Die Antenne ist das wichtigste Element jeder Amateurfunkstation. Sie wandelt elektrische Energie in elektromagnetische Wellen um - und umgekehrt. Mit einer guten Antenne lassen sich oft bessere Ergebnisse erzielen als mit einem teuren Transceiver und schlechter Antenne.

💡 Faustregel: Investiere lieber in eine bessere Antenne als in mehr Sendeleistung. Eine Antenne mit 3 dB mehr Gewinn entspricht einer Verdopplung der Sendeleistung!

Antennen-Grundlagen

Bevor wir die verschiedenen Antennentypen betrachten, sind einige Grundbegriffe wichtig:

Polarisation

Die Polarisation beschreibt die Schwingungsrichtung der elektrischen Feldkomponente:

  • Horizontal: Elektrisches Feld parallel zum Erdboden (typisch für KW-Dipole)
  • Vertikal: Elektrisches Feld senkrecht zum Erdboden (typisch für UKW-Mobilfunk)
  • Zirkular: Rotierendes Feld (Satellitenfunk)

Sender und Empfänger sollten die gleiche Polarisation verwenden. Bei Kreuzpolarisation (horizontal zu vertikal) gehen etwa 20 dB Signalstärke verloren.

Antennengewinn

Der Antennengewinn beschreibt, wie stark eine Antenne Energie in eine bestimmte Richtung bündelt - im Vergleich zu einer Referenzantenne:

EinheitReferenzBeschreibung
dBiIsotropstrahlerTheoretische Punktquelle (strahlt gleichmäßig in alle Richtungen)
dBdHalbwellendipolPraktische Referenz im Amateurfunk
📝 Rechenbeispiel - Umrechnung dBi zu dBd:
Eine Antenne wird mit 9,15 dBi beworben. Wie viel ist das in dBd?

Formel: dBd = dBi - 2,15
Rechnung: 9,15 - 2,15 = 7 dBd

Die Antenne hat also 7 dB mehr Gewinn als ein Halbwellendipol.

Ein Halbwellendipol hat 0 dBd bzw. 2,15 dBi Gewinn. Antennen mit höherem Gewinn bündeln stärker - haben aber auch schmalere Abstrahlwinkel.

⚠️ Achtung: Hersteller geben gerne den Gewinn in dBi an, weil die Zahl größer aussieht. Für den Vergleich von Amateurfunk-Antennen ist dBd aussagekräftiger.

SWR (Stehwellenverhältnis)

Das SWR zeigt, wie gut die Antenne an die Speiseleitung angepasst ist:

SWRReflexionBewertung
1,0:10%Perfekt (nur theoretisch)
1,5:14%Sehr gut
2,0:111%Akzeptabel
3,0:125%Grenzwertig
>3,0:1>25%Anpassung nötig

Ein SWR über 3:1 kann die Sender-Endstufe beschädigen. Die meisten modernen Transceiver reduzieren automatisch die Leistung bei hohem SWR.

Dipolantenne

Der Dipol ist der Klassiker unter den Antennen und die Basis vieler anderer Antennenformen. Er besteht aus zwei gleich langen Leitern, die in der Mitte gespeist werden.

Aufbau einer Halbwellen-Dipolantenne mit Balun und Koaxkabel
Aufbau eines Halbwellendipols: Zwei λ/4-Schenkel werden in der Mitte über einen Balun gespeist.

Aufbau des Halbwellendipols

Die Gesamtlänge beträgt etwa eine halbe Wellenlänge (λ/2). Die praktische Formel lautet:

Länge (m) = 143 / Frequenz (MHz)

📝 Rechenbeispiel - Dipol für 40m-Band:
Mittenfrequenz des 40m-Bandes: 7,1 MHz

Rechnung: 143 / 7,1 = 20,14 m
Pro Schenkel: 20,14 / 2 = 10,07 m

Du benötigst also zwei Drähte à ca. 10 m Länge.
BandFrequenzDipollänge
80 m3,65 MHz2 × 19,6 m = 39,2 m
40 m7,1 MHz2 × 10,1 m = 20,2 m
20 m14,2 MHz2 × 5,0 m = 10,0 m
10 m28,5 MHz2 × 2,5 m = 5,0 m
2 m145 MHz2 × 0,49 m = 0,98 m

Eigenschaften

  • Impedanz: Ca. 50-75 Ω am Speisepunkt (ideal für Koaxkabel)
  • Richtcharakteristik: Bidirektional (Achtform), strahlt senkrecht zum Draht
  • Gewinn: 0 dBd / 2,15 dBi
  • Bandbreite: Relativ schmalbandig, aber für ein komplettes Amateurfunkband ausreichend

