Der PL-Stecker ist einer der am weitesten verbreiteten Antennenanschlüsse an Kurzwellen-Transceivern. PL-259 heißt der Stecker am Kabel, SO-239 die Buchse am Gerät; zusammen bilden sie die sogenannte UHF-Serie. Anders als N oder SMA hat dieses System keine über das gesamte Steckgesicht konstante Impedanz. Wie er sich in die übrigen Systeme einordnet, zeigt die Übersicht der Koaxialstecker-Systeme.

💡 Kurzfassung: PL-259 und SO-239 bilden ein robustes, preisgünstiges Stecksystem, das an vielen Kurzwellengeräten sitzt. Auf Kurzwelle ist eine hochwertige, korrekt montierte Verbindung normalerweise unkritisch; auf 2 m kann sie brauchbar sein, auf 70 cm sind definierte 50-Ohm-Systeme wie N technisch besser reproduzierbar. Im Außenbereich braucht die Verbindung zusätzlichen Wetterschutz.

Der PL-Stecker in der Amateurfunkprüfung

In der Prüfung zur Klasse N musst du den PL-Stecker auf einer Zeichnung erkennen (Frage NG202). Dazu kommt NG206 mit der Frage nach den Systemen für hohe Frequenzen - dort ist PL ausdrücklich nicht die gesuchte Antwort. Probier es gleich aus:

Prüfungsfragen zum PL-Stecker

Fragetext und Abbildung stammen aus dem offiziellen BNetzA-Fragenkatalog. Die Reihenfolge der Antworten wird bei jedem Aufruf neu gemischt und weicht deshalb vom Katalog ab. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.

NG202 Welches HF-Steckverbindungs-System wird in der folgenden Darstellung gezeigt?

Perspektivische Zeichnung zweier PL-Steckverbinder: vorn die grob gerändelte Überwurfmutter mit Innengewinde, dahinter das grobe Außengewinde mit gezahntem Kragen und mittigem Kontakt
  • PL
  • BNC
  • SMA
  • N

NG206 Welche der folgenden HF-Steckverbindungs-Systeme sind für hohe Frequenzen (oberhalb 300 MHz) am besten geeignet?

  • N und SMA
  • UHF und BNetzA
  • BNC und Cinch
  • Cinch und SMA

Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur (Klasse N). Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.

Steckerfragen sind schnelle Punkte. Vier Bilderkennungsfragen plus eine Verständnisfrage - in wenigen Minuten sicher gelernt, wenn man weiß, worauf man schaut.
Prüfungsvorbereitung starten

PL-259 oder SO-239: Was ist was?

Kurz gesagt: PL-259 ist der Stecker, der ans Kabel kommt. SO-239 ist die Buchse, die im Gerät sitzt. Beide gehören zur UHF-Serie und passen zusammen.

BezeichnungBauformTypische Position
PL-259Kabelsteckeram Koaxialkabel
SO-239EinbaubuchseTransceiver, Tuner, Antennenschalter
PL-258Doppelbuchse (Kupplung)verbindet zwei PL-259 miteinander

Die Bezeichnungen werden üblicherweise als PL für Plug und SO für Socket erklärt und stammen aus einer alten militärischen Nomenklatur. Amphenol führt die Entwicklung der Serie auf den eigenen Ingenieur E. Clark Quackenbush in den 1930er-Jahren zurück.

Der Name "UHF-Stecker" ist historisch und heute irreführend: Nach der aktuellen Frequenzbereichseinteilung beginnt UHF erst bei 300 MHz - ausgerechnet dort, wo dieser Stecker an seine Grenzen kommt.

Woran erkennt man einen PL-Stecker?

