DX steht im Amateurfunk für Distanz und bezeichnet Funkverbindungen über große Entfernungen - typischerweise zwischen Kontinenten. Ob ein Band "offen" ist, hängt von der Ionosphäre ab, die wiederum von der Sonnenaktivität beeinflusst wird.
Aktuelle Sonnenaktivität
Aktuelle Bandöffnungen für Deutschland
CW/SSB
CW (Morsen) und SSB (Sprechfunk) sind die klassischen Betriebsarten im Amateurfunk. Diese Spots stammen aus dem DXCluster und dem Reverse Beacon Network (RBN). Hier werden nur stärkere Signale gemeldet - wenn ein Band hier auftaucht, sind gute Verbindungen möglich.
Zuletzt aktualisiert: 10.01.2026, 10:02 Uhr
| Band | Status | Spots | DX-Regionen |
|---|---|---|---|
| 12m | 🔴 Gering | 1 | W |
| 15m | 🔴 Gering | 1 | BY |
| 20m | ⚫ Geschlossen | 0 | - |
| 40m | ⚫ Geschlossen | 0 | - |
Digimodes (FT8/FT4)
FT8 und FT4 sind digitale Betriebsarten, bei denen Computer die Signale automatisch dekodieren. Selbst extrem schwache Signale werden erkannt - ideal um zu sehen, welche Bänder gerade "offen" sind. Die Daten stammen von PSK Reporter, einem weltweiten Netzwerk von Empfangsstationen.
Zuletzt aktualisiert: 10.01.2026, 10:02 Uhr
| Band | Status | Spots | DX-Regionen |
|---|---|---|---|
| 10m | 🔴 Gering | 44 | JA, ZS, BY, HL |
| 12m | 🔴 Gering | 12 | JA, BY, HL |
| 15m | 🔴 Gering | 31 | JA, VK, BY |
| 17m | 🔴 Gering | 21 | JA, HL |
| 20m | 🔴 Gering | 27 | JA, VK |
| 30m | 🔴 Gering | 6 | JA |
| 40m | 🔴 Gering | 6 | ZL, W |
HF-Ausbreitungsvorhersage
Die Vorhersage wird mit dem VOACAP-Modell berechnet - dem Industriestandard für HF-Ausbreitungsprognosen. Basierend auf der aktuellen Sonnenfleckenzahl (SSN) und historischen Ionosphärendaten wird für jeden Funkpfad von JN49 das erwartete Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) ermittelt.
Zuletzt aktualisiert: 10.01.2026, 05:05 Uhr
Was bedeutet DX?
Das Kürzel DX stammt aus der Telegrafie und steht für "Distanz" oder "Distance". Im Amateurfunk bezeichnet es:
- Weitverbindungen über mehrere tausend Kilometer
- Seltene Länder oder Gebiete (z.B. Inseln, Antarktis)
- Schwache Signale aus entfernten Regionen
Eine Verbindung nach Japan, Australien oder Südamerika von Deutschland aus ist typisches "DX". Verbindungen innerhalb Europas gelten meist nicht als DX, außer zu sehr seltenen Ländern.
Ab wann gilt eine Verbindung als DX?
Die Definition von DX hängt vom genutzten Frequenzbereich ab:
| Frequenzbereich | DX-Definition | Beispiele |
|---|---|---|
| Kurzwelle (HF) | Ab 3.000 km oder anderer Kontinent | Deutschland - USA, Japan, Australien |
| 2m / 70cm (VHF/UHF) | Ab 300 km (über Sichtweite hinaus) | München - Berlin per Tropo |
| 6m (Magic Band) | Ab 1.000 km | Europa - USA bei Sporadic-E |
Wie funktioniert Kurzwellenausbreitung?
Kurzwellen (3-30 MHz) können die Erde umrunden, weil sie an der Ionosphäre reflektiert werden. Diese Schicht in 60-400 km Höhe wird durch Sonnenstrahlung ionisiert und wirkt wie ein Spiegel für Funkwellen.
