Morsen lernen geht am besten mit Struktur: Unser kostenloser Online-Kurs nach der bewährten Koch-Methode führt dich Schritt für Schritt durch 39 Lektionen - von A bis Z, inklusive Ziffern und Sonderzeichen. Mit Audio-Übungen und automatischer Fortschrittskontrolle direkt im Browser. Im Aufbautraining vertiefst du deine Fähigkeiten mit praktischen Übungen wie dem Rufzeichen-Training, bei dem du internationale Rufzeichen hörst und erkennst.
Praktische Übungen für fortgeschrittene CW-Fähigkeiten.
Warum Morsen lernen?
CW (Continuous Wave) - die Morsetelegrafie - ist die älteste Betriebsart im Amateurfunk und wird bis heute von vielen Funkamateuren leidenschaftlich betrieben. Obwohl die Morseprüfung 2003 in Deutschland abgeschafft wurde, erlebt CW eine Renaissance unter Funkamateuren weltweit. Wer heute Morsen lernen will, tut das aus Leidenschaft - und profitiert von handfesten Vorteilen.
Die Vorteile vom Morsen (CW)
CW-Signale belegen typisch nur 100-200 Hz Bandbreite (je nach Keying und Filter) - rund 15-25× schmaler als SSB-Signale (ca. 2700 Hz). Diese Effizienz hat enorme praktische Vorteile:
- Extreme Reichweite: Durch die schmale Bandbreite konzentriert sich die Sendeleistung - als Faustregel erreicht CW bei gleicher Leistung deutlich bessere SNR-Werte als SSB
- Funktioniert bei schwachen Signalen: Mit schmalen CW-Filtern (z.B. 250 Hz) wird weniger Rauschen empfangen - geübte Operatoren können Signale dekodieren, die in SSB längst untergehen
- Minimaler Aufwand: Wenig Sendeleistung, einfache Ausrüstung, kleine Antennen - perfekt für QRP und Portabelbetrieb
- Echte Kommunikation: Anders als bei automatischen Digimodes wie FT8 führst du echte "Gespräche"
- Keine Software nötig: Nur Ohren, Finger und etwas Übung
💡 Warum „Continuous Wave"? Der Begriff entstand zur Abgrenzung von den frühen Funkensendern („spark"). Röhrensender erzeugten ungedämpfte Wellen mit konstanter Amplitude - nur durch die Morsetastung unterbrochen.
Faszination CW
Morsen lernen verbindet dich mit über 100 Jahren Funkgeschichte. Die Abkürzungen wie QTH, 73 oder OM stammen aus der Telegrafie-Ära und werden bis heute verwendet. Viele erfahrene Funkamateure berichten, dass CW eine besondere Befriedigung bietet - die Kunst, eine Fertigkeit wirklich zu meistern.
Besonders für SOTA-Aktivierungen (Summits on the Air) und Portabelbetrieb ist CW unschlagbar: Mit kompakten Transceivern wie dem Elecraft KX2 oder KH1 sind weltweite Verbindungen mit unter 5 Watt möglich.
Geschichte der Morsetelegrafie
Samuel Morse entwickelte das erste Morsealphabet zwischen 1833 und 1837 in Zusammenarbeit mit Alfred Vail. Am 24. Mai 1844 wurde die erste telegrafische Nachricht über die Leitung von Washington nach Baltimore gesendet: „What hath God wrought" (Was hat Gott bewirkt).
Meilensteine der CW-Geschichte
| Jahr | Ereignis |
|---|
| 1837 | Samuel Morse meldet sein Patent für den Telegraphen an |
| 1844 | Erste öffentliche Telegrafenverbindung in den USA |
| 1851 | Internationaler Morsecode wird standardisiert |
| 1896 | Guglielmo Marconi patentiert die drahtlose Telegrafie |
| 1901 | Erste transatlantische Funkverbindung (Buchstabe „S") |
| 1912 | Nach Titanic-Untergang: SOS wird weltweiter Notruf |
| 1999 | Seefunk-Morseprüfung wird abgeschafft (GMDSS) |
| 2003 | Deutschland: Morseprüfung für Amateurfunk entfällt |
✅ SOS - das bekannteste Morsezeichen:· · · − − − · · · (drei kurz, drei lang, drei kurz) - wird als durchgehendes Signal ohne Pausen gemorst. SOS steht übrigens nicht für "Save Our Souls", sondern wurde 1906 rein wegen seiner Unverwechselbarkeit gewählt. Die ganze Geschichte von CQD über die Titanic bis zum Ende des Morse-SOS 1999 findest du im
Lexikon-Eintrag zu SOS.