Am sichersten am groben Gewinde und an der Baugröße:

  • Große, gerändelte Überwurfmutter mit auffällig grobem Gewinde (Nenngröße 5/8"-24 UNEF)
  • Langer, kräftiger Mittelkontakt - deutlich massiver als bei BNC oder SMA
  • Kein Bajonett, also keine seitlichen Zapfen wie beim BNC
  • Übliche PL-Steckgesichter haben keine integrierte Schnittstellendichtung, wie sie viele N-Ausführungen mitbringen

Die Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem N-Stecker: Beide haben ein Schraubgewinde, und beide werden sogar mit derselben Nenngröße 5/8"-24 beschrieben. Kompatibel sind sie deshalb nicht - Steckgesicht, Kontaktgeometrie und Kupplungskonstruktion unterscheiden sich grundlegend. Der N-Stecker besitzt ein klar koaxial aufgebautes Steckgesicht mit deutlich kleinerem, präzise zentriertem Innenkontakt und meist einem sichtbaren Dichtungskonzept.

Hat ein PL-Stecker 50 Ohm?

Kurz gesagt: Nicht durchgehend. Die UHF-Serie hat keine über das gesamte Steckgesicht konstant definierte Systemimpedanz - das ist ihr entscheidender technischer Unterschied zu N, BNC und SMA.

Wie deutlich die Hersteller das sagen, ist unterschiedlich. Amphenol führt in den Spezifikationen ausdrücklich "Impedance: Non-constant" und begründet es im Katalog offen damit, dass die Verbinder kostengünstig sind. Andere Datenblätter - teils sogar Kundenzeichnungen desselben Steckers - ordnen ihn dagegen nominell einem 50-Ohm-System zu.

Beides schließt sich nicht aus, meint aber Verschiedenes: Manche Unterlagen ordnen den Steckverbinder nominell einem 50-Ohm-System zu. Das bedeutet nicht, dass die lokale Impedanz durch das gesamte Steckgesicht konstant 50 Ohm beträgt.

⚠️ Zur kursierenden "35-Ohm-Stelle": Häufig liest man, eine SO-239 habe über gut einen Zentimeter nur rund 35 Ohm. Für einzelne Geometrieabschnitte werden in Berechnungen tatsächlich deutlich von 50 Ohm abweichende lokale Werte ermittelt. Eine universelle Zahl für jede PL-259/SO-239-Paarung lässt sich daraus aber nicht ableiten: Bauform, Isolierstoff und Abmessungen variieren, und eine Steckverbindung besteht aus mehreren Geometrieabschnitten - sie wirkt nicht wie ein einziges gleichmäßiges Leitungsstück mit einem festen Wert.

Bemerkenswert ist, dass sogar der Normtitel es benennt: Die internationale Norm IEC 60169-12 beschreibt die Serie als "R.F. coaxial connectors with screw coupling, unmatched (Type UHF)". Das Wort unmatched, also nicht angepasst, steht im offiziellen Titel.

Gibt es überhaupt eine Norm?

Ja - und diese verbreitete Fehlannahme ist eine Korrektur wert. IEC 60169-12:1979 definiert die Steckgesicht-Maße der UHF-Serie und wird im IEC-Webstore weiterhin als gültige internationale Norm geführt (Stand Juli 2026); Datenblätter deutscher Anbieter führen sie ausdrücklich als Bezugsnorm. Die UHF-Serie gehört dagegen nicht zu den Schnittstellenfamilien, die im US-Militärstandard MIL-STD-348 festgelegt sind.

Für die Praxis wichtiger als die Normlage ist die Fertigungsrealität: Fachautoren berichten, dass Stecker verschiedener Anbieter in Gewindelänge und Innenkontakt spürbar voneinander abweichen.

Bis zu welcher Frequenz ist PL verwendbar?

Diese Frage produziert die meisten Streitgespräche. Hilfreicher als eine einzelne Grenzzahl ist der Blick auf die Bänder.

Was der Hersteller sagt: Amphenol gibt für die Produktfamilie typischerweise DC bis 300 MHz an; ausgewählte Extended-Range-Ausführungen können bis 1 GHz spezifiziert sein. Maßgeblich bleibt das Datenblatt der konkreten Teilenummer - deutsche Datenblätter desselben Anbieters nennen je nach Bauform 300 MHz oder 1 GHz.

