POTA (Parks On The Air, deutsch: „Parks auf Sendung") ist ein weltweites Diplomprogramm im Amateurfunk, bei dem aus Naturparks, Naturschutzgebieten und anderen geschützten Flächen gefunkt wird.

💡 Kurzfassung: Fahre in einen Park, mache 10 Funkkontakte, sammle Punkte. Im Gegensatz zu SOTA musst du keinen Berg besteigen!

Was ist POTA?

POTA kombiniert Amateurfunk mit Outdoor-Aktivitäten und Naturerlebnis. Funkamateure besuchen registrierte Parks und führen von dort Funkverbindungen durch. Sowohl die Aktivierer (im Park) als auch die Hunter (Jäger, zu Hause) sammeln dabei Punkte und Awards.

Mit über 49.000 aktiven Huntern und 29.000 Aktivierern (Stand 2025) ist POTA eines der beliebtesten Amateurfunk-Programme weltweit.

Geschichte

POTA entstand aus zwei Vorgängerprogrammen:

  • 2012: Start von WWFF (World Wide Flora and Fauna) in Europa
  • 2016: ARRL „National Parks on the Air" (NPOTA) zum 100. Jubiläum des US National Park Service
  • Januar 2017: Nach Ende von NPOTA gründet Jason Johnston (W3AAX) POTA
  • Januar 2018: POTA wird eigenständige Non-Profit-Organisation

Regeln für eine gültige Aktivierung

Eine POTA-Aktivierung ist einfacher als bei SOTA:

✅ Die wichtigsten Regeln:
  1. Mindestens 10 QSOs aus dem Park
  2. Innerhalb eines UTC-Tages (00:00-23:59 UTC)
  3. Öffentlich zugänglicher Park aus der offiziellen Liste
  4. Direktkontakte - keine terrestrischen Relais (Satelliten erlaubt)

Was ist erlaubt?

  • Alle Bänder und Betriebsarten (je nach Lizenzklasse)
  • Keine Leistungsbegrenzung (aber: minimale notwendige Leistung verwenden)
  • Fahrzeug-Betrieb: Aktivierung aus Auto, Wohnmobil etc. ist erlaubt
  • Gemischte QSOs: Verschiedene Bänder/Modi in einer Aktivierung möglich

Was ist nicht erlaubt?

  • QSOs über terrestrische Repeater
  • Vollautomatische Kontakte
  • Aktivierung von privatem Grund

Qualifizierende Parks

Nur Parks aus der offiziellen POTA-Liste zählen. In Deutschland gehören dazu:

ParktypBeispiele
NationalparksBayerischer Wald, Schwarzwald, Wattenmeer
NaturparksLauenburgische Seen, Altmühltal
BiosphärenreservateSchaalsee, Rhön, Spreewald
FFH-GebieteNatura-2000-Schutzgebiete
FernwanderwegeE6, E11 und andere europäische Fernwanderwege

Park-Referenznummern

Jeder Park hat eine eindeutige Referenz:

  • DE-0100 = Naturpark Lauenburgische Seen
  • DE-0845 = UNESCO Biosphärenreservat Schaalsee
  • DE-0625 = Fernwanderweg E6 (Deutschland)
💡 Tipp: Auf pota.app oder pota-map.info findest du alle Parks in deiner Nähe mit Karte!

Die Rollen bei POTA

RolleEnglischBeschreibung
AktiviererActivatorFunkt aus einem registrierten Park
JägerHunterStellt QSO mit Aktivierer her (von überall)
⚠️ Wichtig für Hunter:
Als Hunter musst du kein Log hochladen! Die Aktivierer laden ihre Logs hoch, und deine QSOs werden automatisch gutgeschrieben. Du brauchst nur ein Konto auf pota.app.

Awards und Diplome

POTA vergibt automatisch Awards basierend auf deiner Aktivität:

Park-Awards (nach Anzahl verschiedener Parks)

StufeParksName
Bronze10Bronze Award
Silber20Silver Award
100100Arizona Agave Award
200200Enrubio Award
500500Howell's Spectacular Thelypody Award

Repeat Offender Awards (wiederholte Besuche)

Für mehrfache Aktivierungen/Jagden im selben Park:

BesucheAward
20×Oasis Award
40×Fox Den Award
60×Bear Cave Award
80×Fishing Hole Award
100×Eagle's Nest Award

Spezial-Awards

  • Kilo Award: 1.000 QSOs aus einem einzigen Park (nur Aktivierer)
  • Ten-Ten Award: 10 verschiedene Parks auf 10 verschiedenen Bändern
✅ Automatische Vergabe: Awards erscheinen innerhalb von 48 Stunden nach Log-Upload automatisch in deinem Profil - du musst nichts beantragen!

POTA vs. SOTA vs. WWFF

Es gibt mehrere ähnliche „On The Air"-Programme:

ProgrammStandortMin. QSOsBesonderheit
POTAParks & Naturgebiete10Einfach, auch mit Auto erreichbar
SOTABerggipfel4Aufstieg zu Fuß, Punkte nach Höhe
WWFFNaturschutzgebiete44Europäisch, strengere Regeln

POTA vs. WWFF im Detail

POTA

Vorteile:

  • Nur 10 QSOs nötig
  • Einfaches Log-Upload
  • Benutzerfreundliche Website
  • Populär in USA

Nachteile:

  • In Europa weniger verbreitet
WWFF

Vorteile:

  • In Europa populärer
  • Fokus auf echte Naturgebiete
  • Längere Tradition

Nachteile:

  • 44 QSOs erforderlich
  • Log per E-Mail einreichen
  • Komplexere Regeln
💡 Doppel-Aktivierung möglich!
Viele Parks haben sowohl eine POTA- als auch eine WWFF-Referenz. Du kannst ein Log bei beiden Programmen einreichen und doppelt Punkte sammeln!

Typische POTA-Ausrüstung

Da du nicht wandern musst, ist die Ausrüstung flexibler als bei SOTA:

Empfohlene Ausrüstung

  • Transceiver: Jedes portable Gerät (IC-705, FT-891, KX2, auch 100-W-Geräte)
  • Antenne: EFHW, Linked Dipol, Vertikal, oder Mobilantenne am Auto
  • Stromversorgung: LiFePO4-Akku, Auto-Batterie, oder Solarpanel
  • Komfort: Campingstuhl, Tisch, Sonnenschutz - Zeit nehmen!

Einstieg in POTA

  1. Registrieren: Kostenloses Konto auf pota.app
  2. Park finden: Auf der Karte einen Park in deiner Nähe suchen
  3. Spot ankündigen: Auf pota.app deine Frequenz „spotten"
  4. 10 QSOs machen: CQ POTA rufen, Hunter werden dich finden!
  5. Log hochladen: ADIF-Datei auf pota.app hochladen

Verhaltensregeln im Park

POTA legt Wert auf respektvollen Umgang mit der Natur:

  • Andere Parkbesucher nicht stören
  • Keine Beschädigungen an Bäumen oder Parkmöbeln
  • Aktivierungsort sauber hinterlassen
  • Parkregeln beachten (manche Parks verbieten Antennen an Bäumen)
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