Nach bestandener Amateurfunkprüfung Klasse N erhältst du die Funklizenz - deine offizielle Zulassung zum Amateurfunkdienst. Dieser Artikel erklärt Kosten, Prüfung, Ausbildungsmöglichkeiten und den offiziellen Fragebogen.
Tools für Klasse N
Funklizenz Klasse N Kosten
Die Kosten für die Funklizenz Klasse N setzen sich aus einmaligen Gebühren und jährlichen Beiträgen zusammen:
Einmalige Kosten
| Position | Betrag |
|---|---|
| Prüfungsgebühr | 68,00 Euro |
| Rufzeichenzuteilung | 20,00 Euro |
| Gesamt einmalig | 88,00 Euro |
Jährliche Kosten
Als Lizenzinhaber zahlst du zwei jährliche Beiträge:
| Beitrag | Zweck | Betrag (ca.) |
|---|---|---|
| Frequenznutzungsbeitrag | Frequenzschutz | 4-7 Euro |
| EMV-Beitrag | Elektromagnetische Verträglichkeit | 21-25 Euro |
| Gesamt jährlich | ca. 25-32 Euro |
Funklizenz Klasse N Prüfung
Die Prüfung für die Funklizenz Klasse N wird von der Bundesnetzagentur abgenommen und besteht aus drei Teilen:
| Prüfungsteil | Fragen | Zeit | Bestanden |
|---|---|---|---|
| Vorschriften (V) | 25 | 45 Min | 19 richtig (76%) |
| Betriebliche Kenntnisse (B) | 25 | 45 Min | 19 richtig (76%) |
| Technik Klasse N | 25 | 45 Min | 19 richtig (76%) |
Die Prüfung findet als Multiple-Choice-Test statt. Jede Frage hat vier Antwortmöglichkeiten, von denen genau eine richtig ist. Insgesamt beantwortest du 75 Fragen in ca. 2,5 Stunden.
Prüfungstermine
Die Bundesnetzagentur bietet Prüfungen an 11 Standorten in Deutschland an. Termine findest du auf der Übersicht der Prüfungstermine oder direkt bei der BNetzA.
Prüfungsanmeldung
So meldest du dich zur Amateurfunkprüfung an:
- Formular herunterladen: Antragsformular (PDF)
- Formular ausfüllen: Persönliche Daten, gewünschte Prüfungsklasse (N), Wunschtermin und -ort
- Einreichen per E-Mail: Amateurfunkpruefung@BNetzA.de
- Bestätigung abwarten: Du erhältst eine Einladung mit allen Details
Bundesnetzagentur, Dienstleistungszentrum 10, Alter Hellweg 56, 44379 Dortmund
Funklizenz Klasse N Ausbildung
Für die Vorbereitung auf die Funklizenz Klasse N gibt es verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten:
Ausbildungskurse beim DARC
Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) bietet über seine Ortsverbände kostenlose Ausbildungskurse an. Diese finden meist wöchentlich statt und dauern 2-3 Monate. Die Ausbilder sind erfahrene Funkamateure, die ehrenamtlich arbeiten.
Online-Kurse
Verschiedene Plattformen bieten Online-Kurse zur Prüfungsvorbereitung an:
- 12db.de - Kostenlose Lernplattform mit interaktiven Lerneinheiten, Erklärungen zu jeder Frage und Prüfungssimulation
- Amateurfunkvorlesung Klasse E - Kostenlose Video-Vorlesungsreihe auf YouTube
Selbststudium
Die Klasse N ist bewusst einsteigerfreundlich gestaltet. Die technischen Inhalte entsprechen dem Niveau der 8./9. Schulklasse. Mit regelmäßigem Lernen (1-2 Stunden täglich) ist die Prüfung in 4-8 Wochen zu schaffen.
Funklizenz Klasse N Fragebogen
Der offizielle Fragebogen (Fragenkatalog) für die Klasse N wird von der Bundesnetzagentur veröffentlicht und enthält alle Prüfungsfragen:
Aufbau des Fragenkatalogs
| Teil | Anzahl Fragen | Themengebiete |
|---|---|---|
| Vorschriften (V) | 204 Fragen | Amateurfunkgesetz, Vorschriften, Frequenzzuweisungen |
| Betrieb (B) | 172 Fragen | Betriebsabwicklung, Q-Gruppen, Rufzeichen, Buchstabiertafel |
| Technik N | 195 Fragen | Grundlagen Elektrotechnik, Sender/Empfänger, Antennen |
Aus diesem Pool werden bei der Prüfung jeweils 25 Fragen pro Teil zufällig ausgewählt.
Fragebogen online üben
Du kannst alle Fragen des offiziellen Fragenkatalogs hier online üben - mit Erklärungen zu jeder Frage und Prüfungssimulation.
