Die Funklizenz Klasse E (Novice-Class) ist die klassische Einsteigerklasse im deutschen Amateurfunk - ideal für alle, die auf Kurzwelle funken und international anerkannt werden möchten. Dieser Artikel erklärt Kosten, Amateurfunkprüfung, Ausbildungsmöglichkeiten und den offiziellen Fragebogen.
Du suchst die einfachere Funklizenz Klasse N? Diese ist der schnellste Einstieg mit weniger Lernaufwand.
Funklizenz Klasse E Kosten
Die Kosten für die Funklizenz Klasse E hängen davon ab, ob du die komplette Erstprüfung ablegst oder von Klasse N aufstockst:
Prüfungsgebühren
| Prüfung | Prüfungsteile | Gebühr |
|---|---|---|
| Erstprüfung Klasse E | V + B + Technik N + Technik E | 73,50 Euro |
| Aufstockung N → E | Nur Technik E | 48,00 Euro |
Rufzeichenzuteilung
Bei jeder neuen Lizenzklasse erhältst du ein neues Rufzeichen. Die Zuteilung kostet einmalig 20 Euro - egal ob Erstprüfung oder Aufstockung.
Jährliche Kosten
Als Lizenzinhaber zahlst du zwei jährliche Beiträge:
| Beitrag | Zweck | Betrag (ca.) |
|---|---|---|
| Frequenznutzungsbeitrag | Frequenzschutz | 4-7 Euro |
| EMV-Beitrag | Elektromagnetische Verträglichkeit | 21-25 Euro |
| Gesamt jährlich | ca. 25-32 Euro |
Funklizenz Klasse E Prüfung
Die Prüfung für die Funklizenz Klasse E wird von der Bundesnetzagentur abgenommen und besteht aus vier Teilen:
| Prüfungsteil | Fragen | Zeit | Bestanden |
|---|---|---|---|
| Vorschriften (V) | 25 | 45 Min | 19 richtig (76%) |
| Betriebliche Kenntnisse (B) | 25 | 45 Min | 19 richtig (76%) |
| Technik Klasse N | 25 | 45 Min | 19 richtig (76%) |
| Technik Klasse E | 25 | 45 Min | 19 richtig (76%) |
Die Prüfung findet als Multiple-Choice-Test statt. Jede Frage hat vier Antwortmöglichkeiten, von denen genau eine richtig ist. Insgesamt beantwortest du 100 Fragen in ca. 3 Stunden.
Prüfungstermine
Die Bundesnetzagentur bietet Prüfungen an 11 Standorten in Deutschland an. Termine findest du auf der Übersicht der Prüfungstermine oder direkt bei der BNetzA.
Prüfungsanmeldung
So meldest du dich zur Amateurfunkprüfung an:
- Formular herunterladen: Antragsformular (PDF)
- Formular ausfüllen: Persönliche Daten, gewünschte Prüfungsklasse (E), Wunschtermin und -ort
- Einreichen per E-Mail: Amateurfunkpruefung@BNetzA.de
- Bestätigung abwarten: Du erhältst eine Einladung mit allen Details
Bundesnetzagentur, Dienstleistungszentrum 10, Alter Hellweg 56, 44379 Dortmund
Funklizenz Klasse E Ausbildung
Für die Vorbereitung auf die Funklizenz Klasse E gibt es verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten:
12db Akademie - Kostenlose Lernplattform
Unsere Akademie bietet umfangreiche Lerneinheiten speziell für die Klasse E mit verständlichen Erklärungen und interaktiver Wissenskontrolle:
Technik Klasse E lernen
Alle 463 Technik-Fragen der Klasse E mit Erklärungen, Wissenskontrolle und Prüfungssimulation - komplett kostenlos.