Die Ionosphären-Schichten
| Schicht | Höhe | Bedeutung für Funk |
|---|---|---|
| D-Schicht | 60-90 km | Dämpft niedrige Frequenzen tagsüber (80m/160m) |
| E-Schicht | 90-150 km | Ermöglicht Sporadic-E (plötzliche Bandöffnungen) |
| F1-Schicht | 150-250 km | Tagsüber aktiv, verschmilzt nachts mit F2 |
| F2-Schicht | 250-400 km | Wichtigste Schicht für DX - reflektiert bis 30 MHz |
Sonnenaktivität und Funkwetter
Die Qualität der Ionosphäre hängt direkt von der Sonnenaktivität ab. Mehr Sonnenflecken bedeuten stärkere UV-Strahlung, bessere Ionisation und damit bessere DX-Bedingungen auf den oberen Bändern.
Die wichtigsten Indizes
| Index | Bedeutung | Gute Werte |
|---|---|---|
| SFI | Solar Flux Index - Maß für Sonnenaktivität | über 100 (besser: über 150) |
| K-Index | Unruhe des Erdmagnetfelds (0-9) | 0-2 (ruhig) |
| A-Index | Täglicher Durchschnitt der Magnetfeld-Aktivität | unter 10 |
| SSN | Sonnenfleckenzahl | über 100 |
Der 11-Jahres-Sonnenzyklus
Die Sonnenaktivität schwankt in einem etwa 11-jährigen Zyklus. Im Sonnenfleckenmaximum (wie aktuell 2024-2026) sind die oberen Bänder (10m, 12m, 15m) oft weltweit offen. Im Minimum (ca. 2030) funktioniert DX hauptsächlich auf den unteren Bändern (40m, 80m, 160m).
Die HF-Bänder im Detail
Jedes Amateurfunkband hat seinen eigenen "Charakter" - bestimmte Tageszeiten, Jahreszeiten und Bedingungen, unter denen es am besten funktioniert. Das Verständnis dieser Eigenschaften ist der Schlüssel zu erfolgreichem DX.
160m - Das Topband (1,8-2,0 MHz)
Das 160-Meter-Band ist technisch ein Mittelwellenband (MF) und verhält sich ähnlich wie der AM-Rundfunk. Es gilt als die "Königsdisziplin" des DX - anspruchsvoll, aber mit einzigartigen Erlebnissen.
| Eigenschaft | 160m |
|---|---|
| Beste Zeit | Nacht, besonders Mitternacht bis Morgendämmerung |
| Beste Jahreszeit | Winter (niedriges atmosphärisches Rauschen) |
| Typische Reichweite | Tag: 50-100 km | Nacht: bis weltweit |
| Sonnenaktivität | Besser bei Sonnenminimum (weniger E-Schicht-Absorption) |
Besonderheiten: Anders als bei höheren Bändern ist DX auf 160m im Sonnenfleckenminimum oft besser. Bei hoher Sonnenaktivität absorbiert die E-Schicht nachts mehr Signale. Ducting - wo Signale entlang der Ionosphäre "geleitet" werden - ist hier der Hauptmechanismus für DX.
80m/75m - Das Nachtband (3,5-3,8 MHz)
Ein klassisches Nachtband mit lebhafter Aktivität. In Europa ist 3,5-3,6 MHz für CW reserviert, 3,6-3,8 MHz für SSB ("75m" im amerikanischen Sprachgebrauch).
| Eigenschaft | 80m |
|---|---|
| Beste Zeit | Nacht (ab ca. 1 Stunde nach Sonnenuntergang) |
| Beste Jahreszeit | Winter (weniger QRN, bessere F-Schicht) |
| Typische Reichweite | Tag: 100-300 km | Nacht: ganz Europa, selten USA |
| Sonnenaktivität | Funktioniert bei jeder Sonnenaktivität |
Besonderheiten: Tagsüber absorbiert die D-Schicht 80m-Signale stark - nur Bodenwelle funktioniert. Nach Sonnenuntergang verschwindet die D-Schicht, und plötzlich sind Reichweiten von mehreren tausend Kilometern möglich. An guten Winternächten ist transatlantisches DX möglich.
