Amateurfunk - Funkamateur an Kurzwellenstation

Amateurfunk ist ein technisch-wissenschaftliches Hobby, das weltweit von etwa 2,8 bis 3,5 Millionen Menschen betrieben wird. Als Funkamateur darfst du eigene Funkgeräte bauen, modifizieren und betreiben - und damit Kontakte rund um den Globus knüpfen, ganz ohne Internet oder Mobilfunknetz.

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Definition: Was ist Amateurfunk?

Der Amateurfunkdienst ist laut der ITU ein Funkdienst, der von Funkamateuren untereinander, zu experimentellen und technisch-wissenschaftlichen Studien, zur eigenen Weiterbildung und zur Völkerverständigung wahrgenommen wird.

In Deutschland ist der Amateurfunk im Amateurfunkgesetz (AFuG) geregelt, das die Bundesnetzagentur als zuständige Behörde umsetzt.

💡 Unterschied zu CB-Funk: Anders als beim CB-Funk oder PMR-Funk benötigst du für den Amateurfunk eine Lizenz, die du nach einer bestandenen Prüfung bei der Bundesnetzagentur erhältst. Dafür stehen dir deutlich mehr Frequenzen, höhere Sendeleistungen und mehr Möglichkeiten zur Verfügung.

Geschichte des Amateurfunks

Die Anfänge (1900-1930)

Die Geschichte des Amateurfunks beginnt kurz nach der Erfindung des Radios. Bereits in den 1920er Jahren experimentierten Technikbegeisterte mit selbstgebauten Sendern und Empfängern. 1927 wurden in Deutschland der Deutsche Sendedienst (DSD) und der Deutsche Empfangsdienst (DED) zum Deutschen Amateur-Sende- und Empfangsdienst (DASD) zusammengefasst - dem Vorläufer des heutigen DARC.

Verbot und Neubeginn (1939-1949)

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Amateurfunk in Deutschland verboten. Nach Kriegsende untersagten die Alliierten zunächst jeglichen Sendebetrieb und zogen alle Geräte ein.

📦 Die legendäre "Backsteinaktion": Am 15. Januar 1949 wurden deutsche Funkamateure aufgefordert, Backsteine an den Vorsitzenden des Wirtschaftsrats zu senden - als Symbol zur "Untermauerung des Amateurfunkgesetzes". Die Post musste Extra-LKWs einsetzen, um die Steine zu befördern!

Der Erfolg: Am 23. März 1949 trat das deutsche Amateurfunkgesetz in Kraft - noch vor dem Grundgesetz! Es wurden die ersten 700 Amateur-Sende- und Empfangsgenehmigungen erteilt.

Gründung des DARC (1950)

Am 7. September 1950 schlossen sich die regionalen Verbände zum DARC zusammen. 1951 trat der DARC der internationalen Dachorganisation IARU bei.

Wie viele Funkamateure gibt es?

Weltweit

RegionAnzahlAnteil an Bevölkerung
🇺🇸 USAca. 779.0002,4 ‰
🇯🇵 Japanca. 436.0003,6 ‰ (weltweit höchster Anteil)
🇩🇪 Deutschlandca. 61.0000,8 ‰
🇦🇹 Österreichca. 7.4000,8 ‰
🇨🇭 Schweizca. 5.0000,6 ‰

Quelle: Wikipedia, Stand 2022

Aktuelle Entwicklung in Deutschland

📈 Aufwärtstrend: Stand Februar 2025 ist ein Aufwärtstrend bei den Prüfungsteilnehmern erkennbar - vor allem durch die Einführung der neuen Einsteigerklasse N im Juni 2024. Die aktuelle Entwicklung kannst du in unserer Rufzeichen-Statistik verfolgen.

Das Durchschnittsalter der deutschen Funkamateure liegt bei etwa 60 Jahren.

Lohnt sich Amateurfunk noch?

