MESZ steht für Mitteleuropäische Sommerzeit. Sie liegt zwei Stunden vor der Weltzeit UTC, wird deshalb auch als UTC+2 geschrieben und gilt in Deutschland vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober. Den Rest des Jahres gilt die MEZ. Aus 14:00 MESZ werden 12:00 UTC.
Was bedeutet MESZ?
Kurz gesagt: MESZ ist die um eine Stunde vorgestellte mitteleuropäische Zeit. Rechtlich ist die MEZ die zugrunde liegende gesetzliche Zeit; "für den Zeitraum ihrer Einführung" ist die Sommerzeit die gesetzliche Zeit, so steht es im Einheiten- und Zeitgesetz. Die international verbreitete englische Abkürzung lautet CEST (Central European Summer Time).
Gilt gerade MESZ?
Für die Live-Anzeige braucht dein Browser JavaScript. Als Faustregel: MESZ gilt vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober, den Rest des Jahres die MEZ.
Wann gilt MESZ?
Die Termine stehen in der Sommerzeitverordnung. In den EU-Mitgliedstaaten wird zum selben Zeitpunkt umgestellt: Die Richtlinie 2000/84/EG legt dafür jeweils 1 Uhr UTC fest - in Deutschland sind das 2 Uhr MEZ im Frühjahr und 3 Uhr MESZ im Herbst.
| Wechsel | Wann | Was passiert |
|---|---|---|
| Beginn | letzter Sonntag im März, 2 Uhr MEZ | Uhr wird auf 3 Uhr vorgestellt, die Stunde von 2 bis 3 entfällt |
| Ende | letzter Sonntag im Oktober, 3 Uhr MESZ | Uhr wird auf 2 Uhr zurückgestellt, die Stunde von 2 bis 3 gibt es zweimal |
Für die nächsten Jahre heißt das konkret:
| Jahr | MESZ beginnt | MESZ endet |
|---|---|---|
| 2026 | Sonntag, 29. März | Sonntag, 25. Oktober |
| 2027 | Sonntag, 28. März | Sonntag, 31. Oktober |
MESZ in UTC umrechnen
Zwei Stunden abziehen - fertig. Der Stolperstein ist auch hier das Datum:
| Richtung | Rechnung | Beispiel |
|---|---|---|
| MESZ → UTC | minus 2 Stunden | 14:00 MESZ = 12:00 UTC |
| MESZ → UTC | minus 2 Stunden | 13:30 MESZ = 11:30 UTC |
| UTC → MESZ | plus 2 Stunden | 23:00 UTC = 01:00 MESZ am Folgetag |
| MESZ → UTC über Mitternacht | minus 2 Stunden, Datum wechselt | 00:30 MESZ am 5. Mai = 22:30 UTC am 4. Mai |
Unterschied zwischen MEZ und MESZ
| MEZ | MESZ | |
|---|---|---|
| Bedeutung | Mitteleuropäische Zeit | Mitteleuropäische Sommerzeit |
| Versatz zur Weltzeit | UTC+1 | UTC+2 |
| Wann | außerhalb der Sommerzeit | letzter Sonntag im März, 2 Uhr MEZ, bis letzter Sonntag im Oktober, 3 Uhr MESZ |
| International | CET | CEST |
| Rechtlich | gesetzliche Zeit nach § 4 EinhZeitG | tritt für den festgelegten Zeitraum an deren Stelle und ist dann selbst die gesetzliche Zeit |
Umgekehrt. Grundsätzlich gesetzliche Zeit ist die MEZ; nur für den Zeitraum, den eine Verordnung dafür festlegt, tritt die MESZ an ihre Stelle. Die ganzjährige Bezugszeit - das, was man umgangssprachlich "normal" nennt - ist also die MEZ.
Wird die Zeitumstellung abgeschafft?