40m - Das Übergangsband (7,0-7,2 MHz)
Das 40-Meter-Band ist ein echter Allrounder: Es funktioniert sowohl tagsüber als auch nachts und bietet zu fast jeder Zeit brauchbare Bedingungen.
| Eigenschaft | 40m |
|---|---|
| Beste Zeit | Ganztägig, DX besonders nachts |
| Beste Jahreszeit | Winter für DX, Sommer für Europa |
| Typische Reichweite | Tag: 500-2000 km | Nacht: weltweit |
| Sonnenaktivität | Funktioniert bei jeder Sonnenaktivität |
Besonderheiten: 40m ist das zuverlässigste DX-Band bei niedrigen Sonnenfleckenzahlen. Tagsüber erreicht man ganz Europa, nachts öffnet sich das Band für interkontinentales DX. Die Greyline-Zeiten (Dämmerung) sind besonders produktiv.
30m - Das WARC-Band (10,1-10,15 MHz)
Das 30-Meter-Band ist ein WARC-Band - keine Contests, nur CW und digitale Betriebsarten. Es liegt genau zwischen 40m und 20m und kombiniert deren Eigenschaften.
| Eigenschaft | 30m |
|---|---|
| Beste Zeit | Ganztägig, oft besser nachts |
| Beste Jahreszeit | Ganzjährig nutzbar |
| Typische Reichweite | Tag: Europa | Nacht: weltweit |
| Sonnenaktivität | Funktioniert bei jeder Sonnenaktivität |
Besonderheiten: 30m ist oft offen, wenn 20m "tot" ist. Da keine Contests stattfinden, ist das Band ruhiger und entspannter. Besonders für Stationen mit durchschnittlicher Ausrüstung interessant, da weniger "Big Guns" unterwegs sind. In den USA gilt ein Leistungslimit von 200 Watt.
20m - Das DX-Band Nr. 1 (14,0-14,35 MHz)
Das 20-Meter-Band ist das wichtigste und zuverlässigste DX-Band im Amateurfunk. Es funktioniert zu fast jeder Tageszeit und bei fast jeder Sonnenaktivität.
| Eigenschaft | 20m |
|---|---|
| Beste Zeit | Ganztägig, auch nachts bei hoher Sonnenaktivität |
| Beste Jahreszeit | Ganzjährig, Frühling/Herbst optimal |
| Typische Reichweite | Interkontinental (nicht für lokale QSOs geeignet) |
| Sonnenaktivität | Funktioniert immer, nachts nur bei hohem SFI |
- Bei hoher Sonnenaktivität (SFI > 120): 20m kann die ganze Nacht offen bleiben
- Im Sonnenmaximum: Stationen berichten von wochenlangen 24/7-Öffnungen
- Bei niedriger Sonnenaktivität: 20m schließt oft 1-2 Stunden nach Sonnenuntergang
- Long-Path: Nachts können Signale über den "langen Weg" (über den Pazifik) nach Australien/Japan ankommen, wenn dort Tag ist
Besonderheiten: 20m hat eine große Skip-Zone - Stationen innerhalb von ca. 500-800 km sind oft nicht erreichbar. Für lokale Kontakte ist 20m daher ungeeignet.
17m - Das WARC-Band (18,068-18,168 MHz)
Ein weiteres WARC-Band ohne Contestbetrieb. Verhält sich ähnlich wie 20m, aber mit kürzeren Öffnungszeiten.
| Eigenschaft | 17m |
|---|---|
| Beste Zeit | Tagsüber, schließt früher als 20m |
| Beste Jahreszeit | Frühling, Herbst |
| Typische Reichweite | Interkontinental |
| Sonnenaktivität | Braucht moderate Sonnenaktivität |
15m - Das High-Band (21,0-21,45 MHz)
Ein klassisches Tagesband, das bei guten Bedingungen exzellentes DX bietet.
| Eigenschaft | 15m |
|---|---|
| Beste Zeit | Vormittag bis früher Nachmittag |
| Beste Jahreszeit | Frühling, Herbst (Äquinoktien) |
| Typische Reichweite | Weltweit bei guten Bedingungen |
| Sonnenaktivität | Braucht moderate bis hohe Sonnenaktivität |
Besonderheiten: Im Sonnenfleckenmaximum ist 15m oft das produktivste DX-Band überhaupt. Im Minimum kann es monatelang "tot" sein. Die Öffnungen sind kürzer als auf 20m, aber die Signale können sehr stark sein.
