Funklizenz Klasse N - Einstieg in den Amateurfunk

Nach bestandener Amateurfunkprüfung Klasse N erhältst du die Funklizenz - deine offizielle Zulassung zum Amateurfunkdienst. Dieser Artikel erklärt Kosten, Prüfung, Ausbildungsmöglichkeiten und den offiziellen Fragebogen.

Kurzfassung: Die Funklizenz Klasse N kostet einmalig 88 Euro (Prüfung + Zuteilung) und jährlich ca. 25-32 Euro. Du erhältst ein DN9-Rufzeichen und darfst auf 10m, 2m und 70cm mit max. 10 Watt senden.

Funklizenz Klasse N Kosten

Die Kosten für die Funklizenz Klasse N setzen sich aus einmaligen Gebühren und jährlichen Beiträgen zusammen:

Einmalige Kosten

PositionBetrag
Prüfungsgebühr68,00 Euro
Rufzeichenzuteilung20,00 Euro
Gesamt einmalig88,00 Euro

Jährliche Kosten

Als Lizenzinhaber zahlst du zwei jährliche Beiträge:

BeitragZweckBetrag (ca.)
FrequenznutzungsbeitragFrequenzschutz4-7 Euro
EMV-BeitragElektromagnetische Verträglichkeit21-25 Euro
Gesamt jährlichca. 25-32 Euro
Günstiger Einstieg möglich: Die jährlichen Lizenzkosten sind mit ca. 30 Euro überschaubar. Allerdings können Funkgeräte und Antennen schnell mehrere hundert bis tausend Euro kosten - Amateurfunk kann ein teures Hobby werden. Für den Start reicht aber ein einfaches Handfunkgerät ab ca. 30 Euro. Mehr dazu unter Erste Ausrüstung kaufen.

Funklizenz Klasse N Prüfung

Die Prüfung für die Funklizenz Klasse N wird von der Bundesnetzagentur abgenommen und besteht aus drei Teilen:

PrüfungsteilFragenZeitBestanden
Vorschriften (V)2545 Min19 richtig (76%)
Betriebliche Kenntnisse (B)2545 Min19 richtig (76%)
Technik Klasse N2545 Min19 richtig (76%)

Die Prüfung findet als Multiple-Choice-Test statt. Jede Frage hat vier Antwortmöglichkeiten, von denen genau eine richtig ist. Insgesamt beantwortest du 75 Fragen in ca. 2,5 Stunden.

Mündliche Nachprüfung: Bei 17 oder 18 richtigen Antworten in einem Teil hast du die Chance auf eine mündliche Nachprüfung. Nicht bestandene Teile können in einer Wiederholungsprüfung nachgeholt werden - bereits bestandene Teile bleiben 2 Jahre gültig.

Prüfungstermine

Die Bundesnetzagentur bietet Prüfungen an 11 Standorten in Deutschland an. Termine findest du auf der Übersicht der Prüfungstermine oder direkt bei der BNetzA.

Prüfungsanmeldung

So meldest du dich zur Amateurfunkprüfung an:

  1. Formular herunterladen: Antragsformular (PDF)
  2. Formular ausfüllen: Persönliche Daten, gewünschte Prüfungsklasse (N), Wunschtermin und -ort
  3. Einreichen per E-Mail: Amateurfunkpruefung@BNetzA.de
  4. Bestätigung abwarten: Du erhältst eine Einladung mit allen Details
Alternativ per Post:
Bundesnetzagentur, Dienstleistungszentrum 10, Alter Hellweg 56, 44379 Dortmund

Funklizenz Klasse N Ausbildung

Für die Vorbereitung auf die Funklizenz Klasse N gibt es verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten:

Ausbildungskurse beim DARC

Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) bietet über seine Ortsverbände kostenlose Ausbildungskurse an. Diese finden meist wöchentlich statt und dauern 2-3 Monate. Die Ausbilder sind erfahrene Funkamateure, die ehrenamtlich arbeiten.

