Dezibel Rechner - dB, dBm und Watt umrechnen

Der Dezibel-Rechner hilft dir bei allen gängigen Dezibel-Umrechnungen: dBm in Watt, Verstärkung in dB berechnen, Signalketten addieren und mehr. Egal ob Amateurfunk, Audiotechnik, Telekommunikation oder Elektronik - die dB-Formeln und Rechner funktionieren für alle Anwendungen.

💡 Warum Dezibel? Die dB-Skala ist logarithmisch und macht riesige Wertebereiche handhabbar. Ob Lautstärke (0-130 dB), Sendeleistungen (Mikrowatt bis Kilowatt) oder Signaldämpfungen - mit Dezibel lassen sich Verhältnisse einfach addieren statt multiplizieren.

dBm ↔ Watt Umrechner

Formel: $P_{\text{mW}} = 10^{\text{dBm}/10}$

Verstärkung / Dämpfung berechnen

Formel: $\text{dB} = 10 \cdot \log_{10}(P_2 / P_1)$

dB-Kaskade (Kettenrechnung)

Verstärkungen und Dämpfungen einer Signalkette addieren. Positive Werte = Verstärkung, negative = Dämpfung.

Leistungsfaktor (Slider)

Schiebe den Regler, um den Zusammenhang zwischen dB und Leistungsfaktor zu sehen.

-20 dB0 dB+30 dB

dBi ↔ dBd Umrechner

Formel: $\text{dBi} = \text{dBd} + 2{,}15$

EIRP Rechner

Formel: $\text{EIRP}_{\text{dBm}} = P_{\text{dBm}} + G_{\text{dBi}} - L_{\text{dB}}$

Was ist Dezibel (dB)?

Dezibel ist ein logarithmisches Verhältnismaß. Es drückt das Verhältnis zweier Leistungen oder Spannungen aus. Die wichtigste Formel für Leistungen:

$$\text{dB} = 10 \cdot \log_{10}\left(\frac{P_2}{P_1}\right)$$

Der Vorteil: Verstärkungen und Dämpfungen in einer Signalkette kannst du einfach addieren, statt die Leistungsfaktoren zu multiplizieren.

Wichtige Merksätze

dB-WertLeistungsfaktorBedeutung
+3 dB2xLeistungsverdopplung
+6 dB4xVierfache Leistung
+10 dB10xZehnfache Leistung
+20 dB100xHundertfache Leistung
-3 dB0,5xHalbe Leistung
-10 dB0,1xZehntel der Leistung

Was ist dBm?

Während dB ein reines Verhältnis ist, hat dBm einen festen Bezugspunkt: 1 Milliwatt (mW). Damit wird dBm zu einem absoluten Leistungsmaß:

$$P_{\text{dBm}} = 10 \cdot \log_{10}\left(\frac{P}{1\,\text{mW}}\right)$$

dBmLeistungTypische Anwendung
0 dBm1 mWReferenzpunkt
10 dBm10 mWBluetooth Klasse 2
20 dBm100 mWWLAN-Client, Bluetooth Klasse 1
27 dBm500 mWPMR446-Handfunkgerät
30 dBm1 WUKW-Handfunkgerät
36 dBm4 WCB-Funk (FM)
37 dBm5 WQRP-Transceiver
40 dBm10 WKleiner Transceiver, VHF-Mobil
50 dBm100 WKlasse-E-Maximum (KW), Typische KW-Station
57 dBm500 WLeistungsstarke Station
59 dBm750 WMaximum Klasse A

dBi und dBd - Antennengewinn

Beim Antennengewinn gibt es zwei Bezugsantennen:

  • dBi - Bezug auf den isotropen Kugelstrahler (theoretische Antenne, die in alle Richtungen gleich abstrahlt)
  • dBd - Bezug auf den Halbwellendipol (reale Referenzantenne)

Der Halbwellendipol hat gegenüber dem Isotropstrahler einen Gewinn von 2,15 dB. Daher gilt:

$$\text{dBi} = \text{dBd} + 2{,}15$$

⚠️ Achtung: Manche Hersteller geben Antennengewinne in dBi an, andere in dBd. Beim Vergleich immer auf die gleiche Einheit achten! Ein "9 dBi"-Gewinn klingt beeindruckender als "6,85 dBd" - ist aber identisch.

EIRP - Effektive Strahlungsleistung

Die EIRP (Equivalent Isotropically Radiated Power) beschreibt die tatsächliche Strahlungsleistung in Hauptstrahlrichtung. Sie berücksichtigt Sendeleistung, Kabelverluste und Antennengewinn:

$$\text{EIRP}_{\text{dBm}} = P_{\text{dBm}} + G_{\text{dBi}} - L_{\text{dB}}$$

Die EIRP ist relevant für die Einhaltung der gesetzlichen Leistungsgrenzen laut Amateurfunkverordnung.

