 liegt jeweils ein Sprung von 20 kHz, und Kanal 23 sitzt oberhalb von 24 und 25 - ein Erbe der ersten US-Zuteilung, bei der diese Frequenzen für Fernsteuerungen reserviert waren.

KanäleBereichBetriebsartenGültigkeit
1 bis 4026,965 bis 27,405 MHzFM, AM, SSBEuropaweit harmonisiert, Details je nach Land
41 bis 8026,565 bis 26,955 MHznur FMNationale Zusatzkanäle, im Ausland in aller Regel nicht erlaubt

Die vollständige Tabelle nach der Allgemeinzuteilung. D markiert die Kanäle für Datenübertragung, G die Kanäle, auf denen Sprache über unbemannte Umsetzer und Internet-Gateways laufen darf.

KanalMHzKanalMHzKanalMHzKanalMHz
126,9652127,2154126,565G6126,765G
226,9752227,2254226,5756226,775
326,9852327,2554326,5856326,785
427,0052427,235D4426,5956426,795
527,0152527,245D4526,6056526,805
627,025D2627,2654626,6156626,815
727,035D2727,2754726,6256726,825
827,0552827,2854826,6356826,835
927,0652927,295G4926,6456926,845
1027,0753027,3055026,6557026,855
1127,085G3127,3155126,6657126,865G
1227,1053227,3255226,675D7226,875
1327,1153327,3355326,685D7326,885
1427,1253427,345G5426,6957426,895
1527,1353527,3555526,7057526,905
1627,1553627,3655626,7157626,915D
1727,1653727,3755726,7257726,925D
1827,1753827,3855826,7357826,935
1927,1853927,395G5926,7457926,945
2027,2054027,405G6026,7558026,955G
💡 Betriebsarten erklärt:
FM (Frequenzmodulation) - Standard auf allen 80 Kanälen, gute Sprachqualität, störungsarm
AM (Amplitudenmodulation) - nur Kanal 1 bis 40, die Betriebsart der Fernfahrer, anfälliger für Störungen
SSB (Einseitenband) - nur Kanal 1 bis 40, mit 12 W und schmalem Signal deutlich mehr Reichweite als FM

Wichtige Kanäle

Die Allgemeinzuteilung legt nur Daten- und Gateway-Kanäle fest. Alles andere sind Gewohnheiten der CB-Funker, und die unterscheiden sich zwischen Deutschland und dem Rest der Welt:

KanalFrequenzNutzung
Kanal 126,965 MHzAllgemeiner Anrufkanal in FM
Kanal 326,985 MHzNotfunk-Arbeitskanal der Initiative "Channel 3 for Emergency" (informell)
Kanal 427,005 MHzAnrufkanal in AM
Kanal 927,065 MHzNotrufkanal; in AM der Kanal der deutschen Fernfahrer
Kanal 1527,135 MHzInformeller SSB-Anrufkanal in Deutschland
Kanal 1927,185 MHzFernfahrerkanal in den USA und international; polnische Fahrer nutzen 19 und 28 in AM
Kanal 4027,405 MHzAnrufkanal in der Schweiz - in Grenznähe Rücksicht nehmen
Kanal 6, 7, 24, 25, 52, 53, 76, 77diverseDatenübertragung (amtlich festgelegt)
Kanal 11, 29, 34, 39, 40, 41, 61, 71, 80diverseSprach-Gateways und unbemannte Umsetzer (amtlich festgelegt)
⚠️ Kanal 9 oder 19? Wer auf der deutschen Autobahn LKW-Fahrer hören will, stellt Kanal 9 in AM ein - nicht Kanal 19, wie es in amerikanischen Filmen heißt. Auf Kanal 9 laufen inzwischen auch automatische Baustellenwarnungen. Ob auf Kanal 9 jemand im Notfall zuhört, ist dagegen nicht garantiert: Es gibt keine Leitstelle, die CB-Funk überwacht.

CB-Funk Reichweite

Die Reichweite hängt weniger von den 4 Watt ab als von Antenne, Antennenhöhe und Gelände. Auf 27 MHz breiten sich Signale im Alltag quasi-optisch aus, etwas über den Horizont hinaus; entscheidend sind freie Sicht und ein guter Antennenstandort auf beiden Seiten.

GerätetypTypische ReichweiteBemerkung
Handfunkgerät1 bis 5 km4 W, aber eine kurze Antenne am Gerät; mit Außenantenne wie ein Mobilgerät
Mobilgerät im Fahrzeug, FM10 bis 30 km4 W mit Magnetfußantenne auf dem Dach
Mobilgerät, SSB15 bis 50 km12 W PEP, schmales Signal
Feststation mit Außenantenne, FM20 bis 50 kmAntenne auf dem Dach oder am Mast
Feststation, SSB30 bis 80 km12 W PEP und eine gute Stationsantenne

Was die Reichweite bestimmt

  • Antennenhöhe: Je höher die Antenne, desto weiter - und das gilt für beide Stationen
  • Gelände: Flachland trägt deutlich weiter als Berge oder Täler
  • Bebauung: Städte drücken die Reichweite gegenüber freiem Feld erheblich
  • Antenne: Eine gute Außenantenne bringt mehr als jede Leistungsstufe - und sie ist das Einzige, was du selbst bauen darfst
  • Betriebsart: SSB mit 12 W kommt deutlich weiter als FM mit 4 W

Überreichweiten (DX)

Im Sommerhalbjahr kommt es auf 27 MHz zu Sporadic-E-Ausbreitung: Die Ionosphäre wirft die Signale zurück, und plötzlich sind Stationen in über 2.000 km Entfernung zu hören. Die Saison beginnt Mitte Mai, hat ihren Höhepunkt im Juni und klingt nach Mitte Juli ab; um die Wintersonnenwende gibt es ein deutlich kleineres Nebenmaximum. Im Sonnenfleckenmaximum kommt die reguläre Ausbreitung über die F2-Schicht dazu - dann ist das 11-Meter-Band wie das benachbarte 10-m-Band der Funkamateure tagsüber für Verbindungen um die halbe Welt offen.

