Leistungsverstärker
Leistungsverstärker - Die Endstufe deines Senders
Der Leistungsverstärker (PA = Power Amplifier) ist die letzte Stufe vor der Antenne. Er verstärkt das schwache Signal aus den vorherigen Stufen auf die gewünschte Sendeleistung.
- Er nimmt ein schwaches Signal und macht es stark genug zum Senden
- Je nach Betriebsart (A, B, AB, C) arbeitet er unterschiedlich effizient
- Filter am Ausgang unterdrücken unerwünschte Oberschwingungen
Frage AF401: Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der zugeführten Energie tatsächlich in HF-Leistung umgewandelt wird - der Rest wird zu Wärme.
Beispiel: Ein Verstärker liefert 100 W HF-Ausgangsleistung bei 13,8 V und 15 A Stromaufnahme:
Die restlichen 107 W werden als Wärme abgegeben - deshalb brauchen Endstufen gute Kühlung!
Frage AF402: Betriebsarten A, AB, B, C
Die Betriebsart bestimmt, wie lange der Transistor während einer Signalperiode Strom führt. Dies wird als Stromflusswinkel bezeichnet.
Die vier Betriebsarten im Vergleich
| Klasse | Stromflusswinkel | Wirkungsgrad | Oberwellen | Linearität | SSB-geeignet? |
|---|---|---|---|---|---|
| A | 360° (immer) | ~40% | Sehr gering | Sehr gut | ✓ Ja |
| AB | 180°-360° | 50-70% | Gering | Gut | ✓ Ja |
| B | 180° (Halbwelle) | ~78% | Mittel | Mäßig | ✓ Ja* |
| C | <180° | 80-87% | Hoch! | Schlecht | ✗ Nein! |
*B-Betrieb erfordert Gegentaktschaltung für lineare Verstärkung
Warum erzeugt C-Betrieb so viele Oberschwingungen?
- A-Betrieb: Die komplette Welle wird verstärkt → bleibt ein Sinus
- B-Betrieb: Nur die obere Hälfte wird verstärkt → "abgeschnittener" Sinus
- C-Betrieb: Nur kurze Spitzen werden verstärkt → stark verzerrte Pulse
Je stärker das Signal verzerrt wird, desto mehr Oberschwingungen (Harmonische) entstehen. Diese müssen durch Filter unterdrückt werden!
Wann welche Betriebsart?
→ A-, AB- oder B-Betrieb
Lineare Verstärkung erforderlich!
→ C-Betrieb möglich
Nur konstante Amplitude, keine Info in der Hüllkurve
Fragen AF403-AF405: Ausgangsfilter und Abschirmung
Frage AF403: Warum Metallgehäuse?
Im C-Betrieb entstehen starke Oberwellen mit hoher Leistung. Diese könnten ohne Abschirmung abstrahlen und andere Geräte stören.
Fragen AF404-AF405: Das Pi-Filter
Das Pi-Filter (π-Filter) am Ausgang eines Senders hat zwei wichtige Aufgaben:
- Impedanztransformation: Passt die Senderimpedanz an die Antenne an
- Oberwellenunterdrückung: Als Tiefpass filtert es die Harmonischen heraus
Fragen AF406-AF411: Schaltungserkennung
Fragen AF406-AF407: Impedanzanpassung mit LC-Gliedern
Warum ist das nötig? Transistoren arbeiten oft mit anderen Impedanzen als 50 Ω. Die Anpassnetzwerke "übersetzen" zwischen den verschiedenen Impedanzen.
Frage AF408: Selektiver vs. Breitbandverstärker
- Selektiv: Hat einen Schwingkreis (L+C) im Signalpfad → verstärkt nur eine Frequenz
- Breitband: Hat Übertrager/Trafos statt Schwingkreise → verstärkt breiten Frequenzbereich
Frage AF409: Spulenanzapfung
Durch die Anzapfung kann man verschiedene Impedanzverhältnisse "abgreifen" - ähnlich wie bei einem Transformator mit mehreren Anzapfungen.
Frage AF410: Kapazitiver Spannungsteiler
Ein kapazitiver Spannungsteiler kann wie eine Anzapfung wirken und verschiedene Impedanzen "transformieren".
Frage AF411: HF-Drossel
Die HF-Drossel verhindert, dass HF-Signale in die Spannungsversorgung gelangen. Für Gleichstrom ist sie fast ein Kurzschluss, für HF ein hoher Widerstand.
Fragen AF412-AF417: Breitband- und Gegentaktverstärker
Was ist ein Gegentaktverstärker?
Im Gegentaktverstärker (Push-Pull) arbeiten zwei Transistoren zusammen:
- Transistor 1 verstärkt die positive Halbwelle
- Transistor 2 verstärkt die negative Halbwelle
- Am Ausgang werden beide Hälften wieder zusammengesetzt
Vorteile: Höherer Wirkungsgrad (B- oder AB-Betrieb möglich), bessere Linearität, Unterdrückung geradzahliger Harmonischer.
Frage AF412: Breitband-Gegentaktverstärker erkennen
Erkennungsmerkmale:
- Zwei Transistoren in symmetrischer Anordnung
- Breitbandübertrager (keine abgestimmten Schwingkreise)
- Eingangs- und Ausgangsübertrager zur Signalaufteilung/-zusammenführung
Frage AF413: Zweistufiger Breitbandverstärker
Frage AF414: Transformatorkopplung
Frage AF415: Parallelgeschaltete Kondensatoren
Warum zwei Kondensatoren? Elektrolytkondensatoren (große Kapazität) haben bei hohen Frequenzen eine hohe parasitäre Induktivität. Ein kleiner Keramik-Kondensator parallel sorgt für gute HF-Entkopplung.