Inverted-V-Dipol

Die Inverted-V ist eine beliebte Dipol-Variante, bei der die Schenkel vom Speisepunkt nach unten geneigt sind:

  • Speisepunkt ist der höchste Punkt - nur ein Mast nötig
  • Schenkel im Winkel von 90-120° zueinander
  • Impedanz ca. 50 Ω (direkter Anschluss an Koax möglich)
  • Flacherer Abstrahlwinkel - gut für DX

Gestreckter Dipol

  • Braucht zwei Aufhängepunkte
  • Impedanz 60-75 Ω
  • Maximale Bandbreite
  • Achtförmiges Diagramm

Inverted-V

  • Nur ein Mast nötig
  • Impedanz ca. 50 Ω
  • Etwas weniger Bandbreite
  • Rundlicheres Diagramm
✅ Tipp für Einsteiger: Ein einfacher Drahtdipol für 40 m kostet unter 30 Euro Material und ist ein idealer Selbstbau-Einstieg. Mit einem Antennentuner kann er auch auf anderen Bändern verwendet werden.

Multiband-Drahtantennen

Wer auf mehreren Bändern funken möchte, ohne für jedes Band eine eigene Antenne zu bauen, hat verschiedene Optionen:

G5RV-Antenne

Die G5RV wurde 1946 von Louis Varney (G5RV) entwickelt und ist eine der bekanntesten Mehrbandantennen:

  • Gesamtlänge: 31,1 m (2 × 15,55 m)
  • Speiseleitung: 10,4 m Hühnerleiter (450 Ω) + Koax zum Shack
  • Bänder: 80, 40, 20, 15, 10 m (mit Tuner auch 30, 17, 12 m)
💡 G5RV Junior: Die halbierte Version ist nur 16 m lang und deckt 40-10 m ab - ideal bei weniger Platz.

Windom / OCF-Dipol

Der Off-Center-Fed Dipol (OCF oder Windom) wird nicht in der Mitte, sondern bei etwa 1/3 der Länge gespeist:

  • Speisepunkt bei 33% der Gesamtlänge
  • Impedanz ca. 200-300 Ω (benötigt 1:4 oder 1:6 Balun)
  • Funktioniert auf harmonischen Bändern (80/40/20/10 m)
  • SWR unter 2:1 auf vielen Bändern ohne Tuner
📝 Rechenbeispiel - Windom für 80m:
Gesamtlänge für 80m: ca. 40 m

Kurzer Schenkel: 40 × 0,33 = 13,2 m
Langer Schenkel: 40 × 0,67 = 26,8 m

Speisepunkt mit 1:4 Balun am Übergang zwischen den Schenkeln.

Delta Loop

Die Delta Loop ist eine Vollwellenschleife in Dreiecksform - ein Geheimtipp für DX:

  • Drahtlänge: 1 Wellenlänge (Formel: L = 300 / f in MHz)
  • Gewinn: Ca. 3 dBd gegenüber Dipol
  • Impedanz: Ca. 100 Ω (benötigt 1:2 Balun)
  • Rauscharmer Empfang
BandFrequenzDrahtlänge
40 m7 MHz42,8 m
20 m14 MHz21,4 m
15 m21 MHz14,3 m
10 m28 MHz10,7 m

Polarisation je nach Speisung:

  • Speisung unten in der Mitte → horizontal polarisiert (NVIS, Nahbereich)
  • Speisung in einer Ecke → vertikal polarisiert (DX, flacher Winkel)

End-Fed Half-Wave (EFHW)

Die EFHW ist eine der beliebtesten Antennen für portablen Betrieb und SOTA/POTA-Aktivitäten. Sie besteht aus einem Halbwellendraht, der an einem Ende gespeist wird.

EFHW

  • Speisung am Ende
  • Nur 1 Aufhängepunkt
  • Benötigt 49:1 Unun
  • Multiband durch Oberwellen
  • Ideal für Portabelbetrieb

Mittengespeister Dipol

  • Speisung in der Mitte
  • 2 Aufhängepunkte nötig
  • Benötigt 1:1 Balun
  • Nur 1 Band resonant
  • Einfacher aufzubauen

Ein 40-m-EFHW (ca. 20 m Draht) funktioniert auch auf 20 m, 15 m und 10 m. Ein 80-m-EFHW (ca. 40 m) deckt 80-10 m ab.

