HAMNET ist das IP-Datennetz des Amateurfunks: ein eigenständiges Netzwerk, das Funkamateure selbst aufgebaut haben und selbst betreiben. Es überträgt Daten mit denselben Protokollfamilien wie das Internet, läuft aber überwiegend über eigene Richtfunkstrecken zwischen Bergen, Türmen und Relaisstandorten.

💡 Kurzfassung: HAMNET besteht aus drei Ebenen: einem Backbone aus Punkt-zu-Punkt-Richtfunkstrecken, den Knoten an den Standorten und den Benutzerzugängen, über die einzelne Funkamateure einsteigen. Nicht jeder Knoten bietet einen Benutzerzugang. Die Übertragungsraten liegen je nach Strecke und Technik zwischen 1 MBit/s und 1 GBit/s.

Was ist HAMNET im Amateurfunk?

Kurz gesagt: HAMNET ist ein in sich geschlossenes, TCP/IP-gestütztes Datennetz, das dem Amateurfunkdienst exklusiv zur Verfügung steht. Es verbindet Standorte, Relaisfunkstellen, Digipeater und Server über Funkstrecken im GHz-Bereich - und es ist ausdrücklich kein Ersatz für einen Internetanschluss. So formuliert es die DL-IP-Koordination, die das deutsche Netz koordiniert.

Die Abkürzung wird nicht einheitlich aufgelöst. Gebräuchlich sind "Highspeed Amateurradio Multimedia Network" und die kürzere Variante "Highspeed Amateur Multimedia Network". Die Langform ist zweitrangig - entscheidend ist die Sache dahinter: ein IP-Netz auf eigener Infrastruktur.

⚠️ HAMNET ist nicht "WLAN für Funkamateure". Ein Teil der Hardware stammt zwar aus der WLAN-Welt, aber HAMNET arbeitet auf Amateurfunkfrequenzen, mit anderen Kanalbreiten und Antennenkonzepten und unter den Regeln des Amateurfunkdienstes statt unter einer Allgemeinzuteilung. Mehr dazu im Abschnitt Frequenzen und Recht.

Wozu wurde HAMNET aufgebaut?

Der Ausgangspunkt war ein praktisches Problem: Exponierte Amateurfunkstandorte auf Bergen und Türmen waren untereinander nur schmalbandig vernetzt. Die Entwicklung des heutigen HAMNET begann Mitte der 2000er-Jahre in Österreich; in Deutschland gilt die öffentliche Vorstellung auf der INTERRADIO 2009 gemeinhin als Startpunkt.

Die Ziele sind bis heute dieselben:

  • Standorte vernetzen: Relais, Digipeater und Clubstationen bekommen eine gemeinsame Datenverbindung
  • Transportnetz sein: Andere Amateurfunkdienste laufen über HAMNET, statt eigene Leitungen zu brauchen
  • Experimentierfeld bleiben: Richtfunk, Routing und Netzbetrieb lassen sich hier real ausprobieren, nicht nur simulieren
  • Eigene Infrastruktur haben: Aufgebaut und betrieben von Funkamateuren, unabhängig von kommerziellen Anbietern

Und was ist mit Packet Radio?

HAMNET wird oft als Nachfolger von Packet Radio bezeichnet. Das greift zu kurz. Packet Radio ist nicht verschwunden, sondern in vielen Regionen an HAMNET angebunden: Digipeater, Mailboxen und Relaisstandorte hängen am Netz und tauschen ihre Daten darüber aus. Die DL-IP-Koordination hat dafür sogar einen eigenen Adressblock reserviert, ausgewiesen als "HAMNET PR/NPR/Special Use".

Richtig ist: Für die gleiche Aufgabe ist HAMNET um Größenordnungen schneller. Falsch wäre, Packet Radio für abgeschaltet zu erklären.

Wie ist HAMNET aufgebaut?

Das ist der Kern des Themas - und die Stelle, an der die meisten Missverständnisse entstehen. HAMNET hat drei technisch klar getrennte Ebenen.

Deine Station
     |   Benutzerzugang (Sektorantenne, oft 13 cm)
     |
HAMNET-Knoten ==== Backbone-Link (Richtfunk, oft 6 cm) ==== HAMNET-Knoten
     :                                                           :
     : lokaler Dienst                                            : Relais, Server
EbeneAufgabeFunktechnik
BackboneVerbindet leistungsfähige Standorte untereinander, trägt den DurchgangsverkehrPunkt-zu-Punkt-Richtfunk, stark bündelnde Flachantennen
Knoten (Site)Router, lokale Dienste, Anbindung anderer AmateurfunksystemeJe Standort mindestens ein Router, oft mehrere Funkstrecken
BenutzerzugangEinstieg für einzelne FunkamateurePunkt-zu-Mehrpunkt über Sektor- oder Rundstrahlantennen

Der Backbone

Der Backbone ist das Rückgrat. Er verbindet Standorte über feste Richtfunkstrecken - im Amateurfunk heißen sie Linkstrecken. Typische Standorte sind Berggipfel, Sendetürme, Relaisstandorte, Clubstationen und geeignete Hochhäuser.

In vielen Regionen laufen diese Strecken überwiegend im 6-cm-Band; das ÖVSV-Wiki beschreibt das so für Österreich und nennt dort Flachantennen mit einem Gewinn in der Größenordnung von 14 bis 23 dBi. Welche Bänder und Antennen tatsächlich zum Einsatz kommen, hängt von der regionalen Planung, den Standorten und der verfügbaren Technik ab. Gemeinsam ist allen Strecken: Jede ist auf genau eine Gegenstelle ausgerichtet. Wer nicht in dieser schmalen Keule steht, hört davon nichts.