Kurzwelle

Auf Kurzwelle ist eine hochwertige und korrekt montierte PL-Verbindung in üblichen Amateurfunkanlagen normalerweise unkritisch. Die Impedanzdiskontinuität ist gegenüber der Wellenlänge so kurz, dass sie praktisch nicht in Erscheinung tritt: Eine veröffentlichte VNA-Messung ergab bei 30 MHz ein SWR von rund 1,02, bei 100 MHz rund 1,06.

2-Meter-Band

Auf dem 2-m-Band kann PL bei guter Qualität und kurzer, sauberer Verbindung brauchbar sein. Definierte 50-Ohm-Stecksysteme bieten jedoch besser reproduzierbare HF-Eigenschaften. Eine veröffentlichte Messung an einer Adapterkette ergab bei 146 MHz eine Durchgangsdämpfung von 0,1 dB bei rund 25 dB Rückflussdämpfung (SWR 1,11).

70-Zentimeter-Band

Auf dem 70-cm-Band kann PL praktisch funktionieren, ist aber gegenüber definierten 50-Ohm-Systemen wie N die weniger reproduzierbare Wahl. Adapterketten sollten hier vermieden werden.

Die veröffentlichten Messungen scheinen sich zu widersprechen. Sie sind aber nicht direkt vergleichbar, weil ihre Aufbauten sich unterscheiden:

QuelleAufbauErgebnis
IZ2UUF, 431 MHzPL-Steckerpaar gegen N-Steckerpaar in ansonsten identischer KabelstreckeUnterschied 0,01 dB - vom Autor selbst als Messrauschen eingeordnet
IZ2UUF, 435 MHzKette mit zwei PL/SO-ÜbergängenVSWR 1,18, Zusatzdämpfung 0,17 dB
DK8AR, 440 MHzAdapterkette PL/SO auf SMA, No-Name-Adapter0,3 dB Dämpfung, 17 dB Rückflussdämpfung (SWR 1,32)
W0QE, 500 MHzgepaartes PL-259/SO-239 am VNASWR 1,28

Einzelmessungen verschiedener Autoren mit unterschiedlichem Aufbau; Kalibrierebene und Messunsicherheit sind meist nicht dokumentiert. Die Originalveröffentlichungen sind in der Quellenliste verlinkt.

Eine einzelne PL-259/SO-239-Verbindung, ein Kupplungsstück und eine Adapterkette besitzen unterschiedliche Anzahlen und Arten elektromagnetischer Diskontinuitäten. Jeder zusätzliche Übergang kann weitere Reflexionsstellen und zusätzliche Leiterverluste verursachen. Dabei addieren sich Reflexionen nicht einfach: Sie überlagern sich phasenabhängig und können sich je nach Frequenz und elektrischer Länge verstärken oder teilweise kompensieren. Hinzu kommen Produktqualität, Montage und Kalibrierebene der Messung.

💡 Was das praktisch heißt: In veröffentlichten Einzelmessungen lagen die zusätzlichen Durchgangsverluste bestimmter PL-Verbindungen auf 70 cm im Bereich von kaum messbar bis zu einigen Zehntel Dezibel. Diese Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf jede Verbindung übertragen. Relevant wird es besonders in präzisen Messaufbauten: Eine Rückflussdämpfung von nur 17 dB erhöht die Messunsicherheit deutlich und muss in der Fehlerbetrachtung berücksichtigt werden. Für die Prüfung gilt klar NG206: Oberhalb 300 MHz sind N und SMA die geeigneten Systeme.

Am Rande: Die oft zitierte Aussage, PL sei "bis 500 MHz brauchbar", geht auf eine Untersuchung von 1955 zurück, deren Original sich nicht auffinden lässt - sie wird seit Jahrzehnten weitergereicht. Belastbarer ist die Feststellung aus einem ARRL-Artikel von 1991, dass die Hersteller die Serie realistisch nur bis etwa 300 MHz spezifizieren.

Wie viel Leistung verträgt ein PL-Stecker?

