Ein Satellit in niedriger Umlaufbahn ist nur wenige Minuten am Stück erreichbar. Wer ihn hören oder über ihn funken will, muss wissen, wann er über den Horizont kommt, wo er auftaucht und wie hoch er steigt. Genau das rechnet dieses Werkzeug für deinen Standort aus - für die ISS, die OSCAR-Satelliten der Funkamateure und die Wettersatelliten, deren Bilder sich mit einem SDR-Stick empfangen lassen.

Du willst nur wissen, wann die ISS das nächste Mal am Abendhimmel zu sehen ist? Dafür gibt es die Einstiegsseiten ISS heute sehen und Satelliten am Himmel mit demselben Werkzeug, voreingestellt auf sichtbare Überflüge.

Die Bahnberechnung läuft komplett in deinem Browser. Dein Standort wird in keiner Anfrage mitgeschickt, und die Bahndaten holt 12db mehrmals täglich von CelesTrak, damit dein Browser nicht mit fremden Servern sprechen muss.

💡 Kurzfassung: Locator eingeben (oder "Orten"), Satellit wählen, fertig. Die Tabelle zeigt die nächsten Überflüge mit Aufgang, höchstem Punkt und Untergang. Unter "Frequenzen" stehen Uplink und Downlink, während eines Überflugs mit Doppler-Korrektur.

Tippen zum Suchen. Gruppen stehen in der Liste.

Standort bleibt in deinem Browser.

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Nächster Überflug-
Min. Elevation
Zeitraum

Bahndaten: CelesTrak (OMM) · Frequenzen: SatNOGS DB · Berechnung mit SGP4 in deinem Browser

Bedienung

  • Standort: Locator eintippen (4 bis 8 Zeichen, etwa JN49GC), "Orten" für die Ortung des Geräts oder auf der Karte den Standort antippen. Der Wert bleibt in deinem Browser gespeichert.
  • Satellit: Name, Rufzeichen (etwa RS0ISS) oder NORAD-Nummer eingeben. In der aufklappenden Liste lässt sich nach Gruppe eingrenzen.
  • Mindestelevation: Wie hoch muss der Satellit mindestens steigen, damit der Überflug zählt? 10° ist ein guter Standard mit einem Handfunkgerät, 0° zeigt auch die flachsten Streifschüsse.
  • Überflüge: Eine Zeile antippen öffnet das Polardiagramm der Bahn am Himmel (Norden oben) und die Zeiten über der Mindestelevation.
  • Karte: Aktuelle Position, Bodenspur und Sichtbereich. Der Schieberegler verschiebt die Zeit bis 90 Minuten vor und zurück.
  • Jetzt über dir: Alle Objekte, die in diesem Moment über deinem Horizont stehen.

Was die Tabelle zeigt

Ein Überflug (im Satellitenfunk "Pass") hat drei Marken. Beim Aufgang erscheint der Satellit am Horizont, der Azimut sagt, in welcher Himmelsrichtung. Das Werkzeug rechnet den geometrischen Horizont bei 0°. Im Satellitenfunk heißt der Beginn des tatsächlich empfangbaren Fensters AOS (Acquisition of Signal), das Ende LOS (Loss of Signal), und beide liegen mit echter Antenne und echtem Horizont später beziehungsweise früher als die geometrischen Marken. Im höchsten Punkt (Kulmination) erreicht er seine größte Elevation - je höher, desto kürzer die Entfernung, desto stärker das Signal. Beim Untergang verschwindet er wieder unter dem Horizont.

Max. ElevationWas das bedeutet
unter 10°Satellit bleibt knapp über dem Horizont. Große Entfernung (bei 400 km Bahnhöhe rund 1.400 bis 2.300 km, bei 800 km entsprechend mehr) und ein langer Weg durch die Atmosphäre. Mit einfacher Ausrüstung oft schwierig zu arbeiten, Gebäude, Bäume und die große Entfernung machen sich hier am stärksten bemerkbar.
10° bis 30°Brauchbarer Überflug. Mit Handfunkgerät und kleiner Richtantenne sind Verbindungen über FM-Satelliten möglich.
30° bis 60°Guter Überflug mit mehreren Minuten über 30°. Starke Verbindung und großer nutzbarer Footprint, oft günstig für weit entfernte Gegenstationen.
über 60°Der Satellit zieht fast über den Kopf. Kürzeste Entfernung und meist stärkstes Signal. Die Antenne muss schnell nachgeführt werden, und die Doppler-Verschiebung ändert sich rund um die Kulmination am schnellsten - bei SSB und CW heißt das ständiges Nachstimmen.