Die Knoten

Ein HAMNET-Knoten ist mehr als ein Funkgerät auf einem Berg. Er kann:

  • Datenverkehr weiterleiten und dabei zwischen mehreren Backbone-Strecken vermitteln
  • einen oder mehrere Benutzerzugänge bereitstellen
  • lokale Server und Dienste betreiben, etwa Webseiten oder Monitoring
  • andere Amateurfunksysteme anbinden: Relaisfunkstellen, Digipeater, APRS-Server, Umsetzer

Soweit ein Knoten unbesetzt betrieben wird und selbsttätig oder ferngesteuert sendet - das trifft auf typische Backbone- und Zugangsstationen zu -, ist er eine fernbediente oder automatisch arbeitende Amateurfunkstelle. Dafür braucht es nach § 13 AFuV eine gesonderte Rufzeichenzuteilung, an einen festen Standort gebunden und mit vorheriger standortbezogener Verträglichkeitsuntersuchung; das persönliche Rufzeichen des Betreibers genügt dann nicht. Für Geräte, die selbst nicht senden, und für eine besetzt betriebene Station gilt das nicht automatisch.

Die Benutzerzugänge

❌ "Der Standort steht in der Datenbank, also komme ich da rein."
Stimmt nicht. Viele Knoten sind reine Backbone-Standorte ohne jeden Benutzerzugang. Ob es einen gibt, ist eine Entscheidung des Betreibers und steht in der Datenbank ausdrücklich dabei.

Wo es Benutzerzugänge gibt, laufen sie meist über Sektorantennen mit 60, 90 oder 120 Grad Öffnungswinkel, häufig im 13-cm-Band. Ein Standort deckt damit mehrere Nutzer in einem Sektor ab, statt jeden einzeln anzupeilen. Das ÖVSV-Wiki pflegt dazu eine nach Regionen sortierte Übersicht.

Routing: Wie finden die Daten ihren Weg?

HAMNET routet wie das Internet. Zwischen den Regionen läuft BGP, das gleiche Exterior-Gateway-Protokoll, das auch im Internet die großen Netze verbindet. Eine Region bildet dabei ein autonomes System mit einer eigenen AS-Nummer; innerhalb dieses Parent-AS stehen hundert weitere Nummern für die einzelnen Standorte bereit.

Koordiniert wird das seit August 2009 von der DL-IP-Koordination. Sie vergibt AS-Nummern und IP-Netze und führt die Zuordnung in der HamnetDB. Deren Datenbestand synchronisiert sich alle fünf Minuten mit den DNS-Servern des Netzes. Mit der ab etwa 2023 vorgenommenen Umstellung verwendet das deutsche HAMNET dafür eigene Zonen statt der früheren Struktur unterhalb von ampr.org:

ZoneWofürVom Internet erreichbar?
*.hamnet.radioGeräte im funkbasierten HAMNETnein
*.hamnet.cloudServer der HamCloudnein
*.hamnet.networkHosts, die bewusst im Internet stehenja

Ein vollständiger Name sieht zum Beispiel so aus: router.db0res.hamnet.radio. Die Namenssyntax muss das zugeteilte Rufzeichen des Standorts enthalten - das Netz ist also schon an der Adresse als Amateurfunk erkennbar.

Wie gelangen Daten durch HAMNET?

Ein Beispiel. Du rufst von zu Hause eine Webseite auf, die auf einem Server im HAMNET liegt:

  1. Deine Station sendet die Anfrage über den Benutzerzugang an den Knoten, den du erreichst.
  2. Der Router dort schaut nach, in welche Richtung das Zielnetz liegt.
  3. Die Daten laufen über eine oder mehrere Backbone-Strecken weiter, von Knoten zu Knoten.
  4. Der Zielserver beantwortet die Anfrage.
  5. Die Antwort nimmt den Weg zurück - nicht zwingend denselben.

Bemerkenswert daran ist, wie wenig daran exotisch ist. Es sind dieselben Protokollfamilien - IP, TCP, UDP, DNS und BGP -, dieselbe Adressierungslogik und dieselben Router-Entscheidungen wie im Internet. Der Unterschied liegt darin, wer die Infrastruktur betreibt und über welches Medium die Pakete laufen.

Genau diese Grundlagen tauchen auch im Fragenkatalog der Bundesnetzagentur auf: Paketweiterleitung, IP-Adressierung, Linkstrecken und die Frage, was verschlüsselt werden darf. Fünf davon kannst du hier direkt üben.

Prüfungsfragen zu HAMNET

Fünf Prüfungsfragen rund um vernetzten Amateurfunk

Fragetext und Antworten stammen aus dem offiziellen BNetzA-Fragenkatalog. Die Reihenfolge der Antworten wird bei jedem Aufruf neu gemischt und weicht deshalb vom Katalog ab. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.

NE405 Was sind "Linkstrecken" und wozu dienen sie im Amateurfunk?

  • Es sind fest eingerichtete Funkverbindungen, z. B. zur Vernetzung von Relaisfunkstellen oder mit einem HAMNET-Knoten.
  • Es sind Einrichtungen, z. B. bei Relaisfunkstellen oder Digipeatern, die eine Verbindungsherstellung über das Telefonnetz erlauben.
  • Es sind Verbindungen zwischen unterschiedlichen Netzwerkprotokollen, z. B. AX-25 und TCP/IP.
  • Es ist eine Aufzählung von Links, z. B. zu Amateurfunkseiten im HAMNET.