Eine Leistungsgrenze lässt sich nicht allein aus der Bezeichnung PL-259 ableiten. Sie hängt von Steckerausführung, Kabel, Frequenz, SWR, Temperatur und Betriebsart ab - und häufig begrenzt ohnehin das Kabel und nicht der Stecker.

Als Anhaltspunkt nennt Amphenol für die eigene UHF-Produktfamilie typische Werte von 500 W bei 100 MHz und 25 °C, maximal 500 V RMS im Dauerbetrieb und 1500 V RMS Spannungsfestigkeit. Der Hersteller weist zugleich darauf hin, dass diese Eigenschaften nicht für jede Steckerkonfiguration gelten müssen. Verbindlich ist deshalb das Datenblatt der konkreten Teilenummer - andere Anbieter geben abweichende Spannungswerte an und verzichten auf eine Watt-Angabe ganz.

Und: Dass PL-Stecker seit Jahrzehnten mit hohen Leistungen betrieben werden, ist Marktrealität, aber keine Herstellerfreigabe.

Welcher PL-Stecker passt zu welchem Kabel?

Das ist die häufigste Fehlerquelle beim Kauf. Der klassische PL-259 wurde für Kabel der Größenklasse RG-8 / RG-213 entwickelt. Für dünnere Kabel gibt es zwei Wege: Reduzierhülsen oder speziell für das jeweilige Kabel konstruierte UHF-Stecker. Letztere sind bei modernen Low-Loss-Kabeln die bessere Lösung.

BauteilHäufige klassische AnwendungWichtiger Hinweis
UG-175bestimmte RG-58-Ausführungennur mit passendem PL-259 und geprüften Kabelmaßen
UG-176bestimmte RG-59-/RG-62-/RG-8X-Ausführungennicht allein nach Außendurchmesser auswählen
PL-259 direktbestimmte RG-8-/RG-213-AusführungenHerstellervorgabe beachten
kabelspezifischer UHF-Steckermoderne Low-Loss-Kabel (Aircell, Ecoflex, Aircom, LMR)bevorzugte Lösung bei abweichender Geometrie
⚠️ Der Außendurchmesser allein genügt nicht. Ob ein Stecker oder eine Reduzierhülse zu einem Kabel passt, hängt außerdem ab vom Durchmesser über dem Dielektrikum, vom Aufbau und Durchmesser des Innenleiters, von der Schirmdicke und von der Konstruktion des konkreten Steckers. Für Ecoflex 10, Aircom Plus, Aircell 7 und vergleichbare Kabel sollte deshalb ein ausdrücklich für den Kabeltyp freigegebener Stecker verwendet werden - ähnlicher Außendurchmesser zu RG-213 reicht als Begründung nicht.

Ein zweiter Stolperstein: RG-Bezeichnungen sind keine eindeutigen Produktangaben. RG-58 etwa gibt es je nach Ausführung mit massivem oder mit mehrdrähtigem Innenleiter. Auch hier gilt das Datenblatt des konkreten Kabels, nicht die Typenfamilie. Und ein Crimpstecker für RG-8X passt trotz ähnlicher Namen nicht auf RG-8.

PL-Stecker montieren: Löten, Crimpen oder Klemmen?

Klassische PL-259-Lötstecker lassen sich mit vergleichsweise einfachem Werkzeug montieren - das hat wesentlich zu ihrer Verbreitung im Amateurfunk beigetragen.

❌ Es gibt nicht "die" PL-259-Montage. Je nach Bauform wird das Schirmgeflecht durch die Löcher im Steckerkörper verlötet, über einer Reduzierhülse angeordnet, gecrimpt oder geklemmt. Diese Verfahren sind nicht austauschbar. Maßgeblich ist immer die Montageanleitung der konkreten Teilenummer - die folgenden Schritte sind eine Orientierung, kein Ersatz dafür.

