LTE ist die Technik der vierten Mobilfunkgeneration, deshalb steht auf dem Handy mal "4G" und mal "LTE" für dasselbe Netz. 5G ist die fünfte Generation: mehr Kapazität, höhere Datenraten und kürzere Antwortzeiten, die großen Sprünge aber nur dort, wo das Netz mit breiten Kanälen auf 3,6 GHz ausgebaut ist. 3G (UMTS) ist in Deutschland seit Ende 2021 abgeschaltet. Für Telefonie, Musik und Video reicht LTE fast überall, 5G lohnt sich bei vielen Geräten, großen Downloads und Anwendungen, bei denen die Antwortzeit zählt. Wo genau die Unterschiede liegen, zeigt das Werkzeug unten mit den Standards, den Messwerten der vier deutschen Netze und den Frequenzen.
3G, 4G, LTE und 5G im Vergleich
Vier Ansichten, ein Werkzeug: die Spitzenwerte der Standards, die Messwerte der deutschen Netze, die Frequenzen mit Wellenlänge und Dämpfung, und die Frage, ob LTE für deine Anwendung reicht.
An dieser Stelle steht ein interaktiver Vergleich der Mobilfunkgenerationen mit Standards, Messwerten, Frequenzachse und Bedarfsrechner. Er benötigt JavaScript. Alle Zahlen stehen auch in den Tabellen dieses Artikels.
| Generation | Technik | Start in Deutschland | Spitzenwert laut Standard | Gemessen 2026 | Frequenzen | Status |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3G | UMTS, HSPA, HSPA+ | 2004 | 0,384 Mbit/s (UMTS) bis 42 Mbit/s (DC-HSPA+) | abgeschaltet | 2100 MHz | Ende 2021 abgeschaltet, Frequenzen an LTE und 5G |
| 4G | LTE | 2010 | 150 Mbit/s (Gerätekategorie 4), 300 Mbit/s (Kategorie 5) | Median je Netz 48 bis 263 Mbit/s, schwächstes Zehntel 8 bis 40 Mbit/s (alle Techniken gemischt) | 700, 800, 900, 1500, 1800, 2100, 2600 MHz | Flächennetz, rund 98 % der Fläche mit 4G oder 5G (Stand Oktober 2025) |
| 4G+ | LTE Advanced | ab 2014 | 1 Gbit/s (Anforderung IMT-Advanced) | dieselben, gebündelt | in Städten Standard | |
| 5G | 5G NR | 2019 | 20 Gbit/s Spitze, 100 Mbit/s je Nutzer als Ziel | nur 5G: 115 bis 174 Mbit/s je Netz (Opensignal, 2025) | 700 und 2100 MHz (geteilt mit LTE), 3,4 bis 3,7 GHz | rund 95 % der Fläche (Stand Oktober 2025), Standalone im Ausbau |
Die Spitzenwerte sind Laborgrößen der Standards, die Messwerte stammen aus Speedtests in Deutschland. Beide Spalten sagen etwas anderes: Was der Standard kann, und was an einem beliebigen Standort ankommt.
Was bedeuten 3G, 4G, LTE und 5G?
Kurz gesagt: Die Zahl zählt die Generationen des Mobilfunks, der Buchstabe G steht für Generation. Jede Generation ist eine Familie von Funkstandards mit eigener Technik und mehreren Ausbaustufen, die die vorherige nach rund zehn Jahren ablöst. Die Namen, die auf dem Display erscheinen (UMTS, LTE, 5G), sind die Techniken, die zu den Generationen gehören.

Was ist 3G beziehungsweise UMTS?
UMTS war die dritte Generation, in Deutschland nach der Auktion von 2000 (rund 50 Milliarden Euro für sechs Lizenzen) ab 2004 kommerziell verfügbar. Der Grundstandard schaffte 384 kbit/s, die Erweiterungen HSPA und HSPA+ brachten mobiles Internet mit zweistelligen Megabit, theoretisch bis 42 Mbit/s mit zwei gebündelten Trägern. UMTS funkte auf 2100 MHz. Telekom und Vodafone schalteten ihre 3G-Netze zum 30. Juni 2021 ab, Telefónica (O2) regionsweise bis Ende 2021. Die 2100-MHz-Frequenzen laufen heute mit LTE und 5G. Ein reines 3G-Gerät findet in Deutschland kein Netz mehr.
Was ist 4G beziehungsweise LTE?