12m - Das WARC-Band (24,89-24,99 MHz)
Das dritte WARC-Band, verhält sich ähnlich wie 10m, aber ohne Contests.
| Eigenschaft | 12m |
|---|---|
| Beste Zeit | Mittag, kürzere Öffnungen |
| Beste Jahreszeit | Äquinoktien bei hoher Sonnenaktivität |
| Typische Reichweite | Weltweit, wenn offen |
| Sonnenaktivität | Braucht hohe Sonnenaktivität |
10m - Das oberste KW-Band (28,0-29,7 MHz)
Das höchste HF-Band - unberechenbar, aber mit spektakulären Öffnungen. Bei guten Bedingungen ist weltweites DX mit QRP und einfachen Antennen möglich.
| Eigenschaft | 10m |
|---|---|
| Beste Zeit | Tagsüber, kurze intensive Öffnungen |
| Beste Jahreszeit | Sommer (Sporadic-E), Äquinoktien (F2) |
| Typische Reichweite | Weltweit oder tot - kaum Mittelding |
| Sonnenaktivität | Stark abhängig von hoher Sonnenaktivität |
Besonderheiten: 10m zeigt zwei verschiedene Ausbreitungsarten:
- F2-Propagation: Bei hoher Sonnenaktivität - weltweites DX möglich
- Sporadic-E: Im Sommer (Mai-August) - plötzliche Öffnungen nach Europa mit sehr starken Signalen über 800-2400 km
6m - Das Magic Band (50,0-52,0 MHz)
Das 6-Meter-Band liegt an der Grenze zwischen Kurzwelle und UKW und wird als "Magic Band" bezeichnet - weil es völlig unvorhersehbar zwischen "komplett tot" und "spektakulären Öffnungen" wechseln kann.
| Eigenschaft | 6m |
|---|---|
| Beste Zeit | Unvorhersehbar - plötzliche Öffnungen |
| Beste Jahreszeit | Sommer (Sporadic-E), Sonnenmaximum (F2) |
| Typische Reichweite | Lokal oder 1000-5000+ km - kein Mittelding |
| Sonnenaktivität | F2: Nur bei sehr hoher Aktivität | Es: Unabhängig |
Ausbreitungsarten auf 6m:
- Sporadic-E (Es): Die häufigste DX-Möglichkeit auf 6m. Im Sommer (Mai-August) entstehen plötzlich ionisierte Wolken in der E-Schicht, die Signale über 800-2400 km reflektieren. Öffnungen dauern Minuten bis Stunden.
- F2-Propagation: Nur im Sonnenmaximum bei sehr hohem SFI (>150). Dann ist sogar transatlantisches und weltweites DX möglich - extrem selten und begehrt!
- TEP (Trans-Equatorial Propagation): Signale können entlang des magnetischen Äquators über tausende Kilometer reisen.
- Meteorscatter: Reflexion an Meteoritenbahnen - sehr kurze Bursts, ideal für digitale Modi.
Übersichtstabelle: Tag vs. Nacht
| Band | Tag | Nacht | Greyline |
|---|---|---|---|
| 160m | Nur lokal (50-100 km) | DX möglich | Excellent |
| 80m | Regional (100-300 km) | Europa, selten DX | Sehr gut |
| 40m | Europa (500-2000 km) | Weltweit DX | Sehr gut |
| 30m | Europa bis kurzes DX | Weltweit DX | Gut |
| 20m | Weltweit | Eingeschränkt* | Gut |
| 17m | Weltweit (wenn offen) | Meist geschlossen | Möglich |
| 15m | Weltweit (wenn offen) | Geschlossen | Kurz |
| 12m | Weltweit (wenn offen) | Geschlossen | Selten |
| 10m | Weltweit (wenn offen) | Geschlossen | Selten |
| 6m | Sporadic-E möglich | Geschlossen | - |
* 20m nachts: Bei hoher Sonnenaktivität (SFI > 120) kann 20m auch nachts offen bleiben.