Langdrahtantenne

Eine Langdrahtantenne ist mindestens 1 λ lang und wird an einem Ende gespeist:

  • Gute Erdung oder Gegengewicht nötig
  • Antennentuner erforderlich (hohe Impedanz)
  • Unun 1:9 zur Impedanzanpassung
  • Mit zunehmender Länge: stärkere Richtwirkung
📝 Rechenbeispiel - Langdraht:
Formel für Mindestlänge: L = 150 / f (MHz)

Für 80m-Band (3,65 MHz): 150 / 3,65 = 41 m
Für 40m-Band (7,1 MHz): 150 / 7,1 = 21 m

Empfohlene Universallänge: 41 m (funktioniert 80-10 m)
⚠️ Ungünstige Längen vermeiden: 7,5 m, 15 m, 22,5 m, 30 m - diese sind Vielfache von λ/2 und haben sehr hohe Impedanz am Ende.

Sloper-Antenne

Der Sloper (von englisch "slope" = Neigung) ist eine schräg gespannte Antenne:

  • λ/4-Strahler schräg vom Mast nach unten
  • Mast/Tower dient als Gegengewicht
  • Überwiegend vertikal polarisiert
  • Flacher Abstrahlwinkel - sehr gut für DX
  • Platzsparend auf niedrigen Bändern (160m, 80m)

T2FD-Antenne

Die T2FD (Tilted Terminated Folded Dipole) ist eine breitbandige Antenne für den gesamten KW-Bereich:

  • Modifizierter Faltdipol mit Abschlusswiderstand
  • Extrem breitbandig (2-30 MHz)
  • Kein Tuner nötig
  • Ca. 30-50% Verlust durch Widerstand
  • Ideal für SWL, Digimodes, Winlink
⚠️ Nachteil T2FD: Durch den Abschlusswiderstand geht etwa die Hälfte der Sendeleistung als Wärme verloren. Für DX mit QRP nicht ideal, aber perfekt für Empfang und digitale Betriebsarten.

Vertikalantennen und Groundplane

Vertikalantennen sind beliebt wegen ihres geringen Platzbedarfs und der rundstrahlenden Charakteristik.

Aufbau einer Groundplane-Antenne mit Strahler und Radialen
Groundplane-Antenne: Ein λ/4-Strahler mit vier Radialen als Gegengewicht. Die 45°-Neigung ergibt ca. 50 Ω Impedanz.

Groundplane-Antenne

Die klassische Groundplane besteht aus einem senkrechten λ/4-Strahler und mehreren waagerechten oder leicht nach unten geneigten Radialen als Gegengewicht:

📝 Rechenbeispiel - Groundplane für 2m:
Formel für λ/4-Strahler: L = 71,5 / f (MHz)

Strahler: 71,5 / 145 = 49,3 cm
Radiale: Ebenfalls je ca. 49 cm

Bei 45° geneigten Radialen: Impedanz ca. 50 Ω
  • Impedanz: 36 Ω (waagerechte Radiale) bis 50 Ω (45° geneigte Radiale)
  • Richtcharakteristik: Rundstrahlend (horizontal), flacher Abstrahlwinkel
  • Gewinn: -1 bis 0 dBd

Vertikalantenne

  • Rundstrahlend
  • Platzsparend
  • Flacher Abstrahlwinkel
  • Gut für DX
  • Benötigt gute Erde/Radiale

Dipol horizontal

  • Bidirektional
  • Braucht mehr Platz
  • Steilerer Abstrahlwinkel
  • Besser für Europa-QSOs
  • Keine Radiale nötig

Multiband-Vertikalantennen

Für den Mehrbandbetrieb gibt es kommerzielle Vertikalantennen mit eingebauten Sperrkreisen (Traps) oder automatischen Tunern:

ModellBänderHöheBesonderheit
Hustler 4BTV4 (40-10 m)6,4 mKlassiker, bewährt
Hustler 6BTV6 (80-10 m)7,3 mMit 80m
Diamond CP-66 (80-10 m)4,5 mKompakt
GAP Titan87,6 mKeine Radiale

Yagi-Uda-Antenne

Die Yagi-Antenne ist die klassische Richtantenne für Amateurfunk. Sie wurde 1924 von den japanischen Ingenieuren Hidetsugu Yagi und Shintaro Uda entwickelt.

Aufbau einer 5-Element Yagi-Antenne mit Reflektor, Strahler und Direktoren
5-Element Yagi-Antenne: Reflektor (lila), gespeister Strahler (rot) und drei Direktoren (blau) bündeln das Signal in Hauptstrahlrichtung.