Die dB-Formel: Leistung vs. Spannung

Ein häufiger Fehler: Für Leistungsgrößen (Watt) und Feldgrößen (Spannung, Schalldruck) gelten unterschiedliche Formeln.[1][2]

GrößenartFormelBeispiele
Leistung (Energiegröße)$\text{dB} = 10 \cdot \log_{10}\left(\frac{P_2}{P_1}\right)$Watt, mW, Schallintensität
Spannung (Feldgröße)$\text{dB} = 20 \cdot \log_{10}\left(\frac{U_2}{U_1}\right)$Volt, Schalldruck (Pa)

Der Faktor 20 bei Spannungen ergibt sich aus dem physikalischen Zusammenhang $P \sim U^2$. Da die Leistung proportional zum Quadrat der Spannung ist, wird der Logarithmus mit 2 multipliziert: $10 \cdot \log_{10}(U^2) = 20 \cdot \log_{10}(U)$.[1]

⚡ Leistung (10 · log)
  • 3 dB = Verdopplung
  • 10 dB = 10-fach
  • 20 dB = 100-fach

Funktechnik, Sendeleistung, Schallintensität

🔌 Spannung (20 · log)
  • 6 dB = Verdopplung
  • 20 dB = 10-fach
  • 40 dB = 100-fach

Tontechnik, Schalldruck, Empfangssignal

Geschichte des Dezibels

Die Einheit Bel (und damit das Dezibel) ist nach Alexander Graham Bell benannt, dem Erfinder des Telefons. Das Dezibel wurde 1924 von den Bell Telephone Laboratories in den USA eingeführt, um Signaldämpfungen in Telefonleitungen handhabbar zu beschreiben.[1][4]

Vor dem Dezibel verwendeten Telefoningenieure die Einheit "Miles of Standard Cable" (MSC) - die Dämpfung einer bestimmten Kabellänge als Referenz. Das Bel ersetzte diese unpraktische Einheit durch ein universelles logarithmisches Maß. Da 1 Bel für die meisten Anwendungen zu grob war, setzte sich das Dezibel (1/10 Bel) als Standardeinheit durch.[1]

✅ Auf einen Blick: 1 Bel = 10 Dezibel. Genauso wie 1 Meter = 10 Dezimeter. Die Einheit ist benannt nach Alexander Graham Bell (1924, Bell Labs). Das Dezibel ist keine physikalische Einheit wie Volt oder Watt, sondern eine dimensionslose Verhältniszahl.[2]

Warum logarithmisch? Das Weber-Fechner-Gesetz

Die logarithmische dB-Skala ist kein willkürlicher mathematischer Trick, sondern entspricht der menschlichen Wahrnehmung. Das Weber-Fechner-Gesetz (1860) besagt: Der subjektiv empfundene Sinneseindruck wächst proportional zum Logarithmus der physikalischen Reizintensität.[5]

Konkret bedeutet das:

  • Eine Verdopplung der Lautstärke-Empfindung erfordert etwa die 10-fache Schallintensität (+10 dB)
  • Der Bereich vom leisesten hörbaren Geräusch bis zur Schmerzgrenze umfasst physikalisch einen Faktor von 10.000.000.000.000 (10 Billionen) - auf der dB-Skala sind das handliche 0-130 dB
  • Auch das menschliche Auge folgt diesem Gesetz - daher die logarithmische Blendenskala (f/2, f/2.8, f/4 ...)
❌ Häufiger Irrtum: "0 dB = Stille"
Falsch! 0 dB bedeutet nur, dass zwei Werte gleich groß sind (Verhältnis 1:1). Bei Schallpegeln ist 0 dB SPL die Hörschwelle - nicht Stille. Man kann sogar negative dB-Werte haben (z.B. -10 dB = Signal ist schwächer als die Referenz).[4]

Dezibel in der Tontechnik

In der professionellen Audiotechnik gibt es mehrere dB-Varianten mit unterschiedlichen Bezugspunkten:[3][4]

EinheitBezugswertAnwendung
dBu0,775 V (eff.)Studiotechnik, Mischpulte (Standard in Europa)
dBV1 V (eff.)Consumer-Geräte, Heimelektronik
dBFSDigitale VollaussteuerungDigitale Aufnahme (0 dBFS = Maximum, immer negativ)
dB SPL20 µPa (Hörschwelle)Schalldruckpegel, Lautstärkemessung
🎛️ Profi-Pegel
  • +4 dBu (1,23 V) - internationaler Standard
  • +6 dBu (1,55 V) - ARD/EBU (Rundfunk)
  • Headroom bis +22 dBu
🎧 Consumer-Pegel
  • -10 dBV (0,32 V) - Heimgeräte
  • 0 dBFS - Digitale Obergrenze
  • Weniger Headroom, höheres Rauschen
❌ Nicht verwechseln: dBu und dBV sind nicht dasselbe! 0 dBu = 0,775 V, aber 0 dBV = 1,000 V. Der Unterschied beträgt 2,2 dB. Wer ein Profi-Mischpult (+4 dBu) an einen Consumer-Eingang (-10 dBV) anschließt, übersteuert das Signal um fast 12 dB.[3]