Greyline-Propagation
Die Greyline (auch "Dämmerungslinie" oder "Terminator") ist der schmale Streifen auf der Erde, wo gerade Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang stattfindet. Entlang dieser Linie herrschen besondere Ausbreitungsbedingungen.
Warum funktioniert die Greyline so gut?
Die D-Schicht, die tagsüber HF-Signale absorbiert, verschwindet bei Sonnenuntergang sehr schnell. Gleichzeitig ist die F-Schicht noch gut ionisiert. Dieses kurze Zeitfenster - etwa 30-60 Minuten bei Sonnenaufgang und -untergang - bietet ideale Bedingungen:
- Kaum D-Schicht-Absorption: Signale werden nicht gedämpft
- Noch hohe MUF: Auch höhere Frequenzen werden reflektiert
- Fokussierungseffekt: Signale werden entlang der Dämmerungslinie "gebündelt"
Greyline nach Bändern
| Band | Greyline-Effekt | Typische Dauer |
|---|---|---|
| 160m | Extrem wichtig - oft die einzige DX-Chance | 5-30 Minuten |
| 80m | Sehr wichtig für transatlantisches DX | 10-30 Minuten |
| 40m | Deutlich verstärkte Signale, zuverlässig | 30-60 Minuten |
| 30m | Guter Effekt, längere Öffnungen | 30-60 Minuten |
| 20m | Verstärkung, aber weniger kritisch | 30-60 Minuten |
| 15m-10m | Geringer Effekt | - |
Praktische Nutzung
Erfahrene DXer planen ihre Aktivität gezielt um die Greyline-Zeiten:
- Sonnenaufgang: Beste Zeit für DX nach Westen (Pazifik, Amerika)
- Sonnenuntergang: Beste Zeit für DX nach Osten (Asien, Pazifik)
- Tools nutzen: Greyline-Karten zeigen die aktuelle Dämmerungslinie
Skip-Zone und tote Zone
Die Skip-Zone (auch "tote Zone" oder "Schweigebereich") ist ein Bereich, in dem ein Sender nicht empfangen werden kann - obwohl er weiter entfernte Stationen erreicht.
Wie entsteht die Skip-Zone?
Sie liegt zwischen zwei Bereichen:
- Bodenwelle: Reicht nur wenige Kilometer (je nach Frequenz und Gelände)
- Erste Raumwellenrückkehr: Wo das Signal nach der Ionosphärenreflexion wieder auftrifft
Zwischen diesen beiden Bereichen - der Skip-Zone - gibt es keinen Empfang.
| Band | Typische Skip-Zone |
|---|---|
| 160m-80m | Meist keine oder sehr klein |
| 40m | Tagsüber: 300-800 km | Nachts: größer |
| 20m | 500-1500 km (je nach Tageszeit) |
| 15m-10m | 800-2500 km (kann sehr groß sein) |
Einflussfaktoren
- Frequenz: Je höher, desto größer die Skip-Zone
- Tageszeit: Nachts ist die Skip-Zone größer
- Sonnenaktivität: Bei niedrigem SSN wird die Skip-Zone größer
- Jahreszeit: Im Winter größer als im Sommer
NVIS - Die Skip-Zone schließen
NVIS (Near Vertical Incidence Skywave) ist eine Antennentechnik, die Signale fast senkrecht nach oben abstrahlt. So werden auch Stationen innerhalb der Skip-Zone erreicht.