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12 Gründe, warum Amateurfunk nicht tot ist

Lizenzklassen in Deutschland

Seit dem 24. Juni 2024 gibt es in Deutschland drei Lizenzklassen:

Klasse N (Entry-Class)
seit 2024

Frequenzen: 10 m, 2 m, 70 cm
Leistung: max. 10 Watt EIRP
Besonderheit: Nur in Deutschland gültig
Klasse E (Novice-Class)
klassische Einsteigerklasse

Frequenzen: Alle Bänder ab 23 cm
Leistung: max. 100 Watt PEP
Besonderheit: CEPT Novice Licence
Klasse A (Expert-Class)
Vollversion

Frequenzen: Alle (135 kHz - 250 GHz)
Leistung: max. 750 Watt PEP
Besonderheit: Volle CEPT-Anerkennung (HAREC)

Alle Klassen im Vergleich

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Dein persönliches Rufzeichen

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Nach bestandener Prüfung erhältst du dein eigenes Rufzeichen - deine eindeutige Identität im Funkverkehr. Deutsche Amateurfunkrufzeichen bestehen aus einem 2-buchstabigen Präfix (DA bis DR, ohne DE und DI), einer Ziffer (0-9) und einem 2- oder 3-buchstabigen Suffix. Mit unserer Rufzeichen-Suche kannst du prüfen, ob dein Wunschrufzeichen noch verfügbar ist.

Aufbau deutscher Rufzeichen

Personengebundene Rufzeichen

KlassePräfixeBeispiel
Klasse NDN9DN9ABC
Klasse EDA6, DO1-DO9DO1XYZ
Klasse ADA1, DA2, DB1-DB9, DC0-DC9, DD0-DD9, DF1-DF9, DG0-DG9, DH0-DH9, DJ0-DJ9, DK1-DK9, DL1-DL9, DM1-DM9DL1ABC

Klubstationen und Sonderfunkstellen

VerwendungPräfixeKlasse
KlubstationenDA0, DF0, DK0, DL0, DQ0-DR9A
Relais & FunkbakenDB0, DM0, DO0A/E
Sonderrufzeichen (experimentell)DA5 (A), DA4 (E)A/E
Exterritorial (z.B. ISS, Antarktis)DP0, DP1 (A), DP2 (E), DP8 (N)A/E/N
Notfunk BOSDR1 (A), DR2 (E), DR3 (N)A/E/N
💡 Tipp: Die "Null" im Rufzeichen kennzeichnet meist Klubstationen oder Relais. Wenn du also DB0XYZ hörst, ist das keine Person, sondern eine automatische Station oder ein Vereinsrufzeichen.

Rufzeichenzusätze

An das Rufzeichen können Zusätze angehängt werden:

ZusatzBedeutung
/pPortabel (tragbare Station)
/mMobil (Fahrzeug, Binnenschiff)
/mmMaritim mobil (Seeschiff)
/amAeronautisch mobil (Luftfahrzeug)
/TAusbildungsfunkbetrieb (Trainee)
/rRemotebetrieb (ferngesteuerte Station)
📋 Offizieller Rufzeichenplan: Die vollständige Zuordnung aller Präfixe findest du im Rufzeichenplan der BNetzA (gültig ab 01.04.2025).

Die Amateurfunkprüfung

Die Prüfung wird von der Bundesnetzagentur durchgeführt und besteht aus drei Teilen:

PrüfungsteilInhaltFragenanzahl
TechnikElektrotechnik, Hochfrequenztechnik, Sender/Empfänger380-1.060 (je nach Klasse)
BetriebstechnikFunkverkehr, Abkürzungen, Q-Gruppen, Rufzeichenca. 200
VorschriftenAmateurfunkgesetz, Verordnungen, internationale Regelungenca. 290
📝 Multiple-Choice: Zu jeder Frage gibt es vier Antworten, von denen eine richtig ist. Die Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur, der öffentlich verfügbar ist.
🎓 Flexibler Einstieg: Du kannst direkt zur höheren Klasse antreten! Wer die Klasse-A-Prüfung nicht ganz schafft, erhält automatisch die Klasse E - sofern dieser Teil bestanden wurde.

Ausführliche Infos zu Ablauf, Kosten und Anmeldung findest du auf unserer Seite zur Amateurfunkprüfung.

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Was kostet der Einstieg?

