Ein Transponder ist ein Funk-Kommunikationsgerät, das eingehende Signale empfängt und auf einer anderen Frequenz wieder aussendet. Der Begriff ist ein Kofferwort aus Transmitter (Sender) und Responder (Antwortgeber). Im Amateurfunk sind Transponder vor allem auf Satelliten zu finden, wo sie weltweite Kommunikation ermöglichen.

💡 Kurzfassung: Ein Transponder empfängt auf der Uplink-Frequenz, setzt das Signal um und sendet es auf der Downlink-Frequenz wieder aus. Linear-Transponder können dabei viele Signale gleichzeitig übertragen - SSB, CW, SSTV und mehr.

Wie funktioniert ein Transponder?

Ein Transponder besteht aus mehreren Komponenten:

  • Empfangsantenne: Nimmt die Uplink-Signale auf
  • LNA (Low Noise Amplifier): Verstärkt die schwachen Eingangssignale rauscharm
  • Mischer + Oszillator: Setzt die Frequenz um (Frequenzumsetzung)
  • Bandpassfilter: Begrenzt die Bandbreite auf den gewünschten Bereich
  • Leistungsverstärker: Verstärkt das Signal für die Aussendung
  • Sendeantenne: Strahlt das Downlink-Signal ab
✅ Bent-Pipe-Prinzip: Die meisten Satelliten-Transponder arbeiten nach dem "Bent-Pipe"-Prinzip (gebogenes Rohr): Das Signal wird empfangen, verstärkt, frequenzumgesetzt und zurückgesendet - ohne Demodulation oder Verarbeitung des Inhalts.

Transponder-Typen

Linear-Transponder

Ein Linear-Transponder überträgt einen kompletten Frequenzbereich (typisch 40-100 kHz) ohne die einzelnen Signale zu demodulieren. Alle Betriebsarten innerhalb der Bandbreite werden gleichzeitig übertragen:

  • SSB (Einseitenband-Sprache)
  • CW (Morsetelegrafie)
  • SSTV (Slow Scan Television)
  • PSK, RTTY und andere Digimodes

Der große Vorteil: Viele Stationen können den Transponder gleichzeitig nutzen - jede auf ihrer eigenen Frequenz innerhalb der Bandbreite.

FM-Transponder (Repeater)

FM-Transponder arbeiten wie terrestrische Relais: Sie empfangen ein FM-Signal, demodulieren es und senden es auf einer anderen Frequenz wieder aus. Im Gegensatz zum Linear-Transponder kann immer nur eine Station gleichzeitig senden.

Linear-Transponder
  • Gesamter Frequenzbereich wird übertragen
  • Viele Stationen gleichzeitig
  • SSB, CW, Digimodes möglich
  • Geringe Sendeleistung nötig

Beispiele: FO-29, AO-73, QO-100

FM-Transponder
  • Ein Kanal wird übertragen
  • Nur eine Station gleichzeitig
  • Nur FM möglich
  • Einfache Ausrüstung ausreichend

Beispiele: SO-50, ISS-Repeater

Invertierender vs. nicht-invertierender Transponder

Bei Linear-Transpondern gibt es zwei Varianten der Frequenzumsetzung:

Invertierender Transponder

Die meisten Amateurfunksatelliten nutzen invertierende Transponder. Dabei wird das Frequenzspektrum "gespiegelt":

  • Die niedrigste Uplink-Frequenz wird zur höchsten Downlink-Frequenz
  • LSB (Lower Sideband) im Uplink wird zu USB (Upper Sideband) im Downlink
  • Die Signalposition im Band ist umgekehrt
💡 Technisch: Im Mischer wird die Differenzfrequenz statt der Summenfrequenz verwendet. Dadurch kehrt sich das Spektrum um.

Vorteil: Doppler-Kompensation

Der invertierende Transponder hat einen praktischen Vorteil: Die Doppler-Verschiebung auf Uplink und Downlink wirken teilweise gegeneinander.

SituationUplinkDownlinkEffekt
Satellit nähert sichFrequenz ↑Frequenz ↓ (invertiert)Teilweise Kompensation
Satellit entfernt sichFrequenz ↓Frequenz ↑ (invertiert)Teilweise Kompensation

Bei einem nicht-invertierenden Transponder würden sich beide Doppler-Verschiebungen addieren - die Frequenzkorrektur wäre doppelt so groß.

Nicht-invertierender Transponder

Hier bleibt das Spektrum erhalten: USB bleibt USB, LSB bleibt LSB. Die niedrigste Uplink-Frequenz wird zur niedrigsten Downlink-Frequenz. Diese Variante ist bei Amateurfunksatelliten selten.