Online-Kurse

Verschiedene Plattformen bieten Online-Kurse zur Prüfungsvorbereitung an:

  • 12db.de - Kostenlose Lernplattform mit interaktiven Lerneinheiten, Erklärungen zu jeder Frage und Prüfungssimulation
  • Amateurfunkvorlesung Klasse E - Kostenlose Video-Vorlesungsreihe auf YouTube
Tipp: Alle Erklärungen zu den Technik-Fragen wurden von einem Funkamateur erstellt, der selbst 2025 die Klasse A bestanden hat. Mehr zur Entstehung von 12db.de →

Selbststudium

Die Klasse N ist bewusst einsteigerfreundlich gestaltet. Die technischen Inhalte entsprechen dem Niveau der 8./9. Schulklasse. Mit regelmäßigem Lernen (1-2 Stunden täglich) ist die Prüfung in 4-8 Wochen zu schaffen.

Ausbildungsfunkbetrieb: Während der Ausbildung kannst du unter Aufsicht eines lizenzierten Funkamateurs bereits auf Sendung gehen. Das Ausbildungsrufzeichen wird mit "/T" gekennzeichnet (z.B. DN9ABC/T).

Funklizenz Klasse N Fragebogen

Der offizielle Fragebogen (Fragenkatalog) für die Klasse N wird von der Bundesnetzagentur veröffentlicht und enthält alle Prüfungsfragen:

Aufbau des Fragenkatalogs

TeilAnzahl FragenThemengebiete
Vorschriften (V)204 FragenAmateurfunkgesetz, Vorschriften, Frequenzzuweisungen
Betrieb (B)172 FragenBetriebsabwicklung, Q-Gruppen, Rufzeichen, Buchstabiertafel
Technik N195 FragenGrundlagen Elektrotechnik, Sender/Empfänger, Antennen

Aus diesem Pool werden bei der Prüfung jeweils 25 Fragen pro Teil zufällig ausgewählt.

Fragebogen online üben

Du kannst alle Fragen des offiziellen Fragenkatalogs hier online üben - mit Erklärungen zu jeder Frage und Prüfungssimulation.

Fragenkatalog Klasse N üben

Übe alle Prüfungsfragen mit Erklärungen und Wissenskontrolle in unseren Lerneinheiten.

Jetzt lernen

Fragebogen als PDF

Der offizielle Fragenkatalog ist bei der Bundesnetzagentur als PDF verfügbar. Seit Juni 2024 gilt der neue Katalog mit den Fragen für Klasse N.

Offizieller Fragenkatalog (PDF)

Der vollständige Fragenkatalog der Bundesnetzagentur mit allen Prüfungsfragen für Klasse N, E und A.

PDF herunterladen

Von der Prüfung zur Lizenz

Das Amateurfunkzeugnis (Prüfungsbescheinigung) und die Funklizenz (Zulassung) sind zwei getrennte Dinge:

DokumentWas ist das?Wofür?
AmateurfunkzeugnisPrüfungsbescheinigungNachweis der bestandenen Prüfung
ZulassungsurkundeDie eigentliche LizenzBerechtigung zum Senden
RufzeichenDeine FunkkennungIdentifikation im Funkverkehr

Nach bestandener Prüfung erhältst du das Amateurfunkzeugnis. Die Zulassung (Lizenz) und das Rufzeichen musst du anschließend separat bei der Bundesnetzagentur beantragen.

Das DN9-Rufzeichen

Als Klasse-N-Inhaber erhältst du ein Rufzeichen mit dem Präfix DN9:

  • DN9AB - mit 2 Buchstaben (selten, da meist vergeben)
  • DN9ABC - mit 3 Buchstaben (Standard)

Die Struktur deutscher Amateurfunkrufzeichen: 2 Buchstaben Präfix (DA-DR ohne DE/DI), 1 Ziffer, 2-3 Buchstaben Suffix.

Wunschrufzeichen: Du kannst bei der Beantragung ein Wunschrufzeichen angeben. Es besteht jedoch kein Anspruch auf Zuteilung - wenn dein Wunsch bereits vergeben ist, erhältst du ein anderes freies Rufzeichen.
Hinweis: Ende 2028 werden die Ausbildungsrufzeichen DN0 bis DN8 eingezogen. Dieser Nummernbereich steht dann ebenfalls für Klasse-N-Rufzeichen zur Verfügung.

Rufzeichen prüfen

Ob dein Wunschrufzeichen noch frei ist, kannst du vorab prüfen:

12db Rufzeichen-Tool: Plane dein Wunschrufzeichen und prüfe, welche DN9-Suffixe noch frei sind - mit Historie seit 2015.
Zum Tool

Was erlaubt die Lizenz?

