Icom ist ein bekannter japanischer Hersteller von Funkgeräten. Das Unternehmen bietet Geräte für Amateurfunk, See- und Flugfunk sowie professionellen Land- und Netzwerkfunk an. Bei Funkamateuren steht der Name vor allem für SDR-Transceiver mit Touchscreen und Wasserfall-Anzeige. Diese Seite gibt einen Überblick über das Unternehmen, seine Sparten und bekannte Icom-Modelle.

Icom-Funkgeräte für: Amateurfunk · Seefunk · Flugfunk · Betriebs- & IP-Funk · Empfänger

💡 Kurzporträt: Icom wurde 1954 von Tokuzo Inoue gegründet (ursprünglich als Inoue Denki Seisakusho). Der Markenname Icom leitet sich von "Inoue Communications" ab; seit 1978 firmiert das Unternehmen als Icom Incorporated (Hauptsitz Osaka). Die Icom (Europe) GmbH mit Sitz in Heusenstamm bei Frankfurt betreut Deutschland und weitere europäische Märkte.

Icom im Überblick

Icom begann mit Geräten für den Amateurfunk und erweiterte sein Portfolio später um See-, Flug- und professionellen Landfunk sowie Netzwerk- und IP-Technik. In Europa betreut die Icom (Europe) GmbH (Heusenstamm bei Frankfurt) Deutschland und weitere europäische Märkte und unterstützt Fachhandel, Service und Ersatzteilversorgung.

Icom bietet Funk- und Kommunikationsgeräte für folgende Bereiche an:

SparteWofür
AmateurfunkKurzwellen-, UKW- und SHF-Transceiver, Handgeräte, Portabelgeräte - die Ursprungssparte
Seefunk (Marine)UKW-Seefunkgeräte (je nach Modell mit DSC, GPS oder AIS), Hand- und Feststationen für Sportboote und Berufsschifffahrt
Flugfunk (Air Band)VHF-Flugfunk-Handgeräte für Piloten, teils mit VOR-Navigation
Betriebsfunk (Land Mobile)analoge und digitale Firmenfunkgeräte, Icoms Digitalsystem IDAS, PMR446-Geräte
EmpfängerBreitband-Kommunikationsempfänger mit SDR-Technik
Netzwerk-/IP-FunkLTE-/PoC-Funkgeräte, die über Mobilfunk- und IP-Netze kommunizieren

Icom-Funkgeräte im Überblick

Eine Auswahl bekannter Icom-Modelle über die Sparten hinweg:

ModellSparteBauformKurzbeschreibung
IC-7300MK2AmateurfunkStationsgerätHF/50-MHz-SDR mit Touchscreen, Spektrumanzeige und Antennentuner; Europa-Version zusätzlich mit 70 MHz. Nachfolger des IC-7300
IC-7610AmateurfunkStationsgerätHF-SDR mit zwei Empfangswegen (Dual-Watch, Contest/DX)
IC-7760AmateurfunkStationsgerät200 W, separates Bedienteil + abgesetzte HF-Einheit
IC-9700AmateurfunkStationsgerätVHF/UHF/SHF All-Mode (2 m/70 cm/23 cm) mit D-STAR
IC-905AmateurfunkStationsgerätAmateurfunkbänder 144/430 MHz, 1,2/2,4/5,6 GHz (10 GHz optional)
IC-705AmateurfunkPortabel (QRP)Akkubetriebener SDR (HF/50/144/430 MHz) mit D-STAR, GPS
ID-52E PLUSAmateurfunkHandgerätDualband FM/D-STAR mit Farbdisplay, GPS, Bluetooth
IC-T10AmateurfunkHandgerätAnaloges VHF/UHF-FM-Handgerät (IP67)
IC-M94DESeefunkHandgerätUKW-Handgerät mit AIS-Empfänger, DSC und GPS
IC-M510E EVOSeefunkFeststationUKW-Seefunkgerät mit Klasse-D-DSC, NMEA 2000 und App-Bedienung, je nach Version mit AIS-Empfänger
IC-A25NEFlugfunkHandgerätAirband-Handgerät mit Sprechfunk und VOR-Navigation
IC-R8600EmpfängerBasisgerätBreitband-SDR-Empfänger 10 kHz-3 GHz mit Wasserfall
Hinweis: Stand dieser Modellübersicht: Juli 2026. Sortiment, Nachfolgemodelle und regionale Modellvarianten können sich ändern - maßgeblich sind die offiziellen Icom-Datenblätter.