Prüfungspflicht abgeschafft
Lange Zeit war eine Morseprüfung Voraussetzung für die Kurzwellenzulassung. Für die „große Lizenz" (heute Klasse A) musste man früher Tempo 60 BpM (12 WPM) geben und hören können. In Deutschland wurde diese Pflicht 2003 abgeschafft. Trotzdem wird CW von vielen Funkamateuren weiterhin begeistert betrieben - aus Leidenschaft, nicht aus Pflicht!
Was ist die Koch-Methode?
Die Koch-Methode wurde in den 1930er Jahren vom deutschen Psychologen Ludwig Koch entwickelt. Sie gilt als eine der effektivsten Techniken, um Morsen zu lernen. Die Methode basiert auf einem wissenschaftlichen Prinzip: dem Aufbau konditionierter Reflexe.
Das Kernprinzip lautet: „Hören, nicht nachdenken - Klangbild erfassen". Du lernst die Zeichen nicht als Punkt-Strich-Kombinationen, sondern als Melodien - „di-dah" statt „kurz-lang". So sparst du dir den Dekodier-Schritt im Kopf und erreichst schneller höhere Geschwindigkeiten.
So funktioniert's
- Start mit zwei Zeichen: Du beginnst mit K und M - zwei Zeichen mit sehr unterschiedlichem Rhythmus
- 90%-Ziel: Wenn du mindestens 90% der Zeichen korrekt erkennst, gilt die Lektion als abgeschlossen
- Volle Geschwindigkeit: Alle Zeichen werden mit 20 WPM gesendet - keine langsamen Anfänge
- Schrittweiser Aufbau: In 39 Lektionen lernst du alle 40 Zeichen (Buchstaben, Ziffern, Sonderzeichen)
⚠️ Typische Anfängerfehler:- Mentales Wiederholen: „dah-di-dah-dit... das war ein C" im Kopf - begrenzt die Geschwindigkeit auf ~20 WPM
- Visuelle Merkwörter: Punkt-Strich-Tabellen oder Eselsbrücken blockieren das reflexive Lernen
- Zu langsam starten: Zeichen klingen bei höherem Tempo völlig anders - von Anfang an schnell üben!
- QSOs zu früh hören: Erst alle Zeichen beherrschen, dann echte Funkgespräche mithören
📋 Morsecode nachschlagen: Alle Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen und Betriebszeichen mit Audio zum Anhören findest du in unserer
vollständigen Morsecode-Tabelle.
📖 Buchtipp: "Die Kunst der Radiotelegrafie" von William G. Pierpont, N0HFF - das Standardwerk über CW-Technik und Lernmethoden (deutsche Übersetzung, kostenlos als PDF).
Farnsworth-Timing (Alternative)
Bei der Farnsworth-Methode werden die Zeichen schnell gesendet (z.B. 20 WPM), aber mit verlängerten Pausen dazwischen. So hörst du authentische Klangmuster, hast aber mehr Zeit zum Verarbeiten. Der Lehrgang unterstützt beide Methoden.
Geschwindigkeit beim Morsen
Die Übertragungsgeschwindigkeit wird in BpM (Buchstaben pro Minute) oder WPM (Wörter pro Minute) gemessen:
| Einheit | Beschreibung | Umrechnung |
|---|
| BpM | Buchstaben pro Minute | In Deutschland üblich |
| WPM | Wörter pro Minute | 1 WPM = 5 BpM (PARIS-Norm) |
PARIS-Norm
Das Referenzwort PARIS (inkl. Wortabstand) entspricht exakt 50 Punktlängen. Bei 20 WPM dauert ein Punkt also 60 ms. Diese Norm ermöglicht den Vergleich verschiedener Geschwindigkeiten.
Typische Geschwindigkeiten
| Niveau | WPM | BpM | Beschreibung |
|---|
| Anfänger | 5-12 | 25-60 | Erste Zeichen lernen |
| Fortgeschritten | 15-25 | 75-125 | Flüssige QSOs möglich |
| Geübt | 25-35 | 125-175 | Contest-tauglich |
| Schnelltelegrafie | 50+ | 250+ | HST-Wettbewerbe |
💡 Tipp: Morsen lernen soll vor allem Spaß machen! Daher gibt es verschiedene Einstellungen: 20 WPM (Standard) oder 12 WPM (langsam), plus optionales Farnsworth-Timing. Für die Koch-Methode in Reinform einfach die Standard-Einstellungen verwenden (20 WPM, kein Farnsworth).
