Squelch heißt auf Deutsch Rauschsperre, am Funkgerät steht dafür meist SQL. Sie schaltet den Lautsprecher stumm, solange kein brauchbares Signal ankommt. Ohne sie rauscht ein freier FM-Kanal laut und ununterbrochen. Mit ihr ist Ruhe, bis jemand sendet.

💡 Kurzfassung: Die Rauschsperre wirkt auf den Ton wie ein Schalter, nicht wie ein Filter. Intern erkennt sie ein Signal zwar mit Filtern, aus dem Signal selbst entfernt sie aber kein Rauschen. Sie entscheidet nur, ob du überhaupt etwas hörst. Richtig steht sie, wenn das Rauschen auf einem freien Kanal gerade eben verschwindet. Weiter zudrehen kostet dich schwache Stationen. Reichweite gewinnst du damit nie.

Was ist Squelch?

Kurz gesagt: Squelch, deutsch Rauschsperre, ist eine Schaltung im Empfänger, die die Tonausgabe stummschaltet, solange kein ausreichend gutes Signal empfangen wird. Erst wenn ein Signal die eingestellte Schwelle überschreitet, öffnet sie, und du hörst die Station. Den Schwellwert stellst du am Regler oder im Menü unter SQL ein.

Das englische Verb "to squelch" bedeutet etwas schnell und vollständig zum Schweigen bringen. Der Prüfungsfragenkatalog der Bundesnetzagentur nennt die Funktion "Empfängerstummschaltung (Squelch)". Gemeint ist immer dasselbe: Lautsprecher aus, solange nichts Hörenswertes kommt.

⚠️ Rauschsperre ist nicht Rauschunterdrückung: Die digitale Rauschminderung (Noise Reduction, NR) verringert das Rauschen im Signal, während du zuhörst. Die Rauschsperre tut das nicht. Ein schwaches Signal klingt bei geöffneter Sperre genauso verrauscht wie ganz ohne Sperre. Im Fragenkatalog sind das zwei getrennte Fragen.

Squelch-Simulator mit Ton

Auf einem FM-Kanal können sehr unterschiedliche Dinge ankommen: gar nichts, eine weit entfernte Station, eine aus dem Nachbarort, eine ganz in der Nähe. Schieb die Schwelle und sieh, was durchkommt. Mit Tone Squelch kommt ein zweites Kriterium dazu, mit Monitor öffnest du die Sperre von Hand. Schalte den Ton ein, dann hörst du den Kanal: Die drei Stationen senden abwechselnd, dazwischen ist der Kanal frei. Achte auf den kurzen Rauschstoß am Ende jeder Durchsage.

Die vier Beispielsignale im Simulator
SignalEmpfangsgüte (Beispielstufe)Sendet den Ton deiner Gruppe
Freier Kanal
Kein Sender, der Empfänger liefert nur Rauschen. Das zählt nicht als Station.
0nein
Schwache Station
Weit weg, gerade noch verständlich, deutlich verrauscht.
2,5ja
Station im Nachbarort
Gut lesbar, gehört nicht zu deiner Gruppe.
5,5nein
Starke Station in der Nähe
Rauschfrei, aus deiner Gruppe.
8,5ja

Vereinfachte Darstellung. Die Stufen 0 bis 9 sind eine Beispielskala, keine Kennlinie eines bestimmten Geräts. Eine Stufe entspricht keiner festen Feldstärke, und echte Geräte zählen ihre Stufen unterschiedlich (siehe Level 0 bis 9). Auch der Ton ist vereinfacht: Rauschen und Sprache werden je nach Güte gemischt. Die Stimmen stammen aus dem Training Rufzeichen hören.

Wie funktioniert die Rauschsperre?

Kurz gesagt: Die Schaltung prüft laufend ein Merkmal für "da ist ein Signal" und vergleicht es mit der Schwelle, die du einstellst. Bei FM ist dieses Merkmal häufig das Rauschen hinter dem Demodulator, bei SSB die Signalstärke. Liegt das Merkmal jenseits der Schwelle, wird der Niederfrequenzweg zum Lautsprecher freigegeben.