Satelliten-Modi

Der Betriebsmodus eines Satelliten wird mit zwei Buchstaben angegeben, die Uplink- und Downlink-Band bezeichnen:

BuchstabeBandFrequenz
A15m21 MHz
H10m29 MHz
V2m145 MHz
U70cm435 MHz
L23cm1,2 GHz
S13cm2,4 GHz
X3cm10 GHz

Beispiele:

  • Mode V/U: Uplink 2m (145 MHz), Downlink 70cm (435 MHz)
  • Mode U/V: Uplink 70cm, Downlink 2m
  • Mode S/X: Uplink 13cm (2,4 GHz), Downlink 3cm (10 GHz) - z.B. QO-100

Beispiele aktiver Transponder

SatellitModusUplinkDownlinkBandbreiteTyp
FO-29V/U145.900-146.000 MHz435.800-435.900 MHz100 kHzLinear, inv.
AO-73U/V435.130-435.150 MHz145.950-145.970 MHz20 kHzLinear, inv.
QO-100 NBS/X2400.050-2400.300 MHz10489.550-10489.800 MHz250 kHzLinear
SO-50V/U145.850 MHz436.795 MHz-FM-Repeater

Betriebstechnik

Leistungsaufteilung beachten

Ein Linear-Transponder teilt seine begrenzte Ausgangsleistung auf alle empfangenen Signale auf. Wenn eine Station zu stark sendet, bekommen alle anderen weniger Leistung im Downlink.

⚠️ Wichtig: Verwende immer die minimale Sendeleistung, die für ein lesbares Signal ausreicht. Als Richtwert: Dein Downlink-Signal sollte nicht stärker sein als die Satelliten-Bake.

Doppler-Korrektur

Bei LEO-Satelliten (niedrige Umlaufbahn) ist eine kontinuierliche Frequenzkorrektur nötig:

  • Empfohlen: Downlink-Frequenz konstant halten, Uplink nachführen
  • Tracking-Software (GPredict, SatPC32) berechnet die Korrektur automatisch
  • Bei invertierenden Transpondern ist die Korrektur geringer

Bandplan einhalten

Auch auf Satelliten-Transpondern gilt ein Bandplan:

  • Unterer Bereich: CW (Telegrafie)
  • Oberer Bereich: SSB (Sprache)
  • Baken: Nicht auf Bakenfrequenzen senden!

Häufige Fehler vermeiden

❌ Zu viel Leistung: Übersteuert den Transponder und reduziert die Signalqualität für alle anderen Nutzer. Bei QO-100 löst das LEILA-Warnsystem aus.
❌ Falsches Seitenband: Bei invertierenden Transpondern: LSB senden, USB empfangen (oder umgekehrt). Falsches Seitenband = unverständliches Signal.
❌ Keine Doppler-Korrektur: Bei LEO-Satelliten driftet das Signal ohne Korrektur aus dem Empfangsbereich. Tracking-Software nutzen!

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Häufige Fragen zu Transpondern

Was ist der Unterschied zwischen Transponder und Repeater?

Ein Repeater (Relais) demoduliert das empfangene Signal und moduliert es neu - typisch für FM. Ein Linear-Transponder überträgt einen ganzen Frequenzbereich ohne Demodulation und ermöglicht so mehrere gleichzeitige QSOs in verschiedenen Betriebsarten.

Was bedeutet "invertierender Transponder"?

Ein invertierender Transponder spiegelt das Frequenzspektrum: Die niedrigste Uplink-Frequenz wird zur höchsten Downlink-Frequenz. LSB wird zu USB. Dies reduziert den Doppler-Effekt bei LEO-Satelliten.

Warum sind Uplink und Downlink auf verschiedenen Frequenzen?

Unterschiedliche Frequenzen verhindern, dass der starke Sender den eigenen Empfänger blockiert. So kann der Satellit gleichzeitig empfangen und senden - mit nur einer Antenne.

Was bedeutet "Mode V/U"?

Die Buchstaben bezeichnen Uplink/Downlink-Band: V = VHF (2m, 145 MHz), U = UHF (70cm, 435 MHz). Mode V/U bedeutet also Uplink auf 2m, Downlink auf 70cm.

Wie viel Sendeleistung brauche ich für Satellitenfunk?

So wenig wie möglich! Typisch sind 5-25 Watt an einer Richtantenne. Zu viel Leistung übersteuert den Transponder und stört andere Nutzer.

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