Löten: der grundsätzliche Ablauf

✅ Reihenfolge einhalten:
  1. Überwurfmutter und - falls vorgesehen - Reduzierhülse zuerst über das Kabel schieben. Wird das vergessen, fängt man nach dem Löten von vorn an.
  2. Kabel nach den Maßen der Steckeranleitung absetzen.
  3. Schirmgeflecht nach dem Verfahren des jeweiligen Steckers vorbereiten.
  4. Innenleiter einführen und Mittelkontakt verlöten.
  5. Schirmverbindung nach Herstellervorgabe herstellen.
  6. Verbindung vollständig unbewegt erstarren lassen.
  7. Überstand kürzen, Stiftspitze prüfen, mit dem Multimeter kontrollieren.

Werkzeug: Ein temperaturgeregelter Lötkolben mit ausreichend großer Spitze und genügend thermischer Leistung ist entscheidend - der massive Steckerkörper entzieht der Lötstelle viel Wärme. Maßgeblich sind Steckermasse, Lötstelle und Herstelleranleitung, nicht allein die aufgedruckte Wattzahl. Der Grund für die Eile: Das Kabeldielektrikum kann sich bei längerer Wärmeeinwirkung verformen, obwohl das Lot noch verarbeitet werden muss. Deshalb zählt ein kurzer, kontrollierter Wärmeeintrag. Lötfett ist tabu, es greift das Kupfer an.

Absetzmaße gelten immer nur für eine konkrete Kombination. Zwei Beispiele aus den Montageanleitungen eines Anbieters (Max-Gain Systems):

KombinationAußenmantelGeflechtDielektrikum
Lötstecker 7500-UHF für RG-213 / RG-8 / LMR-40034,3 mm16,5 mm15,0 mm
derselbe Stecker mit UG-176 für 6-mm-Kabel17,5 mm8,0 mm14,0 mm

Diese Werte nicht auf andere Stecker übertragen - sie sind an Hersteller, Teilenummer und Kabeltyp gebunden.

Ob ein mehrdrähtiger Innenleiter vorverzinnt werden soll, richtet sich ebenfalls nach der Anleitung des Steckers. Der Leiter darf dabei nicht so dick werden, dass er nur mit Gewalt in den Mittelkontakt passt.

⚠️ Streitfrage: Geflecht auf die Reduzierhülse löten?
Manche Anleitungen empfehlen, das Schirmgeflecht direkt auf die Reduzierhülse zu löten. Ein ARRL-Fachartikel widerspricht dem unter Verweis auf die Kabelhersteller: Das direkte großflächige Erhitzen einer Hülse über einem PE-Dielektrikum birgt ein hohes Risiko der thermischen Verformung. Empfohlen wird dort, das Geflecht ungelötet über die Hülse zurückzuklappen und nur kurz durch die Löcher im Steckerkörper zu verlöten. Weil das Verfahren von der Steckerkonstruktion abhängt, gilt: nach der Montageanleitung des Steckerherstellers arbeiten.

Crimpen

Bei UHF-Crimpsteckern kommen je nach Bauform vollständig gecrimpte Kontakte oder Kombinationen aus gelötetem Innenkontakt und gecrimptem Außenanschluss vor. Der Vorteil des Crimpens: kein Wärmeeintrag am Schirm, reproduzierbare Presskraft, gleichzeitig Zugentlastung.

Voraussetzung ist eine Crimpzange mit dem passenden Sechskant-Gesenk. Dessen Maß richtet sich nach dem vom Steckerhersteller angegebenen Crimpmaß, nicht direkt nach dem Außendurchmesser des Kabels.

Schraub- und Klemmstecker

Es gibt lötfreie Ausführungen, bei denen Kontaktfinger in das Geflecht gedrückt werden. Sie sind schnell montiert und brauchen kaum Werkzeug. Ihre Leistungs- und Frequenzeignung ist konstruktionsabhängig - entscheidend sind die Spezifikation des konkreten Produkts sowie eine zugfeste, korrosionsgeschützte Montage.