LTE steht für Long Term Evolution, die Technik, die 3GPP in Release 8 festgelegt hat. In Deutschland nahm die Telekom den ersten LTE-Sender am 30. August 2010 in Kyritz in Betrieb, Vodafone verkaufte ab 1. Dezember 2010 LTE an Endkunden. Die Frequenzen kamen aus der Auktion vom Frühjahr 2010, darunter 800 MHz aus der "digitalen Dividende" des abgeschalteten analogen Fernsehens. Ein LTE-Gerät der Kategorie 4 erreicht im Standard 150 Mbit/s im Downlink und 50 Mbit/s im Uplink, Kategorie 5 mit vier Antennen 300 Mbit/s.
Streng genommen war das erste LTE noch kein 4G: Die ITU hatte 2008 für die vierte Generation ("IMT-Advanced") 100 Mbit/s in Bewegung und 1 Gbit/s im Stillstand gefordert, und das schaffte erst LTE Advanced. Im Dezember 2010 erklärte die ITU, die Bezeichnung 4G dürfe, obwohl nicht definiert, auch für die Vorläufer LTE und WiMAX und für deutlich verbesserte 3G-Techniken verwendet werden. Seitdem wird LTE allgemein der vierten Generation zugerechnet, und beide Wörter stehen auf dem Display für dasselbe Netz.
Was bedeutet 4G+ oder LTE Advanced?
Mit Release 10 kam LTE Advanced, das echte 4G nach ITU-Definition. Der wichtigste Baustein ist Carrier Aggregation: Das Gerät nutzt mehrere Frequenzblöcke gleichzeitig, etwa 800 und 1800 und 2600 MHz, und addiert deren Datenraten. Dazu kommen in der Praxis vier statt zwei Antennen (4x4 MIMO, im Standard schon seit Release 8 vorgesehen) und mit Release 12 die dichtere Modulation 256QAM. Auf dem Display heißt das "4G+" oder "LTE+", je nach Hersteller. Die Anforderung von 1 Gbit/s wird im Standard erreicht, in deutschen Netzen liegen die schnellsten LTE-Verbindungen bei einigen hundert Mbit/s.
Was ist 5G?
5G NR (New Radio) ist der Funkstandard der fünften Generation, ab Release 15 (2018/2019). Die ITU hat die Ziele in der Empfehlung IMT-2020 festgelegt: 20 Gbit/s Spitzenrate, 100 Mbit/s je Nutzer auch in dichten Städten, 1 ms Latenz auf der Funkstrecke für zeitkritische Anwendungen, eine Million Geräte je Quadratkilometer. Im Alltag heißt das: breitere Kanäle (bis 100 MHz auf 3,6 GHz statt 20 MHz bei LTE), Antennen mit vielen Elementen, die den Strahl auf das Gerät richten (Massive MIMO und Beamforming), und ein Kernnetz, das Dienste mit eigenen Garantien trennen kann (Network Slicing). In Deutschland startete 5G im Juli 2019, Vodafone am 17. Juli 2019 als erster Anbieter für Privatkunden.
LTE oder 5G: Was ist besser?
Für die meisten Nutzer in Deutschland lautet die ehrliche Antwort: Es kommt auf den Standort an, nicht auf die Generation. 5G ist im Mittel schneller und reagiert schneller, LTE ist nahezu flächendeckend verfügbar und reicht für fast alles. Die Unterschiede im Einzelnen:
Unterschied zwischen 4G und 5G
| 4G (LTE, LTE Advanced) | 5G (5G NR) | |
|---|---|---|
| Datenrate laut Standard | 150 Mbit/s bis 1 Gbit/s | bis 20 Gbit/s, 100 Mbit/s je Nutzer als Ziel |
| Datenrate gemessen | Median aller Speedtests in Deutschland 305 Mbit/s (Ookla, August 2026), nur 5G je Netz 115 bis 174 Mbit/s (Opensignal, 2025). Reine LTE-Werte weisen die Tests nicht mehr aus | |
| Latenz laut Standard | unter 5 ms auf der Funkstrecke (Designziel) | 4 ms, für zeitkritische Dienste 1 ms (Ziele für die Funkstrecke, keine Ping-Zeiten) |
| Latenz gemessen | Median 20 ms (Ookla, August 2026), 77 % der Messungen der Bundesnetzagentur unter 20 ms, 96 % unter 40 ms | |
| Kanalbreite | bis 20 MHz je Träger, gebündelt mehr | bis 100 MHz auf 3,6 GHz |
| Kapazität | hoch | deutlich höher, Ziel eine Million Geräte je km² |
| Frequenzen in Deutschland | 700 bis 2600 MHz | 700 und 2100 MHz (mit LTE geteilt), 3,4 bis 3,7 GHz |
| Abdeckung (Stand Oktober 2025) | rund 98 % der Fläche (4G oder 5G) | rund 95 % der Fläche, Telekom 87 %, Vodafone 75 %, Telefónica 76 % |
| Energie | bewährt | effizienter je Bit, das Gerät schaltet bei geringem Nutzen auf LTE zurück |
| Voraussetzung | jedes Smartphone seit rund 2012 | 5G-Gerät, für Standalone zusätzlich Tarif und Freischaltung |
Wie schnell sind LTE, 4G+ und 5G wirklich?
