Die Yagi-Antenne (vollständig: Yagi-Uda-Antenne) ist eine Richtantenne mit hohem Gewinn. Sie wurde 1926 von den japanischen Ingenieuren Hidetsugu Yagi und Shintaro Uda entwickelt.

💡 Kurzfassung: Eine Yagi bündelt das Signal in eine Richtung. Mehr Elemente = mehr Gewinn, aber schmalerer Öffnungswinkel. Typisch im Amateurfunk: 3-15 Elemente.

Aufbau

Eine Yagi besteht aus mehreren parallelen Elementen auf einem Tragerohr (Boom):

ElementLängeFunktion
Reflektorca. 5% länger als λ/2Reflektiert Signal nach vorne
Strahler (Dipol)λ/2Aktives Element, einziger Anschluss
Direktorenca. 5% kürzer als λ/2Bündeln Signal in Hauptrichtung
✅ Merkhilfe: Reflektor = Rückseite (länger), Direktoren = Davor (kürzer)

Gewinn nach Elementanzahl

ElementeGewinn (dBd)Öffnungswinkel
3 (1R + 1S + 1D)ca. 5-6 dBdca. 70°
5ca. 7-9 dBdca. 50°
9ca. 11-12 dBdca. 35°
15+ca. 14+ dBdca. 25°
⚠️ Beachte: Mehr Gewinn bedeutet schmaleren Öffnungswinkel. Bei Satellitenfunk oder EME brauchst du dann eine Nachführung (Rotor).

Typische Einsatzgebiete

  • 2m/70cm: Beliebteste Bänder für Yagi-Antennen
  • Satellitenfunk: Kreuzpolarisierte Yagis für QO-100, ISS
  • EME (Erde-Mond-Erde): Große Yagi-Arrays
  • Conteste: Schnelles Drehen mit Rotor
  • Portabelbetrieb: Leichte 3-5 Element Yagis

Vorteile und Nachteile

Vorteile
  • Hoher Gewinn
  • Gutes Vor-/Rückverhältnis
  • Unterdrückt Störungen von hinten
  • Einfacher Selbstbau möglich
Nachteile
  • Nur für ein Band
  • Muss ausgerichtet werden
  • Braucht stabilen Mast
  • Windlast bei großen Yagis

Varianten

  • Kreuzyagi: Zwei Yagis um 90° versetzt für Zirkularpolarisation
  • Log-Periodic (LPDA): Breitbandig, aber weniger Gewinn
  • Quad: Statt Stäben werden Schleifen verwendet

Ausführlicher Antennen-Guide

Alles über Yagi, Dipol, Groundplane und weitere Antennentypen mit Selbstbau-Anleitungen:

Amateurfunk Antennen
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