Jetzt Klasse E lernenThemengebiete der Klasse E
Die Akademie deckt alle Themengebiete der Klasse E ab:
- Mathematische Grundlagen und Größen - Dezibel, Pegel, Verhältnisse
- Elektrotechnik - Widerstand, Kondensator, Spule, Schwingkreise
- Halbleitertechnik - Dioden, Transistoren, Operationsverstärker
- Hochfrequenztechnik - Modulation, Sender, Empfänger
- Antennen - Dipol, Yagi, Vertikalantennen, Wellenausbreitung
- Messtechnik - Oszilloskop, Spektrumanalyzer, SWR-Messung
- EMV und Sicherheit - Störungen, Grenzwerte, Blitzschutz
Weitere Ausbildungsmöglichkeiten
| Methode | Beschreibung | Kosten |
|---|---|---|
| DARC-Lehrgang | Präsenzkurs im Ortsverband, 2-4 Monate | meist kostenlos |
| Amateurfunkvorlesung | Video-Vorlesungsreihe der Uni Würzburg | kostenlos |
| Moltrecht-Bücher | Klassische Standardwerke | ca. 35 Euro |
Lernzeit und Schwierigkeit
Die Klasse E erfordert mehr Lernaufwand als die Klasse N, ist aber gut machbar:
| Aspekt | Klasse N | Klasse E |
|---|---|---|
| Lernzeit | 4-8 Wochen | 2-4 Monate |
| Technik-Fragen | 195 | 463 |
| Schwierigkeit | Schulniveau 8./9. Klasse | Realschule/Gymnasium |
| Mathematik | Grundrechenarten | + Logarithmus, Dezibel |
Funklizenz Klasse E Fragebogen
Der offizielle Fragebogen (Fragenkatalog) für die Klasse E wird von der Bundesnetzagentur veröffentlicht und enthält alle Prüfungsfragen:
Aufbau des Fragenkatalogs
| Teil | Anzahl Fragen | Themengebiete |
|---|---|---|
| Vorschriften (V) | 204 Fragen | Amateurfunkgesetz, Vorschriften, Frequenzzuweisungen |
| Betrieb (B) | 172 Fragen | Betriebsabwicklung, Q-Gruppen, Rufzeichen, Buchstabiertafel |
| Technik N | 195 Fragen | Grundlagen Elektrotechnik, einfache Schaltungen |
| Technik E | 463 Fragen | Elektrotechnik, HF-Technik, Sender, Empfänger, Antennen |
| Gesamt | 1.034 Fragen |
Aus diesem Pool werden bei der Prüfung jeweils 25 Fragen pro Teil zufällig ausgewählt.
Fragebogen online üben
Du kannst alle Fragen des offiziellen Fragenkatalogs hier online üben - mit Erklärungen zu jeder Frage und realistischer Prüfungssimulation.
Fragenkatalog Klasse E üben
Übe alle 1.034 Prüfungsfragen mit Erklärungen und Wissenskontrolle in unseren Lerneinheiten.
Jetzt Technik E lernenFragebogen als PDF
Der offizielle Fragenkatalog ist bei der Bundesnetzagentur als PDF verfügbar.
Offizieller Fragenkatalog (PDF)
Der vollständige Fragenkatalog der Bundesnetzagentur mit allen Prüfungsfragen für Klasse N, E und A.
PDF herunterladenDas DO-Rufzeichen
Als Klasse-E-Inhaber erhältst du ein Rufzeichen mit dem Präfix DO oder DA6:
| Präfix | Beispiel | Verfügbarkeit |
|---|---|---|
| DO1-DO9 | DO1ABC | Standard für Klasse E |
| DA6 | DA6XYZ | Alternative, weniger üblich |
Was erlaubt die Klasse E?
Mit der Funklizenz Klasse E darfst du auf deutlich mehr Frequenzen funken als mit der Klasse N:
Kurzwelle (HF)
| Band | Frequenzbereich | Max. Leistung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| 160 m | 1,810 - 2,000 MHz | 100 W PEP | Nachtband, regional |
| 80 m | 3,500 - 3,800 MHz | 100 W PEP | Europaband |
| 15 m | 21,000 - 21,450 MHz | 100 W PEP | DX bei hoher Sonnenaktivität |
| 10 m | 28,0 - 29,7 MHz | 100 W PEP | DX oder lokal je nach Bedingungen |
UKW und höher
| Band | Frequenzbereich | Max. Leistung |
|---|---|---|
| 2 m | 144 - 146 MHz | 75 W PEP |
| 70 cm | 430 - 440 MHz | 75 W PEP |
| 23 cm | 1240 - 1300 MHz | 75 W PEP |
| 13 cm und höher | bis 250 GHz | 5 W PEP |
CEPT-Anerkennung - Funken im Ausland
Ein großer Vorteil der Klasse E gegenüber der Klasse N: Die internationale Anerkennung durch die CEPT-Novice-Lizenz.
