SOS morsen kann jeder lernen: · · · − − − · · · - drei kurz, drei lang, drei kurz. Das bekannteste Morsezeichen der Welt ist seit 1906 das internationale Notsignal und wird bis heute verwendet - per Funk, als Lichtzeichen mit der Taschenlampe oder in den Sand geschrieben.

💡 Kurzfassung: SOS wird als durchgehendes Morsezeichen ohne Pausen zwischen den Buchstaben gesendet. Es steht nicht für "Save Our Souls" - die Zeichenfolge wurde rein wegen ihrer Unverwechselbarkeit gewählt.

SOS morsen - So klingt das Notsignal

Das Besondere am SOS-Signal: Es wird nicht als drei einzelne Buchstaben gemorst (S · · · / O − − − / S · · ·), sondern als ein durchgehendes Zeichen ohne Pausen dazwischen. In der Morsetelegrafie wird das durch eine Überstreichung gekennzeichnet: SOS.

Das ergibt ein markantes Klangmuster: Didididahdahdahdididit - drei kurze Töne, drei lange Töne, drei kurze Töne. Dieses Muster ist selbst für ungeübte Ohren sofort aus anderen Signalen herauszuhören. Wie jeder Notruf wird SOS dreimal hintereinander gesendet, um die Sendefrequenz länger zu belegen und die Erkennungswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Wer über SOS hinaus Morsen lernen möchte, findet auf 12db einen kostenlosen Online-Kurs mit allen Zeichen.

Warum SOS keine Abkürzung ist

Entgegen weit verbreiteter Annahme steht SOS nicht für "Save Our Souls", "Save Our Ship" oder eine andere Phrase. Diese Deutungen wurden erst nachträglich als Eselsbrücken erfunden.

In Wirklichkeit wurde die Zeichenfolge 1906 auf der Internationalen Funktelegrafiekonferenz in Berlin aus rein praktischen Gründen gewählt: Die Kombination aus drei Punkten, drei Strichen und drei Punkten ist im Morsecode einzigartig und kann selbst unter schlechten Empfangsbedingungen nicht mit einem anderen Zeichen verwechselt werden.

Geschichte des SOS-Signals

Vor der Einführung von SOS herrschte Chaos im Seefunkverkehr. Die beiden großen Funksystemhersteller - die britische Marconi Company und die deutsche Telefunken - konkurrierten so heftig, dass ihre Funker keine Signale der Konkurrenz annehmen durften. Das konnte dazu führen, dass Notrufe schlicht ignoriert wurden.

Von CQD zu SOS

Die Marconi Company verwendete ab 1904 den Code CQD als Notruf (von französisch "sécurité" + "détresse" oder englisch "Come Quick, Danger"). Die deutsche Kaiserliche Marine hatte bereits im April 1904 ein eigenes Notzeichen eingeführt und ab 1905 für den öffentlichen Schiffsfunk vorgeschrieben.

Um den gefährlichen Zustand konkurrierender Notsignale zu beenden, einigte man sich 1906 in Berlin international auf SOS. Offiziell eingeführt wurde es am 1. Juli 1908.

Wichtige Meilensteine

JahrEreignis
1904Deutsche Kaiserliche Marine führt eigenes Notzeichen ein
1906Internationale Funktelegrafiekonferenz in Berlin beschließt SOS
1908SOS tritt offiziell als internationales Notsignal in Kraft
1909Erstes SOS auf See: Passagierschiff Slavonia vor den Azoren
1912Titanic-Untergang: Verpflichtende Hörwache wird eingeführt
1999GMDSS löst Morse-SOS in der kommerziellen Seefahrt ab

SOS und die Titanic

Die bekannteste Episode in der Geschichte des SOS-Signals ist untrennbar mit dem Untergang der Titanic am 15. April 1912 verbunden. Als das Schiff sank, sendete der Erste Funker Jack Phillips zunächst das alte Marconi-Signal CQD. Erst sein Kollege Harold Bride wies ihn auf das neuere SOS hin - Phillips wechselte daraufhin zwischen beiden Signalen.

Die Katastrophe offenbarte ein gravierendes Problem: Das Schiff Californian, das nur wenige Meilen entfernt lag, empfing den Notruf nicht - ihre Funkstation war zu diesem Zeitpunkt nicht besetzt. Es gab schlicht keine Vorschrift, die eine durchgehende Besetzung der Funkstation verlangte.

⚠️ Die Folgen der Titanic: Noch 1912 wurde die verpflichtende Hörwache rund um die Uhr eingeführt. Außerdem wurde eine regelmäßige Funkstille auf der Notfrequenz 500 kHz angeordnet: Jeweils ab der 15. und ab der 45. Minute nach der vollen Stunde mussten alle Stationen drei Minuten lang schweigen, um schwache Notrufe hören zu können.

Das Ende von SOS im Seefunk

Mit der weltweiten Einführung des satellitengestützten Seenot-Funksystems GMDSS (Global Maritime Distress and Safety System) wurde das Morsesignal SOS in der kommerziellen Seefahrt 1999 endgültig abgelöst. GMDSS nutzt digitale Übertragung und automatische Positionsübermittlung per Satellit - deutlich schneller und zuverlässiger als manuelles Morsen.

Als universelles Notsignal außerhalb des Seefunks ist SOS aber nach wie vor weltweit bekannt und im Einsatz - ob als Lichtzeichen mit der Taschenlampe, als Klopfzeichen oder großformatig in den Sand geschrieben. Auch im Amateurfunk gehört SOS zum Grundwissen - ein guter Grund, Morsen zu lernen.

💡 SOS mit der Taschenlampe: Dreimal kurz blinken, dreimal lang blinken, dreimal kurz blinken - so sendest du ein SOS-Signal, das jeder erkennt. Ein "kurzes" Signal dauert etwa eine Sekunde, ein "langes" etwa drei Sekunden.

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