📡 Ist das Band gerade offen? Das 11-m-Band liegt direkt unter dem 10-m-Amateurfunkband. Ob ein Funkweg trägt, entscheidet die höchste nutzbare Frequenz (MUF) für genau diesen Weg - liegt sie über 28 MHz, ist 27 MHz erst recht dabei; 11 m öffnet als tiefere Frequenz meist etwas vor 10 m. Auf der Funkwetter-Seite siehst du stündlich, ob auf 10 m Verbindungen gemeldet werden - dann lohnt sich SSB auf Kanal 15. Fremdsprachige Stationen auf den Kanälen sind das sicherste Zeichen für eine Überreichweite.

4 Watt und ein Band reichen dir nicht?

Als Funkamateur der Klasse N darfst du mit 10 W ERP auf 10 m und 6,1 W ERP auf 2 m und 70 cm senden, Relais nutzen und bekommst ein eigenes, weltweit anerkanntes Rufzeichen. Die Prüfung hat 195 Technikfragen, die Vorbereitung dauert wenige Wochen - hier kostenlos mit dem offiziellen Fragenkatalog.

Jetzt kostenlos lernen

Sendeleistung und Regeln: Was im CB-Funk erlaubt ist

Zulässige Sendeleistung

BetriebsartMax. LeistungKanäle
FM (Frequenzmodulation)4 W ERP1 bis 80
AM (Amplitudenmodulation)4 W ERP1 bis 40
SSB (Einseitenband)12 W PEP1 bis 40
💡 ERP und PEP: ERP ist die effektive Strahlungsleistung bezogen auf den Halbwellendipol - eine Antenne mit Gewinn zählt also mit. PEP ist die Hüllkurvenspitzenleistung bei SSB; die mittlere Leistung liegt deutlich darunter.

✅ Erlaubt

  • Privater Sprechfunk zwischen Personen
  • Zugelassene Geräte: CE-Kennzeichnung nach der Funkanlagenrichtlinie oder ältere deutsche Zulassung (etwa CEPT PR27D, FM80, KAM)
  • Eigenbau und Umbau von Antennen, Antennen mit Gewinn im Rahmen der ERP-Grenze
  • Mobiler und ortsfester Betrieb, auch im Wohnmobil und auf dem Rad
  • Datenübertragung auf den Kanälen 6, 7, 24, 25, 52, 53, 76 und 77
  • Sprach-Gateways ins Internet und unbemannte Umsetzer auf den Kanälen 11, 29, 34, 39, 40, 41, 61, 71 und 80
  • Selbstgewählter Rufname statt Rufzeichen; buchstabiert wird er sinnvollerweise mit der internationalen Buchstabiertafel

🚫 Nicht erlaubt

  • Kommerzielle Nutzung (Geschäftsfunk)
  • Rundfunkähnliche Sendungen, Daueraussendungen, Bakenaussendungen und Aussendungen ohne Nachrichteninhalt
  • Umbau der Geräte: Leistungserhöhung, Frequenzerweiterung, "Brenner" (Endstufen)
  • Nicht zugelassene Geräte, etwa Export- oder Amateurfunkgeräte für 10 m
  • Kanal 41 bis 80 mit ortsfesten Stationen in den Schutzzonen zu den Nachbarstaaten (Landkreise entlang der Grenzen, Anlage zur Vfg 21/2021)
  • Störung anderer Funkdienste
⚠️ Zwei Regeln, die oft übersehen werden: Wer ortsfest mit 10 W EIRP oder mehr sendet, braucht eine Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur - mit 12 W PEP SSB und einer Antenne mit Gewinn ist das schnell erreicht (12 W ERP entsprechen 19,7 W EIRP). Und der Teilbereich 26,957 bis 27,283 MHz ist zugleich ISM-Bereich: Störungen durch Industrieanlagen oder Funkfernsteuerungen musst du hinnehmen.

CB-Funk im Ausland

Die Kanäle 1 bis 40 mit 4 W FM, 4 W AM und 12 W SSB gehen auf die ECC-Entscheidung (11)03 zurück, die 31 europäische Länder vollständig umgesetzt haben. Die Kanäle 41 bis 80 gibt es außerhalb Deutschlands praktisch nicht - ein 80-Kanal-Gerät muss im Ausland auf 40 Kanäle umgeschaltet werden. Für die beiden Nachbarn mit den meisten deutschen Urlaubern heißt das konkret: In der Schweiz sind seit 2013 konzessionsfrei die 40 CEPT-Kanäle mit 4 W AM und FM und 12 W SSB erlaubt, Kanal 40 ist dort der Anrufkanal. In Österreich gilt dasselbe Kanal- und Leistungsschema unter einer Generellen Bewilligung, also ohne Anmeldung. Multinorm-Geräte müssen so eingestellt sein, dass die Kanäle 41 bis 80 nicht mit einfachen Mitteln wählbar sind, Relais und Richtantennen sind untersagt. Weitere Länder weichen ab: Frankreich und Rumänien haben die ECC-Entscheidung laut CEPT-Übersicht nur eingeschränkt umgesetzt, dort gelten eigene nationale Regeln. Großbritannien erlaubt AM und SSB erst seit dem 27.06.2014 (4 W AM/FM, 12 W PEP SSB). Polen nutzt ein um 5 kHz versetztes Raster, und in Italien müssen Einwohner den Betrieb anmelden, Urlauber nicht. Moderne Multinorm-Geräte haben dafür einen Länderschalter.