Aufbau

Eine Yagi besteht aus:

  • Reflektor: Hinter dem Strahler, ca. 5% länger als λ/2
  • Strahler (Driven Element): Der gespeiste Dipol (λ/2)
  • Direktoren: Vor dem Strahler, ca. 5-10% kürzer als λ/2
  • Boom: Träger, auf dem alle Elemente montiert sind
📝 Rechenbeispiel - 3-Element Yagi für 2m:
Frequenz: 145 MHz
λ/2 = 143 / 145 = 0,986 m ≈ 99 cm

Reflektor: 99 × 1,05 = 104 cm
Strahler: 99 cm (angepasst durch Faltung)
Direktor: 99 × 0,95 = 94 cm
Abstand: ca. 0,15λ = 31 cm zwischen Elementen

Eigenschaften nach Elementzahl

ElementeGewinn (dBd)ÖffnungswinkelVor/RückBandbreite
23-4~70°10-12 dB~5%
35-6~60°15-18 dB~4%
58-9~45°20-22 dB~3%
7+10+~30°25+ dB~2%

Funktionsweise

Die Yagi nutzt das Prinzip der phasenverschobenen Abstrahlung:

  • Der Reflektor verzögert das Signal (induktiv) → reflektiert nach vorne
  • Die Direktoren beschleunigen das Signal (kapazitiv) → lenken nach vorne
  • Ergebnis: Konstruktive Interferenz nach vorne, destruktive nach hinten

Anwendungen

  • UKW (2 m, 70 cm): 4-11 Elemente, drehbar für Satellitenfunk, EME
  • KW (10-20 m): 3-5 Elemente auf Drehrotor (DX-Antennen)
  • Notfunk/APRS: Kleine Yagis für gerichtete Verbindungen
🔧 Selbstbau: Yagis für 2 m lassen sich gut selbst bauen. Die DK7ZB-Designs sind bewährt und gut dokumentiert. Eine 5-Element-Yagi für 2 m kostet als Selbstbau unter 50 Euro.

Cubical Quad und Delta Loop

Die Quad-Antenne verwendet Vollwellenschleifen (Umfang = λ) statt Dipol-Elemente. Sie wurde 1942 in Ecuador entwickelt, um Koronaentladungen in großer Höhe zu vermeiden.

Aufbau der Cubical Quad

Die klassische Cubical Quad besteht aus quadratischen Drahtschleifen:

  • Strahler: Quadrat mit Umfang = 1 λ
  • Reflektor: Ca. 3-5% größer
  • Direktoren: Ca. 3-5% kleiner
📝 Rechenbeispiel - Quad für 20m:
Frequenz: 14,2 MHz → λ = 300 / 14,2 = 21,1 m

Umfang Strahler: 21,1 m
Seitenlänge: 21,1 / 4 = 5,28 m

Umfang Reflektor: 21,1 × 1,03 = 21,7 m (Seite: 5,43 m)
Umfang Direktor: 21,1 × 0,97 = 20,5 m (Seite: 5,12 m)

Cubical Quad

  • Ca. 1-2 dB mehr Gewinn
  • Besseres Vor/Rück-Verhältnis
  • Größere Bandbreite
  • Rauscharmer Empfang
  • Aufwendigere Konstruktion

Yagi-Uda

  • Einfacherer Aufbau
  • Leichter zu drehen
  • Weniger windanfällig
  • Kürzerer Boom möglich
  • Mehr kommerzielle Modelle

Magnetloop-Antenne

Die Magnetic Loop (MLA) ist die Rettung für Funkamateure mit Platzproblemen - auf Balkonen, in Mietwohnungen oder bei Antennenverboten.

Aufbau

Eine Magnetloop besteht aus:

  • Hauptschleife: Kupfer- oder Alurohr, Durchmesser 0,5-2 m
  • Abstimmkondensator: Hochspannungsfester Drehkondensator
  • Koppelschleife: Kleine Schleife zur Einspeisung (1/5 des Durchmessers)

Eigenschaften

EigenschaftWert
Gewinn-1 bis -3 dBd
BandbreiteSehr schmal (5-20 kHz)
AbstimmungBei jeder Frequenzänderung nötig
StörempfindlichkeitSehr gering (magnetische Kopplung)
PlatzbedarfMinimal (1-2 m Durchmesser)
Max. Leistung20-200 W (abhängig vom Kondensator)
🚨 Vorsicht - Hochspannung! Bei Sendebetrieb können am Abstimmkondensator mehrere Kilovolt entstehen. Sicherheitsabstand einhalten und nicht bei laufendem Betrieb abstimmen!