Fragenkatalog Klasse N üben
Übe alle Prüfungsfragen mit Erklärungen und Wissenskontrolle in unseren Lerneinheiten.
Jetzt lernenFragebogen als PDF
Der offizielle Fragenkatalog ist bei der Bundesnetzagentur als PDF verfügbar. Seit Juni 2024 gilt der neue Katalog mit den Fragen für Klasse N.
Offizieller Fragenkatalog (PDF)
Der vollständige Fragenkatalog der Bundesnetzagentur mit allen Prüfungsfragen für Klasse N, E und A.
PDF herunterladenVon der Prüfung zur Lizenz
Das Amateurfunkzeugnis (Prüfungsbescheinigung) und die Funklizenz (Zulassung) sind zwei getrennte Dinge:
| Dokument | Was ist das? | Wofür? |
|---|---|---|
| Amateurfunkzeugnis | Prüfungsbescheinigung | Nachweis der bestandenen Prüfung |
| Zulassungsurkunde | Die eigentliche Lizenz | Berechtigung zum Senden |
| Rufzeichen | Deine Funkkennung | Identifikation im Funkverkehr |
Nach bestandener Prüfung erhältst du das Amateurfunkzeugnis. Die Zulassung (Lizenz) und das Rufzeichen musst du anschließend separat bei der Bundesnetzagentur beantragen.
Das DN9-Rufzeichen
Als Klasse-N-Inhaber erhältst du ein Rufzeichen mit dem Präfix DN9:
- DN9AB - mit 2 Buchstaben (selten, da meist vergeben)
- DN9ABC - mit 3 Buchstaben (Standard)
Die Struktur deutscher Amateurfunkrufzeichen: 2 Buchstaben Präfix (DA-DR ohne DE/DI), 1 Ziffer, 2-3 Buchstaben Suffix.
Rufzeichen prüfen
Ob dein Wunschrufzeichen noch frei ist, kannst du vorab prüfen:
Was erlaubt die Lizenz?
Mit der Funklizenz Klasse N darfst du:
| Band | Frequenzbereich | Max. Leistung |
|---|---|---|
| 10 m | 28,0 - 29,7 MHz | 10 W ERP |
| 2 m | 144,0 - 146,0 MHz | 10 W EIRP |
| 70 cm | 430,0 - 440,0 MHz | 10 W EIRP |
Alle Betriebsarten sind erlaubt: FM, SSB, digitale Modi (FT8, DMR, C4FM, D-Star), Satellitenfunk und sogar CW (Morsetelegrafie) - probiere unseren Morsecode-Übersetzer.
Ausrüstung für Klasse N
Für den Einstieg reicht ein einfaches Handfunkgerät:
| Gerät | Preis ab | Bänder |
|---|---|---|
| Baofeng UV-5R | ca. 30 Euro | 2m/70cm |
| Yaesu FT-4XE | ca. 80 Euro | 2m/70cm |
| Yaesu FT-65E | ca. 120 Euro | 2m/70cm |
Für das 10-m-Band benötigst du ein separates Gerät (z.B. ein Multiband-Transceiver oder ein gebrauchtes KW-Gerät). Ausführliche Tipps findest du unter Erste Ausrüstung kaufen.
Vorteile der Klasse N
Die Klasse N bietet trotz ihrer Einschränkungen einige handfeste Vorteile:
- Schneller Einstieg: Mit 4-8 Wochen Lernzeit der kürzeste Weg zur Funklizenz
- Weniger Technik: 195 Technik-Fragen statt 463 (Klasse E) oder 716 (Klasse A)
- Mehr als Jedermannfunk: 10 Watt EIRP übertreffen PMR446 (0,5 W) und Freenet (1 W) deutlich
- Zugang zur Infrastruktur: Relais, Hotspots, digitale Netzwerke (DMR, D-Star, C4FM) nutzbar
- Vielfältige Betriebsarten: FT8, Satellitenfunk, LoRa-APRS, Packet Radio - nicht nur Sprechfunk
- Legale Nutzung: Günstige Handfunkgeräte (z.B. Baofeng) dürfen legal betrieben werden
- Flexibler Aufstieg: Jederzeit auf Klasse E oder A aufstocken - V und B bleiben gültig
Nachteile und Kritikpunkte
Die Klasse N hat auch Einschränkungen, die du kennen solltest:
- Begrenzte Reichweite: 10 Watt EIRP reichen für lokale QSOs und Relais, aber für weite Strecken wird es schwierig
- Keine Kurzwelle: Außer dem 10-m-Band (das oft ruhig ist) kein Zugang zu den DX-Bändern
- Nur in Deutschland: Im Urlaub oder auf Reisen darfst du nicht funken - keine CEPT-Anerkennung
- Aufwand vs. Nutzen: Manche Kritiker bemängeln, dass der Lernaufwand für V und B gleich bleibt, aber die Rechte eingeschränkt sind
Für wen ist die Klasse N geeignet?
