BrandMeister ist ein weltweit verteiltes Amateurfunknetz für digitale Sprache. Es verbindet DMR-Relaisfunkstellen und private Hotspots über Server miteinander, und es entscheidet anhand von Talkgroups, wer ein Gespräch zu hören bekommt.

💡 Kurzfassung: DMR ist der Funkstandard, BrandMeister das Netz dahinter - beides zu verwechseln ist der häufigste Anfängerfehler. Du brauchst eine Radio-ID, einen passenden Codeplug und entweder einen Repeater in Reichweite oder einen eigenen Hotspot.

Was ist BrandMeister?

Kurz gesagt: BrandMeister ist Serversoftware und zugleich das damit gebildete Netzwerk. Die offizielle Beschreibung nennt es eine Betriebssoftware für Masterserver, die zu einem weltweiten Verbund digitaler Sprachsysteme im Amateurfunk gehören. Die Master tauschen ihre Daten über ein eigenes Protokoll aus, und jeder Master hat seinen eigenen Betreuer.

Das Wort "dezentral" ist dabei wörtlich zu nehmen: Es gibt keine Zentrale, die alles steuert, sondern regional betreute Server, die miteinander reden. In Deutschland kümmert sich das BM262-Team um zwei Master.

❌ "BrandMeister ist eine Betriebsart"
Nein. DMR ist der Funkstandard, festgelegt vom europäischen Normungsinstitut ETSI - er beschreibt, wie Sprache digitalisiert und über die Luft übertragen wird. BrandMeister ist eine von mehreren Infrastrukturen, die diesen Standard nutzen. Ein DMR-Funkgerät ist nicht automatisch mit BrandMeister verbunden, und daneben existieren weitere Netze wie DMRplus, IPSC2, FreeDMR oder DMR-MARC.

Wie das Netz arbeitet

Funkgerät --Funk--> Repeater oder Hotspot --Internet--> Masterserver --> weitere Master --> Gegenstationen

Der entscheidende Punkt für das Verständnis: Zwischen deinem Funkgerät und dem Repeater beziehungsweise Hotspot läuft echter Funk. Erst dahinter übernimmt das Internet. Beim üblichen Zugang über einen Repeater oder einen eigenen Hotspot ist ein BrandMeister-Gespräch deshalb kein verkapptes Internettelefonat: Die Strecke zwischen Funkgerät und Zugangspunkt ist eine echte Funkübertragung, und für das Senden auf Amateurfunkfrequenzen brauchst du eine Zulassung. Erst die Verbindung zwischen den Netzknoten läuft über IP.

Für die Wahl des Masters gibt BrandMeister einen Rat, der vielen gegen die Intuition geht: Nicht der geografisch nächste Server ist automatisch der beste. Maßgeblich sind zuerst der Jitter, also die Schwankung der Laufzeiten, und erst danach die Latenz. Weltweit gab es am 3. August 2026 vierzig Masterserver, zwei davon für Deutschland.

Talkgroups: Adressen, keine Frequenzen

Eine Talkgroup ist eine Nummer, mit der DMR den Sprechverkehr in virtuelle Kanäle sortiert. Sie ist keine Frequenz: Auf derselben physischen Frequenz und demselben Zeitschlitz läuft je nach aktiver Talkgroup ein völlig anderes Gespräch.

TalkgroupBedeutung
91Weltweit
92Europa
262Deutschland
920Deutschland, Österreich, Schweiz
910Weltweit deutschsprachig
2620 bis 2629Regionale Gruppen nach Bundesländern
26200, 26233, 26266, 26299TAC 1 bis 4, Ausweichgruppen für längere Gespräche
9112Ausschließlich für Notfunk in Europa
9Lokal, nur am eigenen Repeater

Stand 3. August 2026. Talkgroup-Nummern, Namen und Verwendungszweck sind Netzkonfiguration, kein technischer Standard - sie können sich ändern. Vor dem Programmieren lohnt der Blick ins BrandMeister-Dashboard und in die Hinweise des zuständigen Repeaterbetreibers.

💡 Wofür TAC-Gruppen da sind: Wer ein längeres Gespräch führen will, wechselt von einer großen Anrufgruppe auf eine der TAC-Gruppen. Sonst blockiert ein zweistündiges Ortsgespräch die weltweite Gruppe für alle anderen.