CB-Funk am Steuer: Was seit 2021 gilt

Das Mikrofon in der Hand während der Fahrt war jahrzehntelang Alltag im LKW. Seit dem 1. Juli 2021 fällt es unter dasselbe Verbot wie das Handy: § 23 Abs. 1a StVO erfasst jedes elektronische Gerät, "das der Kommunikation, Information oder Organisation dient", und darf nur benutzt werden, wenn es dafür weder aufgenommen noch gehalten wird. Für Funkgeräte galt eine Übergangsfrist (§ 52 Abs. 4 StVO), die 2021 auslief.

VerstoßFolge
Mikrofon während der Fahrt in der Hand100 Euro, 1 Punkt
mit Gefährdung150 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
mit Sachbeschädigung200 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot

Erlaubt bleibt das Funken mit Freisprechlösung: VOX-Funktion (Sprachsteuerung, bei vielen aktuellen Mobilgeräten eingebaut), eine Sprechtaste am Lenkrad oder ein Mikrofon in einer festen Halterung, das nicht in die Hand genommen wird. Wer ein Mobilgerät neu kauft, achtet deshalb auf VOX oder eine PTT-Buchse. Zuhören ist ohnehin frei.

Wer heute noch CB-Funk nutzt

Der große Boom liegt in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren; seit dem Mobiltelefon ist CB-Funk eine Nische. Aber keine tote: Auf den Kanälen ist Betrieb, nur mit anderen Leuten als damals.

  • Fernfahrer auf Kanal 9 AM - heute vor allem zum Einweisen auf Bau- und Abladestellen und für Stauwarnungen. Viele Fahrer kommen aus Osteuropa; polnische Kollegen funken auf Kanal 19 und 28 in AM.
  • Wohnmobil und Camper: Konvois auf der Reise, Absprachen im Stau, Rangierhilfe. Die Antennenfrage (GFK-Dach, Masse) ist das häufigste Thema in den Foren.
  • Offroad und Geländewagen: Bei Rallyes, Expeditionen und Kolonnenfahrten ist CB-Funk nach wie vor Standard, weil er ohne Netz funktioniert.
  • Notfunk und Krisenvorsorge: CB-Funk ist der einzige lizenzfreie Funk mit nennenswerter Reichweite, deshalb treffen sich einzelne Bürgernotfunk-Initiativen auf Kanal 9 FM. Was er kann und was nicht, steht auf der Seite Notfunk.
  • Wiedereinsteiger und Hobbyisten, die das unkomplizierte Funken schätzen - und die DX-Jäger, die im Sommer mit SSB auf Kanal 15 auf Sporadic-E warten.

Ehrlich ist auch: Wer heute einschaltet und niemanden hört, hat oft einfach die falsche Betriebsart eingestellt. Fernfahrer funken in AM, Ortsrunden meist in FM, DX in SSB.

Anschluss finden: Wann und wo Betrieb ist

Auf 27 MHz gibt es kein Relaisnetz wie im Amateurfunk und keinen Kalender - die wenigen Gateways auf den neun dafür freigegebenen Kanälen ändern daran nichts. Der Betrieb entsteht dort, wo Leute sich verabreden. Wer die Muster kennt, hört innerhalb einer Woche mehr als in einem Monat wahllosen Lauschens:

  • Wochenende und Abende. Gefunkt wird vor allem samstags und sonntags sowie werktags zwischen 19 und 22 Uhr. Die regionalen Runden verabreden sich meist in SSB.
  • Kanal 9 AM tagsüber für Fernfahrer, am meisten in der Nähe von Baustellen und Umschlagplätzen.
  • Ortsrunden in FM auf Kanälen zwischen 20 und 80, oft täglich zur selben Uhrzeit. Welcher Kanal, ist reine Gewohnheit der Gegend.
  • Sommerabende in SSB auf Kanal 15 und darum herum, wenn Sporadic-E die Kanäle mit fremdsprachigen Stationen füllt.

Feste Funkrunden, Stand September 2026 - Kanäle wechseln gelegentlich, deshalb vorher im Terminkalender von 11m-band.de nachsehen:

RundeWannKanal
Bayernrunde (Franken und Bayern, rund 100 km um Nürnberg)Sonntag 10:00 Uhr8 USB
SSB-Runde Berlin-BrandenburgSonntag ab 19:00 Uhr3 USB
Bodensee-RundeFreitag ab 20:00 Uhr19 FM
Allgäu-RundeDonnerstag 20:30 Uhr22 FM
Bagalutenrunde (Schleswig-Holstein)täglich 17 bis 20 Uhr67 FM
Gateway-Runde Irxleben (Sachsen-Anhalt)täglich 10 bis 12 Uhr80 FM

Wo man sich trifft: Das Forum funkbasis.de ist mit über 13.000 Mitgliedern und 650.000 Beiträgen die größte deutschsprachige Anlaufstelle, mit eigenen Unterforen für CB-Geräte, Antennen und Anfängerfragen. Der Deutsche Funk-Club sammelt Anleitungen und Kanalpläne, 11m-band.de führt den Terminkalender der Runden, und für die Schweiz listet die Swiss CB Organisation ihre Runden.