Icom-Amateurfunkgeräte

Der Amateurfunk ist Icoms Ursprung und bis heute ein Schwerpunkt. Prägend ist der Einsatz von SDR-Technik: Wesentliche Funktionen wie Filterung, Demodulation und Signalaufbereitung werden digital bzw. softwaregesteuert umgesetzt, und ein Farb-Touchscreen zeigt das Bandgeschehen als Echtzeit-Spektrum mit Wasserfall.

Kurzwellen- und Basis-Transceiver

  • IC-7300 / IC-7300MK2 - der IC-7300 ist ein weit verbreiteter HF-/50-MHz-SDR-Transceiver mit Touchscreen, Spektrum-/Wasserfall-Anzeige und eingebautem Antennentuner (100 W); Icom gibt für ihn weltweit über 100.000 verkaufte Geräte an. Nachfolger ist der IC-7300MK2: Icom (Europe) nennt Dezember 2025 als europäischen Marktstart und führt ihn inzwischen als aktuelles Modell dieser Baureihe. Er ergänzt das Konzept unter anderem um HDMI-Ausgang, USB-C- und LAN-Anschluss, separate Empfangsantennenanschlüsse und einen eingebauten CW-Decoder; die Europa-Version deckt zusätzlich das 70-MHz-Band ab.
  • IC-7610 - HF-Basisstation mit zwei gleichzeitig nutzbaren Empfangswegen (Dual-Watch) für Contest- und DX-Betrieb.
  • IC-7760 - kombiniert ein separates Bedienteil mit einer abgesetzten HF-Einheit (200 W) und unterstützt netzwerkbasierte Bedienkonzepte.
  • IC-9700 - VHF/UHF/SHF-All-Mode-Transceiver für 2 m, 70 cm und 23 cm (1,2 GHz), inklusive D-STAR.
  • IC-905 - deckt die Amateurfunkbänder bei 144 MHz, 430 MHz, 1,2 GHz, 2,4 GHz und 5,6 GHz ab; mit dem optionalen Transverter CX-10G zusätzlich das 10-GHz-Band.

Portabel und QRP

IC-705 - ein portabler SDR-Allmode-Transceiver für HF, 50, 144 und 430 MHz. Er liefert bis zu 5 Watt mit Akku und bis zu 10 Watt bei geeigneter externer Gleichspannungsversorgung und bringt QRP-Betrieb, D-STAR, GPS und Bluetooth mit. Er wird häufig für portable Aktivitäten wie SOTA und POTA eingesetzt.

Handfunk- und Mobilgeräte

  • ID-52E PLUS - aktuelles Dualband-Handfunkgerät für FM und D-STAR mit Farbdisplay, GPS, Bluetooth und USB; der ID-52E ist das Vorgängermodell.
  • ID-50E - kompakteres Dualband-Handgerät für FM und D-STAR.
  • IC-T10 - analoges VHF/UHF-FM-Handgerät mit IP67-Schutz.
  • ID-5100E - Dualband-D-STAR-Mobilgerät für den Fahrzeugeinbau; IC-2730E - analoges Dualband-FM-Mobilgerät mit Dual-Watch.
  • ID-5200A/E - im Mai 2026 angekündigtes 144/430-MHz-Mobilgerät mit 4,3-Zoll-Farb-Touchscreen, Wasserfallanzeige, D-STAR und WLAN; Markteinführung laut Icom im Sommer 2026.
D-STAR bei Icom: D-STAR ("Digital Smart Technologies for Amateur Radio") wurde unter Federführung der japanischen Amateurfunkvereinigung JARL entwickelt; Icom brachte ab 2004 erste kommerzielle Geräte mit D-STAR-Unterstützung heraus und gehört zu den wichtigsten Anbietern. Der D-STAR-DV-Modus ist für ein 6,25-kHz-Kanalraster ausgelegt. Über Gateways lassen sich unter anderem Rufzeichenrouting und Verbindungen zu internetbasierten Reflektoren nutzen. D-STAR ist nicht kompatibel mit DMR oder C4FM/Fusion (Yaesu).