Magnetloop Vorteile

  • Extrem kompakt
  • Balkon-/Indoor-tauglich
  • Nimmt wenig Störungen auf
  • Keine Radiale nötig
  • Unauffällig

Magnetloop Nachteile

  • Niedrigerer Wirkungsgrad
  • Sehr schmalbandig
  • Ständiges Nachstimmen
  • Begrenzte Leistung
  • Teurer als Drahtantennen
📡 Für Balkon-Funker: Eine Magnetloop ist oft die einzige Möglichkeit, auf Kurzwelle QRV zu werden. Mit 20-50 Watt sind erstaunlich gute Ergebnisse möglich - sogar von innen am geschlossenen Fenster!
⚠️ Achtung - Elektromagnetische Felder: Bei Betrieb einer Magnetloop in Innenräumen oder am geschlossenen Fenster mit 20-50 Watt entstehen starke elektromagnetische Felder in unmittelbarer Nähe. Halte mindestens 2 Meter Abstand zur Antenne während des Sendens ein! Bei höheren Leistungen entsprechend mehr. Die Grenzwerte der AFuV zur Personensicherheit müssen eingehalten werden.

Empfehlungen für Einsteiger

Welche Antenne ist die richtige für den Einstieg? Das hängt von Lizenzklasse, Budget und Platzverhältnissen ab:

Für Klasse N (10 W, 10m/2m/70cm)

SituationEmpfehlungKosten
Handfunkgerät 2m/70cmNagoya NA-771 Knickantenneca. 15 Euro
Feststation 2m/70cmDiamond X-30 Rundstrahlerca. 70 Euro
10m-Band EinstiegDipol Selbstbau (5m lang)ca. 20 Euro
MobilbetriebMagnetfuß Dualbandca. 40 Euro
⚠️ Wichtig für Klasse N: Die maximale Leistung ist 10 W EIRP. Bei Antennen mit Gewinn > 3 dBi musst du die Sendeleistung entsprechend reduzieren!

Für Klasse E und A (Kurzwelle)

SituationEmpfehlungKosten
Garten vorhandenDipol oder Inverted-V für 40m30-50 Euro
Mehrere BänderG5RV oder EFHW 40-10m50-100 Euro
Balkon/TerrasseMagnetloop oder kleine Vertikal200-500 Euro
PortabelbetriebEFHW mit Teleskopmast80-150 Euro
DX-AmbitionenVertikalantenne (Hustler, Diamond)300-600 Euro

Blumentopf-Antenne (Selbstbau-Tipp für UKW)

Die Blumentopf-Antenne ist ein beliebtes Selbstbau-Projekt für 2m/70cm:

  • Koaxkabel in Kunststoffrohr (25mm HT-Rohr)
  • Kosten: unter 20 Euro
  • Gewinn: ca. 3 dBd auf 2m, 5-6 dBd auf 70cm
  • Wetterfest und unauffällig

Mobil- und Portabelantennen

Für den Betrieb aus dem Fahrzeug oder unterwegs gibt es spezielle Antennen:

UKW-Mobilantennen (2 m / 70 cm)

TypLängeGewinnBeispiele
λ/4 Magnetfuß~50 cm0 dBdNagoya, Baofeng
5/8 λ Strahler~1 m3-4 dBdDiamond NR-770
Dualband-Mobil~45 cm2,15/5 dBdComet SBB-5

KW-Mobilantennen

  • Verkürzte Vertikalstrahler: Mit Verlängerungsspulen (Hustler, Hamstick)
  • Screwdriver-Antennen: Motorisch abstimmbar (Tarheel, High Sierra)
  • Multiband-Mobilantennen: Comet UHV-9 (9 Bänder, klappbar)

Portabelantennen für SOTA/POTA

TypBänderGewichtAufbauzeit
EFHW mit Unun40-10 m200-500 g5 Min
Linked DipolWählbar300-600 g10 Min
Teleskop-Vertikal20-10 m500 g - 1 kg5 Min
Buddipole/Buddistick40-6 m2-3 kg10-15 Min

Antennen selbst bauen

Der Selbstbau von Antennen ist ein Kernbereich des Amateurfunks:

  • Kostenersparnis: Oft 70-90% günstiger
  • Lerneffekt: Besseres Verständnis der Funktionsweise
  • Anpassung: Optimiert auf eigene Bedürfnisse und Platzverhältnisse
  • Reparierbarkeit: Selbst gebaut = selbst reparierbar