Amateurfunk ist ein vergleichsweise günstiges Hobby:

Einmalige Kosten

KlassePrüfungsgebührRufzeichenzuteilungGesamt
Klasse N68,00 €20,00 €88,00 €
Klasse E73,50 €20,00 €93,50 €
Klasse A81,00 €20,00 €101,00 €

Jährliche Kosten

PositionKosten/Jahr
Frequenznutzungsbeitragca. 4-7 €
EMV-Beitragca. 21-25 €
Gesamt (BNetzA)ca. 25-32 €
DARC-Mitgliedschaft (optional)ca. 96 €

Ausrüstung für Einsteiger

GerätPreis abBeispiele
Einfaches Handfunkgerät (2m/70cm)ab 40 €Baofeng UV-5R
Gutes Handfunkgerät80-130 €Yaesu FT-4XE, FT-65E
Mobilgerät fürs Autoab 250 €Yaesu FT-7900
Kurzwellen-Station (komplett)ab 1.100 €Icom IC-7300
💰 Fazit: Für den ersten Funkkontakt reicht ein einfaches Handfunkgerät ab 40 €. Damit kannst du sofort über lokale Relais funken und erste Erfahrungen sammeln!

Mehr Details zu Geräten, Antennen und Kosten findest du in unserem Ratgeber Erste Ausrüstung kaufen.

Frequenzen und Bänder

Funkamateure nutzen verschiedene Frequenzbereiche, die international zugewiesen sind:

Kurzwelle (KW) - 3 bis 30 MHz

BandFrequenzBesonderheit
160 m1,8-2,0 MHzNachtband, kurze bis mittlere Reichweiten
80 m3,5-3,8 MHzEuropaband, gut nachts
40 m7,0-7,2 MHzTag und Nacht nutzbar
20 m14,0-14,35 MHzDX-Band schlechthin - weltweite Reichweiten
10 m28-29,7 MHzStark von Sonnenaktivität abhängig
🌍 Weltweite Verbindungen: Kurzwellen werden an der Ionosphäre reflektiert und ermöglichen so weltweite Verbindungen - auch mit kleinen Leistungen!

UKW - 30 MHz bis 3 GHz

BandFrequenzBesonderheit
6 m50-52 MHz"Magic Band" - manchmal weltweite Reichweiten
2 m144-146 MHzBeliebtestes UKW-Band, viele Relais
70 cm430-440 MHzIdeal für städtische Gebiete

UKW-Signale breiten sich überwiegend als Direktwelle aus (Reichweite 50-300 km), können aber über Relaisstationen erweitert werden.

Relaisstationen - Reichweite ohne Grenzen

Relais sind automatische Funkstationen, die empfangene Signale verstärkt wieder aussenden. Sie stehen meist auf Bergen, Hochhäusern oder Funktürmen und vergrößern die Reichweite enorm.

📡 Nahezu 100% Abdeckung: In Deutschland gibt es eine fast flächendeckende Versorgung mit Relais. So kannst du selbst mit einem kleinen Handfunkgerät Reichweiten von 50 km und mehr erreichen!

So funktioniert ein Relais

  1. Du sendest auf der Eingabefrequenz des Relais
  2. Das Relais empfängt dein Signal
  3. Es sendet dein Signal auf der Ausgabefrequenz mit höherer Leistung wieder aus
  4. Andere Funkamateure empfangen das verstärkte Signal

Betriebsarten

Sprechfunk (Fonie)

SSB (Single Sideband)

Standard auf Kurzwelle
Effizient und reichweitenstark
FM (Frequenzmodulation)

Standard auf UKW
Gute Audioqualität

Morsetelegrafie (CW)

Die älteste Betriebsart im Amateurfunk. Obwohl seit 2003 keine Prüfungsvoraussetzung mehr, wird CW von vielen Funkamateuren geschätzt - es funktioniert noch bei extrem schwachen Signalen. Mit unserem Morsecode-Übersetzer kannst du Text in Morsecode umwandeln und anhören.

Digitale Betriebsarten (Digimodes)

📡 FT8 - die Revolution: Entwickelt vom Physik-Nobelpreisträger Joe Taylor (K1JT), ermöglicht FT8 Verbindungen bei Signalen 20 dB unter dem Rauschen.

Weitere beliebte Digimodes: RTTY, PSK31, SSTV und viele mehr.