Bei FM verrät das Rauschen den freien Kanal

Ohne Signal liefert ein FM-Demodulator kräftiges Rauschen, und zwar auch weit oberhalb der Sprachfrequenzen. Kommt ein Träger an, wird es leiser, im Englischen heißt das "quieting". Darauf baut die Noise Squelch auf:

  • Ein Hochpass lässt nur den Anteil oberhalb des Sprachbands durch. Wo er beginnt, hängt von der Schaltung ab, die Literatur nennt Werte von einigen kHz bis über 20 kHz.
  • Ein Verstärker und ein Gleichrichter machen daraus eine Gleichspannung. Viel Rauschen heißt hohe Spannung.
  • Ein Schwellwertschalter vergleicht diese Spannung mit der eingestellten Schwelle und schaltet den Ton frei oder stumm. Er hat eine Hysterese, damit die Sperre an der Grenze nicht flattert. Der FM-ZF-Baustein MC3361B von Motorola enthält genau diese Kette als "Filter Amp" und "Squelch Trigger with Hysteresis".

Warum nicht einfach den Pegel messen? Weil ein klassischer FM-Empfänger sein Signal in der Zwischenfrequenz mit einem Begrenzer auf gleiche Höhe bringt. Der Pegel dahinter sieht mit und ohne Station fast gleich aus. Das Rauschen dagegen unterscheidet die beiden Fälle deutlich.

Daraus folgt der wichtigste Punkt: Eine Rauschsperre nach diesem Prinzip öffnet, wenn ein Signal das Rauschen weit genug zurückdrängt. Sie öffnet nicht bei einem festen Pegel in Mikrovolt. Anders die S-Meter-Squelch im nächsten Abschnitt, die tatsächlich nach dem Pegel entscheidet. Die Datenblätter zeigen die Größenordnung. Der Yaesu FT-991 nennt auf 2 m und 70 cm eine Squelch-Empfindlichkeit von typisch 0,125 µV, die Empfindlichkeit für 12 dB SINAD liegt bei 0,18 µV. 12 dB SINAD ist ein gebräuchliches Messkriterium für die Empfindlichkeit von FM-Empfängern, kein fester Grenzwert für Sprachverständlichkeit. Beide Angaben sind unterschiedliche Messgrößen. Sie zeigen aber: Die Schwelle der Rauschsperre liegt in derselben Größenordnung wie die Empfindlichkeit des Empfängers, also bei sehr schwachen Signalen.

S-Meter-Squelch: Pegel statt Rauschen

Die zweite Bauart wertet die Signalstärke aus, also die Regelspannung der automatischen Verstärkungsregelung (AGC), die auch das S-Meter antreibt. Man nennt sie Carrier Squelch oder S-Meter-Squelch. Der DARC-Lehrgang beschreibt sie so: Solange die Regelspannung kleiner ist als die eingestellte Squelch-Spannung, sperrt der NF-Verstärker. Bei SSB gibt es keinen Träger, der das Rauschen zum Verschwinden bringt. Die klassische FM-Rauschsperre funktioniert dort deshalb nicht in gleicher Weise, SSB-Empfänger nutzen eine pegelabhängige Sperre.

Viele Geräte kombinieren beides. Beim Icom IC-7600 arbeitet der Regler RF/SQL in FM zuerst als Noise Squelch. Drehst du über den Schwellpunkt hinaus, greift die S-Meter-Squelch, und du legst damit eine Mindest-Signalstärke fest. In SSB, CW und den Datenbetriebsarten wirkt nur die S-Meter-Squelch. Das Yaesu FT-70DE hat dafür eine eigene Funktion "RF SQL" mit den Stufen S1 bis S9, zusätzlich zur normalen Rauschsperre.

Damit ist auch die Prüfungsfrage AF225 erklärt: Die Rauschsperre wird gewöhnlich von ZF-Signalen (Pegel) oder NF-Signalen (Rauschen hinter dem Demodulator) gesteuert, nicht vom HF-Signal der Eingangsstufe und nicht von VFO oder BFO.