Mit der Funklizenz Klasse N darfst du:

BandFrequenzbereichMax. Leistung
10 m28,0 - 29,7 MHz10 W ERP
2 m144,0 - 146,0 MHz10 W EIRP
70 cm430,0 - 440,0 MHz10 W EIRP

Alle Betriebsarten sind erlaubt: FM, SSB, digitale Modi (FT8, DMR, C4FM, D-Star), Satellitenfunk und sogar CW (Morsetelegrafie) - probiere unseren Morsecode-Übersetzer.

Nur in Deutschland: Die Klasse N ist aktuell nur in Deutschland gültig. Für Funkbetrieb im Ausland benötigst du mindestens die Klasse E mit CEPT-Novice-Lizenz.

Ausrüstung für Klasse N

Für den Einstieg reicht ein einfaches Handfunkgerät:

GerätPreis abBänder
Baofeng UV-5Rca. 30 Euro2m/70cm
Yaesu FT-4XEca. 80 Euro2m/70cm
Yaesu FT-65Eca. 120 Euro2m/70cm

Für das 10-m-Band benötigst du ein separates Gerät (z.B. ein Multiband-Transceiver oder ein gebrauchtes KW-Gerät). Ausführliche Tipps findest du unter Erste Ausrüstung kaufen.

Vorteile der Klasse N

Die Klasse N bietet trotz ihrer Einschränkungen einige handfeste Vorteile:

  • Schneller Einstieg: Mit 4-8 Wochen Lernzeit der kürzeste Weg zur Funklizenz
  • Weniger Technik: 195 Technik-Fragen statt 463 (Klasse E) oder 716 (Klasse A)
  • Mehr als Jedermannfunk: 10 Watt EIRP übertreffen PMR446 (0,5 W) und Freenet (1 W) deutlich
  • Zugang zur Infrastruktur: Relais, Hotspots, digitale Netzwerke (DMR, D-Star, C4FM) nutzbar
  • Vielfältige Betriebsarten: FT8, Satellitenfunk, LoRa-APRS, Packet Radio - nicht nur Sprechfunk
  • Legale Nutzung: Günstige Handfunkgeräte (z.B. Baofeng) dürfen legal betrieben werden
  • Flexibler Aufstieg: Jederzeit auf Klasse E oder A aufstocken - V und B bleiben gültig
Ideal zum Ausprobieren: Die Klasse N eignet sich perfekt, um herauszufinden, ob Amateurfunk das richtige Hobby ist - ohne monatelanges Lernen. Wer Gefallen findet, kann später problemlos aufstocken.

Nachteile und Kritikpunkte

Die Klasse N hat auch Einschränkungen, die du kennen solltest:

  • Begrenzte Reichweite: 10 Watt EIRP reichen für lokale QSOs und Relais, aber für weite Strecken wird es schwierig
  • Keine Kurzwelle: Außer dem 10-m-Band (das oft ruhig ist) kein Zugang zu den DX-Bändern
  • Nur in Deutschland: Im Urlaub oder auf Reisen darfst du nicht funken - keine CEPT-Anerkennung
  • Aufwand vs. Nutzen: Manche Kritiker bemängeln, dass der Lernaufwand für V und B gleich bleibt, aber die Rechte eingeschränkt sind
Ehrliche Einschätzung: Die Klasse N ist ein Kompromiss. Wer bereits weiß, dass er Kurzwelle oder Auslandsfunk nutzen will, sollte direkt mit Klasse E starten. Wer unsicher ist oder wenig Zeit hat, für den ist N ein guter Einstieg.

Für wen ist die Klasse N geeignet?

Die Klasse N ist besonders sinnvoll für:

  • Schnupperer: Du willst erstmal testen, ob Amateurfunk etwas für dich ist
  • Zeitknappe: Du hast nur wenige Wochen Zeit zur Vorbereitung
  • Lokalfunker: Dir reicht der Kontakt zu Funkamateuren in deiner Region
  • Digitalfunker: Du interessierst dich primär für DMR, D-Star oder C4FM über Hotspots
  • Experimentierfreudige: Du willst mit LoRa, APRS oder Satellitenfunk experimentieren

Weniger geeignet ist die Klasse N, wenn du:

  • Weltweite Kurzwellen-Verbindungen (DX) machen möchtest
  • Im Urlaub funken willst
  • Mit höherer Leistung arbeiten möchtest

Aufstieg zu Klasse E oder A

Du kannst jederzeit auf eine höhere Klasse aufstocken. Dabei musst du nur den zusätzlichen Technik-Teil prüfen lassen - die bereits bestandenen Teile (Vorschriften und Betrieb) bleiben gültig.