EE412 Wie können Informationen innerhalb eines paketvermittelten Netzes zwischen zwei Stationen ausgetauscht werden, die sich nicht direkt erreichen können?

  • Durch Weiterleitung über Zwischenstationen (Paketweiterleitung)
  • Durch wiederholte Aussendung (Paketwiederholung)
  • Durch Entpacken vor der Sendung (Paketdekompression)
  • Durch Zusammenfassung von Übertragungen (Paketdefragmentierung)

EE413 Was ergibt sich aus der eingestellten IP-Adresse und Subnetzmaske einer Kommunikationsschnittstelle beim Internetprotokoll (IP)?

  • Der direkt (d. h. ohne Router) über die Schnittstelle erreichbare Adressbereich
  • Die Protokoll- und Portnummer des über die Schnittstelle verwendeten Protokolls
  • Die Gegenstelle und die durch das Teilnetz verwendete Bandbreite
  • Das Standardgateway und die maximale Anzahl der Zwischenstationen (Hops)

VD722 Welche Antwort enthält die richtige Anfangs- und Endfrequenz für das 13 cm-Amateurfunkband in Deutschland?

  • 2320 bis 2450 MHz
  • 2250 bis 2340 MHz
  • 2350 bis 2520 MHz
  • 2240 bis 2300 MHz

VD104 Welche Kommunikationsinhalte dürfen im Amateurfunkverkehr laut AFuV zum Zwecke der Verschleierung verschlüsselt werden?

  • Steuersignale für Satelliten, für fernbediente und automatisch arbeitende Stationen und für Remote-Betrieb
  • Steuersignale für Satelliten, vertrauliche Informationen und Mitteilung persönlicher Art
  • Inhalte, die auf Grund des verwendeten Übertragungsverfahrens digital codiert werden
  • Inhalte, die schützenswerte technische Sachverhalte des Amateurfunkdienstes betreffen

Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur. Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.

Netzwerktechnik ist Prüfungsstoff: Paketweiterleitung, IP-Adressen und Linkstrecken stehen im Katalog der Klassen N und E. Übe sie im Zusammenhang statt einzeln.
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HAMNET-Zugang finden und einrichten

Der Weg ins Netz führt über vier Schritte - und der erste ist der, an dem die meisten hängenbleiben.

Schritt 1: Prüfen, ob es überhaupt etwas zu erreichen gibt

Die zentrale Anlaufstelle ist die HamnetDB. Sie führt Standorte, Funkstrecken, Hosts und IP-Netze und bietet mehrere Kartenansichten. Standorte mit Benutzerzugang sind dort gekennzeichnet.

Wichtig: Die Datenbank wird von den jeweils verantwortlichen Betreibern gepflegt. Ein Eintrag sagt, was jemand eingetragen hat - nicht, dass der Zugang gerade in Betrieb und für dich erreichbar ist.

Schritt 2: Die Parameter des Zugangspunkts ansehen

Ein Eintrag hält laut HamnetDB-Dokumentation unter anderem diese Angaben fest:

AngabeWozu du sie brauchst
Frequenz in MHzAuf welchen Kanal du dein Gerät einstellst
Azimut und ElevationWohin die Antenne des Knotens zeigt - und damit, ob du im Sektor liegst
Antennengewinn in dBi, Leistung in dBm, Kabelverlust in dBGrundlage für eine Abschätzung der Funkstrecke
Höhe über Grund und AntennentypOb die Sichtlinie plausibel ist
Maintainer (Rufzeichen)Wen du fragen musst

Kanalbreite, Polarisation und SSID stehen häufig ebenfalls dabei, aber nicht überall in derselben Form. Die SSID ist auch kein bundesweiter Standard: Manche Zugänge heißen schlicht HAMNET, andere führen das Rufzeichen und den Sektor im Namen. Das ist genau der Grund, warum ein Lexikonartikel dir hier keine fertige Konfiguration liefern kann.

Schritt 3: Die Funkstrecke realistisch beurteilen

Im GHz-Bereich ist eine möglichst freie Sichtverbindung meist die wichtigste Voraussetzung. Was in die Beurteilung gehört:

  • Sichtverbindung: Abschattungen durch Gelände, Gebäude oder dichten Bewuchs können die Verbindung stark dämpfen oder unbrauchbar machen - das ist das häufigste Ausschlusskriterium
  • Fresnelzone: Es genügt nicht, dass die Sichtlinie frei ist - auch der Bereich um sie herum sollte möglichst frei bleiben, sonst kommen Beugungsverluste hinzu
  • Entfernung und Antennengewinn: Beides zusammen entscheidet, ob am Ende noch genug Signal ankommt
  • Kabelverluste: Bei mehreren GHz frisst schon ein kurzes Stück Koaxialkabel spürbar Leistung - deshalb sitzt die Elektronik bei HAMNET-Geräten direkt hinter der Antenne

Schritt 4: Den Betreiber ansprechen

Das ist kein Höflichkeitsschritt, sondern der praktisch wichtigste. Der zuständige Sysop kennt die tatsächliche Konfiguration, weiß, welche Hardware an seinem Zugang funktioniert, und sagt dir, ob aus deiner Richtung überhaupt Aussicht auf eine Verbindung besteht. Sein Rufzeichen steht im Datenbankeintrag.