Zwei Messverfahren, zwei Bilder. Ookla wertet die Speedtests aus, die Nutzer selbst starten: Für Januar bis Juni 2026 liegt der Download-Median bei der Telekom bei 263 Mbit/s, bei Vodafone bei 71, bei O2 bei 53 und bei 1&1 bei 48 Mbit/s. Das schwächste Zehntel der Messungen liegt bei 40 (Telekom) beziehungsweise 8 bis 10 Mbit/s (die anderen drei). Im Länderindex für August 2026 steht Deutschland bei 305 Mbit/s Median und 20 ms, der Median aller gemessenen Mobilfunkverbindungen, keine garantierte Rate und keine reine LTE-Messung. Opensignal misst dagegen passiv im Hintergrund der Geräte, zu allen Zeiten und an allen Orten, und kommt für reines 5G auf 174 Mbit/s (Telekom), 154 (Vodafone) und 115 (O2) im Zeitraum Juli bis September 2025. Die Unterschiede liegen an Messverfahren und Stichprobe: Wer selbst einen Speedtest startet, misst zu einem gewählten Zeitpunkt, oft bei gutem Empfang, Opensignal zählt jede Verbindung mit. Die Bundesnetzagentur stellt in ihrer Breitbandmessung 2024/2025 fest, dass 5G-Messungen in den oberen Tarifklassen deutlich besser abschneiden als 4G und die Latenzen kürzer sind, ohne Durchschnittswerte zu nennen.
Was die Zahlen nicht zeigen: 5G ist nicht automatisch schneller. Auf 700 und 2100 MHz teilen sich LTE und 5G denselben Frequenzblock (DSS). Die Datenraten liegen dort in der Größenordnung einer LTE-Zelle, die Bundesnetzagentur erwartet für 5G mit DSS im Mittel eine leicht höhere Rate als für 4G, je nach Auslastung, Netzkonfiguration und Gerät. Die großen Sprünge kommen aus der Bandbreite, und die gibt es auf 3,6 GHz, vor allem in Städten.
Hat LTE oder 5G die größere Reichweite?
Keine der beiden Generationen hat eine Reichweite, die Frequenz hat sie. Die Freiraumdämpfung zwischen zwei Antennen mit festem Gewinn wächst mit dem Quadrat der Frequenz:
$$a_F = 20 \cdot \log_{10}\left(\frac{f}{\text{MHz}}\right) + 20 \cdot \log_{10}\left(\frac{d}{\text{km}}\right) + 32{,}44\ \text{dB}$$
Zwischen 800 MHz und 3,6 GHz liegen damit $20 \cdot \log_{10}(3600 / 800) \approx 13\ \text{dB}$, das ist ein Faktor 20 in der Leistung bei gleicher Entfernung und gleichen Antennen. Dazu kommt die Dämpfung durch Wände und Fenster, die mit der Frequenz ebenfalls steigt. Als Planungswerte nennt Vodafone für 3,6 GHz bis zu einen Kilometer ab Mast, für 2,1 GHz rund zwei, für LTE auf 1800 MHz zwei bis drei Kilometer, die Telekom für 5G auf 700 MHz Zellradien bis zu zehn Kilometer. Je nach Gelände, Antennen und Ausbau kann es im Einzelfall mehr oder weniger sein. Ein 5G-Netz auf 700 MHz reicht also ähnlich weit wie LTE auf 800 MHz, bei 700 MHz sogar einen Hauch weiter, nur das 5G auf 3,6 GHz ist kurzatmig. Dagegen hilft Beamforming, das die Sendeenergie auf das Gerät bündelt, aber keine Antennentechnik hebt die Physik auf. Welche Frequenz dein Gerät gerade nutzt, entscheidet darum mehr über den Empfang als die Generation.