Zeitschlitz und Color Code

Beim im Amateurfunk üblichen DMR-Tier-II-Betrieb teilt ein einziger Funkkanal von 12,5 kHz die Zeit in zwei Hälften auf. Über einen entsprechend eingerichteten Repeater tragen die beiden Zeitschlitze TS1 und TS2 deshalb zwei voneinander unabhängige Gespräche - auf derselben Frequenz, im schnellen zeitlichen Wechsel. Das ist Zeitmultiplex, und genau danach fragt auch der Prüfungskatalog.

Der Color Code ist das Zugangskriterium: Funkgerät und Repeater müssen denselben verwenden, sonst kommt kein Zugriff zustande. Er hat den Wertebereich 0 bis 15 und erfüllt eine ähnliche Aufgabe wie CTCSS beim analogen Relaisfunk, ist technisch aber etwas anderes - ein digitales Feld im Datenstrom statt eines untergelegten Tons. Bei Amateurfunk-Repeatern ist Color Code 1 verbreitet, verbindlich vorgeschrieben ist er nicht.

⚠️ Es gibt keine feste Regel "internationale Gruppen auf TS1". Die Zuordnung von Talkgroups zu Zeitschlitzen liegt laut offizieller Dokumentation vollständig beim Betreiber der Relaisfunkstelle. In Deutschland hat sich eingebürgert, internationale und nationale Gruppen auf TS1 und regionale auf TS2 zu legen - das ist eine Konvention, keine Vorschrift.

Fünf Prüfungsfragen zu digitaler Sprache

Fragetext und Antwortmöglichkeiten entsprechen dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur (3. Auflage, März 2024). Die Reihenfolge der Antworten mischt diese Seite bei jedem Aufruf neu und weicht deshalb vom Katalog ab. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.

NE403 Ist es bei bestimmten digitalen Verfahren zur Sprachübertragung (z. B. DMR oder TETRA) möglich, mehrere Sprechverbindungen gleichzeitig auf derselben Frequenz innerhalb eines Empfangsgebiets abzuwickeln?

  • Ja. Die Sprachdaten werden abwechselnd in periodischen, kurzen Zeitschlitzen übertragen.
  • Ja. Die Sendeleistung wird zur Verbesserung der digitalen Fehlerkorrektur erhöht.
  • Nein. Zeitgleich stattfindende digitale Übertragungen stören sich prinzipbedingt gegenseitig.
  • Nein. Sprachübertragungen können nicht in Datenpakete aufgeteilt werden.

EE409 Wie werden bei Zeitmultiplexverfahren (TDMA) mehrere Signale gleichzeitig übertragen?

  • Im schnellen zeitlichen Wechsel auf derselben Frequenz
  • Zeitgleich auf unterschiedlichen Frequenzen
  • Zeitgleich mit Spreizcodierung im selben Frequenzbereich
  • Zeitgleich auf unterschiedlichen Wegen

NE402 Sie möchten an einer Funkrunde mittels digitaler Sprachübertragung (z. B. C4FM, DMR oder D-Star) über ein Repeaternetzwerk teilnehmen. Worauf müssen Sie neben der Wahl des Übertragungsverfahrens, der Frequenz und der Modulation achten?

  • Sie müssen geeignete Parameter, z. B. Reflektor, Zeitschlitz oder Color-Code, wählen.
  • Sie müssen die gleiche Firmwareversion wie das Repeaternetzwerk verwenden.
  • Alle Stationen müssen die gleiche Stationskennung, z. B. DMR-ID, einstellen.
  • Alle Stationen müssen sich in Funkreichweite desselben Repeaters befinden.

VD104 Welche Kommunikationsinhalte dürfen im Amateurfunkverkehr laut AFuV zum Zwecke der Verschleierung verschlüsselt werden?

  • Steuersignale für Satelliten, für fernbediente und automatisch arbeitende Stationen und für Remote-Betrieb
  • Steuersignale für Satelliten, vertrauliche Informationen und Mitteilung persönlicher Art
  • Inhalte, die auf Grund des verwendeten Übertragungsverfahrens digital codiert werden
  • Inhalte, die schützenswerte technische Sachverhalte des Amateurfunkdienstes betreffen

VA303 Welche Kommunikationsinhalte dürfen im internationalen Amateurfunkverkehr laut Radio Regulations (RR) zum Zwecke der Verschleierung verschlüsselt werden?