Die Tabelle rechnet den Aufgang am mathematischen Horizont (0°). Der echte Horizont liegt fast überall höher: Liegt eine Gebäudekante 10 m über deiner Antenne und 20 m entfernt, verdeckt sie bereits rund 27°. Die Zeile "Über 10°" im aufgeklappten Überflug ist deshalb meist die realistischere Angabe.

Doppler-Effekt und Transponder

Ein Satellit in 400 bis 800 km Höhe fliegt mit rund 7,5 km/s. Solange er sich nähert, kommt sein Signal gestaucht an und die Empfangsfrequenz liegt über der Sendefrequenz. Entfernt er sich, liegt sie darunter. Die Verschiebung ist proportional zur Frequenz:

$$\Delta f = -f \cdot \frac{v_r}{c}$$

Dabei ist $v_r$ die Radialgeschwindigkeit, also der Anteil der Geschwindigkeit, der direkt auf dich zu oder von dir weg zeigt. Nahe dem Zeitpunkt der geringsten Entfernung, meist nahe dem höchsten Punkt des Überflugs, geht sie durch null und die Verschiebung wechselt das Vorzeichen. Die größten Abweichungen liegen kurz nach dem Aufgang und kurz vor dem Untergang, die schnellste Änderung rund um die Kulmination. Mit $v_r$ bis etwa 7 km/s ergibt das auf 2 m rund ±3,5 kHz, auf 70 cm rund ±10 kHz - bei FM gerade noch im Filter, bei SSB und CW muss nachgestimmt werden. Der Reiter "Frequenzen" zeigt während eines Überflugs die korrigierten Werte: Auf welcher Frequenz du empfangen musst, damit der Downlink in der Mitte liegt, und auf welcher du senden musst, damit der Satellit dich auf seiner Nominalfrequenz hört.

Die Frequenzen stammen aus der SatNOGS-Datenbank der Satellitenbeobachter-Community. Ein Transponder mit Uplink und Downlink ist das, worüber Funkamateure arbeiten. Einträge ohne Uplink sind Baken oder Telemetriesender, die man nur hören kann. Steht "invertierend" dabei, spiegelt der Transponder das Band: Wer im Uplink USB sendet, wird im Downlink in LSB gehört, und eine Frequenzerhöhung oben wird unten zur Erniedrigung.

⚠️ Uplink und Downlink liegen in der Regel in verschiedenen Bändern - meist 2 m hoch und 70 cm runter (Mode V/U, Uplink zuerst genannt) oder umgekehrt (Mode U/V). Der Grund ist derselbe wie bei jedem Relais: Sende- und Empfangssignal lassen sich so einfacher trennen, und die Filter auf dem Satelliten bleiben kleiner (Prüfungsfrage NF113). Ausnahmen gibt es, einzelne Kleinsatelliten arbeiten mit Uplink und Downlink im selben Band.

Sichtbare Überflüge mit bloßem Auge

Die ISS ist mit über 100 m Spannweite das größte Objekt im Erdorbit und erscheint bei günstigem Überflug heller als jeder Stern. Zu sehen ist sie nur, wenn zwei Dinge zusammenkommen: Bei dir muss es dunkel sein, und der Satellit muss gleichzeitig noch im Sonnenlicht fliegen. Das klappt typischerweise in der Zeit nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang - wie groß dieses Fenster ist, hängt von Jahreszeit, Breitengrad und Bahnlage ab, im Sommer kann es deutlich länger sein. Tief in der Nacht liegt die ISS bei vielen Überflügen im Erdschatten und bleibt dann unsichtbar, auch wenn sie direkt über dich fliegt.

Der Reiter "Sichtbar" rechnet für Raumstationen genau das aus: Fenster, in denen der Satellit beleuchtet ist, die Sonne bei dir unter -6° steht und die Elevation über der Mindestelevation liegt. Häufig beginnt oder endet die Sichtbarkeit mitten im Überflug, weil der Satellit in den Erdschatten eintritt - dann "verlöscht" er scheinbar am Himmel. Für die ISS gibt das Werkzeug zusätzlich eine Helligkeitsschätzung in Magnituden an. Für die Kleinsatelliten dieser Liste gibt es keine verlässlichen Vergleichswerte, deshalb auch keine Schätzung. Viele davon sind mit bloßem Auge ohnehin kaum oder gar nicht zu sehen.