Brauche ich 5G oder reicht LTE?
| Anwendung | Bedarf | Reicht LTE? |
|---|---|---|
| Telefonie (VoLTE) | rund 100 kbit/s | Ja, wo LTE stabil anliegt |
| Musik streamen | unter 0,5 Mbit/s | Ja |
| Video in Full HD | 5 Mbit/s (Netflix) | Ja, meist auch am schwachen Standort, solange die Zelle nicht überlastet ist |
| Video in 4K | 15 Mbit/s (Netflix) | Ja, an schwachen Standorten knapp |
| Videokonferenz in Gruppe | 1,8 bis 3,8 Mbit/s je Richtung (Zoom) | Ja, der Uplink entscheidet |
| Online-Spiele | wenig Datenrate, Antwortzeit unter 40 ms | Meist, 5G Standalone reagiert schneller |
| Hotspot für mehrere Geräte | Summe der Geräte | Ja bei gutem Empfang, sonst 5G |
| Heimrouter statt DSL | 100 Mbit/s und mehr, Datenvolumen | Nur an guten Standorten, besser 5G auf 3,6 GHz mit Außenantenne |
| Ländliche Gegend | überhaupt Empfang | LTE auf 800 MHz und 5G auf 700 MHz reichen am weitesten, beide ähnlich |
Die Probe aufs Exempel steht im Werkzeug oben unter "Brauche ich 5G?": Dort vergleichst du den Bedarf mit dem schwächsten Zehntel der Messungen, also dem Wert für den schlechten Standort.
Welche Frequenzen nutzen 3G, 4G/LTE und 5G in Deutschland?
Die Bundesnetzagentur hat den öffentlichen Mobilfunk Frequenzen zwischen 700 MHz und 3,8 GHz zugeteilt, dazu Bereiche bei 26 GHz für lokale Netze. Die Bänder tragen Nummern aus dem 3GPP-Standard, bei LTE mit B, bei 5G mit n. Die Tabelle nennt, wer die Frequenzen zugeteilt bekommen hat, nicht, wo sie schon ausgebaut sind. 1&1 baut sein eigenes Netz noch auf und versorgt seine Kunden außerhalb davon über das Vodafone-Netz. Die wichtigsten Bänder:
| Band | Bereich (Downlink) | Technik | Zuteilung | Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| n28 (700 MHz) | 758 bis 788 MHz, FDD | 5G, bei Vodafone mit LTE geteilt | Telekom, Vodafone, Telefónica | Fläche, Land, Gebäude |
| B20 (800 MHz) | 791 bis 821 MHz, FDD | LTE | Telekom, Vodafone, Telefónica | Rückgrat der Flächenversorgung |
| B8 (900 MHz) | 925 bis 960 MHz, FDD | LTE (früher GSM) | Telekom, Vodafone, Telefónica | Land, Gebäude |
| B32 (1500 MHz) | 1452 bis 1492 MHz, nur Downlink | LTE | Telekom, Vodafone | Zusatzkapazität per Bündelung |
| B3 (1800 MHz) | 1805 bis 1880 MHz, FDD | LTE | Telekom, Vodafone, Telefónica | das LTE-Hauptband in Städten |
| n1 (2100 MHz) | 2110 bis 2170 MHz, FDD | LTE und 5G geteilt (früher UMTS) | Telekom, Vodafone, Telefónica, 1&1 | Städte, 5G in der Fläche |
| B7 (2600 MHz) | 2620 bis 2690 MHz, FDD | LTE | Telekom, Vodafone, Telefónica, 1&1 | Hotspots, Kapazität |
| n78 (3,6 GHz) | 3400 bis 3700 MHz, TDD | 5G | Telekom und Vodafone je 90 MHz, Telefónica 70, 1&1 50 | das schnelle 5G in Städten |
| 3,7 bis 3,8 GHz | TDD | 5G | lokale Zuteilungen | Campusnetze von Industrie und Hochschulen |
Die Nutzungsrechte für 800, 1800 und 2600 MHz hat die Bundesnetzagentur im März 2025 um fünf Jahre bis Ende 2030 verlängert, verbunden mit neuen Auflagen: ab 2030 mindestens 50 Mbit/s auf 99,5 % der Fläche, ab 2029 100 Mbit/s für 99 % der Haushalte in dünn besiedelten Gemeinden und entlang aller Bundesstraßen. Die Rechte an 700, 900 und 1500 MHz laufen bis 2033, die an 2100 MHz und 3,6 GHz bis 2040.