Bislang nicht - trotz aller Ankündigungen. Nach einer EU-weiten Befragung mit rund 4,6 Millionen Rückmeldungen, in der sich eine große Mehrheit gegen die Umstellung aussprach, legte die EU-Kommission im September 2018 einen Vorschlag zur Abschaffung vor. Das Europäische Parlament verabschiedete am 26. März 2019 mit 410 gegen 192 Stimmen seine Position zur Beendigung der saisonalen Umstellung und nannte 2021 als Zieljahr.
Dann blieb es liegen: Der Rat der EU, in dem die Mitgliedstaaten sitzen, hat zu diesem Vorschlag bis heute keine gemeinsame Position gefunden - unter anderem, weil eine dauerhafte Zeit nur dann sinnvoll ist, wenn benachbarte Länder dieselbe wählen.
Bewegung gibt es trotzdem. Die polnische Ratspräsidentschaft schlug 2025 einen zweijährigen EU-weiten Versuch mit dauerhafter Sommerzeit vor; die Mitgliedstaaten verlangten daraufhin weitere Analysen. Daraufhin ließ die EU-Kommission im Februar 2026 eine neue Folgenabschätzung starten, die bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Über deren Stand wurde der Rat am 8. Juni 2026 unterrichtet.
Die doppelte Stunde - warum Funkamateure in UTC loggen
Am letzten Oktobersonntag gibt es die Ortszeit zwischen 2 und 3 Uhr zweimal. Der Verordnungsgeber hat das sogar benannt: Die erste heißt amtlich 2A (noch Sommerzeit), die zweite 2B (schon MEZ). Im März fehlt umgekehrt eine Stunde ganz: Die Uhr springt von 02:00 MEZ direkt auf 03:00 MESZ, die Ortszeiten von 02:00 bis 02:59:59 werden an diesem Tag also nicht durchlaufen.
Für ein Stationstagebuch ist das ein echtes Problem: Zwei Verbindungen, beide um "02:30" eingetragen, lassen sich hinterher nicht mehr auseinanderhalten. In UTC gibt es diesen Fall nicht, weil die Weltzeit keine Sommerzeit kennt - dort sind es schlicht 00:30 und 01:30. Genau deshalb notieren Funkamateure Datum und Uhrzeit weltweit in UTC, im Logbuch wie auf der QSL-Karte.
Prüfungsfragen zur MESZ
Zwei Fragen des BNetzA-Katalogs verlangen die Umrechnung aus der Sommerzeit - die zweite zusätzlich mit Datumswechsel:
Zwei Prüfungsfragen aus den betrieblichen Kenntnissen
Fragetext und Antworten stammen wörtlich aus dem Fragenkatalog der Bundesnetzagentur, 3. Auflage vom März 2024. Im offiziellen Katalog ist Antwort A immer die richtige; auf dieser Seite wird die Reihenfolge bei jedem Aufruf neu gemischt. Nichts wird gespeichert, du kannst beliebig oft probieren.
BG108 Welche Uhrzeit tragen Sie in die QSL-Karte ein, wenn Sie um 13:30 MESZ eine Funkverbindung hatten?
- 11:30 UTC
- 13:30 UTC
- 12:30 UTC
- 14:30 UTC
BF108 Sie haben am 16. August (Ortsdatum) um 20:00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) von 9J2NG eine Notfunkmeldung aufgenommen und an eine Hilfeleistungsorganisation per Telefon weitergemeldet. Die Amateurfunkstelle 9J2NG hat Sie gebeten, um 23:00 Uhr UTC erneut mit ihr in Verbindung zu treten. Welcher Zeitpunkt ist dies in Deutschland?
- 01:00 MESZ am 17. August (Ortsdatum)
- 21:00 MESZ am 16. August (Ortsdatum)
- 22:00 MESZ am 16. August (Ortsdatum)
- 00:00 MESZ am 18. August (Ortsdatum)
Bei der zweiten Frage geht es in die andere Richtung: 23:00 UTC plus zwei Stunden ergibt 01:00 - und damit den Folgetag. Im Lernbereich übst du diese Fragen mit gespeichertem Fortschritt.