Der Rauschstoß am Ende: Squelch Tail

Hört der Sender auf, ist das Rauschen sofort wieder da. Die Sperre braucht aber einen Moment, um zu schließen. In dieser Zeit hörst du einen kurzen Rauschstoß, den Squelch Tail. Mit CTCSS (siehe unten) lässt er sich deutlich verkürzen oder vermeiden, wenn Sender und Empfänger das Verfahren unterstützen: Der Sender dreht vor dem Abschalten die Phase des Subtons, nach der Norm TIA-603 um 120 Grad für 180 ms oder um 180 Grad für 150 ms. Der Empfänger erkennt das und schließt, bevor der Träger weg ist. Motorola nennt das "Reverse Burst".

Squelch richtig einstellen: Schritt für Schritt

Kurz gesagt: Ohne Signal so weit öffnen, bis du Rauschen hörst. Dann langsam zudrehen, bis das Rauschen gerade verschwindet, und dort stehen lassen. Dieser Schwellpunkt ist die empfindlichste Einstellung, die dir noch Ruhe gibt.

✅ Am Drehregler:
  1. Lautstärke auf normale Hörlautstärke stellen.
  2. Einen freien Kanal oder eine freie Frequenz wählen.
  3. Squelch ganz öffnen, also Linksanschlag, Stufe 0 oder "OFF". Jetzt rauscht es.
  4. Langsam im Uhrzeigersinn drehen, bis das Rauschen gerade verschwindet. Die Empfangsanzeige (RX oder BUSY) geht aus.
  5. Nicht weiterdrehen.

So beschreiben es die Handbücher von Icom, Kenwood und Albrecht fast wortgleich. Bei Handfunkgeräten mit Menü ist es dasselbe Prinzip in Stufen. Beim Kenwood TH-D75 und beim Yaesu FT-70DE rufst du die Stufe mit [F] und [MONI] auf, wählst sie mit dem Drehknopf und bestätigst. Gesucht ist die niedrigste Stufe, bei der das Rauschen wegbleibt.

Bei Transceivern mit kombiniertem Regler für Empfindlichkeit und Rauschsperre gilt eine Besonderheit. Beim IC-7600 steht die Empfindlichkeit in der 11-Uhr-Stellung auf Maximum, weiter links regelt derselbe Knopf die HF-Verstärkung herunter. Rechts davon beginnt die Rauschsperre, Icom empfiehlt die Stellung zwischen 12 und 1 Uhr.

Zu hoch eingestellt
  • Schwache Stationen bleiben stumm oder brechen ab.
  • Albrecht schreibt im Handbuch des AE 6290, die Empfangsempfindlichkeit sinke "und damit die Reichweite". Genau genommen bleibt der Empfänger gleich empfindlich, aber schwächere Signale bleiben stumm. Du hörst also weniger weit.
  • Der Suchlauf übergeht Stationen, die du hören wolltest.
Zu niedrig eingestellt
  • Es rauscht dauernd, oder die Sperre öffnet bei jeder Störung.
  • Der Suchlauf bleibt auf jedem Kanal hängen.
  • In störungsreicher Umgebung den Schwellpunkt ein Stück höher setzen, so wenig wie möglich.

Wann du die Rauschsperre bewusst öffnest

Für sehr schwache Signale ist jede Sperre ein Hindernis. Kenwood weist darauf hin, dass schwache Signale bei geschlossener Rauschsperre abgehackt wirken können. Dafür gibt es die Monitor-Taste (MONI). Solange du sie hältst, ist die Sperre offen, je nach Gerät auch ein aktiver Ton- oder Code-Squelch. Die Belegung unterscheidet sich aber: Beim europäischen Yaesu FT-70DE löst die Taste MONI/T-CALL den 1750-Hz-Tonruf für Relais aus. Der Simulator oben zeigt Monitor so, dass er normale und selektive Sperre gemeinsam überbrückt. Die ARRL empfiehlt sie, um schwache Signale zu hören und um vor dem Senden zu prüfen, ob der Kanal frei ist.

Bei FM-Satelliten gilt die Regel sogar dauerhaft: Squelch auf. Die Signale kommen aus Hunderten Kilometern Entfernung und sind zu schwach, um die Sperre zu öffnen wie ein Ortsrelais. Das Rauschen hilft dir sogar: Wird es plötzlich leiser, hast du den Satelliten.