Welche LTE-Frequenzen werden verwendet?
LTE läuft in Deutschland auf 800, 900, 1500, 1800, 2100 und 2600 MHz, bei Vodafone zusätzlich auf 700 MHz. Das Band 20 bei 800 MHz ist das Rückgrat auf dem Land und in Gebäuden, das Band 3 bei 1800 MHz trägt in Städten die meisten Verbindungen, 2600 MHz versorgt Hotspots. Ein Smartphone für den deutschen Markt muss mindestens die Bänder 20, 3 und 1 beherrschen, bei Importgeräten lohnt der Blick ins Datenblatt.
Welche Frequenzen nutzt 5G?
5G nutzt drei Lagen. Low-Band bei 700 MHz für die Fläche: Die Telekom betreibt dort seit 2022 ausschließlich 5G, Vodafone teilt den Block per DSS mit LTE. Mid-Band bei 2100 MHz, wo die früheren UMTS-Frequenzen mit DSS für LTE und 5G laufen, und bei 3,4 bis 3,7 GHz, dem Band n78 aus der Auktion von 2019, das mit bis zu 90 MHz je Betreiber die hohen Datenraten liefert. Millimeterwellen bei 26 GHz sind in Deutschland bisher nur lokal auf Antrag zu haben, im öffentlichen Netz spielen sie keine Rolle.
Warum haben niedrige Frequenzen oft eine größere Reichweite?
Zwei Gründe. Erstens die Freiraumdämpfung: Eine Antenne mit festem Gewinn fängt umso weniger Leistung aus dem Raum ein, je kleiner ihre wirksame Fläche ist, und die ist proportional zum Quadrat der Wellenlänge, bei höherer Frequenz also kleiner. Bei gleicher Entfernung und gleichen Antennengewinnen kommen bei doppelter Frequenz 6 dB weniger an, zwischen 800 MHz und 3,6 GHz sind es 13 dB. Was wirklich ankommt, hängt zusätzlich an Sendeleistung, Antennengewinnen und Hindernissen. Zweitens die Gebäudedämpfung: Wände, Decken und vor allem wärmedämmende Fensterscheiben mit Metallbeschichtung dämpfen höhere Frequenzen stärker. Das Fraunhofer ISE hat 2023 an üblichem Wärmeschutzglas gemessen, dass nur 0,1 % der Funkleistung hindurchkommen, also rund 30 dB verloren gehen, ein Messwert für diese Scheiben, nicht für jedes Fenster. Eine Messreihe der Universität Aalborg fand bei modernen Gebäuden 20 bis 25 dB mehr Dämpfung als bei Altbauten. Deshalb versorgen 700 und 800 MHz das Land und die Wohnungen, und 3,6 GHz die Innenstädte und Bahnhöfe. Der Eintrag zur Wellenlänge rechnet das vor, der Dezibel-Rechner macht aus den 13 dB den Faktor 20.
Prüfungsfragen zur Wellenlänge
Drei Prüfungsfragen zur Umrechnung von Frequenz in Wellenlänge
Fragetext stammt aus dem offiziellen BNetzA-Fragenkatalog. Die Reihenfolge der Antworten wird bei jedem Aufruf neu gemischt und weicht deshalb vom Katalog ab. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.
NB303 Welcher Wellenlänge $\lambda$ entspricht in etwa eine Frequenz von 433,500 MHz im Freiraum?
- 0,69 m
- 58,0 cm
- 2,06 m
- 198 cm
EB313 Welcher Wellenlänge $\lambda$ entspricht in etwa die Frequenz 28,5 MHz im Freiraum?
- 10,5 m
- 15,0 m
- 9,49 m
- 9,49 cm
EB312 Welcher Wellenlänge $\lambda$ entspricht in etwa die Frequenz $f$ = 21 MHz?
- 14,29 m
- 7,15 m
- 12,86 m
- 6,43 m
Diese Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur (Klassen N und E). Im Lernbereich übst du sie mit Fortschrittsspeicherung und persönlicher Auswertung.