- Funktioniert auf: 80m (nachts), 40m (tagsüber), 60m
- Reichweite: 50-500 km (regional)
- Antennenhöhe: Sehr niedrig (ca. 3-5m für 40m)
- Anwendung: Notfunk, Bergfunk (SOTA), regionale Netze
Short-Path vs. Long-Path
Jede Funkverbindung kann theoretisch über zwei Wege erfolgen: den kurzen Weg (Short-Path) oder den langen Weg (Long-Path) um die Erde herum.
Beispiel: Deutschland nach Australien
| Pfad | Richtung | Entfernung | Anzahl Hops |
|---|---|---|---|
| Short-Path | Ostsüdost (ca. 70°) | ~16.500 km | 5-6 Hops |
| Long-Path | Westsüdwest (ca. 250°) | ~23.500 km | 7-8 Hops |
Wann ist Long-Path besser?
Obwohl Long-Path mehr Hops benötigt, kann er manchmal stärkere Signale liefern:
- Weg über Wasser: Der Long-Path führt oft über Ozeane - Salzwasser reflektiert besser als Land
- Chordal Hops: Signale können innerhalb der Ionosphäre "gleiten" ohne den Boden zu berühren
- Sonnenlicht-Pfad: Wenn der Long-Path durch Tageslicht führt (höhere MUF), der Short-Path aber durch Dunkelheit
Beste Zeiten für Long-Path
Long-Path funktioniert am besten:
- Um Sonnenaufgang nach Westen (Pazifik, Amerika)
- Um Sonnenuntergang nach Osten (Asien)
- Wenn der Pfad möglichst lange durch Tageslicht (auf höheren Bändern) oder Dunkelheit (auf niedrigen Bändern) führt
Jahreszeitliche Unterschiede
Die Jahreszeit beeinflusst die Kurzwellenausbreitung erheblich:
Winter
- Niedrige Bänder (160m, 80m): Beste Jahreszeit! Weniger atmosphärisches Rauschen, längere Nächte = mehr DX-Zeit
- MUF höher: Paradoxerweise ist die MUF der F2-Schicht im Winter höher als im Sommer
- Kurze Tage: Weniger D-Schicht-Absorption auf den unteren Bändern
- Hohe Bänder: Kürzere Öffnungszeiten, da weniger Sonneneinstrahlung
Sommer
- Sporadic-E: Mai-August ist Sporadic-E-Saison auf 10m und 6m
- Hohes QRN: Gewitter verursachen starkes Rauschen auf 80m und 160m
- Längere Tage: Mehr Zeit für die oberen Bänder
- Niedrige Bänder: Oft durch Störungen unbrauchbar
Frühling und Herbst (Äquinoktien)
- Beste Zeit für 10m-20m: Die ausgeglichene Sonneneinstrahlung über beide Hemisphären begünstigt stabile Ausbreitungsbedingungen
- Zuverlässige Öffnungen: Weniger extreme Schwankungen als im Sommer/Winter
- Gute DX-Zeit: Die Äquinoktien (März, September) gelten als die produktivsten DX-Monate
Betriebsarten im Vergleich: Wer kommt weiter?
Nicht nur die Bedingungen entscheiden über den DX-Erfolg - auch die Betriebsart macht einen enormen Unterschied. Digitale Modi wie FT8 können Signale dekodieren, die für das menschliche Ohr völlig unhörbar sind.
Minimaler Signal-Rauschabstand (SNR)
Der SNR gibt an, wie weit ein Signal über (positiv) oder unter (negativ) dem Rauschen liegen muss, um dekodiert/verstanden zu werden:
| Betriebsart | Min. SNR | Bandbreite | Vorteil vs. SSB |
|---|---|---|---|
| SSB (Sprache) | +10 dB | ~2500 Hz | Referenz |
| CW (Morsen) | -12 bis -15 dB | ~100 Hz | ~22-25 dB |
| FT8 | -20 bis -21 dB | ~6 Hz | ~30 dB |
| FT4 | -17 dB | ~21 Hz | ~27 dB |
| JS8Call | -22 dB | ~16 Hz | ~32 dB |
- 10 dB Unterschied = 10-fache Leistung nötig (oder 10× bessere Antenne)
- 30 dB Unterschied = 1000-fache Leistung nötig!