Einstiegsprojekte mit Materialkosten

ProjektMaterialKostenSchwierigkeit
Dipol für 40 m20 m Litze, Isolatoren, Koax20-30 EuroLeicht
Groundplane 2 mAlu-Stäbe, SO-239-Buchse15-20 EuroLeicht
Blumentopf 2m/70cmRG-58, HT-Rohr, Stecker15-20 EuroLeicht
EFHW 40-10 mDraht, FT240-43 Ringkern, Kondensator25-40 EuroMittel
3-Element Yagi 2 mAlu-Rohr, Boom, Balun40-60 EuroMittel
Delta Loop 20 m22 m Litze, 1:2 Balun, Isolatoren30-50 EuroMittel

Materialien

  • Antennenlitze: Kupfer- oder Bronzelitze, 1-2 mm², PVC-isoliert
  • Isolatoren: Ei-Isolatoren, Hundeknochen-Isolatoren oder Kabelbinder
  • Koaxkabel: RG-58 (UKW/kurze Strecken), RG-213 (KW/lange Strecken)
  • Stecker: PL-259 (UHF), BNC, N-Stecker

Simulationssoftware

Vor dem Bau lohnt sich eine Simulation:

  • 4NEC2: Kostenlos, sehr leistungsfähig
  • MMANA-GAL: Einfacher zu bedienen, für Yagis
  • EZNEC: Professionell, kostenpflichtig

Literatur

  • Rothammels Antennenbuch: Das Standardwerk im deutschsprachigen Raum
  • ARRL Antenna Book: Englisches Pendant, sehr umfangreich
  • Praxisbuch Antennenbau: Viele Bauanleitungen für Einsteiger

Anpassung und Zubehör

Balun und Unun

Diese Transformatoren sorgen für die richtige Impedanzanpassung:

TypFunktionAnwendung
Balun 1:1Symmetrierung (keine Transformation)Dipol an Koaxkabel
Balun 1:4Symmetrierung + 1:4 TransformationFaltdipol, Windom
Unun 1:9Nur Transformation (unsymmetrisch)Langdraht an Koax
Unun 1:49Nur Transformation (unsymmetrisch)EFHW an Koax
Balun 1:2Symmetrierung + 1:2 TransformationDelta Loop, Quad

Mantelwellensperre (Choke)

Ohne Mantelwellensperre kann das Koaxkabel selbst Teil der Antenne werden:

  • Störungen bei Nachbarn (Babyphone, TV, Audio)
  • HF-Rückkopplung ins Shack (Mikrofon brummt)
  • Unvorhersehbares Strahlungsdiagramm

Lösung: Ferritringe auf dem Koaxkabel nahe der Antenne oder ein 1:1-Strombalun.

Antennentuner

Ein Tuner passt die Antenne an 50 Ω an, wenn sie nicht resonant ist:

  • Der Tuner macht die Antenne nicht effizienter - er verhindert nur Reflexionen
  • Je schlechter die Anpassung, desto höher die Verluste im Kabel
  • Für stark fehlangepasste Antennen: Tuner nahe an der Antenne platzieren
💡 Tipp: Ein symmetrischer Tuner (mit Balun) erlaubt den Anschluss von Hühnerleitern und symmetrischen Antennen - flexibler als ein rein unsymmetrischer Tuner.

Welche Antenne für welchen Zweck?

SituationEmpfehlung
Einsteiger mit GartenDipol oder Inverted-V für 40 m
Mehrere KW-BänderG5RV, EFHW, Windom oder Vertikalantenne
DX auf KWYagi oder Quad auf Drehrotor, Vertikalantenne
Balkon/MietwohnungMagnetloop oder kleine Vertikalantenne
Portabel/SOTAEFHW, Linked Dipol, Teleskopvertikal
Mobilbetrieb KWScrewdriver-Antenne, verkürzte Vertikale
UKW FeststationYagi auf Rotor oder X-30/X-50 Rundstrahler
SatellitenfunkKreuzyagi, X-Quad mit Elevation/Azimut-Rotor
Empfang/SWLT2FD, Langdraht, aktive Loop
Wenig PlatzMagnetloop, verkürzte Dipole, Vertikalantenne

Antennentechnik verstehen

In der Prüfung für Klasse A werden viele Fragen zu Antennen gestellt. Lerne die Grundlagen mit interaktiven Übungen!

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Quellen

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