Die gängigen Abkürzungen

Auf 27 MHz redet man mit dem Vokabular des Amateurfunks, ergänzt um ein paar eigene Zahlen. Die Q-Schlüssel stammen aus der Telegrafie und gelten weltweit:

AbkürzungBedeutung
CQAllgemeiner Anruf an alle
QRZWer ruft mich?
QTHStandort
QSOFunkverbindung, Gespräch über Funk
QSLEmpfangsbestätigung
QRMStörung durch andere Stationen
QRVSende- und empfangsbereit
QRXPause, bitte warten
QSYKanalwechsel
QRTEnde des Funkverkehrs
DXFunkverbindung über große Entfernung
SkipZweierlei: der Rufname eines CB-Funkers, und die Überreichweite durch Reflexion an der Ionosphäre
BreakIch möchte mitsprechen
RogerVerstanden
MikeMikrofon
OM / YL / XYLOld Man (Funker), Young Lady (Funkerin), Ehefrau
55Viel Erfolg
73Grüße
88Liebe Grüße, an eine YL
51Lass dich nicht erwischen

CB-Funkgeräte und Preise

CB-Funk Mobilgerät - Retevis mit Squelch, AM/FM und Kanalanzeige
Ein typisches CB-Mobilgerät: Kanalwahl, Squelch (Rauschsperre) und die Umschaltung AM/FM sind alles, was man bedienen muss. Foto: Pedro Emanuel / Adobe Stock

CB-Funkgeräte gibt es als Handfunkgeräte, als Mobilgeräte fürs Fahrzeug und - seltener - als Heimstation. Die wichtigsten Marken sind Albrecht, President, Midland, Stabo und CRT. Reine Stationsgeräte sind fast verschwunden; zu Hause betreibt man ein Mobilgerät an einem 13,8-V-Netzteil. Straßenpreise bei deutschen Fachhändlern, abgefragt am 03.09.2026:

KategoriePreisBeispieleReichweite
Mobilgerät FM/AM65 bis 120 EuroAlbrecht AE 6110 (ab 65 €), President Jimmy III (75 €), Albrecht AE 6199 (79 €), CRT Alpha N (85 €), Albrecht AE 6290 VOX (95 €), President Bill II+ VOX (119 €)10 bis 30 km
Mobilgerät mit SSB160 bis 290 EuroStabo XM 3082 (ab 157 €), Super Star 3900 (189 €), Albrecht AE 5900 V2 (195 €), Stabo XM 3004e (225 €), Midland 8001 Pro (279 €)15 bis 50 km, DX bei Überreichweiten
Handfunkgerät100 bis 250 EuroJopix CB-80 (98 €), Midland Alan 42 DS (115 bis 139 €), President Randy III+ (189 bis 249 €)1 bis 5 km
Antenne25 bis 200 EuroMagnetfußantenne (25 bis 70 €), Sirio Turbo 3000 Komplettset (65 €), Stationsantenne Sirio GPA 27 (58 €), Albrecht Boomerang 27 (69 €), Sirio GainMaster (199 €)
✅ Einsteiger-Empfehlung: Ein FM/AM-Mobilgerät mit VOX (rund 70 bis 100 Euro) plus eine Magnetfußantenne (rund 30 Euro) - fertig für etwa 100 bis 130 Euro. Im Fahrzeug erreichst du damit typisch 10 bis 30 km, deutlich mehr als mit jedem Handfunkgerät. Wer SSB und DX ausprobieren will, greift zu einem Gerät mit SSB. Ein Amateurfunk-Transceiver für 10 m (etwa der President Lincoln) ist kein CB-Gerät, auch wenn er beim selben Händler steht.

Die Antenne entscheidet über alles: Ein Viertelwellenstrahler für 27 MHz ist rund 2,75 m lang (nachrechnen mit dem Antennenlängen-Rechner), verkürzte Mobilantennen kommen mit 0,6 bis 1,5 m aus und kosten Reichweite. Nach dem Einbau gehört ein SWR-Abgleich dazu, sonst geht ein Teil der 4 Watt in der Antenne verloren - und gerade auf Wohnmobilen mit Kunststoffdach fehlt oft die Masse, die eine Magnetfußantenne braucht. Wer selbst bauen will, findet die Grundlagen im Artikel Antennenbau.

Einbau im Fahrzeug: Antenne, Masse, Strom

Die meisten Enttäuschungen mit CB-Funk entstehen nicht am Gerät, sondern beim Einbau. Vier Punkte entscheiden, ob aus 4 Watt 20 km werden oder 3.

Wo die Antenne hin soll

Der beste Platz ist die Mitte des Dachs: Dort hat die Antenne nach allen Seiten dieselbe Metallfläche unter sich und strahlt rundum gleich. Kofferraumdeckel, Kotflügel oder Reserveradhalter sind Kompromisse, die Abstrahlung wird einseitig. Beim LKW ist der Spiegelhalter üblich; dafür gibt es kurze Antennen mit Klemmhalter für Rohre von 15 bis 36 mm. Eine Magnetfußantenne braucht ein Stahldach, auf Aluminium oder Kunststoff hält sie nicht und hat keine Masse. Eine feste Montage mit direkter Masseverbindung ist elektrisch immer die bessere Lösung.

Masse auf dem Wohnmobil

Das häufigste Forenthema: GFK-Dach, Kunststoffaufbau, die Antenne findet kein Gegengewicht, das SWR ist miserabel. Drei Wege, von gut nach notdürftig:

  • Massekabel zum Rahmen. Den Antennenfuß möglichst nah am Metallrahmen montieren und ein dickes Kabel vom Fuß zum Rahmen legen. Bei Alkoven und Dachreling oft die einzige saubere Lösung.
  • Radials oder Alufolie unter der Antenne. Drei Drähte oder selbstklebende Alustreifen von mindestens 1,5 m Länge sternförmig vom Fuß weg, alternativ ein Alublech von etwa 1,5 mal 1,5 m unter dem Fuß. Kein Rundstrahler mehr, aber ein sauberes SWR.
  • Massefreie Antenne. Die Albrecht GL 27 (baugleich Midland X-Turbo Camper) kommt ohne Gegengewicht aus, kostet 60 bis 70 Euro und lässt sich nicht abstimmen. Die Händler sagen selbst dazu, dass sie in der Reichweite deutlich hinter einer Antenne mit ordentlicher Masse zurückbleibt. Ein Behelf, kein Ersatz.