SDR - Software Defined Radio

SDR (Software Defined Radio) revolutioniert den Funkempfang. Statt teurer Hardware übernimmt Software die Signalverarbeitung - das macht den Einstieg erschwinglich und flexibel.

SDR-Hardware für Einsteiger

GerätFrequenzbereichPreisBesonderheit
RTL-SDR V324 MHz - 1,7 GHzab 30 €Ideal für Einsteiger, nur Empfang
Airspy HF+9 kHz - 260 MHzca. 200 €Hochwertiger KW-Empfang
HackRF One1 MHz - 6 GHzca. 300 €Senden und Empfangen möglich

SDR-Software

  • SDR# (SDR Sharp): Beliebt unter Windows, einfach zu bedienen
  • SDR++: Modern, plattformübergreifend, Open Source
  • Gqrx: Für Linux und macOS
  • SDR Console: Professionelle Oberfläche mit vielen Funktionen

WebSDR - Amateurfunk hören ohne Gerät

Du möchtest Amateurfunk hören, hast aber noch kein Gerät? Mit WebSDR kannst du weltweit Kurzwelle und UKW über den Browser empfangen - völlig kostenlos und ohne Lizenz!

💡 Tipp zum Reinhören: Der WebSDR der Universität Twente (Niederlande) ist der bekannteste und bietet exzellenten Empfang von 0-30 MHz. Probiere das 40m-Band (7.000-7.200 kHz) - hier ist rund um die Uhr Betrieb!

Auf websdr.org findest du eine Karte mit hunderten WebSDR-Stationen weltweit.

Satellitenfunk

Funkamateure nutzen auch Amateurfunksatelliten für ihre Verbindungen - von kleinen CubeSats bis hin zum geostationären QO-100.

QO-100 - Der geostationäre Satellit

QO-100 ist der erste geostationäre Amateurfunksatellit. Auf dem Es'hail-2 Satelliten bei 26° Ost platziert, ermöglicht er rund um die Uhr Verbindungen von Brasilien bis Indonesien.

  • Uplink: 2,4 GHz (13cm-Band)
  • Downlink: 10 GHz (3cm-Band)
  • Betriebsarten: SSB, CW, FT8, SSTV, DATV
  • Empfang: Mit SDR und kleiner SAT-Schüssel möglich - auch ohne Lizenz!

ARISS - Funken mit der ISS

Über ARISS können Schulen und Funkamateure direkt mit Astronauten auf der Internationalen Raumstation (ISS) sprechen. Die ISS hat Amateurfunkstationen für das 2m-Band (145,800 MHz) und 70cm-Band an Bord.

📡 ISS-Frequenzen:
Downlink: 145,800 MHz (FM)
Packet/APRS: 145,825 MHz
Die ISS ist mehrmals täglich für 5-10 Minuten über Deutschland erreichbar.

Wie läuft ein Funkgespräch (QSO) ab?

Ein QSO (ausgesprochen: "Kju-Ess-Oh") ist ein Funkgespräch zwischen zwei oder mehr Funkamateuren. So läuft es typischerweise ab:

1. CQ-Ruf - Du suchst Gesprächspartner

"CQ CQ CQ, hier ist Delta Lima Eins Alpha Bravo Charlie, DL1ABC ruft CQ und hört."

CQ bedeutet "Ich suche Kontakte" - jeder darf antworten.

2. Antwort und Rapport

Jemand antwortet mit seinem Rufzeichen. Dann tauscht ihr den Rapport aus - wie gut ihr euch hört.

3. Informationsaustausch

Typische Gesprächsthemen:

  • Name und Standort (QTH) mit QTH-Locator
  • Verwendete Ausrüstung und Antenne
  • Wetter am Standort
  • Alles andere - entgegen dem Gerücht darf über beliebige Themen gesprochen werden!
🗺️ QTH-Locator: Das Maidenhead-System teilt die Erde in Planquadrate. Dein Standort wird als 6-stelliger Code angegeben, z.B. JO31LF für Frankfurt. Online-Tools wie qsl.design berechnen deinen Locator aus der Adresse.

4. Verabschiedung

"Danke für das QSO, 73 und viel Erfolg! DL1ABC macht QRT."