❌ "Zugang über ein Relais oder einen Hotspot"
Das ist eine hartnäckige Verwechslung. Ein Sprachrelais kann an HAMNET angebunden sein - dann nutzt es das Netz als Transportweg. Ein Benutzerzugang wird es dadurch nicht. Und ein persönlicher Digital-Voice-Hotspot hat mit HAMNET überhaupt nichts zu tun: Der hängt am Internet, nicht am Amateurfunk-Datennetz.

Ohne eigene Funkstrecke: VPN-Zugang

Wenn kein Knoten in Reichweite ist, bleibt der Zugang über einen VPN-Tunnel. Angeboten wird das unter anderem von der Amateurfunkgruppe an der RWTH Aachen. Die Anbieter verlangen regelmäßig einen Nachweis der Amateurfunkzulassung - weil HAMNET dem Amateurfunkdienst vorbehalten ist und über das Netz auch Amateurfunkstellen und deren Steuerungen erreichbar sein können. Wie streng das gehandhabt wird, entscheidet der jeweilige Betreiber; eine einheitliche gesetzliche Vorgabe für HAMNET-VPNs gibt es nicht.

Welche Hardware brauchst du?

Es gibt keine Einkaufsliste, die überall passt - das hängt am jeweiligen Zugang. Die typischen Bausteine sind aber immer dieselben:

KomponenteWorauf es ankommt
Outdoor-EinheitFunkteil und Antenne in einem wetterfesten Gehäuse, direkt am Mast. Verbreitet sind Geräte von MikroTik und Ubiquiti, oft auch gebraucht
PoE-InjektorSpeist die Stromversorgung ins Netzwerkkabel ein, damit oben kein Netzteil hängt
NetzwerkkabelGeschirmt und außentauglich. DL1NUX rät ausdrücklich von ungeschirmten UTP-Kabeln ab
BefestigungMast, Wand- oder Balkonhalter - Hauptsache, die Ausrichtung hält dauerhaft. Bei schmalen Keulen verstellt Wind die Verbindung
Blitz- und Überspannungsschutz, ErdungGehört zu jeder Außenantenne, unabhängig von HAMNET, und will zum Gebäude passend geplant werden

Warum handelsübliche WLAN-Hardware nicht einfach funktioniert

Die Geräte stammen aus der WLAN-Welt, aber sie müssen für den Amateurfunkbetrieb erst passend eingestellt werden. Zwei Dinge weichen ab:

  • Frequenz: Die im Amateurfunk koordinierten Kanäle sind andere als die WLAN-Kanäle, teilweise liegen sie ganz außerhalb der WLAN-Bänder. Sauber getrennt sind die Bereiche aber nicht: Das 13-cm-Band reicht von 2320 bis 2450 MHz und überschneidet sich oberhalb von 2400 MHz mit dem 2,4-GHz-WLAN-Bereich. Je nach Hersteller, Gerät und Firmware sind dafür spezielle Einstellungen nötig - etwa ein besonderer Ländercode oder ein eigener Betriebsmodus. Welche das im konkreten Fall sind, ändert sich mit den Firmware-Generationen und sollte vom Betreiber des Zugangspunkts kommen.
  • Kanalbreite: HAMNET arbeitet mit schmaleren Kanälen als die bei gewöhnlichen WLAN-Netzen üblichen 20, 40 oder 80 MHz. Die 802.11-Technik beherrscht 5- und 10-MHz-Kanäle durchaus, sie sind dort nur unüblich. Häufig werden beispielsweise 5-MHz-Kanäle im 13-cm-Band und 10-MHz-Kanäle im 6-cm-Band eingesetzt; maßgeblich sind aber die regionale Koordination und die Konfiguration des jeweiligen Zugangs.

Anleitungen dazu pflegen unter anderem DL1NUX und das ÖVSV-Wiki.

HAMNET-Frequenzen in Deutschland: Bänder, Leistungen, Lizenzklassen

Es gibt nicht "die zwei HAMNET-Frequenzen". HAMNET-Verbindungen lassen sich in mehreren Amateurfunkbändern aufbauen; welches Band und welche Kanalbreite tatsächlich zum Einsatz kommen, ergibt sich aus Zulassung, Bandplan und örtlicher Koordination.

EinsatzHäufig genutzter BereichHinweis
Benutzerzugangmeist 13 cmSektorantennen, regional unterschiedlich
Backbonemeist 6 cm, teils höhere BänderPunkt-zu-Punkt-Richtfunk
Sonderlösungenweitere Amateurfunkbänderlokale Koordination prüfen

Was die Amateurfunkverordnung sagt

Anlage 1 der AFuV regelt Bänder und Leistungen verbindlich:

BandFrequenzbereichStatusKlasse AKlasse EKlasse N
13 cm2320 bis 2450 MHzsekundär75 W PEP5 W PEPnicht zugelassen
6 cm5650 bis 5850 MHzsekundär75 W PEP5 W PEPnicht zugelassen
3 cm10 bis 10,5 GHzsekundär75 W PEP5 W PEPnicht zugelassen

Drei Punkte daran sind wichtig:

  • Klasse N kommt hier nicht hinein. In der Tabelle der AFuV bleibt die Spalte für diese Bänder leer.
  • Klasse E darf, aber mit 5 W PEP. Für einen Benutzerzugang reicht das gut aus - die üblichen Outdoor-Geräte senden ohnehin im Bereich einiger hundert Milliwatt. Diese Befugnis steht seit der AFuV-Novelle vom 24. Juni 2024 dauerhaft in der Verordnung; vorher war sie über eine befristete Mitteilung der Bundesnetzagentur geregelt.
  • Alle drei Bänder sind sekundär zugewiesen. Der Amateurfunkdienst darf primäre Funkdienste dort nicht stören und hat gegenüber ihnen keinen Anspruch auf Schutz vor Störungen.