Icom-Seefunkgeräte

UKW-Seefunkgeräte mit DSC (Digitaler Selektivruf) für Sportboote und Berufsschifffahrt, als Handgerät oder Feststation. Beispiele:

  • IC-M94DE - schwimmfähiges UKW-Handgerät mit integriertem AIS-Empfänger, DSC und GPS.
  • IC-M510E EVO - aktuelle Ausführung der IC-M510-Serie: UKW-Seefunkgerät mit Klasse-D-DSC, Farbdisplay, integrierter NMEA-2000-Anbindung und Fernbedienung per Smartphone-App (WLAN). Die Version #55 hat einen AIS-Empfänger, die Version #45 nicht. Als Black-Box-Ausführung mit abgesetzter Bedieneinheit gibt es den IC-M510BB.
  • IC-M25EURO EVO - leichtes, schwimmfähiges UKW-Handgerät mit Float'n Flash (schwimmt auf, blinkt und alarmiert bei Wasserkontakt), USB-C-Ladung und stromsparendem Eco-Modus.

Für die Bedienung von See- und Binnenfunkanlagen sind je nach Fahrtgebiet und Anlage entsprechende Funkzeugnisse erforderlich, etwa SRC, LRC oder UBI.

Icom-Flugfunkgeräte

VHF-Flugfunk-Handgeräte für Piloten im Bereich 118-137 MHz (AM):

  • IC-A25NE - mit Sprechfunk und VOR-Navigation sowie GPS.
  • IC-A25CE - COM-Ausführung ohne VOR-Navigation.
  • IC-A16E - einfacheres Airband-Handgerät.

Für die Teilnahme am Flugsprechfunk gelten je nach Einsatz und Rolle luftfahrtrechtliche Voraussetzungen und Zeugnisse.

Icom-Betriebs- und IP-Funkgeräte

Analoge und digitale Firmenfunkgeräte für Industrie, Gewerbe und Events. Unter der Bezeichnung IDAS bietet Icom digitale professionelle Funklösungen an, insbesondere auf Basis des Standards NXDN (je nach Produktlinie werden weitere digitale Standards wie dPMR unterstützt). Für Gewerbe und Veranstaltungen gibt es das robuste PMR446-Handgerät IC-F29SR2 (IP67).

Die Hybrid-Geräte IP730D / IP740D verbinden LTE-Funk mit klassischem Betriebsfunk. LTE- und PoC-Geräte übertragen Sprachkommunikation über öffentliche oder private Mobilfunk- und IP-Netze; dadurch ist Kommunikation über große Entfernungen möglich, solange die erforderliche Netz- und Dienstinfrastruktur verfügbar ist.

Icom-Empfänger

Reine Empfänger (kein Sendebetrieb) für professionelle Empfangsanwendungen und anspruchsvolle Funkhörer. Der IC-R8600 ist ein Breitband-Kommunikationsempfänger von 10 kHz bis 3 GHz mit SDR-Technik, Wasserfall-Anzeige und Decodierung digitaler Betriebsarten (P25, NXDN, dPMR, D-STAR).

