Wellenausbreitung oberhalb 30 MHz
Wellenausbreitung oberhalb 30 MHz - VHF und UHF
Oberhalb von 30 MHz (VHF/UHF) funktioniert die Ionosphäre normalerweise nicht mehr als "Spiegel" - die Wellen durchdringen sie einfach. Trotzdem gibt es spannende Möglichkeiten für Weitverbindungen!
Drei Wege für VHF-Weitverbindungen
Wetterschicht (0-15 km)
Frühjahr/Herbst
Reichweite: bis 1000 km
Inversionsschichten
E-Region (~100 km)
Sommer (Mai-Aug)
Reichweite: bis 2200 km
Nicht vorhersagbar
E-Region (~90 km), Pole
Nach Sonneneruptionen
Richtung Norden
Rauer Ton → "A" statt "T"
Die Troposphäre - die Wetterschicht
Frage EH301 fragt nach der Definition:
Die Troposphäre erstreckt sich vom Boden bis etwa 15 km Höhe. Hier bilden sich Wolken, Regen, Wind - alles, was wir als "Wetter" kennen.
Warum sind die anderen Antworten falsch?
- "Über den Tropen" → falsch, Troposphäre gibt es überall auf der Erde
- "Sporadische E-Regionen" → das ist in der Ionosphäre, nicht Troposphäre
- "Aurora-Erscheinungen" → treten in der Ionosphäre auf (ca. 90-150 km Höhe)
VHF-Überhorizontverbindungen
Fragen EH302 und EH303:
An Grenzen zwischen warmen und kalten Luftmassen (sogenannte Inversionsschichten) werden VHF-Wellen zur Erde zurückgebogen.
Reichweite: Bei guten Bedingungen bis zu 800-1000 km auf 2 m!
Wann? Troposphärische Inversionen treten hauptsächlich im Frühjahr und Herbst auf.
Sporadic-E - Der Sommer-Überraschungsgast
Frage EH304:
Sporadic-E ermöglicht Verbindungen, die normalerweise unmöglich wären:
- Tritt besonders in den Sommermonaten (Mai-August) auf
- Reichweite: bis zu 2200 km mit einem Sprung
- Funktioniert vom oberen KW-Bereich bis ins 2-m-Band
- Je höher die Frequenz, desto seltener
- Nicht vorhersagbar - kommt überraschend!
Warum sind die anderen Antworten falsch?
- "Inversionsänderungen in der E-Region" → Inversionen sind ein troposphärisches Phänomen
- "Reflexion an Meteorbahnen" → das ist Meteor-Scatter, nicht Sporadic-E
- "Ausfall der Reflexion" → Sporadic-E ermöglicht Reflexion, schaltet sie nicht ab
Aurora - Funkverbindungen über Polarlichter
Frage EH305 behandelt die Beurteilung von Aurora-Signalen:
Wie funktioniert Aurora?
- Geladene Teilchen aus dem Sonnenwind treffen auf das Erdmagnetfeld
- Sie werden zu den Polen abgelenkt
- Dort ionisieren sie die Atmosphäre bis hinunter zur E-Region (~90 km)
- Diese ionisierten Bereiche brechen VHF-Wellen
Eigenschaften von Aurora-Signalen:
- Extremes Fading (Signalschwankungen)
- Sehr rauer Ton - Sprache kaum verständlich
- Daher hauptsächlich CW (Morsetelegrafie)
- Antennen werden Richtung Norden gedreht
Warum "A" statt "T"?
Normalerweise wird bei CW die Tonqualität mit "T" (1-9) bewertet. Bei Aurora ist der Ton aber so verzerrt, dass eine normale Beurteilung unmöglich ist. Deshalb ersetzt man "T" durch "A" für Aurora.
R = Readability (1-5)
S = Signal Strength (1-9)
T = Tone (1-9)
R = Readability (1-5)
S = Signal Strength (1-9)
A = Aurora (statt T)
Zusammenfassung für die Prüfung
| Frage | Thema | Richtige Antwort |
|---|---|---|
| EH301 | Was ist Troposphäre? | Teil der Atmosphäre, wo Wetter stattfindet |
| EH302 | VHF-Überhorizont | Beugung/Reflexion/Streuung an Bereichen unterschiedlicher Temperatur und Dichte |
| EH303 | VHF-Weitverkehr | Troposphärische Ausbreitung |
| EH304 | Sporadic-E | Brechung in lokal begrenzten Bereichen mit hoher Ionisation in der E-Region |
| EH305 | Aurora-CW Beurteilung | R, S und "A" (nicht T, da Ton zu rau) |
- Troposphäre = Wetterschicht (0-15 km) → VHF-Weitverkehr im Frühjahr/Herbst
- Sporadic-E = E-Region, hohe Ionisation, Sommer, bis 2 m
- Aurora = Polarlichter, rauer Ton → "A" statt "T"
- VHF-Überhorizont durch Temperatur-/Dichteunterschiede
Wissenskontrolle
0 / 5 Fragen richtigWas ist die "Troposphäre"? Die Troposphäre ist der Teil der Atmosphäre, ...