Die häufigsten Montagefehler

FehlerWas passiert
Überwurfmutter vergessenNach dem Löten nicht mehr montierbar - alles noch einmal
Zu lange erhitztDielektrikum verformt sich, Innenleiter verliert die Mitte
Geflechtdrähte am InnenleiterKurzschluss. Das Geflecht muss weiter zurück als das Dielektrikum
Kabel vor dem Erstarren bewegtKalte Lötstelle
Zu viel LötzinnDie Stiftspitze passt nicht mehr in die Buchse
Falscher SteckerReduzierhülse fehlt oder Steckergeometrie passt nicht zum Kabel
Überwurfmutter nicht vollständig handfestMechanisch lockere Verbindung, wechselnder Außenkontakt, sprunghaftes SWR

Für die UHF-Schnittstelle gibt Amphenol ausdrücklich "Hand Tighten" an - handfest anziehen genügt. Nicht mit der Zange überziehen, sofern der Hersteller kein anderes Verfahren vorgibt.

Prüfen nach der Montage: Am fertig konfektionierten, beidseitig freien Kabel müssen Innenleiter und Schirm jeweils von Ende zu Ende Durchgang haben; zwischen Innenleiter und Schirm darf keiner bestehen. Ist eine Antenne oder ein Gerät angeschlossen, kann eine Gleichstromverbindung konstruktionsbedingt vorhanden sein - manche Antennen sind gleichstrommäßig kurzgeschlossen. Dazu ein Blick auf die Stiftspitze wegen überschüssigem Lötzinn. Die Steckverbindung isoliert mit einem NanoVNA zu vermessen, ist im Amateurbereich unüblich; in der Praxis prüft man die gesamte Antennenanlage und sucht bei Auffälligkeiten gezielt weiter.

Kabel, Anpassung, SWR: Warum eine schlecht montierte Verbindung das Stehwellenverhältnis verdirbt, gehört zum Prüfungsstoff der Klassen N, E und A.
Antennentechnik für die Prüfung lernen

Ist ein PL-Stecker wasserdicht?

Nicht ohne zusätzliche Maßnahmen. Übliche PL-259/SO-239-Verbindungen besitzen weder am Steckgesicht noch am kabelseitigen Anschluss ein festgelegtes Dichtungssystem - der PL-259 einer bekannten Serie trägt entsprechend kein IP-Rating. Wasser kann über Gewinde, Fugen oder den Kabelanschluss eindringen; die Kapillarwirkung transportiert die Feuchtigkeit anschließend in den Schirmaufbau des Kabels.

Die Folge ist tückisch, weil sie schleichend kommt: Feuchtigkeit im Kabel erhöht die Dämpfung, das SWR verschlechtert sich langsam, und irgendwann ist das Kabel auf ganzer Länge unbrauchbar.

✅ Wetterschutz im Freien:
  • Verwende ein herstellerfreigegebenes mehrlagiges System - verbreitet sind selbstverschweißendes Band mit UV-beständigem Vinylband darüber, ebenso Kombinationen aus Vinyl- und Butyl-Mastixlagen.
  • Bei senkrechten Verbindungen von unten nach oben wickeln, damit die Lagen dachziegelartig überlappen und Wasser ablaufen kann.
  • Das Band muss nach Herstelleranleitung ausreichend weit über Steckergehäuse und Kabelmantel hinausreichen.
  • Eine Tropfschleife vor dem Gebäudeeintritt hält Wasser vom Stecker fern.

Wichtig ist vor allem eines: Kontaktflächen und Kupplungsgewinde dürfen nicht mit ungeeigneten Dichtmassen verschmutzt werden. Lose, nicht für HF-Steckverbindungen vorgesehene Massen erschweren die spätere Demontage, und was im Gewinde zurückbleibt, kann als Isolator wirken. Speziell dafür vorgesehene Butyl-Mastixbänder sind dagegen Bestandteil etablierter Wetterschutzsysteme.

Woran erkennt man gute PL-Stecker?

Ein temperaturbeständiger, maßhaltiger Isolator - häufig PTFE - erleichtert die Lötmontage erheblich, weil er im Gegensatz zu einfachen Thermoplasten bei der Löthitze formstabil bleibt. Ebenso wichtig sind passgenaue Kontaktgeometrie, ein geeigneter Kontaktwerkstoff und eine klare Kabelfreigabe des Herstellers.

