Der Q-Schlüssel (auch Q-Code oder Q-Gruppen) ist ein internationales System von dreistelligen Abkürzungen, die alle mit dem Buchstaben Q beginnen. Im Amateurfunk ermöglichen Q-Codes eine schnelle, eindeutige Kommunikation - besonders bei schlechten Funkbedingungen oder Sprachbarrieren.

Kurzfassung: Q-Codes sind Drei-Buchstaben-Kürzel (QTH, QSO, QSL...), die als Frage oder Aussage verwendet werden. Mit ? wird aus der Aussage eine Frage: „QTH?" = „Wo ist dein Standort?"

Alle Q-Codes im Überblick

Durchsuche die komplette Liste aller wichtigen Q-Codes im Amateurfunk. Die für die Amateurfunkprüfung relevanten Q-Codes sind mit ✅ markiert - klicke auf die Spalte „Prüfung", um sie nach oben zu sortieren:

pro Seite
Code Bedeutung (Aussage) Als Frage Prüfung
QRADer Name meiner Station ist...Wie heißt Ihre Station?
QRBDie Entfernung beträgt... kmWie weit sind Sie entfernt?
QRGIhre Frequenz ist... kHz/MHzWelche Frequenz habe ich?
QRHIhre Frequenz schwanktSchwankt meine Frequenz?
QRITonqualität ist... (1-3)Wie ist meine Tonqualität?
QRKVerständlichkeit ist... (1-5)Wie ist meine Verständlichkeit?
QRLIch bin beschäftigt / Frequenz belegtIst die Frequenz belegt?
QRMIch werde durch andere Stationen gestörtWerden Sie gestört?
QRNAtmosphärische Störungen (Gewitter)Haben Sie atmosphärische Störungen?
QROErhöhen Sie die SendeleistungSoll ich die Leistung erhöhen?
QRPVerringern Sie die SendeleistungSoll ich die Leistung verringern?
QRQGeben Sie schnellerSoll ich schneller geben?
QRSGeben Sie langsamerSoll ich langsamer geben?
QRTStellen Sie die Übermittlung einSoll ich aufhören zu senden?
QRUIch habe nichts für SieHaben Sie etwas für mich?
QRVIch bin bereitSind Sie bereit?
QRXIch rufe Sie wieder um... UhrWann rufen Sie wieder?
QRZSie werden von... gerufenWer ruft mich?
QSASignalstärke ist... (1-5)Wie ist meine Signalstärke?
QSBSignal schwankt (Fading)Schwankt mein Signal?
QSKIch kann zwischen meinen Zeichen hörenKönnen Sie mich unterbrechen?
QSLIch bestätige den EmpfangKönnen Sie bestätigen?
QSOIch kann direkt mit... verkehrenKönnen Sie direkt verkehren?
QSPIch werde an... vermittelnKönnen Sie vermitteln?
QSYWechseln Sie auf... kHzSoll ich die Frequenz wechseln?
QTCIch habe... Nachrichten für SieHaben Sie Nachrichten?
QTHMein Standort ist...Wo ist Ihr Standort?
QTREs ist... Uhr (UTC)Wie spät ist es?
QTXIch bleibe für Sie auf EmpfangBleiben Sie auf Empfang?
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Geschichte und Ursprung

Die Q-Codes haben eine über 100-jährige Geschichte:

JahrEreignis
1909Erste Q-Codes von der britischen Regierung für Schiffe und Küstenstationen entwickelt
1912International Radiotelegraph Convention führt Q-Codes offiziell ein
1947ITU standardisiert die Q-Codes in den International Radio Regulations (Atlantic City)
HeuteÜber 250 Q-Codes definiert, etwa 30-40 im Amateurfunk gebräuchlich

Ursprünglich wurden Q-Codes für die Morsetelegrafie entwickelt. Heute werden sie auch im Sprechfunk verwendet - obwohl die ITU sie offiziell nur für Telegrafie vorsieht.

Zuteilung nach Funkdiensten

Die ITU hat die Q-Code-Bereiche verschiedenen Funkdiensten zugewiesen:

BereichFunkdienstDefiniert von
QAA - QNZFlugfunkdienstICAO
QOA - QQZSeefunkdienstITU
QRA - QUZAlle Funkdienste (inkl. Amateurfunk)ITU
QVA - QZZAndere Anwendungen, teils militärisch-
Für Funkamateure relevant: Der Bereich QRA bis QUZ - hier finden sich alle prüfungsrelevanten Q-Codes.

Frage- und Antwortform

Jeder Q-Code kann als Aussage oder als Frage verwendet werden:

Aussage
  • QTH Berlin = „Mein Standort ist Berlin"
  • QSL = „Ich bestätige den Empfang"
  • QRV = „Ich bin bereit"
Frage (mit ?)
  • QTH? = „Wo ist dein Standort?"
  • QSL? = „Kannst du bestätigen?"
  • QRV? = „Bist du bereit?"

Merkhilfen und Eselsbrücken

So merkst du dir Q-Codes:
  • QTH = Home (Zuhause/Standort)
  • QRM = Man-made (von Menschen verursachte Störung)
  • QRN = Natural (natürliche/atmosphärische Störung)
  • QRP = Reduce Power (Leistung reduzieren)
  • QRO = Output erhöhen (mehr Leistung)
  • QRS = Slower (langsamer geben)
  • QRQ = Quicker (schneller geben)
  • QRT = Terminate (beenden)
  • QSL = Signal Logged (empfangen und protokolliert)
  • QSY = Shift frequencY (Frequenz wechseln)

QRK und QSA: Signalrapport

Bei QRK (Verständlichkeit) und QSA (Signalstärke) werden Ziffern von 1-5 angehängt:

ZifferQRK (Verständlichkeit)QSA (Signalstärke)
1Schlecht, kaum lesbarKaum wahrnehmbar
2Schwach, zeitweise lesbarSchwach
3Ausreichend, mit SchwierigkeitenZiemlich gut
4Gut, ohne SchwierigkeitenGut
5Sehr gut, einwandfreiSehr gut
Beispiel: „QRK 5, QSA 4" bedeutet: „Verständlichkeit sehr gut, Signalstärke gut."

