Friedrich Merz (DK7DQ) - Bundeskanzler und Funkamateur
Friedrich Merz bei der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags 2025. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

DK7DQ ist das Rufzeichen von Funkamateur Friedrich Merz. Der Bundeskanzler besitzt eine Amateurfunkzulassung der Klasse A und war im DARC-Ortsverband Brilon aktiv.

💡 Kurzfassung: Friedrich Merz (DK7DQ) ist Bundeskanzler und lizenzierter Funkamateur der Klasse A. Er hat seine Lizenz 1972 mit 16 Jahren erworben und war im DARC-Ortsverband Brilon (O29) aktiv - überwiegend CW auf 80 Meter.

Steckbrief DK7DQ

FeldDetails
RufzeichenDK7DQ
NameFriedrich Merz
Geboren11. November 1955 in Brilon (Sauerland)
LizenzklasseKlasse A (höchste deutsche Lizenzklasse)
DARC-OrtsverbandBrilon (O29)
AmtBundeskanzler (seit 6. Mai 2025)

Friedrich Merz als Funkamateur

Friedrich Merz hat seine A-Lizenz 1972 mit 16 Jahren erworben und war im DARC-Ortsverband Brilon (O29) aktiv. In einem persönlichen Brief an die GDXF vom 18. Mai 2004 beschrieb er seinen Einstieg:

Zu Weihnachten 1972 bekam er von seinen Eltern ein gebrauchtes Kurzwellengerät aus amerikanischen Armeebeständen geschenkt. Damit funkte er überwiegend im 80-Meter-Band, ausschließlich per CW (Morsetelegrafie). An die nächtlichen QSOs hat er, wie er schreibt, viele gute Erinnerungen - "auch wenn ich häufig am nächsten Morgen nicht ganz ausgeschlafen in die Schule kam".

Während seiner Referendarzeit betrieb er ein modernes Kenwood-Kurzwellengerät, dann allerdings überwiegend mit dem Mikrofon (SSB) statt mit der Morsetaste. Bis etwa 1979/80 war er aktiv.

💡 Klasse A mit 16: Merz hat die anspruchsvollste Amateurfunkprüfung als Jugendlicher bestanden. Die Klasse A berechtigt zum Betrieb auf allen Amateurfunkbändern mit bis zu 750 Watt Sendeleistung und umfasst Fragen zu Elektrotechnik, Hochfrequenztechnik und Messtechnik.

Warum er aufhörte - und warum die Lizenz blieb

Durch mehrfache berufs- und familienbedingte Umzüge und schließlich seine politische Karriere war ihm der Aufbau einer Station mit den nötigen Antennenanlagen nicht mehr möglich. Trotzdem hat er die Lizenz nie zurückgegeben: "Da ich auch die Hoffnung nicht aufgebe, eines Tages doch wieder eine Antenne ausrichten zu können."

Er bleibt dem Hobby verbunden, liest die cq-DL (DARC-Zeitschrift) und verfolgt die technische Entwicklung. Seinen Brief an die GDXF unterschrieb er mit "Herzliche Grüße und vy 73" - und seinem Rufzeichen.

Merz stammt aus Brilon im Sauerland. Sein ehemaliger DARC-Ortsverband war Brilon (O29).

Aktivität auf den Bändern

Im Reverse Beacon Network (RBN) ist DK7DQ registriert. Das Netzwerk zeichnet CW- und Digitalmodus-Aktivität automatisch auf. Allerdings sind dort in den letzten Jahren nur sehr wenige Spots zu finden - was sich mit Merz' eigenen Angaben deckt.

Der Brief an das GDXF Journal

Die GDXF (German DX Foundation) veröffentlichte in einer Sonderbeilage zum GDXF Journal Nr. 14 den persönlichen Brief von Merz. Die Geschichte dahinter: GDXF-Präsident Franz (DJ9ZB) erwähnte in einem Gespräch, dass der damalige stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Funkamateur sei. Daraufhin schrieb Dr. Lutz D. Schmadel (DK8UH) Merz an - und erhielt am 18. Mai 2004 eine ausführliche, persönliche Antwort.

Die GDXF veröffentlichte den Brief ungekürzt als Sonderbeilage - er ist die wichtigste Primärquelle zu Merz' Amateurfunk-Geschichte. Den ganzen Artikel gibt es hier: GDXF Journal Nr. 14 - Sonderbeilage (PDF)

✅ Warum das wichtig ist: Politiker sind Multiplikatoren. Die GDXF betonte in ihrem Kommentar, dass es für die Amateurfunk-Community von großem Wert sei, Verbündete in den Parlamenten zu haben - gerade wenn es um Gesetze zum Amateurfunk, EMV-Problematik oder PLC-Diskussionen geht.

Politiker und Staatsoberhäupter mit Amateurfunkrufzeichen

Friedrich Merz steht in einer bemerkenswerten Tradition. Weltweit gab und gibt es erstaunlich viele Politiker mit Amateurfunklizenz.

Amtierende Staats- und Regierungschefs

NameRufzeichenLand / Amt
Friedrich MerzDK7DQBundeskanzler, Deutschland
Albert II.3A0AGFürst von Monaco

Historische Persönlichkeiten

NameRufzeichenLand / Amt
Hussein I.JY1König von Jordanien (1935-1999)
Juan Carlos I.EA0JCKönig von Spanien (abgedankt 2014)
Bhumibol AdulyadejHS1AKönig von Thailand (1927-2016)
Rajiv GandhiVU2RGPremierminister, Indien (1944-1991)
Carlos MenemLU1SMPräsident, Argentinien (1930-2021)
Barry GoldwaterK7UGAUS-Senator (1909-1998)
Joko WidodoYD2JKWPräsident, Indonesien (bis 2024)

Besonders König Hussein von Jordanien war als JY1 legendär. Er war regelmäßig auf den Bändern zu hören und galt als leidenschaftlicher DXer. JY1 war eines der begehrtesten Rufzeichen - wer konnte schon sagen, dass er ein QSO mit einem amtierenden König geführt hat?