Versilberte Lötflächen lassen sich meist gut benetzen. Für den erforderlichen Wärmeeintrag sind aber vor allem Material, Masse und Konstruktion des Steckers maßgeblich - eine dünne Beschichtung ändert daran wenig.

Am Rande, weil es unerklärliche Wackelkontakte erklären kann: In einer DARC-Kursunterlage wird - dort selbst auf eine Händlerauskunft zurückgeführt - von einer PL-ähnlichen Variante mit metrischer Gewindesteigung berichtet, bei der die Mutter scheinbar fest sitzt und der Stecker trotzdem wackelt. Eine Norm- oder Herstellerquelle dazu ließ sich nicht finden.

PL oder N: Was soll ich nehmen?

Es gibt keinen pauschalen Sieger - es kommt darauf an, wo die Verbindung sitzt.

KriteriumPLN
Definierte Impedanznicht durchgehend konstantja, bis in den GHz-Bereich
Kurzwellebei sauberer Montage unkritischebenfalls einwandfrei
VHF / UHFauf 2 m brauchbar, auf 70 cm Kompromissregelmäßig bevorzugt
Außenbereichzusätzliche Abdichtung erforderlichje nach Ausführung wetterbeständig, nur bei korrekter Montage und abgedichteter Kabelseite
Montagemit einfachem Werkzeug machbaroft anspruchsvoller, häufig Crimp
Kostensehr günstighöher

Die praktische Regel: Auf Kurzwelle bleibt PL. Geht das Kabel ins Freie oder arbeitest du auf 70 cm und darüber, ist der N-Stecker die bessere Wahl. Ist am Gerät nur eine SO-239 vorhanden, sollte die Zahl der Übergänge möglichst klein bleiben; bei schweren oder langen Adaptern entlastet ein kurzes flexibles Übergangskabel die Gerätebuchse mechanisch.

Häufige Fragen zum PL-Stecker

Was ist der Unterschied zwischen PL-259 und SO-239?

PL-259 ist der Stecker, der ans Kabel montiert wird, SO-239 die Buchse, die im Gerät sitzt. Die Bezeichnungen werden üblicherweise als PL für Plug und SO für Socket erklärt und stammen aus einer alten militärischen Nomenklatur. Beide gehören zur UHF-Serie und passen zusammen. Die Kupplung, die zwei PL-259 miteinander verbindet, heißt PL-258.

Ist ein PL-259 ein 50-Ohm-Stecker?

Nicht durchgehend. Die UHF-Serie hat keine über das gesamte Steckgesicht konstant definierte Impedanz - Amphenol schreibt in den eigenen Spezifikationen ausdrücklich "non-constant". Die lokale Impedanz weicht innerhalb des Steckgesichts von 50 Ohm ab; Größe und Verlauf dieser Abweichung hängen von der konkreten Konstruktion ab. Manche Datenblätter ordnen den Stecker trotzdem nominell einem 50-Ohm-System zu. Auf Kurzwelle ist das ohne Bedeutung, oberhalb von etwa 300 MHz wird es messbar.

Kann ich PL-Stecker auf 2 m verwenden?

Ja, eine hochwertige und sauber montierte Verbindung kann auf 2 m brauchbar sein. Wie gut sie arbeitet, hängt jedoch von Stecker, Buchse, Montage und eventuellen Adaptern ab. In einer veröffentlichten Messung lag eine Adapterkette bei 146 MHz bei rund 0,1 dB Dämpfung und etwa 25 dB Rückflussdämpfung. Definierte 50-Ohm-Systeme liefern besser reproduzierbare Eigenschaften.

Kann ich PL-Stecker auf 70 cm verwenden?

Es funktioniert, ist aber die weniger reproduzierbare Wahl. Einzelne PL-Verbindungen und Adapterketten sind messtechnisch nicht gleichwertig: Jeder zusätzliche Übergang kann frequenz- und phasenabhängige Reflexionen sowie zusätzliche Verluste verursachen. Genau deshalb kommen veröffentlichte Messungen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Adapterketten sollten auf 70 cm vermieden werden. Für die Prüfung gilt NG206: Oberhalb 300 MHz sind N und SMA am besten geeignet.