📻 Wichtige Abkürzungen:
73 = Viele Grüße (zum Abschied)
QTH = Standort
QRT = Ich beende den Funkbetrieb
QSL = Empfangsbestätigung (oft als Postkarte)
💡 Tipp für Einsteiger: Sag ruhig, dass du neu dabei bist! Erfahrene Funkamateure freuen sich über Neulinge und übernehmen gerne die Gesprächsführung.

Internationale Anerkennung (CEPT)

Die CEPT-Empfehlung T/R 61-01 ermöglicht es Funkamateuren mit Klasse A, in 49 Ländern ohne zusätzliche Genehmigung zu funken - für bis zu drei Monate pro Aufenthalt. Auch viele Nicht-CEPT-Länder wie die USA und Australien erkennen diese Regelung an.

⚠️ Klasse N nur in Deutschland: Aktuell ist die Klasse N noch nicht als internationale Entry Level License anerkannt. Mit DN9-Rufzeichen darfst du vorerst nur in Deutschland funken.

Amateurfunk im Katastrophenschutz

Der Notfunk ist ein wichtiger Aspekt des Amateurfunks. Funkamateure können bei Katastrophen unabhängig von kommerziellen Netzen kommunizieren.

⚠️ Praxisbeispiel - Elbe-Hochwasser 2013: Der BOS-Funk war komplett überlastet, Handynetze nicht brauchbar - die Kommunikation wurde über Amateurfunk-Relais aufrechterhalten.

Der DARC hat in seiner Satzung die "Unterstützung der Behörden beim Aufbau von Nachrichtenverbindungen in Katastrophenfällen" verankert.

HAM RADIO - Das größte Amateurfunk-Event

Die HAM RADIO in Friedrichshafen am Bodensee ist Europas größte Amateurfunkmesse und findet jährlich Ende Juni statt.

📅 HAM RADIO 2025: Vom 27.-29. Juni 2025 kamen 11.600 Funkbegeisterte aus 52 Ländern nach Friedrichshafen. Mit 380 Ausstellern, 121 Fachvorträgen und dem größten Funkflohmarkt Europas!

Highlights:

  • Fachvorträge und Workshops zu allen Themen
  • Flohmarkt mit historischen Geräten und Schnäppchen
  • Weltrekorde: 2025 wurden 1.160 Morsezeichen pro Minute geschafft!
  • Jubiläen: 2025 feierte der DARC sein 75-jähriges Bestehen

Nächster Termin: 26.-28. Juni 2026

Der Amateurfunk entwickelt sich ständig weiter:

Neuerungen 2025

📡 6-Meter-Band für Klasse E: Vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025 dürfen Inhaber der Klasse E temporär im Bereich 50-52 MHz senden - das "Magic Band" mit manchmal weltweiten Reichweiten!

Digitale Sprachübertragung

FreeDV wird immer beliebter - eine Open-Source-Lösung für digitale Sprache auf Kurzwelle. Mit dem neuen Radio Autoencoder (RADE) bietet FreeDV verbesserte Sprachqualität und Effizienz.

Remote-Stationen

Unter dem Motto "Remote Radio - Connecting the World" werden ferngesteuerte Amateurfunkstationen immer wichtiger. So kann man von überall auf der Welt seine Station zu Hause bedienen.

Prominente Funkamateure

Amateurfunk verbindet Menschen aller Gesellschaftsschichten - auch Prominente:

PersonRufzeichenBemerkung
Friedrich MerzDK7DQDeutscher Bundeskanzler (seit 2025)
Juan Carlos I.EA0JCEhemaliger König von Spanien
Hussein I.JY1König von Jordanien (1935-1999)
Thomas ReiterDF4TRDeutscher Astronaut
Alexander GerstKF5ONODeutscher Astronaut
Juri GagarinUA1LOErster Mensch im Weltall
Joe TaylorK1JTPhysik-Nobelpreisträger, Entwickler von FT8
🚀 Funken mit der ISS: Auf der Internationalen Raumstation gibt es eine Amateurfunkstation - Schulklassen und Funkamateure können direkt mit den Astronauten sprechen!

