Empfänger
Empfänger
Der Superhet-Empfänger ist das Standardprinzip im Amateurfunk. Er bietet hohe Empfindlichkeit und Trennschärfe.
Stell dir vor: Ein Superhet-Empfänger ist wie ein Übersetzer mit Zwischensprache:
- Statt direkt von Frequenz A zu verstehen, wird erst in eine Zwischensprache (ZF) übersetzt
- In dieser Zwischensprache kann man viel besser filtern und verstärken
- Das Problem: Manchmal wird versehentlich eine falsche Sprache (Spiegelfrequenz) mitübersetzt!
Fragen AF101-AF105: S-Meter und Signalstärke
Die S-Stufen-Skala
Das S-Meter zeigt die Signalstärke an:
Merke: 1 S-Stufe = 6 dB = 4-fache Leistung = 2-fache Spannung!
| Änderung | dB | Leistungsfaktor | Spannungsfaktor |
|---|---|---|---|
| 1 S-Stufe | 6 dB | 4-fach | 2-fach |
| 2 S-Stufen | 12 dB | 16-fach | 4-fach |
Fragen AF101-AF102: Leistungserhöhung
AF101: 25 W → 100 W = 4-fache Leistung = 1 S-Stufe
AF102: 100 W → 400 W = 4-fache Leistung = 1 S-Stufe
Frage AF103: Von S8 nach S9+x dB
10 W → 100 W = 10-fache Leistung = 10 dB
Frage AF104: Leistungsfaktor berechnen
S7 → S9+8 dB = 2 S-Stufen (12 dB) + 8 dB = 20 dB
Frage AF105: Spannung bei S-Meter-Änderung
S9 → S8 = −6 dB = halbe Spannung
Fragen AF106-AF111: Spiegelfrequenz
Was ist die Spiegelfrequenz?
Die Spiegelfrequenz ist eine Störfrequenz, die ebenfalls auf die ZF gemischt wird.
Berechnung der Spiegelfrequenz
| Oszillator liegt... | Formel |
|---|---|
| oberhalb der Empfangsfrequenz | $f_\text{Spiegel} = f_\text{Empfang} + 2 \cdot f_\text{ZF}$ |
| unterhalb der Empfangsfrequenz | $f_\text{Spiegel} = f_\text{Empfang} - 2 \cdot f_\text{ZF}$ |
Frage AF107: Spiegelfrequenz berechnen
Gegeben: $f_\text{Empfang} = 14{,}24\,\text{MHz}$, $f_\text{Osz} = 24{,}94\,\text{MHz}$ (oberhalb)
Frage AF108: Spiegelfrequenz berechnen
Gegeben: $f_\text{Empfang} = 28{,}5\,\text{MHz}$, $f_\text{ZF} = 10{,}7\,\text{MHz}$, Oszillator oberhalb
Fragen AF109-AF111: Hohe ZF = bessere Spiegelunterdrückung
Fragen AF109, AF110, AF111: Eine hohe ZF bedeutet:
- Spiegelfrequenz liegt weit entfernt (2×ZF!)
- Leichter durch Eingangsfilter zu unterdrücken
- Bessere Spiegelfrequenzunterdrückung
Fragen AF112-AF116: Der Doppelsuper
Ein Doppelsuper kombiniert die Vorteile von hoher und niedriger ZF:
1. ZF (hoch)
z.B. 50 MHz
Vorteil: Gute Spiegelfrequenzunterdrückung
Frage AF112
2. ZF (niedrig)
z.B. 455 kHz
Vorteil: Gute Trennschärfe (Nahselektion)
Frage AF113
Frage AF114: Optimal: 1. ZF > 2 × maximale Empfangsfrequenz (vergrößert Spiegelabstand), dann auf niedrigere 2. ZF mischen.
Frage AF115: Die Nahselektion wird durch die ZF-Filter bestimmt.
Frage AF116: Das Roofing-Filter muss mindestens so breit sein wie die breiteste benötigte Betriebsart.