Was bedeutet Squelch-Level 0 bis 9?

Kurz gesagt: Die Zahl ist eine Stufe auf der Skala deines Geräts, keine Maßeinheit. Höher heißt: Ein Signal muss besser sein, um durchzukommen. Wie viele Stufen es gibt und welche die offene ist, legt der Hersteller fest.

Die Gegenüberstellung aus den Handbüchern zeigt, wie verschieden das gelöst ist:

GerätSkalaOffenAm strengsten
Icom IC-7600 (Kurzwelle)Drehregler RF/SQL, ohne Zahlenbis 11 UhrRechtsanschlag
Yaesu FT-70DE (Handfunkgerät)0 bis 15, ab Werk 1015
Baofeng UV-5R (Handfunkgerät)0 bis 9, laut verbreiteter Menübeschreibung09
Midland 777 PRO (PMR446)0 bis 909
Albrecht Tectalk Pro XL (PMR446)1 bis 15, dazu "Auto" und "Aus"Aus, 1 ist am empfindlichsten15
Albrecht AE 6290 (CB-Funk)34 Stufen manuell, 9 Stufen automatisch (ASQ)nicht angegebenhöchste Stufe
Icom IC-M90E (Seefunk)OP, 1 bis 10OP10

Stufe 5 am einen Gerät ist also nicht Stufe 5 am anderen, und keine Stufe entspricht einer festen Feldstärke. Merk dir statt einer Zahl das Verfahren: Schwellpunkt suchen. Die Werkseinstellung ist ein Startwert, mehr nicht.

Welche Arten von Squelch gibt es?

Kurz gesagt: Die Grundsperre fragt "kommt ein Signal?". Tone Squelch, DCS und die Verfahren der digitalen Betriebsarten fragen zusätzlich "ist es das richtige?". Sie arbeiten mit der Grundsperre zusammen, nicht an ihrer Stelle.

ArtEntscheidet nachTypisch bei
Noise SquelchRauschen hinter dem FM-DemodulatorFM-Funkgeräten
S-Meter- oder Carrier SquelchSignalstärke über die AGC-SpannungSSB und AM, bei FM als zweite Stufe
ASQ (automatische Rauschsperre)Schwelle stellt das Gerät selbst, laut Albrecht nach dem RauschpegelCB-Funkgeräten
CTCSS (Tone Squelch)Subton, gebräuchlich 67,0 bis 254,1 HzRelais, PMR446, Freenet
DCS bzw. DTCSdigitaler Code, 134,4 bit/sPMR446, Betriebsfunk, Handfunkgeräten
Digitale KennungenColor Code (DMR), DG-ID (C4FM)digitalen Betriebsarten

CTCSS: Ton senden ist nicht Ton auswerten

CTCSS legt einen tiefen Dauerton unter die Sprache. Er liegt unterhalb des Sprachbands, das bei etwa 300 Hz beginnt, und der Empfänger filtert ihn heraus. Hörbar wäre er durchaus, er wird nur nicht wiedergegeben. Bei Funkgeräten musst du zwei Funktionen auseinanderhalten, Yaesu nennt sie so:

  • TONE: Dein Gerät sendet den Ton mit, empfängt aber mit normaler Rauschsperre. Das brauchst du, wenn ein Relais nur mit Ton öffnet. Welcher Ton das ist, steht in den Relaislisten, mehr dazu unter Frequenzablage.
  • TSQL (Tone Squelch): Deine Rauschsperre öffnet nur, wenn das empfangene Signal den passenden Ton enthält. Alles andere bleibt stumm, auch wenn das S-Meter ausschlägt.

Midland nennt für seine PMR446-Geräte 38 Töne, Albrecht für das Tectalk Pro XL 50, Amateurfunkgeräte bieten ebenfalls rund 50. Die Nummern der Töne sind nicht herstellerübergreifend gleich, entscheidend ist die Frequenz in Hertz.

