Wellenausbreitung und Ionosphäre

Themen

Ionosphäre

8 Fragen 1 Lerneinheiten

Kurzwellenausbreitung

23 Fragen 1 Lerneinheiten

Wellenausbreitung oberhalb 30 MHz

11 Fragen 1 Lerneinheiten

Warum kannst du mit 100 Watt auf Kurzwelle die ganze Welt erreichen, aber auf UKW nur bis zum Horizont? Die Antwort liegt in der Wellenausbreitung - und die ist faszinierend!

Ionosphärenschichten und Kurzwellenausbreitung
Die Ionosphäre reflektiert Kurzwellen und ermöglicht weltweite Verbindungen (Klick zum Vergrößern)

Die Ionosphäre macht Kurzwellenfunk erst möglich. Sie reflektiert Radiowellen und ermöglicht Verbindungen über tausende Kilometer. Dieses Wissen hilft dir, die richtigen Bänder zur richtigen Zeit zu wählen.

Was lernst du hier?

Die Ionosphärenschichten

SchichtHöheWirkung tagsüberWirkung nachts
D-Schicht60-90 kmDämpft Kurzwelle (besonders 80m/40m)Verschwindet
E-Schicht90-150 kmReflexion mittlerer FrequenzenSchwächer
F1-Schicht150-250 kmVorhandenVereinigt mit F2
F2-Schicht250-400 kmHauptreflektor für DXBleibt erhalten
Wichtige Begriffe:
  • MUF (Maximum Usable Frequency): Höchste Frequenz, die noch reflektiert wird
  • LUF (Lowest Usable Frequency): Niedrigste nutzbare Frequenz (wegen D-Schicht-Dämpfung)
  • Tote Zone (Skip Zone): Bereich, in dem weder Boden- noch Raumwelle ankommt
  • Sprungdistanz: Entfernung zwischen Sender und erstem Auftreffen der Raumwelle

Tag vs. Nacht - wann welches Band?

BandTagsüberNachts
80m / 40mNahverkehr, starke DämpfungDX möglich, D-Schicht weg
20mWeltweites DXSchließt oft, MUF sinkt
15m / 10mDX bei guten BedingungenMeist geschlossen
Ausbreitung oberhalb 30 MHz: VHF und UHF werden normalerweise nicht von der Ionosphäre reflektiert. Aber es gibt Ausnahmen:
  • Sporadic-E: Plötzliche Reflexion an der E-Schicht, besonders im Sommer
  • Troposphärische Überreichweiten: Inversionswetterlagen biegen die Wellen
  • EME (Erde-Mond-Erde): Reflexion am Mond - echtes DX auf 2m!
  • Aurora: Reflexion an Polarlichtern - verzerrter, aber faszinierender Sound
Tipps für dieses Kapitel:
  • Sonnenfleckenzyklus: Alle ~11 Jahre Maximum. Hohe Aktivität = bessere Bedingungen auf 10m, 15m.
  • D-Schicht = Dämpfung: Tagsüber dämpft sie niedrige Frequenzen. 80m tagsüber schlecht, nachts gut für DX.
  • MUF und Einfallswinkel: Je flacher der Winkel, desto höher die nutzbare Frequenz.
  • Mögel-Dellinger-Effekt: Sonneneruptionen = totaler Kurzwellen-Blackout auf der Tagseite.
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