Praktische Umrechnung: FT8-Report zu CW/SSB
Wenn du einen FT8-Report erhältst, kannst du abschätzen, ob CW oder SSB möglich wäre:
| FT8-Report | CW möglich? | SSB möglich? |
|---|---|---|
| -20 bis -14 dB | Nein | Nein |
| -14 bis -10 dB | Ja, mit Übung | Nein |
| -10 bis 0 dB | Ja, einfach | Schwierig |
| 0 dB und höher | Ja | Ja |
Wann welche Betriebsart?
| Situation | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Marginale Bedingungen, schwache Signale | FT8/FT4 | Funktioniert noch bei -20 dB SNR |
| Mäßige Bedingungen, mehr Austausch gewünscht | CW | Effizient und flexibel |
| Gute Bedingungen, echte Gespräche | SSB | Persönlicher Kontakt |
| Sporadic-E, kurze Öffnungen | FT8/CW | Schnelle QSOs |
| Contests | CW/SSB | Mehr Punkte pro QSO |
Antennen zählen doppelt
Eine Verbesserung der Antenne bringt doppelten Gewinn: +3 dB beim Senden UND +3 dB beim Empfangen = effektiv +6 dB Vorteil. Im Vergleich:
- Sendeleistung verdoppeln: +3 dB Vorteil
- Antenne von Dipol auf 3-Element-Yagi: +6 dB Vorteil (Senden) + +6 dB (Empfangen) = +12 dB effektiv
Deshalb lohnt sich die Investition in eine gute Antenne mehr als in einen Verstärker!
DX-Cluster und Spots
Ein DX-Cluster ist ein Netzwerk, in dem Funkamateure melden, welche seltenen Stationen sie gerade hören. Diese "Spots" helfen dir, interessante DX-Stationen zu finden.
Beliebte DX-Cluster
- DXSummit (dxsummit.fi) - Web-Interface mit Filtermöglichkeiten
- DXWatch (dxwatch.com) - Übersichtliche Darstellung
- PSK Reporter (pskreporter.info) - Automatische Spots für Digimodes (FT8, FT4)
- Reverse Beacon Network (reversebeacon.net) - Automatische CW/RTTY-Spots
DXCC - Der DX Century Club
Das bekannteste DX-Diplom ist der DXCC (DX Century Club) der amerikanischen ARRL. Die Grundanforderung: bestätigte Funkverbindungen mit mindestens 100 verschiedenen DXCC-Entitäten (Ländern/Gebieten).
Die DXCC-Liste umfasst derzeit über 340 Entitäten - darunter nicht nur Länder, sondern auch Inseln, Territorien und Sondergebiete.
| Stufe | Anforderung |
|---|---|
| DXCC | 100 Entitäten bestätigt |
| 5-Band DXCC | 100 Entitäten auf 80, 40, 20, 15 und 10m |
| DXCC Challenge | 1.000+ Band-Entitäten (160m - 6m) |
| Honor Roll | Top 10 der aktuellen DXCC-Liste (330+ Entitäten) |
DXpeditionen
Eine DXpedition ist eine Funkexpedition zu einem seltenen oder schwer erreichbaren Ort. Teams reisen an abgelegene Orte, um von dort Funkbetrieb zu machen und anderen Funkamateuren seltene Länder zu ermöglichen.
Beliebte DXpeditions-Ziele:
- Abgelegene Inseln (z.B. Bouvet Island, Heard Island)
- Länder ohne aktive Funkamateure
- Antarktis-Stationen
- Umstrittene oder schwer zugängliche Gebiete
DX auf UKW
Auf VHF/UHF (2m, 70cm) sind DX-Verbindungen seltener als auf Kurzwelle, aber durch besondere Ausbreitungsbedingungen möglich:
- Troposphärische Überreichweiten (Tropo): Inversionswetterlagen ermöglichen 500-2.000 km
- Sporadic-E: Reflexion an ionisierten Wolken, besonders im Sommer auf 6m und 2m
- Meteorscatter: Reflexion an Meteoritenbahnen - sehr kurze Bursts von wenigen Sekunden
- EME (Erde-Mond-Erde): Reflexion am Mond - das ultimative DX! Erfordert große Antennen und viel Leistung
Ausbreitungsphänomene
Sporadic-E (Es)
Plötzliche, unvorhersehbare Öffnungen auf 6m und 10m durch ionisierte Wolken in der E-Schicht. Besonders häufig im Sommer (Mai-August). Reichweiten: 800-2400 km.