Historische Modelle

  • IC-2N (frühe 1980er-Jahre) - ein frühes 2-Meter-Handfunkgerät aus Icoms damaligem UKW-Programm.
  • IC-7851 - war ab 2014 über viele Jahre Icoms Spitzenmodell für den Kurzwellen-Amateurfunk; die Fertigung endete 2024. Im aktuellen europäischen Programm steht in dieser Klasse der IC-7760.
  • IC-R30 - tragbarer Breitbandempfänger, im aktuellen europäischen Programm durch den IC-R15 abgelöst.
Zu den Modellbezeichnungen: Bei zahlreichen Icom-Modellen kennzeichnen Buchstaben regionale Ausführungen (z. B. ID-52E vs. ID-52A). Welche Variante für Europa vorgesehen und zugelassen ist, muss jeweils anhand der konkreten Modellbezeichnung geprüft werden.
Bildmaterial und Marken: Icom und die genannten Modellbezeichnungen sind Marken bzw. Produktnamen der Icom Incorporated; sämtliche weiteren Produktnamen und Marken sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Diese Seite ist eine unabhängige redaktionelle Übersicht und steht in keiner geschäftlichen Verbindung zu Icom. Produktabbildungen werden, soweit verwendet, nur mit Genehmigung des Herstellers oder der jeweiligen Rechteinhaber eingesetzt.

Weiterführendes

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Häufige Fragen zu Icom-Funkgeräten

Wofür ist Icom bekannt?

Icom ist ein japanischer Funkgeräte-Hersteller (gegründet 1954), der Amateurfunk, Seefunk, Flugfunk und professionellen Betriebsfunk abdeckt. Bei Funkamateuren ist Icom besonders für SDR-Transceiver mit Touchscreen und Wasserfall-Anzeige bekannt sowie für das digitale Sprachsystem D-STAR.

Welches Icom-Gerät eignet sich für den Kurzwellen-Einstieg?

Der IC-7300 wird wegen seiner Kombination aus HF-/50-MHz-Abdeckung, Spektrumanzeige und integriertem Antennentuner häufig als erstes stationäres Kurzwellen-Gerät gewählt. Ob er tatsächlich passt, hängt von Lizenzklasse, Betriebsarten, Antenne, Platz und Budget ab. Für portablen Betrieb wird oft der akkubetriebene IC-705 genutzt.

Was ist D-STAR bei Icom?

D-STAR ist ein digitales Sprach- und Datensystem für den Amateurfunk. Es wurde unter Federführung der japanischen Amateurfunkvereinigung JARL entwickelt; Icom brachte ab 2004 erste Geräte dafür heraus. Der DV-Modus ist für ein 6,25-kHz-Kanalraster ausgelegt; über Gateways sind Rufzeichenrouting und Reflektor-Verbindungen möglich. D-STAR ist nicht kompatibel mit DMR oder C4FM/Fusion.

Was ist der Unterschied zwischen IC-7300 und IC-9700?

Der IC-7300 ist ein Kurzwellen-Transceiver (HF plus 50 MHz), der IC-9700 deckt die Bänder 2 m, 70 cm und 23 cm ab und beherrscht D-STAR. Viele Funkamateure nutzen beide nebeneinander: den IC-7300 für Kurzwelle, den IC-9700 für UKW und darüber.

Wo bekomme ich Icom-Funkgeräte in Deutschland?

Icom vertreibt seine Amateurfunkgeräte in Europa überwiegend über den Fachhandel. Für den europäischen Markt ist die Icom (Europe) GmbH mit Sitz in Heusenstamm bei Frankfurt zuständig, die den Fachhandel sowie Service und Ersatzteile betreut; auf ihrer Website gibt es dafür eine Händlersuche nach Vertragshändlern.

Macht Icom auch Funkgeräte für Boot und Flugzeug?

Ja. Für den Seefunk bietet Icom UKW-Handgeräte und Feststationen mit DSC und AIS (z. B. IC-M94DE, IC-M510E EVO), für den Flugfunk VHF-Airband-Handgeräte für Piloten (z. B. IC-A25NE). Für die Teilnahme am See- oder Flugsprechfunk gelten je nach Anlage, Fahrtgebiet und Einsatz entsprechende rechtliche Voraussetzungen und Funkzeugnisse.

Quellen

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