Unterschied zu CB-Funk und PMR

MerkmalAmateurfunkCB-FunkPMR
Lizenz erforderlichJa (Prüfung)NeinNein
Sendeleistungbis 750 Wmax. 4 Wmax. 0,5 W
FrequenzenViele Bänder27 MHz446 MHz
ReichweiteWeltweit möglichca. 10-30 kmca. 1-5 km
Selbstbau erlaubtJaNeinNein
Relais nutzbarJaNeinNein
20-fache Leistung: Schon mit der Einsteigerklasse N darfst du mit bis zu 10 Watt senden - das ist 20-mal mehr als bei PMR (0,5 W). Die Reichweite profitiert enorm davon!

Diplome und Awards

Diplome sind Urkunden, die Funkamateure für erreichte Ziele sammeln können - ähnlich wie Trophäen für Sammler. Sie motivieren zum Funken und dokumentieren Erfolge.

Beliebte deutsche Diplome

DiplomAnforderungBeschreibung
DLD (Deutschland Award)100 DOKsKontakte mit verschiedenen DARC-Ortsverbänden
WAE (Worked All Europe)40+ LänderÄltestes und renommiertestes DARC-Diplom
DXCC100 LänderDas "Königsdiplom" - 100 verschiedene Länder gearbeitet
Distrikts-DiplomevariiertJeder DARC-Distrikt hat eigene Diplome
🎖️ DOK-System: Der DOK identifiziert jeden DARC-Ortsverband. Der erste Buchstabe ist der Distrikt (A-X), die Ziffern der Ortsverband. DOKs werden bei Kontakten ausgetauscht und für viele Diplome benötigt.

Lehrgänge und Ortsverbände

Der DARC organisiert in seinen rund 1.000 Ortsverbänden (OVs) deutschlandweit Ausbildungskurse für angehende Funkamateure.

Ausbildungsformate

  • Präsenzkurse: Wöchentliche Treffen im OV, typisch 15-25 Abende
  • Online-Lehrgänge: Flexible Teilnahme per Videokonferenz
  • Fernlehrgang: Selbststudium mit E-Mail-Betreuung (z.B. DARC Online-Lehrgang)
  • Intensivkurse: Kompakter Kurs über mehrere Wochenenden
✅ Kostenlos für DARC-Mitglieder: Viele OVs bieten ihre Lehrgänge kostenlos an. Auf der DARC-Ausbildungsseite findest du eine Karte mit allen aktuellen Kursen in deiner Nähe.

Vorteile eines OV-Beitritts

  • Gemeinschaft: Erfahrungsaustausch und Hilfe bei technischen Fragen
  • Fielddays: Gemeinsamer Portabelfunk, Conteste, Bastelprojekte
  • Clubstation: Zugang zu Geräten und Antennen
  • Flohmarkt: Günstiges Gebrauchtequipment von anderen Mitgliedern

Antennen - Das wichtigste Element

Die Antenne ist das wichtigste Element jeder Amateurfunkstation. Mit einer guten Antenne lassen sich oft bessere Ergebnisse erzielen als mit einem teuren Transceiver.

AntennentypFrequenzenBesonderheit
DipolKurzwelle (KW)Klassiker, einfacher Selbstbau
YagiUKW (2m, 70cm)Richtantenne mit hohem Gewinn
GroundplaneUKWRundstrahler für Feststation
MagnetloopKWKompakt, ideal für Balkon
EFHWKW MultibandBeliebt für Portabelbetrieb
📡 Ausführlicher Guide: Unser umfassender Artikel Amateurfunk Antennen erklärt alle Antennentypen mit Selbstbau-Anleitungen, Rechenbeispielen und Grafiken.

Der Einstieg ins Hobby

Der beste Weg zum Amateurfunk:

  1. Informieren: Besuche einen Ortsverband des DARC oder nimm an einem Ausbildungskurs teil
  2. Lernen: Bereite dich mit dem offiziellen Fragenkatalog auf die Prüfung vor - z.B. hier bei uns!
  3. Prüfung ablegen: Bei der Bundesnetzagentur (Standorte in mehreren Städten)
  4. Rufzeichen beantragen: Nach bestandener Prüfung erhältst du dein persönliches Rufzeichen
  5. Loslegen: Mit einem einfachen Handfunkgerät ab 40 € kannst du sofort starten

Quellen

Weitere Themen

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