Wettersatelliten mit dem SDR empfangen

Für viele ist das der Einstieg in den Satellitenempfang, noch vor der Amateurfunkprüfung: Polare Wettersatelliten senden ihre Bilder im 137-MHz-Bereich offen aus, für erste Versuche genügen ein SDR-Stick, eine passende Antenne für 137 MHz und freie Dekodiersoftware. Die russischen Meteor-M-Satelliten senden digital (LRPT), was mit freier Software zu scharfen Bildern in mehreren Spektralkanälen führt. Die Frequenzen und den aktuellen Status findest du im Reiter "Frequenzen". Die Gruppe "Wettersatelliten" enthält auch die geostationären Satelliten wie Meteosat, die auf der Karte fest an einem Punkt über dem Äquator stehen.

Für den reinen Empfang ist keine Amateurfunkzulassung nötig - § 9 Abs. 5 der Amateurfunkverordnung sagt das ausdrücklich. Wer dagegen über einen Amateurfunksatelliten senden will, braucht die Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst samt Rufzeichen. Die bestandene Prüfung ist dafür die Voraussetzung, die Zulassung selbst wird danach bei der Bundesnetzagentur beantragt.

Grenzen der Vorhersage

  • Bahndaten altern. Die Berechnung beruht auf GP-Bahnelementen im OMM-Format, die das Modell SGP4 in die Zukunft rechnet. Je älter die Elemente, desto größer kann die Abweichung werden, und wie schnell das geht, hängt vom Satelliten ab: von Bahnhöhe und Luftwiderstand, der niedrige Satelliten unvorhersehbar bremst, und von Bahnmanövern. Bei der ISS kann eine Bahnanhebung ältere Daten schlagartig unbrauchbar machen. Das Werkzeug zeigt das Alter an und warnt ab sieben Tagen.
  • Der Horizont ist mathematisch. Hügel, Häuser und Bäume verkürzen jeden Überflug. Die Angabe "Über 10°" ist der bessere Anhaltspunkt.
  • Sichtbarkeit ist eine Schätzung. Der Erdschatten wird als Zylinder gerechnet. In Wirklichkeit ist er ein Kegel mit Halbschatten, die reale Grenze kann den berechneten Ein- und Austritt etwas verschieben. Ob der Himmel klar ist, weiß das Werkzeug nicht.
  • Frische Starts fehlen zunächst. Neue Satelliten tauchen erst auf, wenn sie katalogisiert und von CelesTrak einer der drei Gruppen zugeordnet sind - meist innerhalb von Tagen. Seit dem 11. Juli 2026 vergibt der NORAD-Katalog sechsstellige Nummern, die das klassische TLE-Format nicht mehr darstellen kann. Das Werkzeug bezieht die Bahnelemente deshalb im OMM-Format, in dem auch diese Objekte enthalten sind.

Datenquellen und Datenschutz

Die Bahnelemente kommen von CelesTrak (Gruppen Amateurfunk, Raumstationen und Wettersatelliten, rund 190 Objekte, im OMM-Format statt als TLE), Namen und Frequenzen aus der SatNOGS-Datenbank. Beides holt der Server von 12db mehrmals täglich, dein Browser lädt nur diese eine aufbereitete Datei von 12db. Die Berechnung erledigt eine SGP4-Bibliothek im Browser, die Karte kommt über den eigenen Kartenserver von 12db. Dein Standort und die Ortung bleiben auf deinem Gerät: Keine Anfrage enthält Koordinaten, weder an 12db noch an Dritte. Was der Server von 12db sieht, sind die Kartenkacheln, die dein Browser nachlädt, in der Startansicht so grob, dass sie nur die Weltregion zeigen.

Satelliten in der Amateurfunkprüfung

Der Fragenkatalog der Bundesnetzagentur prüft genau die Begriffe, die dieses Werkzeug anzeigt: Uplink und Downlink (Senderichtung zum Satelliten und zurück), Azimut und Elevation als horizontaler und vertikaler Antennenwinkel, warum beide Strecken in verschiedenen Bändern liegen, und den Doppler-Effekt. In Klasse E kommt der Satellitentransverter für 2,4 GHz dazu (Frage EF505), in Klasse A der Empfang bei 10 GHz mit LNB (Fragen AF230 und AF231) - Stoff, den der geostationäre QO-100 in die Praxis gebracht hat. Was der Katalog nicht fragt, die Praxis aber verlangt, steht im Lexikon unter Amateurfunksatelliten.

Satellitenfunk braucht die Lizenz

Empfangen darf jeder - zum Senden über die ISS oder einen OSCAR brauchst du die Amateurfunkzulassung, und die beginnt mit der bestandenen Prüfung. Die Fragen zu Uplink, Downlink, Azimut und Elevation lernst du hier mit dem offiziellen Katalog.

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Quellen

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