Frequenz eingeben oder Band-Preset wählen, Antennentyp auswählen und sofort die richtige Drahtlänge ablesen - in Meter und Zentimeter, je Schenkel oder Radial. Der Verkürzungsfaktor lässt sich für verschiedene Drahttypen einstellen. Ob Kurzwelle, UKW oder Amateurfunk auf 70 cm - der Rechner deckt alle Bänder ab.
- Länger bauen und trimmen: Draht zunächst 2-3 % länger abschneiden und die Antenne auf Resonanz kürzen (SWR messen, schrittweise kürzen).
- Verkürzungsfaktor: Isolierter Draht oder Litze verkürzt die elektrische Länge. Blanker Draht liegt näher an 1,0, isolierte Litze bei ca. 0,95.
- Groundplane-Radiale: Radiale um ca. 45° nach unten abwinkeln, um die Impedanz von ca. 36 Ω näher an 50 Ω anzupassen.
Wie berechnet man die Antennenlänge?
Die Grundlage jeder Antennenberechnung ist der Zusammenhang zwischen Frequenz und Wellenlänge. Elektromagnetische Wellen breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus:
$$\lambda = \frac{c}{f}$$
Dabei ist $\lambda$ die Wellenlänge in Metern, $c$ die Lichtgeschwindigkeit (299.792.458 m/s) und $f$ die Frequenz in Hertz. Für einen Halbwellendipol wird die halbe Wellenlänge benötigt, für eine Viertelwelle-Vertikal ein Viertel. Der Verkürzungsfaktor $v$ berücksichtigt, dass realer Draht kürzer als die theoretische Länge ist:
$$L_{\text{Dipol}} = \frac{\lambda}{2} \cdot v \qquad L_{\text{Viertelwelle}} = \frac{\lambda}{4} \cdot v$$
Beim Dipol ergibt sich die Gesamtlänge aus beiden Schenkeln zusammen. Die Schenkellänge - also die Länge pro Seite - ist die Hälfte davon. Bei der Groundplane gilt die gleiche Formel wie für die Viertelwelle - sowohl für den vertikalen Strahler als auch für die Radiale.
Was bedeuten λ/2 und λ/4?
Die griechische Buchstabe λ (Lambda) steht für die Wellenlänge. Die Bruchteile geben an, welcher Anteil der Wellenlänge als Antennenlänge verwendet wird:
- λ/2 (Halbwelle): Die halbe Wellenlänge - typisch für Dipole. Beide Schenkel zusammen ergeben λ/2.
- λ/4 (Viertelwelle): Ein Viertel der Wellenlänge - typisch für Vertikalantennen und Groundplane-Strahler.
Verkürzungsfaktor - was ist das?
In der Theorie schwingt ein unendlich dünner Draht im freien Raum exakt bei seiner physikalischen Länge. In der Praxis ist die elektrische Länge kürzer als die mechanische Länge - man braucht also weniger Draht als die reine Formel $\lambda / 2$ ergibt. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Endeffekt: An den offenen Enden eines Dipols entsteht eine Kapazität gegen die Umgebung, die den Strahler elektrisch verlängert.
- L/D-Verhältnis: Je dicker der Draht im Verhältnis zur Wellenlänge, desto stärker der Effekt.
- Isolation: PVC- oder Kunststoffisolierung erhöht die Kapazität pro Längeneinheit und verkürzt die Resonanzlänge zusätzlich.
| Drahttyp | Verkürzungsfaktor | Anmerkung |
|---|---|---|
| Blanker Draht (dünn) | ~0,97-0,98 | Nahe am theoretischen Wert |
| Litze (Kupfer) | ~0,95 | Gängiger Daumenwert für Drahtantennen |
| Isolierter Draht (PVC) | ~0,93 | Stärkere Verkürzung durch Isolation |
| Koaxialkabel (Velocity Factor) | ~0,66 | Für Koax-Antennen (z.B. Koax-Dipol) |
Dipol, Viertelwelle oder Groundplane - wann was?
- Zwei Schenkel, Speisung in der Mitte
- Impedanz: ~73 Ω (nah an 50 Ω)
- Balun (1:1) gegen Mantelwellen
- Horizontal zwischen Bäume/Masten
Einfachste Resonanzantenne - ideal zum Einstieg.
- Ein Strahler + Gegengewicht
- Impedanz: ~36 Ω
- Gegengewicht: Autodach, Metallplatte
- Omnidirektional (rundherum)
Verbreitet als Mobilantenne auf Fahrzeugen.