Dazu kommen zwei Grenzen, die HAMNET unmittelbar betreffen: Die maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung beträgt in diesen Bändern grundsätzlich 10 MHz, bei Fernsehaussendungen bis zu 20 MHz. Und fernbediente oder automatisch arbeitende terrestrische Amateurfunkstellen dürfen oberhalb 30 MHz mit höchstens 50 W ERP arbeiten - Linkstrecken sind davon ausgenommen und können oberhalb 1 GHz in besonders begründeten Fällen mit bis zu 1000 W ERP beantragt werden.

💡 PEP, ERP und EIRP sind drei verschiedene Dinge
  • PEP ist die Spitzenleistung, die der Sender abgibt - vor der Antenne.
  • ERP rechnet den Antennengewinn hinzu, bezogen auf den Halbwellendipol.
  • EIRP rechnet ihn ebenfalls hinzu, aber bezogen auf den isotropen Kugelstrahler; EIRP ist um 2,15 dB größer als ERP.
Wer Zahlen aus verschiedenen Regelwerken vergleicht, muss deshalb auf die Bezugsgröße achten. Mehr dazu im Artikel ERP und EIRP.

Der Unterschied zu WLAN

Für WLAN im 2,4-GHz-Bereich erlaubt die Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur 100 mW EIRP - also die Leistung einschließlich Antennengewinn, anmeldefrei, aber ohne Anspruch auf Schutz vor Störungen. Die AFuV nennt für das benachbarte 13-cm-Amateurfunkband dagegen 75 W PEP für Klasse A und 5 W PEP für Klasse E, also die Senderleistung ohne Antennengewinn.

Diese beiden Zahlen lassen sich nicht direkt gegeneinanderstellen, weil sie verschiedene Größen messen. Der Unterschied liegt woanders: HAMNET arbeitet unter den Regeln des Amateurfunkdienstes und erlaubt dadurch andere Frequenzen, andere Kanalbreiten, stark bündelnde Antennen und teilweise höhere Senderleistungen. Dafür braucht es eine Zulassung, die Beachtung des Bandplans und ein kenntlich gemachtes Rufzeichen.

Verschlüsselung: die unbequeme Stelle

Nach § 16 AFuV ist der Amateurfunkverkehr in offener Sprache abzuwickeln, und Übertragungsverfahren müssen eine Wiederherstellung der Inhalte zulassen. Verschleiernde Verschlüsselung ist untersagt - ausgenommen sind ausdrücklich Steuersignale für Satelliten sowie für fernbediente und automatisch arbeitende Stationen.

💡 Digitale Kodierung ist nicht dasselbe wie Verschlüsselung. Digitale Übertragungsverfahren sind nicht automatisch unzulässig - im Gegenteil, HAMNET besteht aus ihnen. Entscheidend ist, dass die Inhalte mit allgemein verfügbarer Technik grundsätzlich rekonstruierbar bleiben und nicht gezielt vor der Kenntnisnahme verschleiert werden.

Die Ausnahme in § 16 betrifft Steuersignale, nicht beliebigen Nutzdatenverkehr. Wie einzelne Anwendungen im HAMNET dabei einzuordnen sind, klärt man sinnvollerweise mit der zuständigen Koordinationsstelle; am grundsätzlichen Verschleierungsverbot ändert das nichts. Unabhängig davon gilt nach § 5 AFuG: Amateurfunk darf nicht zu gewerblich-wirtschaftlichen Zwecken betrieben werden, und Nachrichten, die nicht den Amateurfunkdienst betreffen, dürfen grundsätzlich nicht für oder an Dritte übermittelt werden - Ausnahmen gelten insbesondere in Not- und Katastrophenfällen.

Bandgrenzen, Leistungsklassen, Sekundärstatus: Genau diese Tabellen sind Prüfungsstoff. Mit dem Fragenkatalog geübt bleiben sie hängen.
Vorschriften für die Prüfung lernen

Welche Dienste gibt es im HAMNET?

Was du erreichst, hängt stark von der Region ab. Es gibt keinen Dienstekatalog, der überall gilt - jede Betreibergruppe entscheidet selbst, was sie anbietet. Diese Anwendungen sind aber belegt und verbreitet:

DienstWas dahintersteckt
Webseiten und IndexserverInterne Seiten der Betreibergruppen, dazu Linklisten und eine eigene HAMNET-Suchmaschine
Status und MonitoringErreichbarkeit von Knoten, Auslastung der Strecken, Wetterdaten von Standorten
DX-ClusterSpot-Meldungen ohne Umweg über das Internet, etwa bei OE1XHQ
APRS-ServerIn Österreich vier über HAMNET vernetzte Server - dadurch funktioniert der Datenaustausch landesweit auch ohne Internet
Packet-Radio-AnbindungMailboxen und Digipeater am Netz, erreichbar über Webinterface oder AXUDP
Sprache über IPMumble-Server, SIP-Telefonie, teils mit Übergängen zu DMR - zum Beispiel das SIP-Gateway bei DB0FS in Hamburg
Empfänger und KamerasWebSDR-Empfänger, ATV-Umsetzer und Standortkameras an einzelnen Knoten
RelaissteuerungAnbindung und Fernüberwachung von Relaisfunkstellen und Umsetzern

Eine gepflegte Übersicht für Österreich führt das ÖVSV-Wiki unter Anwendungen am HAMNET. Für Deutschland ist die Lage dezentraler: Der DARC nennt die möglichen Anwendungen, welche davon in deiner Region tatsächlich laufen, zeigt aber erst der Blick ins Netz.