Dieselbe Rechnung für den Mobilfunk, mit der Lichtgeschwindigkeit $c \approx 300\,000\ \text{km/s}$:
$$\lambda = \frac{c}{f} \approx \frac{300}{f / \text{MHz}}\ \text{m}$$
800 MHz sind 37,5 cm, 1800 MHz 16,7 cm, 3600 MHz 8,3 cm. Das Werkzeug oben zeigt sie im Reiter Frequenzen für jedes Band, samt Länge eines Halbwellendipols.
LTE- und 5G-Empfang verbessern
- Standort: Ein Router gehört meist ans Fenster, möglichst hoch und auf der Seite zum Mast. Jede Wand dazwischen kostet Dezibel. Bei metallbeschichtetem Wärmeschutzglas kann eine Innenwand der bessere Platz sein, entscheidend sind die Signalwerte am tatsächlichen Standort.
- Entfernung und Hindernisse: Wo der nächste Mast steht, zeigt die EMF-Standortkarte der Bundesnetzagentur. Sichtverbindung ist mehr wert als Nähe.
- Frequenzband: Viele Router lassen sich auf ein Band festlegen. Am Rand der Versorgung bringt 800 MHz die stabilere Verbindung, in der Stadt 1800 MHz oder 3,6 GHz die höhere Rate.
- Zellenauslastung: Abends teilen sich mehr Geräte dieselbe Zelle. Ein Test um 3 Uhr nachts sagt wenig über 20 Uhr.
- Außenantenne: Üblich sind zwei Antennen (2x2 MIMO), für die höchsten Raten vier, eine einzelne Antenne verschenkt Datenrate. Eine Richtantenne mit einigen dB Gewinn auf dem Dach ersetzt keine fehlende Versorgung, holt aber an der Grenze der Reichweite stabile Verbindungen herein. Kurze, dämpfungsarme Kabel, sonst frisst das Kabel den Gewinn.
- Ausrichtung: Richtantennen auf den Mast drehen, mit Blick auf die Signalwerte, nicht auf die Balken.
Wie erkenne ich guten oder schlechten LTE- und 5G-Empfang?
Die Balken auf dem Display zeigen nur die Empfangsleistung des Referenzsignals, nicht, wie viel davon brauchbar ist. Drei Werte sagen mehr, auslesbar im Feldtestmenü des Handys (iPhone: in der Telefon-App *3001#12345#* wählen, Android je nach Hersteller *#*#4636#*#*) oder in der Oberfläche des Routers:
| Wert | Bedeutung | sehr gut | gut | schwach |
|---|---|---|---|---|
| RSRP | Empfangsleistung des Referenzsignals in dBm | über -80 | -80 bis -90 | unter -100 |
| RSRQ | Qualität: Referenzsignal gegen Gesamtempfang, in dB | über -10 | -10 bis -15 | unter -20 |
| SINR | Signal gegen Störung und Rauschen, in dB | über 20 | 13 bis 20 | unter 0 |
Die Schwellen stammen aus den Empfehlungen des Routerherstellers Teltonika, eine Norm dafür gibt es nicht. Entscheidend ist die Kombination: Ein RSRP von -70 dBm mit einem SINR von 2 dB ist ein starkes, aber unbrauchbares Signal, etwa durch eine gleich starke Nachbarzelle, Mehrwegeausbreitung, eine Störquelle in der Nähe oder eine überlastete Zelle. Volle Balken und zäher Datenfluss haben meist eine dieser Ursachen.
5G Standalone und Non-Standalone erklärt
Das erste 5G war Non-Standalone (NSA): Das Gerät hängt an einer LTE-Zelle, die die Steuerung übernimmt, und bekommt 5G nur als zusätzlichen Datenkanal, das Kernnetz ist das von LTE. Damit ließ sich 5G schnell einführen, die Antwortzeit kann gegenüber reinem LTE schon etwas sinken, die neuen Funktionen fehlen aber. Standalone (SA) nutzt 5G für Steuerung und Daten und ein eigenes 5G-Kernnetz. Erst damit gibt es Network Slicing, Telefonie direkt über 5G (VoNR) und die Voraussetzung für kurze Antwortzeiten, einen bestimmten Ping garantiert aber auch SA nicht. Vodafone hat SA 2021 eingeschaltet und bietet es seit 2022 als "5G+" an, Telefónica seit Oktober 2023 als "5G Plus", die Telekom seit 2025 bundesweit mit rund 98 % der Bevölkerung, zunächst gekoppelt an einen Gaming-Dienst mit eigenem Netz-Slice. Ob dein Gerät gerade Standalone nutzt, verrät das Symbol "5G+" nicht zuverlässig: Was die Zusätze bedeuten, legen Anbieter, Gerätehersteller und Betriebssystem fest, Android sieht ein 5G+-Symbol auch für bestimmte Non-Standalone-Verbindungen vor, und Apple nutzt es für eine schnellere 5G-Variante des Anbieters. Sicher sagt es nur die Netzinformation im Feldtestmenü des Geräts. Voraussetzung für SA sind ein SA-fähiges Gerät, ein freigeschalteter Tarif und beim iPhone die Einstellung "5G Standalone".