SWR abgleichen

Nach dem Einbau wird die Antenne mit einem SWR-Meter abgeglichen, sonst geht ein Teil der Leistung in der Antenne verloren und kommt als Wärme zurück ins Gerät. Gemessen wird in FM auf einem mittleren Kanal:

SWRBedeutung
bis 1,5gut, so soll es sein
1,5 bis 2brauchbar, an den Bandenden normal
2 bis 3anpassen, die Antenne ist zu lang oder zu kurz
über 3nicht senden - die Endstufe nimmt Schaden

Die Regel zum Abstimmen: Ist das SWR auf Kanal 1 niedriger als auf Kanal 40, ist der Strahler zu lang und wird gekürzt. Ist es auf Kanal 40 niedriger, ist er zu kurz. In kleinen Schritten arbeiten, was einmal abgeschnitten ist, wächst nicht nach. Und nie ohne angeschlossene Antenne die Sprechtaste drücken.

Strom: direkt von der Batterie

Der Zigarettenanzünder ist die schlechteste Stromquelle: Er hängt mit anderen Verbrauchern an einer gemeinsamen Sicherung, fällt bei manchen Fahrzeugen mit der Zündung weg und liefert alle Störungen des Bordnetzes frei Haus. Die Hersteller empfehlen deshalb den Anschluss direkt an der Fahrzeugbatterie, mit einer flinken 5-A-Sicherung im Pluskabel so nah wie möglich an der Batterie und einem Versorgungskabel von höchstens 3 m. Prasseln im Takt der Drehzahl ist fast immer ein Zeichen für schlechte Masse oder ein Kabel, das neben der Zündanlage verläuft.

12 oder 24 Volt? Im LKW und in vielen Wohnmobilen liegen 24 V an, und ein reines 12-V-Gerät ist damit sofort hin. Von den oben genannten Geräten laufen CRT Alpha N, Albrecht AE 6290 VOX, Stabo XM 3004e und die NRC-Variante der Albrecht AE 6199 mit beiden Spannungen. Albrecht AE 6110, President Jimmy III, President Bill II+ und Midland 8001 Pro sind reine 12-V-Geräte und brauchen im 24-V-Fahrzeug einen Spannungswandler.

CB-Funk vs. PMR446 und Freenet

Neben CB-Funk gibt es in Deutschland zwei weitere lizenzfreie Funkdienste: PMR446 auf 446 MHz und Freenet auf 149 MHz. Beide sind auf Handfunkgeräte mit fest angebauter Antenne beschränkt; genau das macht CB-Funk zum Dienst mit der größten Reichweite.

MerkmalCB-FunkPMR446Freenet
Frequenz27 MHz446 MHz149 MHz
Sendeleistung4 W ERP (FM), 12 W PEP (SSB)0,5 W ERP1 W ERP, in Grenznähe zu Belgien und Polen 0,5 W
Kanäle80166 Kanäle analog oder digital, 12 weitere nur digital
Reichweite (Erfahrungswerte)10 bis 30 km mobil0,5 bis 3 km0,5 bis 5 km
Externe AntenneJaNein, nur HandfunkgeräteNein, nur Handfunkgeräte
ZulassungEuropaweit harmonisiert (Kanal 1 bis 40)CEPT-weit harmonisiertNur Deutschland
RechtsgrundlageVfg 21/2021 (bis 2030)Vfg 91/2025Vfg 45/2025 (bis 2035)
GebäudedurchdringungMäßigGutGut
💡 Wann welcher Funkdienst?
PMR446 für kurze Distanzen und den Urlaub in Europa - Wandern, Skipiste, Baustelle.
Freenet in Deutschland für den Nahbereich mit etwas mehr Reichweite als PMR.
CB-Funk, wenn du Reichweite brauchst und Platz für eine externe Antenne hast - im Fahrzeug oder als Feststation.

CB-Funk vs. Amateurfunk

CB-Funk und Amateurfunk sind beides Hobbyfunk - aber mit grundlegend anderen Möglichkeiten:

MerkmalCB-FunkAmateurfunk
Lizenz erforderlichNeinJa, Prüfung bei der Bundesnetzagentur
Sendeleistung4 W ERP (FM), 12 W PEP (SSB)10 W ERP auf 10 m und 6,1 W ERP auf UKW (Klasse N) bis 750 W PEP (Klasse A)
Frequenzenein Band (27 MHz)viele Bänder von Langwelle bis Mikrowelle
Reichweite10 bis 80 km, DX nur bei Überreichweitenweltweit, regelmäßig
Selbstbaunur AntennenGeräte und Antennen
Relais und Gatewayseingeschränkt, nur auf 9 festgelegten Kanälenja, flächendeckendes Relaisnetz
Rufzeichenselbstgewählter Rufnameamtliches, weltweit anerkanntes Rufzeichen

Den ausführlichen Vergleich mit dem Watt-Argument und Tipps zum Umstieg gibt es im Artikel CB-Funk vs. Amateurfunk.

Vom CB-Funk zum Amateurfunk

Wenn du mit CB-Funk angefangen hast und merkst, dass dir 4 Watt auf einem Band nicht mehr reichen, ist der nächste Schritt die Amateurfunkprüfung. Viele heutige Funkamateure haben genau so begonnen - als CB-Funker.

Seit 2024 gibt es die Klasse N als Einstiegsklasse. Mit 195 Technikfragen und einer Lernzeit von wenigen Wochen ist sie bewusst niedrigschwellig - ideal für CB-Funker, die mehr wollen. Wer schon weiß, wie ein SWR-Meter funktioniert und was eine Groundplane ist, hat einen Teil des Stoffs bereits im Kopf.

