QRO ist ein Q-Code aus dem Amateurfunk und bedeutet „Erhöhen Sie die Sendeleistung!". Als Frage (QRO?) bedeutet es: „Soll ich die Sendeleistung erhöhen?"

💡 Eselsbrücke: QRO = „Raise Output" (Ausgangsleistung erhöhen)

Was bedeutet QRO genau?

Im praktischen Funkverkehr hat sich die Bedeutung von QRO erweitert. Heute bezeichnet es allgemein den Betrieb mit hoher Sendeleistung:

VerwendungBedeutung
QRO (Aussage)„Ich sende mit hoher Leistung"
QRO? (Frage)„Soll ich die Sendeleistung erhöhen?"
QRO-BetriebFunkbetrieb mit hoher Leistung (typisch 100-750 W)

QRO vs. QRP - Die Leistungsklassen

Das Gegenteil von QRO ist QRP (geringe Sendeleistung). Die genauen Grenzen sind nicht offiziell definiert, aber es haben sich Standards etabliert:

QRPp (Very Low Power)

Leistung: unter 1 Watt
Philosophie: Extremes Minimum
Einsatz: Experimentell, Selbstbau
QRP (Low Power)

Leistung: bis 5 Watt (CW/FM), 10 Watt (SSB)
Philosophie: „Weniger ist mehr"
Einsatz: Portabel, Contests, Spaßfaktor
QRO (High Power)

Leistung: ab 100 Watt aufwärts
Philosophie: Maximale Reichweite
Einsatz: DX, Contests, schwierige Bedingungen

Leistungsklassen in Contests

Bei Funkwettbewerben (Contests) sind die Leistungsklassen genau definiert:

AGCW-QRP-Contest

KlasseLeistung
VLP (Very Low Power)bis 1 Watt
QRPbis 5 Watt
MP (Moderate Power)bis 25 Watt
QROüber 25 Watt

CQ Worldwide DX Contest

KlasseLeistung
QRPmax. 5 Watt
Low Powermax. 100 Watt
High Powermax. 1500 W (in DL: 750 W)

Maximale Sendeleistung in Deutschland

Die erlaubte Sendeleistung hängt von deiner Lizenzklasse ab:

LizenzklasseMaximale LeistungBemerkung
Klasse N10 Watt EIRPNur bestimmte Bänder
Klasse E100 Watt PEPStandard-Transceiver
Klasse A750 Watt PEPZusätzliche PA möglich
⚠️ PEP vs. EIRP: Die Angabe „PEP" (Peak Envelope Power) bezieht sich auf die Spitzenleistung am Senderausgang. „EIRP" (Equivalent Isotropically Radiated Power) berücksichtigt zusätzlich den Antennengewinn.

Wann ist QRO sinnvoll?

Hohe Sendeleistung hat klare Vorteile in bestimmten Situationen:

Gute Gründe für QRO

  • DX-Verbindungen: Weltweite Kontakte bei schwierigen Ausbreitungsbedingungen
  • Pile-ups: Um aus der Masse hervorzustechen (z.B. bei DXpeditionen)
  • Contests: Schnelle Kontakte mit vielen Stationen
  • Notfunk: Zuverlässige Kommunikation im Ernstfall
  • Schlechte Antenne: Kompensation einer suboptimalen Antennenanlage
⚠️ Mehr Leistung ist nicht immer besser!
Eine Verdopplung der Sendeleistung (z.B. 100 W → 200 W) bringt nur etwa 3 dB - das entspricht einer halben S-Stufe. Eine bessere Antenne ist oft effektiver als mehr Leistung!

QRO-Technik: Die Endstufe (PA)

Um die maximalen 750 Watt zu erreichen, benötigst du einen Leistungsverstärker (PA):

TypLeistungPreis ab
Transistor-PA (Solid State)500-1000 Wca. 1.500 €
Röhren-PA1000-1500 Wca. 2.500 €
💡 Standard-Transceiver: Die meisten modernen Amateurfunk-Transceiver liefern bereits 100 Watt - für viele Anwendungen völlig ausreichend.

Geschichte der Q-Codes

Die Q-Codes wurden 1912 von der International Radiotelegraph Convention eingeführt. Sie ermöglichen eine sprachunabhängige Kommunikation und werden bis heute im Amateurfunk, in der Luftfahrt und bei anderen Funkdiensten verwendet.

Ursprünglich gab es etwa 45 Q-Codes, mittlerweile sind es über 250 verschiedene Schlüssel.

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