AufstiegZusätzliche PrüfungNeue Rechte
N → ETechnik Klasse EAlle Bänder ab 23 cm, 100 W, CEPT-Novice
N → ATechnik Klasse AAlle Bänder, 750 W, CEPT-Full

Bei Aufstieg erhältst du ein neues Rufzeichen mit anderem Präfix (DO für E, diverse für A).

Nächster Schritt Klasse E: Mit der Klasse E erhältst du Zugang zu Kurzwelle und darfst auch im Ausland funken. Alle Infos zu Kosten, Prüfung und Fragebogen findest du auf unserer Seite Funklizenz Klasse E.
Direkt zu Klasse A: Du kannst auch direkt von N auf A aufstocken und erhältst alle Kurzwellenbänder, 750 Watt und volle CEPT HAREC Anerkennung. Alle Infos findest du auf unserer Seite Funklizenz Klasse A.
Detaillierter Vergleich: Alle drei Klassen mit Frequenzen, Leistung und Kosten im direkten Vergleich findest du auf unserer Seite Amateurfunk-Klassen N, E und A.

Häufige Fragen zur Funklizenz Klasse N

Was kostet die Funklizenz Klasse N?

Die Funklizenz Klasse N kostet einmalig 88 Euro (Prüfungsgebühr 68 Euro + Rufzeichenzuteilung 20 Euro). Dazu kommen jährliche Beiträge von ca. 25-32 Euro (Frequenznutzungs- und EMV-Beitrag).

Wie schwer ist die Klasse N Prüfung?

Die Klasse N ist bewusst einsteigerfreundlich gestaltet. Die technischen Inhalte entsprechen dem Niveau der 8./9. Schulklasse. Die Prüfung besteht aus Multiple-Choice-Fragen mit vier Antwortmöglichkeiten. Du musst in jedem der drei Teile mindestens 76% richtig beantworten. Nicht bestandene Teile können in einer Wiederholungsprüfung nachgeholt werden.

Wie lange dauert die Vorbereitung?

Mit regelmäßigem Lernen (1-2 Stunden täglich) ist die Prüfung in 4-8 Wochen zu schaffen. Ausbildungskurse beim DARC dauern meist 2-3 Monate mit wöchentlichen Treffen. Mit unserer kostenlosen Lernplattform kannst du jederzeit im eigenen Tempo üben.

Was darf ich mit Klasse N?

Mit Klasse N darfst du auf 10 m, 2 m und 70 cm mit maximal 10 Watt senden. Alle Betriebsarten sind erlaubt: FM, SSB, CW, digitale Modi (FT8, DMR, C4FM, D-Star) und Satellitenfunk. Die Lizenz gilt allerdings nur in Deutschland.

Welches Rufzeichen bekomme ich mit Klasse N?

Mit Klasse N erhältst du ein Rufzeichen mit dem Präfix DN9, zum Beispiel DN9ABC. Du kannst bei der Beantragung ein Wunsch-Suffix angeben. Ob es verfügbar ist, kannst du vorab mit unserer Rufzeichen-Suche prüfen.

Kann ich im Ausland funken mit Klasse N?

Nein, die Klasse N ist aktuell nur in Deutschland gültig. Für Funkbetrieb im Ausland benötigst du mindestens die Klasse E mit CEPT-Novice-Anerkennung.

Lohnt sich Klasse N oder soll ich gleich Klasse E machen?

Das hängt von deinen Zielen ab. Klasse N ist ideal zum Schnuppern und schnellen Einstieg (4-8 Wochen Lernzeit). Klasse E bietet mehr Frequenzen, mehr Leistung und Auslandsfunk, braucht aber 2-4 Monate. Du kannst jederzeit von N auf E aufstocken.

Was ist der Unterschied zwischen Klasse N und E?

Hauptunterschiede: Klasse E bietet 100 Watt statt 10 Watt, Zugang zu Kurzwelle (160m, 80m, 15m) statt nur 10m, und CEPT-Anerkennung für Funkbetrieb im Ausland. Die Prüfung ist umfangreicher (1.034 statt 571 Fragen).

Quellen

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