Lernzeit-Richtwerte
| Übungsintensität | Alle Zeichen | Flüssig 60 BpM |
|---|
| Täglich 30+ Min | 3-5 Wochen | 3-4 Monate |
| Täglich 15-20 Min | 6-10 Wochen | 4-8 Monate |
| 2-4x wöchentlich | 12-20 Wochen | 6-12 Monate |
CW-Frequenzbereiche
CW ist auf allen Amateurfunkbändern erlaubt. Am unteren Bandende befinden sich die CW- und Schmalband-Segmente (CW + schmale digitale Modi gemäß IARU-Bandplan):
| Band | CW-Segment | Anmerkung |
|---|
| 160 m | 1.810-1.838 kHz | Nachtband, gute DX-Bedingungen |
| 80 m | 3.500-3.570 kHz | Europa-Verkehr |
| 40 m | 7.000-7.040 kHz | Sehr aktiv, Tag und Nacht |
| 30 m | 10.100-10.130 kHz | CW, danach Digimodes |
| 20 m | 14.000-14.070 kHz | DX-Band, tagsüber |
| 17 m | 18.068-18.095 kHz | WARC-Band |
| 15 m | 21.000-21.070 kHz | Sonnenfleckenmaximum |
| 12 m | 24.890-24.915 kHz | WARC-Band |
| 10 m | 28.000-28.070 kHz | Sporadische Öffnungen |
🏆 CW-Conteste: Bei vielen Funkwettbewerben ist CW nach wie vor die dominierende Betriebsart - die Effizienz und Geschwindigkeit sind unübertroffen. Die schmale Bandbreite ermöglicht viel mehr gleichzeitige QSOs als SSB.
Welches Gerät braucht man zum Morsen?
Der technische Aufwand zum Morsen ist minimal - das macht CW besonders attraktiv für Selbstbauer und QRP-Enthusiasten. Im Grunde brauchst du nur eine Morsetaste, einen Transceiver mit CW-Modus und einen Kopfhörer.
Morsetasten
Es gibt verschiedene Tastentypen für unterschiedliche Anforderungen:
| Tastentyp | Beschreibung | Geeignet für |
|---|
| Handtaste (Straight Key) | Klassische Auf-Ab-Bewegung, jedes Element manuell | Nostalgisches Morsen, langsames Tempo |
| Einhebel-Paddle | Seitliche Bewegung, automatische Punkte/Striche | Empfohlen für Anfänger |
| Squeeze-Key (Dual Lever) | Zwei getrennte Hebel für Punkte und Striche | Schnelles CW, Conteste, Standard im Betrieb |
| Bug (Halbautomatik) | Mechanisch automatische Punkte, manuelle Striche | Traditionelles Morsen |
💡 Empfehlung: Starte direkt mit einem Paddle statt einer Handtaste. Im realen Funkbetrieb werden fast ausschließlich Paddles verwendet. Viele Einsteiger-Paddles (z.B. CW Morse) kosten unter 50 €.
Keyer und Transceiver
Für Paddle und Squeeze-Key benötigst du einen Keyer (elektronische Schaltung), der die Punkte und Striche automatisch mit korrektem Timing erzeugt. Die meisten modernen Transceiver haben einen Keyer bereits eingebaut.
Iambic-Betrieb
Bei einem Squeeze-Key (Doppelhebel-Paddle) kann man beide Hebel gleichzeitig drücken (Squeeze). Der Keyer wechselt dann automatisch zwischen DIT und DAH ab. Dadurch lassen sich Zeichen wie C (−·−·) mit einer einzigen Squeeze-Bewegung erzeugen. „Iambic" bedeutet dabei: Selbst bei kürzester Berührung des Hebels wird immer ein Element mit korrekter Länge gesendet.
Es gibt zwei Modi, die sich im Verhalten beim Loslassen beider Hebel unterscheiden:
- Iambic A: Beim Loslassen stoppt der Keyer nach dem aktuellen Element - es kommt nichts mehr
- Iambic B: Beim Loslassen wird noch ein komplementäres Element angehängt: War das letzte ein DIT, folgt ein DAH und umgekehrt. Ab welchem Zeitpunkt das ausgelöst wird, variiert je nach Keyer-Implementierung (typisch ab ca. 60% der Elementlänge). Mode B ist der Standard bei den meisten japanischen und amerikanischen Transceivern, aber schwieriger zu beherrschen
⚠️ Häufiges Missverständnis: Der Punkt-/Strichspeicher (dot/dash memory) hat nichts mit Iambic A oder B zu tun! Der Speicher registriert lediglich einen zwischendurch eingegebenen Hebeldruck und gibt ihn zum richtigen Zeitpunkt aus. Er ist ein unabhängiges Feature des Keyers, das separat aktiviert werden kann.