Aurora
Bei starker geomagnetischer Aktivität (hoher K-Index) können Signale an den Polarlichtern reflektiert werden. Der Klang ist verzerrt und "flatternd". Funktioniert auf 6m und 2m.
Mögel-Dellinger-Effekt
Nach starken Sonneneruptionen (Flares) kann die gesamte Kurzwelle für Minuten bis Stunden ausfallen - die D-Schicht absorbiert alle Signale. Erkennbar am plötzlichen Verschwinden aller Stationen.
DX-Begriffe im Überblick
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| DX | Fernverbindung, weit entfernte Station |
| DXen | Gezieltes Jagen von Fernverbindungen |
| DXer | Funkamateur, der sich auf DX spezialisiert |
| DXpedition | Funkexpedition zu seltenem Ort |
| DX-Cluster | Netzwerk zum Austausch von DX-Meldungen |
| DX-Spot | Meldung über gehörte DX-Station |
| Pile-Up | Viele Stationen rufen gleichzeitig eine DX-Station |
| DXCC | DX Century Club - Diplom für 100+ Länder |
| Entität | Land oder Gebiet in der DXCC-Liste |
| QSL | Bestätigungskarte für eine Funkverbindung |
Bereit für DX?
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Jetzt lernenHäufige Fragen zu DX und Ausbreitung
Wie sind die aktuellen DX-Bedingungen?
SFI: 117 (gut) · K-Index: 3 (leicht erhöht) · Sonnenflecken: 66
Der aktuelle SFI von 117 zeigt gute Bedingungen - die oberen Bänder (10m, 15m, 20m) sollten offen sein. Der K-Index von 3 zeigt leicht erhöhte Aktivität - polare Funkwege können beeinträchtigt sein.
Welche Bänder sind gerade offen?
Aktuell zeigen folgende Bänder gute DX-Aktivität: aktuell keine Bänder mit guten Bedingungen.
Die Daten basieren auf Echtzeit-Spots von PSK Reporter (FT8/FT4) und DXCluster (CW/SSB) und werden alle 15 Minuten aktualisiert.
Was bedeutet DX im Amateurfunk?
DX steht für "Distanz" und bezeichnet Funkverbindungen über große Entfernungen - typischerweise zwischen Kontinenten. Auf Kurzwelle gilt eine Verbindung ab etwa 3.000 km oder zu einem anderen Kontinent als DX.
Was zeigt der SFI-Wert an?
Der SFI (Solar Flux Index) misst die Sonnenaktivität auf einer Skala von etwa 70 bis über 300. Je höher der SFI, desto stärker wird die Ionosphäre ionisiert und desto besser werden die höheren Bänder reflektiert.
Aktuell: SFI 117 - Der aktuelle SFI von 117 zeigt gute Bedingungen - die oberen Bänder (10m, 15m, 20m) sollten offen sein.
Welches Band ist am besten für DX?
Das 20-Meter-Band (14 MHz) gilt als zuverlässigstes DX-Band - es ist fast den ganzen Tag offen. Tagsüber funktionieren auch 10m und 15m gut (bei hoher Sonnenaktivität), nachts sind 40m und 80m besser.
Was ist ein DX-Cluster?
Ein DX-Cluster ist ein Netzwerk, in dem Funkamateure melden, welche DX-Stationen sie gerade hören. Diese "Spots" enthalten Rufzeichen, Frequenz und Uhrzeit. Beliebte DX-Cluster sind DXSummit, DXWatch und PSK Reporter.