Warum wurde 3G abgeschaltet, und wann wird 4G abgeschaltet?
3G hatte 2021 keinen Platz mehr: Die 2100-MHz-Frequenzen waren mit UMTS schlecht genutzt, mit LTE und 5G bringen dieselben Blöcke ein Vielfaches der Kapazität, und die Geräte, die noch auf 3G angewiesen waren, wurden selten. Telekom und Vodafone schalteten zum 30. Juni 2021 ab, Telefónica bis Ende 2021. Dasselbe passiert jetzt mit 2G: Die Telekom hat die Abschaltung ihres GSM-Netzes zum 30. Juni 2028 angekündigt, Vodafone bis September 2028, Telefónica für die zweite Jahreshälfte 2028. Vodafone will für bestimmte kritische Anwendungen aus dem Internet der Dinge ein Restnetz bis Ende 2030 halten, eine allgemeine Übergangslösung ist das nicht. Betroffen sind Geräte, die nur über 2G telefonieren, und LTE-Geräte ohne funktionierendes VoLTE, die für Gespräche bisher auf 2G zurückfallen. Ob ein solches Gerät nach 2028 noch telefonieren und den Notruf erreichen kann, hängt vom Gerät, den unterstützten Verfahren und dem Netz vor Ort ab, die Bundesnetzagentur rät zur Prüfung beim Hersteller oder Anbieter. Wer ein Smartphone aus den letzten Jahren hat, bei dem VoLTE vom Anbieter freigeschaltet und eingeschaltet ist, merkt von der Abschaltung nichts.
Für LTE gibt es keinen Abschalttermin, bei keinem Betreiber. Das Gegenteil ist der Fall: 5G Non-Standalone braucht LTE als Anker, die Nutzungsrechte für die LTE-Frequenzen laufen bis 2030 und darüber hinaus, und die Bundesnetzagentur stellt im Dezember 2025 fest, dass rund 98 % der Fläche mit 4G oder 5G versorgt sind. Ein 4G-Gerät mit VoLTE funktioniert absehbar weiter.
Mobilfunk und Amateurfunk: direkte Nachbarn
Das 9-cm-Band der Funkamateure liegt bei 3400 bis 3475 MHz, also im unteren Teil des 5G-Bands n78, das in Deutschland von 3400 bis 3700 MHz vergeben ist. Funkamateure sind dort nur sekundär zugelassen, müssen Störungen des Mobilfunks vermeiden und dessen Störungen hinnehmen, in den USA hat die Regulierungsbehörde das Band dem Amateurfunk bereits zugunsten von 5G entzogen. Auch sonst lohnt der Blick: Ein Handy sendet mit höchstens 23 dBm, also 0,2 W, eine Amateurfunkstelle der Klasse A darf 750 W. Dass das Handy trotzdem Kilometer überbrückt, liegt an den empfindlichen Empfängern und den hoch angebrachten Antennen der Basisstation. Mit einem SDR-Stick siehst du die Mobilfunkbänder im Wasserfall: breite LTE-Träger bei 800 und 1800 MHz, dazwischen die schmalen Reste des GSM. Und wer die Prüfung ablegt, rechnet in Klasse N dieselbe Wellenlänge aus, mit der sich ein Mobilfunkingenieur die Antennenlänge überlegt.
Fazit: Wann lohnt sich 5G gegenüber LTE?
5G lohnt sich, wenn du an einem Standort mit 3,6-GHz-Versorgung bist und viel Datenvolumen bewegst, wenn mehrere Geräte an einem Hotspot hängen, wenn der Mobilfunk den Festnetzanschluss ersetzt oder wenn die Antwortzeit zählt, dann mit Standalone. LTE reicht für Telefonie, Musik, Video und Videokonferenzen auch am schwachen Standort, solange die Verbindung stabil ist, und auf dem Land versorgen 700 und 800 MHz beide Generationen ähnlich weit. Entscheidend ist in jedem Fall der Standort: ein Fenster zur richtigen Seite, ein Band, das trägt, bei Bedarf eine Außenantenne. Die Zahlen dazu stehen im Werkzeug oben, die Physik dahinter in den Einträgen zur Wellenlänge und zur Antenne.