Grundausstattung
| Komponente | Beschreibung | Preis ab |
|---|
| Morsetaste | Paddle oder Squeeze-Key | 30 € |
| Keyer | In modernen TRX eingebaut, sonst extern | 30 € (extern) |
| Transceiver | Jeder KW-Transceiver mit CW-Mode | 300 € |
| CW-Filter | Schmalbandfilter (250-500 Hz), oft per Software | meist inklusive |
| Kopfhörer | Für konzentriertes Hören bei schwachen Signalen | 20 € |
🔧 Selbstbau-Tipp: Viele QRP-Bausätze sind reine CW-Transceiver (z.B. QCX von QRP Labs für ~50 €). Ideal für Einsteiger, die Morsen und Selbstbau kombinieren wollen!
Ausführliche Informationen zu allen Arten von Morsetasten - von der klassischen Handtaste über den Bug bis zum Squeeze-Key - hat Ludwig Szopinski, DK5KE, auf seiner Themenseite zur Morsetelegrafie zusammengetragen.
Morsen lernen auf 12db
Unser kostenloser Online-Kurs bietet dir:
- 39 strukturierte Lektionen nach der Koch-Reihenfolge
- Audio-Wiedergabe direkt im Browser - keine Installation nötig
- Automatische Auswertung mit Fehleranzeige und Genauigkeits-Tracking
- Fortschrittsspeicherung mit kostenlosem Account
- Einstellbare Parameter für Geschwindigkeit, Farnsworth-Timing und Übungsdauer
- Rufzeichen-Training zum Üben realistischer Amateurfunk-Rufzeichen
📝 Morsecode-Übersetzer: Mit unserem
Morsecode-Übersetzer kannst du beliebigen Text in Morsecode umwandeln - mit Audio-Wiedergabe und Download als WAV-Datei.
Tipps für erfolgreiches Lernen
- Regelmäßig üben: Lieber täglich 15-20 Minuten als einmal pro Woche 2 Stunden
- Nicht auf die Tastatur schauen: Beim Mitschreiben nie auf die Tasten blicken - das unterbricht den Hörfluss
- 5er-Gruppen nutzen: Zufällige Zeichengruppen trainieren das reflexartige Erkennen
- Fehler akzeptieren: 10-20% Fehler am Anfang sind normal - nicht frustrieren lassen
- Echte QSOs hören: Höre erfahrenen Funkamateuren zu (z.B. via WebSDR) - das trainiert das Ohr
⚠️ CW-Decoder vermeiden: Benutze keine Software, die CW automatisch dekodiert. Du liest dann statt zu hören - das verhindert den Lernfortschritt. Dekoder sind nur zum Vergleichen der eigenen Mitschrift sinnvoll.
Bereit für deine erste Lektion?
Starte jetzt mit K und M - den ersten beiden Zeichen der Koch-Reihenfolge.
Lektion 1 startenCW-Communities und Übungsrunden
Nach den ersten Lektionen lohnt sich der Kontakt zu anderen CW-Enthusiasten:
- AGCW - Arbeitsgemeinschaft Telegrafie e.V., der deutsche CW-Verein mit Contests und Diplomen
- QRS-Runden - Wöchentliche Übungsrunden für Langsam-Morser (oft auf 80m)
- DTC - Deutscher Telegrafie Club für aktive CW-Funkamateure
- High Speed Club - Für fortgeschrittene Morser ab 25 WPM
Häufige Fragen zum Morsen lernen
Wie funktioniert Morsen?
Beim Morsen werden Buchstaben und Zahlen durch Kombinationen aus kurzen Signalen (Punkt/Dit) und langen Signalen (Strich/Dah) dargestellt. Ein Strich ist dreimal so lang wie ein Punkt. Zwischen den Elementen eines Zeichens liegt eine Pause von einer Punktlänge, zwischen Buchstaben drei Punktlängen und zwischen Wörtern sieben Punktlängen. So wird aus dem Buchstaben A ein · − (kurz-lang) und aus SOS ein · · · − − − · · ·. Im Amateurfunk wird Morsen als CW (Continuous Wave) bezeichnet - ein Trägersignal, das rhythmisch ein- und ausgetastet wird.
Wann wurde das Morsen erfunden?
Samuel Morse entwickelte den ersten Morsecode zwischen 1833 und 1837 gemeinsam mit Alfred Vail. Die erste öffentliche Nachricht wurde am 24. Mai 1844 von Washington nach Baltimore gesendet: "What hath God wrought". Der heute weltweit verwendete Internationale Morsecode wurde 1851 standardisiert. Ab 1896 nutzte Guglielmo Marconi den Morsecode für die drahtlose Telegrafie - der Grundstein für den Amateurfunk.