DCS: ein Code statt eines Tons

DCS, bei Icom DTCS, überträgt statt eines Tons einen sich wiederholenden Digitalcode mit 134,4 bit/s. Jedes Codewort hat 23 Bit, dargestellt wird es als dreistellige Oktalzahl wie 023. Genormt sind 83 Codes, Geräte wie das Yaesu FT-70DE bieten 104 an. Eine typische Fehlerquelle ist die Polarität: Ein Code kann normal oder invertiert gesendet werden. Passt die Einstellung nicht, bleibt die Sperre zu, obwohl der Code stimmt. Yaesu hat dafür eigens eine Einstellung zum Empfang invertierter Codes.

Keine Privatsphäre, keine Störfreiheit

❌ "Mit Ton oder Code ist der Kanal privat."
Falsch. CTCSS und DCS verschlüsseln nichts. Jeder, der ohne Tone Squelch empfängt, hört dich. Und wer mit anderem Ton gleichzeitig auf der Frequenz sendet, stört dich genauso wie vorher, du hörst ihn nur nicht. Mike Morris, WA6ILQ, nennt CTCSS deshalb "selective earplugs", wählbare Ohrstöpsel. Albrecht schreibt im Handbuch eines PMR446-Geräts, die Codierung bewirke "lediglich, dass Sie und Ihre Partner nicht jedes fremde Gespräch mithören müssen".

Daraus folgt eine Betriebsregel: Bevor du mit aktivem Tone Squelch sendest, drück kurz Monitor. Sonst rufst du womöglich in ein laufendes Gespräch, das du nur nicht hörst.

Digitale Betriebsarten

Digitale Verfahren bringen eigene Kennungen mit. Bei DMR ist es der Color Code. Die ETSI-Norm beschreibt ihn als Mittel, überlappende Standorte auf derselben Frequenz zu unterscheiden, ausdrücklich nicht als Adresse. Wer gemeint ist, regeln Talkgroup und ID. Bei C4FM von Yaesu gibt es die DG-ID von 00 bis 99. Mit 00 als Empfangs-ID hörst du alle, mit einer anderen ID können fremde Signale stumm bleiben.

Rauschsperre, Demodulator, AGC: so ist ein Empfänger aufgebaut.Welche Stufe was macht und wie Signale durch den Empfänger laufen, fragt die Amateurfunkprüfung in allen Klassen ab. Auf 12db lernst du die Empfängertechnik Schritt für Schritt mit den Originalfragen.
Empfängertechnik für die Prüfung lernen

Squelch bei Amateurfunk, CB-Funk, PMR446 und Seefunk

Kurz gesagt: Das Prinzip ist überall gleich. Die Unterschiede liegen in der Betriebsart, ob ein Ton oder Code im Spiel ist und wie das Gerät die Stufen zählt.

Amateurfunk

Auf 2 m und 70 cm in FM stellst du die Sperre auf den Schwellpunkt und schaltest für Relais den passenden Ton ein. Tone Squelch beim Empfang ist dort freiwillig. Auf Kurzwelle in SSB arbeitet die Sperre nur über den Pegel. Der IC-7600 lässt sie in der Reglerbetriebsart "AUTO" in SSB, CW und den Datenbetriebsarten sogar ganz offen. Bei FM-Satelliten bleibt sie offen, wie oben beschrieben.

CB-Funk

CB-Geräte haben einen Squelch-Regler oder Stufen im Menü, manche zusätzlich eine automatische Rauschsperre (ASQ). Albrecht nennt im Handbuch des AE 6290 als Vorteil der ASQ die hohe Empfindlichkeit, als Nachteil, dass Störungen sie öffnen können. Dann ist die manuelle Sperre die bessere Wahl. Sie lässt sich auch bewusst so hoch stellen, dass nur noch Stationen aus dem Nahbereich durchkommen. Tone Squelch bietet das AE 6290 nur in FM. Mehr zum Band im Artikel 11-m-Band.

PMR446 und Freenet

Bei Jedermannfunk-Geräten heißen CTCSS und DCS meist "Untercodes" oder "Privat-Codes". Sie schaffen keine eigenen Kanäle, sondern teilen einen Kanal in Gruppen, die sich gegenseitig nicht hören müssen. Ist der Kanal belegt, ist er belegt, egal welcher Code. Welche Kanäle es gibt, steht in den Artikeln zu PMR446 und Freenet.