⚠️ Vorsicht bei "Videostreams und Webcams". Solche Dienste gibt es, aber sie sind Anwendungsbeispiele, keine definierenden Bestandteile von HAMNET. Wer HAMNET darüber erklärt, verkauft eine Randerscheinung als Kern.

HAMNET, WLAN und Internet: Ist HAMNET ans Netz angebunden?

Hier lohnt eine genauere Antwort als das übliche "komplett getrennt".

HAMNET ist ein eigenständiges Netz mit eigener Infrastruktur, eigenem Adressraum und eigenem Routing. Es steht dem Amateurfunkdienst exklusiv zur Verfügung, und einen allgemeinen Internetzugang für seine Nutzer gibt es nicht. Der ÖVSV formuliert die Regel klar: Weil HAMNET kein Internetprovider sein darf, ist es nicht erlaubt, an Standorten mit Internetanschluss den Nutzern Internetzugang zu gewähren.

Gleichzeitig existieren technische Übergänge, und zwar aus betrieblichen Gründen:

  • Einzelne Standorte haben einen Internetanschluss, weil bestimmte Dienste dort mit internetbasierten Gegenstellen oder externen Netzen gekoppelt werden. Digitale Sprachrelais und APRS-Server können untereinander durchaus rein innerhalb des HAMNET kommunizieren - für den Übergang in öffentliche Netze braucht es aber eine zusätzliche Verbindung
  • Lizenzierte Funkamateure können sich per VPN aus dem Internet ins HAMNET einwählen
  • Es gibt eine ausdrücklich vom Internet erreichbare Namenszone (*.hamnet.network), während die Geräte im Funknetz selbst (*.hamnet.radio) es nicht sind

Das ist kein Widerspruch, sondern die übliche Trennung zwischen einem geschlossenen Netz und kontrollierten Übergängen an dessen Rand.

Was hat HAMNET mit dem 44-Netz zu tun?

HAMNET nutzt Adressen aus dem Bereich 44.0.0.0/8, dem sogenannten 44-Netz oder AMPRNet. Ursprünglich war der gesamte Block dem Amateurfunk zugeordnet. 2019 verkaufte die verwaltende Stiftung ARDC ein Viertel davon, 44.192.0.0/10, an Amazon und finanziert aus dem Erlös seither Amateurfunkprojekte; verwaltet werden heute die verbliebenen Bereiche.

Für Deutschland sind laut DL-IP-Koordination diese Bereiche zugewiesen:

NetzblockVerwendung
44.130.0.0/16HAMNET, Packet Radio, Sondernutzungen
44.148.0.0/17HAMNET-Backbone
44.148.128.0/17HamCloud
44.149.0.0/16Benutzer und Dienste
❌ "HAMNET ist ein anderes Wort für das 44-Netz."
Nein. Das 44-Netz ist ein Adressraum, den der Amateurfunk zugewiesen bekommen hat. HAMNET ist eine Netzinfrastruktur samt Betriebspraxis, die Teile dieses Adressraums nutzt. Es gibt auch 44er-Adressen außerhalb von HAMNET, etwa im tunnelbasierten AMPRNet-Overlay, das über das Internet läuft.

HAMNET und Notfunk

HAMNET taucht in Notfunk-Konzepten auf, und das aus nachvollziehbaren Gründen: Es nutzt vorhandene Amateurfunkinfrastruktur, verbindet exponierte Standorte und kann Sprache, Daten und Lageinformationen übertragen, ohne auf einen Provider angewiesen zu sein.

Der Satz, den man dabei nicht sagen sollte, lautet: "HAMNET ist krisensicher."

⚠️ Was gegen pauschale Notfunkversprechen spricht
  • Notstrom ist die Ausnahme, nicht die Regel. Der DARC fördert Notstrom-Hardware ausdrücklich für "wichtige" Knoten und Relaisfunkstellen - notfunkfähige Standorte werden zudem gesondert in einer Datenbank erfasst. Beides ergäbe keinen Sinn, wenn alle Standorte ohnehin notstromversorgt wären.
  • Einzelne Knoten sind Engstellen. Fällt ein zentraler Bergstandort aus, hängt eine ganze Region ab. Das ÖVSV-Wiki beschreibt genau solche Abhängigkeiten.
  • Der Betrieb ist ehrenamtlich. Es gibt keine zugesicherte Verfügbarkeit und keinen Bereitschaftsdienst.

Ehrlicher ist die Formulierung: HAMNET kann im Ernstfall ein ergänzender Kommunikationsweg sein - dort, wo Standorte notstromversorgt sind, alternative Routen existieren und die Beteiligten geübt haben. Ein Ersatz für professionelle Behördeninfrastruktur ist es nicht.