Die Klasse N ist besonders sinnvoll für:
- Schnupperer: Du willst erstmal testen, ob Amateurfunk etwas für dich ist
- Zeitknappe: Du hast nur wenige Wochen Zeit zur Vorbereitung
- Lokalfunker: Dir reicht der Kontakt zu Funkamateuren in deiner Region
- Digitalfunker: Du interessierst dich primär für DMR, D-Star oder C4FM über Hotspots
- Experimentierfreudige: Du willst mit LoRa, APRS oder Satellitenfunk experimentieren
Weniger geeignet ist die Klasse N, wenn du:
- Weltweite Kurzwellen-Verbindungen (DX) machen möchtest
- Im Urlaub funken willst
- Mit höherer Leistung arbeiten möchtest
Aufstieg zu Klasse E oder A
Du kannst jederzeit auf eine höhere Klasse aufstocken. Dabei musst du nur den zusätzlichen Technik-Teil prüfen lassen - die bereits bestandenen Teile (Vorschriften und Betrieb) bleiben gültig.
| Aufstieg | Zusätzliche Prüfung | Neue Rechte |
|---|---|---|
| N → E | Technik Klasse E | Alle Bänder ab 23 cm, 100 W, CEPT-Novice |
| N → A | Technik Klasse A | Alle Bänder, 750 W, CEPT-Full |
Bei Aufstieg erhältst du ein neues Rufzeichen mit anderem Präfix (DO für E, diverse für A).
Häufige Fragen zur Funklizenz Klasse N
Was kostet die Funklizenz Klasse N?
Die Funklizenz Klasse N kostet einmalig 88 Euro (Prüfungsgebühr 68 Euro + Rufzeichenzuteilung 20 Euro). Dazu kommen jährliche Beiträge von ca. 25-32 Euro (Frequenznutzungs- und EMV-Beitrag).
Wie schwer ist die Klasse N Prüfung?
Die Klasse N ist bewusst einsteigerfreundlich gestaltet. Die technischen Inhalte entsprechen dem Niveau der 8./9. Schulklasse. Die Prüfung besteht aus Multiple-Choice-Fragen mit vier Antwortmöglichkeiten. Du musst in jedem der drei Teile mindestens 76% richtig beantworten. Nicht bestandene Teile können in einer Wiederholungsprüfung nachgeholt werden.
Wie lange dauert die Vorbereitung?
Mit regelmäßigem Lernen (1-2 Stunden täglich) ist die Prüfung in 4-8 Wochen zu schaffen. Ausbildungskurse beim DARC dauern meist 2-3 Monate mit wöchentlichen Treffen. Mit unserer kostenlosen Lernplattform kannst du jederzeit im eigenen Tempo üben.
Was darf ich mit Klasse N?
Mit Klasse N darfst du auf 10 m, 2 m und 70 cm mit maximal 10 Watt senden. Alle Betriebsarten sind erlaubt: FM, SSB, CW, digitale Modi (FT8, DMR, C4FM, D-Star) und Satellitenfunk. Die Lizenz gilt allerdings nur in Deutschland.
Welches Rufzeichen bekomme ich mit Klasse N?
Mit Klasse N erhältst du ein Rufzeichen mit dem Präfix DN9, zum Beispiel DN9ABC. Du kannst bei der Beantragung ein Wunsch-Suffix angeben. Ob es verfügbar ist, kannst du vorab mit unserer Rufzeichen-Suche prüfen.
Kann ich im Ausland funken mit Klasse N?
Nein, die Klasse N ist aktuell nur in Deutschland gültig. Für Funkbetrieb im Ausland benötigst du mindestens die Klasse E mit CEPT-Novice-Anerkennung.
Lohnt sich Klasse N oder soll ich gleich Klasse E machen?
Das hängt von deinen Zielen ab. Klasse N ist ideal zum Schnuppern und schnellen Einstieg (4-8 Wochen Lernzeit). Klasse E bietet mehr Frequenzen, mehr Leistung und Auslandsfunk, braucht aber 2-4 Monate. Du kannst jederzeit von N auf E aufstocken.
Was ist der Unterschied zwischen Klasse N und E?
Hauptunterschiede: Klasse E bietet 100 Watt statt 10 Watt, Zugang zu Kurzwelle (160m, 80m, 15m) statt nur 10m, und CEPT-Anerkennung für Funkbetrieb im Ausland. Die Prüfung ist umfangreicher (1.034 statt 571 Fragen).
Quellen
- Bundesnetzagentur: Amateurfunk - Prüfung, Zulassung, Gebühren
- DARC: Ausbildung zum Funkamateur
- DARC: Funken im Ausland - CEPT