✅ Was du als Funkamateur zusätzlich bekommst:
  • Mehr Leistung: 10 W ERP auf 10 m und 6,1 W ERP auf 2 m und 70 cm (Klasse N) bis 750 W PEP (Klasse A) statt maximal 12 W PEP in SSB
  • Mehr Bänder: 10 m, 2 m und 70 cm schon in Klasse N, alle Bänder in Klasse A
  • Relais: Umsetzer für stadt- und regionweite Reichweite auf UKW
  • Eigenes Rufzeichen: international geschützt und anerkannt
  • Selbstbau: eigene Sender und Empfänger bauen und betreiben
  • Digitale Betriebsarten: FT8, APRS, Winlink (E-Mail über Funk) und mehr
  • Weltweiter DX: regelmäßig, nicht nur bei Sporadic-E

Du willst mehr als CB-Funk? So wirst du Funkamateur

Mit der Klasse N steigst du schnell und günstig in den Amateurfunk ein - 195 Fragen lernen, Prüfung ablegen, eigenes Rufzeichen erhalten. Vorbereitung mit dem offiziellen BNetzA-Fragenkatalog, kostenlos und ohne Anmeldung zum Ausprobieren.

Jetzt kostenlos lernen

Die Geschichte des CB-Funks

USA: Die Geburtsstunde (1945-1958)

Die Geschichte des CB-Funks beginnt 1945, als die FCC einen "Personal Radio Service" für amerikanische Bürger vorsah; die Regeln dazu folgten 1947. Die erste Frequenzzuteilung lag allerdings noch im UHF-Bereich bei 460 bis 470 MHz (Class-A- und Class-B-Lizenzen). Gleichzeitig wurde die Frequenz 27,255 MHz als Class-C-Lizenz für Fernsteuerungen zugeteilt - etwa für Garagentore und Modellflugzeuge. UHF-Geräte waren für Privatleute damals weder praktikabel noch bezahlbar.

Der eigentliche Startschuss fiel am 11. September 1958: Die FCC führte den Class-D Citizens Band Service auf 27 MHz ein - mit zunächst 23 Kanälen zwischen 26,965 und 27,255 MHz. Das war die Geburtsstunde des CB-Funks, wie wir ihn kennen.

💡 Die Anfänge auf einen Blick:
1945FCC sieht einen "Personal Radio Service" vor
1947Erste Zuteilung bei 460 MHz (UHF) und 27,255 MHz für Fernsteuerungen
1958Class-D CB auf 27 MHz - 23 Kanäle für alle Bürger
1960erHandwerker und Kleinbetriebe entdecken den CB-Funk

In den 1960er Jahren entdeckten vor allem Kleinunternehmer den CB-Funk: Elektriker, Klempner und Handwerker koordinierten ihre Einsätze per Funk. Die eigentliche Revolution kam aus einer ganz anderen Ecke.

Das goldene Zeitalter der 1970er

Die Ölkrise 1973 veränderte alles. Als Reaktion führten die USA 1974 ein Tempolimit von 55 mph (88 km/h) ein. Für LKW-Fahrer, deren Einkommen von der gefahrenen Strecke abhing, war das eine Katastrophe. CB-Funk wurde ihr Werkzeug: Trucker meldeten Radarfallen, fanden Tankstellen mit Benzin und koordinierten Konvois gegen das Tempolimit.

Was als praktisches Kommunikationsmittel begann, wurde zum Massenphänomen:

  • bis 1973: rund 800.000 CB-Lizenzen in den USA
  • 1975: Lizenzgebühr von 20 auf 4 Dollar gesenkt - der Damm bricht
  • 1977: Erweiterung auf 40 Kanäle wegen Überlastung; Schätzungen gehen von rund 20 Millionen Nutzern aus
  • 1983: die FCC schafft die Lizenzpflicht komplett ab
💡 Warum CB-Funk zur Gegenkultur wurde: In einer Zeit ohne Internet und Mobiltelefone bot CB-Funk etwas völlig Neues: anonyme, spontane Kommunikation mit Fremden. Jeder wählte sich einen "Handle" (Spitznamen), jeder konnte mitmachen. CB-Funk war demokratisch, unkontrollierbar und frei - das perfekte Medium für eine Generation, die Autoritäten hinterfragte.

Deutschland: Vom Verbot zur Freiheit

In Westdeutschland war der 27-MHz-Bereich bis 1975 nur für den Betriebsfunk zugänglich - mit Bedarfsnachweis, Bundespost-Zulassung und monatlicher Gebühr. Die sogenannten "K-Geräte" waren teuer und streng reglementiert.

Am 1. Juli 1975 gab das Bundespostministerium den CB-Funk für die Allgemeinheit frei - zunächst mit 12 Kanälen (4 bis 15) in AM und 0,5 Watt. Das war der Startschuss für eine Bewegung, die Deutschland in den folgenden Jahren erfasste.

⚠️ CB-Funk in der DDR: In der DDR war CB-Funk für die Allgemeinheit verboten. Die Frequenzen wurden von der Deutschen Post der DDR und dem Ministerium für Staatssicherheit überwacht. Besucher aus dem Westen mussten ihre CB-Geräte an der Grenze abgeben. Nur LKW-Fahrer erhielten in Ausnahmefällen eine Sondergenehmigung.