Mit der Klasse E darfst du ohne zusätzliche Genehmigung in vielen Ländern funken, darunter:
- Europa: Österreich, Schweiz, Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien, Italien, Portugal, Skandinavien und viele mehr
- Weltweit: USA, Kanada (mit Einschränkungen), Australien, Neuseeland
Klasse E vs. Klasse N vs. Klasse A
Die Klasse E ist die Mittelklasse zwischen dem schnellen Einstieg (N) und der Vollzulassung (A):
| Merkmal | Klasse N | Klasse E | Klasse A |
|---|---|---|---|
| Prüfungsgebühr | 68 Euro | 73,50 Euro | 81 Euro |
| Lernzeit | 4-8 Wochen | 2-4 Monate | 4-6 Monate |
| Technik-Fragen | 195 | 463 | 716 |
| Max. Leistung | 10 W EIRP | 100 W PEP | 750 W PEP |
| Kurzwelle | Nur 10 m | 4 Bänder | Alle Bänder |
| International | Nein | CEPT Novice | CEPT HAREC |
| Rufzeichen | DN9... | DO... | DL, DK, DF... |
Aufstieg zu Klasse A
Du kannst jederzeit auf die Klasse A aufstocken. Dabei musst du nur den zusätzlichen Technik-Teil prüfen lassen:
| Aufstieg | Zusätzliche Prüfung | Gebühr | Neue Rechte |
|---|---|---|---|
| E → A | Technik Klasse A (25 Fragen) | 50,50 Euro | Alle Bänder, 750 W, CEPT HAREC |
Bei Aufstieg erhältst du ein neues Rufzeichen mit anderem Präfix (z.B. DL, DK, DF, DG, DH, DJ, DM).
Häufige Fragen zur Funklizenz Klasse E
Was kostet die Funklizenz Klasse E?
Die Erstprüfung Klasse E kostet 93,50 Euro (Prüfungsgebühr 73,50 Euro + Rufzeichenzuteilung 20 Euro). Wer bereits Klasse N hat, zahlt für die Aufstockung nur 48 Euro. Dazu kommen jährliche Beiträge von ca. 25-32 Euro (Frequenznutzungs- und EMV-Beitrag).
Wie schwer ist die Klasse E Prüfung?
Die Klasse E ist anspruchsvoller als die Klasse N, aber gut machbar. Du musst 1.034 Fragen lernen (V, B, Technik N und Technik E). Der Technik-Teil erfordert Verständnis von Elektrotechnik, Hochfrequenztechnik und Antennen. Mit unserer Akademie und regelmäßigem Lernen ist die Prüfung in 2-3 Monaten zu schaffen.
Wie lange dauert die Vorbereitung auf Klasse E?
Mit regelmäßigem Lernen (1-2 Stunden täglich) ist die Prüfung in 2-4 Monaten zu schaffen. DARC-Ausbildungskurse dauern meist 3-4 Monate mit wöchentlichen Treffen. Mit unserer kostenlosen Akademie kannst du jederzeit im eigenen Tempo lernen.
Was darf ich mit Klasse E?
Mit Klasse E darfst du auf Kurzwelle (160m, 80m, 15m, 10m) mit bis zu 100 Watt und auf UKW (2m, 70cm, 23cm) mit 75 Watt funken. Du kannst auch im Ausland funken dank CEPT-Novice-Anerkennung. Die Bänder 40m, 20m und 6m sind allerdings der Klasse A vorbehalten.
Was ist der Unterschied zwischen Klasse N und E?
Klasse E bietet deutlich mehr: 100 Watt statt 10 Watt, Zugang zu Kurzwelle (160m, 80m, 15m, 10m) statt nur 10m, und internationale CEPT-Anerkennung für Funkbetrieb im Ausland. Die Prüfung ist umfangreicher (1.034 statt 571 Fragen) und dauert 2-4 Monate statt 4-8 Wochen.
Welches Rufzeichen bekomme ich mit Klasse E?
Mit Klasse E erhältst du ein Rufzeichen mit dem Präfix DO (DO1 bis DO9) oder DA6. Beispiel: DO1ABC. Du kannst bei der Beantragung bis zu 3 Wunsch-Suffixe angeben.
Kann ich direkt Klasse E machen ohne Klasse N?
Ja! Du kannst direkt mit Klasse E einsteigen. Die Prüfung enthält dann alle 4 Teile (V, B, Technik N, Technik E). Die Technik-N-Fragen sind Grundlagen, die du für Technik E ohnehin brauchst. Ein Umweg über Klasse N ist nicht nötig.
Lohnt sich Klasse E oder soll ich gleich Klasse A machen?
Das hängt von deinen Zielen ab. Klasse E reicht für Kurzwelle und Auslandsfunk, ist in 2-4 Monaten machbar. Klasse A bietet alle Bänder (inkl. 40m, 20m) und 750 Watt, braucht aber 4-6 Monate. Tipp: Starte mit E und stocke später auf A auf - die Teile V und B musst du nicht wiederholen.
Quellen
- Bundesnetzagentur: Amateurfunk - Gebühren. bundesnetzagentur.de
- Bundesnetzagentur: Amateurfunk - Prüfung und Fragenkatalog. bundesnetzagentur.de
- DARC: Ausbildung zum Funkamateur. darc.de
- Bundesnetzagentur: Rufzeichenplan. bundesnetzagentur.de
- DARC: Funken im Ausland - CEPT. darc.de