Wellenausbreitung oberhalb 30 MHz
Wellenausbreitung oberhalb 30 MHz - VHF und UHF verstehen
Oberhalb von 30 MHz (VHF/UHF) verhalten sich Funkwellen anders als auf Kurzwelle. Sie breiten sich quasi-optisch aus und werden normalerweise nicht von der Ionosphäre reflektiert.
- Sie brauchen „Sichtverbindung" zur Gegenstation
- Berge und Gebäude blockieren sie
- Je höher die Antenne, desto weiter „siehst" du
- Manchmal gibt es „Sonderbedingungen" für Überreichweiten
Fragen NH301-NH302: Funkhorizont und Antennenhöhe
Frage NH301 fragt, wie weit der Funkhorizont über den geografischen Horizont hinausreicht:
Funkwellen folgen der Erdkrümmung etwas besser als Licht, daher ist der Funkhorizont etwas weiter als die optische Sichtweite.
Frage NH302 fragt nach dem Einfluss der Antennenhöhe:
Je höher deine Antenne, desto weiter kannst du „über den Horizont schauen" - genau wie auf einem Aussichtsturm.
Frage NH303: Geländeprofil
Frage NH303 zeigt ein Geländeprofil mit einem Sender S und vier Empfangsstationen:
Warum E₃? Sie hat freie Sichtverbindung zum Sender, ohne Hindernisse im Weg. Bei VHF/UHF ist die direkte Sichtlinie entscheidend!
Fragen NH304-NH306: Überreichweiten
Manchmal sind auf VHF/UHF deutlich weitere Verbindungen möglich als normal. Dafür gibt es verschiedene Mechanismen:
Frage NH304 fragt nach dem Effekt für 800-1000 km auf VHF:
Bei einer Temperaturinversion in der Troposphäre werden VHF-Signale an der Grenzschicht gebrochen und können so 800-1000 km überbrücken.
Fragen NH305 und NH306 fragen nach Sporadic-E:
- Stark ionisierte Bereiche in 100-110 km Höhe
- Tritt vor allem in den Sommermonaten auf
- Ermöglicht Reichweiten von 1000-2000 km
- Signale werden durch Refraktion (Brechung) zurück zur Erde gelenkt
Überreichweiten im Überblick
| Mechanismus | Reichweite | Wann? | Höhe |
|---|---|---|---|
| Normal (quasi-optisch) | Bis Funkhorizont | Immer | Bodennah |
| Tropo | 800-1000 km | Inversionswetterlagen | 0-10 km |
| Sporadic-E | 1000-2000 km | Vor allem Sommer | 100-110 km |
- Tropo = Tief (Troposphäre, 0-10 km)
- Sporadic-E = E-Schicht, Sommer, 100-110 km
Zusammenfassung für die Prüfung
| Frage | Thema | Richtige Antwort |
|---|---|---|
| NH301 | Funkhorizont | 15 % weiter als geografischer Horizont |
| NH302 | Antennenhöhe | Quasi-optische Sichtweite nimmt zu |
| NH303 | Geländeprofil | E₃ (beste Sichtverbindung) |
| NH304 | VHF 800-1000 km | Troposphärische Inversionsbildung |
| NH305 | Ionisierte Bereiche 100-110 km | Sporadic-E |
| NH306 | Sporadic-E Bedingungen | 1000-2000 km durch Refraktion in E-Region |
Wissenskontrolle
0 / 6 Fragen richtigWie weit etwa reicht der Funkhorizont im UKW-Bereich über den geografischen Horizont hinaus? Er reicht etwa ...