Welcher PL-Stecker passt auf RG-58?

Für viele klassische RG-58-Ausführungen wird ein PL-259 mit UG-175-Reduzierhülse angeboten. Sicher ist die Zuordnung aber nur, wenn der Steckerhersteller den konkreten Kabeltyp beziehungsweise dessen Abmessungen freigibt - der Außendurchmesser allein genügt nicht. Für moderne Low-Loss-Kabel gibt es außerdem kabelspezifische UHF-Stecker, die einer Hülsenlösung vorzuziehen sind.

Muss ein PL-Stecker gelötet werden?

Nein. Es gibt vollständig gelötete, vollständig gecrimpte, kombinierte Löt-/Crimpausführungen und lötfreie Klemmstecker. Crimpen hat den Vorteil, dass keine Hitze ans Dielektrikum kommt und die Presskraft reproduzierbar ist - Voraussetzung ist eine Zange mit dem vom Steckerhersteller angegebenen Crimpmaß. Löten ist der klassische Weg und braucht wenig Spezialwerkzeug.

Warum braucht man beim PL-259 genügend thermische Leistung?

Der massive Steckerkörper entzieht der Lötstelle viel Wärme. Eine ausreichend leistungsfähige Lötstation mit passender großer Spitze erwärmt die Lötstelle zügig, während ein zu kleines Werkzeug längeres Erhitzen erfordert - und genau das verformt das Kabeldielektrikum. Eine feste Wattzahl gilt allerdings nicht für jede Steckerausführung; maßgeblich sind Steckermasse, Lötstelle und Herstelleranleitung.

Wie dichte ich eine PL-Verbindung draußen ab?

Mit einem herstellerfreigegebenen mehrlagigen System - verbreitet sind selbstverschweißendes Band mit UV-beständigem Vinylband darüber sowie Kombinationen aus Vinyl- und Butyl-Mastixlagen. Bei senkrechten Verbindungen von unten nach oben wickeln, damit die Lagen dachziegelartig überlappen. Das Band muss nach Herstellerangabe ausreichend weit über Stecker und Kabelmantel hinausreichen. Kontaktflächen und Gewinde dürfen dabei nicht mit ungeeigneten Dichtmassen verschmutzt werden.

Vom Stecker zur Lizenz

Steckverbinder, Wellenwiderstand und Anpassung sind im Fragenkatalog fest verankert - in Klasse N sogar mit eigenem Abschnitt. 12db führt dich mit dem offiziellen BNetzA-Fragenkatalog durch den gesamten Stoff und merkt sich, was du schon sicher kannst.

Kostenlos mit dem Lernen beginnen

Quellen: IEC 60169-12:1979 (Normeintrag) · Amphenol RF Europe Catalogue (UHF-Serie) · SSB-Electronic, Datenblatt UHF-Stecker · DARC-Kursunterlage Steckverbinder (DH2MIC) · IZ2UUF: PL-259 vs. N auf 430 MHz · IZ2UUF: zweite Messreihe · W0QE: UHF Connector Compensation · DK8AR: Adaptermessung PL auf SMA · ARRL QST 12/1995: Don't Solder to Connector Adapters · DX Engineering: Weatherproofing Coaxial Cable Connections · ARRL QST 05/1991: Connectors for (Almost) All Occasions · Max-Gain Systems: Montageanleitung 7500-UHF. Frequenz-, Leistungs- und Spannungsangaben gelten für die jeweils genannte Bauform unter den angegebenen Bedingungen und sind keine Eigenschaften der Serie insgesamt - verbindlich ist das Datenblatt der konkreten Teilenummer. Die genannten Messwerte stammen aus einzelnen dokumentierten Messungen mit unterschiedlichem Aufbau, nicht aus Serienuntersuchungen; Kalibrierebene und Messunsicherheit sind dort meist nicht angegeben. Prüfungsfragen nach dem offiziellen BNetzA-Fragenkatalog.

×Vollbild