Dezibel in der Elektrotechnik

In der Nachrichtentechnik und HF-Technik hat sich das Dezibel als Standardmaß durchgesetzt. Der Grund: Signale durchlaufen oft lange Ketten von Verstärkern, Kabeln und Filtern. Mit dB-Werten wird aus der Multiplikation von Faktoren eine einfache Addition:[2][6]

Ohne dB (Faktoren)Mit dB (Addition)
Verstärker: ×50Verstärker: +17 dB
Kabel: ×0,5Kabel: -3 dB
Filter: ×0,1Filter: -10 dB
Gesamt: 50 × 0,5 × 0,1 = 2,5Gesamt: 17 - 3 - 10 = +4 dB

Typische Anwendungen in der Elektrotechnik:

  • Kabeldämpfung: Koaxialkabel verliert z.B. 3 dB/100m bei 100 MHz
  • Verstärkung: Operationsverstärker mit 60 dB Verstärkung = Faktor 1000
  • Filtercharakteristik: -3 dB Punkt = Grenzfrequenz (halbe Leistung)
  • Signal-Rausch-Verhältnis (SNR): z.B. 90 dB bei einem guten DAC
  • Antennengewinn: Richtantenne mit 12 dBi bündelt Leistung in eine Richtung
✅ Der große Vorteil in der Praxis: Statt "Sender 100 W × Kabelverlust 0,5 × Antennengewinn 4 = 200 W EIRP" rechnest du einfach: 50 dBm - 3 dB + 6 dBi = 53 dBm. Addition statt Multiplikation - im Kopf oder auf dem Prüfungsbogen.[6]

Übersicht aller dB-Einheiten

💡 Warum so viele Varianten? "dB" allein sagt nur "logarithmisches Verhältnis". Erst der Zusatz (m, u, V, i ...) verrät den Bezugspunkt und damit die absolute Bedeutung. Ohne Bezugspunkt ist ein dB-Wert wie "5 Meter hoch" ohne zu wissen, wo der Boden ist.

Je nach Fachgebiet werden unterschiedliche Bezugspunkte verwendet. Hier eine Übersicht der wichtigsten dB-Varianten:

EinheitBezugspunktFachgebietFormel-Faktor
dBKein (reines Verhältnis)Überall10 (Leistung) / 20 (Spannung)
dBm1 mWFunktechnik, Telekommunikation10
dBW1 WSendertechnik, Satelliten10
dBu0,775 VTontechnik (Profi)20
dBV1 VTontechnik (Consumer)20
dBFSDigitale VollaussteuerungDigitale Audiotechnik20
dB SPL20 µPaAkustik, Lärmschutz20
dBiIsotropstrahlerAntennentechnik10
dBdHalbwellendipolAntennentechnik10
dBµV1 µVEMV, Empfängertechnik20

Dezibel Tabelle - Lautstärke im Alltag

Dezibel wird nicht nur in der Funktechnik verwendet. In der Akustik beschreibt die dB-Skala den Schalldruckpegel - also wie laut wir etwas wahrnehmen. Der Bezugspunkt (0 dB SPL) ist die menschliche Hörschwelle bei 1 kHz.[1]

📏 +6 dB SPL

= doppelter Schalldruck
(physikalisch messbar)

👂 +10 dB SPL

= doppelte Lautstärke
(subjektiv empfunden)

DezibelLautstärkeBeispiel
0 dBHörschwelleAbsolut still (schallisolierter Raum)
10 dBKaum hörbarBlätterrascheln, ruhiges Atmen
30 dBLeiseFlüstern, ruhiges Schlafzimmer
50 dBModeratRegen, Kühlschrank
60 dBNormalNormales Gespräch
70 dBLautStaubsauger, Verkehr
85 dBSchädlich (Dauer)Schwere LKW, laute Fabrik
100 dBSehr lautDisco, Motorsäge
110 dBExtrem lautRockkonzert, Presslufthammer
120 dBSchmerzgrenzeFlugzeugtriebwerk (Nähe)
130 dBVerletzungsgefahrStartender Jet, Feuerwehrsirene
⚠️ Gehörschutz: Ab 85 dB Dauerlärm kann das Gehör geschädigt werden. Jede Verdopplung des Schalldrucks entspricht +6 dB. Ein Rockkonzert (110 dB) ist also nicht "doppelt so laut" wie ein Gespräch (60 dB), sondern der Schalldruck ist über 300-mal höher.