Antennentypen im Vergleich
| Antennentyp | Länge (Beispiel 2 m) | Platzbedarf | Typische Nutzung |
|---|---|---|---|
| Dipol (λ/2) | ~0,98 m gesamt | Horizontal aufspannen | Feststation, portabel |
| Viertelwelle (λ/4) | ~0,49 m | Vertikal + Gegengewicht | Mobilbetrieb, Handfunkgerät |
| Groundplane | ~0,49 m + Radiale | Vertikal, freistehend | Feststation auf Dach/Mast |
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Jetzt lernenHäufige Fragen zur Antennenlänge
Wie lang ist ein Dipol für 145 MHz?
Die Wellenlänge bei 145 MHz beträgt ca. 2,07 m. Ein Halbwellendipol ist also ca. 1,03 m lang (Gesamtlänge beider Schenkel). Mit einem Verkürzungsfaktor von 0,95 ergibt sich eine praktische Länge von ca. 0,98 m - also zwei Schenkel mit jeweils ca. 49 cm.
Wie lang ist eine Viertelwelle-Antenne für 433 MHz (70 cm)?
Bei 433 MHz beträgt die Wellenlänge ca. 0,69 m. Eine Viertelwelle-Antenne ist λ/4 = ca. 17,3 cm. Mit Verkürzungsfaktor 0,95 ergibt sich eine praktische Länge von ca. 16,4 cm. Für 2 m (145 MHz) sind es ca. 49 cm.
Wie berechne ich die Schenkellänge eines Dipols?
Die Schenkellänge ist die halbe Dipol-Gesamtlänge. Formel: Schenkellänge = (λ / 4) × v. Beispiel für 7,1 MHz (40 m): λ ≈ 42,22 m, Schenkellänge = 42,22 / 4 × 0,95 ≈ 10,03 m pro Seite.
Wie lang sind Groundplane-Radiale?
Die Radiale einer Groundplane sind jeweils λ/4 lang - also genauso lang wie der vertikale Strahler. Bei 145 MHz sind das ca. 49 cm pro Radial. In der Praxis werden sie manchmal 5 % länger ausgeführt, da sie die Resonanzfrequenz weniger stark beeinflussen als der Strahler.
Wie viele Radiale braucht eine Groundplane?
Mindestens 3 Radiale, typisch sind 4 Radiale symmetrisch verteilt (alle 90°). Mehr Radiale verbessern das Gegengewicht, aber der Gewinn nimmt ab 4 Stück nur noch marginal zu. Bei Bodenmontierten Vertikals (auf dem Rasen) können 16-32 Radiale sinnvoll sein.
Welcher Verkürzungsfaktor für isolierten Draht?
Für PVC-isolierten Draht liegt der Verkürzungsfaktor bei ca. 0,93. Die Isolierung erhöht die Kapazität pro Längeneinheit und verkürzt dadurch die elektrische Länge stärker als bei blankem Draht (~0,97). Bei Kupferlitze ohne dicke Isolation: ca. 0,95.
Warum ist meine Antenne trotz korrekter Rechnung nicht auf Resonanz?
Die berechnete Länge ist ein Ausgangswert. In der Praxis beeinflussen Aufbauhöhe, Umgebung (Dach, Bäume, Hauswand), Drahtdurchmesser und der exakte Verkürzungsfaktor die Resonanzfrequenz. Deshalb wird die Antenne etwas länger gebaut und mit einem SWR-Messgerät auf die Zielfrequenz getrimmt.
Muss ich den Dipol auf die Bandmitte legen?
Nicht zwingend, aber empfehlenswert. Ein auf die Bandmitte abgestimmter Dipol hat an beiden Bandgrenzen ein ähnliches SWR. Wer bevorzugt im CW- oder SSB-Segment funkt, kann die Resonanzfrequenz auch dorthin legen. Die Band-Presets im Rechner verwenden die Bandmitte als Ausgangswert.
Was bedeuten λ/2 und λ/4?
λ (Lambda) steht für die Wellenlänge. λ/2 ist die halbe Wellenlänge (typisch für Dipole), λ/4 ein Viertel (typisch für Vertikalantennen). Bei 145 MHz ist λ ≈ 2,07 m, also λ/2 ≈ 1,03 m und λ/4 ≈ 0,52 m.
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