Offizielle vs. Amateurfunk-Bedeutung

Im Amateurfunk haben sich teils eigene Interpretationen entwickelt:

CodeOffizielle ITU-BedeutungIm Amateurfunk
QRTStellen Sie Ihre Aussendung ein!Ich mache Schluss / Ich gehe QRT
QSOIch kann mit... direkt verkehrenFunkverbindung, Gespräch
QTHMeine Position (Breite/Länge)Mein Wohnort
QSLIch bestätige den EmpfangVerstanden / QSL-Karte
QRXIch rufe Sie wieder um... UhrMoment bitte / Standby

Q-Codes im CW-Betrieb

Im CW-Betrieb sind Q-Codes besonders wertvoll, da sie komplexe Informationen in wenigen Zeichen übermitteln:

Typischer CW-Austausch:
CQ CQ DE DL1ABC DL1ABC K
DL1ABC DE DK2XYZ UR RST 599 599 QTH BERLIN BERLIN NAME HANS HANS HW? K
DK2XYZ DE DL1ABC R TNX FER RPRT UR RST 579 579 QTH KOELN NAME STEFAN QSL VIA BURO 73 TU E E

Q-Codes im Sprechfunk

Hinweis: Im Sprechfunk sollten Q-Codes sparsam verwendet werden. Es ist oft klarer, einfach zu sagen „Mein Standort ist Berlin" statt „QTH Berlin". Q-Codes sind primär für CW gedacht!

Trotzdem haben sich einige Q-Codes auch im Sprechfunk etabliert:

  • QTH - Fast universell für Standort verwendet
  • QSO - Für Funkverbindung allgemein akzeptiert
  • QSL - Für Bestätigung und QSL-Karten
  • QSY - Für Frequenzwechsel gebräuchlich
  • QRZ - „Wer ruft?" bei Pile-ups

Verwandte Abkürzungen

Neben Q-Codes gibt es weitere wichtige Abkürzungen im Amateurfunk:

AbkürzungBedeutung
CQAllgemeiner Anruf an alle Stationen
DEVon (frz. „de" = von)
KAufforderung zum Senden (Ende)
AREnde der Nachricht
SKEnde des QSOs / Silent Key
73Viele Grüße
88Liebe und Küsse
OMOld Man (Funkamateur)
YLYoung Lady (Funkamateur weiblich)
XYLEhefrau (Ex-Young Lady)

Q-Codes in der Prüfung

Prüfungstipp: In der Amateurfunkprüfung (Klasse N, E, A) werden die wichtigsten Q-Codes abgefragt. Besonders häufig: QTH, QSO, QSL, QRZ, QRM, QRN, QRP, QRO, QRT, QRV, QSY.

Die Q-Codes sind Teil des Prüfungsfachs Betriebstechnik und Vorschriften. Du solltest die Bedeutung sowohl als Frage als auch als Aussage kennen.

Häufige Fragen zum Q-Schlüssel

Was bedeutet QTH im Amateurfunk?

QTH ist der Q-Code für den Standort. Als Aussage bedeutet "QTH Berlin": Mein Standort ist Berlin. Als Frage "QTH?" bedeutet es: Wo ist dein Standort? Der Buchstabe H kann als Eselsbrücke für "Home" (Zuhause) dienen.

Was ist der Unterschied zwischen QRM und QRN?

QRM bezeichnet Störungen durch andere Funkstationen oder elektrische Geräte (von Menschen verursacht, Merkhilfe: M = Man-made). QRN bezeichnet atmosphärische Störungen wie Gewitter oder statische Entladungen (natürliche Störungen, Merkhilfe: N = Natural).

Was bedeutet QRP und QRO?

QRP bedeutet "Verringern Sie die Sendeleistung" und steht im Amateurfunk auch für Betrieb mit kleiner Leistung (meist unter 5 Watt). QRO ist das Gegenteil und bedeutet "Erhöhen Sie die Sendeleistung" - also Betrieb mit hoher Leistung.

Welche Q-Codes muss ich für die Amateurfunkprüfung können?

Die wichtigsten prüfungsrelevanten Q-Codes sind: QTH (Standort), QSO (Funkverbindung), QSL (Bestätigung), QRZ (Wer ruft mich?), QRM/QRN (Störungen), QRP/QRO (Leistung), QRT (Sendeschluss), QRV (bereit), QSY (Frequenzwechsel), QSB (Fading) und QRX (Standby).

Werden Q-Codes nur in Morsetelegrafie verwendet?

Ursprünglich wurden Q-Codes für die Morsetelegrafie (CW) entwickelt, und die ITU sieht sie offiziell nur dafür vor. Im Amateurfunk haben sich jedoch einige Q-Codes wie QTH, QSO, QSL und QSY auch im Sprechfunk etabliert. Im Sprechfunk ist es aber oft klarer, einfach zu sagen "Mein Standort ist Berlin" statt "QTH Berlin".

Woher kommen die Q-Codes?

Die Q-Codes wurden 1909 von der britischen Regierung für die Kommunikation zwischen Schiffen und Küstenstationen entwickelt. 1912 wurden sie durch die International Radiotelegraph Convention international eingeführt und 1947 von der ITU standardisiert. Heute sind über 250 Q-Codes definiert, davon etwa 30-40 im Amateurfunk gebräuchlich.

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