  • Steuersignale zwischen Bodenkontrollstationen auf der Erde und Amateurfunksatelliten
  • Vertrauliche Informationen und Mitteilungen persönlicher Art
  • Inhalte, die auf Grund des verwendeten Übertragungsverfahrens digital codiert werden
  • Inhalte, die schützenswerte technische Sachverhalte des Amateurfunkdienstes betreffen

Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur. Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.

Digitale Sprachverfahren sind Prüfungsstoff. Zeitmultiplex, die Parameter für Repeaternetzwerke und die Regeln zur Verschlüsselung stehen im offiziellen Fragenkatalog - schon in Klasse N. Bei 12db lernst du das strukturiert und übst mit den Originalfragen der Bundesnetzagentur, kostenlos.
Prüfungsvorbereitung starten

Statische und dynamische Talkgroups

StatischDynamisch
Wer legt sie fest?Betreiber des Repeaters oder HotspotsDu selbst, per Tastendruck
Wie lange?DauerhaftBefristet, danach fällt sie weg
Wofür?Gruppen, die immer laufen sollenGelegentliche Ausflüge in andere Gruppen

Eine dynamische Talkgroup aktivierst du, indem du auf ihr sendest. Danach kommt der eingehende Verkehr dieser Gruppe eine Zeit lang bei dir an, und ohne weiteren Betrieb läuft sie ab.

⚠️ Die vielzitierten 15 Minuten gelten nicht überall. Die offizielle Dokumentation nennt diesen Wert ausdrücklich für den US-Master und schreibt gleich dazu, dass die Dauer außerhalb der USA vom jeweiligen Masterserver abhängt. Die Doku weist zudem selbst darauf hin, dass sie überwiegend vom amerikanischen Admin-Team gepflegt wird. Für den deutschen Master habe ich keinen offiziell dokumentierten Wert gefunden - im Zweifel beim Betreiber nachfragen.

Bei Simplex-Hotspots gibt es zusätzlich die Variante "auto-static": Die zuletzt genutzte Gruppe bleibt aktiv, bis du eine andere aufrufst. Trennen lassen sich dynamische Verbindungen über die Talkgroup 4000.

Radio-ID und ESSID

Ohne Radio-ID läuft nichts. Sie wird bei radioid.net beantragt und hängt am Rufzeichen; persönliche IDs werden dort üblicherweise siebenstellig vergeben, Relaisfunkstellen folgen einem eigenen, meist sechsstelligen Schema.

⚠️ Neu seit dem 1. Juli 2026: RadioID.net verlangt eine jährliche Bestätigung.
Zum Jahrestag deiner Kontoerstellung kommt eine E-Mail mit der Bitte zu bestätigen, dass du die ID noch brauchst und deine Kontaktdaten stimmen. Wer nicht reagiert, dessen IDs werden zunächst deaktiviert und können später aus der Datenbank entfernt und neu vergeben werden. Ein festes Ablaufdatum hat die ID also nicht, wohl aber einen Bestätigungsrhythmus. RadioID.net begründet das mit dem Wachstum der digitalen Betriebsarten und drohenden Engpässen im Nummernraum.

Wer mehrere Hotspots gleichzeitig mit derselben ID betreiben will, unterscheidet sie über eine ESSID: zwei zusätzliche Ziffern hinter der siebenstelligen ID, also 01, 02 und so weiter. Damit wird die ID neunstellig; eine einstellige Erweiterung funktioniert ausdrücklich nicht. Die ESSID gehört in die Konfiguration des Hotspots, nicht als neue persönliche ID ins Funkgerät - viele Handfunkgeräte nehmen eine neunstellige ID ohnehin nicht an. Ohne eindeutige Unterscheidung kann es zu Routingproblemen kommen, insbesondere bei Einzelrufen und mehreren gleichzeitig angemeldeten Endpunkten.