HAMNET, Internet, WLAN und Packet Radio im Vergleich

MerkmalHAMNETInternetWLANPacket Radio
ZweckDatennetz des Amateurfunksöffentliches Datennetzlokale Funknetztechnikdigitale Datenübertragung im Amateurfunk
TechnikIP über eigene RichtfunkstreckenProvider- und TransitnetzeIEEE 802.11, bei 2,4 GHz im ISM-Band, bei 5 GHz in eigens für Funk-LAN vorgesehenen Bereichenpaketorientierter Funk, meist AX.25
Reichweiteabhängig von Knoten und Linkstreckenglobalmeist lokalabhängig von Funkstrecke und Digipeatern
NutzerkreisFunkamateurealleje nach BetreiberFunkamateure
Datenrate1 MBit/s bis 1 GBit/s je nach Streckesehr unterschiedlichmeist hoch, lokaldeutlich geringer
Zulassung nötigja, Klasse E oder Aneinnein, Allgemeinzuteilungja
Verhältnis zu HAMNET-kontrollierte Übergängeliefert einen Teil der Hardwarekann angebunden sein

Vorteile und Grenzen

Dafür lohnt es sich
  • Selbst aufgebaute, unabhängige Infrastruktur
  • HF- und Netzwerktechnik in einem einzigen Projekt
  • Deutlich höhere Datenraten als schmalbandige Datensysteme
  • Amateurfunkdienste lassen sich untereinander vernetzen
  • Routing und Richtfunk zum echten Anfassen statt im Labor
Das solltest du wissen
  • Die Abdeckung ist regional sehr unterschiedlich
  • Ohne weitgehend freie Sicht wird es meist nichts
  • Meist braucht es eine fachgerecht montierte Außenantenne mit Wetterschutz und passendem Erdungskonzept
  • Nicht jeder Knoten bietet einen Benutzerzugang
  • Keine garantierte Verfügbarkeit von Netz oder Diensten
  • Kein Ersatz für einen Internetanschluss

Typische Missverständnisse

❌ Acht Sätze, die man oft hört - und die nicht stimmen
  • "HAMNET ist kostenloses Internet." Es gibt keinen allgemeinen Internetzugang darüber.
  • "HAMNET ist einfach ein großes WLAN." Andere Frequenzen, anderes Recht, andere Kanalbreiten, Richtfunk statt Rundstrahlung.
  • "Der Standort steht in der Datenbank, also gibt es dort einen Zugang." Viele Knoten sind reine Backbone-Standorte.
  • "Mein Relais ist ein HAMNET-Zugang." Ein angebundenes Relais nutzt das Netz, es öffnet es nicht.
  • "Ohne MikroTik oder Ubiquiti geht nichts." Das sind verbreitete Lösungen, keine Voraussetzung.
  • "HAMNET und AMPRNet sind dasselbe." Infrastruktur gegen Adressraum.
  • "HAMNET hat Packet Radio abgelöst." In vielen Regionen trägt es Packet Radio heute mit.
  • "HAMNET läuft weiter, wenn der Strom ausfällt." Nur dort, wo jemand Notstrom eingebaut hat.

Noch keine Zulassung?

Für einen eigenen Funkzugang auf den üblichen HAMNET-Bändern brauchst du Klasse E oder A - die Einsteigerklasse N hat dort keine Sendebefugnis. Der Einstieg in die Prüfungsvorbereitung ist kostenlos.

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Häufige Fragen zu HAMNET

Was ist HAMNET?

Ein in sich geschlossenes, TCP/IP-gestütztes Datennetz, das dem Amateurfunkdienst exklusiv zur Verfügung steht. Es verbindet Standorte, Relaisfunkstellen, Digipeater und Server überwiegend über eigene Richtfunkstrecken im GHz-Bereich und wird von Funkamateuren aufgebaut und betrieben.

Wofür steht die Abkürzung HAMNET?

Die Langform wird nicht einheitlich angegeben. Gebräuchlich sind "Highspeed Amateurradio Multimedia Network" und "Highspeed Amateur Multimedia Network". Wichtiger als die Schreibweise ist die Sache: HAMNET ist das IP-Datennetz des Amateurfunks.

Wie bekomme ich Zugang zu HAMNET?

In vier Schritten: in der HamnetDB prüfen, ob ein Benutzerzugang in Reichweite liegt; dessen Parameter ansehen; die Funkstrecke beurteilen, vor allem die Sichtverbindung; und den zuständigen Sysop ansprechen. Nur er kennt die tatsächliche Konfiguration seines Zugangs. Details im Abschnitt Zugang finden und einrichten.

Wie finde ich einen HAMNET-Knoten in meiner Nähe?

Über die HamnetDB unter hamnetdb.net. Sie führt Standorte, Funkstrecken und Hosts und bietet Kartenansichten; Standorte mit Benutzerzugang sind gekennzeichnet. Ein Eintrag bedeutet aber nicht, dass der Zugang aktiv und für dich erreichbar ist.

Bietet jeder HAMNET-Knoten einen Benutzerzugang?

Nein. Viele Standorte dienen ausschließlich dem Backbone und leiten nur Durchgangsverkehr weiter. Ob es einen Benutzerzugang gibt, entscheidet der Betreiber und steht im Datenbankeintrag.

Brauche ich Sichtverbindung zum HAMNET-Knoten?

In aller Regel ja. Im GHz-Bereich dämpfen Gebäude, Gelände und dichter Bewuchs das Signal erheblich. Neben der Sichtlinie sollte auch der Bereich um sie herum, die Fresnelzone, möglichst frei bleiben.

Welche Hardware brauche ich für HAMNET?

Üblich sind eine Outdoor-Einheit mit Funkteil und Antenne in einem Gehäuse, ein PoE-Injektor, ein geschirmtes Außenkabel, eine stabile Befestigung sowie Erdung und Überspannungsschutz. Verbreitet sind Geräte von MikroTik und Ubiquiti. Welches Modell und welche Einstellungen passen, sagt dir der Betreiber des Zugangs.

Welche Frequenzen verwendet HAMNET?