Von der Frequenz zur Lizenz
Wer verstanden hat, warum 800 MHz weiter reicht als 3,6 GHz, hat ein Kapitel der Amateurfunkprüfung schon hinter sich. Der Rest steht im offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur, hier zum Üben mit Fortschrittsanzeige und Auswertung.
Prüfungsvorbereitung startenHäufige Fragen zu LTE, 4G und 5G
Ist LTE dasselbe wie 4G?
Im Alltag ja: LTE ist die Technik der vierten Generation, 4G der Name der Generation. Streng nach ITU erfüllte erst LTE Advanced die 4G-Anforderungen, seit 2010 darf aber auch das einfache LTE 4G heißen. Was auf dem Display steht, hängt vom Hersteller ab.
Was ist besser: LTE oder 5G?
5G hat die höhere Kapazität, die höheren Datenraten und mit Standalone die kürzere Antwortzeit. LTE ist überall und reicht für Telefonie, Musik, Video und Videokonferenzen. Besser ist das Netz mit dem besseren Empfang an deinem Standort, und das kann LTE sein.
Ist 5G immer schneller als LTE?
Nein. Auf 700 und 2100 MHz teilen sich LTE und 5G denselben Frequenzblock, dort liegen die Datenraten in der Größenordnung einer LTE-Zelle. Die hohen Raten gibt es auf 3,6 GHz, wo eine Zelle nach Planungswerten rund einen Kilometer reicht. Im Mittel ist 5G schneller, an einem bestimmten Standort nicht zwingend.
Warum steht auf meinem Handy LTE statt 4G?
Weil der Hersteller die Technik statt der Generation anzeigt. LTE und 4G bezeichnen dasselbe Netz. Zeigt das Handy 4G+ oder LTE+, bündelt es mehrere Frequenzblöcke (LTE Advanced).
Was bedeutet 4G+?
LTE Advanced: Das Gerät nutzt mehrere Frequenzbänder gleichzeitig (Carrier Aggregation), mehr Antennen und dichtere Modulation. Im Standard bis 1 Gbit/s, in deutschen Netzen einige hundert Mbit/s an guten Standorten.
Funktionieren 4G-Handys weiterhin?
Ja. Für LTE gibt es keinen Abschalttermin, die Frequenzrechte laufen bis mindestens 2030, und 5G Non-Standalone braucht LTE als Anker. Wichtig ist nur, dass das Gerät VoLTE beherrscht, weil ab 2028 die 2G-Netze abgeschaltet werden, über die ältere LTE-Geräte telefonieren.
Hat 5G eine kürzere Reichweite als LTE?
Nur auf 3,6 GHz, dort reicht eine Zelle nach Planungswerten rund einen Kilometer. 5G auf 700 MHz reicht ähnlich weit wie LTE auf 800 MHz, laut Telekom bis zu zehn Kilometer. Die Reichweite hängt an der Frequenz, nicht an der Generation.
Ist 3G in Deutschland noch verfügbar?
Nein. Telekom und Vodafone haben UMTS zum 30. Juni 2021 abgeschaltet, Telefónica bis Ende 2021. Die Frequenzen bei 2100 MHz laufen heute mit LTE und 5G. Ein reines 3G-Gerät findet kein Netz mehr.
Welche Frequenz nutzt mein Mobilfunkanbieter?
Alle drei Netzbetreiber nutzen 700, 800, 900, 1800, 2100 und 2600 MHz sowie 3,4 bis 3,7 GHz, 1&1 hat eigene Frequenzen bei 2100, 2600 und 3600 MHz. Welches Band dein Gerät gerade nutzt, zeigt das Feldtestmenü des Handys oder die Oberfläche des Routers.
Was bedeutet 5G SA?
Standalone: 5G mit eigenem Kernnetz, ohne LTE als Anker. Erst damit gibt es die kurze Latenz, Network Slicing und Telefonie über 5G. Vodafone nennt es 5G+, Telefónica 5G Plus, die Telekom hat es 2025 bundesweit eingeschaltet. Nötig sind ein SA-fähiges Gerät und ein freigeschalteter Tarif, das Symbol auf dem Display allein ist kein Beleg.