Wie lange dauert es, Morsen zu lernen?
Mit regelmäßigem Üben von 15-20 Minuten täglich kannst du in 4-8 Wochen alle Morsezeichen sicher erkennen. Bis du flüssig mit 15-20 WPM (Wörter pro Minute) hörst, vergehen meist 2-3 Monate. Die Koch-Methode beschleunigt den Lernprozess, da du von Anfang an mit der Zielgeschwindigkeit trainierst. Wichtig ist Regelmäßigkeit - tägliches Üben bringt deutlich schnellere Fortschritte als sporadisches Training.
Brauche ich eine Morseprüfung für die Amateurfunklizenz?
Nein, seit 2003 ist die Morseprüfung in Deutschland keine Voraussetzung mehr für die Amateurfunklizenz. Du kannst alle Lizenzklassen (N, E, A) ohne CW-Kenntnisse erwerben. Trotzdem lernen viele Funkamateure freiwillig Morsen - wegen der besseren Reichweite bei schwachen Signalen und der aktiven CW-Community.
Was bedeutet WPM beim Morsen?
WPM steht für "Words Per Minute" (Wörter pro Minute) und ist das internationale Standardmaß für die Morsegeschwindigkeit. Als Referenz dient das Wort "PARIS" mit 50 Punktlängen. 20 WPM bedeutet, dass du 20 solcher Referenzwörter pro Minute hören oder geben kannst. In Deutschland wird auch BpM (Buchstaben pro Minute) verwendet: 1 WPM = 5 BpM.
Soll ich mit einer Handtaste oder einem Paddle anfangen?
Die Empfehlung lautet: Direkt mit einem Paddle starten. Im realen Funkbetrieb werden fast ausschließlich Paddles verwendet - Handtasten sind eher für nostalgisches Morsen. Ein Paddle mit Keyer erzeugt automatisch perfekte Punkte und Striche, sodass du dich voll auf das Hören konzentrieren kannst. Günstige Einsteiger-Paddles gibt es ab 30-50 €.
Was ist der Unterschied zwischen Koch-Methode und Farnsworth?
Bei der Koch-Methode lernst du Zeichen nacheinander mit voller Geschwindigkeit - erst K und M, dann R dazu, usw. Bei Farnsworth-Timing werden alle Zeichen schnell gesendet (z.B. 20 WPM), aber mit verlängerten Pausen dazwischen. Beide Methoden vermeiden das langsame Lernen, das zum "Zählen" von Punkten und Strichen führt. Der Lehrgang kombiniert beide Ansätze.
Kann ich Morsen ohne Funklizenz üben?
Ja! Zum Üben brauchst du keine Lizenz. Du kannst mit kostenlosen Apps, unserem Online-Lehrgang oder Übungsgeräten trainieren. Erst wenn du tatsächlich auf Amateurfunkfrequenzen senden willst, benötigst du eine Amateurfunklizenz. Das Hören von Amateurfunkstationen (z.B. via WebSDR) ist ebenfalls ohne Lizenz erlaubt.
Warum komme ich nicht über 20 WPM hinaus?
Das sogenannte "20-WPM-Plateau" entsteht meist durch mentales Wiederholen der Zeichen im Kopf. Wenn du beim Hören innerlich "di-dah-di-dah" sagst und dann übersetzt, ist bei etwa 20 WPM Schluss. Die Lösung: Trainiere reflexartiges Erkennen ohne Nachdenken. Höre die Zeichen als Melodien, nicht als Punkt-Strich-Kombinationen. Das Umlernen braucht Zeit, ist aber machbar.
Welches Gerät brauche ich zum Morsen?
Zum Morsen auf Kurzwelle brauchst du drei Dinge: eine Morsetaste (Paddle oder Squeeze-Key, ab 30 €), einen KW-Transceiver mit CW-Modus (ab 300 €) und einen Kopfhörer. Die meisten modernen Transceiver haben den benötigten Keyer bereits eingebaut. Zum reinen Üben reicht unser kostenloser Online-Kurs im Browser - ganz ohne Hardware.
Welche Software oder Apps sind empfehlenswert?
Neben unserem Online-Kurs zum Morsen lernen sind folgende Tools beliebt:
- LCWO.net - Umfangreiche Web-Plattform mit Koch-Methode
- Morse Trainer (IZ2UUF) - Kostenlose App für Android/iOS
- G4FON Koch Trainer - Klassiker für Windows
- Morse Runner - Contest-Simulation für Fortgeschrittene
Wichtig: Vermeide automatische CW-Decoder - die verhindern den Lernfortschritt!