Frage AF416: Widerstand gegen Schwingneigung
Der Widerstand bedämpft den Trafo und verhindert, dass er bei bestimmten Frequenzen zu schwingen anfängt.
Frage AF417: LDMOS-PA Transformatoren
Warum niederohmig? LDMOS-Transistoren haben sehr niedrige Ein- und Ausgangsimpedanzen (oft nur wenige Ohm). Die Transformatoren "übersetzen" auf die 50 Ω des Antennensystems.
Fragen AF418-AF419: Siebschaltung für Betriebsspannung
Ohne diese Filterung würde HF über die Stromversorgung in andere Schaltungsteile oder sogar ins Stromnetz gelangen.
Fragen AF420-AF424: LDMOS-PA Arbeitspunkteinstellung
Der Arbeitspunkt (Ruhestrom, Bias) bestimmt die Betriebsart des Verstärkers. Bei LDMOS-Transistoren wird er über die Gate-Source-Spannung eingestellt.
Fragen AF420-AF421: KW-PA Arbeitspunkteinstellung
Erklärung: R₃ ist ein Spannungsteiler für die Gate-Vorspannung. In Richtung 3 (Masse) sinkt die Gate-Spannung → weniger Drainstrom.
Frage AF422: HF-Drosseln in der PA
Fragen AF423-AF424: VHF-PA Ruhestrom
Merke: Mehr Gate-Spannung = mehr Ruhestrom. In Richtung U_BIAS = höhere Spannung.
R₄ beeinflusst nur die Vorspannung von Transistor 1, nicht von Transistor 2.
Fragen AF425-AF427: MMIC-Berechnungen
Ein MMIC ist ein kompletter Verstärker auf einem Chip. Er braucht nur einen externen Vorwiderstand R_BIAS zur Arbeitspunkteinstellung.
- $U_\text{CC}$ = Betriebsspannung
- $U_\text{D}$ = Spannung am MMIC (typisch 4 V)
- $I_\text{D}$ = Arbeitsstrom des MMIC
Frage AF425: Vorwiderstand berechnen
Gegeben: $U_\text{CC} = 13{,}5\,\text{V}$, $U_\text{D} = 4\,\text{V}$, $I_\text{D} = 10\,\text{mA}$
Frage AF426: Nächster Normwert
Gegeben: $U_\text{CC} = 13{,}8\,\text{V}$, $U_\text{D} = 4\,\text{V}$, $I_\text{D} = 15\,\text{mA}$
Frage AF427: Verlustleistung im MMIC
Gegeben: $U_\text{CC} = 9\,\text{V}$, $R_\text{BIAS} = 470\,\Omega$, $U_\text{D} = 4\,\text{V}$ (typisch)
Schritt 1: Strom berechnen
Schritt 2: Leistung im MMIC berechnen
Frage AF428: Gesamtverstärkung in dB
Lies einfach die dB-Werte im Blockschaltbild ab und addiere sie.
Zusammenfassung für die Prüfung
| Frage | Thema | Richtige Antwort |
|---|---|---|
| AF401 | Wirkungsgrad | HF-Ausgang ÷ DC-Eingang |
| AF402 | Oberschwingungen | C-Betrieb = meiste |
| AF403 | Filter-Gehäuse | Metallgehäuse (Abschirmung) |
| AF404 | LC hinter PA | Impedanz + Oberwellen |
| AF405 | Pi-Filter | Impedanz + Oberwellen |
| AF406 | X-Bauteile | Lastimpedanz anpassen |
| AF407 | X-Bauteile | Ausgangs- auf Eingangsimpedanz |
| AF408 | Schaltung | Selektiver HF-Verstärker |
| AF409 | Anzapfung | Eingangsimpedanz anpassen |
| AF410 | C₁ und C₂ | Impedanzanpassung |
| AF411 | X | HF-Entkopplung |
| AF412 | Schaltung | Breitband-Gegentaktverstärker |
| AF413 | Schaltung | Zweistufiger Breitband-HF-Verstärker |
| AF414 | T₁ | Emitter → Emitter anpassen |
| AF415 | Parallel-C | Klein=hohe f, groß=niedrige f |
| AF416 | R parallel Trafo | Parasitäre Schwingungen verhindern |
| AF417 | T₁ und T₂ | 50 Ω ↔ niederohmig |
| AF418 | Spule+C₂+C₃ | Tiefpass |
| AF419 | Zweck | HF auf Betriebsspannung reduzieren |
| AF420 | R₃ → 3 | Drainstrom sinkt |
| AF421 | U_GS Anschlag 1 | 3,5 V |
| AF422 | X-Spulen | HF nicht in Versorgung |
| AF423 | Ruhestrom ↑ | R₁, R₂ → U_BIAS |
| AF424 | R₄ → U_BIAS | I_D1 steigt, I_D2 konstant |
| AF425 | R_BIAS | 950 Ω |
| AF426 | R_BIAS Normwert | 680 Ω |
| AF427 | P_MMIC | 43 mW |
| AF428 | Gesamtverstärkung | 48 dB |
Wissenskontrolle
0 / 28 Fragen richtigWie ist der Wirkungsgrad eines HF-Verstärkers definiert?