⚠️ Nicht verwechseln: Merz ist nicht der erste deutsche Politiker mit Amateurfunklizenz - aber der erste Bundeskanzler. Auch mehrere deutsche Astronauten sind lizenzierte Funkamateure: Ulf Merbold (DB1KM), Thomas Reiter (DF4TR), Alexander Gerst (KF5ONO) und Matthias Maurer (KI5KFH).

Was das Rufzeichen DK7DQ verrät

Jedes deutsche Rufzeichen folgt einem festen Schema - und wenn man es lesen kann, verrät es einiges über den Inhaber:

BestandteilWertBedeutung
PräfixDKIm aktuellen Rufzeichenplan liegt die Reihe DK1-DK9 bei den personengebundenen Rufzeichen der Klasse A.
Ziffer7Keine regionale Bedeutung in Deutschland (anders als z.B. in den USA).
SuffixDQIndividueller zweibuchstabiger Suffix des personengebundenen Rufzeichens.

Die Rufzeichen werden von der Bundesnetzagentur vergeben und sind personengebunden. DK7DQ ist in der aktuellen Rufzeichenliste Friedrich Merz zugeordnet.

Aalkönig und Funkamateur

Im Jahr 2006 wurde Friedrich Merz in Bad Honnef zum "Aalkönig" gekürt - eine lokale Ehrung, die jährlich an prominente Persönlichkeiten vergeben wird. In der Pressemitteilung des DARC-Ortsverbands Bad Honnef (G09) wurde Merz ausdrücklich als "Funkamateur mit dem internationalen Rufzeichen DK7DQ" vorgestellt.

Die Hervorhebung zeigt, dass der Bezug zum Amateurfunk in der Szene wahrgenommen und geschätzt wird.

Warum DK7DQ im Amateurfunk Aufmerksamkeit bekommt

Ein Bundeskanzler mit Amateurfunklizenz - das ist mehr als eine Kuriosität. Bereits die GDXF betonte in ihrer Sonderbeilage, dass Politiker als Multiplikatoren für den Amateurfunk wichtig seien:

  • Sichtbarkeit: Jeder Medienbericht über das Hobby des Kanzlers macht Amateurfunk bekannter. In einer Zeit, in der die Zahl der Funkamateure in Deutschland stagniert, ist das unbezahlbare Öffentlichkeitsarbeit.
  • Politische Vertretung: Wenn über Frequenzzuweisungen, EMV-Regulierung oder Antennengenehmigungen entschieden wird, sitzt im Kanzleramt jemand, der weiß, was ein Pile-Up ist - und warum eine Antenne auf dem Dach wichtig ist.
  • Vorbildfunktion: Amateurfunk wird manchmal als Hobby einer älteren Generation wahrgenommen. Ein Bundeskanzler, der stolz auf sein Rufzeichen ist, sendet ein anderes Signal.
💡 Übrigens: In den USA hat die ARRL (American Radio Relay League) eine lange Tradition, Kongressmitglieder mit Amateurfunklizenz als Fürsprecher für das Hobby einzusetzen. Die GDXF regte an, diesem Beispiel zu folgen und Funkamateure in deutschen Parlamenten gezielt als Lobby anzusprechen.

Auch Klasse A schaffen?

Die Klasse A ist die höchste deutsche Amateurfunklizenz - sie öffnet alle Bänder und erlaubt die volle Sendeleistung. Friedrich Merz hat diese Prüfung 1972 als 16-Jähriger bestanden. Mit der kostenlosen Prüfungsvorbereitung auf 12db.de kannst du das auch.

Zur Prüfungsvorbereitung

Häufige Fragen

Welches Rufzeichen hat Friedrich Merz?

Friedrich Merz trägt das Rufzeichen DK7DQ. Es steht in der aktuellen Rufzeichenliste der Bundesnetzagentur als personengebundenes Klasse-A-Rufzeichen.

Ist Friedrich Merz Funkamateur?

Ja. Friedrich Merz hat seine A-Lizenz 1972 mit 16 Jahren erworben und war im DARC-Ortsverband Brilon (O29) aktiv. In einem persönlichen Brief an die GDXF aus dem Jahr 2004 beschrieb er sein Funk-Hobby ausführlich.

Seit wann hat Friedrich Merz die Amateurfunklizenz?

Seit 1972. Merz war damals 16 Jahre alt und funkte von Brilon im Sauerland aus CW auf dem 80-Meter-Band - mit einem gebrauchten Kurzwellengerät aus amerikanischen Armeebeständen.

Welche Lizenzklasse hat DK7DQ?

Klasse A - die höchste deutsche Amateurfunklizenz. Sie berechtigt zum Betrieb auf allen Amateurfunkbändern mit bis zu 750 Watt Sendeleistung. Die Prüfung umfasst anspruchsvolle Fragen zu Technik, Betriebstechnik und Vorschriften.

Gab es schon andere deutsche Kanzler mit Amateurfunklizenz?

Nein. Friedrich Merz ist der erste und bisher einzige deutsche Bundeskanzler mit Amateurfunklizenz. Deutschland hatte jedoch schon prominente Funkamateure in der Raumfahrt: Die Astronauten Ulf Merbold (DB1KM), Thomas Reiter (DF4TR), Reinhold Ewald (DL2MIR), Alexander Gerst (KF5ONO) und Matthias Maurer (KI5KFH) sind alle lizenzierte Funkamateure.

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