Seefunk

Icom schreibt im Handbuch des Handfunkgeräts IC-M90E, dass die Rauschsperre richtig stehen muss, damit Empfang und Suchlauf zuverlässig arbeiten. Das ist auf See mehr als Komfort: Beim Dual Watch prüft das Gerät den Not- und Anrufkanal 16 im Wechsel mit deinem Arbeitskanal. Steht die Sperre zu hoch, kann ein schwacher Ruf auf Kanal 16 untergehen.

Scanner und Suchlauf

Ein Suchlauf hält an, sobald die Rauschsperre öffnet. Steht sie zu weit offen, hält er sofort auf dem nächsten Kanal, Kenwood nennt genau das als Ursache. Wie es danach weitergeht, legst du fest: nach einer festen Zeit (Time), wenn das Signal verschwindet (Carrier oder Busy), oder gar nicht (Seek oder Hold). Mit aktivem Tone Squelch hält der Suchlauf nur bei Signalen mit dem passenden Ton. Wie Scanner das im Einzelnen lösen, beschreibt der Artikel Funkscanner.

Häufige Probleme mit der Rauschsperre

Kurz gesagt: Viele Squelch-Probleme lassen sich auf eine Einstellung zurückführen: Schwelle zu hoch oder zu niedrig, ein vergessener Ton oder Code, die falsche Betriebsart. Der schnellste Test ist die Monitor-Taste. Hörst du mit ihr etwas und ohne sie nicht, liegt es an der Sperre.

ProblemMögliche UrsacheWas du tun kannst
Das Gerät rauscht ständigSperre auf 0, OFF oder OP. Monitor eingeschaltet. Bei ASQ: Störungen in der Umgebung.Schwellpunkt neu einstellen, Monitor ausschalten, bei ASQ auf manuelle Sperre wechseln.
Du hörst niemanden, obwohl Betrieb istSperre zu hoch. CTCSS oder DCS aktiv, die anderen senden keinen oder einen anderen Ton.Sperre Richtung 0 stellen. Ton und Code prüfen oder testweise ausschalten.
S-Meter zeigt ein Signal, aber kein TonTone Squelch mit falschem Ton, DCS mit falscher Polarität, falsche Betriebsart (etwa C4FM statt analog FM, dort wirken CTCSS und DCS nicht), S-Meter-Squelch zu hoch.Monitor drücken. Kommt dann Ton, liegt es an Ton, Code oder Pegelschwelle. Betriebsart prüfen.
Der Suchlauf bleibt auf jedem Kanal stehenSperre zu weit offen.Sperre bis zum Schwellpunkt zudrehen.
Der Suchlauf läuft nach einem Treffer nicht weiterFortsetzung auf "Seek" oder "Hold" eingestellt.Auf "Time" oder "Carrier" bzw. "Busy" umstellen.
Der Suchlauf übergeht eine Station, die du kennstTone Squelch aktiv, die Station sendet keinen passenden Ton. Oder die Sperre steht zu hoch.Tone Squelch für den Suchlauf ausschalten, Schwellpunkt prüfen.
Kurzer Rauschstoß nach jeder DurchsageSquelch Tail, die Sperre schließt erst nach dem Träger.Normal. Mit CTCSS und Reverse Burst lässt er sich deutlich verkürzen oder vermeiden, wenn Sender und Empfänger das unterstützen.

Vom Zuhören zum eigenen Rufzeichen

Wer die Rauschsperre versteht, versteht einen Empfänger. Mit dem Amateurfunkzeugnis darfst du auf vielen Bändern auch selbst senden, über Relais, Satelliten oder auf Kurzwelle. Auf 12db bereitest du dich darauf vor: alle Originalfragen, Lerneinheiten zu Technik, Betrieb und Vorschriften und eine Prüfungssimulation.