Es gibt keine zwei festen HAMNET-Frequenzen. Benutzerzugänge liegen häufig im 13-cm-Band, Backbone-Strecken meist im 6-cm-Band, daneben gibt es Lösungen in weiteren Amateurfunkbändern. Frequenz und Bandbreite ergeben sich aus Zulassung, Bandplan und örtlicher Koordination.

Welche Lizenzklasse brauche ich für HAMNET?

Für einen eigenen Funkzugang auf den üblichen HAMNET-Bändern Klasse E oder A. Nach Anlage 1 der AFuV dürfen dort Klasse A mit 75 Watt PEP und Klasse E mit 5 Watt PEP arbeiten, in den Bändern 2320 bis 2450 MHz, 5650 bis 5850 MHz sowie 10 bis 10,5 GHz. Klasse N hat in diesen Bändern keine Sendebefugnis. Wer ausschließlich per VPN ins Netz geht, sendet dort selbst nicht - welchen Nachweis der VPN-Betreiber verlangt, entscheidet er.

Kann ich über HAMNET im Internet surfen?

Nein. HAMNET darf kein Internetprovider sein, einen allgemeinen Internetzugang für Nutzer gibt es deshalb nicht. Einzelne Standorte haben aus betrieblichen Gründen einen Anschluss, dürfen ihn aber nicht weitergeben. Umgekehrt können lizenzierte Funkamateure per VPN aus dem Internet ins HAMNET kommen.

Was ist der Unterschied zwischen HAMNET und WLAN?

WLAN läuft im ISM-Band unter einer Allgemeinzuteilung, bei 2,4 GHz mit maximal 100 Milliwatt EIRP, ohne Anmeldung und ohne Anspruch auf Schutz vor Störungen. HAMNET arbeitet auf Amateurfunkfrequenzen unter den Regeln des Amateurfunkdienstes, mit anderen Kanalbreiten, stark bündelnden Antennen und teilweise höheren Senderleistungen - dafür mit Zulassung, Bandplan und Rufzeichen.

Was ist der Unterschied zwischen HAMNET und Packet Radio?

Packet Radio ist paketorientierter Datenfunk, meist auf Basis von AX.25 und mit deutlich geringeren Datenraten. HAMNET nutzt TCP/IP über Breitband-Richtfunkstrecken und erreicht 1 MBit/s bis 1 GBit/s. Abgelöst hat es Packet Radio aber nicht: In vielen Regionen hängen Mailboxen und Digipeater am HAMNET und nutzen es als Transportweg.

Welche Dienste sind über HAMNET erreichbar?

Verbreitet sind interne Webseiten und Indexserver, Status- und Monitoringdienste, DX-Cluster, APRS-Server, Packet-Radio-Anbindungen, Sprache über IP wie Mumble oder SIP, WebSDR-Empfänger, ATV-Umsetzer und die Anbindung von Relaisfunkstellen. Was tatsächlich läuft, entscheidet die jeweilige Betreibergruppe und ist regional sehr unterschiedlich.

Was hat HAMNET mit dem 44-Netz zu tun?

Das 44-Netz, auch AMPRNet genannt, ist der IP-Adressraum 44.0.0.0/8, den die Stiftung ARDC für den Amateurfunk verwaltet. HAMNET nutzt Teile davon, ist aber nicht dasselbe: Das 44-Netz ist ein Adressraum, HAMNET eine Netzinfrastruktur samt Betriebspraxis. Es gibt 44er-Adressen auch außerhalb von HAMNET.

Ist HAMNET im Notfall verfügbar?

Nicht automatisch. HAMNET kann ein ergänzender Kommunikationsweg sein, ist aber weder flächendeckend notstromversorgt noch ausfallsicher. Der DARC fördert Notstrom gezielt für wichtige Knoten, und notfunkfähige Standorte werden gesondert erfasst. Einzelne Bergstandorte sind Engstellen, und der Betrieb ist ehrenamtlich ohne zugesicherte Verfügbarkeit.

Quellen:Gesetz über den Amateurfunk (AFuG), § 5 · Amateurfunkverordnung (AFuV), § 2 · Amateurfunkverordnung (AFuV), § 13 · Amateurfunkverordnung (AFuV), § 16 · Amateurfunkverordnung (AFuV), Anlage 1 · Bundesnetzagentur: Allgemeinzuteilung WLAN 2,4 GHz · DL-IP-Koordination HAMNET: Routing, AS-Nummern, IP-Netze und DNS · HamnetDB: Hilfe zu den Datenfeldern · ARDC: Amateur Radio Digital Communications · ÖVSV-Wiki: Digitaler Backbone · ÖVSV-Wiki: Linkkomponenten digitaler Backbone · ÖVSV-Wiki: Userzugang HAMNET · ÖVSV-Wiki: Anwendungen am HAMNET · ÖVSV-Wiki: Notfunk (HAMNET) · ÖVSV Vorarlberg: HAMNET-Referat · DARC: Novellierte Amateurfunkverordnung in Kraft getreten. Juni 2024 · DARC Distrikt C: HAMNET · Wikipedia: HAMNET. Der Artikel wurde am 6. August 2026 fachlich geprüft; die Angaben geben den Stand von August 2026 wieder. Frequenzrecht, Firmware-Einstellungen, DNS-Struktur, VPN-Angebote, Netzblöcke und Dienstebeispiele ändern sich - maßgeblich sind immer die aktuelle Fassung der AFuV und die örtliche Koordination. Angaben zu Datenraten, Antennengewinnen, Kanalbreiten und Reichweiten sind Größenordnungen und hängen vom konkreten Aufbau ab. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

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