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Ionosphäre

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Die Ionosphäre - Spiegel für Kurzwellen

Warum kann man mit Kurzwelle rund um die Welt funken, obwohl die Erde eine Kugel ist? Die Antwort liegt in der Ionosphäre - einer Schicht elektrisch geladener Teilchen in der oberen Atmosphäre.

Wie funktioniert die Fernausbreitung?

Frage EH101 fragt nach dem Grundprinzip:

Antwort: Die Fernausbreitung auf Kurzwelle kommt durch die Refraktion (Brechung) an elektrisch aufgeladenen Luftschichten in der Ionosphäre zustande.

So funktioniert es:

  1. Die Sonne sendet UV- und Röntgenstrahlung zur Erde
  2. Diese Strahlung schlägt Elektronen aus Sauerstoff- und Stickstoff-Atomen (Ionisation)
  3. Die freien Elektronen werden von Funkwellen zum Schwingen angeregt
  4. Dadurch werden die Wellen gebrochen und zur Erde zurückgelenkt

Warum sind die anderen Antworten falsch?

  • Hoch-/Tiefdruckgebiete → beeinflussen nur das Wetter, nicht Funkwellen
  • Wolken → viel zu niedrig, keine Ionisation
  • Parasitäre Antennenelemente → haben nichts mit Ausbreitung zu tun

Die Schichten der Ionosphäre

Die Ionosphäre besteht aus mehreren Regionen mit unterschiedlichen Eigenschaften:

RegionHöheEigenschaftWann vorhanden?
D-Region50-90 kmDämpft niedrige FrequenzenNur tagsüber
E-Region90-130 kmBricht Wellen bis ~10 MHzTagsüber, sporadisch nachts
F1-Region130-200 kmTagsüber abgespaltenNur tagsüber
F2-Region200-450 kmHauptschicht für DXTag und Nacht

In welcher Höhe liegt die Ionosphäre?

Frage EH102 fragt nach der Höhe der für DX wichtigen Regionen:

Merke: Die für Kurzwellen-Fernausbreitung (DX) wichtigen ionosphärischen Regionen befinden sich in ungefähr 130 bis 450 km Höhe.

Das entspricht der F1- und F2-Region. Die D- und E-Region (50-130 km) sind zwar auch Teil der Ionosphäre, aber für DX weniger wichtig.

Die F2-Region - der DX-Champion

Fragen EH103 und EH104 behandeln die wichtigste Schicht:

Die F2-Region ermöglicht:
  • Weitverkehrsverbindungen im Kurzwellenbereich (EH103)
  • DX-Verbindungen im 80-m-Band nachts (EH104)
  • Sprungdistanzen bis zu 4000 km

Warum ist die F2-Region so wichtig?

  • Sie ist die höchste Schicht → größte Sprungdistanz
  • Sie ist Tag und Nacht vorhanden (andere Schichten verschwinden nachts)
  • Sie hat die höchste Elektronendichte → bricht auch höhere Frequenzen

Die D-Region - der Dämpfer

Frage EH105 fragt nach dem Einfluss der D-Region:

Die D-Region führt tagsüber zu starker Dämpfung im 80- und 160-m-Band.

Warum dämpft die D-Region?

  • Sie liegt am tiefsten (50-90 km) → hohe Gasdichte
  • Die Elektronen stoßen ständig mit anderen Teilchen zusammen
  • Bei jeder Kollision geht Energie der Funkwelle verloren
  • Niedrige Frequenzen (80 m, 160 m) sind besonders betroffen

Warum sind die anderen Antworten falsch?

  • Die D-Region reflektiert nicht - sie dämpft nur
  • Das 10-m-Band ist nicht betroffen (zu hohe Frequenz)
  • Nachts gibt es keine D-Region → kein Einfluss
Praxistipp: Deshalb funktioniert das 80-m-Band nachts viel besser für DX! Die D-Region verschwindet nach Sonnenuntergang und die Wellen können ungedämpft zur F2-Region gelangen.

Die E-Region - Überraschungen im Sommer

Frage EH106 behandelt ein besonderes Phänomen:

Die E-Region sorgt während der Sommermonate für gelegentlich gute Ausbreitung vom oberen Kurzwellenbereich bis in den UKW-Bereich.

Dieses Phänomen heißt Sporadic-E (Es):

  • Tritt vor allem in den Sommermonaten auf
  • Besteht aus kleinräumigen, stark ionisierten Bereichen
  • Kann Funkwellen bis hinauf ins 2-m-Band (VHF) brechen
  • Ermöglicht überraschende DX-Verbindungen auf 10 m, 6 m und 2 m

Der 11-Jahres-Sonnenzyklus

Frage EH107 fragt nach dem Sonnenzyklus:

Die Sonnenaktivität folgt einem Zyklus von ungefähr 11 Jahren.

Was bedeutet das für Funkamateure?

Sonnenflecken-Maximum
Hohe Ionisation der F-Schicht
15-m- und 10-m-Band offen
DX mit kleinsten Leistungen möglich
Sogar 6-m-Band nutzbar
Sonnenflecken-Minimum
Geringe Ionisation
Frequenzen über 20 MHz durchdringen F-Schicht
10-m-Band oft "tot"
Nur niedrige Bänder nutzbar

Der aktuelle Sonnenzyklus 25 hat sein Maximum voraussichtlich 2024-2025 - eine gute Zeit für DX auf den oberen Bändern!

Zusammenfassung für die Prüfung

FrageThemaRichtige Antwort
EH101Wie entsteht Fernausbreitung?Refraktion an elektrisch aufgeladenen Luftschichten in der Ionosphäre
EH102Höhe der DX-Regionen130 bis 450 km
EH103Wichtigste Region für DXF2-Region
EH10480-m-DX nachtsF2-Region
EH105Einfluss der D-RegionDämpfung im 80- und 160-m-Band tagsüber
EH106Sommer-ÜberraschungenE-Region (Sporadic-E) → bis UKW
EH107Sonnenzyklus11 Jahre
Die wichtigsten Merksätze:
  • F2-Region = wichtigste Schicht für DX (Tag und Nacht vorhanden)
  • D-Region = Dämpfung der niedrigen Bänder (nur tagsüber)
  • E-Region = Sporadic-E im Sommer (bis 2 m!)
  • 11 Jahre = Sonnenzyklus
  • 130-450 km = Höhe der DX-relevanten Ionosphäre

Wissenskontrolle

0 / 7 Fragen richtig
EH101

Wie kommt die Fernausbreitung einer Funkwelle auf den Kurzwellenbändern zustande? Sie kommt zustande durch die Refraktion (Brechung) an ...

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EH102

In welcher Höhe befinden sich für die Kurzwellen-Fernausbreitung (DX) wichtige ionosphärische Regionen? Sie befinden sich in ungefähr ...

EH103

Welche ionosphärische Region ermöglicht im wesentlichen Weitverkehrsverbindungen im Kurzwellenbereich?

EH104

Welche ionosphärische Region ermöglicht DX-Verbindungen im 80 m-Band in der Nacht?

EH105

Welchen Einfluss hat die D-Region auf die Fernausbreitung?

EH106

Welche ionosphärische Region sorgt während der Sommermonate für gelegentliche gute Ausbreitung vom oberen Kurzwellenbereich bis in den UKW-Bereich?

EH107

Die Sonnenaktivität ist einem regelmäßigen Zyklus unterworfen. Welchen Zeitraum hat dieser Zyklus ungefähr?

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