Die Entwicklung in Deutschland verlief in mehreren Schritten:

JahrMeilenstein
1975Freigabe von 12 Kanälen in AM mit 0,5 W
198122 Kanäle in FM mit 0,5 W
198340 Kanäle in FM mit 4 W, AM weiterhin 12 Kanäle mit 1 W (CEPT-konform)
1996Erweiterung um die Kanäle 41 bis 80 (nationale Zusatzkanäle)
2003Auch AM- und SSB-Geräte anmelde- und gebührenfrei (Vfg 41/2003)
20114 W FM auf allen 80 Kanälen, 4 W AM und 12 W SSB auf den Kanälen 1 bis 40
2021Aktuelle Allgemeinzuteilung Vfg 21/2021, befristet bis Ende 2030
✅ Die goldenen 1980er in Deutschland: Auf "dem Elfmeter" herrschte rund um die Uhr Betrieb. CB-Clubs organisierten Treffen, der "Breaker-Gruß" gehörte zur Alltagskultur auf deutschen Autobahnen, und in jedem zweiten LKW stand ein Funkgerät auf dem Armaturenbrett.

Boom und Rückgang

In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren erlebte der CB-Funk in Deutschland seinen Höhepunkt: CB-Clubs im ganzen Land, Betrieb auf allen Kanälen. Mit der Verbreitung des Mobiltelefons ab Ende der 1990er ging die Nutzung zurück - warum funken, wenn man telefonieren kann? Wer heute noch auf 27 MHz aktiv ist, steht weiter oben unter Wer heute noch CB-Funk nutzt.

CB-Funk in Film, Musik und Kultur

Kein Funkdienst hat die Popkultur so geprägt wie der CB-Funk. In den 1970er Jahren wurde das Mikrofon am Armaturenbrett zum Symbol für Freiheit, Rebellion und Abenteuer auf der Straße.

Die wichtigsten CB-Funk-Filme und -Songs

JahrTitelTypHighlight
1975Convoy (C. W. McCall)Song6 Wochen Nr. 1 der US-Country-Charts
1977Smokey and the BanditFilmNr. 2 an den US-Kinokassen nach Star Wars
1978Convoy (Sam Peckinpah)FilmPeckinpahs kommerziell erfolgreichster Film
1978Ich bin CB-Funker (Gunter Gabriel)SongDeutscher CB-Kult
1978Ruf Teddybär eins-vier (Jonny Hill)SongCover von "Teddy Bear"
1978-96Auf Achse (Manfred Krug)TV-SerieCB-Funk im deutschen Trucker-Alltag
1979-85The Dukes of HazzardTV-SerieInspiriert von Smokey and the Bandit

Convoy - Der Song, der alles auslöste (1975)

Im November 1975 veröffentlichte C. W. McCall (bürgerlich Bill Fries) den Song "Convoy" - ein mitreißendes Stück über einen fiktiven Trucker-Aufstand quer durch die USA. "Rubber Duck" führt einen Konvoi von Los Angeles über Tulsa und Chicago bis nach New Jersey, verfolgt von "Smokies" (Polizei) und begleitet von "Pig Pen" und seinen stinkenden Schweinen.

💡 Convoy in Zahlen: 6 Wochen Nr. 1 in den US-Country-Charts, Nr. 1 in den Pop-Charts, Nr. 2 in den UK-Charts. Der Rolling Stone führte "Convoy" 2014 auf Platz 98 seiner 100 besten Country-Songs aller Zeiten.

Smokey and the Bandit (1977)

Der Film, der den CB-Boom zur Explosion brachte: Burt Reynolds als "Bandit" muss in seinem schwarzen Pontiac Trans Am 400 Kisten Coors-Bier in 28 Stunden von Texas nach Georgia schmuggeln - koordiniert per CB-Funk.

Budget & Kasse
  • Budget: 4,3 Mio. Dollar
  • Einspielergebnis: 126,7 Mio. Dollar
  • 1977: Nr. 2 nach Star Wars
Kulturelle Wirkung
  • Pontiac Trans Am: Verkäufe in zwei Jahren fast verdoppelt
  • Inspirierte "The Dukes of Hazzard"
  • Sogar Hitchcock war Fan

Convoy - Der Film (1978)

Sam Peckinpah verfilmte den Song als Roadmovie mit Kris Kristofferson als Rubber Duck und Ernest Borgnine als korruptem Sheriff. Das Budget von 12 Millionen Dollar wurde während der Dreharbeiten mehr als verdoppelt - und trotzdem wurde "Convoy" der kommerziell erfolgreichste Film seiner Karriere.

Der CB-Slang - Eine eigene Sprache

Der CB-Funk hat eine eigene Sprache hervorgebracht, die weit über den Funk hinaus in die Alltagssprache eingedrungen ist. Deutsche CB-Funker nutzen daneben die Q-Schlüssel aus dem Amateurfunk, etwa QTH für den Standort und QRZ für "wer ruft mich?".

CB-SlangBedeutungHerkunft
BreakerGesprächsteilnehmer, der sich einschaltet"Break" = Unterbrechung
10-4Verstanden / BestätigtPolizei-10-Codes
Smokey / BearPolizeiHut wie Smokey Bear (US Forest Service)
Bear in the airPolizeiflugzeug oder -hubschrauberSmokey Bear, nur fliegend
HandleCB-Rufname / SpitznameEnglisch für "Griff"
Hammer downVollgas gebenGaspedal durchtreten
Front door / Back doorErstes / letztes Fahrzeug im KonvoiKonvoi-Formation
Chicken coopWiegestation für LKW"Hühnerstall" - LKW stehen Schlange
💡 Wusstest du? Der Begriff "Smokey" für Polizei stammt vom Maskottchen des US Forest Service - Smokey Bear. Der breitkrempige Hut der amerikanischen Highway Patrol ähnelt dem Hut von Smokey Bear, weshalb Trucker Polizisten als "Smokeys" oder "Bears" bezeichneten.