Der Codeplug und die häufigste Falle

Ein Codeplug ist die komplette Konfiguration deines Funkgeräts. Diese Bausteine musst du auseinanderhalten:

ElementAufgabe
Radio IDDeine eigene Kennung im Netz
Digital ContactAdressbucheintrag für ausgehende Rufe - Gruppenruf, Einzelruf oder Sammelruf
RX Group ListLegt bei den meisten Geräten fest, welche Talkgroups auf diesem Kanal hörbar werden
ChannelBündelt Frequenz, Color Code, Zeitschlitz, Standardkontakt und RX Group List
ZoneSammlung von Kanälen, meist nach Ort geordnet
Scan ListKanäle, die beim Scannen durchlaufen werden
❌ "Die Talkgroup ist im Gerät, trotzdem höre ich nichts"
Das ist der Klassiker. Ein Digital Contact legt in erster Linie fest, wen du beim Drücken der Sendetaste rufst. Welche eingehenden Gruppenrufe dein Gerät hörbar macht, hängt vom Modell und seinen Empfangsfiltern ab: Bei vielen Geräten entscheidet darüber die RX Group List des aktiven Kanals, andere berücksichtigen zusätzlich den eingestellten Sendekontakt, einen Contact Match oder einen offenen Digital-Monitor-Modus. Fehlt die Gruppe in der passenden Empfangskonfiguration, schweigt das Funkgerät - obwohl der Ruf auf Frequenz, Color Code und Zeitschlitz sauber ankam. Merksatz einer unabhängigen Codeplug-Dokumentation: Das Netz weiß nicht, welche Talkgroups dich interessieren; das muss im Gerät stehen.
Wer die Technik versteht, konfiguriert schneller. Zeitmultiplex, Modulationsarten, Bandpläne und die Vorschriften für automatisch arbeitende Stationen sind Prüfungsstoff in allen drei Klassen. Bei 12db übst du sie mit den Originalfragen und siehst nach jeder Antwort, warum die Lösung stimmt.
Digitale Betriebsarten für die Prüfung lernen

Den eigenen Hotspot einrichten

Ein Hotspot ist eine kleine Funk-Internet-Brücke für den Eigenbedarf: Das Funkgerät spricht per Funk mit dem Hotspot, der über das Internet mit einem Masterserver verbunden ist. Er ersetzt einen Repeater dort, wo keiner in Reichweite ist - aber er ist kein öffentliches Relais.

TypEigenschaft
SimplexSendet und empfängt auf derselben Frequenz und bedient normalerweise nur eine Verbindung beziehungsweise einen konfigurierten Zeitschlitz zur selben Zeit (meist TS2)
DuplexGetrennte Sende- und Empfangsfrequenz; mit passender Hardware und Konfiguration lassen sich beide Zeitschlitze wie bei einem kleinen Duplex-Repeater nutzen

Als Software haben sich Pi-Star und dessen moderner Nachfolger WPSD etabliert, beide auf Basis von MMDVMHost; daneben gibt es fertige Geräte wie den openSPOT.

Auf welcher Frequenz?

Eine rechtsverbindliche Hotspot-Frequenz gibt es nicht. Der DARC-Bandplan für 70 cm weist aber ein Segment ausdrücklich dafür aus: 433,6125 bis 433,6875 MHz, im Bandplan bezeichnet als "Digital U289 bis U295" mit dem Zusatz "z.B. bemannte DV Hotspots oder Simplex Direktbetrieb". Der Bandplan der IARU Region 1 kennt für denselben Bereich allgemein digitale Kommunikationskanäle, nennt Hotspots dort aber nicht eigens. "Bemannt" heißt dabei: Der Hotspot läuft unter deiner Aufsicht als persönliche Station, er ist kein eigenständig arbeitendes Relais.

Bandpläne werden überarbeitet - prüfe vor dem Einrichten die aktuelle Fassung beim DARC. Und auch innerhalb des empfohlenen Segments gilt: vorher hören, eine Frequenz wählen, auf der niemand sonst arbeitet, und örtliche Absprachen beachten.

⚠️ Das Hotspot-Passwort ist Pflicht. Die offizielle Dokumentation formuliert es eindeutig: Alle MMDVM- oder Homebrew-Geräte, die sich mit BrandMeister verbinden, müssen ein in der SelfCare gesetztes Passwort haben. Es schützt davor, dass sich jemand anders mit deiner registrierten ID verbindet. Wichtig: Es ist nicht dasselbe wie dein SelfCare-Kontopasswort - darauf weist die Fehlersuchseite von BrandMeister eigens hin - und auch kein API-Schlüssel.