Die Sommerzeit gab es schon dreimal
Die heutige Regelung ist bereits der dritte Anlauf:
- 1916 bis 1918: Das Deutsche Reich führte die Sommerzeit am 30. April 1916 als Kriegsmaßnahme ein, um Beleuchtungsenergie zu sparen. Ab 1919 wurde sie nicht fortgeführt.
- 1940 bis 1949: Der zweite Anlauf, wieder im Krieg begonnen, zeitweise mit regional unterschiedlichen Regelungen in den Besatzungszonen. In diese Zeit fällt eine Kuriosität: 1947 gab es vom 11. Mai bis zum 29. Juni zusätzlich eine Hochsommerzeit, bei der die Uhr noch eine weitere Stunde vorging - nach heutiger Bezeichnung ein Versatz von UTC+3.
- Seit 1980: Am 6. April 1980 stellten Bundesrepublik und DDR gemeinsam um. Auslöser war weniger die erhoffte Energieersparnis als der Gleichlauf mit den westeuropäischen Nachbarn, die nach der Ölkrise bereits umgestellt hatten. Das Gesetz nennt beides bis heute nebeneinander: § 5 EinhZeitG erlaubt die Sommerzeit zur besseren Ausnutzung des Tageslichts und zur Angleichung der Zeitzählung an benachbarte Staaten.
Weiter zur Weltzeit
Wie UTC entsteht, was GMT davon unterscheidet und warum Conteste und FT8 daran hängen, steht ausführlich im Hauptartikel.
UTC einfach erklärtHäufige Fragen
Was bedeutet MESZ?
MESZ steht für mitteleuropäische Sommerzeit. Sie ist als koordinierte Weltzeit plus zwei Stunden definiert, wird deshalb auch UTC+2 geschrieben und gilt in Deutschland vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober.
Wie rechne ich MESZ in UTC um?
Zwei Stunden abziehen. Aus 14:00 MESZ werden 12:00 UTC, aus 13:30 MESZ werden 11:30 UTC. Kurz nach Mitternacht ändert sich dabei auch das Datum: 00:30 MESZ am 5. Mai sind 22:30 UTC am 4. Mai.
Wann beginnt und endet die MESZ?
Sie beginnt am letzten Sonntag im März um 2 Uhr MEZ und endet am letzten Sonntag im Oktober um 3 Uhr MESZ. 2026 sind das der 29. März und der 25. Oktober, 2027 der 28. März und der 31. Oktober.
Was ist der Unterschied zwischen MEZ und MESZ?
Eine Stunde. MEZ ist UTC+1 und gilt außerhalb der Sommerzeit, MESZ ist UTC+2 und gilt vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober. Rechtlich gilt grundsätzlich MEZ; während des festgelegten Sommerzeitraums ist MESZ die gesetzliche Zeit.
Wird die Zeitumstellung abgeschafft?
Bisher nicht. Das Europäische Parlament verabschiedete 2019 seine Position für ein Ende der Umstellung, doch die Mitgliedstaaten haben sich im Rat der EU auf keine gemeinsame Position geeinigt. Die EU-Kommission ließ im Februar 2026 eine neue Folgenabschätzung starten, deren Ergebnisse bis Ende 2026 erwartet werden. Bis zu einer neuen Regelung werden die Uhren weiterhin zweimal im Jahr umgestellt.
Warum gibt es beim Ende der Sommerzeit die Stunden 2A und 2B?
Weil die Ortszeit zwischen 2 und 3 Uhr an diesem Tag zweimal vorkommt. Die Sommerzeitverordnung nennt die erste Stunde 2A und die zweite 2B, damit sich beide unterscheiden lassen. In UTC tritt das Problem nicht auf, weil die Weltzeit keine Sommerzeit kennt.