Du rechnest gerne mit Dezibel?

Dann könnte Amateurfunk genau dein Ding sein. Antennenbau, Signalausbreitung, Sendeleistung - alles basiert auf dB-Rechnungen. Und das Beste: Du darfst auf allen Frequenzen selbst experimentieren.

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Häufige Fragen zu Dezibel

Was bedeutet dBm im Amateurfunk?

dBm ist ein absolutes Leistungsmaß mit dem Bezugspunkt 1 Milliwatt (mW). Damit lassen sich Sendeleistungen kompakt angeben: 0 dBm = 1 mW, 30 dBm = 1 W, 50 dBm = 100 W, 60 dBm = 1 kW. Der Vorteil gegenüber Watt: Verstärkungen und Dämpfungen kann man einfach addieren.

Was bedeutet 3 dB Unterschied?

3 dB ist der wichtigste Merkwert: Er entspricht einer Verdopplung (oder Halbierung) der Leistung. +3 dB = doppelte Leistung, -3 dB = halbe Leistung. Weitere wichtige Werte: 6 dB = 4-fach, 10 dB = 10-fach, 20 dB = 100-fach.

Was ist der Unterschied zwischen dBi und dBd?

Beide geben den Antennengewinn an, aber mit unterschiedlichem Bezug. dBi bezieht sich auf den isotropen Kugelstrahler (theoretisch), dBd auf den Halbwellendipol (real). Es gilt: dBi = dBd + 2,15. Beim Vergleich von Antennen immer auf die gleiche Einheit achten!

Wie berechne ich die EIRP?

EIRP (Equivalent Isotropically Radiated Power) ist die effektive Strahlungsleistung in Hauptstrahlrichtung. Berechnung: Sendeleistung in dBm + Antennengewinn in dBi - Kabelverluste in dB. Beispiel: 100 W (50 dBm) + 6 dBi - 3 dB = 53 dBm = 200 W EIRP.

Warum wird im Amateurfunk mit Dezibel gerechnet?

Funkamateure arbeiten mit Leistungen von Mikrowatt (Empfänger) bis Kilowatt (Sender) - ein Bereich von 1:1.000.000.000. Mit der logarithmischen dB-Skala wird daraus -30 bis +60 dB. Außerdem lassen sich Verstärkungen und Dämpfungen in einer Signalkette einfach addieren, statt die Faktoren zu multiplizieren.

Wie viel Dezibel sind gefährlich?

Ab 85 dB Dauerlärm (z.B. schwerer Verkehr, laute Fabrik) kann das Gehör dauerhaft geschädigt werden. Ab 120 dB liegt die Schmerzgrenze, ab 130 dB besteht akute Verletzungsgefahr. Bei Konzerten (100-110 dB) wird Gehörschutz empfohlen. Entscheidend ist die Kombination aus Lautstärke und Einwirkdauer.

Was bedeutet Dezibel bei Lautsprechern?

Bei Lautsprechern gibt der Wirkungsgrad in dB (Sensitivity) an, wie laut der Lautsprecher bei 1 Watt Eingangsleistung in 1 Meter Entfernung ist. Typische Werte: 84-90 dB. Ein Lautsprecher mit 90 dB Wirkungsgrad ist doppelt so laut wie einer mit 84 dB - bei gleicher Verstärkerleistung.

Wie rechne ich Dezibel in Prozent um?

dB lassen sich in einen Faktor umrechnen: Faktor = 10^(dB/10) für Leistungen. Diesen Faktor kannst du in Prozent ausdrücken. Beispiele: +3 dB = Faktor 2 = 200% (Verdopplung). -3 dB = Faktor 0,5 = 50% (Halbierung). -10 dB = Faktor 0,1 = 10% der ursprünglichen Leistung.

Quellen

  1. Wikipedia: Bel (Einheit) - Definition, Geschichte und mathematische Grundlagen des Dezibels
  2. Elektronik-Kompendium: Dezibel (dB) / Bel - Anwendung in der Elektrotechnik mit Berechnungsbeispielen
  3. Sengpielaudio (Eberhard Sengpiel, TU Berlin): Verstärkung und Dämpfung in dB - Referenz für Spannungs- und Leistungspegel in der Tontechnik
  4. MONACOR: Dezibel - die missverstandene Skala - Praxisorientierte Erklärung für Audiotechnik und Beschallung
  5. Wikipedia: Weber-Fechner-Gesetz - Psychophysik der logarithmischen Wahrnehmung
  6. DARC Online-Lehrgang Technik Klasse E: Dezibel, Dämpfung, Kabel - Dezibel im Kontext der Amateurfunkprüfung
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