Wenn dich niemand hört

Geh die Ebenen der Reihe nach durch, statt an Einstellungen zu raten:

Im Funkgerät
  • Color Code stimmt nicht mit dem Repeater überein
  • Falscher Zeitschlitz gewählt
  • Talkgroup fehlt in der RX Group List
  • Radio-ID vertippt - die Null wird gern zum Buchstaben O
Am Hotspot und im Netz
  • Hotspot-Passwort fehlt oder ist falsch
  • Frequenzoffset schlecht kalibriert, dadurch hohe Bitfehlerrate
  • Hotspot gar nicht mit dem Master verbunden
  • Erscheint der Ruf in "Last Heard"? Dann kam er im Netz an

Die Bitfehlerrate zeigt am Hotspot, wie sauber der Empfang ist. Sie lässt sich über die Kalibrierung des Frequenzoffsets deutlich verbessern - der Ablauf ist in der MMDVM-Dokumentation beschrieben. Konkrete Zielwerte nennt die offizielle Dokumentation allerdings nicht; die in der Anwenderpraxis kursierenden Grenzwerte sind Erfahrungswerte, keine Spezifikation.

Ist ein Private Call privat?

Nein. Ein Private Call ist im DMR-Protokoll schlicht ein Ruf, der an eine einzelne Radio-ID statt an eine Gruppe geht. Das Wort beschreibt die Adressierung, nicht die Vertraulichkeit - ungefähr wie der Unterschied zwischen einem Telefonat und einer Telefonkonferenz. Verschlüsselt wird dabei nichts.

Und das darf es im Amateurfunk auch gar nicht. Die Amateurfunkverordnung ist in § 16 deutlich:

§ 16 Absatz 7 AFuV: "Der Amateurfunkverkehr ist in offener Sprache abzuwickeln. Der internationale Amateurschlüssel und die international gebräuchlichen Betriebsabkürzungen gelten als offene Sprache."

§ 16 Absatz 8 AFuV: "Übertragungsverfahren müssen mit allgemein verfügbarer Technik oder mit entsprechenden Kenntnissen und Fertigkeiten eine Wiederherstellung übertragener Inhalte zulassen. Der Amateurfunkverkehr darf nicht zur Verschleierung des Inhalts kodiert oder verschlüsselt werden; ausgenommen sind Steuersignale für Erd- und Weltraumfunkstellen des Amateurfunkdienstes über Satelliten, ferner Steuersignale (einschließlich Remote-Betrieb) oder von anderen fernbedienten oder automatisch arbeitenden Stationen."

Verschlüsselung zur Verschleierung ist also unzulässig, mit eng gefassten Ausnahmen nur für Steuersignale. Dass DMR-Geräte aus dem kommerziellen Bereich technisch eine Verschlüsselungsfunktion mitbringen, ändert daran nichts - im Amateurfunk bleibt sie tabu.

Dashboard, Last Heard und Datenschutz

Das BrandMeister-Dashboard zeigt öffentlich, was im Netz passiert. Welche Felder dabei sichtbar werden, hängt vom Gerät, der Station und den übertragenen Informationen ab; über die offene Schnittstelle sind zu Geräten unter anderem Rufzeichen, ID, Hardware, Firmware, Ort mit Locator, Frequenzen, Color Code und der Zeitpunkt des letzten Kontakts abrufbar, bei entsprechend eingerichteten Stationen auch Positionsangaben. "Last Heard" listet einzelne Rufe mit Rufzeichen, Talkgroup und Zeitstempel.

Als Diagnosewerkzeug ist das Gold wert: Erscheint dein Ruf dort, hat er das Netz erreicht. Es beweist aber nicht, dass jemand dich tatsächlich über Lautsprecher gehört hat - nur, dass das Paket ankam.

⚠️ Sieh nach, was deine Station preisgibt. Funkgerät, Hotspot und SelfCare-Profil entscheiden gemeinsam darüber, welche Daten im Dashboard erscheinen - Positionsmeldungen sind dabei der Punkt, den man leicht übersieht. Bei der Recherche am 3. August 2026 ließ sich weder eine eigene Datenschutzerklärung des Projekts finden (der Link im Wiki lief ins Leere) noch eine veröffentlichte Speicherfrist für Last-Heard-Einträge. Das heißt nicht, dass es beides nicht gibt - aber wer Positionsdaten sendet, sollte wissen, dass die Speicherdauer hier unklarer ist als bei Diensten mit veröffentlichter Frist.

