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Sicherheit

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Sicherheit - Gefahren erkennen und vermeiden

Amateurfunk bedeutet Umgang mit elektrischer Energie - von der Netzspannung bis zur Hochfrequenz. Diese Lerneinheit behandelt wichtige Sicherheitsaspekte, die dich und andere vor Verletzungen schützen.

Stell dir vor: Deine Funkstation ist wie eine kleine Industrieanlage:
  • Netzteil: Kann auch nach dem Ausschalten noch gefährlich geladene Kondensatoren enthalten
  • Erdung: Alle Gehäuse müssen auf gleichem Potential liegen - wie Wasserbecken, die verbunden sind
  • HF-Spannung: Auch bei wenigen Watt können an der Antenne hohe Spannungen auftreten

Frage AK201: Kondensatoren sicher entladen

Frage AK201 fragt: Wie entlädt man Netzteilkondensatoren vor einer Reparatur?

Antwort: Über einen hochohmigen Widerstand mit ausreichender Leistung dauerhaft entladen.

Warum?

Lebensgefahr! Elkos in Netzteilen können auch nach dem Ausschalten noch mehrere hundert Volt gespeichert haben - minutenlang!
MethodeProblem
Niederohmiger Widerstand (<1 Ω)Stromspitze kann Funken, Lichtbogen oder Bauteilschäden verursachen
Kurzschluss mit MessgerätZerstört das Messgerät, Funkenflug
Nur warten (2 Min.)Reicht oft nicht aus, Kondensatoren können Ladung halten
Hochohmiger Widerstand✓ Kontrollierte, sichere Entladung

Ein Widerstand von etwa 1-10 kΩ mit ausreichender Belastbarkeit (z.B. 5-10 W) entlädt den Kondensator kontrolliert in wenigen Sekunden.

Frage AK202: Potentialausgleich

Frage AK202 fragt: Warum sollen alle Gerätegehäuse niederohmig verbunden sein?

Antwort: Zum Schutz von Personen

Warum? Wenn alle metallischen Gehäuse auf dem gleichen elektrischen Potential liegen, kann keine gefährliche Spannung zwischen ihnen entstehen. Berührt man zwei Geräte gleichzeitig, fließt kein Strom durch den Körper.

So funktioniert der Potentialausgleich:
  • Alle Gehäuse werden mit kurzen, dicken Leitungen verbunden
  • Anschluss an die Haupterdungsschiene des Hauses
  • Koaxkabel-Schirme ebenfalls einbeziehen

Frage AK203: HF auf dem Gehäuse - die λ/4-Falle

Frage AK203 beschreibt: Auf bestimmten Bändern liegt HF-Spannung auf dem Sendergehäuse. Warum?

Antwort: Die Erdungsleitung hat eine Länge von λ/4 oder einem ungeraden Vielfachen davon.

Warum? Eine λ/4-Leitung mit Kurzschluss am Ende (= Erde) transformiert diesen in einen sehr hochohmigen Zustand am anderen Ende (= Gehäuse). Das Gehäuse ist dann quasi "von der Erde abgekoppelt" für HF!

Rechenbeispiel 20 m-Band (14 MHz):
$\lambda = \frac{300}{14} \approx 21{,}4\,\text{m}$
$\frac{\lambda}{4} \approx 5{,}4\,\text{m}$

Eine Erdleitung von ca. 5,4 m (oder 16,2 m = 3×λ/4) ist auf 20 m problematisch!

Lösung: Erdleitung möglichst kurz halten, oder Länge bewusst so wählen, dass sie für die genutzten Bänder kein ungeradzahliges Vielfaches von λ/4 ist.

Frage AK204: Verletzungsgefahr durch HF

Frage AK204 fragt: Ab welcher Sendeleistung besteht Verletzungsgefahr?

Antwort: Bereits bei geringen Sendeleistungen von wenigen Watt

Warum? An Antennen und Anpassgliedern können auch bei kleinen Leistungen hohe HF-Spannungen auftreten:

Beispiel: Bei nur 10 W an einem Dipol mit 70 Ω Fußpunktwiderstand:
$U = \sqrt{P \cdot R} = \sqrt{10\,\text{W} \cdot 70\,\Omega} \approx 26\,\text{V}$

Bei ungünstiger Anpassung (hohes SWR) können an Spannungsbäuchen mehrere hundert Volt entstehen!

HF-Verbrennungen sind besonders tückisch: Sie entstehen in tieferen Gewebeschichten und heilen schlecht.

Sicherheitsregeln:
  • Niemals Antennen oder Anpassglieder bei Sendebetrieb berühren
  • Auch bei QRP (wenige Watt) Vorsicht!
  • Immer erst PTT loslassen, dann an der Antenne arbeiten

Zusammenfassung für die Prüfung

FrageThemaRichtige Antwort
AK201Kondensatoren entladenHochohmiger Widerstand, ausreichend Leistung
AK202PotentialausgleichZum Schutz von Personen
AK203HF auf GehäuseErdleitung = λ/4 oder ungerades Vielfaches
AK204Verletzungsgefahr HFBereits bei wenigen Watt
Tipp für die Prüfung: Merke dir die λ/4-Transformation: Kurzschluss am Ende → hochohmig am Eingang. Deshalb darf die Erdleitung nicht λ/4 lang sein!

Wissenskontrolle

0 / 4 Fragen richtig
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