Frage AF117: Oszillator-Typen
| Abkürzung | Name | Funktion |
|---|---|---|
| VFO | Variable Frequency Oscillator | Abstimmung der Empfangsfrequenz |
| CO | Crystal Oscillator | Feste Frequenz für 2. Mischstufe |
| BFO | Beat Frequency Oscillator | Träger für SSB/CW-Empfang |
Antwort AF117: X = VFO, Y = CO, Z = BFO
Fragen AF118-AF120: Oszillator-Frequenzen berechnen
Grundformel für Mischer
Ein Mischer erzeugt immer Summe und Differenz der beiden Frequenzen. Welche davon als ZF weiterverarbeitet wird, legt das ZF-Filter fest. Meist ist es die Differenz:
Oszillator oberhalb: $f_\text{Osz} = f_\text{Eingang} + f_\text{ZF}$
Oszillator unterhalb: $f_\text{Osz} = f_\text{Eingang} - f_\text{ZF}$
Aufwärtsmischung (ZF höher als Eingang und Oszillator): $f_\text{Osz} = f_\text{ZF} - f_\text{Eingang}$
Frage AF118
Gegeben: $f_\text{Empfang} = 21{,}1\,\text{MHz}$, 1. ZF = 9 MHz, 2. ZF = 460 kHz
VFO oberhalb, CO unterhalb
Frage AF119
Gegeben: $f_\text{Empfang} = 28\,\text{MHz}$, 1. ZF = 10,7 MHz, 2. ZF = 460 kHz
Beide Oszillatoren oberhalb
Frage AF120 (Dreifachsuper)
Gegeben: $f_\text{Empfang} = 3{,}65\,\text{MHz}$, 1. ZF = 50 MHz, 2. ZF = 9 MHz, 3. ZF = 455 kHz
Die erste ZF liegt über der Empfangsfrequenz, das ist eine Aufwärtsmischung: Die ZF ist hier die Summe aus Eingang und VFO. Danach wird zweimal abwärts gemischt.
Mit der Differenzformel allein käme für den VFO 53,65 MHz heraus, das steht nicht zur Auswahl. Bei den Antworten entscheidet CO2: 9,455 MHz (Oszillator oberhalb der 2. ZF) gegen 9,545 MHz.
Zusammenfassung für die Prüfung
| Frage | Thema | Richtige Antwort |
|---|---|---|
| AF101 | 25W → 100W | 1 S-Stufe (4-fach) |
| AF102 | 100W → 400W | 1 S-Stufe (4-fach) |
| AF103 | 10W → 100W, von S8 | S9+4 dB |
| AF104 | S7 → S9+8dB | 100-fach (20 dB) |
| AF105 | S9 → S8, 50 μV | 25 μV |
| AF106 | Abstand Spiegelfrequenz | 2 × ZF |
| AF107 | Spiegelfrequenz 14,24 MHz | 35,64 MHz |
| AF108 | Spiegelfrequenz 28,5 MHz | 49,9 MHz |
| AF109 | Vorteil hohe 1. ZF | Spiegelfrequenz weit weg |
| AF110 | Spiegelunterdrückung durch | Höhe der ZF |
| AF111 | Hohe 1. ZF ermöglicht | Hohe Spiegelunterdrückung |
| AF112 | Doppelsuper, hohe 1. ZF | Gute Spiegelunterdrückung |
| AF113 | Doppelsuper, niedrige 2. ZF | Gute Trennschärfe |
| AF114 | ZF-Verhältnis optimal | 1. ZF > 2×max. Empfangsfreq. |
| AF115 | Nahselektion durch | ZF-Filter |
| AF116 | Roofing-Filter Bandbreite | ≥ breiteste Betriebsart |
| AF117 | VFO, CO, BFO erkennen | X=VFO, Y=CO, Z=BFO |
| AF118 | Oszillatorfreq. berechnen | VFO 30,1 / CO 8,54 MHz |
| AF119 | Oszillatorfreq. berechnen | VFO 38,7 / CO 11,16 MHz |
| AF120 | Dreifachsuper Frequenzen | 46,35 / 41 / 9,455 MHz |
Wissenskontrolle
Um wie viele S-Stufen müsste die S-Meter-Anzeige Ihres Empfängers steigen, wenn Ihr Partner die Sendeleistung von 25 W auf 100 W erhöht?