Neben Sprache kann BrandMeister Positionsmeldungen an das APRS-Netz weiterreichen, dazu Telemetrie und Textnachrichten. Konfiguriert wird das je Radio-ID in der SelfCare mit Herstellerauswahl, SSID, Intervall und Symbol. Voraussetzung ist ein Funkgerät, das die passenden Positionsprotokolle beherrscht.

Häufige Fehler

  • DMR und BrandMeister gleichsetzen
  • Eine Talkgroup für eine Frequenz halten
  • Talkgroup nur als Kontakt anlegen, nicht in die RX Group List
  • Falscher Color Code oder falscher Zeitschlitz
  • Radio-ID falsch eingetragen
  • Hotspot mit einem Standardpasswort verbinden
  • Dieselbe ID auf mehreren Geräten ohne ESSID
  • Lange Ortsgespräche auf einer weltweiten Gruppe führen
  • Dynamische Talkgroups nicht wieder trennen
  • Nach dem Drücken der Taste sofort losreden, bevor die Verbindung steht
  • Einen Private Call für vertraulich halten
  • Codeplugs aus unbekannter Quelle ungeprüft übernehmen

Häufige Fragen

Ist BrandMeister dasselbe wie DMR?

Nein. DMR ist der beim europäischen Normungsinstitut ETSI standardisierte Funkstandard, BrandMeister eine von mehreren Netzinfrastrukturen, die ihn nutzen. Ein DMR-Funkgerät ist nicht automatisch mit BrandMeister verbunden. Daneben existieren Netze wie DMRplus, IPSC2, FreeDMR und DMR-MARC.

Was ist eine Talkgroup?

Eine Nummer, mit der der Sprechverkehr in virtuelle Gruppen sortiert wird. Sie legt fest, an welche Repeater, Hotspots und Nutzer ein Gespräch verteilt wird. Eine Talkgroup ist keine Frequenz: Auf derselben Frequenz und demselben Zeitschlitz läuft je nach aktiver Gruppe ein anderes Gespräch.

Was bedeuten TS1 und TS2?

Das sind die beiden Zeitschlitze eines DMR-Kanals. DMR teilt einen Kanal von 12,5 kHz zeitlich auf, sodass zwei voneinander unabhängige Gespräche auf derselben Frequenz laufen können. Welche Talkgroup auf welchem Zeitschlitz liegt, entscheidet der Betreiber der Relaisfunkstelle.

Wie lange bleibt eine dynamische Talkgroup aktiv?

Das hängt vom Masterserver ab. Die offizielle Dokumentation nennt 15 Minuten ausdrücklich für den US-Master und weist darauf hin, dass der Zeitraum außerhalb der USA vom jeweiligen Server abhängt. Einen offiziell dokumentierten Wert für den deutschen Master gibt es nicht; im Zweifel hilft eine Nachfrage beim Betreiber.

Wo beantrage ich eine DMR-ID?

Bei radioid.net, gebunden an das eigene Rufzeichen. Persönliche IDs werden üblicherweise siebenstellig vergeben, Relaisfunkstellen folgen einem eigenen, meist sechsstelligen Schema. Seit dem 1. Juli 2026 gibt es einen jährlichen Bestätigungsprozess: Wer die Erinnerungsmail ignoriert, dessen ID wird zunächst deaktiviert und kann später neu vergeben werden.

Wofür brauche ich eine ESSID?

Um dieselbe Radio-ID auf mehreren Hotspots gleichzeitig zu betreiben. Dazu werden in der Hotspot-Konfiguration zwei Ziffern an die siebenstellige ID gehängt, also 01, 02 und so weiter. Ohne diese Unterscheidung kann es zu Routingproblemen kommen, und Einzelrufe landen unter Umständen beim falschen Endpunkt.

Warum höre ich eine Talkgroup nicht, obwohl sie im Funkgerät steht?