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Prüfungsfragen zu Squelch

Die Rauschsperre steht in der Amateurfunkprüfung im Fragenkatalog der Klasse N und, mit der Frage nach dem Steuersignal, in Klasse A. Die Grundlagen dazu erklärt die Lerneinheit Empfängerstufen.

Drei Prüfungsfragen zur Rauschsperre

Fragetext stammt aus dem offiziellen BNetzA-Fragenkatalog. Die Reihenfolge der Antworten wird bei jedem Aufruf neu gemischt und weicht deshalb vom Katalog ab. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.

NF302 Was muss am Empfänger eingestellt werden, um bei FM das Grundrauschen auszublenden, wenn kein Nutzsignal empfangen wird?

  • Squelch
  • VOX
  • RIT
  • Notchfilter

NF110 Ihr Transceiver schaltet automatisch auf Sendung. Was kann die Ursache sein?

  • VOX ist aktiviert.
  • Squelch ist aktiviert.
  • PTT ist unterbrochen.
  • Relaisablage ist aktiviert.

AF225 Welche Signale steuern gewöhnlich die Empfängerstummschaltung (Squelch)?

  • Es sind die ZF- oder NF-Signale.
  • Es ist das HF-Signal der Eingangsstufe.
  • Es ist das Signal des VFO.
  • Es ist das Signal des BFO.

Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur (Klassen N und A). Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.

Die Falle in NF110: Die Rauschsperre wirkt nur auf den Empfang. Wenn ein Gerät von selbst sendet, steckt die Sprachsteuerung VOX dahinter, die bei Geräuschen am Mikrofon die Sendung auslöst.

Squelch, VOX, RIT: alles Prüfungsstoff.Die Bedienelemente eines Funkgeräts und der Aufbau des Empfängers sind feste Kapitel der Amateurfunkprüfung. Auf 12db lernst du sie mit Lerneinheiten und allen Originalfragen, kostenlos.
Prüfungsvorbereitung starten

Häufige Fragen zu Squelch

Was heißt Squelch auf Deutsch?

Rauschsperre. Im Fragenkatalog der Bundesnetzagentur steht auch "Empfängerstummschaltung". Am Gerät ist die Funktion meist mit SQL oder SQ beschriftet, die automatische Variante bei CB-Geräten mit ASQ.

Sollte Squelch hoch oder niedrig eingestellt sein?

So niedrig wie möglich, so hoch wie nötig. Stell die Sperre auf einem freien Kanal auf den Punkt, an dem das Rauschen gerade verschwindet. Höher nur, wenn Störungen sie immer wieder öffnen, und dann so wenig wie möglich.

Kann man mit Squelch die Reichweite erhöhen?

Nein. Die Rauschsperre kann nur stummschalten. Eine höhere Stufe blendet schwache Stationen aus, verkleinert also die Reichweite, in der du etwas hörst. Mehr Reichweite bringt nur ein besseres Signal, etwa durch eine bessere Antenne oder einen höheren Standort.

Was ist der Unterschied zwischen Squelch und RF Gain?

RF Gain beeinflusst die Empfangsverstärkung, laut DARC-Lehrgang, indem dem Regelverstärker ein stärkeres Signal vorgetäuscht wird. Wird sie reduziert, nehmen schwache Signale und Rauschen ab oder verschwinden ganz. Starke Signale bleiben durch die automatische Verstärkungsregelung oft zunächst ähnlich laut. Squelch lässt die Verstärkung in Ruhe und entscheidet nur, ob der Ton freigegeben oder stummgeschaltet wird. Manche Transceiver legen beides auf einen Regler, beim Icom IC-7600 heißt er RF/SQL.

Was ist der Unterschied zwischen Squelch und CTCSS?

Squelch fragt, ob überhaupt ein Signal da ist. CTCSS fragt zusätzlich, ob es den richtigen Subton trägt. Erst wenn beides passt, hörst du etwas. CTCSS ersetzt die Rauschsperre also nicht, und es macht den Kanal auch nicht privat.

Was macht die Monitor-Taste?

Sie öffnet die Rauschsperre von Hand, je nach Gerät auch Tone Squelch und DCS. Damit hörst du schwache Signale und prüfst vor dem Senden, ob der Kanal wirklich frei ist.

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