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Unerwünschte Aussendungen
Unerwünschte Aussendungen vermeiden
Ein Amateurfunksender soll nur auf der gewünschten Frequenz senden - nicht mehr und nicht weniger. Unerwünschte Aussendungen wie Oberwellen oder parasitäre Schwingungen stören andere Funkamateure und können sogar gegen Vorschriften verstoßen.
Stell dir vor: Dein Sender ist wie ein Musikinstrument:
- Ein gut abgestimmter Sender spielt nur den gewünschten Ton (die Sendefrequenz)
- Oberwellen sind wie ungewollte Obertöne, die mitschwingen - auf dem doppelten, dreifachen der Frequenz
- Parasitäre Schwingungen sind wie ein verstimmtes Instrument, das unkontrolliert quietscht
Warum ist das wichtig für den Amateurfunk?
- Andere nicht stören: Oberwellen können in fremde Frequenzbereiche fallen
- Vorschriften einhalten: Unerwünschte Aussendungen sind gesetzlich begrenzt
- Bandplan respektieren: Nur auf der zugewiesenen Frequenz senden
- Endstufe schützen: Parasitäre Schwingungen können Bauteile zerstören
Frage NJ201: Wie sollte ein Sender betrieben werden?
Frage NJ201 fragt: Ein Sender sollte so betrieben werden, dass ...
Antwort: ... er keine unerwünschten Aussendungen hervorruft.
Warum sind die anderen Antworten falsch?
| Falsche Antwort | Warum falsch? |
|---|---|
| Selbsterregung maximiert | Selbsterregung ist ein Fehler, der Störungen verursacht! |
| Parasitäre Schwingungen vorhanden | Parasitäre Schwingungen sind ungewollt und stören! |
| Oberwellenabschirmung minimiert | Oberwellen sollen gefiltert werden, nicht durchgelassen! |
Merke: Alles, was "maximiert" oder "vorhanden sein soll", wenn es um Störungen geht, ist FALSCH! Ziel ist immer: Minimieren, vermeiden, unterdrücken.
Frage NJ202: Wie beim Abgleichen Störungen verhindern?
Frage NJ202 fragt: Wie verhindern Sie beim Abgleichen Ihres selbstgebauten Senders Störungen anderer Funkverbindungen?
Antwort: Ich verwende einen geeigneten Abschlusswiderstand (Dummy Load).
Eine Dummy Load ist ein 50-Ω-Widerstand mit Kühlkörper, der die gesamte Sendeleistung in Wärme umwandelt - ohne etwas abzustrahlen.
Mit Dummy Load
✓ Keine Abstrahlung
✓ Keine Störungen
✓ Sender "sieht" angepasste Last
✓ Sicheres Testen möglich
✓ Keine Abstrahlung
✓ Keine Störungen
✓ Sender "sieht" angepasste Last
✓ Sicheres Testen möglich
Ohne Last / mit Antenne
✗ Signal wird abgestrahlt
✗ Störungen möglich
✗ Ohne Last: Endstufe kann beschädigt werden
✗ Unprofessionell
✗ Signal wird abgestrahlt
✗ Störungen möglich
✗ Ohne Last: Endstufe kann beschädigt werden
✗ Unprofessionell
Warum sind die anderen Antworten falsch?
- ISM-Frequenz - ISM-Bänder (z.B. 2,4 GHz für WLAN) sind für Funkamateure nicht zum Testen vorgesehen
- Halbe Sendeleistung - Auch halbe Leistung stört! Das Problem ist die Abstrahlung, nicht die Leistung
- Modulation vermeiden - Auch ein unmodulierter Träger stört andere Frequenzen
💡 Tipp für die Prüfung: Bei Fragen zum Testen/Abgleichen ist die Dummy Load immer die richtige Antwort! Sie ist das Standardwerkzeug, um Sender zu testen, ohne zu stören. Merke: Dummy Load = künstliche Antenne = Abschlusswiderstand - alle drei Begriffe meinen dasselbe.
Zusammenfassung für die Prüfung
| Frage | Thema | Richtige Antwort |
|---|---|---|
| NJ201 | Sender-Betrieb | Keine unerwünschten Aussendungen |
| NJ202 | Abgleichen ohne Störungen | Dummy Load verwenden |
Die wichtigsten Merksätze:
- Sender sollen nur auf der gewünschten Frequenz senden
- Oberwellen und parasitäre Schwingungen sind unerwünscht
- Beim Testen immer Dummy Load verwenden
- Dummy Load = Kunstantenne = Abschlusswiderstand (50 Ω)
Wissenskontrolle
0 / 2 Fragen richtigNJ201
Ein Sender sollte so betrieben werden, dass ...