Häufige Fragen zum CB-Funk

Ist CB-Funk noch erlaubt?

Ja. CB-Funk ist in Deutschland durch die Allgemeinzuteilung Vfg 21/2021 der Bundesnetzagentur bis mindestens Ende 2030 erlaubt - anmeldefrei, gebührenfrei und ohne Prüfung. Das gelegentlich gesuchte "CB-Funk-Verbot 2022" hat es nie gegeben; gemeint ist meist das Verbot, das Mikrofon während der Fahrt in der Hand zu halten.

Braucht man für CB-Funk eine Genehmigung oder Anmeldung?

Nein. Die Allgemeinzuteilung gilt für jedermann; es gibt keine Lizenz, keine Prüfung und keine Anmeldung. Einzige Bedingung sind zugelassene Geräte und die Einhaltung der Sendeleistung. Nur wer ortsfest mit 10 W EIRP oder mehr sendet, braucht eine Standortbescheinigung.

Ist CB-Funk im Auto erlaubt?

Ja, aber seit dem 1. Juli 2021 gilt am Steuer dieselbe Regel wie fürs Handy: Das Mikrofon darf während der Fahrt nicht in die Hand genommen werden (§ 23 Abs. 1a StVO). Verstöße kosten 100 Euro und einen Punkt. Erlaubt bleibt das Funken über VOX, eine Sprechtaste am Lenkrad oder ein fest montiertes Mikrofon.

Auf welchem Kanal funken LKW-Fahrer?

In Deutschland auf Kanal 9 in AM (27,065 MHz). Kanal 19 ist der Fernfahrerkanal in den USA; polnische Fahrer nutzen in Deutschland meist Kanal 19 und 28 in AM. Wer nur FM eingestellt hat, hört die LKW-Fahrer nicht.

Ist Kanal 9 AM oder FM?

Beides ist erlaubt. Die Fernfahrer funken auf Kanal 9 in AM, Bürgernotfunk-Runden meist in FM. Amtlich festgelegt ist für Kanal 9 nichts - es ist eine Konvention, kein überwachter Notrufkanal.

Wie weit reicht CB-Funk?

Handfunkgeräte erreichen 1 bis 5 km, Mobilgeräte im Fahrzeug 10 bis 30 km und Feststationen mit guter Antenne 20 bis 80 km. Bei Überreichweiten durch Sporadic-E im Sommer und im Sonnenfleckenmaximum sind über 2.000 km möglich.

Wer benutzt heute noch CB-Funk?

Fernfahrer (Kanal 9 AM), Wohnmobil- und Offroad-Fahrer für Konvois, Notfunk-Gruppen in der Krisenvorsorge, DX-Jäger im Sommer und Wiedereinsteiger. Die Nutzung ist seit den 1990er-Jahren stark zurückgegangen, aber entlang der Autobahnen und in Ortsrunden ist weiterhin Betrieb.

Was ist besser, PMR oder CB-Funk?

Kommt auf den Einsatz an. PMR446 ist klein, europaweit erlaubt und reicht 0,5 bis 3 km - ideal zum Wandern oder auf der Baustelle. CB-Funk erlaubt externe Antennen und 4 bis 12 Watt und reicht damit 10 bis 30 km und mehr - die Wahl fürs Fahrzeug, die Feststation und die Krisenvorsorge.

Wie lang muss eine CB-Funk-Antenne sein?

Ein Viertelwellenstrahler für 27 MHz ist rund 2,75 m lang, eine Halbwelle 5,5 m. Mobilantennen sind mit Verlängerungsspule auf 0,6 bis 1,5 m verkürzt und kosten dafür Reichweite. Nach dem Einbau gehört ein SWR-Abgleich dazu.

Was kostet CB-Funk?

Es gibt keine Lizenzkosten und keine laufenden Gebühren. Ein FM/AM-Mobilgerät kostet ab rund 65 Euro, ein Handfunkgerät ab rund 100 Euro, ein SSB-Gerät ab rund 160 Euro. Dazu kommt eine Antenne für 25 bis 70 Euro. Ein kompletter Einstieg im Fahrzeug liegt bei etwa 100 bis 130 Euro.

Kann man mit dem Handy CB-Funk hören?

Nicht direkt - kein Smartphone hat einen Empfänger für 27 MHz. Möglich ist es über einen Web-SDR im Browser (ein per Internet fernbedienbarer Empfänger) oder mit einem SDR-Stick am Rechner. Apps wie Zello sind Internetdienste und kein Funk.

Ab welchem Alter darf man CB-Funk machen?

Die Allgemeinzuteilung nennt kein Mindestalter. CB-Funk dürfen auch Kinder und Jugendliche nutzen, es gibt weder eine Prüfung noch eine Anmeldung, die ein Alter voraussetzen würde. Wer im Fahrzeug funkt, muss nur die Regeln der Straßenverkehrsordnung einhalten.

Darf ich mein 80-Kanal-Gerät in der Schweiz oder in Österreich benutzen?

Ja, aber nur auf den 40 CEPT-Kanälen. Beide Länder erlauben anmeldefrei 4 W AM und FM sowie 12 W SSB auf Kanal 1 bis 40; die deutschen Kanäle 41 bis 80 sind dort nicht zugelassen. Multinorm-Geräte werden dafür per Länderschalter umgestellt, in Österreich ist das ausdrücklich Pflicht.

Was heißt CB?

CB steht für Citizens Band - auf Deutsch Bürger-Frequenzband. Der Name stammt aus den USA, wo die FCC 1945 einen Funkdienst für Bürger vorsah und ihn 1958 auf 27 MHz einführte. In Deutschland ist CB-Funk seit 1975 zugelassen.

Quellen

Einsatz von Sprachmodellen bei 12db
×Vollbild