Stationstagebuch und QSL-Karten
Stationstagebuch und QSL-Karten
Als Funkamateur dokumentierst du deine Funkverbindungen in einem Logbuch und bestätigst sie mit QSL-Karten. Das ist wie ein Reisetagebuch für deine Funkaktivitäten - nur dass du statt Stempeln aus anderen Ländern bunte Postkarten von Funkamateuren aus aller Welt sammelst!
Das Logbuch - Dein Funktagebuch
Stell dir vor: Ein Kapitän führt ein Logbuch, um alle Ereignisse auf See festzuhalten. Genauso dokumentieren Funkamateure ihre "Reisen durch den Äther" in einem Stationstagebuch.
Frage BG101 fragt, was ein Logbuch ist:
Das Logbuch ist das Stationstagebuch, das ein Funkamateur freiwillig führt oder in besonderen Fällen führen muss.
Wichtig: Die Logbuchführung ist grundsätzlich freiwillig! Nur in Ausnahmefällen kann die Bundesnetzagentur einen Funkamateur verpflichten, ein Logbuch zu führen - zum Beispiel zur Untersuchung von Störungsursachen.
Was wird ins Logbuch eingetragen?
| Angabe | Beispiel |
|---|---|
| Datum | 15.12.2025 |
| Uhrzeit (in UTC!) | 14:30 UTC |
| Rufzeichen der Gegenstation | F5ABC |
| Frequenz oder Band | 14.250 MHz oder 20m |
| Betriebsart | SSB, CW, FT8 |
| Gesendeter/Empfangener Rapport | 59/59 |
| Bemerkungen | Name: Pierre, QTH: Paris |
Computer-Logbuch
Heute führen die meisten Funkamateure ihr Logbuch am Computer. Das ist praktisch, weil man QSOs schnell eintragen, durchsuchen und für Diplome auswerten kann.
Fragen BG102 und BG103 behandeln die Anforderungen bei angeordneter Logbuchführung:
Die Daten müssen über eine bestimmte Zeit einsehbar sein - genau wie beim Papierlogbuch.
Die Logbuchdaten müssen verfügbar bleiben, um bei späteren Überprüfungen eingesehen werden zu können.
Die QSL-Karte - Deine Funkverbindungs-Trophäe
Stell dir vor: Du sammelst Briefmarken aus aller Welt. QSL-Karten sind wie Briefmarken für Funkamateure - nur noch persönlicher! Jede Karte ist ein Beweis für eine erfolgreiche Funkverbindung und oft ein kleines Kunstwerk.
Frage BG104 definiert die QSL-Karte:
Eine QSL-Karte ist die Bestätigung einer Amateurfunkverbindung. Sie dient z.B. als Beleg bei der Beantragung von Amateurfunk-Diplomen.
Der Name kommt von der Q-Gruppe QSL = "Ich bestätige den Empfang".
Mindestangaben auf der QSL-Karte
Frage BG105: Welche Angaben sollten QSL-Karten mindestens enthalten?
- Verwendetes Rufzeichen (dein eigenes)
- Rufzeichen der Gegenstation
- Datum und Uhrzeit in UTC
- Band (z.B. 20m, 40m)
- Übertragungsverfahren (SSB, CW, FT8...)
- Signal-Rapport (z.B. 59)
Warum ist Antwort A richtig? Die anderen Antworten enthalten zwar auch korrekte Angaben, aber sie lassen entweder das eigene Rufzeichen (C) oder das Rufzeichen der Gegenstation (B) weg - beides ist unverzichtbar!
UTC - Die Weltzeit im Amateurfunk
Stell dir vor: Du telefonierst mit einem Freund in Australien. Wenn du "15 Uhr" sagst, ist bei ihm schon Mitternacht! Um Verwirrung zu vermeiden, nutzen Funkamateure weltweit die gleiche Uhrzeit: UTC.
Frage BG106 erklärt, warum UTC verwendet wird:
Umrechnung MEZ/MESZ → UTC
Fragen BG107 und BG108 prüfen die Umrechnung:
UTC = MEZ minus 1 Stunde
Beispiel BG107:
15:30 MEZ → 14:30 UTC
UTC = MESZ minus 2 Stunden
Beispiel BG108:
13:30 MESZ → 11:30 UTC
Der QSL-Manager
Stell dir vor: Ein berühmter Filmstar hat so viele Fans, dass er einen Assistenten braucht, der seine Post bearbeitet. Genauso ist es bei seltenen Funkstationen - sie haben einen QSL-Manager!
Frage BG109 zeigt ein Beispiel:
Was tun? Du sendest deine QSL-Karte an K8PYD, weil dieser der QSL-Manager von HZ1HZ ist.
Der QSL-Manager sammelt alle Karten, leitet sie weiter und verschickt die Bestätigungen. Das ist besonders bei DXpeditionen üblich, wo in kurzer Zeit tausende QSOs geführt werden.
Anschriften finden
Frage BG110 fragt, wo man Anschriften ausländischer Funkamateure findet:
- Internationales Callbook (Rufzeichenliste)
- Internet-Datenbanken wie QRZ.com
Nicht geeignet: Die BNetzA-Liste enthält nur deutsche Rufzeichen, die VO Funk keine Adressen, und ein Telefonbuch hilft bei Rufzeichen auch nicht weiter.
Elektronische Alternativen zur QSL-Karte
Frage BG111 fragt nach modernen Alternativen:
Im digitalen Zeitalter muss nicht mehr jede QSL-Karte per Post verschickt werden. Es gibt praktische elektronische Alternativen:
Elektronische QSL-Karten über eqsl.cc
• Logbuch im ADIF-Format hochladen
• Eigene QSL-Karte gestalten
• Kostenlose Basis-Mitgliedschaft
Logbook of The World der ARRL
• QSOs werden digital bestätigt
• Hohe Sicherheit durch Zertifikate
• Anerkannt für DXCC und andere Diplome
Zusammenfassung für die Prüfung
| Frage | Thema | Richtige Antwort / Merksatz |
|---|---|---|
| BG101 | Was ist ein Logbuch? | Stationstagebuch, freiwillig oder in besonderen Fällen Pflicht |
| BG102 | Computer-Logbuch | Daten müssen über bestimmte Zeit einsehbar sein |
| BG103 | Software-Wechsel | Daten müssen verfügbar bleiben (ADIF-Export!) |
| BG104 | Was ist eine QSL-Karte? | Bestätigung einer Funkverbindung, Beleg für Diplome |
| BG105 | Mindestangaben QSL | Beide Rufzeichen, Datum/UTC, Band, Betriebsart, Rapport |
| BG106 | Warum UTC? | Erleichtert Ausländern das Auffinden im Logbuch |
| BG107 | MEZ → UTC | 15:30 MEZ = 14:30 UTC (−1 Stunde) |
| BG108 | MESZ → UTC | 13:30 MESZ = 11:30 UTC (−2 Stunden) |
| BG109 | QSL via Manager | Karte an den Manager schicken (K8PYD) |
| BG110 | Anschriften finden | Callbook oder Internet (z.B. QRZ.com) |
| BG111 | Alternativen zur QSL | Elektronische QSL (eQSL) oder Logbuch-Upload (LoTW) |
- Logbuch ist freiwillig - außer die BNetzA ordnet es an
- QSL = Bestätigung einer Funkverbindung
- Immer UTC verwenden: Winter −1h, Sommer −2h
- "QSL via XY" → Karte an den Manager schicken
Wissenskontrolle
0 / 11 Fragen richtigWas verstehen Funkamateure unter einem Logbuch?