Weil sie vermutlich nur als Kontakt angelegt ist. Ein Kontakt bestimmt in erster Linie, wen du anrufst. Welche eingehenden Gruppenrufe hörbar werden, hängt vom Gerätemodell ab; bei vielen Geräten entscheidet darüber die RX Group List des aktiven Kanals, andere berücksichtigen zusätzlich den Sendekontakt oder einen offenen Monitormodus. Fehlt die Talkgroup in der passenden Empfangskonfiguration, bleibt das Funkgerät stumm.

Auf welcher Frequenz darf ich einen Hotspot betreiben?

Eine rechtsverbindliche Frequenz gibt es nicht. Der DARC-Bandplan für 70 cm weist aber den Bereich 433,6125 bis 433,6875 MHz ausdrücklich unter anderem für bemannte Digital-Voice-Hotspots und Simplex-Direktbetrieb aus. Bandpläne sind Empfehlungen, keine Zuteilungen.

Was ist das Hotspot-Security-Passwort?

Ein Passwort, das im SelfCare-Bereich gesetzt wird und verhindert, dass sich jemand anders mit der eigenen registrierten ID am Netz anmeldet. Die offizielle Dokumentation verlangt es für alle MMDVM- und Homebrew-Geräte. Es ist ausdrücklich nicht dasselbe wie das Passwort für das SelfCare-Konto und auch kein API-Schlüssel.

Sind Private Calls bei DMR wirklich privat?

Nein. Ein Private Call ist ein Ruf an eine einzelne Radio-ID statt an eine Gruppe. Das Wort beschreibt die Adressierung, nicht die Vertraulichkeit; der Inhalt wird nicht verschlüsselt und lässt sich mithören. Nach § 16 der Amateurfunkverordnung ist Verschlüsselung zur Verschleierung im Amateurfunk ohnehin unzulässig, ausgenommen sind nur Steuersignale.

Was zeigt Last Heard - und was nicht?

Es zeigt, dass eine Aussendung mit einer bestimmten ID im Netz angekommen ist, mit Talkgroup, Zeitpunkt und beteiligtem Gerät. Es beweist nicht, dass jemand die Aussendung tatsächlich gehört hat. Als Diagnosewerkzeug ist es trotzdem der schnellste Weg zu der Frage, ob das Problem vor oder hinter dem Repeater liegt.

Welchen Masterserver soll ich wählen?

Nicht zwingend den geografisch nächsten. BrandMeister empfiehlt, zuerst auf den Jitter zu achten, also auf die Schwankung der Laufzeiten, und erst danach auf die Latenz. Für Deutschland stehen zwei Master zur Verfügung.

Erst die Lizenz, dann das Netz

BrandMeister ist Amateurfunk - der Zugang läuft über eine Amateurfunkfrequenz, und dafür brauchst du ein Amateurfunkzeugnis. Der Prüfungsstoff deckt genau das ab, was hier wichtig wird: digitale Übertragungsverfahren, Bandpläne, Relaisbetrieb und die Vorschriften. 12db bringt dich mit dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur durch alle drei Klassen.

Kostenlos mit dem Lernen beginnen

Quellen:BrandMeister Wiki: What is BrandMeister · BrandMeister Docs: Dynamic vs Static Talk Groups · BrandMeister Docs: Static Talkgroups (Zeitschlitzwahl) · BrandMeister Docs: Hotspot Security · BrandMeister Docs: Common Connection Issues · BrandMeister Docs: Pi-Star und MMDVM verbinden · BrandMeister News: Jährliche Verifizierung durch RadioID.net (15.06.2026) · BrandMeister News: Masterserver auswählen · BrandMeister Wiki: APRS-Anbindung · BM262: Talkgroup-Übersicht Deutschland · DARC: Bandplan 70 cm (PDF) · Amateurfunkverordnung (AFuV), § 16 · MMDVMHost auf GitHub · qDMR-Handbuch: Kontakte und Empfangsgruppen. Talkgroups, Zeitschlitzbelegungen und Serveradressen ändern sich; die Angaben geben den Stand vom 03.08.2026 wieder. Bandpläne sind Empfehlungen der Funkamateure untereinander und keine Frequenzzuteilungen - verbindlich sind Amateurfunkgesetz, Amateurfunkverordnung und die Zuteilungsurkunde.

×Vollbild